Category Archives: Fahrdienst

Lyft und Jaguar Land Rover arbeiten zusammen

Jaguar hat als nächster Automobilhersteller angekündigt, mit einer Ride Hailing Plattform kooperieren zu wollen. Jaguar Land Rover investiert über das Investment-Vehicle InMotion 25 Mio. US$ in den Fahrdienst Lyft und stellt Fahrzeuge für die luxuriöse Version des Ridesharing Dienstes zur Verfügung. Außerdem arbeiten beide Unternehmen gemeinsam an dem Thema vollautomatisiertes Fahren.

Trend geht auch bei Jaguar Land Rover in Richtung on-demand Mobility

Bisher sind schon mehrere Automobilhersteller Kooperationen mit Ride Hailing Plattformen eingegangen. Daimler arbeitet unter anderem mit Uber zusammen und betreibt mit myTaxi eine eigene Taxi App. Auch General Motors arbeitet schon mit Lyft zusammen und hat eine große Summe in die Plattform investiert.  Die Automobilindustrie wurde davon überzeugt, dass privater Autobesitz zuerst in den Städten zurück gehen wird und die Einwohner vermehrt auf on-demand Mitfarhdienste setzen werden. Gemeinsam mit den Startups wollen die Hersteller Technologien und Dienstleistungen entwickeln und somit auch neue Umsatzkanäle erschließen.

Premiumhersteller erhält Zugang zu Plattform mit vielen Nutzern

Jaguar Land Rover ist ein kleinerer Premiumhersteller und rangiert weit hinter BMW, Daimler oder Audi. Die Partnerschaft mit Lyft ist ein wichtiger Schritt für den Hersteller, der vor allem in Großbritannien beliebt ist. Dank der Kooperation erreicht Jaguar Land Rover eine große Nutzergruppe über die Lyft Plattform. Andere Hersteller gehen noch davon aus, dass sie eine eigene Plattform  mit großer Reichweite aufbauen können. Darin haben sie aber keine Erfahrung under werden das auch recht schnell merken. Die Limousinen und SUVs von Jaguar und Land Rover werden der Premium-Version von Lyft zum Einsatz kommen. Weitere Premium Mobilitätsangebote sollen entwickelt werden.

Vollautomatisierte Fahrzeuge und weiter Dienste auf der Road Map

Zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch die vollautomatisierten Fahrzeuge von Jaguar und Land Rover auf der Lyft Plattform getestet werden. Bis es soweit ist, werden noch ein paar Jahre vergehen. Beide Unternehmen betonen die strategische Ausrichtung der Partnerschaft. Gemeinsam lassen sich schneller innovative Mobility Lösungen für die Kunden beider Partner entwickeln.

Bild: InMotion (alle Rechte vorbehalten)

SoftBank will Ola zum Automobilhersteller für Elektroautos entwickeln

Seit ein paar Jahren betreibt Ola in Indien eine Fahrdienstplattform und zählt damit du den großen lokalen Konkurrenten von Uber. Schon recht früh hat sich der Japanische Konzern SoftBank an Ola beteiligt. Der Investor will die Ride Hailing Plattform zusätzlich zu einem Hersteller von Elektrofahrzeugen entwickeln. Dabei soll der Automobilhersteller Toyota helfen.

Ola fokussiert sich auch weiter auf den Fahrdienst

Ola wird seinen Ride Sharing Dienst weiter ausbauen und mit den Plänen rund um die Elektroautos einen weiteren Bereich hinzufügen. Softbank sieht darin eine große Chance, einen Hersteller für Elektroautos in Indien zu platzieren. Schon jetzt ist Indien der viertgrößte Automarkt weltweit, wenn man die Zahl der verkauften Autos betrachtet. Innerhalb der nächsten 15 Jahre soll der gesamte Automobilverkehr elektrifiziert werden. So soll die Umweltbelastung reduziert werden, außerdem lassen sich durch Elektroautos auch die Mobilitätskosten senken.

Ola will größter Hersteller für E-Autos in Indien werden

Schon Ende des letzten Jahres haben Softbank und Ola angekündigt, dass in den nächsten fünf Jahren eine Millionen Elektrofahrzeuge auf die Straße gebracht werden sollen. Dabei will Ola mit unterschiedlichen Herstellern und der Regierung zusammenarbeiten. Damals stand noch nicht im Raum, dass Ola eigene Elektroautos produzieren möchte. Die Pläne sind auf jeden Fall ambitioniert, langfristig will Ola der größte Hersteller von Elektrofahrzeugen in Indien werden.

Megatrends Shared Mobility und Elektrifizierung

Damit würde der Ride Hailing Dienst zwei Megatrends verfolgen. Ein Megatrend ist, dass vor allem immer weniger junge Menschen darauf Wert legen, ein eigenes Fahrzeug zu besitzen. Stattdessen setzten sie auf Shared Services, die sie schnell und günstig von A nach B bringen. In Indien kommt hinzu, dass sich viele Menschen kein eigenes Auto leisten können und so auf andere Angebote angewiesen sind, um sich fortzubewegen. Der zweite Megatrend ist die Elektrifizierung der Automobilindustrie. Um die Umweltbelastung zu reduzieren, werden sich Elektroautos in den kommenden Jahren schneller verbreiten, als bisher. Länder wie China und Indien werden dabei eine wichtige Rolle spielen. Dank der registrierten Fahrern würde Ola von Anfang an über ein großes Netzwerk an potentiellen Kunden verfügen.

Sofbank als treibende Kraft

Softbank scheint eine treibende Kraft hinter dem Vorhaben zu sein. Die Japaner haben die beiden großen Finanzierungsrunden von Ola angeführt und haben dadurch ein großes Interesse daran, dass sich das Unternehmen positiv entwickelt. Neben Ola gehören auch noch die Ride Hailing Anbieter Lyft oder Grab zum Portfolio von Softbank.

Bild: Ola Cab (alle Rechte vorbehalten)

Tim Cook bestätigt: Apple fokussiert sich auf Systeme für autonome Fahrzeuge

In den letzten Jahren gab es viele Gerüchte um die Aktivitäten von Apple rund um autonome Fahrzeuge. Nun hat Apple CEO Tim Cook erstmal bestätigt, dass sich das Unternehmen mit vollautomatisierten Fahrzeugen befasst und den Fokus auf die Entwicklung von Systemen für autonome Fahrzeuge gelegt hat.

Apple ändert Ausrichtung im letzten Jahr

Apple hat im laufe der letzten Jahre die Ausrichtung des Projekts geändert. Am Anfang wurde ein Team aufgebaut, das ein komplettes autonomes Fahrzeug entwickeln soll. Im letzten Jahr fand dann eine Umstrukturierung des Projekts statt. Zu Beginn wurden mehr als 1000 Ingenieure und Experten eingestellt, um an dem Projekt Titan zu arbeiten.

Ride Hailing, autonomes Fahren und Elektromobilität als Megatrends

Die steigenden Kosten und die hohe Komplexität des Vorhabens haben Apple dazu bewegt, die Ausrichtung zu ändern. Der Fokus liegt jetzt auf der Entwicklung von Technologien und Systemen, die für vollautomatisierte Fahrzeuge benötigt werden. In dem Bloomberg Interview bestätigt, dass diese Kerntechnologie für Apple sehr wichtig ist. Außerdem ist es eines der schwierigsten Projekte rund um künstliche Intelligenz, an dem man arbeiten kann. Cook sieht eine kommende Disruption im Automobilbereich. Autonomes Fahren, Elektromobilität und Ride Sharing werden die Mobilitätslandschaft grundlegend verändern. Im letzten Jahr hat sich Apple mit einer Milliarde US$ an Didi Chuxing beteiligt, dem größten Ride Hailing Netzwerk in China.

Tim Cook: Apple meint es ernst

Es ist das erste mal, dass sich offiziell zu dem Vorhaben äußert. Das kann als Zeichen gewertet werden, dass Apple sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt und Vollgas geben wird.   In den letzten Monaten haben verschiedene Anzeichen schon verdeutlicht, dass Apple an einem autonomen Auto arbeitet. Unter anderem wurde dem Konzern eine Testlizenz für vollautomatisierte Autos in Kalifornien erteilt. Laut Insidern wurden die Autos schon seit fast einem Jahr auf öffentlichen Straßen getestet.

Technologieunternehmen positionieren sich als Zulieferer

Im Angesicht der autonomen Zukunft der Automobilindustrie, haben sich immer mehr Technologieunternehmen dazu entschieden, sich als Zulieferer zu positionieren. Die Google Tochter Waymo zum Beispiel hat bereits Partnerschaften mit mehreren Fahrzeugherstellern vereinbart. Fiat Chrysler testet bereits mehrere umgerüstete Fahrzeuge mit Waymo Technologie. Volvo hat sich mit Uber zusammengetan, um die Technologien für die vollautomatisierten Auto weiter zu entwickeln. Lexus Fahrzeuge mit entsprechenden Aufbauten sind zur gleichen Zeit im Netz aufgetaucht.

Bild: Mike Deerkoski (bestimmte Rechte vorbehalten)

Ford könnte Ridesharing Dienst starten

Ford könnte auch schon ohne vollautomatisierte Fahrzeuge einen Ridesharing Dienst wie Uber oder Lyft anbieten. Ein führender Manager des Autobauers hat dieser Möglichkeit keine Absage erteilt, als er von dem Magazin Business Insider gefragt wurde, ob das Unternehmen einen Fahrdienst planen würde.

Verschiedene Pilotprojekte bei Ford

Der amerikanische Konzern testet im Moment verschiedensten Mobility Dienstleistungen und rechnet die Geschäftsmodelle zu den Modellen durch. Wenn die Tests erfolgreich sind und es wirtschaftlich Sinn macht, könnte Ford einen entsprechenden Service starten.

Stärkerer Fokus auf Mobility Services erwartet

Diese Aussage von Nair kam vor dem CEO Wechsel bei Ford in der vergangenen Woche. Der neue CEO Jim Hackett muss den Konzern jetzt neu ausrichten und zu einem starken Player bei den Mobilitätsdiensten formen. Hackett war zuvor Leiter der Smart Mobility Bereiche bei dem Automobilhersteller. Auf Grund seines Backgrounds und der Mission, kann es sein, dass der Konzern aggressiver im Bereich der Mobility Services auftreten wird. Das könnte auch einen Ride hailing Dienst wie Lyft oder Uber.

Ford hat schon zuvor angedeutet, dass es im Bereich der Fahrdienste aktiv werden könnte. Meistens in Verbindung mit den autonomen Fahrzeugen, die bis 2021 serienreif sein sollen. Ein Anwendungsbereich für die vollautomatisierten Fahrzeuge soll laut Ford ein on-demand Ridehailing Dienst sein.

Autonomer Ride Sharing Dienst von Ford wahrscheinlich

Auch wenn Manager Nair die Option nicht ausgeschlossen hat, einen Fahrdienst mit menschlichen Fahrern zu starten, ist es wahrscheinlicher, dass der Konzern wartet, bis die selbstfahrenden Fahrzeuge serienreif sind. Die hohen Fahrerkosten stellen im Moment das ganze System in Frage. Die Unit Economics ohne Fahrer und mit autonomen Autos machen viel mehr Sinn.

Automobilhersteller müssen Vor- und Nachteile abwägen

Der Automobilkonzern schließt auch nicht aus, auf Partnerschaften zu setzen. Anstatt selber viel Geld zu investieren, um eine große Nutzerbasis aufzubauen, könnte auch eine Partnerschaft mit den bestehenden Plattformen, wie Uber, Didi oder Lyft sinnvoll sein. Ford könnte sich dann auch das Management und die Produktion der Fahrzeugflotte fokussieren.

Bild: Ford (alle Rechte vorbehalten)

Allygator Shuttle zieht es nach Bayern: Freyung Shuttle als Ergänzung zum ÖPNV

Bisher hat das Unternehmen door2door in Berlin unter dem Namen Allygator Shuttle einen on-demand Shuttle Dienst angeboten. Mit diesem operativen Show Case wurde jetzt die Bayerische Stadt Freyung überzeugt. Die Kreisstadt unterzeichnet mit dem Berliner Unternehmen door2door eine Vereinbarung zur bundesweit ersten On-Demand-ÖPNV Lösung im ländlichen Raum.

Kleine Shuttle als ÖPNV Lösung im ländlichen Raum

Mitte September soll es mit dem Angebot losgehen. Die Einwohner der Kreisstadt können per App den Shuttle Service flexibel buchen. Über die angepasste White-Label App werden Start und Ziel eingegeben. Die Nutzer erhalten vorab die Information, wie viel die Fahrt kostet, die maximale Fahrzeit und wie lange es braucht bis der Shuttle sie abholen kommt. Danach kann man in der App verfolgen, wie sich das Fahrzeug zum Abholort nähert. Der Algorithmus berechnet im Hintergrund die optimalen Routen und verbindet die Fahrgäste, die in der gleichen Richtung unterwegs sind. Bei etwa 7.300 Einwohnern dürften die Überschneidungen eher gering sein. Ein Fahrplan wird für den Dienst nicht benötigt, da die Fahrten nach Nachfrage stattfinden.

Komfortables Angebot in Freyung zu geringeren Kosten

Die Stadt Freyug will mit dem neuen Service den öffentlichen Nahverkehr verbessern. „Wie an vielen Orten im ländlichen Raum kann der ÖPNV in Freyung die Bedürfnisse der Bürger aktuell nicht optimal bedienen“, betont Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich. Bisher ist vor allem eine flächendeckende Abdeckung mit den herkömmlichen Bussen nicht möglich. „Gemeinsam mit door2door schaffen wir jetzt ein digitales Angebot, mit dem die Menschen ganz einfach und sehr komfortabel von A nach B gelangen. Wir sind davon überzeugt, dass wir dadurch die Qualität der Mobilität enorm verbessern und gleichzeitig die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr reduzieren können.“

Immer mehr Städte starten Überlegungen, einen eigenen on-demand Dienst aufzubauen oder mit bestehenden Anbietern zu kooperieren. Die BVG plant einen intelligenten Shuttle Dienst in Berlin. In den USA und Kanada kooperieren mehrere Städten mit Uber oder Lyft, um so das Mobilitätsangebot der Städte ohne große Investitionen zu verbessern.

door2door Plattform als Grundlage

Grundlage für den neuen Service ist die Mobilitätsplattform von door2door. Damit können Unternehmen und Kommunen eigenständig neue intelligente Mobilitätsangebobte aufbauen und betreiben. Die neuen Dienste lassen sich in die bestehende Verkehrsinfrastruktur integrieren und durch laufende Datenanalyse  können sie laufend optimiert werden. Langfristig sollen vollautomatisierte Fahrzeuge als Shuttles zum Einsatz kommen.

Bild: door2door (alle Rechte vorbehalten)

BVG plant einen Ride Sharing Dienst in Berlin

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen sich in neue Bereiche vorwagen und einen Ride Sharing Service aufbauen. Der Shuttle Service wäre interessant, um mehr Passagiere in die U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen zu bringen.

Intelligenter Shuttle Dienst bei der BVG geplant 

Vorgestellt werden soll das Projekt noch vor der Sommerpause in diesem Jahr. Eingeführt werden soll ein intelligenter Shuttle Dienst, bei dem sich mehrere Passagiere, die auf einer ähnlichen Route unterwegs sind, ein Fahrzeug teilen. Sitzplätze können einzeln über eine entsprechende Smartphone App gebucht werden, die Bezahlung erfolgt über die hinterlegten Bezahlmethoden.

Gespräche mit mehreren Anbietern

Um den Dienst zu realisieren, spricht die BVG mit mehreren Anbietern. Auch mit Uber wurde gesprochen, auf Grund der Vorgeschichte von Uber in Berlin wurden die Gespräche aber wieder eingestellt. Als Favorite bei der BVG soll im Moment Mercedes-Benz gehandelt werden. Das ist etwas verwunderlich, da zwar Mercedes-Benz die Fahrzeuge stellen könnte, aber nicht über die technischen Komponenten verfügt, um den Dienst umzusetzen. Die von der Mercedes-Benz Mutter Daimler betriebenen Services, wie MyTaxi oder Hailo sind für die Vermittlung von Einzelfahrten ausgelegt und nicht für das Pooling.

Rahmenbedingungen noch nicht definiert

Der Fahrpreis für den Shuttle Dienst steht noch nicht fest. Ebenso ist unklar, ob der Service in den bestehenden BVG Tickets integriert ist oder extra bezahlt werden muss. Die BVG plant den Einsatz von einem größeren Fahrzeugpool (mehrere Dutzend), um den Service Flächendeckend anbieten zu können. Offen ist auch, wie die Taxifahrer auf den Dienst reagieren werden, sie dürften einiges dagegen haben.

Mit einem ähnlichen Konzept sind in Berlin schon die Mobilitätsdienste Clever Shuttle und Allygator Shuttle unterwegs. Allygator Shuttle befördert Fahrgäste im Moment nur in den Abend- und Nachtstunden am Wochenende. Clever Shuttle hat auch einen Service unter der Woche, da aber auch nur am Abend. Um diesen Diesen einen nachhaltigen Durchbruch zu verschaffen, muss auch der gesetzliche Rahmen angepasst werden. Ein dynamischer Shuttle Service unter kommerziellen Gesichtspunkten ist bisher nicht möglich. Allygator erhebt einen minimalen Fahrpreis, der unterhalb der Betriebskostengrenze liegt. Clever Shuttle hat mittlerweile eine Sondergenehmigung in 5 Städten. Die Kosten für eine Fahrt mit CleverShuttle berechnen sich anhand einer gestaffelten Kilometerpauschale, die sich am lokalen Taxipreis orientiert (eine Fahrt mit CleverShuttle ist immer mindestens 40% günstiger als ein Taxi).

Studien zeigen Vorzüge von Shuttle Diensten auf

Mehrere Studien gehen davon aus, dass sich durch den Einsatz intelligenter Shuttle Dienste das Aufkommen an Einzelfahrten und somit das Fahrzeugaufkommen in den Städten drastisch reduzieren lassen. Deshalb steigt das Interesse der Städte, einen entsprechenden Service einzuführen, um die Lebensqualität in den Innenstädten zu erhöhen.

In einer ersten Version wurde berichtet, dass sich sowohl Allygator als auch Clever Shuttle unterhalb der Betriebskostengrenze bewegen müssen. Der Text wurde berichtigt.

Bild: Hannes Eisenach (bestimmte Rechte vorbehalten)

Ola will mehr Elektrofahrzeuge in Indien einsetzten

Der indische Ridesharing Anbieter Ola möchte im kommenden Jahr eine große Flotte an elektrischen Fahrzeugen ausrollen. Im Moment werden Tests gefahren, um das Geschäftsmodell dahinter zu validieren. Ola ist einer der großen Anbieter von Fahrdiensten in Indien.

Mehr als tausend Elektroautos während Pilotphase

Um das Geschäftsmodell für Ola und die Fahrer zu evaluieren, werden in verschiedenen indischen Städten mehrere Tausend Elektroautos getestet. Nach dem Test soll die Flotte weiter nach oben skaliert werden. Der Fahrdienst-Anbieter wird auch in die Ladeinfrastruktur investieren, ohne die das Setup nicht funktionieren würde. Wieviel investiert wird und ob das Programm vom Staat subventioniert wird, ist nicht bekannt.

Nachfrage auch in Indien gering

Bisher ist die Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen in Indien gering. Im vergangenen Jahr wurden nur 20.000 Elektroautos verkauft, im Vergleich zu 20 Mio. Fahrzeugen mit herkömmlichen Antrieb. Bis 2020 sollen 6 Mio. Elektrofahrzeuge in Indien verkauft werden. Bisher scheitert das an den hohen Kosten für Batterien und Fahrzeuge, nicht vorhandene Ladeinfrastruktur und an der geringen Reichweite der Autos. Indien will die Zahl der Elektroautos erhöhen, um die Luftverschmutzung zu reduzieren.

Ola wird von SoftBank unterstützt

Die Taxi App Ola wird bei dem Vorhaben von dem Investor SoftBank unterstützt. Im letzten Dezember haben hochrangige SoftBank angekündigt, dass Ola in den kommenden 5 Jahre bis zu eine Millionen Elektroautos auf die Plattform bringen möchte. Das Netzwerk von SoftBank soll dabei helfen, den operativen Part zu skalieren.

In den kommenden Wochen werden die ersten Elektrofahrzeuge in einem Pilotprogramm getestet. Dabei kommen nicht nur Autos zum Einsatz, sondern auch Rickshaws und Zweiräder. Die Fahrzeuge werden modifiziert, um eine höhere Reichweite zu erzielen. Ziel ist es, dass die Fahre ohne zu laden den Tag überstehen. Im Schnitt legt eine Taxi in Indien zwischen 150 und 200 Kilometer am Tag zurück. Ola wird auch Ladestationen aufbauen, so dass die Fahrzeuge überhaupt geladen werden können.

Langfristige Kooperation mit Energieunternehmen

Für langfristige Kooperationen spricht der Uber Konkurrent mit Energieunternehmen, um in Kooperation die Ladeinfrastruktur aufbauen. Auch mit Autoherstellern soll gesprochen werden, um Fahrzeuge auf die Straße zu bringen, die den Anforderungen der indischen Taxifahrer standhalten.

Bild: Wedstock 2011 (bestimmte Rechte vorbehalten)

Ride-Hailing Übernahme: Gett schluckt Juno

Die beiden Ride-Hailing Apps Gett und Juno schließen sich zusammen. Besser gesagt, Gett übernimmt den Mitbewerber für 200 Mio. US$. Über eine Übernahme wurde schon in den letzten Tagen spekuliert. Juno ist mit seinem Ride-Hailing Service bisher nur in New York aktiv. Gett ist insgesamt in 100 Städten aktiv. Unter anderem ebenfalls in New York aktiv, zusätzlich auch in Europa, Israel und Russland.

Juno wird komplett übernommen

Es wird so gut wie alles  von Juno übernommen. Die Nutzer, das Netzwerk an registrierten und lizensierten Fahrern und die Mitarbeiter werden übernommen. Das Gründerteam von Juno wird in New York bleiben und die operative Führung des Geschäfts beider Plattformen in den USA übernehmen. Mittelfristig will das Unternehmen in weitere Städte in den USA expandieren. Unklar ist, ob die Juno Marke weiterhin existieren wird, oder ob diese in Gett aufgehen wird.

Gett stärkt Position in New York

Durch die Übernahme stärkt das Unternehmen  seine Position in New York. Mit einem Schlag wird die Plattform zweit größter Anbieter für on demand Fahrdienste in der Stadt, vor Lyft und hinter Uber. New York gilt neben San Francisco als einer der erfolgreichsten Städte im Bezug auf Ride-Hailing.

Investment von Volkswagen

Gett hat im letzten Jahr für Aufmerksamkeit gesorgt, da der Volkswagen Konzern mit 300 Mio. US$ eingestiegen ist. Es ist wahrscheinlich, dass die Ridesharing Plattform nach der teuren Akquisition eine weitere Runde einsammeln wird, um genügend finanzielle Mittel für das weitere Wachstum zur Verfügung zu haben. Gut möglich, dass sich Volkswagen erneut beteiligen wird. Im letzten Quartal ist das Unternemen um 100% gemessen an Fahrten und Umsatz gewachsen.

Juno als Anti-Uber

Juno hat sich als Anti-Uber positioniert. Es wurden Fahrer mit hohen durchschnittlichen Bewertungen von Uber abgeworben. Den Fahrern wurde ein höherer Anteil der Fahrtumsätze ausbezahlt und teilweise waren die Fahrer auch an dem Unternehmen beteiligt. Die beteiligten Fahrer werden im Zuge der Übernahme ausbezahlt. Langfristig will auch Gett die Fahrer am Unternehmenserfolg beteiligen.

Bild: Gett (alle Rechte vorbehalten)

Wunder ist in Asien erfolgreich – mehr als eine Millionen Fahrten

Das Startup Wunder hat eine interessante Geschichte hinter sich. Ursprünglich ist das Unternehmen als Fahrdienst in Berlin und Hamburg gestartet, mittlerweile ist es als Carpooling Plattform in Asien erfolgreich. Seit dem Markteintritt in Asien im vergangenen Jahr, wurden mehr als eine Millionen Mitfahrten in sechs Städten organisiert.

Carpooling in Mega-Cities

Die Wunder-App beschäftigt oder akquiriert keine eigenen Fahrer, die sich dauerhaft für Aufträge bereit halten, sondern spricht Pendler an, die sich eine Auto teilen können. Es werden gezielt Pendler in den Millionenstädten in den Schwellenländern angesprochen, die auf dem Weg zur Arbeit einen freien Sitzplatz im Auto eines Nachbarn buchen können. Davon profitieren sowohl Autobesitzer, als auch Mitfahrer. Mitfahrer profitieren von einer sicheren und komfortablen Autofahrt zum Preis des öffentlichen Nahverkehrs. Autobesitzer sind durch Wunder in der Lage, die Unterhaltskosten ihres Fahrzeugs zu decken.

Entlastung des Verkehrs durch Wunder

Das Startup hat in Asien gezeigt, dass das System von Wunder und auch andere Shuttle Dienste den verstopfen Verkehr in den Mega-Cities spürbar entlasten kann, in dem sich mehrere Kollegen mittels effektiver Technologie ein Auto teilen. Langfristig soll das System deshalb auch auf andere Länder ausgeweitet werden. Ob und wann Wunder wieder in Deutschland startet, steht noch nicht fest.

Provision von Partnerunternehmen

Die Fahrpreise sind meistens so gering, dass Wunder kein nachhaltiges Geschäftsmodell durch Provisionen auf Fahrten aufbauen kann. Stattdessen arbeitet das Unternehmen mit Shopping Malls und anderen Points of interests zusammen. Für jeden Fahrgast, der noch zum Einkaufen und nicht gleich nach hause fährt, erhält das Unternehmen eine Provision. Des weiteren arbeitet Wunder mit Unternehmen zusammen, die ein innovatives Mobilitätsangebot für die Mitarbeiter aufbauen wollen. Zusätzlich beratet Wunder auf Grundlage der Erfahrungen in Asien schon jetzt alle großen deutschen Hersteller zu Mobilitätskonzepten der Zukunft.

Von Hamburg nach Asien

Das Unternehmen wurde 2013 in Hamburg gegründet und hat am Anfang einen Fahrdienst unter dem Namen WunderCar mit privaten Fahrern angeboten. Dieser Service wurde schnell von Uber mit UberPop gekontert und letztlich aber auch genau so schnell wieder eingestellt, da die Behörden gegen das Anbot rechtlich vorgegangen sind. In einer zweiten Phase wurde ein Fahrdienst in Osteuropa angeboten, der aber auch nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. Im Jahr 2016 ist das Unternehmen dann mit einem Carpooling Service nach Asien expandiert. Dieser Carpooling Service wird in Städten wie Manila, Cebu, Kuala Lumpur, New Delhi, Mumbai und Bangalore gut angenommen. Mit einem ähnlichen Modell versucht sich die Google Tochter Waze an der Westküste und demnächst in Südamerika.

Bild: Wunder (alle Rechte vorbehalten)

Fahrdienstplattformen Careem und Yidao Yongche kooperieren

Zwei kleiner Fahrdienstplattformen kooperieren, um länderübergreifend eine Präsenz aufzubauen. Careem aus Dubai hat eine Zusammenarbeit mit Yidao Yongche aus China vereinbart. Nutzer der einen App können die Fahrer der jeweils anderen App auf Reisen nutzen.

Careem und Yidao kooperieren

Die Careem und Yidao Nutzer müssen sich nicht die lokale Software aus dem App Store laden, sondern können über die schon aus dem Heimatland bekannte App einen Fahrer buchen. Möglich wird die Buchung in einem anderen Land mittels der Technologie von Splyt Technologies Ltd. aus London. Durch die Technologie von Spylt können dir Fahrer vermittelt werden und nach der Fahrt die Zahlungen abgewickelt werden.

Drittanbieter ermögliche Kooperation

Mittels der Plattform von Spylt werden nach Unternehmensangaben um die 3.5 Millionen Fahrzeuge in China, dem Mittlerem Osten, Südamerika, Frankreich, Polen, Belgien und Nigeria vernetzt. Im Laufe des Jahres sollen noch Russland und Japan hinzukommen.

Yidao Yongche gehört zu den kleineren Anbietern in China und gehört mehrheitlich dem Unternehmen LeEco. In letzter Zeit hat es Berichte gegeben, dass das Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten ist und die Fahrer nicht mehr bezahlen kann.

Internationale Kooperation nicht erfolgreich

Es ist nicht neu, dass sich Ridesharing-Plattformen aus unterschiedlichen Ländern zusammenschließen, um im Wettbewerb zu den großen Plattformen wie Uber oder Luft aufzuholen. Eine Ähnliche Kooperation besteht zwischen Lyft und der chinesischen Taxi-App Didi Chuxing.

Didi, Lyft, Ola und Grab wollten einst eine weltweite Allianz bilden, um ein Gegengewicht zu Uber darzustellen. Mittlerweile haben sie die Gegebenheiten geändert und die einzelnen Ride-Hailing Apps verfolgen eigene Ziele für eine Internationalisierung. Der Verkauf von Uber China an Didi und die damit einhergehenden Beteiligung von Didi an Uber dürfte die Gemeinschaft geschwächt haben.

Bild: Careem (alle Bilder vorbehalten)