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Rolls Royce baut Flugtaxi

Flugtaxen von Airbus und Uber bekommen Konkurrenz: Rolls Royce hat vor wenigen Tagen sein eVTOL-Konzept* vorgestellt. Das Flugtaxi kann bis zu fünf Passagiere tragen und dank der in 90-Grad rotierenden Flügel nahezu jeden Landeplatz anfliegen. Trotz des Namens ist das Flugtaxi nicht voll-elektronisch. Insgesamt müssen 500 kW mit Gasturbinen aufgebracht werden, um die sechs Propeller in Gang zu bringen. Während des Passagiertransports ist das Taxi jedoch sehr leise und kann eine Flugdistanz von 500 Meilen (= 800 km) bei einer maximalen Fluggeschwindigkeit von 250 mph (=400 km/h) zurücklegen. Die Flügel-Propeller werden nach dem Take-Off eingefahren.

Rolls Royce sieht sich zeitlich vorne

Auch wenn der Ansatz eines hybriden Kraftfahrzeug nicht sehr umweltfreundlich ist, pitcht Rolls Royce die technische Errungenschaft als entscheidenden Zeitvorsprung. Eine Batterie dient als Energiespeicher, während Benzin nur für die Turbinen beim Flugstart verwendet wird. Dieser Aspekt spielt insbesondere in Hinsicht auf Pendlerverkehre eine wichtige Rolle, da Durchlaufzeiten tendenziell in Minuten und nicht in Stunden gemessen werden.   

Das Design fokussiert sich vollends auf die Mobilität von Personen und richtet sich in erster Linie an überfüllte Städte. Das Angebot kann sowohl für Flugtaxen umgesetzt werden, als auch für den privaten Bedarf. Rolls Royce betont, dass es flexibel genug ist, um im Güterverkehr oder für militärische Zwecke eingesetzt werden zu können.     

Rolls Royce Flugtaxi auch für den privaten Bedarf gedacht
Rolls Royce Flugtaxi auch für den privaten Bedarf gedacht

Lancierung in 2020

Zum aktuellen Zeitpunkt existieren lediglich 3D-Animationen. Rolls Royce hat zudem noch keine Kunden akquirieren können. Bis das Flugtaxi in Aktion tritt, wird dennoch nicht viel Zeit vergehen, sagt Rolls Royce. Das Unternehmen hebt hervor, dass das eVTOL-Konzept auf existierender Technologie basiert oder zumindest in der Entwicklung steht. Mit einer Lancierung kann daher Anfang 2020 gerechnet werden. Voraussetzung dafür ist die Beteiligung bzw. der Verkauf der Idee an externe Partner.

Im Vergleich ist der EVOC-Entwurf von Airbus kleiner skaliert und wirkt dadurch effektiver für dichte urbane Gebiete. Uber hat Schwergewichte wie Bell und Embraer im Gepäck. Experten meinen, dass Rolls Royce im Verkauf stark auftreten muss, um es mit der Konkurrenz aufzunehmen und seinen Service für Flugtaxis in der Praxis rentabel zu gestalten.

*eVTOL steht für Electric Vertical Take Off and Landing.

Bilder: https://www.flickr.com/photos/rolls-royceplc/41610462890/ (alle Rechte vorbehalten)