Archiv der Kategorie: Fahrdienst

Warum General Motors Lyft komplett übernehmen wollte

Der amerikanische Autokonzern General Motors ist bereits an Plattform für Fahrdienste Lyft beteiligt. Anfang des Jahres hat GM 500 Mio. US$ in das Unternehmen investiert, und hält seit dem um die 10%  Lyft Anteile. Jetzt wurde bekannt, dass GM den Fahrdienst komplett übernehmen wollte. Lyft hat das Übernahmeangebot aber abgelehnt.

Beliebtheit von Ridesharing Diensten steigt

Laut Insidern ist General Motors der Meinung, dass die Beliebtheit von Diensten wie Lyft und Uber weiter steigen wird. Reisende und Einwohner der Städte bevorzugen mehr und mehr App-basierte Mitfahrdienste. Taxi-Netzwerke holen zwar auf, was die Buchung per App betrifft, trotzdem lastet den Taxis ein negativeres Image an. Im Vergleich zu Taxis werden die Ridesharing-Dienste als smarter angesehen. Außerdem werden die Fahrer als freundlicher wahrgenommen und die Fahrzeuge befinden sich in einem besseren Zustand. Die Entwicklungen in den letzen Jahren haben auch gezeigt, dass es sich bei den Ridesharing-Diensten um ein Angebot handelt, was sich dauerhaft etabliert, sofern der legale Rahmen stimmt. Es ist kein Trend, der schnell wieder verschwindet. GM wollte mit einer Übernahme seinen Umsatz steigern und sich für die Zukunft absichern.

Plattform für selbstfahrende Autos

Der amerikanische Automobilkonzern entwickelt außerdem selbstfahrende Fahrzeuge. Diese können auf der einen Seite an Privatpersonen verkauft werden. Ein großes Potential besteht aber auch darin, diese Fahrzeuge auf Sharing-Plattdomen anzubieten. Mit selbstfahrenden Fahrzeugen verschmelzen die Angebote Carsharing und Ridesharing zu einer Plattform. Mit dem Kauf von Lyft hätte GM bereits eine große Nutzergruppe für einen Ridesharing-Service. Außerdem bietet Lyft eine Plattform für die Buchung, Abrechnung und das Routing der Fahrzeuge.

Schlechte Erfahrungen mit Partnerschaften

Ein weiterer Grund warum GM eine Übernahme angestrebt haben könnte, sind die schlechten Erfahrungen, die der Konzern in den letzten Jahren mit Partnerschaften gemacht hat. Die Partnerschaften mit Saab, Suzuki, Fiat und weiteren Unternehmen waren nicht von Erfolg gekrönt. Diese Vergangenheit können dazu geführt haben, dass GM eher daran interessiert ist, das Unternehmen zu besitzen und nicht nur zu kooperieren.

Auf Grund der kulturellen Unterschiede ist die Zusammenarbeit zwischen Konzernen und aufstrebenden Startups schwierig. Startups fühlen sich durch diese Partnerschaften häufig in ihren Möglichkeiten und im schnellen Handeln eingeschränkt. Konzerne fühlen sich als überlegen und wollen die Richtung vorgeben.

General Motors stellt Fahrzeuge

Seit der Beteiligung von General Motors an Lyft arbeiten die Unternehmen auf unterschiedlichen Ebenen zusammen. Neue Lyft Fahrer können über ein Programm schnell und unkompliziert ein GM Fahrzeug zu Sonderkonditionen mieten. Der Autokonzern bringt den Lyft-Nutzern und Fahrern außerdem Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, wie den Chevrolet Volt und zukünftig auch den Bolt EV näher.

Bild: General Motors (alle Rechte vorbehalten)

Grab will weitere Finanzierung einsammeln

Der Fahrdienst Grab, der in Südost-Asien aktiv ist, will demnächst eine weitere Finanzierungsrunde abschließen. Die Bewertung soll bei 2.3 Milliarden US$ liegen. Im letzten August lag die Bewertung bei 1.5 Milliarden US$, damals hatte Grab 350 Mio. US$ eingesammelt. Grab zählt zu den stärksten Wettbewerbern von Uber in Südost-Asien.

Laut einem Bericht von Bloomberg soll die Runde von den bestehenden Investoren Didi Chuxing und SoftBank angeführt werden. In einem ersten Closing sind 600 Mio. US$ im Gespräch, die Summe könnte auf eine Milliarde ansteigen. Grab ist mit Investoren bereits seit mehreren Monaten im Gespräch. Das könnte ein Anzeichen dafür sein, dass es für on-demand Fahrdienste schwieriger wird, hohe Finanzierungen einzusammeln.

Hohes Wachstum von Grab prognostiziert

Über die Kennzahlen von Grab ist wenig bekannt. Im letzten Jahr wurden wenige Zahlen aus einem Dokument kommuniziert, das an Investoren gerichtet war. Für das dritte Quartal 2015 war ein Verlust von 111 Mio. US$ eingeplant, das sind mehr als 35 Mio. US$ im Monat. Zum selben Zeitpunkt hatte das Fahrdienstunternehmen 606 Mio. US$ auf dem Konto. Für das Jahr 2015 wurde eine Innenumsatz von 35 Mio. US$ vorhergesagt, für das laufende Jahr sind 193 Mio. US$ geplant und 2017 soll der Innenumsatz bei 526 Mio. US$ liegen. Das entspricht 400.000 Fahrern pro Tag im Dezember diesen Jahres und 3.5 Millionen Fahrten pro Tag Ende 2017. Von 2015 auf 2016 entspricht das einem Wachstum von mehr als 600%, von 2016 auf 2017 soll das Wachstum bei mehr als 300% liegen.

Vernetzung der Fahrdienste

Die Landschaft der Fahrdienstanbieter vernetzt sich immer mehr. Erst in der vergangenen Woche hat Didi Chuxing das Geschäft von Uber China übernommen. Uber Technologies hält an dem neuen Unternehmen einen Anteil von 20%. Im Gegenzug hat sich Didi mit einer Milliarde an Uber Technologies beteiligt, also an dem Uber Angebot außerhalb Chinas. Didi ist ebenfalls Investor in Lyft, Grab und Ola Taxi aus Indien. Die Kooperation von Didi, Ola, Lyft und Grab wurde vor dem Didi Deal mit Uber als Anti-Uber-Allianz bezeichnet.

Bleibt abzuwarten, wie sich die Kooperation der Uber-Gegner und Didi weiter entwickelt und welchen Einfluss der Deal zwischen Uber und Didi auf die Finanzierungsrunden der Wettbewerber hat. Lyft will die Beteiligung von Didi in den nächsten Wochen unter die Lupe nehmen, Grab hat sich bisher positiv über den Zusammenschluss geäußert. Uber könnte sich auf Südost-Asien konzentrieren, nachdem es seine Baustellen in China losgeworden ist. Für Grab könnte das einen teureren Kampf um Fahrer und Fahrgäste bedeuten. Mit Go-Jek entsteht auch auch ein lokaler Wettbewerber, der sich schnell entwickelt.

Daimler stockt bei Blacklane auf

Aus Branchenkreisen ist zu hören, dass Blacklane schon seit längere Zeit versucht hat, eine Finanzierung einzusammeln. Dieses Vorhaben ist jetzt mit einem Millioneninvestment unter der Führung von Daimler geglückt. Daimler stockt damit seinen Anteil an Blacklane auf, die weitern Altinvestoren RI Digital Ventures, b-to-v und Alstin gehen die Runde auch mit. Mit der Finanzierung soll vor allem das Geschäft in Asien und im Mittleren Osten vorangetrieben werden.

In der Series C Finanzierung sollen insgesamt etwa. 24 Mio. Euro in das Unternehmen fließen. Von Daimler sollen 15 Mio. Euro Finanzierung kommen. Im Jahr 2014 hatte Blacklane die letzte kommunizierte Finanzierungsrunde. Damals ist die Japanische Recruit Holding mit einem Millionenbetrag bei einer Bewertung von 140 Mio. Euro eingestiegen. Seitdem scheint sich die Bewertung nicht wesentlich erhöht zu haben. Es ist eher davon auszugehen, dass die Bewertung reduziert wurde, es ist die Rede von mehr als 100 Mio. Euro.

Das Unternehmen wurde im Jahr 2011 gegründet und bietet einen Limousinen Service mit professionellen Chauffeuren. Die Dienste von Blacklane müssen mit einer Vorlaufzeit über die App oder die Webseite gebucht werden. Es werden vor allem Geschäftsreisende angesprochen, die eine Fahrt zum Airport oder zu einem Geschäftstermin buchen. Blacklane beschäftigt keine eigenen Fahrer, sondern tritt als Vermittler an lokale Fahrdienstleister auf. Das Unternehmen arbeitet mit Reiseplattformen, wie Expedia und Booking.com zusammen. Über Amadeus soll der Service in den Buchungsprozess von Reisebüros und auf Webseiten von Fluggesellschaften integriert werden.

Der Service ist zur Zeit in mehr als 200 Städten in 50 Ländern aktiv. Für Blacklane arbeiten 200 Mitarbeiter.

Für Daimler ist das Investment in Blacklane ein teil der Strategie, um den Konzern fit für innovative Mobilitätsdienstleistugen zu machen. In der vergangenen Woche hat der Konzern angekündigt, dass bisher 500 Millionen Euro in den Aufbau von Mobilittsplattformen besteckt wurden. Erst in der vergangenen Woche wurde die Fusion von MyTaxi und Hailo verkündet. Neben Daimler interessieren sich auch andere Automobilkonzerne für die neuen Fahrdienste. Volkswagen hat 300 Mio. US$ in Gett investiert, GM ist mit 500 Mio. US$ bei Lyft eingestiegen.

Bild: Blacklane (alle Recht vorbehalten)

Didi Chuxing und Uber: Der Krieg in China ist beendet

Heute geht es Schlag auf Schlag. Blacklane verkündet, dass weiter Millionen von Daimler eingesammelt wurden (Bericht folgt), der Shuttle-Service Allygator Shuttle wird ab Freitag durch Berlin fahren und Uber verkauft sein China Geschäft an Didi Chuxing. In den vergangenen Wochen war schon mehrmals über eine Fusion berichtet worden.

Teurer Preiskampf endet

Mit dem Verkauf von Uber China and Didi Chuxing endet ein teurer Preiskampf im bevölkerungsreichsten Land der Erde. Außerdem bietet der Verkauf die Chance, dass sich Uber auf andere Märte fokussieren und ein möglichen Börsengang vorbereiten kann. Der Wettbewerb in China hat jährlich mehr als eine Milliarde US$ an Verlust generiert.

Ich kann mich noch daran Erinnern, wie Uber China im Jahr 2013 gestartet wurde. In Shanghai waren die Fahrzeuge nur im Französischen Viertel unterwegs. Auf Werbung wurde verzichtet, da Uber Angst hatte, dass der Fahrservice sofort verboten wird, wenn zu viel Aufmerksamkeit bei den Behörden erzeugt wird.

Didi wird Uber Investor

Didi Übernimmt das China Geschäft von Uber und investiert gleichzeitig eine Milliarde US$ in das globale Geschäft von Uber. Uber Technologies und die anderen Anteilseigner von Uber China halte nach dem Zusammenschluss 20% an dem fusionierten Unternehmen. Uber Chef Travis Kalanick wir dem Aufsichtsrat von Didi beitreten und Didi Gründer Cheng Wei dem von Uber. Didi übernimmt die Marke von Uber, das operative Geschäft inklusive Angestellte und die Daten.

Uber ist profitabel in den USA und Kanada. In den meisten anderen Märkten verliert Uber weiterhin Geld, da diese Märkte noch aufgebaut werden müssen. Die großen Verluste in China sind auch ein Grund dafür dass Uber bisher keinen Börsengang gewagt hat. Laut dem Universitätsprofessor Arun Sundararajan waren die hohen Verluste in China eine existenzbedrohende Gefahr für das gesamte operative Geschäft für Uber. Kurzfristig scheint der Verkauf als Niederlage, langfristig wird es das Unternehmen aber stärken, da es sich auf die anderen Märkte konzentrieren kann.

Partnerschaft mit lokalen Uber Kontrahenten

Didi wird nach dem Deal mit 35 Milliarden US$ bewertet. Der 20% Anteil von Uber und den anderen Uber China Investoren wird somit mit 7 Milliarden US$ bewertet. Bei eine der letzten Finanzierungsrunden wurde das China Geschäft mit 8 Milliarden US$ bewertet. Uber Technologies wurde zuvor mit 68 Milliarden US$ bewertet. Didi hat sich in den letzten Jahren an Lyft, Ola und Grab Taxi beteiligt, um einen Fuß in den Markt anderer Länder und Regionen zu bekommen. Bleibt abzuwarten, wie sich diese Partnerschaften nach dem Investment in Uber entwickeln. Didi hat angekündigt, weiterhin mit den lokalen Partner zusammen zuarbeiten. Uber wird nach dem Zusammenschluss die Möglichkeit bekommen, weitere Details über die lokalen Wettbewerber in Erfahrung zu bringen.

Didi Chuxing ist aus der Fusion von Didi und Kuaidi hervorgegangen. Erst in diesem Jahr hat sich Apple mit einer Milliarde an Didi Chuxing bei einer Bewertung von 28 Milliarden US$  beteiligt. Dem Unternehmen spielt auch in die Karten, dass die Chinesische Regierung ein neues Gesetz erlassen hat, das Fahrdienste erlaubt. Didi muss es jetzt schaffen, das Geschäft mit den Mitfahrgelegenheiten in die Gewinnzone zu bringen. Bisher wurden nur Verluste generiert, aber nur ein profitables Geschäft wird nachhaltig sein.

Bild: iphonedigital / Flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

Hailo und mytaxi schließen sich zusammen

Die beiden Taxi-Apps Hailo und mytaxi schließen sich zusammen. Zusammen werden laut eigenen Angaben mehr als 3 Millionen Nutzer erreicht und in den mehr als 50 Städten in neun EU Ländern sind mehr als 100.000 Taxi-Fahrer registriert. Durch den Zusammenschluss entsteht Europas größte Taxi-Plattform mit 70 Millionen Fahrgästen. Nicht klar ist, welche Annahmen hintern der Anzahl an Fahrgästen steht um mit 3 Millionen Nutzer auf 70 Millionen Fahrgäste zu kommen.

Marke Hailo verschwindet

Der Deal muss noch durch die Kartellbehörden genehmigt werden. Erstmal wird die Marke Hailo weiterbestehen, im Jahr 2017 soll der Markenname dann verschwinden. Bis Mitte 2017 soll auch die Integration der beiden Technologieplattformen abgeschlossen sein. Unternehmenssitz ist nach dem Zusammenschluss in Hamburg, wahrscheinlich auch, weil die Kosten und Gehälter in Hamburg günstiger sind, als in London. Neuer CEO des Unternehmens wird  Andrew Pinnington, der besser CEO von Hailo war. Niclaus Mewes, Gründer und bisheriger CEO von mytaxi zieht in den Beirat ein und wird Geschäftsführer der Daimler Mobility Services GmbH. Die Daimler Mobility Service GmbH ist unter anderem für das Carsharing Angebot Car2go und für die Plattform für multimodale Mobilität verantwortlich.

Daimler übernimmt ohne Cash in die Hand zu nehmen

Hailo wurde 2011 gegründet und hat bisher etwa 100 Mio. US$ an Finanzierung unter anderem von Richard Branson, Accel, Union Square Ventures oder Wellington Partners eingesammelt. Richard Branson hat sich auch an dem Fahrdienst SideCar beteiligt, das Unternehmen musste Anfang des Jahres die Segeln streichen. Dementsprechend scheint er nicht sehr erfolgreich mit seinen Investments im Mobilitätsbereich zu sein.

Bei dem Zusammenschluss von Hailo und der Daimler Tochter mytaxi soll kein Geld fließen. Die Transaktion soll über einen Aktientausch abgewickelt werden. Danach soll Daimler 60% an der neuen Gesellschaft halten und die Hailo Investoren 40%. Die genaue Bewertung wurde nicht kommuniziert. Über einen Zusammenschluss beider Plattformen wurde schon 2013/2014 spekuliert. Jetzt war die Übernahme für Daimler anscheinend günstig. MyTaxi wurde von Daimler im Jahre 2014 übernommen.

Hailo hat auch versucht, in den USA durchzustarten. Auf Grund der starken Konkurrenz von Uber und Lyft hat das Unternehmen das Geschäft in New York aufgegeben, um sich auf Europa zu konzentrieren. Geld verdient das Unternehmen bisher noch nicht, im Jahr 2014 ist ein Verslust ca. 25 Mio. Euro angefallen.

Immer mehr etablierte Unternehmen und Automobilkonzerne interessieren sich für App-basierte Fahrdienstvermittler. Sie investieren, um den Trend nicht zu verpassen und um Zugang zu den Technologieplattformen zu gelangen. Volkswagen investierte vor kurzem 300 Mio. US$ in Gett, GM hat sich mit 500 Mio. US$ an Lyft beteiligt.

Bild: Jon Russell (bestimmte Rechte vorbehalten)

UberX Berlin: Ein Erfahrungsbericht

Das amerikanische Unternehmen Uber hat vor ein paar Wochen den Fahrservice UberX in Berlin gestartet. In den letzten Wochen war es sehr schwer ein UberX Fahrzeug zu erwischen, nach etlichen Versuchen hat es am vergangenen Mittwoch geklappt. In einem kurzen Beitrag möchte ich meine Erfahrung schildern.


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Die bisherige Geschichte von Uber

Uber hat in den letzten Jahren mehrere Rückschläge in Deutschland einstecken müssen. Zuerst wurde im Jahr 2013 der Service UberBlack gestartet, der im Vergleich zu anderen Städten langsam gewachsen ist. Nachdem Wundercar mit einem Mitfahrservice mit privaten Fahrern gestartet ist, ist Uber mit einem vergleichbaren Angebot unter dem Namen UberPOP gestartet. Wir haben damals als erstes darüber berichtet. Im Zuge einer deutschlandweiten Klage konnten UberPOP nicht mehr zu ursprünglichen Konditionen angeboten werden.

Nach kurzer Zeit wurde der UberPOP Service wieder eingestellt, da ein Fahrpreis von 35 ct. pro Kilometer nicht wirtschaftlich ist. In Berlin musste der UberBlack Service ebenfalls eingestellt werden, da ein Gericht festgestellt hat, dass der Service gegen die Rückkehrpflicht verstoßen hat. Um weiterhin in Berlin aktiv sein zu können, wurde der UberTaxi gestartet. Wie der Name schon sagt, sind bei UberTaxi normale Taxis unterwegs. Laut Uber wurde seit dem Verbot von UberBlack einiges unternommen, um mit UberX nicht gegen das Personenbeförderungsgesetz zu verstoßen.

Subunternehmer

Um UberX anbieten zu können, hat sich Uber mit dem Unternehmen MyChauffeur zusammengetan. MyChauffeur ist ein bekannter Player im Berliner Taximarkt. Der Eigentümer von MyChauffeur betreibt unter anderen Namen eine Taxi-Schule, einen eigenen Taxi-Betriebt und mehr. Uber vermittelt alle Fahrten an MyChauffeur, um somit als reiner Vermittler auftreten zu können. MyChauffeur ist dafür verantwortlich, dass die Aufträge Gesetzes-konform ausgeführt werden.

Sub-Subunternehmer

Mein UberX-Fahrer war nicht direkt bei MyChauffeur angestellt sondern ein selbstständiger Unternehmer. Er erhält von MyChauffeur die Aufträge und führt sie durch. Laut seiner Aussage hat er mit Uber direkt keinen Kontakt. Geld verdienen kann man mit UberX laut seiner Aussage nicht. Er Fährt am Ende des Tages für Uber, um seinen Umsatz, den er hauptsächlich mit MyDriver macht, aufzubessern. MyChauffeur hat anscheinend 150 neue E-Klassen angeschafft, setzt diese aber im Moment lieber bei Blacklane und MyDriver ein, da bei diesen Plattformen der Umsatz höher ist. Der Betriebssitz von MyChauffeur befindet sich in der Chausseestrasse, alle Fahrzeuge, die von dort starten, dürften dem Unternehmen direkt zugeordnet werden.

Ablauf der UberX Fahrtvergabe

Um die Vermittlung der Fahrten Gesetzes-konform abzubilden, erhält der Unternehmen eine Email an den Betriebssitz geschickt. Der Fahrauftrag muss laut Gesetz schriftlich im Betriebssitz eingehen. In der Email befindet sich ein Link, über den der Unternehmer die Fahrt annehmen muss. Erst dann ist die Fahrt in der App angenommen und dem Fahrgast wird angezeigt, dass der Fahrer die Fahrt angenommen hat und auf dem Weg ist.  Der Kunde bekommt das zu spüren, in dem es länger dauert, bis die Fahrt in der Kunden-App als angenommen erscheint.

In meinem Fall hat der Sohn des Fahrers im Büro gearbeitet, die Fahrt via Email angenommen und dem Fahrer per SMS die Daten übermittelt. Danach hat sich der Fahrer auf den Weg zu mir gemacht und mich abgeholt. Nachdem der Fahrer mich abgesetzt hatte, hat er sich aus der Fahrer-App abgemeldet, mit der Begründung dass er erst wieder zu seinem Betriebssitz fahren muss. Er meinte aber auch, dass ich ein paar Minuten warten müsse, dann könnte ich ihn wieder buchen.

Mir ist nicht ganz klar, wie vermieden werden soll, dass ein Fahrer im Auto auf den Bestätigungs-Link in der Email klickt um danach den Fahrgast zu transportieren. Das würde das Personenbeförderungsgesetz umgehen, das sagt, dass ein Auftrag schriftlich im Betriebssitz eingehen muss.

Fazit

MyChauffeur leitet Aufträge auch an Subunternehmen weiter. Für Uber könnte es in diesem Setup schwierig sein, die Qualität zu halten, da ein Durchgreifen über mehrere Ebenen schwierig ist. Für MyChauffeur und die angeschlossenen Unternehmer wird es bei den Preisen schwierig sein, ein profitables Geschäft aufzubauen, da immer wieder zum Betriebssitz gefahren werden muss. Die Verfügbarkeit muss besser und die Anfahrtswege müssen kürzer werden, um eine attraktive Alternative zum Taxi aufzubauen.

Der Fahrer war sehr freundlich und aufgeschlossen, das Fahrzeug eine saubere E-Klasse älteren Baujahres (W211). Wenn Uber meinen Account wieder freigibt und die Verfügbarkeit besser wird, werde ich UberX auf jeden Fall häufiger nutzen.

Bild: nakhon100 / flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

Uber in New York günstiger als Nahverkehr

In New York kann es diesen Sommer günstiger sein, mit UberPool statt mit dem Nahverkehr durch die Stadt zu fahren. Über die Deal-Seite Gilt City können Nutzer die UberPool “Commute Card” kaufen. UberPool ist ein Angebot von Uber, bei dem sich mehrerer Fahrgäste ein Fahrzeug teilen, sofern sie auf einer ähnlichen Route unterwegs sind.

Die Karte kann für beliebig viele Fahrten mit UberPool in den Stoßzeiten genutzt werden. Das Angebot ist gültig für Fahrten in den Monaten Juli und August. Das Gebiet begrenzt sich auf Manhattan unterhalb der 125th Street und kann nur in den Stoßzeiten (7:00 bis 10:00 Uhr und 17:00 – 20:00 Uhr) an den Werktagen Montag bis Freitag genutzt werden. Der Pass kostet zwischen 49 US$ (für zwei Wochen) und 159 US$ (für 8 Wochen)

Im Vergleich dazu, eine Wochenkarte für die U-Bahn kostet 31 US$, eine Monatskarte für 30 Tage kommt auf 116.50 US$. Wer also nur in den oben genannten Stunden unterwegs ist, zahlt also pro Fahrt mit UberPool weniger, als für eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Jemand, der zweimal täglich mit einem UberPool unterwegs ist und über den Pass für einen Monat verfügt, zahlt 1.98 US$ pro Fahrt. Bei Fahrten mit der U-Bahn auf einer Monatskarte würden sich die Kosten pro Fahrt auf 2.91 US$ belaufen.

Für Bewohner New Yorks, die unterhalb der 125th Street vorwiegend an den Werktagen unterwegs sind, lohnt sich das Angebote. Für Einwohner, die auch auch Wochenende unterwegs sind oder über die 125. Straße hinausmüssen, ist die Monatskarte für den Nahverkehr die günstigere Variante.

Uber wird mit dem Angebot wahrscheinlich kein Geld verdienen. Es sollen einerseits weitere Nutzer angelockt werden, außerdem soll so das Sommerloch überbrückt werden. In den letzten Jahren ging das Fahrtvolumen während der Sommermonate zurück. Uber muss den Fahrern genügend Fahrten ermöglichen, ansonsten ist das Risiko vorhanden, dass sie zu Konkurrenten Lyft oder dem Neueinsteiger Juno wechseln.

Bild: LWYang (bestimmte Rechte vorbehalten)

New York: Taxis noch mit doppelt so vielen Fahrten wie Uber

Die Taxi and Limousine Commission hat aktuelle Daten über die Zahl der Taxifahrten in New York veröffentlich. Im April diesen Jahres wurden 11.1 Millionen Taxifahrten in New York durchgeführt, das sind etwa 400.000 Fahrten am Tag. Im Vergleich zum April 2015 ist das Volumen an Taxifahrten um 9% zurück gegangen. Eine Analyse von Morgan Stanley hat ergeben, dass Uber im April diesen Jahres die Hälfte an Fahrten durchgeführt hat.

Uber holt auf

Uber befindet sich damit weiter auf Wachstumskurs. Das Ridesharing-Unternehmen kann ein Wachstum von 121% vorweisen. Im April diesen Jahres wurden 4.7 Millionen Fahrten durchgeführt, im April letzten Jahres belief sich das Volumen auf ca. 2.2 Millionen Fahrten pro Monat in New York City. Anscheinend sind bei Uber aber genau so viele Fahrer unterwegs, wie in den Taxi-Netzwerken. Das deutet darauf hin, dass die Taxi-Unternehmen viel effizienter als Uber arbeiten. New Yorker Taxifahrer führen pro Woche also doppelt so viele Fahrten durch, als Uber Fahrer. Laut Morgan Stanley kommen Uber Fahrer auf 44 Fahrten pro Woche, also sechs bis sieben pro Tag. Taxi Fahrer kommen auf 91 Fahrten pro Woche, oder 13 pro Tag .

Man muss auch hinzufügen, dass die meisten Taxifahrer auch erst die Mietkosten für das Taxi abbezahlen müssen, bevor sie Geld verdienen. Eine Taxilizenz in New York ist extrem teuer, deswegen sind auch die Mietkosten für ein Taxi hoch. Diese Kosten führen dazu, dass Taxifahrer einer höheren Arbeitsbelastung ausgesetzt sind.

Die Morgan Stanley Analyse zählt jeden UberPool Fahrgast als Einzelfahrt. Wenn sich z.B. zwei unbekannte Fahrgäste ein Fahrzeug teilen, zählt das als eine Fahrt. Das Taxinetzwerk in New York verfügt über kein Anbot, bei dem sich mehrere unbekannte Fahrgäste ein Fahrzeug teilen können. Ein Taxifahrer führt also tatsächlich im Schnitt 91 Fahrten pro Woche durch, während ein Uber-Fahrer im Schnitt auch auf weniger als 44 Fahrten pro Woche kommen kann.

Auch Lyft mit starkem Wachstum

Lyft, ein weiterer Fahrdienst, der in den USA den Taxifahrern das Leben schwer machen will, kam im April auf 750.000 Fahrten. Das entspricht einem Wachstum von 871% im Vergleich zum Vorjahr. Lyft Kommt damit auf 4 Prozent Marktanteil in New York City. Uber liegt bei einem Drittel.

Wenn es um die Auslastung geht, liegt die Shuttle-App Via vorne. Bei Via sind pro Woche im Schnitt 1023 Fahrer aktiv. Jeder dieser Fahrer führt pro Woche 108 Fahrten durch. Ein Via Fahrer kann bis zu 5 Fahrgäste einsammeln, jeder einzelne Fahrgast zählt als eine Tour.

Bild: Taxis von Juan Luis (bestimmte Rechte vorbehalten)

 

BMW arbeitet mit Intel und Mobileye am autonomen Fahrzeug

BMW will bis zum Jahr 2021 ein voll autonomes Fahrzeug in Serie produzieren. Um dieses Ziel in den kommenden fünf Jahren zu erreichen, schließt der Automobilkonzern aus München Partnerschaften mit Intel und Mobileye. Intel wird die benötigte Rechenpower liefern, von dem israelischen Unternehmen Mobileye kommen die Sensoren und Fahrerassistenzsysteme.

BMW arbeitet seit einiger Zeit an selbstfahrenden Autos und hat im Rahmen des hundertsten Firmenjubiläums mehrere Prototypen von selbstfahrenden Autos präsentiert. Zuerst wurde der BMW Next 100 präsentiert, gefolgt von einem Rolls Royce und einem Mini Next 100. Bei allen Prototypen standen die selbstfahrenden Eigenschaften prominent im Vordergrund.

Vollautonome Fahrzeuge 2021

BMW setzt den Fokus auf die Entwicklung von voll autonomen Fahrzeugen. Wahrscheinlich auch, weil das Unternehmen im Moment wenige Features für teilautonomes Fahren im Programm hat. Automobilkonzerne wie GM und Daimler sind da schon weiter. Der Elektroautobauer Tesla bietet ebenfalls einen Autopiloten an, der sich noch in der Beta-Phase befindet. Die Version 2.0 soll aber noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Auch Tesla arbeitet mit Mobileye zusammen.

Im Vergleich zu den bisher angebotenen Fahrzeugen mit teilweiser Automatisierung ist ein voll autonomes ein enormer Unterschied. Das Level der Komplexität und der Eigenschaften ist weitaus höher. Bei einem voll autonomen Fahrzeug wird kein Fahrer mehr benötigt. Das Auto wird über entsprechenden Plattformen gerufen, die Fahrgäste steigen ein und müssen sich um keine Fahrtätigkeiten kümmern. Zur Zeit sind immer wieder Namen wie Lyft, Gett und Uber als Plattformen für das Rufen von autonomen Fahrzeugen im Gespräch.

Rechtlicher Rahmen muss geschaffen werden

Bis zum Jahr 2021 muss auch der regulatorische Rahmen angepasst werden. Unterschiedliche Behörden arbeiten im Moment an der Erstellung von übergreifenden Regeln für den Betrieb von autonomen Fahrzeugen im Straßenverkehr. Die Autohersteller erhalten im Moment Test-Lizenzen, um die neu entwickelten Features für teilweise autonomes Fahren zu testen. Voraussetzung im Moment ist auch, dass ein Fahrer immer an Board ist, der im Notfall eingreifen kann. BMW möchte die selbstfahrenden Autos bereits im kommenden Jahr testen.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Allygator Shuttle vor Start in Berlin

Neben Ally nun auch Allygator Shuttle? Bisher ist die Door2Door GmbH durch die angebotene App Ally bekannt. Ally ist eine Nahverkehrs-App, die verschiedene Transportmöglichkeiten in einer App vereint. Es werden Zeiten und Preise von Carsharing, Bikesharing, öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxi und mehr verglichen.


Update, 1. August 2016: Heute wurde verkündet, dass Allygator am Freitag in Berlin startet. Am Anfang wird der Service am Wochenende verfügbar sein und nur 10 ct. pro Kilometer kosten. Damit benötigt das Unternehmen keine Konzession für die Fahrten. Gleichzeitig muss das Geschäft aber enorm bezuschusst werden.


Allygator Shuttle startet in Berlin

In Kürze soll ein weiterer Service gestartet werden. Unter dem Namen Allygator Shuttle soll wohl ein on-demand Shuttle-Service in Berlin an den Start gehen. Der Text auf der Facebook-Seite sagt, der neue Dienst ist so günstig wie ein Bus aber so flexibel wie ein Taxi. Weitere Details sind bisher nicht über das neue Angebot bekannt. Auf der Karriereseite sind zwei entsprechende Stellenanzeigen veröffentlicht. Es werden Teilzeitfahrer gesucht, die über einen Personenbeförderungsschein verfügen. Die Fahrzeuge für den Fahrdienst werden wohl von Door2Door gestellt. Für die Betreuung des Projects wird ein Operations Manager gesucht, der sich um Fahrzeuge und Fahrer kümmert und den Dienst weiter voranbringt. Wahrscheinlich ist, dass der Service zu den Peak-Zeiten angeboten werden soll. Die Daten wann die Shuttles fahren sollen und von wo nach wo, sollte das Unternehmen besitzen. Über die Ally-App werden die Daten über Verkehrsströme seit mehreren Jahren erhoben.

Clevershuttle mit ähnlichem Konzept

Einen ähnlichen Dienst bietet Clevershuttle bisher in München und Leipzig an, der Start in Berlin soll im August erfolgen. Clevershuttle setzt auf Elektroautos und Plug-in-Hybride. Kooperationspartner sind Audi und die Deutsche Bahn. In den USA bietet unter anderem Ford einen on-demand Shuttle Service mit Bussen.

Mit Waymate gestartet

Ursprünglich ist Door2Door mit dem Reiseportal Waymate gestartet. Nach ausbleibendem Erfolg wurde die Waymate Smartphone-App zu Ally. Nach und nach wurden Mobility-as-a-Service Produkte angeboten. Im Rahmen des Lufthansa Innovation Labs wurde die App Time2Gate getestet.  Geld verdient das Unternehmen bisher auf zwei Wegen. Auf der einen Seite werden Verkehrsdaten aggregiert und ausgewertet. Diese Daten werden dann an Städteverwaltungen und Regierungsorganisationen verkauft. Das White-Labeling der Ally-App ist ein weiterer Umsatzkanal. Auch Door2Door listet die Deutsche Bahn als Kooperationspartner. Zu den weiteren Partnern gehören Uber, Volkswagen und Here.

Bild: Door2Door GmbH (alle Rechte vorbehalten)