Archiv der Kategorie: Fahrdienst

Plant Lyft doch die internationale Expansion?

Lyft, der zweitgrößte Ride Hailing Anbieter in den USA, könnte in diesem Jahr eine internationale Expansion unter eigenem Namen planen. Im laufe des Jahres sollen weitere Einzelheiten verkündet werden. Schon vor ein paar Jahren hat das Unternehmen verkündet, nach Europa expandieren zu wollen, sich dann aber vorerst auf die USA fokussiert.

In den USA ist Lyft im vergangen Jahr schneller als der große Konkurrent Uber gewachsen.Das Unternemen hat sich bisher auch nur auf den amerikanischen Markt fokussiert und Uber die weltweite Expansion überlassen. Der eigentliche Plan des Ride-Hailing Anbieters war der Aufbau eines internationalen Partnernetzwerks mit Anbietern wie Didi, Ola oder Grab. Bisher hat es die Allianz aber nicht geschafft, sich auf eine Lösung für die internationale Vermittlung von Fahrten zu verständigen.

Nur zwischen Didi und Lyft existiert eine engere Partnerschaft, die aber auch bald der Vergangenheit angehören wird. Lyft Nutzer konnten in China über die App die Fahrer und Fahrzeuge des Partners Didi buchen. Didi Nutzer konnten die über die Didi App in den USA einen Lyft Ridesharing Dienst buchen. Ein Sprecher des Unternehmens hat angekündigt, dass die Nutzer demnächst dazu aufgefordert werden, die App des jeweilige lokalen Anbieters zu installieren. Sprich Chinesen, die in China Didi nutzen und in die USA reisen, müssen die Lyft-App installieren, wenn sie eine Fahrt in den USA buchen möchten.

Dieser Schritt kann bedeuten, dass es zu komplex gewesen ist, ein gemeinsames Netzwerk an Ridesharing Diensten aufzubauen, das global über die Anwendungen der einzelnen Anbieter genutzt werden kann, ohne die App des lokalen Anbieters zu installieren. Die jeweiligen Anbieter setzen auf unterschiedliche Technologien bei der Fahrtvermittlung, eine Verknüpfung dürfte schwierig sein. Die Übernahem von Uber China durch den Netzwerkpartner Didi und die darauf folgende Beteiligung von Didi an Uber wird außerdem zu Spannungen in der globalen Allianz von Ola, Grab, Didi und Lyft gesorgt haben.

Daimler baut selbstfahrende Autos für Uber Plattform

Daimler und Uber haben heute bekanntgegeben, dass eine gemeinsame Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei der Bereitstellung und Betrieb von selbstfahrenden Fahrzeugen unterschrieben wurde.

Selbstfahrende Autos der Marke Mercedes-Benz sollen in den kommenden Jahren auf der Uber Plattform global eingesetzt werden. Anders als bei der Kooperation von Uber und Volvo will Daimler den Betrieb der selbstfahrenden Autos selber übernehmen und Uber nur als Plattform für die Vermittlung nutzen. Daimler wird den Fahrpreis erhalten und eine Vermittlungsgebühr für jeden Fahrt an Uber bezahlen.

Von der Partnerschaft profitieren beide Unternehmen. Daimler sichert sich den Zutritt zur weltweit größten Plattform für Ridesharing-Dienste. Der Konzern ist nicht in der Lage, eine Plattform in ausreichender Geschwindigkeit und mit der enormen Reichweite von Uber aufzubauen. Uber setzt in Zukunft auf autonome Fahrzeuge, um eine sichere und günstige Transportmöglichkeit in den Städten anbieten zu können und gleichzeitig profitablen arbeiten zu können. Das Ride-Hailing Netzwerk hat aber nicht die Erfahrung, komplexe Produkte wir Autos in Serie zu produzieren. Dafür ist Uber auf die Partnerschaften mit Automobilherstellern angewiesen. Mit Daimler ist nun einer der führende Automobilkonzerne an Board.

Uber beschäftigt sich seit längerem mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen. Mit seiner Advanced Technology Group hat das Unternehmen eine Engineering-Gruppe für autonomes Fahren aufgebaut, die selbstfahrende Fahrzeuge auf US-Straßen testet. Zusätzlich wurde das Unternehmen Otto übernommen, das an selbstfahrenden Lkws arbeitet.

An mehreren Standorten arbeiten Teams an der Entwicklung von Technologien für autonome Fahrzeuge. Seit Ende letzen Jahres testet Uber bereits selbstfahrende SUVs in unterschiedlichen Städten. Die Basis für die Testfahrzeuge sind Volvo XC SUVs, die mit Technik von Uber ausgestattet wurden. Gleichzeitig investieren Uber und Volvo gemeinsam 300 Mio. US Dollar in die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen, die Summe ist etwa gleich zwischen den beiden Unternehmen aufgeteilt.

Bei Daimler ist die Kooperation ein Teil der CASE Unternehmensstrategie. CASE steht für Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung (Shared & Services) und elektrische Antriebe (Electric) steht – damit definiert Mercedes-Benz Cars die vier wichtigsten Trends der Mobilität der Zukunft. Die Vereinbarung mit Uber markiert einen weiteren Schritt in Richtung „shared“ und „autonomous“.

Erstaunlich, dass der Autokonzern dieses Thema so offen kommuniziert. Die Taxifahrer gehören zu einer wichtigen Kundengruppe für Daimler, ein Großteil der Taxen sind in Deutschland immer noch Mercedes-Benz Fahrzeuge. Durch die Unterstützung von myTaxi hat Daimler schon viel Zorn der Taxifahrer auf sich gezogen. Die neuste Ankündigung wird dazu beitragen, dass sich noch mehr Taxibetriebe von Daimler abwenden.

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)

Daimler soll vor Übernahme von Taxibeat stehen

Der Autokonzern Daimler soll kurz vor der Übernahme von Taxibeat sein, einer Taxi-App aus Griechenland. Das Unternehmen hinter der Ride-Hailing App ist profitabel und soll für rund 40 Mio. Euro übernommen werden. Daimler würde durch die Übernahme im Bereich der Fahrdienstplattformen stärken.

Über die mögliche Übernahme hat zuerst das die Griechische Seite Naftenporiki berichtet. Bei Daimler würde Taxibeat ein Teil von Daimler Mobility Services werden. Unter dem Geschäftsbereich bündelt Daimler auch schon die Taxi-Apps Hailo und MyTaxi, sowie das Carsharing Angebot car2go und die App für multimodale Mobilität moovel. Vor kurzem wurde außerdem die peer-to-peer Carsharing Plattform Croove gestartet.

Taxibeat wurde im Jahr 2011 gegründet und hat bisher weniger als 7 Mio. Euro Finanzierung eingesammelt, unter anderem von Openfund und Hummingbird Ventures. In den letzten Jahren konnte das Unternehmen trotz Krise in Griechenland ein starkes Wachstum verzeichnen. Taxibeat konnte zuletzt eine Wachstumsrate von 180% über den Zeitraum von einem Jahr vorweisen. Bei dem griechischen Anbieter kann der Fahrgast den Fahrer direkt aussuchen, wenn er möchte.

Taxibeat gehört zu den kleineren Anbietern und ist nur in Griechenland und Peru aktiv. Durch den Fokus auf die zwei Märkte konnte das Unternehmen die Profitabilität erreichen, da keine hohen Kosten für einen Anlauf in neuen Städten anfallen. In Griechenland sind auf der Plattform 7000 Taxifahrer registriert und 850.000 Nutzer sind registriert. In Peru kommt Taxibeat auf 15.000 registrierte Fahrer und 800.000 Nutzer, die die App heruntergeladen haben.

In den letzten Monaten und Jahren hat sich einiges auf dem Markt der Mobilitätsdienstleister getan. Grundsätzlich wird sich das Mobilitätsverhalten vor allem Städten stark verändern. In der Zukunft wird der private Autobesitz zurückgehen und die Nachfrage nach alternativen Moblitätsdiensten wird steigen. Zuerst werden Carsharing und Ridesharing Dienste diese Lücke ausfüllen, später werden autonome Ride-Hailing Dienste wichtiger werden.

Startups wie Uber, Didi und Lyft investieren Summen in Milliardenhöhe, um globale Fahrdienstplattformen aufzubauen. Kleinere Anbieter, wie eben Taxibeat, werden aufgekauft oder geben auf. Etablierte Automobilkonzerne beteiligen sich an Anbietern von Mobility Services oder übernehmen diese komplett. Der Volkswagenkonzern hat sich mit 300 Mio. Euro an Gett beteiligt, General Motors ist Investor bei Lyft. Renault hat die Fahrdienst Plattform Karhoo aus der Insolvenz übergenommen, Ford hat den Shuttle Dienst Chariot übernommen.

Daimler hat schon recht früh die Relevanz von Mobility as a Service Angebote erkannt. Bereits 2012 hat sich Daimler an myTaxi beteiligt und im Jahr 2014 komplett übernommen. Im gleichen Atemzug wurde die Übernahme von RideScout veröffentlicht Im letzten Jahr kam die Mehrheitsbeteiligung an der Taxi-App Hailo hinzu. Um in Zukunft unabhängiger vom Verkauf von Mercedes Fahrzeugen zu sein, hat der Konzern die Strategie CASE beschlossen. Mobilitätsdienstleistungen, wie Carsharing und Ride-Hailing sind elementarer Bestandteil von CASE.

Bild: Taxibeat (alle Rechte vorbehalten)

Rote Zahlen: Lyft macht Verlust von mehr als 600 Mio. $

Nachdem schon über die Verluste von Uber berichtet wurde, die im abgelaufenen Jahr auf mehr als 3 Milliarden US$ gestiegen sein sollen, sind jetzt auch Zahlen von Konkurrent Lyft an die Öffentlichkeit gelangt. Ein Insider, der namentlich nicht genannt werden möchte, hat die Zahlen an die Presse weitergegeben.

Umsatz wächst schneller als Verlust

Der zweitgrößte Anbieter von Ride-Hailing Diensten in den USA hat trotz starkem Umsatzwachstum einen Verlust von mehr als 600 Mio. US$ angehäuft. Der Umsatz soll im gleichen Zeitraum um 250% auf etwa 700 Mio. US$ angestiegen sein. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Verlust um 46% gestiegen. Der Verlust pro Fahrt ist auf 3.75 US$ gesunken, im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 7.77 US$ pro Fahrt. Während des Jahres hat das Ridesharing Unternehmen den Investoren mitgeteilt, dass der Verlust pro Monat nicht über 50 Mio. US$ liegen wird – an dieses Versprechen hat sich Lyft anscheinend gehalten. Innerhalb der kommenden zwei Jahre will das Unternehmen profitabel werden.

Langfristig mit profitablem Geschäftsmodell?

Bei den hohen Verlusten von Uber und Lyft kommt die Frage auf, ob beide Unternehmen unter den jetzigen Marktbedingungen die Profitabilität erreichen können, ohne zu fusionieren. Beide Unternehmen bezuschussen Fahrer und locken Kunden mit Gutschriften, um ein Wachstum in den USA verzeichnen zu können. Dieser Wachstumskurs ist extrem kapitalintensiv und wird nur aufhören, wenn ein Unternehmen vom Markt verschwindet. Nach einer Fusion können die Fahrpreise angehoben und die Subventionen reduziert werden.

Auch wenn es sich dabei um eine andere Branche handelt, aber ein ähnlicher Trend konnte auf dem deutschen Fernbusmarkt beobachte werden. Zuerst haben sich mehrere Anbieter mit geringen Preisen unterboten, bis die schwächsten Anbieter aufgeben haben. Mittlerweile ist nur noch Flixbus übrig geblieben und die Fahrpreise wurden angehoben.

Lyft wächst schneller in den USA

Konkurrent Uber hat im ersten Quartal 2016 ein positives Ergebnis in den USA erzielt, in den weiteren Quartalen dann aber mehr als 100 Mio. US$ pro Quartal in den USA verloren. Nachdem Uber im ersten Quartal gesehen hat, dass Lyft schneller wächst und weitere Marktanteile gewinnt, wurde auf Angriffsmodus umgeschaltet. Es wurden höhere Summen in Marketing und Subventionen auf Fahrerseite investiert, um wieder schneller auf dem amerikanischen Markt zu wachsen.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Renault kauft Reste von Karhoo

Im letzten Jahr ist die Vermittlungsplattform Karhoo spektakulär in die Pleite gerutscht, jetzt wurde bekannt, dass Renault die Technologie des Unternehmens für etwa 1 Mio. Euro übernommen hat. Die Plattform bekommt eine zweite Chance – in den kommenden Monaten soll die Vermittlungsplattform für Fahrdienste wieder gestartet werden.

Nach der Übernahme soll das Unternehmen von etwa 35 Mitarbeitern wieder aufgebaut werden. Vor der Pleite waren mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt. Gleitet wird das neue Karhoo von Boris Pilichowski und Nicolas Andine. Finanzielle Unterstützung kommt von der RCI Bank and Services, der Financial Services Tochter von Renault. Der Kaufpreis soll bei 1 Mio. Euro liegen. Die Hälfte davon soll von den beiden CEOs kommen. RCI steuert erstmal weitere 15 Mio. Euro für den weiteren Aufbau hinzu.

Karhoo ist gescheitert, weil die interne App Entwicklung zu lange gedauert hat und letztendlich zu viele finanzielle Ressourcen geschlungen hat. Außerdem scheint es Probleme bei der Abrechnung der Fahrgen gegeben zu haben. Nutzer wurden mit Gutscheinen angelockt und haben häufig gar nichts für die Beförderung bezahlt. Hinzu kamen betrügerische Kunden, die Schwachstellen im System ausgenutzt haben.

Ursprünglich wurde darüber berichtet, dass Karhoo mehr als 250 Mio. US$ eingesammelt hat. Wie die Unterlagen des Insolvenzverwalters belegen, belief sich die eingesammelte Summe nur auf 52 Mio. US$. Zeitweise wurden mehr als 6 Mio. US$ pro Monat verbrannt, am Schluss lagen die Verluste bei 2.5 Mio. US$.

Grundsätzlich war Karhoo eine Art Meta-Search Plattform, auf der die Angebote mehrerer Fahrdienste gebündelt wurden. Die Aufträge wurden an die angeschlossenen Partner weitervermittelt und dann unter eigenem Namen durchgeführt. In London konnten zum Beispiel Fahrten mit Gett oder Addison Lee gebucht werden.

Insgesamt sollen seit dem Beginn des Insolvenzverfahrens 30 – 40 Unternehmen an einer Übernahme interessiert gewesen sein. Der letztendlich geringe Kaufpreis und ein in dem Bereich unerfahrener Käufer lassen darauf schließen, dass von Karhoo wenig Substanz übrig geblieben ist. Bleibt abzuwarten, ob das neue Unternehmen das Vertrauen der Nutzer und der Fahrdienste bzw. Fahrer zurückgewinnen kann.

Mit Renault wird ein weitere Automobilkonzern im Bereich der Fahrdienste und Ride-Hailing Plattformen aktiv. Damit setzt sich der Trend fort, der schon in den letzten ein bis zwei Jahren beobachtet werden konnte. Der Volkswagen-Konzern hat sich mit 300 Mio. US$ an Gett beteiligt und vor kurzem seine Marke Moia für Mobilitätsdienstleistungen der Zukunft gestartet. Daimler betreibt MyTaxi und hat Hailo gekauft. Der amerikanische Konzern General Motors hat sich mit 500 Mio. US Dollar bei Lyft eingekauft.

Bild: Screenshot Karhoo Website (alle Rechte vorbehalten)

Didi investiert in Taxi-App 99 aus Brasilien

Die Chinesische Plattform für Ridesharing und Taxi-Dienste Didi Chuxing beteiligt sich an einem weiteren Mitbewerber. Bisher hat sich Didi schon an Wettbewerbern in Asien beteiligt, jetzt kommt ein Unternehmen aus Brasilien hinzu. Das chinesische Unternehmen tritt als Lead-Investor in der Finanzierungsrund des brasilianischen Unternehmens 99 auf. Gestartet ist der Anbieter als 99Taxis und hat sich erst kürzlich in 99 umbenannt.

Insgesamt soll eine Summe von 100 Mio. US$ in das Unternehmen geflossen sein, wie viel davon von Didi stammt, ist nicht bekannt. Die Gespräche zwischen 99 und Didi sollen schon im April gestartet sein. Damals hat der jetzige CEO Peter Fernandez Gespräche mit den vier Anbietern von Ridesharing Diensten gesucht, die sich in einem Bündnis zusammengetan haben, um  ihr Wissen zu teilen.

Globale Ridesharing Allianz

Anstatt selber zu expandieren, beteiligt sich Didi lieber an lokalen Wettbewerbern. Die Taxi-App Didi Chuxing unterhält enge Partnerschaften mit Lyft aus den USA, Ola aus Indien oder Grab in Südost-Asien. Operativ hat man in den letzten Monaten nicht viel von der weltweiten Allianz gehen. Nur zwischen Didi und Lyft wurde bereits ein gemeinsamer Service entwickelt – Chinareisende Amerikaner können über die Lyft App in China ein Taxi oder einen Chauffeur bestellen und andersrum genauso. Chinese, die in die USA reisen und die Didi App installiert haben, können ein Lyft-Fahrzeug ordern.

Unklar ist bisher, ob 99 auch Teil der globalen Ridesharing Allianz wird und diese damit ihre Aktivitäten nach Südamerika ausweitet. Neben Asien ist Südamerika einer der attraktivsten und am schnellsten wachsenden Märkte für günstige Fahrdienste. In Süd- und Mittelamerika ist auch Uber aktiv und wächst schnell. Mexiko ist eins der größten Länder für Uber und in Brasilien soll der Fahrdienst am schnellste wachsen.

Herausforderndes Umfeld in Brasilien

Die Plattform 99 will mit der Finanzierung weiter in Brasilien wachsen, eine Expansion ist erstmal nicht geplant. Brasilen ist ein bevölkerungsreiches Land und ist das Land mit der fünftgrößten Bevölkerung weltweit. Gleichzeitig ist das Land seit längerem in einer Wirtschaftskrise. Die Herausforderung liegt also darin, einen Service anzubieten, den sich viele Einwohner leisten können.

Bleibt abzuwarten, ob die weltweite Partnerschaft ein Erfolg wird. Die Verschiebung auf dem chinesischen Markt dürfte es erschwert haben, dass Anbieter wie Grab oder Ola ihr Wissen mit Didi teilen. Im August hat Didi das Chinageschäft von Uber übernommen und sich im Gegenzug an Uber beteiligt. Uber gilt als größter Feind von Grab, Ola und wahrscheinlich auch 99.

Laut eigener Meldung ist 99 im Jahr 2012 gestartet und mittlerweile in 550 brasilianischen Städten aktiv. Auf der Plattform sind 120.000 Fahrer registriert und über 10 Mio. Nutzer haben die App installiert.

Bild: 99 (alle Rechte vorbehalten)

Mega Wachstum: Wie schnell wachsen Uber und Lyft in den USA?

Die beide großem Mitfahrplattformen in den USA konnten im vergangenen Jahr deutlich wachsen. Taxiunternehmen, Automobilhersteller und der öffentliche Nahverkehr bekommen immer mehr Konkurrenz durch Lyft und Uber.

Die Ridesharing-Plattform Lyft konnte im vergangenen Jahr kräftig wachsen. Die Zahl der erfolgreich durchgeführten Fahrten stieg von 53.3 Mio. im Jahr 2015 auf 162.6 Mio. Fahrten im Jahr 2016. Das entspricht einer Verdreifachung der Fahrten innerhalb von 12 Monaten. Im vierten Quartal wurde die Anzahl der Fahrten verdoppelt, sie stieg von 21.1 Mio. im Q4 2015 auf  52.6 Mio. Fahrten im Q4 2016.

Lyft deutlich kleiner

Trotzdem ist Lyft noch deutlich kleiner als der Konkurrent Uber. Uber hat allein im Dezember 2016 mehr als 78 Mio. Fahrten in den USA absolviert. Lyft kam auf ebenfalls beachtliche 18.7 Mio. Fahrten im Dezember 2016. An Neujahr wurden schätzungsweise 15 Mio. Fahrten auf der Uber-Plattform durchgeführt. Vergleicht man die Dezember-Zahlen beider Unternehmen, dürfte Uber in den USA viermal so groß wie Lyft sein und auf ca. 600 – 700 Mio. Fahrten im Jahr allein in den USA kommen. Lyft ist nur in Amerika aktiv, Uber hingegen auf der ganzen Welt. Weltweit gesehen ist Uber also noch um ein vielfaches größer sein, als Lyft.

Lyft wächst schneller in den USA

Im Vergleich zu Uber scheint Lyft im Moment in den USA schneller zu wachsen. Lyft hat in der Zeit von July bis Dezember eine Wachstumsrate von 34.5% verzeichnen können, Uber kam nur eine Wachstumsrate von 25.8% in den USA im selben Zeitraum. Das dürfte auch daher kommen, dass Lyft kleiner ist uns somit mehr Raum zum wachsen hat.

Fahrer und Nutzerzahlen sind nur von Lyft bekannt. Laut Unternehmenschef John Zimmer wurde der Service von 12 Mio. Nutzern mindestens einmal im vergangenen Jahr genutzt. In der gleichen Zeit waren 700.000 Fahrer mindestens einmal auf der Ridesharing Plattform aktiv.

Uber und Lyft leisten sich in den USA einen teuren Wettbewerb. Sowohl auf Fahrer und auch auf Nutzerseite werden hohe Summen für Bonuszahlungen und Rabatte ausgegeben, um weiter wachsen zu können. Im Jahr 2017 wollen beide Unternehmen mehr Fokus auf die Mitfahrdienste legen, bei denen sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug teilen. Bei Lyft heißt dieser Service Lyft Line, das Pendant von Uber ist UberPool. Langfristig werden sich beide Unternehmen auch bei autonomen Fahrzeugen einen Wettbewerb liefern, sofern es nicht schon eher zu einer Fusion beider Player kommt.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Starke Allianz für autonomes Fahren: BMW, Mobileye und Intel wollen 2017 erste Fahrzeuge testen

Dieser Test war absehbar, da der bayerische Automobilkonzern BMW im vergangenen Jahr sowohl eine Kooperation mit Intel, als auch mit Mobileye eingegangen ist. Ziel der jeweiligen Kooperation ist es, so schnell wie möglich autonome Fahrzeuge zur Serienreife zu entwickeln.

Test Ende 2017 – Serienversion 2021

In der zweiten Jahreshälfte 2017 will BMW 40 Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen testen, um wichtige Daten für die Serienfahrzeuge zu sammeln. Unter realen Bedingungen sollen die Daten gesammelt werden und die Fahrzeuge hinzulernen. Die Serienfahrzeuge sollen in der Kooperation bis zum Jahr 2021 entwickelt werden.

Bei den Testfahrzeugen wird es sich um Modelle der 7er Baureihe handeln, die mit den neusten Sensoren, Software und Rechenpower von Intel und Mobileye ausgestattet sind. Die tests sollen in den USA und in Europa stattfinden. Im vergangenen Jahr gab es Berichte, dass BMW bis zu 40 autonome Fahrzeuge in München testen möchte.

White-Label Lösung für andere Hersteller

Auf der Technikmesse CES 2017 in Las Vegas haben die drei Partner ein einer Pressekonferenz bekanntgegeben, dass ein System entwickelt wurde, dass sich auch für andere Fahrzeugmodelle skalieren lässt. Die skalierbare Architektur für autonome Autos könnte  auch als White-Label Lösung angeboten werden, die von anderen Autokonzernen genutzt werden kann.

BWM lädt andere Hersteller und Zulieferer zur Kooperation ein. Das kann auch als Zeichen gedeutet werden, dass BMW eingesehen hat, dass sie bei der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen schnell aufholen müssen und diese Aufholjagd nicht alleine schaffen können.

Neben den Ankündigungen im Dezember, hat BMW bereits im Mai 2016 seine Pläne für autonome Fahrzeuge präsentiert. Im Rahmen den Feierlichkeiten zum 100. Firmenjubiläum wurden futuristische Modelle der unterschiedlichen Konzernmarken unter dem Namen iNext präsentiert. Unter iNext will BMW bis 2021 ein voll autonomes Fahrzeug zur Serienreife bringen.

Kooperationen zwischen Auto- und Technologiekonzernen

Da Technologiekonzerne nicht über das Wissen der Fahrzeugfertigung verfügen und Automobilkonzerne nicht in der Lage sind, die technologischen Bauteile für selbstfahrende Fahrzeuge zu entwickeln, schließen sich beide Parteien zusammen. Es ist davon auszugehen, dass wir Kooperationen, wie die zwischen BMW, Intel und Mobileye in Zukunft häufiger sehen werden. BMW produziert die Fahrzeuge, Intel die leistungsstarken Computer-Chips und Mobileye die Sensoren und Kameras.

Letztendlich müssen die autonomen Fahrzeuge noch den Nutzern über eine Plattform zugänglich gemacht werden. Bleibt abzuwarten, ob BMW seine Carsharing Plattformen DriveNow und ReachNow weiter ausbauen wird, oder ob in Zukunft Partnerschaften mit Fahrdiensten wie Uber oder Didi zu erwarten sind.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

MIT Studie: 3000 Ridesharing Autos können alle Taxis in New York City ersetzen

Eine Forschungsgruppe der Elite-Uni MIT hat eine Studie über den Einfluss von Ridesharing-Diensten veröffentlicht. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass alle 13.000 Taxis in New York City mit 3000 Ridesharing Fahrzeugen ersetzt werden können. Die Anzahl der Fahrzeuge kann also um mehr als 75% reduziert werden, ohne hohe Einbusen bei der Reisezeit zu haben.

Die Studie geht davon aus, dass die Anzahl der Fahrzeuge erheblich reduziert werden kann, wenn sich mehrere Personen ein Fahrzeug für eine Fahrt in die selbe Richtung teilen. Das führt zu weniger Stau, weniger Luftverschmutzung und geringerem Benzinverbrauch.

Taxidaten als Grundlage für Algorithmus

Die Forscher der CSAIL Abteilung des MITs haben Daten von 3 Mio. Taxifahrten für die Studie verwendet und einen entsprechenden Algorithmus entwickelt, um die Simulationen zu erstellen. Das Ergebnis ist ein Algorithmus, mit dem der Zusammenhang zwischen Flottengröße, Kapazität, Wartezeit, Verspätungen und operativen Kosten von unterschiedlichen Fahrzeugtypen untersucht werden kann.

Reduzierung um mehr als 75%

Ein Ergebnis der Simulation ist, dass 3000 viersitzige Fahrzeuge, die zwei bis vier Personen in die gleiche Richtung transportieren die Nachfrage an Taxifahrten zu 98% decken können. Die Effizienz kann durch eine nachfragegesteuerte dynamische Positioniert der freien Fahrzeuge um 20% gesteigert werden. Die durchschnittliche Wartezeit liegt dabei bei guten 2.7 Minuten. Sollten größere Shuttle Fahrzeuge mit bis zu zehn Sitzplätzen zum Einsatz kommen, sind nur 2000 Fahrzeuge nötig, um 95% der Fahrtanfragen zu bedienen.

Vor kurzem hat das deutsche Startup Flott ebenfalls eine Studie über den Einfluss dynamischer Shuttle Diensten veröffentlicht. Flott hat am Beispiel Hamburg simuliert, dass sich die Anzahl von Fahrzeugen drastisch reduzieren lässt, wenn ein intelligentes und dynamische Shuttle System etabliert wird. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Fahrzeuge um 97% reduziert werden kann und die Fahrgäste auch noch schneller ans Ziel befördert werden können, da Staus und Parkplatzsuche wegfallen.

Ridesharing mit enormen positiven Einfluss

Beide Studien zeigen, dass intelligente Fahrdienste einen enormen Einfluss auf die Mobilität in Städte haben werden. Neben Reduzierung von Staus, Luftverschmutzung und Energieverbrauch, können sich Shuttle- und Ridesharing Dienste auch positiv auf das Stadtbild auswirken. Interessant wird auch der Einsatz von autonomen Shuttles sein, die elektrisch betrieben werden.

Bild: Malinda Rathnayake (bestimmte Rechte vorbehalten)

Fahrdienst Careem sammelt 350 Mio. US$ ein

Unter den Fahrdienst-Unternehmen gibt es win weiteres Unicorn. Das Startup Careem aus dem Mittleren Osten sammelt 350 Mio. US$ bei einer Bewegung von einer Milliarde US$ ein. Die Finanzierung kommt von dem japanischen Rakuten-Konzern und Saudi Telecom Company (STC). Die Careem-Konkurrenten Uber, Lyft oder Grab werden ebenfalls mit mehreren Milliarden US$ bewertet.

150.000 Fahrer auf der Plattform

Das Unternehmen wurde vor vier Jahren gegründet und hat seinen Sitz in Dubai. Vor der jetzigen Runde wurden bereits 72 Mio. US$ eingesammelt. Aktiv ist Careem in 47 Städten, die meisten davon befinden sich im Mittleren Osten. Des Weiteren ist der Fahrservice in Städten der Türkei, Pakistan und auch in nordafrikanischen Städten aktiv. Laut eigenen Angaben sind mehr als 150.000 Fahrer auf der Plattform registriert. Auf der anderen Seite kann Careem über sechs Millionen Nutzer verzeichnen.

Unterstützung von Credit Swiss

Bei der Finanzierungsrunde wurde das Unternehmen von der Credit Swiss unterstützt. Mit der Hilfe sollen auch die fehlenden 150 Mio. US$ eingesammelt werden, um die geplanten 500 Mio. US$ zu erreichen. Es ist nicht bekannt, bis wann das Unternehmen die verbleibende Summe einsammeln möchte. Rakuten ist schon an Lyft und dem Anbieter aus Südamerika Cabify beteiligt. STC ist einer der größten Telekommunikationsanbieter im Mittleren Osten.

Careem Expandiert im Mittleren Osten

Die finanziellen Mittel sollen vorwiegend für die weitere Expansion genutzt werden. Vor kurzem hat Careem die ersten Städte in der Türkei gestartet. Im Dezember sollen 15 neue Städte in Pakistan, Studie Arabien und Ägypten gestartet werden. Bis 2018 soll der Fahrerpool auf eine Millionen Chauffeure ansteigen. Die Expansion und der Wettbewerb mit anderen Fahrdiensten wird einiges kosten. Auf Kundenseite muss investiert werden, aber auch auf Fahrerseite.

Uber als starker Konkurrent

Zu den größten Konkurrenten von Careem gehört Uber, das in mehr als 400 Städten aktiv ist. Darunter befinden sich auch einige arabische Städte. Im Juni hat Uber eine Finanzierung in Höhe von 3.5 Milliarden US$ vom Staatsfond Public Investment Fund aus Saudi Arabien erhalten. Uber gibt an, dass im Mittleren Osten 395.000 Fahrer auf der Fahrdienst-Plattform aktiv sind.

Bild: Careem (alle Rechte vorbehalten)