Archiv der Kategorie: Fahrdienst

Hamburg: on-demand Shuttle – flinc simuliert den Stadtverkehr von morgen

Im Schnitt bleibt ein Auto in Deutschland am Tag 23 Stunden ungenutzt – und erzeugt damit im parkenden Zustand immense Kosten. Und egal, ob Carsharing oder Privatfahrzeug: pro Fahrt sind bis heute im Schnitt nur 1,5 Personen an Bord. Gleichzeitig führt der motorisierte Individualverkehr zu überlasteten Innenstädten, zahlreichen Verkehrsunfällen, extremen Umwelt- und Klimabelastungen und Krankheiten durch Stress. Einen Beitrag zur Lösung des Verkehrsproblems können On-Demand Shuttle Services darstellen.

Im Rahmen der Studie „Erneuerung der städtischen Mobilität“ untersucht die flinc GmbH die Auswirkungen eines haltestellenbasierten Shuttle-Systems auf den motorisierten Individualverkehr in Hamburg. Das Shuttle-System kombiniert die Stärken des öffentlichen Nahverkehrs mit den Vorzügen des eigenen Autos und egalisiert gleichzeitig deren Nachteile. Das System berechnet auf Basis der Nachfrage die günstigste Route und bringt mehrere Passagiere mittels Pooling schnell und bequem ans Ziel. Das Shuttle-System ersetzt in diesem Szenario als Mischung aus UberPool und ÖPNV alle Privat-PKW. Via On-Demand-Pooling steuern die mit jeweils bis zu 8 Personen besetzten Fahrzeuge feste Haltestellen an.

Die Studie zeigt mehrere Vorteile von On-Demand-Shuttles gegenüber dem privaten PKW auf: 97% weniger Autos, 61% weniger gefahrene Kilometer sowie erhebliche Reduktion von CO2, Lärm- und Feinstaubemissionen. Stau wird durch ein Shuttle-System nahezu vollständig eliminiert, da der Wegfall von Privatfahrzeugen mit ei- nem deutlich besseren Verkehrsfluss und weniger gefahrenen Kilometern einhergeht – bei höherer Flexibilität.

Erstmals wurden mit Hilfe anonymisierter Daten über 35 Millionen Fahrten in Hamburg simuliert. flinc ist hierfür eine Partnerschaft mit Telefónica NEXT eingegangen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich bereits 100 Shuttles positiv auf das Verkehrsbild auswirken können.

Erst vor wenigen Wochen hat flinc den Start der neuen Shuttle-Plattform „flott“ verkündet. flott soll als Software-Plattform etabliert werden, die von Verkehrsbetrieben genutzt werden kann, um einen dynamischen Shuttle anbieten zu können. Das Unternehmen will dabei nicht das operative Geschäft betreiben, sondern nur die technische Lösung zur Verfügung stellen. Idealerweise lässt sich die Shuttle Plattform mit den bereits bestehenden Verkehrsmitteln in einer Stadt verknüpfen. Ein Shuttle-System ermöglicht Städten und Verkehrsbetrieben schon heute, einen Teil der für selbstfahrende Autos notwendigen Infrastruktur zu entwickeln und wertvolles Know-how für zukünftige Mobilitätsangebote zu generieren.

Die Studie „Erneuerung der städtischen Mobilität: Wie kann ein Shuttle-System den kompletten motorisierten Individualverkehr in Hamburg ersetzen?“ ist ab sofort als Download verfügbar.

Bild: flinc GmbH (alle Rechte vorbehalten)

Lyft plant Lieferservice

Lyft entwickelt anscheinen einen Lieferservice. Bisher bietet das amerikanische Unternehmen nur einen Fahrdienst an, ein Kurierdienst gehört bisher noch nicht zum Angebot. Intern hat das Unternehmen deswegen mit Spannungen zu kämpfen.

Weiteres Standbein vs. weniger Fokus

Der Unternehmenschef John Zimmer sieht darin die Möglichkeiten, um das Unternehmen weiter  zu diversifizieren und unabhängiger vom Ridesharing-Angebot zu machen. Einige seiner Manager wollen den Plan aber nicht unterstützen, da es vom eigentlichen Ziel ablenkt. Das Ziel von Lyft ist es, einen wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Fahrdienst abzubauen. Die Führungspersonen von Lyft befürchten, dass Gelder und Fokus von dem Ridesharing-Service abgezogen werden und in das neue Angebot gesteckt werden.

Start noch unklar

Bisher ist noch nicht klar, wann Lyft den Service starten möchte. Auch mit einem Kurierdienst würde sich Lyft in einem umkämpften Markt befinden. Anderes Startups, wie Postmates und UberRush sind bereits in dem Bereich aktiv. Außerdem besteht Konkurrenz durch etablierte Kurierdienste und Lieferservices. Uber, der größte Konkurrent von Lyft, bietet schon einen Lieferservice an. Um UberRush ist es eher ruhig, UberEATS hingegen wird aggressive vorangetrieben.

Kooperation mit Restaurant-Plattformen

Lyft könnte zum Start mit den Essenlieferdiensten GrubHub und Eat24 zusammenarbeiten, um einen Fuß in die Tür zu bekommen. GrubHub und Eat24 arbeiten mit Restaurants zusammen, die über eigene Fahrer verfügen. Der neue Lieferdienst von Lyft kann hier eine Ergänzung sein, um die Nachfrage in Stoßzeiten abzudecken. Alternativ können die Restaurants ihre Flotte abschaffen und auf den Lyft Service setzen.

Lieferservice: umkämpfter Markt

Der Markt der Lieferdienste ist umkämpft. Einige Anbieter fokussieren sich dabei ebenfalls auf Lieferservices für Essen und Restaurants. Für Postmates ist es laut eigener Aussage extrem schwer gewesen, die letzte Finanzierungsrunde einzusammeln. Auch der Essenlieferdienst Deliveroo scheint Schwierigkeiten gehabt zu haben, genügend Geld einzusammeln.

Lyft ist nur in den USA aktiv und wird von namenhaften Investoren unterstützt. Neben General Motors ist auch die chinesische Plattform Didi Chuxing an der Ridesharing-Plattform beteiligt.

Bild: Kārlis Dambrāns (bestimmte Rechte vorbehalten)

Lyft Amp erfindet das Taxizeichen neu

Die Taxi-Alternative Lyft gibt sein bisheriges Erkennungszeichen, einen pinken Schnurrbart auf und setzt zukünftig auf eine Leuchtanzeige. Als Lyft vor ein paar Jahren mit seinem Ridesharing Dienst in San Francisco gestartet ist, wurde jedes Auto mit einem riesigen Plüsch-Schnurrbart ausgestattet, der am Kühlergrill befestigt wurde. Später folgte eine dezentere Version, die vom Fahrer auf dem Armaturenbrett befestigt wurde. Jetzt kommt das farbige „Taxizeichen“.

Markenzeichen wird aufgegeben 

Das Markenzeichen wird jetzt aufgegeben und anstelle des kleinen leuchtenden Schnurrbarts bekommen die Lyft-Fahrer eine Leuchtschild ins Auto. Das Leuchtzeichen erstrahlt in unterschiedlichen Farben und soll so das Suchen und Finden von Fahrer und Mitfahrer erleichtern. Der Fahrgast sieht die Leuchtfarbe des Schildes in seiner App und kann so den Fahrer leichter finden. Auf der Rückseite des Schildes kann der Fahrer eine individualisierte Nachricht erscheinen lassen, vielleicht erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt auch Werbung.

Bessere Kundenerfahrung als Ziel

Lyft erwartet sich durch das neue Taxischild eine bessere Kundenerfahrung. Fahrer und Fahrgäste sollen sich durch die unterschiedlichen Farben leichter finden. Gerade nachts soll die Suche durch das neue Schild vereinfacht werden. Außerdem will sich Lyft durch das Amp genannten Taxizeichen von den Mitbewerbern abheben.

Zentrale Steuerung des Taxizeichen möglich

Die Farbe wird übrigens von Lyft vorgegeben, damit nicht alle Fahrer mit der gleichen Farbe durch die Gegend fahren. Das Unternehmen kann das neue Feature zentral steuern und so später auch für Werbung nutzen oder für besondere Umstände anpassen. Aus Sicht des Unternehmens können die Schilder auch in autonomen Fahrzeugen angebracht werden, um Fahrzeug und Mitfahrer zu verknüpfen.

Lyft scheint weiter gut zu wachsen und hat im Oktober über 17 Mio. Fahrten vermittelt. Das ist mehr als doppelt soviel, als vor einem Jahr. In den nächsten Monaten wird die Fahrdienstplattform auch vermehrt im Fernsehen um weitere Fahrgäste werben.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Shuttle Service GoOpti sammelt 4.4 Mio. Euro ein

Das Startup GoOpti betreibt einen Shuttle Service in Europa und konzentriert sich dabei auf Fahrgäste, die von kleineren europäischen Städten zu größeren Flughäfen gebracht werden wollen. Um weiter wachsen zu können, hat das Startup eine Finanzierung in Höhe von 4.4 Mio. Euro abgeschlossen.

Das Unternehmen baut einen Marktplatz für Nutzer, die in einer Stadt mit schlechten Flugverbindungen wohnen. Dort existiert entweder gar kein Flughafen oder ein Flughafen mit wenigen teuren Direktverbindungen. Bisher fahren viele Personen mit diesem Problem zum nächst größeren Drehkreuz mit dem eigenen Auto oder lassen sich von Freuden oder Familie fahren. Das kann hohe Kosten für Benzin, Parkgebühren, Autobahngebühren usw. mit sich bringen. Genau hier greift GoOpti mit seiner Lösung an. Der dynamische Shuttle Service gruppiert Passagiere, die zu einer ähnlichen Zeit am Flughafen sein müssen und auf einer sinnvollen Route eingesammelt werden können. Auf der einen Seite werden so die Kosten für die Fahrgäste gesenkt, auf der anderen Seite erhalten die bestehenden Shuttle Services mehr Aufträge.

Flughafen Shuttle mussten in der Vergangenheit per Telefon oder E-Mail bestellt werden, was aus Kundensicht aufwändiger ist. Die Fahrdienstanbieter mit Minibussen haben sich in der Vergangenheit auf kleinere Gruppen und Geschäftsreisende fokussiert. Außerdem sind die Fahrer gleichzeitig die Manager des Services, was zu einer hohen Arbeitsbelastung führt. Mit der GoOpti Lösung erhalten die Betreiber der Minivans Zugang zu einer neuen Kundengruppe, die in der Vergangenheit auf Individualverkehr gesetzt hat aber an Kostenersparnissen interessiert ist. Durch die Automatisierung wird sich auch die Arbeitsbelastung reduzieren.

Der Marktplatz von GoOpti scheint auf den ersten Blick viele Vorteile für Fahrer und Fahrgäste zu bieten, in dem auf beiden Seiten der Aufwand reduziert wird.

Das Startup ist bisher in einigen europäischen Ländern aktiv, darunter Deutschland, Italien, Österreich, Ungarn und Slovenien. Ein Teil des Investments kommt von einem Fond der Europäischen Union. Auch der Berliner Geldgeber Point Nine Capital hat sich an dem Fahrdienst beteiligt. Die Finanzierung soll für die weitere Expansion genutzt werden.

Einige Startups beschäftigen sich mit dynamischen Shuttle Lösungen. Allygator Shuttle aus Berlin will einen dynamischen Shuttle für innerstädtischen Verkehr etablieren. Flinc hat vor kurzem seine Pläne für flott Bekanntgegeben.

Bild: GoOpti (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Autos: Zoox jetzt 1.5 Milliarden US$ wert

Das Startup Zoox arbeitet im Stealth Mode an einem selbstfahrendem Auto, das in den nächsten fünf Jahren zur Marktreife entwickelt werden soll. Bisher ist noch nicht viel über das Fahrzeug an die Öffentlichkeit gelangt, trotzdem scheint das Interesse von Investoren an dem Startup groß zu sein. In einer letzten Finanzierungsrunde sind weitere 50 Mio. US$ in Zoox geflossen, die Bewertung stieg auf 1.55 Milliarden US$. Das Geld kommt diesmal von Composite Capital, einem Fond aus Hongkong.

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2014 von dem Australier Tim Kentley-Klay und Jesse Levinson. Tim Kentley-Klay ist Unternehmer und Designer. Jesse Levinson war zuvor an der Stanford University. Dort war er Teil der Forschungsgruppe, die sich mit selbstfahrenden Autos beschäftigt hat. Insgesamt sind zuvor 240 Mio. US$ in Zoox investiert worden, die Bewertung lag dabei bei einer Milliarde US$.

Mehr als ein Roboter Taxi

Das Startup möchte viel mehr entwickeln, als ein selbstfahrendes Auto, das auf Vermittlungsnplattfomen eingesetzt wird. Um dieses Ziel zu erfüllen, wurden Experten von Tesla, Apple, Alphabet und weiteren Technologie- und Autokonzernen abgeworben. Das Fahrzeug soll die Umgebung verstehen und von sich aus wissen, wohin der Fahrgast möchte, was er während der Fahrt machen möchte und wie er sich durch die Stadt bewegen will.

Starke Konkurrenz für Zoox

Zoox ist nicht das einzige gut finanzierte Unternehmen, dass sich mit selbstfahrenden Autos entwickelt. Google beschäftigt sich mit der Entwicklung von selbstfahrenden Fahrzeugen. General Motors hat Cruise übernommen, um schneller in der Entwicklung zu sein. Uber hat erkannt, dass autonome Fahrzeuge eine Bedrohung für das jetzige Geschäftsmodell darstellen und investiert deshalb selbst kräftig. Seit kurzem werden die ersten autonomen Fahrzeuge in Pittsburgh getestet. Nutonomy ist in Singapur mit einem Pilotprojekt gestartet. In den nächsten fünf Jahren werden wir die ersten Flotten vollautonomer Fahrzeuge auf den Straßen sehen, Zoox will mit dabei sein.

Bild: Zoox (alle Rechte vorbehalten)

Lyft testet Monatsticket mit vergünstigten Fahrpreisen

Die Fahrdienst-Plattform Lyft testet im November in einigen amerikanischen Städten ein Monatsticket für beliebig viele Fahrten mit dem Ridesharing Angebot. Im Sommer hat Uber in New York ein ähnliches Angebot getestet, um das Sommerloch auf der Nachfrageseite abzuschwächen.

Monatsticket im November gültig

Lyft testet das Angebot in Los Angeles, Miami, San Diego, Chicago, Atlanta und Washington, D.C.. Das Monatsticket gilt für das Ridesharing Angebot Lyft Line, bei dem sich mehrere Fahrgäste, die in die selbe Richtung unterwegs sind, das selbe Fahrzeug teilen. Das amerikanische Startup beschränkt das Angebot auf den Monat November, die Monatstickets müssen im Oktober gekauft worden sein.

Kein Surge Pricing mit Monatsticket

Die Nutzer können mit dem Lyft Line Pass einiges im Vergleich zu dem normalen Fahrpreisen sparen. Bei dem Angebot gibt es keine Kilometerbegrenzung und auch die erhöhen Fahrpreise (Surge Pricing) während den Stoßzeiten sind bereits inbegriffen.

Es stehen zwei Varianten zur Verfügung. In der einen Version zahlt der Nutzer 29 US$ pro Monat und kann den Lyft Line Service unbegrenzt ohne Zuzahlung nutzen. In der zweiten Varianten zahlt der Kunde 20 US$ pro Monat und dann weitere 2 US$ pro Fahrt.

Teil des langfristigen Plans von Lyft

Für Lyft sind es die ersten Test, es ist aber davon auszugehen, dass das Unternehmen die Monatstickets in weiteren Märkten testen wird. Lyft President John Zimmer hat in einem Blog Post über autonomes Fahren angekündigt, dass das Unternehmen vie Potential in Abonnements sieht, um Nutzer an den Service mit einem günstigen Angebot zu binden. Uber und Lyft testen häufig vergleichbare Angebote, um das Volumen an Fahrten zu erhöhen.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Karhoo verbrennt 250 Mio. US$ und gibt auf

Das Startup Karhoo hat auf seiner Website veröffentlicht, dass der Service eingestellt wird. Karhoo hat versucht, sich als Art Meta-Search für Fahrdienste zu etablieren. Die Angebote konkurrierender Fahrdienste wurden in einer App vereint. In London wurden zum Beispiel die Services von Gett, Addison Lee und anderen Minicabs Unternehmen angeboten. Karhoo gibt auf, da zu viel Geld verbrannt wurde und das Unternehmen nicht in der Lage war, weitere Finanzierung einzusammeln.

Zuerst hieß es, dass sich das Unternehmen neu orientieren will, letztendlich musste aber Insolvenz angemeldet werden. Die Insolvenzverwalter werden jetzt versuchen, Teile des Unternehmens zu retten oder zu verkaufen.

In den letzten Wochen gab es Gerüchte darüber, dass das Unternehmen keine Gehälter mehr zahlen kann und vorübergehend die Entwicklungsabteilung in Israel geschlossen werden musste. Gleichzeitig wurde beteuert, dass das Unternehmen kurz vor dem Abschluss einer Finanzierung mit einem Investor steht, der das Unternehmen bis zur Profitabilität unterstützen wird. Die Finanzierungsrunde scheint es entweder nie gegeben zu haben oder sie ist im letzten Moment geplatzt.

Karhoo hat in den letzten Monaten anscheinend unheimlich viel Geld verbrannt. Im letzten Jahr hat die Financial Times berichtet, dass das Unternehmen eine Summe von 250 Mio. US$ eingesammelt hat und insgesamt auf eine Milliarde kommen wollte. Auch wenn diese Zahlen nie offiziell bestätigt wurden und die Finanzierungssumme geringer gewesen sein könnte, deutet alles auf einen enormen Cash Burn hin. Für das Unternehmen ist es ein dramatisches Ende. Die Frage stellt sich auch, wie Investoren ein wenig nachhaltiges Geschäftsmodell finanzieren konnten und warum es so spät aufgefallen ist, dass das Unternehmen so viel Geld verbrennt.

Karhoo war in London aktiv und hat den Service auch in New York, Tel Aviv und Singapur getestet. In London sollen ca. 200.000 Fahrzeuge auf der Plattform registriert gewesen sein, unter anderem von ComCab oder Addison Lee. In New York sollen es etwa 10.000 Fahrzeuge gewesen sein, die meisten von dem Partner Carmel. Karhoo hat von jeder vermittelten Fahrt einen Anteil von 10% einbehalten. Im Vergleich dazu nehmen die anderen Vermittlungsplattformen, wie Uber und Lyft 20 – 25% Provision pro Fahrt. Bei einer geringeren Marge bleibt viel weniger bei Karhoo pro Fahrt hängen. Das heißt, dass das Unternehmen viel besser skalieren muss, um profitabel arbeiten zu können. Die Ambition, mehr Fahrten als Uber generieren zu können, scheint unrealistisch zu sein. Uber ist anfangs auch mit geringeren Provisionen gestartet, hat dann aber eingesehen, dass es sich nicht rechnet. Karhoo scheint nicht skaliert zu haben und ein Großteil des Fundings dürfte für Freifahrten der Nutzer ausgegeben worden sein. Laut Google Play wurde die App nur 50.000 – 100.000 mal heruntergeladen, die iOS Zahlen sind nicht viel besser.

Europa ist ein schwieriges Pflaster für Mitfahrdienste und Vermittlungsplattformen. MyTaxi wurde vor ein paar Jahren von Daimler geschluckt, in diesem Jahr folgte die Fusion mit Hailo. Die Taxi-App Gett hat sich mit Volkswagen zusammengetan. Die Vermittlungsplattform Blacklane scheint auch Schwierigkeiten bei der letzten Runde gehabt zu haben.

Bild: Karhoo (alle Rechte vorbehalten)

Uber arbeitet mit Lyft-Investor General Motors zusammen

Die Landschaft konkurrierender Mobilitätsdienstleister und Autokonzerne vernetzt sich immer mehr. General Motors hat bekanntgegeben, dass der Konzern mit dem Fahrdienst Uber zusammen arbeiten wird. General Motors hat sich Anfang des Jahres an Lyft beteiligt. Lyft ist im Moment der einzige große Konkurrent von Uber in den USA.

Maven Carsharing Autos für Uber Fahrer

Genau gesagt arbeitet GM’s Carsharing Service Maven mit Uber zusammen. Uber Fahrer sollen in San Francisco Zugang zu der Carsharing-Flotte von Maven erhalten, um schnell an ein Fahrzeug zu kommen, mit dem sie auf der Ridesharing-Pattform Umsätze erzielen können. Die Fahrer zahlen pro Woche einen Betrag von etwa 180 US$, um das Fahrzeug inklusive Versicherung nutzen zu können. Das Angebot ist vor allem für Fahrer interessant, die keinen hohen Credit-Score oder nicht genügend finanzielle Reserven für einen Fahrzeugkauf oder Leasing haben.

Lyft wenig erfreut

Unklar ist, warum General Motors das Programm mit Uber und nicht mit Lyft für 90 Tage in San Francisco testet. General Motors und Lyft haben bereits andere Angebote für Fahrer entwickelt, um schnell und günstig an ein Fahrzeug zu kommen. Auch Lyft und Maven arbeiten bereits zusammen. Lyft dürfte über den Vorstoß nicht begeistert sein, da es dem Konkurrenten weitere Fahrer bringen wird. Beide Unternehmen kämpfen um die Gust der Fahrer, damit die Fahrtnachfrage bedient werden kann.

Flexible Fahrzeuge für Fahrer

Das Geschäftsmodell, Carsharing Fahrzeuge an Fahrer zu vermieten, scheint nicht ohne Tücken zu sein. Vor kurzen ist mit Evercar ein Startup mit einem ähnlichen Konzept an den Start gegangen. Eine Carsharing-Flotte soll Uber und Lyft Fahrern zur Verfügung gestellt werden, so dass diese flexibel ein Fahrzeug anmieten können. Evercar hat bereits nach kurzer Zeit verkündet, dass der Dienst eigestellt wird. Weitere Details wurden darüber nich bekannt.

General Motors mit Lyft Investment

General Motors hat sich Anfang des Jahres mit 500 Mio. US$ an Lyft beteiligt. Später sollen beide Unternehmen auch über eine Komplettübernahme verhandelt haben. GM hat sich an Lyft beteiligt, um eine Plattform und einen Entwicklungspartner für selbstfahrende Autos zu haben. Maven wurde dieses Jahr von General Motors gestartet und bündelt die Carsharing-Aktivitäten. Das Angebot soll demnächst nach Europa expandieren.

Bild: General Motors (alle Rechte vorbehalten)

Ridesharing Dienst Juno mit 50 Mio. US$ Finanzierung

Der Fahrdienst Juno hat eine Finanzierung in Höhe von 50 Mio. US$ eingesammelt. Das Unternehmen möchte ein Alleinstellungsmerkmal generieren, indem erfahrene Fahrer mit hohen Kundenbewertungen von Lyft und Uber abgeworben werden. Den Fahrern werden außerdem Unternehmensanteile angeboten, um sie an die Firma zu binden.

Finanzierung durch Rakuten

Bisher hat Juno insgesamt eine Summe von 30 Mio. US$ eingesammelt, unter anderem von dem japanischen Unternehmen Rakuten und von Business Angels. Juno hat die Finanzierung noch nicht bestätigt, bekräftigt aber, in weitere Städte expandieren zu wollen. Bisher ist das Unternehmen nur in New York City aktiv.

Fahrer werden an Juno beteiligt

Das Alleinstellungsmerkmal von Juno ist, dass die Fahrer minimale Anteile am Unternehmen erhalten, die über einen unbekannten Zeitraum vesten. Die Fahrer profitieren aber nur von den Anteilen, wenn das Unternehmen erfolgreich verkauft wird oder an die Börse geht. Es ist fraglich, wie viele Fahrer an dieser langfristigen Strategie wirklich interessiert sind und diese verstehen. Die meisten werden aufs schnelle Geld aus sein, um über die Runden zu kommen. Für Fahrer wird es auch schwer zu verstehen sein, wie viel die Shares später wert sein können und welches Risiko damit verbunden ist.

Fahrer mit Erfahrung

Juno nimmt nur Fahrer auf die Plattform, die Erfahrung auf anderen Plattformen gesammelt haben. Hinzukommt, dass sie hohe Kundenbewertungen gesammelt haben müssen. Die Fahrpreise für den Kunden liegen etwa auf dem gleichen Niveau, wie bei den Wettbewerbern. Die Fahrer müssen aber nur 10% des Fahrpreises abgeben, das ist weniger als bei Uber und Lyft. Laut Juno geht dieses Geschäft auf, weil weniger für Fahrerrecruiting ausgegeben wird. Bleibt abzuwarten, wie lang diese Strategie Bestand hat. Bisher wurden 16.000 Fahrer seit dem Start vor vier Monaten zur Plattform hinzugefügt.

Hohe Investitionen in den Mobilitätssektor

In den letzten Jahren wurden über 28 Milliarden in den Fahrdienst-Sektor investiert. Den Größten Teil davon haben Unternehmen wie Uber, Didi Chuxing, Gett, Lyft und Grab eingesammelt. Im Vergleich zu der Milliardenfinanzierung der amerikanischen Wettbewerber ist die Finanzierung für Juno sehr bescheiden. Es wird interessant sein, die weitere Entwicklung zu verfolgen.

Bild: Jason Lawrence (flickr) (bestimmte Rechte vorbehalten)

Uber Fahrer in Großbritannien: Angestellte statt Freelancer

In einem Gerichtsverfahren in Großbritannien haben zwei Uber Fahrer erreicht, dass sie nicht mehr als unabhängige Partner sondern als Angestellte zu sehen sind. In Großbritannien sind etwa 40.000 Fahrer auf der Uber-Plattform aktiv, die jetzt ähnliches anstreben könnten.

Das Urteil der Richter könnte auch Auswirkungen auf andere Unternehmen haben, die ebenfalls auf unabhängige Partner setzten, um den angebotenen Service durchführen zu können.

Die Ridesharing-Plattform hat damit argumentiert, dass das Unternehmen nur die Technologie zur Verfügung stellt und die Fahrer frei entscheiden können, wann und wo sie arbeiten. Außerdem nutzen die Fahrer ihre eigenen Fahrzeuge und tragen somit den größten Teil des unternehmerischen Risikos. Die Anwälte der Kläger haben argumentiert, dass die Fahrer angestellte sind, da Uber Druck auf die Fahrer aufbaut, um sie zum Arbeiten zu bewegen. Außerdem werden sie bestraft, wenn Aufträge nicht angenommen werden. Das Gericht ist in der ersten Instanz der Argumentation der Kläger gefolgt. Uber hat bereits angekündigt, dass Einspruch gegen das Urteil eingelegt wird. Sollte das Urteil Am Ende stand halten, muss das Fahrdienst-Unternehmen die Verträge mit allen Fahrern ändern, um horrende Kosten zu vermeiden.

Das Gericht hat in dem jetzigen Urteil entschieden, dass die Uber Fahrer als angestellte Fahrer zu betrachten sind und rückwirkend das Recht auf Mindestlohn von min. 7.20 GBP pro Stunde und bezahlten Urlaub haben. Weitere Fahrer, die sich dem Fall angeschlossen haben, können ebenfalls ihre Forderungen einreichen.

Das Verfahren wurde von der Gewerkschaft GMP unterstützt, die Gewerkschaft hat bereits angekündigt, das Vertragswerk und Setup weiterer Shared Economy Startups zu untersuchen, die auf selbstständige Fahrer oder Partner setzen. Eine Studie geht davon aus, dass in Großbritannien 460.000 Personen fälschlicherweise als Selbstständige eingestuft werden und so pro Jahr 314 Mio. GBP an Steuern und Versicherungsbeiträgen nicht gezahlt werden.

Bereits in den USA wurde Uber von Fahrern im Rahmen einer Sammelklage verklagt, der Fall wurde letztendlich mit einem Vergleich in Millionenhöhe beigelegt. Auch in Deutschland besteht für die Shared Economy Anbieter die Gefahr der Scheinselbstständigkeit. Unternehmen wie Deliveroo setzen in Deutschland teilweise auch auf selbständige Fahrer. Aus Unternehmenssicht ist es wichtig, dass hier gewisse Kriterien eingehalten werden, um das Risiko einer Klage und unerwünschter Kosten zu reduzieren.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)