Archiv der Kategorie: Fahrdienst

Uber Fahrer in Großbritannien: Angestellte statt Freelancer

In einem Gerichtsverfahren in Großbritannien haben zwei Uber Fahrer erreicht, dass sie nicht mehr als unabhängige Partner sondern als Angestellte zu sehen sind. In Großbritannien sind etwa 40.000 Fahrer auf der Uber-Plattform aktiv, die jetzt ähnliches anstreben könnten.

Das Urteil der Richter könnte auch Auswirkungen auf andere Unternehmen haben, die ebenfalls auf unabhängige Partner setzten, um den angebotenen Service durchführen zu können.

Die Ridesharing-Plattform hat damit argumentiert, dass das Unternehmen nur die Technologie zur Verfügung stellt und die Fahrer frei entscheiden können, wann und wo sie arbeiten. Außerdem nutzen die Fahrer ihre eigenen Fahrzeuge und tragen somit den größten Teil des unternehmerischen Risikos. Die Anwälte der Kläger haben argumentiert, dass die Fahrer angestellte sind, da Uber Druck auf die Fahrer aufbaut, um sie zum Arbeiten zu bewegen. Außerdem werden sie bestraft, wenn Aufträge nicht angenommen werden. Das Gericht ist in der ersten Instanz der Argumentation der Kläger gefolgt. Uber hat bereits angekündigt, dass Einspruch gegen das Urteil eingelegt wird. Sollte das Urteil Am Ende stand halten, muss das Fahrdienst-Unternehmen die Verträge mit allen Fahrern ändern, um horrende Kosten zu vermeiden.

Das Gericht hat in dem jetzigen Urteil entschieden, dass die Uber Fahrer als angestellte Fahrer zu betrachten sind und rückwirkend das Recht auf Mindestlohn von min. 7.20 GBP pro Stunde und bezahlten Urlaub haben. Weitere Fahrer, die sich dem Fall angeschlossen haben, können ebenfalls ihre Forderungen einreichen.

Das Verfahren wurde von der Gewerkschaft GMP unterstützt, die Gewerkschaft hat bereits angekündigt, das Vertragswerk und Setup weiterer Shared Economy Startups zu untersuchen, die auf selbstständige Fahrer oder Partner setzen. Eine Studie geht davon aus, dass in Großbritannien 460.000 Personen fälschlicherweise als Selbstständige eingestuft werden und so pro Jahr 314 Mio. GBP an Steuern und Versicherungsbeiträgen nicht gezahlt werden.

Bereits in den USA wurde Uber von Fahrern im Rahmen einer Sammelklage verklagt, der Fall wurde letztendlich mit einem Vergleich in Millionenhöhe beigelegt. Auch in Deutschland besteht für die Shared Economy Anbieter die Gefahr der Scheinselbstständigkeit. Unternehmen wie Deliveroo setzen in Deutschland teilweise auch auf selbständige Fahrer. Aus Unternehmenssicht ist es wichtig, dass hier gewisse Kriterien eingehalten werden, um das Risiko einer Klage und unerwünschter Kosten zu reduzieren.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Travis Kalanick: Uber mit 40 Mio. aktiven Kunden pro Monat

Auf einer Konferenz in San Francisco hat Uber Chef Travis Kalanick vor Politikern, Medienunternehmern und Geschäftsleiter einen Einblick in die Entwicklung des Unternehmens gegeben. Auf der einen Seite betonte der CEO, dass das Unternehmen an autonomen Fahrzeugen arbeitet. Diese werden neben Pittsburgh nun auch in San Francisco getestet. Auf der anderen Seite hab Kalanick auch einen kleinen Einblick in die Zahlen des Unternehmens.

Milliardenbetrag für die Fahrer

Auf der Konferenz hat Uber CEO Travis Kalanick bekanntgegeben, dass das Unternehmen über 40 Mio. aktive Kunden pro Monat hat. Im Durchschnitt zahlen diese aktiven Kunden um die 50 US$ pro Monat. Die Uber Fahrer generieren somit pro Monat 1.5 – 2 Milliarden US$ an Umsatz.

Kalanick sieht Zukunft bei autonomen Fahrzeugen

Im Moment sind die Umsätze also weiter steigend. Damit Uber seine Erfolgsgeschichte weiterschiebt, ist es entscheidend, dass Uber den Markt bei den selbstfahrenden Autos nicht verpasst. In den nächsten Jahren wird dadurch die komplette Branche der Fahrdienstanbieter und Automobilkonzerne verändert. Uber konkurriert dabei mit etablierten Technologiekonzernen, wie Google oder Apple. Startups und etablierte Automobilkonzerne arbeiten auch mit Hochdruck

Uber entwickelt sich zum Logistik- und Robotik-Unternehmen

Auf der Technologiekonferenz hat Uber Chef Kalanick verkündet, dass sich Uber immer mehr zu einem Robotik-Unternehmen entwickeln wird, je weiter die Entwicklung der selbstfahrenden Autos voranschreitet. Uber will das Verkehrssystem, das die meisten Städte am Leben hält, durch autonome Fahrzeuge effizienter gestalten. Die Bestrebungen des Unternehmens kann man in Pittsburgh verfolgen. Dort betreibt Uber eine Forschungs- und Entwicklungseinrichtung für selbstfahrende Autos. Seit ein paar Wochen werden die ersten Prototypen auf der Fahrdienstplattform getestet.

Keine Infos zu einem möglichen Börsengang

Auf der selben Konferenz hat Kalanick weiterhin bekräftig, dass das Unternehmen in absehbarer Zeit nicht an die Börse gehen will. Nach dem Verkauf von dem verlustreichen Uber China Geschäft an Didi Chuxing kamen die Gerüchte wieder verstärkt auf, dass Uber bald an die Börse gehen könnte. In den letzten Jahren wurden mehreren Milliarden an Finanzierung eingesammelt, sodass das Unternehmen auch ohne Börsengang weiter erfolgreich wachsen kann.

BMW, Toyota und die Allianz investieren in Nauto, ein Startup für autonomes Fahren

Das Startup Nauto, das Technologien für die Überwachung von Fahrzeugen und später auch für selbstfahrende Autos entwickelt, hat eine Finanzierung von namenhaften Konzernen eingesammelt. Die Unternehmen BMW, Toyota und Allianz Group haben eine Summe in unbekannter Höhe in das Startup investiert. Das Startup wird außerdem eng mit den Investoren zusammen arbeiten und die erhobenen Daten teilen.

Es ist nicht bekannt, welche Summe die Konzerne in der erweiterten Finanzierungsrunde in das Startup investiert haben. BMW ist mit BMW iVentures eigestiegen, Toyota ist über das Toyota Research Institute beteiligt und Allianz über Allianz Ventures. Entscheidender dürfte für Nauto die Zusammenarbeit mit den Konzernen sein. Zuvor hat Nauto eine Finanzierung in Höhe von 12 Mio. US$ eingesammelt. Das Unternehmen wurde im Jahr 2015 von CEO Stefan Heck und CTO Frederick Soo gegründet. Nauto entwickelt ein System bestehend aus Kameras, Bewegungssensoren und GPS Systemen das mit einer komplexen Software inklusive künstlicher Intelligenz ausgestattet ist. So wird überwacht, was sich außerhalb und innerhalb des Fahrzeugs abspielt.

Bis der Fahrer ganz ersetzt werden kann, wird dieser über gefährliche Situationen alarmiert und dabei unterstützt, Unfälle zu vermeiden. Das System verfügt über mehrere Kameras, die automatisch aufnehmen, wenn sich ein Unfall oder eine gefährliche Situation anbahnt. Im Falle eines Unfalls können die Aufnahmen genutzt werden, um die Schuldfrage zu klären. In einigen Ländern müssen dafür aber erst die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Der Fahrer kann das Nauto System auch absichtlich aktivieren, um Situationen im Fahrzeug aufzuzeichnen. Das ist vor allem für Taxifahrer und Fahrer von Mitfahrplattformen interessant, die öfters unbequeme Fahrgäste im Fahrzeug haben dürften. Im Falle eines Alarms wird ein Flotten- oder Fahrermanager alarmiert, der über einen Live-Stream das Geschehen mitverfolgen kann.

Am Anfang sind professionelle Fahrer die Zielgruppe von Nauto. Die Daten sollen genutzt werden, um für mehr Sicherheit zu sorgen und um Schäden schneller aufzuklären. Das System soll mit der Zeit weiterentwickelt werden und selbst dazu lernen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Vorteile und die vom Nauto-System gesammelten Daten in die Entwicklung von selbstfahrenden Autos einfließen und diese beschleunigen. Das Toyota Research Institute geht davon aus, dass erst Daten von mehreren Milliarden Fahrtkilometern gesammelt werden müssen, bevor die kritischen Punkte im Bezug auf die Sicherheit von selbstfahrenden Fahrzeugen vollkommen verstanden sind.

Nauto verfügt schon über einige Kunde aus den Bereichen Transportwesen, Logistik, und Personenbeförderung. Auch Uber und Lyft Fahrer interessieren sich für das System, bisher gibt es aber noch keine Partnerschaft zwischen dem Startup und einer der führenden Fahrdienst-Plattformen.

CASE: Mercedes-Benz passt seine Unternehmensstrategie an

Auf dem Automobilsalon in Paris hat Mercedes-Chef Dieter Zetsche mehr Details zur neuen Unternehmensstrategie CASE vorgestellt. Der Konzern will sich neu ausrichten, um auf die Herausforderungen aus neuen Mobilitätsbereichen zu reagieren. Dazu zählen unter anderem Fahrdienste, weitere Mobilitätsdienstleistugen und Elektromobilität. CASE steht für die vier Bereiche Connected, Autonomous, Shared & Service und Electric Drive.

Alle vier Säulen stehen für die Zukunft von Mercedes-Benz und werden die strategische Ausrichtung prägen. Die Säulen werden konsequent vorangetrieben, außerdem sollen sie intelligent verbunden werden. Mercedes-Benz versucht damit auf die Bedrohungen zu reagieren, die die bisherigen Automobilkonzernen auf den Kopf stellen könnten. Startups und Technologieunternehmen, wie Uber oder Tesla treiben die Bereiche seit Unternehmensgründung voran und haben diese tief in der Unternehmensphilosophie verankert. Mercedes-Benz versucht mit der CASE Strategie aufzuholen.

C für Connectivity

Die Marke Mercedes me wird eine zentrale Rolle im Bereich Vernetzung (connectivity) spielen. Die Kunden haben per App, Website oder direkt im Auto Zugriff auf ein umfassendes und personalisiertes Dienstleistungsangebot. So kann direkt ein Termin bei einem Servicepartner vereinbart werden. In Zukunft soll auch die Suche nach einem Parkplatz dank „Community-based Parking“ vereinfacht werden, das zusammen mit Bosch vorangetrieben wird. Über Sensoren erkennen die Mercedes-Benz Fahrzeuge freie Parkplätze und übermitteln die Daten an andere Fahrzeuge in der Umgebung. So wird die Suche nach einem Parkplatz deutlich komfortabler.

A für Autonomes Fahren

Mercedes-Benz treibt seine Entwicklungen weiter voran, um in naher Zukunft ein selbstfahrendes Auto im Angebot zu haben. Bereits heute sind in manchen Modellen Technologien verbaut, die teil-autonome Fahrfunktionen ermöglichen. Heute wird dadurch der Fahrer unterstützt, spätestens 2021 soll der Fahrer danke Weiterentwicklungen komplett ersetzt werden können. Ermöglicht wird das durch die Verknüpfung und Auswertung von Daten unterschiedlicher Sensoren, wie Kameras, Ultraschall oder Radar. Hinzu kommt ein extrem genaues Kartenmaterial.

S für Sharing & Service

In dem Bereich siedelt Mercedes seine Tätigkeiten in den Bereichen Sharing und Mobilitätsdienstleistungen an. Der Konzern betreibt bereits mit car2go ein eigenes Carsharing-Programm. Außerdem gehören die Taxi- und Fahrdienst Anbieter mytaxi, Hailo und Blacklane zum Portfolio. Mercedes will diesen Bereich weitere vorantreiben da in den nächsten Jahren die Nachfrage nach individuellem Fahrzeugbesitz vor allem in Städten weiter rückläufig sein wird. Bisher hat sich Daimler noch nicht dazu geäußert, wie es die Themen rund um autonomes Fahren mit den Fahrdienst-Plattformen verknüpfen wird. Da die Taxi-Fahrer im Moment noch zu einer nicht zu unterschätzenden Kundengruppe von Daimler zählen, wird sich der Konzern erwartungsgemäß mit konkreten Äußerungen zurückhalten.

E für Elektrifizierung

In Paris hat der Konzern die erste Studie der neuen Marke EQ vorgestellt. Unter dem Dach der neuen Marke soll ein umfassendes Angebot rund um Elektromobilität entwickelt werden. Neben Fahrzeugen sollen intelligente Lösungen für Energiespeicher und innovative Ladetechnologien sowie nachhaltige Recycling-Lösungen angeboten werden. Bis zum Jahr 2025 sollen mehr als zehn reine Elektrofahrzeuge im Angebot zu einen sein. Bei der Studie “Generation GQ” handelt es sich um einen elektrisch angetriebenen SUV, der über eine Reichweite von 500 km verfügen soll.

Bleibt abzuwarten, wie schnell der Konzern seine Strategie umsetzt. Mercedes-Benz ist damit nicht allein. Auch der Volkswagen Chef Müller hat angekündigt, dass eine weitere Marke gegründet wird, unter der die neuen Mobilitätsangebote des Konzerns gebündelt werden sollen. Gleichzeitig wurde eine Studie von einem Elektroauto präsentiert. Der Volkswagen I.D. soll bis zum Jahr 2021 zur Serienreife entwickelt werden.

Bild: Daimler AG (alle Rechte vorbehalten)

Lyft prognostiziert: Fahrzeugbesitz wird sich bis 2025 drastisch reduzieren

In einem langen Blog Post hat Lyft-Präsident John Zimmer seine Vision für die nächsten zehn Jahre der Automobil- und Fahrdienstindustrie dargelegt. Zimmer bezeichnet die Entwicklung und um selbstfahrende Autos als dritte Revolution des Transportbereichs. Die erste Revolution war die Entwicklung der Eisenbahn, die zweite Revolution der Einzug des individuellen Fahrzeugbesitzes. Die Entwicklung geht weg von individuellem Fahrzeugbesitz und hin zu günstigen Transportdienstleistungen basierend auf selbstfahrenden Autos und Apps. Im Jahr 2025 wird sich in Großstädten laut Plan von Zimmer und Lyft keiner mehr ein eigenen Fahrzeug zulegen.

In drei Phasen zu einer Welt ohne Autobesitz

Lyft will dieses Ziel in drei Phasen erreichen. In der ersten Phase will Lyft teil-autonome Fahrzeuge auf seine Fahrdienst-Plattform bringen, die eine festgelegte Route abfahren. Grund dafür ist unter anderem, dass es noch kein Kartenmaterial gibt, das gut genug ist, um selbstfahrenden Autos weitläufig fahren zu lassen. Detailliertes Kartenmaterial ist zwingend erforderlich, damit die selbstfahrenden Fahrzeuge unfallfrei durch die Stadt navigieren können.

In einer zweiten Phase werden die Fahrzeuge in der Lage sein, flexibel zu navigieren und auch abseits vordefinierter Routen unterwegs sein. Dabei wird die Geschwindigkeit noch bei etwa 40 Kmh gedrosselt sein. Mit fortschreitender Softwareentwicklung, werden die Fahrzeuge auch schneller unterwegs sein können.

Individueller Fahrzeugbesitz wir der Vergangenheit angehören

Die dritte Phase beginnt dann ab dem Jahr 2021. Von da an werden die Lyft-Fahrten von selbstfahrenden Fahrzeugen durchgeführt. Ab diesem Zeitpunkt wird auch der individuelle Fahrzeugbesitz einen Einbruch erleben. Zimmer geht davon aus, dass bis zum Jahr 2025 der individuelle Fahrzeugbesitz in amerikanischen Großstädten der Vergangenheit angehört.

Lyft hat das erste mal seit dem Einstieg von General Motors vor fast einem Jahr über seine Pläne für selbstfahrend Fahrzeuge gesprochen. Unklar ist, ob die Veröffentlichung mit GM abgesprochen wurde. Lyft sagt voraus, dass individueller Fahrzeugbesitz verschwinden wird. GM geht davon aus, dass auch in Großstädten der individuelle Fahrzeugbesitz weiterhin eine große Rolle spielt. Ähnlich sieht es auch Tesla, der neue Masterplan sieht eine Verschmelzung von individuellem um geteilten Fahrzeugbesitz. Auch Bewohner von Städten werden über das Jahr 2025 noch Fahrzeuge besitzen, haben aber die Möglichkeit, diese über etablierte Plattformen zu teilen.

Menschliche Fahrer in den nächsten 10 Jahren

Bis es soweit ist, wird Lyft in den nächsten 10 Jahren weiterhin menschliche Fahrer einsetzten, um die Fahrtanfragen der Nutzer durchzuführen. In den nächsten 5 Jahren geht Lyft von einem wachsenden Bedarf an Fahrern aus. Die Logik dahinter: Durch den Einsatz von selbstfahrenden Autos gehen die Kosten pro Fahrt nach unten und die Nachfrage nach oben. Da nur ein Teil der Fahrten mit Roboter-Autos durchgeführt werden können, werden weitere Fahrer benötigt, um die Nachfrage zu bedienen. Am Anfang werden auch Fahrer in den selbstfahrenden Autos platziert werden, um im Notfall das Steuer übernehmen zu können. Langfristig möchte Lyft auch weg von der Bezahlung pro Fahrt. Es sollen Abonnements entwickelt werden, wie man es heute schon von den Monatsabos für den öffentlichen Nahverkehr her kennt. Wer über kein Monatsabo oder Kilometerpaket kann weiter pro Fahrt bezahlen.

Mehr Platz für Wohnraum und Stadtentwicklung

Neben günstigeren Fahrpreisen gibt es laut Zimmer weitere Vorteile, wenn selbstfahrende Autos eingesetzt werden und individueller Fahrzeugbesitz nicht mehr angesagt ist. Das Stadtbild wird sich verändern, da riesige Flächen frei werden, die im Moment durch parkende Autos und Parkplätze blockiert sind. Bis diese sinnvoll genutzt werden, wird es aber bestimmt noch Jahrzehnte dauern.

Der Artikel von Lyft folgt, nachdem in den letzten Wochen viel über Fahrdienste mit selbstfahrenden Fahrzeugen berichtet wurde. Lyft möchte nicht in Vergessenheit geraten und wahrscheinlich auch von der Diskussion um die Verkaufsgerüchte ablenken. Das Startup nuTonomy testet seit ein paar Wochen selbstfahrenden Taxis in einem kleinen Gebiet in Singapur. Uber hat in der letzten Woche medienwirksam die erste Flotte von selbstfahrenden Autos in Pittsburgh auf die Straße geschickt.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Spiri will Shuttle Service mit Elektroautos starten

Das dänische Startup Spiri will den teilweise wenig effizienten öffentlichen Nahverkehr revolutionieren, in dem ein dynamischer on-demand Mitfahrservice gestartet werden soll. Das Startup will nicht nur die Plattform dafür anbieten, sonder entwickelt auch die passenden Fahrzeuge dafür. Der Service solle 2017 starten und zu erst sollen Nutzer als Fahrer eingesetzt werden. Im Gegenzug dafür bekommen sie ein Kontingent an Freifahrten.

Die Fahrer können die Fahrzeuge von Spiri umsonst nutzen, müssen aber Passagiere auf dem Weg mitnehmen und an deren Ziel wieder absetzen. Die Passagiere werden nur für die Betriebskosten der Fahrzeuge zahlen. Das heißt, es sind geringe Fahrtkosten zu erwarten, die sich auf dem Level des öffentlichen Nahverkehrs bewegen. Um die Fahrten zu vermitteln, arbeitet Spiri vorerst mit Drivr zusammen, einer Plattform für Fahrdienste.

Spiri setzt auf ultraleicht Elektrofahrzeuge

Die Fahrzeuge werden als “Ultra-Light Electric” bezeichnet. Dabei handelt es sich um Minivans mit mehreren Sitzen, die über eine hohe Energieeffizienz verfügen sollen. Die Energieeffizienz soll im Vergleich zu den auf dem Markt erhältlichen Modellen um 50% besser sein. Hauptgrund dafür ist der Einsatz von Leichtbau-Materialien und der Verzicht auf Zusatzausstattung. Es sollen nur 25% der Anzahl an Teilen verbaut werden, die in einem herkömmlichen Fahrzeug verbaut sind. Der Verzicht auf Zusatzausstattung beschleunigt auch die Entwicklungszeit der Fahrzeuge. Das endgültige Design ist noch nicht bekannt, die Entwicklung ist vor einem Jahr gestartet. Mit an Board sind Experten, die favor bei BMW, Tesla, Aston Martin oder DriveNow gearbeitet haben.

Autonome Fahrzeuge kommen später

Zu einem späteren Zeitpunkt sollen selbstfahrende Autos zum Einsatz kommen. Ein Test der selbstfahrenden Autos ist bereits für das kommende Jahr geplant. Spiri ist nicht das einzige ambitioniertes Startup im Bereich der dynamischen Mobilitätsdienstleister. Mehrere Unternehmen wollen einen dynamischen Shuttle Service aufbauen. In Deutschland ist vor kurzen Allygator Shuttle gestartet und CleverShuttle bietet seinen Fahrservice auch in einer Testphase an. Der größte Anbieter ist Via, in 2 US Städten wurden bereits mehr als vier Millionen Fahrten durchgeführt.

Bild: Spiri.io (alle Rechte vorbehalten)

Grab bestätigt Finanzierung und testet selbstfahrenden Autos

Der Fahrdienstanbieter Grab aus Südostasien hat bestätigt, dass eine Finanzierung in höhe von 750 Mio. US$ eingesammelt wurde. Die Ridesharing Plattform  gehört zu einem der stärksten Konkurrenten von Uber in Asien. Das Geld kommt hauptsächlich von bestehenden Investoren, angeführt von SoftBank. Es ist auch davon auszugehen, dass die sich Didi Chuxing an der Runde beteiligt hat.  Nach der Finanzierungsrunden wird Grab mit 3 Milliarden US$ (ca. 2.7 Milliarden Euro) bewertet.

Das Unternehmen ist bisher in sechs Ländern in Südostasien aktiv und hat zuvor 350 Mio. US$ eingesammelt. Grab wollte bis zu einer Milliarde US$ in der jetzt abgeschlossenen Runde einsammeln, letztendlich wurde das Ziel nicht erreicht. Das Unternehmen gibt an, dass es 1 Milliarde US$ auf dem Bankkonto hat.

400.000 Grab Fahrer und viele Fahrgäste

Mittlerweile verfügt das Unternehmen über 400.000 registrierte Fahrer und die App wurde mehr als 21 Mio. mal heruntergeladen. Pro Tag werden bis zu 1.5 Mio. Buchungsanfragen getätigt. Wie viele davon auch wirklich durchgeführt werden, ist nicht bekannt.

Grab CEO Anthony Tan will das Geld nutzen, um die Position in Asien zu stärken. Es ist davon auszugehen, dass Uber nach dem Verkauf von Uber China an Didi verstärkt in Südostasien aktiv werden wird. Da ist es für Grab wichtig, genügend Geld zur Verfügung zu haben und sich in eine starke Position zu bringen. Fokus liegt dabei auch auch Indonesien. Grab schätzt den Markt für on-demand Fahr- und Lieferdienste in Indonesien auf 15 Milliarden US$ pro Jahr. Das umfasst auch Fahrdienste, die mit Motorrädern angeboten werden und Logistik und Essenlieferdienste.

Fahrdienst und Bezahldienst

Neben den Fahr- und Lieferdiensten will Grab auch seine Position als Anbieter von Bezahlsystemen stärken. Das in-App Bezahlsystem GrabPay kann auch von Drittanbietern mit eingebunden werden und soll vor allem in Indonesien weiter ausgebaut werden.

Selbstfahrende Taxis: Kooperation mit NuTonomy

Das Thema selbstfahrende Fahrzeuge darf natürlich auch bei Grab nicht fehlen. Uber testet bereits selbstfahrende Autos in Pittsburgh, Lyft spricht zumindest schon mal öffentlich über seine Pläne, da muss auch Grab mithalten können. Das Startup nuTonomy testet seit ein paar Wochen autonome Taxis in Singapur. Jetzt haben die beiden Unternehmen eine Kooperation vereinbart.

NuTonomy verfügt zwar über eine eigene App für die Buchung der Fahrzeuge, die Kooperation mit Grab ermöglicht aber einen Zugang zu einer größeren Kundengruppe. Außerdem können die von Grab gesammelten Karten- und Bewegungsdaten für die Weiterentwicklung bei nuTonomy hilfreich sein.

Ausgewählte Grab Nutzer können über die Funktion “Robo-Car” ein selbstfahrendes Auto im Bezirk One North buchen. Die Fahrt wird für den Nutzer kostenlos sein, an Board befinden sich Außerdem immer ein Fahrer und ein Spezialist, der die IT-Systeme überwacht und mehr darüber erfahren möchte, wie die Fahrgäste auf die autonomen Fahrzeuge reagieren. Das Unternehmen will die Erfahrungen für die Entwicklung des eigenen Fahrdienstes nutzen, der 2018 starten soll.

In 15 Jahren vorwiegend Roboter-Taxis

Selbstfahrende Autos gelten als Zukunft der Fahrdienste. Innerhalb der nächsten 10 – 15 Jahre werde keine Fahrer mehr benötigt und die Carsharing und Ridesharing-Angebote verschmelzen. Singapur unterstützt Projekte, die sich mit selbstfahrenden Fahrzeugen befassen. Singapur erhofft sich dadurch einen Schub für die Wirtschaft und eine Reduzierung des individuellen Fahrzeugbesitzes.

Bild: Grab (alle Rechte vorbehalten)

Google Maps verlinkt jetzt auch auf Lyft und Gett

Bisher konnte über die Google Maps App nicht der Service von Lyft gebucht werden. Wahrscheinlich aus dem Grund, dass Google und Uber eine enge Geschäftsbeziehung gepflegt haben und Google sogar als Investor bei Uber mit an Board ist. Mit dieser Exklusivität ist es jetzt vorbei und amerikanische Google Maps Nutzer sehen auch das Angebot von Lyft in der App. Mehrere Anzeichen haben in den letzten Wochen darauf hingedeutet, dass sich der Wettbewerb zwischen Uber und Google verschärft.

Lyft und Gett in Google Maps in den USA

Neben Lyft wird auch das Angebot von Gett in der App zu sehen sein. Nutzer der Kartenapp sehen die Angebote der Fahrdienste als Alternative zu den bisherigen Optionen: Navigation mit Auto, Navigation zu Fuß oder mit dem Fahrrad und Routen mit dem öffentlichen Nahverkehr. Millionen von Nutzern sehen in der Navi-App nun auch die Fahrpreise von Lyft und Gett für die eingegebene Strecke. Dabei erscheint die Variante mit dem günstigsten Fahrpreis zu erst, was einen erheblichen Einfluss auf die Conversion-Rate haben dürfte.

MyTaxi als Option in Google Maps in Deutschland

In Deutschland ist under anderem MyTaxi als Option in Google Maps gelistet. Mit einem Klick auf die Anzeige wird die MyTaxi App geöffnet und die Fahrt kann gebucht werden. Die Integration von Fahrdiensten in Google Maps ist in 60 Ländern aktiv, 9 Partnerunternehmen sind dafür eingebunden. Gestartet wurde die Integration von Fahrdiensten in Google Maps bereits im Jahr 2014.

Uber und Google werden zu Konkurrenten

Uber und Google entwickeln jeweils eigene Varianten von selbstfahrenden Fahrzeugen. Selbstfahrende Fahrzeuge gelten als Zukunft des Carsharings und der Fahrdienste. Außerdem hat Google über sein Tochterunternehmen Waze einen eigenen Ridesharing-Dienst getestet, der jetzt weiter ausgerollt werden soll. Dieser Ridesharing Service tritt in direkte Konkurrenz zu dem Uber-Angebot. In der Vergangenheit hat Uber bei seinen Apps und dem Routing auf Google Maps Daten gesetzt, mittlerweile entwickelt ein eigenes Team die Kartendaten für die zukünftige Nutzung.

Bild: Google (alle Rechte vorbehalten)

Apple überdenkt Projekt Titan: Wann kommt das selbstfahrende Apple Car?

Bisher wurde nie offiziell bestätigt, dass Apple an der Entwicklung von einem selbstfahrenden Fahrzeug arbeitet. Jetzt überdenkt Apple aber anscheinend seine Pläne für die Entwicklung und Produktion eines selbstfahrenden Fahrzeugs. In jüngster Vergangenheit wurden Teile des Projekts zur Entwicklung eines selbstfahrenden Autos eingestellt. Einige Angestellte und Experten wurden entlassen. Bisher soll es einige Prototypen geben, die auf abgeschotteten Straßen getestet werden.

Verzögerungen in der Entwicklung bei Apple

Es gibt mehrere Anzeichen dafür, dass es beim dem Apple Titan Projekt nicht so voran geht, wie geplant. Das Projekt ist in den letzten Jahren auf mehr als 1000 Mitarbeitern angewachsen und es wurden führende Experten von Technologieunternehmen und Automobilkonzernen für das Projekt abgeworben. In den letzten Jahren ist der Projektfortschritt aber hinter den Erwartungen zurück geblieben und viele der Experten haben das Unternehmen wieder verlassen. Im Juli hat der Apple Veteran Bob Mansfield die Leitung des Projekts übernommen. Mansfield war davor für die Hardware-Entwicklung der Apple Watch und der MacBooks und iMacs verantwortlich.

Fokus auf Software und Sensoren

Unter der Leitung von Mansfield wurde das Projekt anscheinend neu gestartet. Apple arbeitet laut einem Bericht von Bloomberg nicht mehr vorwiegend daran, ein komplettes selbstfahrendes Auto zu entwickeln. Der Fokus liegt jetzt stärker auf der Entwicklung von Software und Hardwareelementen, die Fahrzeugen autonome Eigenschaften verleihen. Es soll also eine Art Kit entwickelt werden, das dann von bestehenden Automobilkonzernen verbaut werden kann.

Apple ist nicht alleine, wenn es um die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen geht. Eine ähnliche Strategie hat das Startup Cruise verfolgt, bevor es letztendlich von General Motors aufgekauft wurde. Auch das Startup Otto arbeitet an Software und Hardware für selbstfahrende Fahrzeuge. Otto wurde vor kurzem für 750 Mio. US$ von der Fahrdienst-Plattform Uber aufgekauft.

Die Zukunft der Fahrdienste

Autonome Fahrzeuge werden in mehreren Jahren die bestehenden Carsharing und Mitfahrdienste revolutionieren. Ridesharing Plattformen, wie Uber und Lyft werden durch die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen gewaltige Veränderungen erfahren. Uber had die Bedrohung erkannt und investierte deshalb viele Ressourcen in die Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Es wird damit gerechnet, dass die ersten serienreifen vollautonomen Fahrzeugen im Jahr 2021 verfügbar sein werden.

Die von Apple entlassenen Mitarbeiter dürften bei dem derzeitigen Wettrüsten der Automobilkonzerne und Technologieunternehmen leicht einen neuen Arbeitgeber finden.

Bild: Josh Allen / flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

Ford übernimmt on-demand Shuttle Service Chariot

Das Interesse der Automobilkonzerne an innovativen Mobilitätsdienstleistern steigt weiter. Ford Smart Mobility, ein Tochterunternehmen des Ford Konzerns, hat das on-demand Shuttle Startup Chariot übernommen. Ford Smart Mobiltiy wurde ins Leben gerufen, damit innerhalb des Ford Konzerns innovative Mobilitätsangebote entwickelt und betrieben werden können. In Kansas City testet Ford ein ähnliches Angebot in Kooperation mit Bridj.

Dynamischer Shuttle Service von Chariot

Chariot bietet einen dynamischen Shuttle Service, der über eine App gebucht werden kann. Die Routen und Stops werden je nach Nutzeranfragen erstellt. Ziel ist es, einen Fahrservice anzubieten, der sich kostentechnisch auf dem Niveau des öffentlichen Nahverkehrs bewegt. Gleichzeitig soll der Service die Fahrgäste aber schneller ans Ziel bringen. Bequemer ist der Bus-Ersatz auch noch, da der Weg zur “Haltestelle” kürzer ist.

Expansion mit Schlagkraft von Ford

Chariot wurde 2014 gegründet uns setzt seit Anfang an auf Minibusse von Ford. Es ist nicht bekannt, für welchen Preis das Unternehmen übernommen wurde. Bisher wurden lediglich 3 Mio. US$ in einer Seed-Finanzierung eingesammelt. Im Moment werden ca. 100 Ford Transit mit 15 Sitzplätzen eingesetzt. Die Fahrzeuge werden auf fast 30 Routen in San Francisco eingesetzt. Der Service soll weiterhin unverändert angeboten werden.

Die Schlagkraft von Ford soll genutzt werden, um den Fahrdienst schneller in weiteren Städten zu etablieren. Dabei soll der Service nicht nur in den USA angeboten werden, eine globale Expansion ist auch geplant. Chariot will jetzt aggressiv durchstarten und in den nächsten 18 Monaten mindestens fünf weitere Märkte starten. Der öffentliche Nahverkehr ist in den meisten Städten stark reguliert. Die guten Kontakten von Ford zu den Regierungen und Behörden in vielen Ländern und Städten weltweit sollen bei einer Expansion helfen.

Weitere Automobilkonzerne betreiben Mobilitätskonzepte

Ford ist nicht der einzige Autobauer, der im Bereich von Mobilitätsdienstleistungen aktiv ist. Volkswagen hat sich vor kurzem an dem Fahrdienst Gett beteiligt. Der Daimler-Konzern betreibt mit Hailo und myTaxi im Moment noch zwei Taxi-Apps. Außerdem wurde die Technologie des Carsharing-Anbieters FlightCar übernommen und mit car2go eine Carsharing-Plattform betrieben. Langfristig wollen die Hersteller eine Plattform für den Betrieb von autonomen Fahrzeugen aufbauen.

Bild: Ford (alle Rechte vorbehalten)