Archiv der Kategorie: Fahrdienst

UberX Berlin: Ein Erfahrungsbericht

Das amerikanische Unternehmen Uber hat vor ein paar Wochen den Fahrservice UberX in Berlin gestartet. In den letzten Wochen war es sehr schwer ein UberX Fahrzeug zu erwischen, nach etlichen Versuchen hat es am vergangenen Mittwoch geklappt. In einem kurzen Beitrag möchte ich meine Erfahrung schildern.


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Die bisherige Geschichte von Uber

Uber hat in den letzten Jahren mehrere Rückschläge in Deutschland einstecken müssen. Zuerst wurde im Jahr 2013 der Service UberBlack gestartet, der im Vergleich zu anderen Städten langsam gewachsen ist. Nachdem Wundercar mit einem Mitfahrservice mit privaten Fahrern gestartet ist, ist Uber mit einem vergleichbaren Angebot unter dem Namen UberPOP gestartet. Wir haben damals als erstes darüber berichtet. Im Zuge einer deutschlandweiten Klage konnten UberPOP nicht mehr zu ursprünglichen Konditionen angeboten werden.

Nach kurzer Zeit wurde der UberPOP Service wieder eingestellt, da ein Fahrpreis von 35 ct. pro Kilometer nicht wirtschaftlich ist. In Berlin musste der UberBlack Service ebenfalls eingestellt werden, da ein Gericht festgestellt hat, dass der Service gegen die Rückkehrpflicht verstoßen hat. Um weiterhin in Berlin aktiv sein zu können, wurde der UberTaxi gestartet. Wie der Name schon sagt, sind bei UberTaxi normale Taxis unterwegs. Laut Uber wurde seit dem Verbot von UberBlack einiges unternommen, um mit UberX nicht gegen das Personenbeförderungsgesetz zu verstoßen.

Subunternehmer

Um UberX anbieten zu können, hat sich Uber mit dem Unternehmen MyChauffeur zusammengetan. MyChauffeur ist ein bekannter Player im Berliner Taximarkt. Der Eigentümer von MyChauffeur betreibt unter anderen Namen eine Taxi-Schule, einen eigenen Taxi-Betriebt und mehr. Uber vermittelt alle Fahrten an MyChauffeur, um somit als reiner Vermittler auftreten zu können. MyChauffeur ist dafür verantwortlich, dass die Aufträge Gesetzes-konform ausgeführt werden.

Sub-Subunternehmer

Mein UberX-Fahrer war nicht direkt bei MyChauffeur angestellt sondern ein selbstständiger Unternehmer. Er erhält von MyChauffeur die Aufträge und führt sie durch. Laut seiner Aussage hat er mit Uber direkt keinen Kontakt. Geld verdienen kann man mit UberX laut seiner Aussage nicht. Er Fährt am Ende des Tages für Uber, um seinen Umsatz, den er hauptsächlich mit MyDriver macht, aufzubessern. MyChauffeur hat anscheinend 150 neue E-Klassen angeschafft, setzt diese aber im Moment lieber bei Blacklane und MyDriver ein, da bei diesen Plattformen der Umsatz höher ist. Der Betriebssitz von MyChauffeur befindet sich in der Chausseestrasse, alle Fahrzeuge, die von dort starten, dürften dem Unternehmen direkt zugeordnet werden.

Ablauf der UberX Fahrtvergabe

Um die Vermittlung der Fahrten Gesetzes-konform abzubilden, erhält der Unternehmen eine Email an den Betriebssitz geschickt. Der Fahrauftrag muss laut Gesetz schriftlich im Betriebssitz eingehen. In der Email befindet sich ein Link, über den der Unternehmer die Fahrt annehmen muss. Erst dann ist die Fahrt in der App angenommen und dem Fahrgast wird angezeigt, dass der Fahrer die Fahrt angenommen hat und auf dem Weg ist.  Der Kunde bekommt das zu spüren, in dem es länger dauert, bis die Fahrt in der Kunden-App als angenommen erscheint.

In meinem Fall hat der Sohn des Fahrers im Büro gearbeitet, die Fahrt via Email angenommen und dem Fahrer per SMS die Daten übermittelt. Danach hat sich der Fahrer auf den Weg zu mir gemacht und mich abgeholt. Nachdem der Fahrer mich abgesetzt hatte, hat er sich aus der Fahrer-App abgemeldet, mit der Begründung dass er erst wieder zu seinem Betriebssitz fahren muss. Er meinte aber auch, dass ich ein paar Minuten warten müsse, dann könnte ich ihn wieder buchen.

Mir ist nicht ganz klar, wie vermieden werden soll, dass ein Fahrer im Auto auf den Bestätigungs-Link in der Email klickt um danach den Fahrgast zu transportieren. Das würde das Personenbeförderungsgesetz umgehen, das sagt, dass ein Auftrag schriftlich im Betriebssitz eingehen muss.

Fazit

MyChauffeur leitet Aufträge auch an Subunternehmen weiter. Für Uber könnte es in diesem Setup schwierig sein, die Qualität zu halten, da ein Durchgreifen über mehrere Ebenen schwierig ist. Für MyChauffeur und die angeschlossenen Unternehmer wird es bei den Preisen schwierig sein, ein profitables Geschäft aufzubauen, da immer wieder zum Betriebssitz gefahren werden muss. Die Verfügbarkeit muss besser und die Anfahrtswege müssen kürzer werden, um eine attraktive Alternative zum Taxi aufzubauen.

Der Fahrer war sehr freundlich und aufgeschlossen, das Fahrzeug eine saubere E-Klasse älteren Baujahres (W211). Wenn Uber meinen Account wieder freigibt und die Verfügbarkeit besser wird, werde ich UberX auf jeden Fall häufiger nutzen.

Bild: nakhon100 / flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

Uber in New York günstiger als Nahverkehr

In New York kann es diesen Sommer günstiger sein, mit UberPool statt mit dem Nahverkehr durch die Stadt zu fahren. Über die Deal-Seite Gilt City können Nutzer die UberPool “Commute Card” kaufen. UberPool ist ein Angebot von Uber, bei dem sich mehrerer Fahrgäste ein Fahrzeug teilen, sofern sie auf einer ähnlichen Route unterwegs sind.

Die Karte kann für beliebig viele Fahrten mit UberPool in den Stoßzeiten genutzt werden. Das Angebot ist gültig für Fahrten in den Monaten Juli und August. Das Gebiet begrenzt sich auf Manhattan unterhalb der 125th Street und kann nur in den Stoßzeiten (7:00 bis 10:00 Uhr und 17:00 – 20:00 Uhr) an den Werktagen Montag bis Freitag genutzt werden. Der Pass kostet zwischen 49 US$ (für zwei Wochen) und 159 US$ (für 8 Wochen)

Im Vergleich dazu, eine Wochenkarte für die U-Bahn kostet 31 US$, eine Monatskarte für 30 Tage kommt auf 116.50 US$. Wer also nur in den oben genannten Stunden unterwegs ist, zahlt also pro Fahrt mit UberPool weniger, als für eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Jemand, der zweimal täglich mit einem UberPool unterwegs ist und über den Pass für einen Monat verfügt, zahlt 1.98 US$ pro Fahrt. Bei Fahrten mit der U-Bahn auf einer Monatskarte würden sich die Kosten pro Fahrt auf 2.91 US$ belaufen.

Für Bewohner New Yorks, die unterhalb der 125th Street vorwiegend an den Werktagen unterwegs sind, lohnt sich das Angebote. Für Einwohner, die auch auch Wochenende unterwegs sind oder über die 125. Straße hinausmüssen, ist die Monatskarte für den Nahverkehr die günstigere Variante.

Uber wird mit dem Angebot wahrscheinlich kein Geld verdienen. Es sollen einerseits weitere Nutzer angelockt werden, außerdem soll so das Sommerloch überbrückt werden. In den letzten Jahren ging das Fahrtvolumen während der Sommermonate zurück. Uber muss den Fahrern genügend Fahrten ermöglichen, ansonsten ist das Risiko vorhanden, dass sie zu Konkurrenten Lyft oder dem Neueinsteiger Juno wechseln.

Bild: LWYang (bestimmte Rechte vorbehalten)

New York: Taxis noch mit doppelt so vielen Fahrten wie Uber

Die Taxi and Limousine Commission hat aktuelle Daten über die Zahl der Taxifahrten in New York veröffentlich. Im April diesen Jahres wurden 11.1 Millionen Taxifahrten in New York durchgeführt, das sind etwa 400.000 Fahrten am Tag. Im Vergleich zum April 2015 ist das Volumen an Taxifahrten um 9% zurück gegangen. Eine Analyse von Morgan Stanley hat ergeben, dass Uber im April diesen Jahres die Hälfte an Fahrten durchgeführt hat.

Uber holt auf

Uber befindet sich damit weiter auf Wachstumskurs. Das Ridesharing-Unternehmen kann ein Wachstum von 121% vorweisen. Im April diesen Jahres wurden 4.7 Millionen Fahrten durchgeführt, im April letzten Jahres belief sich das Volumen auf ca. 2.2 Millionen Fahrten pro Monat in New York City. Anscheinend sind bei Uber aber genau so viele Fahrer unterwegs, wie in den Taxi-Netzwerken. Das deutet darauf hin, dass die Taxi-Unternehmen viel effizienter als Uber arbeiten. New Yorker Taxifahrer führen pro Woche also doppelt so viele Fahrten durch, als Uber Fahrer. Laut Morgan Stanley kommen Uber Fahrer auf 44 Fahrten pro Woche, also sechs bis sieben pro Tag. Taxi Fahrer kommen auf 91 Fahrten pro Woche, oder 13 pro Tag .

Man muss auch hinzufügen, dass die meisten Taxifahrer auch erst die Mietkosten für das Taxi abbezahlen müssen, bevor sie Geld verdienen. Eine Taxilizenz in New York ist extrem teuer, deswegen sind auch die Mietkosten für ein Taxi hoch. Diese Kosten führen dazu, dass Taxifahrer einer höheren Arbeitsbelastung ausgesetzt sind.

Die Morgan Stanley Analyse zählt jeden UberPool Fahrgast als Einzelfahrt. Wenn sich z.B. zwei unbekannte Fahrgäste ein Fahrzeug teilen, zählt das als eine Fahrt. Das Taxinetzwerk in New York verfügt über kein Anbot, bei dem sich mehrere unbekannte Fahrgäste ein Fahrzeug teilen können. Ein Taxifahrer führt also tatsächlich im Schnitt 91 Fahrten pro Woche durch, während ein Uber-Fahrer im Schnitt auch auf weniger als 44 Fahrten pro Woche kommen kann.

Auch Lyft mit starkem Wachstum

Lyft, ein weiterer Fahrdienst, der in den USA den Taxifahrern das Leben schwer machen will, kam im April auf 750.000 Fahrten. Das entspricht einem Wachstum von 871% im Vergleich zum Vorjahr. Lyft Kommt damit auf 4 Prozent Marktanteil in New York City. Uber liegt bei einem Drittel.

Wenn es um die Auslastung geht, liegt die Shuttle-App Via vorne. Bei Via sind pro Woche im Schnitt 1023 Fahrer aktiv. Jeder dieser Fahrer führt pro Woche 108 Fahrten durch. Ein Via Fahrer kann bis zu 5 Fahrgäste einsammeln, jeder einzelne Fahrgast zählt als eine Tour.

Bild: Taxis von Juan Luis (bestimmte Rechte vorbehalten)

 

BMW arbeitet mit Intel und Mobileye am autonomen Fahrzeug

BMW will bis zum Jahr 2021 ein voll autonomes Fahrzeug in Serie produzieren. Um dieses Ziel in den kommenden fünf Jahren zu erreichen, schließt der Automobilkonzern aus München Partnerschaften mit Intel und Mobileye. Intel wird die benötigte Rechenpower liefern, von dem israelischen Unternehmen Mobileye kommen die Sensoren und Fahrerassistenzsysteme.

BMW arbeitet seit einiger Zeit an selbstfahrenden Autos und hat im Rahmen des hundertsten Firmenjubiläums mehrere Prototypen von selbstfahrenden Autos präsentiert. Zuerst wurde der BMW Next 100 präsentiert, gefolgt von einem Rolls Royce und einem Mini Next 100. Bei allen Prototypen standen die selbstfahrenden Eigenschaften prominent im Vordergrund.

Vollautonome Fahrzeuge 2021

BMW setzt den Fokus auf die Entwicklung von voll autonomen Fahrzeugen. Wahrscheinlich auch, weil das Unternehmen im Moment wenige Features für teilautonomes Fahren im Programm hat. Automobilkonzerne wie GM und Daimler sind da schon weiter. Der Elektroautobauer Tesla bietet ebenfalls einen Autopiloten an, der sich noch in der Beta-Phase befindet. Die Version 2.0 soll aber noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Auch Tesla arbeitet mit Mobileye zusammen.

Im Vergleich zu den bisher angebotenen Fahrzeugen mit teilweiser Automatisierung ist ein voll autonomes ein enormer Unterschied. Das Level der Komplexität und der Eigenschaften ist weitaus höher. Bei einem voll autonomen Fahrzeug wird kein Fahrer mehr benötigt. Das Auto wird über entsprechenden Plattformen gerufen, die Fahrgäste steigen ein und müssen sich um keine Fahrtätigkeiten kümmern. Zur Zeit sind immer wieder Namen wie Lyft, Gett und Uber als Plattformen für das Rufen von autonomen Fahrzeugen im Gespräch.

Rechtlicher Rahmen muss geschaffen werden

Bis zum Jahr 2021 muss auch der regulatorische Rahmen angepasst werden. Unterschiedliche Behörden arbeiten im Moment an der Erstellung von übergreifenden Regeln für den Betrieb von autonomen Fahrzeugen im Straßenverkehr. Die Autohersteller erhalten im Moment Test-Lizenzen, um die neu entwickelten Features für teilweise autonomes Fahren zu testen. Voraussetzung im Moment ist auch, dass ein Fahrer immer an Board ist, der im Notfall eingreifen kann. BMW möchte die selbstfahrenden Autos bereits im kommenden Jahr testen.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Allygator Shuttle vor Start in Berlin

Neben Ally nun auch Allygator Shuttle? Bisher ist die Door2Door GmbH durch die angebotene App Ally bekannt. Ally ist eine Nahverkehrs-App, die verschiedene Transportmöglichkeiten in einer App vereint. Es werden Zeiten und Preise von Carsharing, Bikesharing, öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxi und mehr verglichen.


Update, 1. August 2016: Heute wurde verkündet, dass Allygator am Freitag in Berlin startet. Am Anfang wird der Service am Wochenende verfügbar sein und nur 10 ct. pro Kilometer kosten. Damit benötigt das Unternehmen keine Konzession für die Fahrten. Gleichzeitig muss das Geschäft aber enorm bezuschusst werden.


Allygator Shuttle startet in Berlin

In Kürze soll ein weiterer Service gestartet werden. Unter dem Namen Allygator Shuttle soll wohl ein on-demand Shuttle-Service in Berlin an den Start gehen. Der Text auf der Facebook-Seite sagt, der neue Dienst ist so günstig wie ein Bus aber so flexibel wie ein Taxi. Weitere Details sind bisher nicht über das neue Angebot bekannt. Auf der Karriereseite sind zwei entsprechende Stellenanzeigen veröffentlicht. Es werden Teilzeitfahrer gesucht, die über einen Personenbeförderungsschein verfügen. Die Fahrzeuge für den Fahrdienst werden wohl von Door2Door gestellt. Für die Betreuung des Projects wird ein Operations Manager gesucht, der sich um Fahrzeuge und Fahrer kümmert und den Dienst weiter voranbringt. Wahrscheinlich ist, dass der Service zu den Peak-Zeiten angeboten werden soll. Die Daten wann die Shuttles fahren sollen und von wo nach wo, sollte das Unternehmen besitzen. Über die Ally-App werden die Daten über Verkehrsströme seit mehreren Jahren erhoben.

Clevershuttle mit ähnlichem Konzept

Einen ähnlichen Dienst bietet Clevershuttle bisher in München und Leipzig an, der Start in Berlin soll im August erfolgen. Clevershuttle setzt auf Elektroautos und Plug-in-Hybride. Kooperationspartner sind Audi und die Deutsche Bahn. In den USA bietet unter anderem Ford einen on-demand Shuttle Service mit Bussen.

Mit Waymate gestartet

Ursprünglich ist Door2Door mit dem Reiseportal Waymate gestartet. Nach ausbleibendem Erfolg wurde die Waymate Smartphone-App zu Ally. Nach und nach wurden Mobility-as-a-Service Produkte angeboten. Im Rahmen des Lufthansa Innovation Labs wurde die App Time2Gate getestet.  Geld verdient das Unternehmen bisher auf zwei Wegen. Auf der einen Seite werden Verkehrsdaten aggregiert und ausgewertet. Diese Daten werden dann an Städteverwaltungen und Regierungsorganisationen verkauft. Das White-Labeling der Ally-App ist ein weiterer Umsatzkanal. Auch Door2Door listet die Deutsche Bahn als Kooperationspartner. Zu den weiteren Partnern gehören Uber, Volkswagen und Here.

Bild: Door2Door GmbH (alle Rechte vorbehalten)

Sucht Fahrdienst-Anbieter Lyft einen Käufer?

Es gibt erste Anzeichen, dass das Ridesharing Unternehmen Lyft einen Käufer sucht. Anscheinend hat der amerikanische Fahrdienst das Unternehmen Qatalyst Partners engagiert. Qatalyst Partners konzentriert sich auf den Verkauf und den Zusammenschluss von Technologieunternehmen. Unter anderem soll Quatalyst Partners den Verakuf von LinkedIn and Microsoft in die Wege geleitet haben. Lyft wollte sich zu diesen Gerüchten nicht äußern.

Käufer für Lyft gesucht?

Unterschiedliche Quellen haben der Zeitung Wall Street Journal berichtet, dass der Qatalyst Gründer Frank Quattrone in Kontakt getreten ist, um sie von einem Einstieg oder eine Übernahme von Lyft zu überzeugen. Darunter sollen sich auch einige etablierte Automobilkonzerne befinden. Bisher hat der Ridesharing-Dienst Lyft finanzielle Mittel in Höhe von 2 Milliarden US$ eingesammelt und wird mit 5 Milliarden US$ bewertet. Mit diesen finanziellen Mitteln hat Lyft den Kampf um Wachstum mit Uber aufgenommen. Beide Unternehmen leisten sich in den USA einen erbitterten Wettbewerb um Fahrer und Kunden. Durch subventionierte Fahrpreise und Bonuszahlungen an Fahrer werden immer mehr Kunden gewonnen.  Sollte Lyft aufgekauft werden, kann das als Zeichen gewertet werden, dass Uber den Kampf der Fahrdienstvermittler in den USA gewonnen hat.

Es wäre nicht die erste Aufgabe

Sollte Lyft aufgekauft und der Service eingestellt werden, wäre Uber der einzige verbleibende große Anbieter. Sidecar, ebenfalls ein Anbieter von Fahrdienstleistungen hat bereits im Januar aufgegeben. Die Reste von Sidecar wurden von GM aufgekauft. Schon damals hat der Sidecar CEO Sunil Paul prognostiziert, dass Uber um jeden Preis gewinnen wird. Das Lyft eigestellt wird, wäre eine Option. Wahrscheinlicher ist aber, dass ein potentieller Käufer das Geschäft weiter betreibt. Letztendlich sind mehrere Milliarden Dollar in das Unternehmen geflossen und Lyft verfügt über einige Millionen Kunden.

Plattform für autonomes Fahren

Ein Autokonzern könnte Lyft übernehmen, um einen Starken Player in dem wachsenden Markt von Mobilitätsdienstleistungen vorweisen zu können. Viele Konzerne haben die Entwicklung im Mobilitätsbereich lange vernachlässigt, durch den Kauf wäre ein schneller Aufschluss möglich. Lyft eignet sich auch als Plattform für das Buchen von selbstfahrenden Autos. Das könnte auch auf Interesse bei einigen Herstellern stoßen. Das war unter anderem ein Grund für das Investment von GM in Lyft. GM geht davon aus, dass sich mit den Bemühungen von Lyft schneller ein Netzwerk von selbstfahrenden Autos aufbauen lässt. Die autonomen Fahrzeuge werden von den Herstellern zur Verfügung gestellt, die Ridesharing-Anbieter kümmern sich um den Betrieb der Flotte und um die Technologie für das Buchen der Fahrten.

Der Automobilkonzern General Motors hat 10% an Lyft erworben und könnte auch als Käufer in Frage kommen. Beide Unternehmen wollen gemeinsam autonome Fahrzeuge entwickeln, außerdem werden GM Fahrzeuge zu Sonderkonditionen an Lyft-Fahrer vermietet. Das Investment von Volkswagen in Gett und die Beteiligung von Apple an Didi zeigen aber auch, dass weitere Konzerne Interesse am Einstieg bei Anbietern von Ridesharing-Diensten haben.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Uber und Lyft bieten Vorbuchungen für Fahrten an

Die on-demand Plattformen Uber und Lyft bieten in einigen Städten auch das Vorbuchen von Fahrten an. Bisher waren beide Unternehmen der Ansicht, dass keine Vorbuchungsoption notwendig ist, da rund um die Uhr genügend Fahrer verfügbar sind, um innerhalb von Minuten am Abholort zu sein.

Bei Uber ist das Feature bisher in Seattle und Washington verfügbar, die geplanten Fahrten können mit einem Vorlauf von bis zu 30 Tagen gebucht werden. Die neue Funktion soll in den nächsten Wochen weltweit ausgerollt werden, im Fokus stehen am Anfang Städte mit einem hohen Anteil an Geschäftsreisenden. Bei Lyft wird die Funktion diesen Sommer ausgerollt, die Kunden können eine Fahrt bis zu 24 Stunden im Voraus buchen. Bis zu 30 Minuten vor Fahrtantritt kann die Buchung bei Lyft kostenlos storniert werden, bei Uber bis zu 5 Minuten vor Ankunft des Fahrers.

Vorbuchen bis zu 30 Tage im Voraus

Das Vorbuchen der Fahrten schützt die Kunden nicht vor erhöhten Fahrpreisen, die durch Surge-Pricing zustande kommen können. Die App schickt 24 Stunden und 30 Minuten vor Abfahrt eine Erinnerung, diese Mitteilung beinhaltet auch die Info darüber, ob die Fahrt durch mögliches Surge-Pricing teurer wird. Zum Start ist die neue Funktion nur für Geschäftsreisende und Fahrten mit UberX verfügbar.

Uber und Lyft wildern mit der neuen Funktion in den Gefilden von Fahrdienstleistern wir Blacklane und MyDriver. Beide Unternehmen setzten ausschließlich auf gebuchte Fahrten, die hauptsächlich von Geschäftsreisenden in Anspruch genommen werden. Bisher war es das Ziel von Uber, dass das Netzwerk an Fahrern so umfassend ist um alle spontanen Fahranfragen unabhängig von Zeit und Ort im Geschäftsgebiet durchführen zu können. Diese Zuverlässigkeit würde eine Vorbuchungsoption überflüssig machen. Der Grund für die Kehrtwende von Uber sind die vielen Anfragen der Nutzer, die bisher immer ignoriert wurden. Bei Lyft dürfte es ein vergleichbarer Grund gewesen sein.

Uber bietet auch eine Garantie für die Ankunftszeit bei UberPool Fahrten an. Wenn der Fahrer nicht rechtzeitig ankommt, erhält der Nutzer eine Gutschrift von zwei Dollar für die nächste Fahrt.

Bild: Lyft von Spiros Vathis (bestimmte Rechte vorbehalten)

Zoox will 252 Mio. Dollar für selbstfahrende Autos

Zoox, ein bisher geheimes Startup, das sich mit der Entwicklung von selbstfahrenden Autos befasst, will eine Finanzierung in Höhe von 252 Mio. US$ (ca. 220 Mio. Euro) einsammeln. Wenn das Unternehmen die Runde erfolgreich abschließt, könnte es mehr als eine Milliarde Dollar wert sein.

Zoox mit Lizenz für Kalifornien

Bisher ist wenig über die Produkte von Zoox bekannt. Es ist aber das einzige Startup, das über eine Lizenz über den Betriebt von selbstfahrenden Fahrzeugen auf den Straßen Kaliforniens verfügt. Bisher gab es ein weiteres Startup, das im Besitz dieser Lizenz war. Dabei handelt es sich um das Unternehmen Cruise, das im März von General Motors übernommen wurde. Ansonsten verfügen nur Konzerne wie Google Alphabet, Ford, Tesla und sechs weitere über diese Lizenz. Der Fahrdienst Uber testet seine selbstfahrenden Autos in Pittsburgh. Dort betreibt das Unternehmen eine Forschungsgruppe in Zusammenarbeit mit der Robotics Group der Carnegie Mellon Universität.

Wettstreit zwischen Startups und Automobilkonzernen

Technologieunternehmen und Automobilkonzernen befinden sich in einem Wettstreit, bei dem es um die Entwicklung von Fahrzeugen mit selbstfahrenden Eigenschaften geht. Die Nachfrage nach Automobilexperten und Experten für künstliche Intelligenz und Robotik ist im Moment hoch. Regelmäßig wird bekannt, dass Startups und Technologiekonzerne erfahrene Automobilexperten verpflichte haben. Auf der anderen Seite versuchen Automobilkonzerne Experten von Technologiekonzernen und Startups zu akquirieren, um die eigene Digitalisierungsstrategie voranzutreiben. Zoox soll über 140 Mitarbeiter verfügen, einige davon haben vorher bei Alphabet, Apple und Tesla gearbeitet.

Auto ohne Windschutzscheiben

Vor einiger Zeit hat Zoox die Skizzen eines Konzept-Fahrzeugs gezeigt. Das sportlich aussehende Fahrzeug hatte keine Windschutzscheib und war so ausgelegt, dass es in beide Richtungen fahren konnte. Die Passagiere sitzen sich im Auto gegenüber, ähnlich wie in einem Zugabteil. Zoox scheint darauf abzuzielen, selbstfahrende Autos für Fahrdienstplattformen zu entwickeln. Kunden könnten Uber, Lyft, Gett und weitere Ridesharing Plattformen sein. Der Verwaltungsrat ist gut besetzt. Unter den Mitgliedern befinden sich der ehemalige Qualcomm Präsident Dan Cooperman und ehemalige führende Manager von Apple und Oracle.

Bild: Zoox (alle Rechte vorbehalten)

Uber China will in einem Jahr Nummer Eins in China sein

Uber sagt, dass das Unternehmen innerhalb eines Jahres so stark wachsen wird, um den bisherigen Spitzenreiter Didi Chuxing zu überholen. Innerhalb eines Jahres will Uber somit zum Marktführer in China werden.

Laut Zhen Lui, Senior Vice President of Strategy bei Uber China hat dieses ambitionierte Ziel während eines Interviews verkündet. Laut seiner Aussage wächst Uber so stark, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das Unternehmen den Spitzenplatz errungen hat.

Marktanteil wird langsam ausgebaut

Im letzten Jahr war Uber nur in acht Städten in China aktiv und hatte bereits einen Marktanteil von 1%. Mittlerweile ist Uber in 60 chinesischen Städten aktiv und kommt auf einen Marktanteil von etwa 30 %. Der lokale Konkurrent Didi ist in mehr als 400 Städten aktiv und hat mehr oder weniger die verbleibenden 70 % Marktanteil.

Marktführerschaft als beachtliche Leistung

Würde es Uber tatsächlich schaffen, die Marktführerschaft zu erlangen, wäre das ein beachtliches Ergebnis. Der Fahrdienst ist seit etwa zwei Jahren in China aktiv und hat schnell aufgeholt. Diese Aufholjagt wird mit riesigen finanziellen Mitteln durchgeführt. Mehrere Milliarden wurde in den chinesischen Markt investiert, um dem Markführer Didi Anteile streitig zu machen.

Exakte Daten über die durchgeführten Fahrten von Uber und Didi sind schwer zu finden. Die meisten Insider sehen aber Didi klar als Marktführer an und prognostizieren, dass es auch extrem schwer sein wird, das Unternehmen einzuholen. China ist für Uber der wichtigste Markt. Sechs der zehn Städte mit den meisten Fahrten werden von Uber China bedient. In der Zukunft werden weitere chinesische Städte zu den meist-frequentierten Städten für Uber mutieren.

Uber China als separates Unternehmen

Uber China wird als separates Unternehmen geführt und hat bisher mehr als 1 Milliarde Dollar an Finanzierung eingesammelt, bei einer Bewertung von 7 Milliarden Dollar. Im Moment wird weiteres Geld eingesammelt, ein Teil davon wird von dem Mutterunternehmen kommen. Uber hat erst Anfang Juni eine Finanzierung in Höhe von 3.5 Milliarden durch den Staatsfond aus Saudi-Arabien bekannt gegeben. Auch Didi ist finanziell gut ausgestattet. Zu den Investoren zählen die Internetgiganten Alibaba und Tencent. Im letzten Monat hat sich auch Apple mit 1 Milliarde Dollar beteiligt. Didi lässt sich von den Aussagen der Uber Managerin nicht beeinflussen.

Bild: Uber in Beijing von bfishadow (bestimmte Rechte vorbehalten)

Saudi-Arabien investiert 3.5 Milliarden Dollar in Uber

Der Ridesahring Anbieter Uber sichert sich ein Investment in Höhe von 3.5 Milliarden Dollar vom Staatsfond aus Saudi-Arabien. Für Uber ist es das bisher größte erhaltene Investment. Im Allgemeinen wurde bisher kein größeres Einzelticket in ein Startup investiert.

Bisher hat Uber mehr als 13.5 Milliarden US$ einschließlich Wandelanleihen eingesammelt, von dieser Summe hat das Unternehmen noch 11 Milliarden Dollar auf dem Bankkonto. Das Investment kommt für Uber gut gelegen, so kann der Börsengang weiter hinausgezögert werden.

Bewertung bei 62.5 Milliarden Dollar

Die Gespräche zwischen Uber und dem saudi-arabischen Public Investment Fond wurden im März gestartet. David Plouffe, Ubers Chef Lobbyist und Verwaltungsrat-Mitglied ist zu diesem Zeitpunkt in die Region gereist. Der Public Investment Fond hält nach der Finanzierung Anteile in Höhe von etwa 5 % am Unternehmen. Das entspricht einer Unternehmensbewertung von Uber 62.5 Milliarden US$.

Weitere Diversifizierung der Investments

Der Managing Director PIF, Yasir Al Rumayyan wird Mitglied im Verwaltungsrat von Uber. Mit dem Investment will der Staatsfond seine Investments stärker diversifizieren und unabhängiger von den zurückgehenden Einnahmen aus dem Öl-Geschäft werden. Bisher war der Staatsfond nur im Inland tätig, bis 2030 sollen die Investments im Ausland stark ausgeweitet werden. Bis dahin sollen 50% des Anlagevolumens von 200 Milliarden in Auslandsbeteiligungen angelegt werden.

Auch Lyft mit Geld aus Saudi-Arabien

Der PIF ist nicht der einzige Fond aus Saudi-Arabien, der an neuen Mobilitätsanbietern beteiligt ist. Die Kingdom Holding Co, von Prinz Alwaleed Bin Talal hat mindestens 100 Mio. US$ in den Uber-Konkurrenten und zweitgrößten Fahrdienstanbieter in den USA Lyft investiert. Uber will einen Teil des Investments im arabischen Raum und in Afrika investieren. In Saudi-Arabien ist der Fahrdienst vor allem bei weiblichen Fahrgästen beliebt, etwa 80% der Fahrgäste sind weiblich. Das liegt auch daran, dass es für Frauen verboten ist, selber Auto zu fahren. Ein Großteil der Summe dürfte aber in die Wachstumsmärkte in Asien gesteckt werden. Gerade in China und Indien muss Uber viel investieren, um Marktanteile im Wettbewerb mit den lokalen Anbietern zu gewinnen.

Uber dürfte seine Bewertung mit den Bemühungen im Bereich der selbstfahrenden Autos gerechtfertigt haben. Der Einsatz von selbstfahrenden Fahrzeugen führt dazu, dass der größte Kostenfaktor, nämlich der Fahrer wegfällt. Das führt auf der einen Seite zu geringeren Preisen für die Kunden und auf der anderen Seite zu mehr Gewinn für Uber.

Strategische Investoren steigen ein

Das hohe Investment des Staatsfonds und der Einstieg von strategischen Investoren in neue Mobilitätsdienstleister zeigt deren Potential für die Zukunft. In den letzten Monaten und Wochen haben sich Unternehmen wie GM, Apple, Volkswagen oder Toyota an Dienstleistern wie Lyft, Didi, Gett und Uber beteiligt. Automobilhersteller schauen sich vor allem nach einer Plattform für den Einsatz von selbstfahrenden Autos in der Zukunft um. Vorerst geht es um das Erschließen weitere Absatzkanäle. Volkswagen hat erst gestern verkündet, dass Gett Fahrer leichter Zugang zu attraktiven Finanzierungskonzepten für Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern erhalten sollen. Sonderausstattung, Wartung und Versicherung inklusive. Später wird es auch um selbstfahrende Autos gehen. Gett ist für VW ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum ganzheitlichen Mobilitätsanbieter. Dieses Ziel will VW bis 2025 erreichen.

Konkurrenz aus China

Uber Konkurrent Didi arbeitet nach Aussagen des Didi Präsidenten Jean Lu an einer Finanzierung im Volumen von über 3.5 Milliarden US$. Erst im letzten Monat hat das Unternehmen 1 Milliarde von Apple erhalten. Didi ist entweder direkt an Uber-Konkurrenten beteiligt oder ist Partnerschaften mit diesen eingegangen. Darunter befinden sich Lyft in den USA, Ola in Indien und Grab in Südost-Asien.