Archiv der Kategorie: Fahrdienst

Uber kauft 24.000 selbstfahrende Autos von Volvo

Die Ride-Sharing Plattform Uber hat sich mit dem Automobilhersteller Volvo darauf geeinigt, dass 24.000 selbstfahrende Autos vom Typ XC90 SUVs gekauft werden. Der Deal zeigt, dass Uber auch unter dem neuen CEO Dara Khosrowshahi auf autonome Fahrzeuge setzt, auch wenn die Entwicklung erstmal teuer ist. Die Autos sollen zwischen 2019 und 2021 ausgeliefert werden.

Listenpreis von fast 100 Mio. Euro

Geht man nach dem Listenpreis für einen XC90 in den USA, dann hat der Deal einen Wert in Höhe von fast 100 Mio. Euro. Es ist davon auszugehen, dass Uber einen hohen Nachlass auf die Fahrzeuge erhalten wird. Für Volvo dürfte die Kooperation auch ein Leuchtturm-Projekt sein, mit dem sich der Automobilhersteller als Zulieferer für Ride-Sharing Plattformen positionieren möchte.

Volvo liefert Fahrzeuge, Uber verbaut Software und Sensoren

Volvo liefert die Fahrzeuge an Uber, die dann von der Fahrdienst-Plattform mit Sensoren und Software ausgestattet werden, damit die SUVs autonom unterwegs sein können. Ein ähnliches Vorgehen wurde auch für den Test in Pittsburgh vereinbart, wo Uber seit dem letzten Jahr eine kleine Flotte an 100 Fahrzeugen in Einsatz hat. Auch da kamen die Fahrzeuge von Volvo und Sensoren und Software von Uber.

Kooperation mit mehreren Automobilherstellern

Uber will mit mehreren Herstellern zusammenarbeiten. Neben Volvo wurde auch mit dem Daimler-Konzern eine Vereinbarung unterzeichnet. Daimler will eine Flotte an selbstfahrenden Autos zu einem späteren Zeitpunkt auf der Mobility Plattform einsetzen.

Autonome Autos werden in Zukunft eine wichtige Rolle für Ride-Sharing Plattformen einnehmen. Da die Fahrzeuge ohne Fahrer auskommen werden, lassen sich enorme Kosten einsparen. Die Fahrer sind im Moment der größte Kostenfaktor für die on-demand Taxi Dienste. Im Vergleich zu den 2 Mio. Fahrern, die heute auf der Plattform registriert sind, ist die Zahl an 24.000 autonomen Autos ein kleiner Bruchteil. Daran ist auch zusehen, dass es noch viele Jahre dauern wird, bis die menschlichen Fahrer weitestgehend ersetzt werden.

Lyft, die zweite große Plattform in den USA, setzt bei dem Thema selbstfahrende Autos mehr auf Kooperationen, obwohl ein internes Team auch an dem Themen-Komplex arbeitet. Unter anderm sollen autonome Fahrzeuge von NoTonomy, Jaguar oder Waymo zum Einsatz kommen. Auch Lyft Anteilseigner General Motors stand mal im Raum, selbstfahrende Autos für Lyft zu liefern. Das Verhältnis zwischen dem Automobilhersteller und der Ride-Sharing Plattform scheint aber zerrüttet zu sein.

Bild: Volvo (alle Rechte vorbehalten)

SoftBank Milliarden könnten auch an Lyft gehen

Der Japanische VC SoftBank hat durch den Vision Fond eine Investmentsumme von 100 Milliarden US Dollar zur Verfügung. Einen Teil davon möchte SoftBank gerne in den Fahrdienst Uber stecken. Die Verhandlungen zwischen Uber und SoftBank sind ins Stocken geraten, um jetzt den Druck zu erhöhen, erwägt SoftBank eine Beteiligung an dem Uber Konkurrenten Lyft.

Konditionen für Investment entscheidend

SoftBank hat auf einer Pressekonferenz angedeutet, dass die Milliarden US Dollar auch in den Konkurrenten Lyft fließen können. Die Entscheidung hängt letztendlich vom Preis und den Konditionen ab. SoftBank würde nur in Uber investieren, wenn es zu einer niedrigeren Bewertung investieren kann, als die 70 Milliarden US Dollar, die im Moment im Raum stehen. Außerdem will der VC genügend Sitze im Verwaltungsrat erhalten, um Entscheidungen beeinflussen zu können. Dagegen wehrt sich der Uber Gründer und ehemalige CEO Travis Kalanick.

Uber rechnet mit Investment durch SoftBank

Bei Uber geht man davon aus, dass das Investment von SoftBank kommen wird. In einem ersten öffentlichen Interview verbreitete der neue Uber CEO Dara Khosrowshahi Optimismus, dass es zu einem erfolgreichen Investment kommen wird. Die Verhandlungen über Preis, Sitze im Verwaltungsrat und Stimmen dauern nur länger als geplant.

Lyft will die Schwäche von Uber nutzten

Der Konkurrent Lyft würde zu den SoftBank Milliarden nicht nein sagen. Das Unternehmen liefert sich in den USA einen Preiskampf mit Uber, was dazu führt, dass beide Anbieter in den USA nicht profitabel arbeiten können. Die zweitgrößte Ridesharing Plattform hat erst kürzlich ein Milliardeninvestment von der Google Mutter Alphabet erhalten. Insgesamt wurde eine Milliarde US Dollar investiert, dabei lag die Bewertung bei 10 Milliarden US Dollar.

Lyft will die aktuellen Skandale von Uber für sich nutzen, um schneller wachsen zu können. Durch die unterschiedlichen Skandale bei dem Konkurrenten konnte Lyft einen Zuwachs an Fahrten von mehr als 30% im ersten Quartal verzeichnen.

Bild: Yumi Kimura (bestimmte Rechte vorbehalten)

Testphase erfolgreich beendet: myBUS steht ab sofort für alle Fahrgäste zur Verfügung

Seit Freitag, 27. Oktober, geht die Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) mit ihrem innovativen Mobilitätsprojekt myBUS offiziell in die dreijährige Pilotphase. Jeder Fahrgast kann die nachfrageorientierten Kleinbusse dann über die myBUS-App buchen. Zuvor hatte es eine kostenlose vierwöchige Testphase für einen begrenzten Nutzerkreis gegeben: Mehr als 1.000 Fahrgäste konnten sich in dieser Zeit von dem neuen Angebot überzeugen. 

„Die Resonanz der myBUS-Fahrgäste ist durchweg positiv“, sagt Birgit Adler, Projektleiterin myBUS und Bereichsleiterin Betrieb und Markt bei der DVG. „Die von door2door bereitgestellte Software funktioniert sehr gut und wir freuen uns, den On-Demand-Service nun allen Fahrgästen zur Verfügung stellen zu können.“ Das Berliner Startup door2door hat die Mobilitäts-Plattform als technische Grundlage für myBUS entwickelt.
 
Da nicht nur die Buchung, sondern auch der Bezahlvorgang vollständig über die myBUS-App erfolgt, müssen sich Fahrgäste einmalig bei Handyticket Deutschland registrieren. Wer dort bereits Kunde ist, kann sich sofort in der myBUS-App anmelden. Die entsprechenden Schritte für die einmalige Registrierung werden innerhalb der App erklärt. Die myBUS-Fahrzeuge sind freitags und samstags von 19 bis 4 Uhr und sonntags von 10 bis 19 Uhr im Bereich der Innenstadt, in Duissern, Neudorf und am Innenhafen unterwegs. Der Fahrpreis richtet sich nach den Tarifbestimmungen des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR). Demnach beträgt der Ticketpreis 3,20 Euro, Zeitkarteninhaber wie zum Beispiel Abokunden der DVG und Kinder fahren ermäßigt für 2,50 Euro.
 

Wie funktioniert myBUS?

Die Buchung der myBUS-Fahrzeuge erfolgt über die myBUS-App, die für die gängigen iOS- und Android-Betriebssysteme in den jeweiligen Stores kostenlos zum Download bereit steht. Per Smartphone können Kunden ihre Fahrtwünsche unter Angabe des Start- und Zielpunktes angeben. Die Routen für die Busse werden von einem Algorithmus in Echtzeit entsprechend der jeweiligen Nachfrage berechnet. So teilen sich Fahrgäste mit myBUS gemeinsame Fahrten und werden von ihren individuellen Standorten zum gewünschten Ziel gebracht. Bereits die Anfahrt des Busses lässt sich in Echtzeit verfolgen, die Fahrzeuge sind durch den myBUS-Schriftzug und durch die auffälligen, roten Diagonalflächen gut erkennbar. Sowohl die Buchung des Busses als auch die Bezahlung des Tickets erfolgt ausschließlich per App.

Bild: DVG Duisburg 

Text: Pressemitteilung Door2door 

Autonome Autos: Ford und Lyft vereinbaren Entwicklungspartnerschaft

Obwohl General Motors zu den Investoren von Lyft gehört, hat das Ride-Hailing Unternehmen eine Partnerschaft mit dem konkurrierenden Autokonzern Ford geschlossen. Ford und Lyft wollen bei der Entwicklung von autonomen Autos zusammenarbeiten, die bis 2021 serienreif sein sollen.

Software Schnittstelle zwischen Autos und Lyft Plattform

Angestellte beider Unternehmen sollen zusammenarbeiten, um die Software zu entwickeln, mit der die selbstfahrenden Autos von Ford mit der Plattform von Lyft kommunizieren können. An der technischen Entwicklung der Ford Fahrzeuge wird sich die Fahrdienstplattform nicht beteiligen. Dennoch geht Lyft damit einen weiteren Schritt, sich als offene Plattform zu etablieren, die zukünftig von mehreren Automobilherstellern genutzt werden kann, um die vollautomatisierten Fahrzeuge auszulasten. Das Ride-Hailing Unternehmen sieht in der engen Zusammenarbeit zwischen Automobilherstellern, Ride-Sharing Plattformen und anderen relevanten Unternehmen den besten Weg, um mit autonomen Autos die größten Verbesserungen in den Städten zu erreichen.

Ford kaufte Argo AI um schneller autonome Autos entwickeln zu können

Ford beschäftigt sich schon seit längerem mit der Entwicklung von autonomen Autos, auch wenn darüber wenig bekannt wurde. Im letzten Dezember wurde ein umgerüsteter Ford Fusion präsentiert, der einen Ausblick auf den Entwicklungsstand gegeben hat. Erst kürzlich hat sich Ford mit Dominos zusammengetan, um mit autonomen Autos Pizzas auszuliefern. Um bei dem Thema voranzukommen, hat Ford für etwa eine Milliarde US Dollar das Startup Argo AI übernommen.

Lyft kooperiert und hat eigenes Team

Lyft investiert selbst in die Entwicklung von Technologien für autonome Autos, im Juli wurde bekannt, dass das Unternehmen eine Forschungsgruppe aufbaut, um Systeme für vollautomatisiertes Fahren zu entwickeln. Gleichzeitig arbeitete das Unternehmen mit anderen Playern im Bereich der autonomen Autos zusammen. So wurden Partnerschaften mit der Google Tochter Waymo oder dem Startup nuTonomy geschlossen.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Daimler schlägt wieder zu: flinc wird übernommen

Daimler ist im Moment nicht zu stoppen, was das Investment in Mobilitätsdienste angeht. Der Automobilhersteller übernimmt flinc, den Pionier bei der Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten in Echtzeit. Damit hat sich Daimler in diesem Jahr an fast 10 Mobilitätsdienstleistern (unter anderem Via, Careem, TaxiBeat, Clever Taxi, Volocopter, Turo) beteiligt oder diese ganz übernommen.

500.000 Kunden bei flinc registriert

flinc bietet eine Plattform für on-demand Mitfahrgelegenheiten auf der Kurzstrecke an und spricht damit vor allem Berufspendler an. Das Startup wurde bereits 2010 gegründet, hat es aber leider nicht geschafft, auf eine kritische Größe zu wachsen. Etwa 500.000 Nutzer haben sich in den letzten sechs Jahren bei dem Startup registriert, das ist zu wenig, um eingeständig agieren zu können oder um Investoren überzeugen zu können. Durch international agierende Unternehmen, wie Uber, Lyft oder Via hat das Startup starke Konkurrenz bekommen.

Auch Corporate Ridesharing im Angebot

flinc hat auf zwei unterschiedliche Strategien gesetzt. Auf der einen Seite wird ein Mitfahrdienst unter dem Namen flinc angeboten, der öffentlich zugänglich ist. Der Dienst wurde sogar in die Carsharing Flotte von DriveNow integriert und in Apps für öffentlichen Nahverkehr integriert. Auf der anderen Seite hat flinc eine Corporate Ridesharing Lösung angeboten, die von namenhaften Unternehmen wie BASF und anderen eingesetzt wird.

flott als Lösung für on-demand Shuttles

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen versucht, mit flott eine Plattform für den on-demand Verkehr in Städten zu starten. Nach dem ursprünglichen Ankündigung wurde es leider ruhig um das Produkt. In einer Studie kam flott zu dem Ergebnis, dass sich mit einem intelligenten Shuttle System die Zahl der Fahrzeuge in Hamburg drastische reduzieren lässt.

Das Unternemen hat seinen Sitz in Darmstadt und nicht in den Startups Städten Berlin oder München. Da wird es das Unternehmen auch nicht leicht gehabt haben, Top-Talente anzuwerben. Auf Investorenseite konnte flinc dafür General Motors und die Deutsche Bahn überzeugen.

Unternehmen bleibt erstmal eingeständig

Es wurde nicht bekannt, was Daimler für die Übernahme auf den Tisch gelegt hat – es ist aber davon auszugehen, dass es sich eher um einen Fire-Sale handelt. Das Unternehmen flinc GmbH wird weiterhin eigenständig bleiben und die Gründer Dr. Klaus Dibbern, Michael Hübl und Benjamin Kirschner bleiben im Führungsteam. Das Wissen von flinc über dynamische Ridesharing Dienste soll bei Daimler eingebracht werden, um die Entwicklung von internen Ridesharing Angeboten zu beschleunigen.

Bild: Daimler AG (alle Rechte vorbehalten)

BlaBlaCar expandiert den BlaBlaLines Ride Sharing Dienst nach Paris

Das Unternehmen BlaBlaCar, das mit einem Mitfahrservice für die Langstrecke vor mehreren Jahren gestartet ist, weitet sein Angebot für die Kurzstrecke aus. Der Ride-Sharing Dienst BlaBlaLines, der für Pendler auf der Kurzstrecke ausgelegt ist, ist jetzt auch in Paris verfügbar.

Alternative zu schwierigem Geschäft auf der Langstrecke

In Deutschland ist das Unternehmen bekannt, da es das Angebot von Mitfahrgelegenheit.de und carpooling.com übernommen hat. Wie auch Mitfahrgelegenheit.de ist BlaBlaCar damit gestartet, einen Mitfahrservice für die Langstrecke anzubieten. Autofahrer, die z.B. von Berlin nach München unterwegs sind und noch ein paar Plätze im Auto frei haben, können diese auf den Plattformen einstellen und dan Mitfahrer verkaufen. Der Mitfahrer zahlt einen niedrigen Preis an den Fahrer und die Vermittlungsplattform erhält eine Provision. Der Service auf der Langstrecke wird vor allem von Gelegenheitsreisenden genutzt, die ab und zu reisen.

Dem entsprechen ist es nicht so leicht, mit dem Geschäft auf der Langstrecke wenig Geld zu verdienen. Deswegen versucht jetzt BlaBlaCar mit dem Ride-Sharing Dienst BlaBlaLines für Pendler einen neuen Weg der Monetarisierung. Da Pendler angesprochen werden, die unter der Woche täglich unterwegs sind, geht das Unternehmen davon aus, dass die Nutzungsfrequenz viel höher sein wird. Von mehr Fahrten verspricht sich das Unternehmen höhere Umsätze.

Automatische Routen und virtuelle Stops mit BlaBlaLines

Der Dienst wurde zuerst in den Städten Reims und Toulouse getestet und kommt jetzt nach Paris. Die Fahrer können sich für den BlaBlaLines Dienst anmelden und werden bei der Anmeldung nach den gewöhnlichen Abfahrtszeiten gefragt und nach dem Wohnort und Arbeitsplatz. Der Algorithmus hinter BlaBlaLines generiert dann automatisch eine tägliche Route zwischen den beiden Orten. Mitfahrer, die entlang der Route wohnen, werden automatisch zugewiesen. Die Fahrgäste werden gewöhnlich nicht direkt von der Haustür abgeholt, sondern müssen zu einer Art virtuellen Haltestelle gehen, die sich an der Tour des Fahrers befindet. Die Mitfahrer können die Fahrten spontan on-demand buchen. Die Fahrer können bei Urlaub und Verspätungen die Fahrten stornieren oder abändern.

Die Testphase in Reims und Toulouse ist gut angelaufen. In Reims werden wöchentlich 2000 Fahrten absolviert und in der Gegend um Toulouse sind es 5000 Fahrten pro Woche. Eine Fahrt kostet dabei zwischen zwei und sechs Euro. Insgesamt sind mehr als 20.000 Nutzer für den neuen Dienst bisher registriert.

Konzept in Deutschland eher unter dem Radar

Mal sehen, ob BlaBlaCar den Carpool Dienst für Pendelstrecken in naher Zukunft auch in Deutschland anbieten wird. Die lokalen Mitbewerber flinc und Daily Ride bieten ein vergleichbares Produkt in einigen Städten an. Matchrider versucht sich mit einem ähnlichen Dienst in Baden-Württemberg. Alle haben gemein, eher ein Nischendasein zu  fristen.

Bild: BlaBlaCar (alle Rechte vorbehalten)

Citymapper und Gett starten Taxi Sharing Dienst in London

Die App Citymapper, die den öffentlichen Nahverkehr in einer App abbildet, geht den nächsten Schritt und startet mit dem Fahrdienst Gett ein Ride-Sharing Angebot, bei dem sich mehrere Fahrgäste ein Taxi auf festgelegten Routen teilen können. Die Partnerschaft mit Gett kommt nur ein paar Monate nach dem Start einer eigenen Buslinie von Citymapper in London.

Citymapper als App für ÖPNV gestartet

Die ursprüngliche App vom Citymapper ist mit Moovit oder Ally vergleichbar. Es werden die unterschiedlichen Verkehrsmittel zusammengefast und nutzerfreundlich dargestellt. Citymapper gibt einen nicht nur die passenden Verbindungen an, sondern zeigt auch Infos über den besten Wagen an und gibt dem Nutzer die Möglichkeit, die Fahrt und Ankunftszeit zu teilen. Citymapper wurde schon 2011 gestartet und hat ingesamt etwa 50 Mio. US$ an Finanzierung eingesammelt. Der Dienst funktioniert in Städten wie London, Berlin, New York oder San Francisco.

Gett in USA, Russland und Europa aktiv

Gett ist eine on-demand Fahrdienst App, die in Europa, Russland und den USA aktiv ist. In London werden über die Gett App die traditionellen schwarzen Taxen vermittelt. Im letzten Dezember hat das Unternehmen einen Pooling-Service unter dem Namen Gett Together gestartet. Die Gett Together Fahrzeuge bewegen sich zu den Stoßzeiten auf festen Routen und die Fahrgäste können beliebig zu und wieder aussteigen. Da in London die Taxen die Busspuren nutzen dürfen, hat Gett gegenüber Uber einen Vorteil.

Nachgefragte Routen in London

Zusammen mit Citymapper will Gett jetzt weitere festgelegte Routen starten. Dabei sollen die von Citymapper gesammelten Daten zur Anwendung kommen, um Lücken im bestehenden Mobilitätsangebot zu schließen. Citymapper hat dank der mehreren Millionen Kunden jede Menge an Daten gesammelt und weiß ziemlich genau, wann und wo die Nutzer unterwegs sind. Aus den Daten lässt sich auch ablesen, welche Strecken eine hohe Nachfrage haben, aber schlecht bedient werden.

Black Bus für Berufspendler

Der angesprochene Citymapper SmartBus ist ausschließlich nachts unterwegs und zielt vor allem auf Nachtschwärmer ab, die schnell und günstig nach hause kommen wollen. Die Partnerschaft mit Gett hat Berufspendler als Zielgruppe. Die Pooling-Routen sollen zwischen 7 Uhr und 10 Uhr und zwischen 17 Uhr und 20 Uhr betrieben werden. Die Black Bus genannten Linien verfügen über keine festen Haltestellen, die Fahrgäste können nach on-demand Buchung über die App beliebig zu- und aussteigen. Die Fahrten werden zu einem Fixpreis von 3 britischen Pfund angeboten, was etwa 3.40 Euro entspricht. Die neue Black Bus Routen sind auch in die Suche der Citymapper App mit eingebunden. Sucht ein Nutzer nach einer Verbindung in der Citymapper App und eine Black Bus Route befindet sich im Suchgebiet, dann wird diese mit den anderen Verkehrsmitteln verknüpft und angezeigt.

Die Kooperation von Citymapper und Gett zeigt, wie die gesammelten Daten genutzt werden können, um die Infrastruktur des ÖPNV flexibel und fortlaufend zu verbessern. Es wäre auch wünschenswert, wenn durch neue Angebote wie den Black Bus die Anzahl der Fahrzeuge in den Städten zurück gehen würden, um das dauerhafte Stauproblem zu entschärfen.

Bild: Citymapper (alle Rechte vorbehalten)

Uber wohl vor nächster Mega-Finanzierung

Die Skandale bei Uber in den vergangenen Monaten scheinen die Investoren nicht verschreckt zu haben. Die Fahrdienstplattform ist in Gesprächen mit SoftBank, Didi Chuxing und Dragoneer über ein Investment in Milliardenhöhe. Die Gruppe von Investoren geht davon aus, dass sie Anteile von Altinvestoren und Mitarbeitern zu einer niedrigeren Unternehmensbewertung übernehmen können.

Bis zu 12 Milliarden US Dollar für Uber

Die drei Investoren könnten bis zu 12 Milliarden US Dollar in Uber investieren. Unterschiedliche Quellen berichten auch von Summen zwischen 8 und 10 Milliarden US Dollar. Das wäre bisher das größte Investment in die Ride-Hailing Plattform, die in den letzten Jahren schon mehrere Finanzierungsrunden in Milliardenhöhe abgeschlossen hat. Das Trio würde direkt Geld in Uber investieren und auch Anteile von Mitarbeitern und Investoren übernehmen, die ihre Anteile zu Geld machen wollen. Es steht im Raum, dass eine Summe von 1 bis 1.5 Milliarden US Dollar bei einer stabilen Bewertung von etwa 70 Milliarden US Dollar in Uber investiert werden soll. Mit bis zu 10 Milliarden US Dollar sollen die Anteile von Altinvestoren und Mitarbeitern übernommen werden.

Stabile Bewertung trotz Skandale

Die kommende Runde ist aus mehreren Gesichtspunkten bemerkenswert. Die voraussichtliche Höhe der Runde ist gigantisch und auch die Bewertung. Viele Beobachter sind davon ausgegangen, dass sich die Skandale der letzten Monate negativ auf die Bewertung in Milliardenhöhe auswirken. Das scheint aber nicht der Fall zu sein.  Der Mega-Deal wird von der Klage zwischen Benchmark Capital und dem Gründer und ehemaligen CEO Travis Kalanick ausgebremst. Sobald der Disput aus der Welt geräumt ist, sollte dem Investment nichts mehr im Wege stehen.

SoftBank muss 100 Milliarden unterbringen

SoftBank zählt zur Zeit zu den aktivsten Investoren, wenn es um Investments in angesagt Tech-Unternehmen geht. Die Japaner haben dafür einen Fond in Höhe von 100 Milliarden Dollar aufgelegt. Unter anderem flossen hohe Summen in WeWork oder Slack. Didi Chuxing hat sich in den letzten Jahren auch zu einem starken Player entwickelt. Das chinesische Unternehmen hat das Geschäft von Uber in China aufgekauft und sich als strategischer Partner an unterschiedlichen Taxi- und Fahrdienst-Apps weltweit beteiligt. In Europa hat sich Didi an dem Unternehmen Taxify beteiligt. Es ist davon auszugehen, dass Taxify einen Gang höher schalten wird und zum ernstzunehmenden Konkurrenten für mytaxi werden wird.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Hailing: Google steht vor Investment in Lyft

Google befindet sich in Gesprächen mit der Fahrdienstplattform Lyft. Google soll beabsichtigen, bis zu eine Milliarde US Dollar in das Unternehmen zu investieren. Das ist bemerkenswert, da Google schon über den eigenen Venture Fund am dem Konkurrenten Uber beteiligt ist. Entweder würde Google direkt investieren, oder über eine seiner Tochtergesellschaften.

Bemerkenswerter Schritt von Google

Das Investment wäre bemerkenswert, da Google schon an dem Konkurrenten Uber beteiligt ist und zu einem der ersten Investoren von Uber zählt. Das Verhältnis zwischen Uber und Google hat sich in den letzten Jahren vergiftet, das zeigt sich auch an den jetzigen Plänen von Google, in den ärgsten Konkurrenten zu investieren. Die Alphabet Tochter Waymo hat Uber unter anderem verklagt, es geht um anscheinend gestohlene Dokumente rund um die Technologien für vollautomatisierte Autos.

Lyft ist Nummer 2 in den USA

Lyft hat bisher eine Summe von mehr als zwei Milliarden US Dollar eingesammelt. Zu den Investoren gehören unter anderem General Motors und Andreassen Horowitz. In der Vergangenheit hat Lyft häufig im Schatten von Uber agiert. Die Probleme in der letzen Zeit bei Uber haben dazu geführt, dass sich die Ride-Hailing Plattform Lyft im Aufwind befindet. Zuvor galt die Plattform schon als Übernahmekandidat.

Kooperation bei autonomen Autos

Die beiden Unternehmen Alphabet und Lyft bandeln schon seit einiger Zeit miteinander an. Im vergangenen Jahr soll es Gespräche über einen Verkauf an die Google Mutter Alphabet gegeben haben. Außerdem kooperieren beide Player beim dem Thema autonomes Fahren. Ein Investment in Milliardenhöhe würde dem Unternehmen dabei helfen, schneller zu wachsen, da mehr Geld für Werbung und andere Marketingmaßnahmen für Fahrer und Nutzer vorhanden wäre. Außerdem könnte das Unternehmen weiter selbständig agieren, ohne einen Käufer in den kommenden Monaten finden zu müssen.

Internationale Expansion könnte folgen

Bisher hat sich Lyft nur auf die USA fokussiert. Wie The Information berichtet, könnte aber in diesem Jahr noch eine internationale Expansion starten, über die es schon öfters Gerüchte gab. Die Fahrdienst-App könnte in den kommenden Monaten in Canada und Mexico starten. Auch Länder wie Großbritannien, Australien oder Neuseeland sollen auf der Liste stehen. In London würde Lyft auf Uber treffen und bald auch auf die Herausforderer Taxify und Via.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Krieg der Sterne: Uber bekommt in London Konkurrenz durch Via und Taxify

Bisher war Uber mehr oder weniger der einzige große on-demand Fahrdienst in London. Die traditionellen schwarzen Cabbies sind durch den Erfolg von Uber stark unter Druck geraten.  Die amerikanische Ridesharing Plattform bekommt jetzt Konkurrenz von zwei Anbietern. Die App Taxify wird in London starten und das von Mercedes-Benz Vans finanzierte Unternehmen Via ebenso.

[affilinet_performance_ad size=468×60]

Taxify startet mit Problemen

Die Taxi App Taxify aus Estland wurde als erstes aktiv. Bereits letzte Woche wurde der Service gestartet, musste wegen Lizenzproblemen nach drei Tagen pausiert werden. Es wird nicht lange dauern, bis Taxify wieder los legt. Seit ein paar Jahren ist der Fahrdienst in Osteuropa und in Afrika aktiv. Das Setup ist mit Uber vergleichbar und unterscheidet sich in wenigen Punkten. Unter anderem können die Fahrgäste auch mit Bargeld bezahlen und nicht nur über die registrierten Kreditkarten. Der Fahrpreis für die Nutzer soll geringer sein und auch die Fahrer müssen weniger an die Plattform abdrücken. Bei Uber zahlen die Fahrer bis zu 30% Vermittlungsgebühr, bei Taxify lediglich 15% des Fahrpreises. Das ist eine attraktive Alternative für die Fahrer, die sie in Betracht ziehen werden, wenn die Nachfrage da ist.

Mercedes Benz bring Via nach London

Via wird in London demnächst mit einem dynamischen Shuttle Dienst unterwegs sein, nachdem die Genehmigungen eingeholt sind. Ähnlich wie bei Uber Pool werden sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug teilen, sofern sie in die gleiche Richtung unterwegs sind. Via gibt an, dass der entwickelte Algorithmus effizienter arbeitet, als der der Konkurrenten Uber und Lyft. Das führt dazu, dass die Auslastung der Fahrzeuge höher ist und die Nutzer weniger warten müssen und ohne größere Umwege von A nach B kommen. Transportiert werden die Fahrgäste in Minivans aus dem Hause Mercedes-Benz.

Mehr Konkurrenz um Fahrer

Die neuen Konkurrenten werden gut für die Fahrgäste sein, da sie so mehr Auswahl haben. Die Anbieter werden sich mit Rabatten und Angeboten überbieten, um die Fahrgastzahlen wachsen zu lassen. Auf der anderen Seite wird der Wettbewerb um Fahrer höher – schon jetzt zahlt Uber teilweise hohe Summen, um die Fahrer auf die Straße zu bringen. Darauf werden sich sich die Neueinsteiger auch einstellen müssen. Uber hat eine starke Marktposition und auch schon viel in London investiert. Die beiden Neueinsteiger müssen aggressiv auftreten, um ausreichend Nutzer zu finden. Taxify hat zuletzt viel Geld von Didi Chuxing aus China erhalten. Didi hat Uber aus China verdrängt und gibt hoffentlich nicht nur Geld, sondern auch die Erfahrungen weiter.

Bild: Taxify (alle Rechte vorbehalten)