Archiv der Kategorie: Fahrdienst

MIT Studie: 3000 Ridesharing Autos können alle Taxis in New York City ersetzen

Eine Forschungsgruppe der Elite-Uni MIT hat eine Studie über den Einfluss von Ridesharing-Diensten veröffentlicht. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass alle 13.000 Taxis in New York City mit 3000 Ridesharing Fahrzeugen ersetzt werden können. Die Anzahl der Fahrzeuge kann also um mehr als 75% reduziert werden, ohne hohe Einbusen bei der Reisezeit zu haben.

Die Studie geht davon aus, dass die Anzahl der Fahrzeuge erheblich reduziert werden kann, wenn sich mehrere Personen ein Fahrzeug für eine Fahrt in die selbe Richtung teilen. Das führt zu weniger Stau, weniger Luftverschmutzung und geringerem Benzinverbrauch.

Taxidaten als Grundlage für Algorithmus

Die Forscher der CSAIL Abteilung des MITs haben Daten von 3 Mio. Taxifahrten für die Studie verwendet und einen entsprechenden Algorithmus entwickelt, um die Simulationen zu erstellen. Das Ergebnis ist ein Algorithmus, mit dem der Zusammenhang zwischen Flottengröße, Kapazität, Wartezeit, Verspätungen und operativen Kosten von unterschiedlichen Fahrzeugtypen untersucht werden kann.

Reduzierung um mehr als 75%

Ein Ergebnis der Simulation ist, dass 3000 viersitzige Fahrzeuge, die zwei bis vier Personen in die gleiche Richtung transportieren die Nachfrage an Taxifahrten zu 98% decken können. Die Effizienz kann durch eine nachfragegesteuerte dynamische Positioniert der freien Fahrzeuge um 20% gesteigert werden. Die durchschnittliche Wartezeit liegt dabei bei guten 2.7 Minuten. Sollten größere Shuttle Fahrzeuge mit bis zu zehn Sitzplätzen zum Einsatz kommen, sind nur 2000 Fahrzeuge nötig, um 95% der Fahrtanfragen zu bedienen.

Vor kurzem hat das deutsche Startup Flott ebenfalls eine Studie über den Einfluss dynamischer Shuttle Diensten veröffentlicht. Flott hat am Beispiel Hamburg simuliert, dass sich die Anzahl von Fahrzeugen drastisch reduzieren lässt, wenn ein intelligentes und dynamische Shuttle System etabliert wird. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Fahrzeuge um 97% reduziert werden kann und die Fahrgäste auch noch schneller ans Ziel befördert werden können, da Staus und Parkplatzsuche wegfallen.

Ridesharing mit enormen positiven Einfluss

Beide Studien zeigen, dass intelligente Fahrdienste einen enormen Einfluss auf die Mobilität in Städte haben werden. Neben Reduzierung von Staus, Luftverschmutzung und Energieverbrauch, können sich Shuttle- und Ridesharing Dienste auch positiv auf das Stadtbild auswirken. Interessant wird auch der Einsatz von autonomen Shuttles sein, die elektrisch betrieben werden.

Bild: Malinda Rathnayake (bestimmte Rechte vorbehalten)

Fahrdienst Careem sammelt 350 Mio. US$ ein

Unter den Fahrdienst-Unternehmen gibt es win weiteres Unicorn. Das Startup Careem aus dem Mittleren Osten sammelt 350 Mio. US$ bei einer Bewegung von einer Milliarde US$ ein. Die Finanzierung kommt von dem japanischen Rakuten-Konzern und Saudi Telecom Company (STC). Die Careem-Konkurrenten Uber, Lyft oder Grab werden ebenfalls mit mehreren Milliarden US$ bewertet.

150.000 Fahrer auf der Plattform

Das Unternehmen wurde vor vier Jahren gegründet und hat seinen Sitz in Dubai. Vor der jetzigen Runde wurden bereits 72 Mio. US$ eingesammelt. Aktiv ist Careem in 47 Städten, die meisten davon befinden sich im Mittleren Osten. Des Weiteren ist der Fahrservice in Städten der Türkei, Pakistan und auch in nordafrikanischen Städten aktiv. Laut eigenen Angaben sind mehr als 150.000 Fahrer auf der Plattform registriert. Auf der anderen Seite kann Careem über sechs Millionen Nutzer verzeichnen.

Unterstützung von Credit Swiss

Bei der Finanzierungsrunde wurde das Unternehmen von der Credit Swiss unterstützt. Mit der Hilfe sollen auch die fehlenden 150 Mio. US$ eingesammelt werden, um die geplanten 500 Mio. US$ zu erreichen. Es ist nicht bekannt, bis wann das Unternehmen die verbleibende Summe einsammeln möchte. Rakuten ist schon an Lyft und dem Anbieter aus Südamerika Cabify beteiligt. STC ist einer der größten Telekommunikationsanbieter im Mittleren Osten.

Careem Expandiert im Mittleren Osten

Die finanziellen Mittel sollen vorwiegend für die weitere Expansion genutzt werden. Vor kurzem hat Careem die ersten Städte in der Türkei gestartet. Im Dezember sollen 15 neue Städte in Pakistan, Studie Arabien und Ägypten gestartet werden. Bis 2018 soll der Fahrerpool auf eine Millionen Chauffeure ansteigen. Die Expansion und der Wettbewerb mit anderen Fahrdiensten wird einiges kosten. Auf Kundenseite muss investiert werden, aber auch auf Fahrerseite.

Uber als starker Konkurrent

Zu den größten Konkurrenten von Careem gehört Uber, das in mehr als 400 Städten aktiv ist. Darunter befinden sich auch einige arabische Städte. Im Juni hat Uber eine Finanzierung in Höhe von 3.5 Milliarden US$ vom Staatsfond Public Investment Fund aus Saudi Arabien erhalten. Uber gibt an, dass im Mittleren Osten 395.000 Fahrer auf der Fahrdienst-Plattform aktiv sind.

Bild: Careem (alle Rechte vorbehalten)

Honda investiert in Grab – der Fahrdienst in Südost-Asien

Immer mehr Automobilkonzerne beteiligen sich an Ridesharing und Fahrdienst-Plattformen. Der japanische Konzern Honda hat sich mit einem strategischen Investment an der Plattform Grab beteiligt. Die Investmentsumme von Honda in Grab is nicht bekannt. Das Unternehmen Grab ist der führende Fahrdienstvermittler in Südostasien.

Finanzierung von SoftBank

Grab hat zuletzt 750 Mio. US$ eigesammelt und wurde im September mit mehr als drei Milliarden Dollar bewertet. Die damalige Runde wurde von SoftBank angeführt. Das Investment von Honda ist eine Erweiterung der letzten Finanzierungsrunde. Zuvor hat sich schon das Unternehmen Tokyo Century mit einer unbekannten Summe an Grab beteiligt.

Honda Motorräder für GrabBike

Es ist noch unklar, wie Honda und Grab zusammenarbeiten werden. Es gibt auf jeden Fall mehrere Anknüpfungspunkte. Grab bietet zum Beispiel mit GrabBike einen Fahrservice mit Motorrädern an. Mit der Unterstützung von Honda kann dieser Service weiter ausgebaut werden, in dem vergünstigte Motorräder an Fahrer verkauft werden. Auch Honda und Grab müssen sich mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen befassen, denn diese werden das jetzige Geschäftsmodell von beiden Unternehmen angreifen. Es könnte sein, dass beide Unternehmen auch bei diesem Thema zusammenarbeiten.

Fahrservice mit Motorrad in Asien

Grab will mit dem Service GrabBike im Wettbewerb mit Go-Jek aufholen. Go-Jek bietet einen Fahrservice mit Motorrädern in Indonesien an. In Städten wie Jakarta sind Motorräder ein beliebtes Verkehrsmittel. Mit Motorrädern kommt man schneller durch die verstopften Megametropolen mit schlechter Infrastruktur. Grab ist in 34 Städten in sechs Ländern aktiv. Die App soll mehr als 24 Millionen mal heruntergeladen worden sein. Der Fahrerpool soll mehr als 500.000 Fahrer und Chauffeure umfassen.

Autokonzerne beteiligen sich an Startups

Neben Honda beteiligen sich auch etliche andere Automobilkonzerne an innovativen Mobilitätsdienstleistern. Der Volkswagenkonzern hat sich mit einer hohen Summe an Gett beteiligt und kürzlich seine eigene Mobilitätsmarke Moia gestartet. Toyota kooperiert mit Uber und ist bei Getaround als Investor mit an Board. General Motors investierte in Lyft und hat Sidecar und Cruise geschluckt.  Das sind nur einige Beispiele mit denen etablierte Konzerne versuchen, sich für die Zukunft abzusichern.

Bild: Mike Mozart (bestimmte Rechte vorbehalten)

NuTonomy testet in Boston autonome Fahrzeuge

Das amerikanische Startup nuTonomy, das selbstfahrende Autos entwickelt, weitet sein Testprogramm aus. Bisher wurden die autonomen Taxis in Singapur getestet, jetzt kommt Boston hinzu. nuTonomy hat die Genehmigung erhalten, die Prototypen der autonomen Fahrzeuge in Boston zu testen.

Renault Zoe mit mehr Technik

Die Fahrzeuge von dem Startup, das eine Ausgründung der Elite-Universität MIT ist, sind modifizierte Renault Zoe Modelle. Die Fahrzeuge wurden mit Sensoren und Kameras ausgestattet, um autonom agieren zu können.

Wie auch in Singapur ist das Testgebiet eingeschränkt. In Boston werden die Fahrzeuge in einem Industriegebiet in South Boston getestet. Dort ist der Verkehr eingeschränkt und die Zahl der Fußgänger ist auch überschaubar. Auch in Singapur werden die Fahrzeuge nur in einem kleinen Gebiet getestet, das wenige Quadratkilometer groß ist.

Boston: Unterstützung von lokalen Behörden

Auch in Boston wird der Test von den Behörden unterstützt. Auf der einen Seite zeigt dies, dass Startups und Konzerne, die selbstfahrende Autos testen wollen, einen engen Kontakt zu den politischen Entscheidungsträgern haben müssen. Auf der anderen Seite sehen die lokalen Entscheidungsträger auch, dass autonome Fahrzeuge die Zukunft sein werden und dass es sinnvoll ist, sich frühzeitig zu positionieren, um den Trend nicht zu verschlafen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass so eine hohe Anzahl and Arbeitsplätze geschaffen werden, wenn sich die neue Industrie positiv entwickelt.

nuTonomy wurde 2013 gegründet und ist in Boston angesiedelt. Bis Ende des Jahres sollen in Singapur ein Dutzend Autos unterwegs sein. Im kommenden Jahr soll eine Flotte vollautonomer Fahrzeuge etabliert werden. Im Moment sitzt noch ein Fahrer hinterm Steuer, um im Notfall eingreifen zu können. Ein Experte fährt auf der Rückbank mit und überwacht die operativen Systeme permanent.

Fähigkeiten weiterentwickeln

Mit dem Test in Boston sollen vorwiegend die Fähigkeiten der Fahrzeuge weiterentwickelt werden, um Markierung und Straßenschilder erkennen zu können. Die Software soll Außerdem für die Erkennung von Fahrradfahrern, Fußgängern und komplexen Situationen im urbanen Umfeld optimiert werden. Eine Kooperation wie in Singapur ist anscheinend nicht geplant. Dort arbeitet nuTonomy mit der Taxi-App Grab zusammen. Grab Nutzer können sich so ein autonomes Taxi buchen.

Bild: nuTonomy (alle Rechte vorbehalten)

Uber macht Verlust von 2 Milliarden USD im Jahr

Nach einer erneuten Betrachtung der Finanzdaten von Uber ergibt sich die Vermutung, dass der Ridesharing Service um die 2 Milliarden US$ im Jahr Verlust macht. Außerdem zahlen die Kunden im Schnitt nur 41% des Fahrpreises. Für die Betrachtung wurden drei Statements herangezogen, die nach unterschiedlichen Anlässen an die Öffentlichkeit gelangt sind. Im Geschäftsjahr, das im September 2015 geendet hat, hat Uber einen Verlust von 2 Milliarden US$ eingefahren. Der Umsatz lag im selben Zeitraum bei 1.4 Milliarden US$.

Für ein Großteil der Summe dürften die Subventionen an die Fahrer ausschlaggebend sein. Im Wettbewerb mit den anderen Ridesharing Services, wie Lyft, Juno, Grab, Ola zahlt das Unternehmen aus Kalifornien gerne Sonderboni an die Fahrer, um sie zum Fahren zu überreden. Die anderen Wettbewerber nutzen diesen Mechanismus ebenfalls. Auch für Discounts auf Kunden Seite wird Uber einen Großteil der Summe ausgeben haben.

Mit Discounts überzeug Uber neue und bestehende Kunden. Auf Kundeseite will Uber die Wettbewerber unterbieten um mit geringen Fahrpreisen mehr Fahrten zu generieren. Im Schnitt haben die Uber-Nutzer nur 41% des Fahrpreises gezahlt, die verbleibenden 59% wurden von Uber zugesteuert.

Es ist fraglich, wie Uber ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufbauen will. Mit dem jetzigen Geschäftsmodell und der Wettbewerbssituation wird das schwer möglich sein. Eine Chance für Uber liegt in der Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Der Einsatz von autonomen Fahrzeugen für den Fahrdienst würde den größten Posten in der Bilanz minimieren. Im Moment sind die Fahrer der Plattform für einen Großteil der kosten verantwortlich. Uber geht auch davon aus, dass die anderen Wettbewerber nach der Zeit aufgeben und so eine Monopolstellung erreicht werden kann. Mit der Monopolstellung hätte Uber mehr Spielraum sowohl bei den Fahrpreisen als auch auf der Fahrerseite. Nach Blieben wird Uber die Kosten dann aber auch nicht drücken können,.

Auch Fahrdienste wie Lyft und Grab werden noch tiefrote Zahlen schreiben. Alle Unternehmen überleben nur, da sie hohe Finanzierungsrunden eingesammelt haben. Uber alleine hat mehr als 15 Milliarden US$ eingesammelt und wurde bei der letzten Runde mit rund 69 Milliarden US$ bewertet. Grab und Lyft werden ebenfalls mit Milliarden bewertet.

Bild: freestocks.org (bestimmte Rechte vorbehalten)

Das ist der selbstfahrende Minivan Chrysler Pacifica von Waymo

In der letzten Woche hat Google verkündet, dass das Projekt rund um die Technologien für selbstfahrende Autos ausgegliedert wird. In dem Tochterunternehmen Waymo werden alle Aktivitäten rund um selbstfahrende Fahrzeuge angesiedelt. Gestern hat Waymo CEO John Krafcik weitere Details und Bilder über die 100 selbstfahrenden Chrysler Pacifica Minivans veröffentlicht. Die Fahrzeuge sind mit der Technologie von Waymo ausgestattet, darunter leistungsfähige Rechner, Sensoren, Software und Telematik.

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Die Fahrzeuge werden zur Flotte der selbstfahrenden Autos von Waymo hinzugefügt. um weitere Testkilometer auf öffentlichen Straßen im kommenden Jahr zu sammeln. Mit den Chrysler Vans will das Unternehmen die Bedürfnisse von unterschiedlichen Zielgruppen testen. Bisher wurden einige Minivans unter extremen Bedingungen auf einer Teststrecke getestet.

Bisher hat Google handelsübliche Fahrzeuge mit den Technologien nachträglich ausgestattet und damit bereits mehr als zwei Millionen Testkilometer abgespult. Bei den präsentierten Fahrzeugen sind die Komponenten in die Fahrzeugarchitektur integriert.

Vor etwa sechs Monaten haben Fiat Chrysler und Google angekündigt, dass beide Unternehmen gemeinsam an autonomen Fahrzeugen und den benötigten Technologien arbeiten. In enger Partnerschaft wurden diese 100 Fahrzeuge von gemeinsamen Teams in Michigan und Arizona entwickelt.

Als Basis für die autonomen Fahrzeuge wurden Chrysler Pacifica Minivans genutzt, die auch von jedem Kunden gekauft werden können. Von den Entwicklerteams wurden Veränderungen an der Fahrzeugelektronik, dem Antriebsstrang und and der Karosserie vorgenommen. Diese Änderungen waren notwendig, damit die Technologie von Waymo ideal verbaut werden kann. Das Ergebnis ist ein selbstfahrendes Auto, das in nur sechs Monaten entstanden ist und ein stimmiges und integrales Design aufweist.

In der letzten Woche wurde auch darüber berichtet, dass Waymo wohlmöglich mit teilautonomen Fiat Chrysler Fahrzeugen einen Ridesharng Dienst a la Uber oder Lyft starten könnte. Dieser Fahrservice könnte Anfang des kommenden Jahres starten. Für einen flächendeckenden Betrieb sind aber mehr als die 100 produzierten Fahrzeuge nötig.

Wie auch schon Apple hat sich Google von der Produktion eines kompletten eigenen Fahrzeugs verabschiedet. Vielmehr liegt der Fokus auf den benötigten Komponenten, die Fahrzeugproduktion wird erfahrenen Autokonzernen überlassen.

Bilder: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Waymo: Google gliedert autonome Fahrzeuge aus – Rideshring mit Fiat Chrysler

Heute hat Google bekanntgegeben, dass der Bereich der selbstfahrenden Autos ausgegliedert wird. Dafür wird eine neue Einheit gegründet, die Waymo heißt. Laut Pressebericht plant Google einen Ridesharing Service mit Fiat Chrysler Fahrzeugen.

Bisher waren die Entwicklungsaktivitäten für die autonomen Fahrzeuge im Google X Lab angesiedelt. In den letzten Jahren wurden die Technologien für autonomes Fahren in Modellen unterschiedlicher Hersteller getestet. Für Aufmerksamkeit hat Google mit dem Prototyp eines selbstfahrenden Autos ohne Lenkrad und Pedale gesorgt.

Nun wird der Bereich in einen neuen Geschäftsbereich ausgegliedert. Waymo steht für “a new way forward in Mobility”. Geleitet wird der Bereich von John Krafcik, der zuvor das Geschäft von Hyundai in Nordamerika geleitet hat. Als unabhängige Unternehmen unter dem Alphabet-Dach, wird wahrscheinlich nicht mehr alles unter Verschluss gehalten. Über die nächsten Schritte, den Entwicklungsstand, zukünftige Partnerschaften oder Lizenzen wird mehr an die Öffentlichkeit geraten. Das wird spannend zu verfolgen sein.

Zuvor wurde klar, dass Google von dem Plan abstand genommen hat, ein komplettes Auto zu entwickeln. Damit folgt der Technologiekonzern dem Rivalen Apple. Apple hat in den letzten Monaten sein Project Titan neu ausgerichtet. Anstatt eines kompletten selbstfahrenden Autos, will Apple nur noch Systems entwickeln, die für autonome Autos benötigt werden. Waymo CEO Krafcik hat deutlich gemacht, dass das Unternehmen kein Autoproduzent ist, sondern ein Unternehmen, das Technologien für selbstfahrende Autos entwickelt. Waymo will keine besseren Fahrzeuge entwickeln, sondern bessere Fahrer.

Vor ein paar Monaten wurde bekannt, dass Google und Fiat Chrysler zusammenarbeiten und 100 Chrysler Pacifica mit der Technologie für autonomes Fahren von Google ausgestattet werden sollen. Jetzt erscheint die Partnerschaft in einem anderen Licht. Bis Ende 2017 soll ein Fahrservice mit den teilautonomen Chrysler Minivans gestartet werden. Zur Zeit werden die ersten 100 Fahrzeuge mit der neusten Version von Sensoren ausgestattet, danach sollen die Fahrzeuge auf der Straße getestet werden. Wir haben auch schon vor einiger Zeit darüber berichtet, dass Google einen Ridesharing-Dienst plant.

Für einen skalierbaren Fahrservice wird Google mehr Fahrzeuge benötigen. Fiat Chrysler ist ein Massenhersteller, deshalb dürfe ein Fahrzeugnachschub kein Problem sein, sofern die Ausstattung mit der Technologie für autonomes Fahren auch reibungslos funktioniert. Im Januar will Chrysler auch einen rein elektrischen Pacifica auf der Elektronikmesse CES vorstellen, der noch geeigneter für einen autonomen Ridesharing Service sein wird.

Automobilhersteller, Startups und Technologieunternehmen treiben die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen und den benötigten Technologien voran. In Fahrdiensten mit selbstfahrenden Autos sehen viele Experten die Zukunft des innerstädtischen Individualverkehrs. Uber testet seit Oktober aufgerüsteten Volvo SUVs, das Startup nuTonomy erprobt seine Prototypen in Singapur und Boston. General Motors hat sich an der Ridesharing Plattform Lyft beteiligt und Cruise übernommen. Gemeinsam werden autonome Fahrzeuge für einen Fahrdienst entwickelt. Ford, Daimler und BMW wollen bis 2021 die ersten Serienversionen auf dem Markt haben.

Bild: Waymo.com (alle Rechte vorbehalten)

Deutliches Zeichen, dass Apple an autonomen Fahrzeug arbeitet

Bisher wurde viel darüber spekuliert, ob Apple an der Technologie für ein selbstfahrendes Auto arbeitet oder nicht. Erst kürzlich gab es Berichte, dass der Technologiekonzern kein komplettes Auto entwickelt, sondern seinen Fokus auf die Entwicklung von Systemen gelegt hat, die für autonome Fahrzeuge benötigt werden.

In einem Brief an die amerikanische Transportbehörde National Highway Traffic Safety Administration hat der Technologiekonzern bestätigt, dass viel Geld in Machine Learning und Automation investiert wird. Apple zeigt sich dabei begeistert von den Möglichkeiten von autonomen System und nennt auch explizit den Mobilitäts- und Transportbereich. Der Brief ist eine offizielle Äußerung des Unternehmens zu den im September veröffentlichten Regeln der Behörde für automatisches Fahren.

Apple arbeitet seit einige Jahren am dem Project Titan aber hat das nie offiziell bestätigt. Für das Titan Projekt wurden Experten von Automobilkonzernen und anderen Technologieunternehmen abgeworben. Zu einem schnellen Projektverlauf schient das aber nicht beigetragen zu haben. Mehrmals wurde darüber berichtet, dass Apple die Ambitionen im Entwicklungsprojekt für ein autonomes iCar zurückgeschraubt hat. Nach einer letzten Neuausrichtung soll sich Apple jetzt auf die Entwicklung für Software und Hardwarekomponenten für selbstfahrende Autos konzentrieren. Ein komplettes Auto von Apple steht nicht mehr auf der Agenda. Die Komponenten und Software sollen an Automobilkonzerne verkauft werden.

Apple ist nicht der einzige Player, der Feedback zu den vorgeschlagenen Regeln gibt. Auch Google, Volvo, Lyft, Ford und andere haben bereits ihr Feedback gegeben. Die genanten Unternehmen werden von eine Lobbyisten-Gruppe vertreten und haben in erster Linie Probleme mit dem Vorschlag, dass die gesammelten Daten und die Sicherheitsspezifikationen geteilt werden sollen. Apple hat damit laut dem bekanntgewordenen Brief keine Probleme. Der amerikanische Konzern ist dafür, dass vor allem Daten von Unfällen und brenzligen Situationen anonymisiert geteilt werden, um die schneller die Sicherheit zu verbessern.

Selbstfahrende Autos in Verbindung mit Fahrdiensten werden von Experten als nächste Stufe der Automobilindustrie bezeichnet. Konzerne wie General Motors, Audi und Daimler beschäftigen sich intensiv mit der Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Startups und Neueinsteiger, wie Lyft, Tesla oder Uber entwicklen ebenfalls mit Hochdruck Technologien für autonomes Fahren.

Bild: Franco Folini (bestimmte Rechte vorbehalten)

RideCell mit White Label Carsharing Plattform

Das amerikanische Startup RideCell will seine Carsharing Plattform etablierten Autoherstellern anbieten, damit diese einen Carsharing Service unter ihrem Markennamen anbieten können. Nicht nur für Autokonzerne sonder auch für Mietwagenunternehmen kann die Lösung interessant sein.

Auf der Automesse AutoMobility in Los Angeles hat das Unternehmen RideCell seine Carsharing Software-Plattform vorgestellt, die es etablieren Autokonzernen ermöglichen soll, ohne erheblichen Aufwand Mobilitätsdienstleistungen zu starten. Von RideCell kommt dabei die technische Basis, die nach Wünschen der Kunden angepasst wird. Die Fahrzeuge werden von den Kunden, wie z.B. Automobilhersteller zur Verfügung gestellt und gewartet. Die technische Lösung des Unternehmens übernimmt dabei Funktionen, wie Registrierung der Nutzer, Überprüfung von Dokumenten, dynamische Preisgestaltung, Reservierungsprozess, Verknüpfung von Fahrern und Mitfahrern, Abrechnung, usw.

Die Plattform soll in der Lage sein, Ridesharing oder Free-Floating Carshring Dienste anbieten zu könne. Auch eine Kombination von beidem soll möglich sein. Das würde bedeuten, dass sich Nutzer ein Carsharing-Auto ausleihen können, um damit Ridesharing-Dienste anbieten zu können.

Bleibt abzuwarten, wie viele Konzerne von dem Angebot überzeugt werden können. Schließlich betreiben einige Autobauer schon eigene Carsharing Angebote in Eigenregie oder in Zusammenarbeit mit einem anderen Technologieanbieter. Gruddstätzlich will RideCell an dem sich verändernden Mobilitätsverhalten partizipieren. In Städten entscheiden sich immer weniger Menschen für den Kauf eines eigenen Autos, gleichzeitig steigt der Bedarf an flexiblen Mobilitätsdienstleistungen, wie Fahrdienste oder eben Carsharing.

An RideCell ist auch BMW beteiligt. Die Software des Unternehmens bietet die Grundlage für den Carsharing Service ReachNow von BMW in den USA. Warum BMW für das Pendant zu DriveNow eine andere Lösung nutzt, ist nicht ganz klar. ReachNow hat angekündigt, demnächst auch einen Ridesharing Service anbieten zu wollen, bei dem die Fahrgäste mit den auf der Plattform befindlichen BMW und Mini Modellen befördert werden.

RideCell wurde bereits im Jahr 2009 gegründet und über die Software wurden mehr als 15 Mio. Fahrgen abgewickelt. Zu den Kunden gehören neben BMW auch 3M oder SouthWest Transit.

Bild: RideCell (alle Rechte vorbehalten)

Chauffeur – ein Beruf im Wandel?

Ein Chauffeur ist weit mehr als nur ein Fahrer: Zu dem Beruf gehören Menschenkenntnis, Fingerspitzengefühl und absolute Kundenorientierung. Auch dieser Beruf verändert sich im Zeitalter der Digitalisierung, allerdings nicht im Kern.

Schwarzer Anzug, elegantes Auto, Diskretion: Das Wort Chauffeur ruft Assoziationen von hochwertigen, eleganten Fahrdiensten hervor, wie sie oft bei Staatsempfängen oder Filmfestspielen in Erscheinung treten. Nicht nur das Erscheinungsbild, auch der Service an sich stellt hohe Ansprüche an den Dienstleister: Diskretion, Formvollendung und absolute Servicementalität.

Was einen Chauffeur für seinen Beruf qualifiziert, ist an unterschiedlichen Stellen definiert. Etwa werden von vielen Ausbildern als Voraussetzungen nicht nur ein Mindestalter von 21 Jahren vorgegeben, Führerschein Klasse B und ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis, sondern auch beste Gesundheit sowie ein Minimum an Punkten im Verkehrszentralregister genannt. Der Academy zufolge stehen Berufschauffeuren mehrere Wege offen: Für ein Limousinenunternehmen zu arbeiten, für eine Einzelperson zu fahren oder in einem Pool als Fahrer für eine Behörde im Einsatz zu sein. Das, was ein Chauffeur können muss, geht weit über das Steuern des Fahrzeugs hinaus. Ein gutes Training hierfür geht dementsprechend sogar so weit, zu vermitteln, wie man dem Gast die Tür öffnet, die genaue Reihenfolge der Abläufe des Empfangs oder wie man sich verhält, wenn der Gast telefoniert. Dass das Erscheinungsbild des Chauffeurs makellos sein muss, versteht sich von selbst. Zu einem perfekten Service gehört ebenfalls, mitzudenken und sich Vorlieben und Wünsche einzelner Kunden zu merken.

Technologie verändert den Alltag eines Chauffeurs   

„Der Beruf des Chauffeurs hat sich in den letzten Jahren sehr verändert“, sagt Herr Karsten. Er ist ein Profi, der seit über 20 Jahren Kunden aus allen Ländern chauffiert, überwiegend in Deutschland. „Der Wettbewerb ist größer geworden, da sich die Zahl von Akteuren im Markt vergrößert hat“, so Karsten. Auch spiele Technologie eine große Rolle und verändere den Alltag: Einerseits schaffe das Eintreten digitaler Unternehmen und Startups in den Markt mehr Konkurrenz und neue Services, andererseits verändere Technologie die Art der Kommunikation mit den Fahrgästen und die Erreichbarkeit internationaler Kunden. „Wenn ich zum Beispiel für Blacklane Fahrten durchführe, nehme ich die über eine App an, bestätige wenn der Fahrgast im Wagen sitzt“, so Karsten. Diese Schritte veränderten die Arbeitsabläufe für ihn zwar im Alltag, jedoch der Kern der Dienstleistung sei aus seiner Sicht unverändert geblieben: Große Kundenorientierung, ein mit Eleganz und Vollendung angebotener Service und auch die Bereitschaft, sich auf sehr verschiedene Kunden sowie deren Wünsche einzustellen.

Kundenorientierung, Anpassungsfähigkeit – auch in Zukunft

Auch die Vereinigung der Chauffeur & Limousine Service Unternehmen (VLD e.V.) debattierte den Wandel des Berufsbilds jüngst auf einer Zusammenkunft in Berlin. Die Zunft der Chauffeure, der laut VLD in Deutschland etwa halb so viele Unternehmen angehören wie es Taxiunternehmen gibt, sieht sich einer Reihe von Herausforderungen gegenüber, die letztendlich für ihre Existenz entscheidend sind: Von infrastruktureller Benachteiligung bei Haltemöglichkeiten im Vergleich zu Taxis, der fehlenden offiziellen Kennzeichnung der Limousinen als Dienstfahrzeuge bis hin zur Bedrohung der Branche durch neue Marktteilnehmer oder autonom fahrenden Autos. Die Branche geht davon aus, dass der Bedarf an Premiumfahrdiensten grundsätzlich fortbestehen wird und sieht klar, wie sich Chauffeure hier durch ihre Professionalität und den hohen Qualitätsstandard weiterhin beweisen und behaupten können. Es ist jedoch offensichtlich, dass Veränderung allgegenwärtig und die Bereitschaft zur Anpassung daran wichtiger denn je ist.

„Für mich bedeutet der Beruf des Chauffeurs konstant aufmerksam zu sein – ob das nun die Wünsche meiner Kunden oder Veränderungen in der Branche sind“, sagt Herr Karsten. Mit dieser Einstellung dürfte er gut gerüstet sein, um in einer sich rasant wandelnden Branche zu bestehen und weiter Kunden mit Komfort und Qualität zu überzeugen.

Bild: Blacklane (alle Rechte vorbehalten)