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Sucht Fahrdienst-Anbieter Lyft einen Käufer?

Es gibt erste Anzeichen, dass das Ridesharing Unternehmen Lyft einen Käufer sucht. Anscheinend hat der amerikanische Fahrdienst das Unternehmen Qatalyst Partners engagiert. Qatalyst Partners konzentriert sich auf den Verkauf und den Zusammenschluss von Technologieunternehmen. Unter anderem soll Quatalyst Partners den Verakuf von LinkedIn and Microsoft in die Wege geleitet haben. Lyft wollte sich zu diesen Gerüchten nicht äußern.

Käufer für Lyft gesucht?

Unterschiedliche Quellen haben der Zeitung Wall Street Journal berichtet, dass der Qatalyst Gründer Frank Quattrone in Kontakt getreten ist, um sie von einem Einstieg oder eine Übernahme von Lyft zu überzeugen. Darunter sollen sich auch einige etablierte Automobilkonzerne befinden. Bisher hat der Ridesharing-Dienst Lyft finanzielle Mittel in Höhe von 2 Milliarden US$ eingesammelt und wird mit 5 Milliarden US$ bewertet. Mit diesen finanziellen Mitteln hat Lyft den Kampf um Wachstum mit Uber aufgenommen. Beide Unternehmen leisten sich in den USA einen erbitterten Wettbewerb um Fahrer und Kunden. Durch subventionierte Fahrpreise und Bonuszahlungen an Fahrer werden immer mehr Kunden gewonnen.  Sollte Lyft aufgekauft werden, kann das als Zeichen gewertet werden, dass Uber den Kampf der Fahrdienstvermittler in den USA gewonnen hat.

Es wäre nicht die erste Aufgabe

Sollte Lyft aufgekauft und der Service eingestellt werden, wäre Uber der einzige verbleibende große Anbieter. Sidecar, ebenfalls ein Anbieter von Fahrdienstleistungen hat bereits im Januar aufgegeben. Die Reste von Sidecar wurden von GM aufgekauft. Schon damals hat der Sidecar CEO Sunil Paul prognostiziert, dass Uber um jeden Preis gewinnen wird. Das Lyft eigestellt wird, wäre eine Option. Wahrscheinlicher ist aber, dass ein potentieller Käufer das Geschäft weiter betreibt. Letztendlich sind mehrere Milliarden Dollar in das Unternehmen geflossen und Lyft verfügt über einige Millionen Kunden.

Plattform für autonomes Fahren

Ein Autokonzern könnte Lyft übernehmen, um einen Starken Player in dem wachsenden Markt von Mobilitätsdienstleistungen vorweisen zu können. Viele Konzerne haben die Entwicklung im Mobilitätsbereich lange vernachlässigt, durch den Kauf wäre ein schneller Aufschluss möglich. Lyft eignet sich auch als Plattform für das Buchen von selbstfahrenden Autos. Das könnte auch auf Interesse bei einigen Herstellern stoßen. Das war unter anderem ein Grund für das Investment von GM in Lyft. GM geht davon aus, dass sich mit den Bemühungen von Lyft schneller ein Netzwerk von selbstfahrenden Autos aufbauen lässt. Die autonomen Fahrzeuge werden von den Herstellern zur Verfügung gestellt, die Ridesharing-Anbieter kümmern sich um den Betrieb der Flotte und um die Technologie für das Buchen der Fahrten.

Der Automobilkonzern General Motors hat 10% an Lyft erworben und könnte auch als Käufer in Frage kommen. Beide Unternehmen wollen gemeinsam autonome Fahrzeuge entwickeln, außerdem werden GM Fahrzeuge zu Sonderkonditionen an Lyft-Fahrer vermietet. Das Investment von Volkswagen in Gett und die Beteiligung von Apple an Didi zeigen aber auch, dass weitere Konzerne Interesse am Einstieg bei Anbietern von Ridesharing-Diensten haben.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Uber und Lyft bieten Vorbuchungen für Fahrten an

Die on-demand Plattformen Uber und Lyft bieten in einigen Städten auch das Vorbuchen von Fahrten an. Bisher waren beide Unternehmen der Ansicht, dass keine Vorbuchungsoption notwendig ist, da rund um die Uhr genügend Fahrer verfügbar sind, um innerhalb von Minuten am Abholort zu sein.

Bei Uber ist das Feature bisher in Seattle und Washington verfügbar, die geplanten Fahrten können mit einem Vorlauf von bis zu 30 Tagen gebucht werden. Die neue Funktion soll in den nächsten Wochen weltweit ausgerollt werden, im Fokus stehen am Anfang Städte mit einem hohen Anteil an Geschäftsreisenden. Bei Lyft wird die Funktion diesen Sommer ausgerollt, die Kunden können eine Fahrt bis zu 24 Stunden im Voraus buchen. Bis zu 30 Minuten vor Fahrtantritt kann die Buchung bei Lyft kostenlos storniert werden, bei Uber bis zu 5 Minuten vor Ankunft des Fahrers.

Vorbuchen bis zu 30 Tage im Voraus

Das Vorbuchen der Fahrten schützt die Kunden nicht vor erhöhten Fahrpreisen, die durch Surge-Pricing zustande kommen können. Die App schickt 24 Stunden und 30 Minuten vor Abfahrt eine Erinnerung, diese Mitteilung beinhaltet auch die Info darüber, ob die Fahrt durch mögliches Surge-Pricing teurer wird. Zum Start ist die neue Funktion nur für Geschäftsreisende und Fahrten mit UberX verfügbar.

Uber und Lyft wildern mit der neuen Funktion in den Gefilden von Fahrdienstleistern wir Blacklane und MyDriver. Beide Unternehmen setzten ausschließlich auf gebuchte Fahrten, die hauptsächlich von Geschäftsreisenden in Anspruch genommen werden. Bisher war es das Ziel von Uber, dass das Netzwerk an Fahrern so umfassend ist um alle spontanen Fahranfragen unabhängig von Zeit und Ort im Geschäftsgebiet durchführen zu können. Diese Zuverlässigkeit würde eine Vorbuchungsoption überflüssig machen. Der Grund für die Kehrtwende von Uber sind die vielen Anfragen der Nutzer, die bisher immer ignoriert wurden. Bei Lyft dürfte es ein vergleichbarer Grund gewesen sein.

Uber bietet auch eine Garantie für die Ankunftszeit bei UberPool Fahrten an. Wenn der Fahrer nicht rechtzeitig ankommt, erhält der Nutzer eine Gutschrift von zwei Dollar für die nächste Fahrt.

Bild: Lyft von Spiros Vathis (bestimmte Rechte vorbehalten)

Zoox will 252 Mio. Dollar für selbstfahrende Autos

Zoox, ein bisher geheimes Startup, das sich mit der Entwicklung von selbstfahrenden Autos befasst, will eine Finanzierung in Höhe von 252 Mio. US$ (ca. 220 Mio. Euro) einsammeln. Wenn das Unternehmen die Runde erfolgreich abschließt, könnte es mehr als eine Milliarde Dollar wert sein.

Zoox mit Lizenz für Kalifornien

Bisher ist wenig über die Produkte von Zoox bekannt. Es ist aber das einzige Startup, das über eine Lizenz über den Betriebt von selbstfahrenden Fahrzeugen auf den Straßen Kaliforniens verfügt. Bisher gab es ein weiteres Startup, das im Besitz dieser Lizenz war. Dabei handelt es sich um das Unternehmen Cruise, das im März von General Motors übernommen wurde. Ansonsten verfügen nur Konzerne wie Google Alphabet, Ford, Tesla und sechs weitere über diese Lizenz. Der Fahrdienst Uber testet seine selbstfahrenden Autos in Pittsburgh. Dort betreibt das Unternehmen eine Forschungsgruppe in Zusammenarbeit mit der Robotics Group der Carnegie Mellon Universität.

Wettstreit zwischen Startups und Automobilkonzernen

Technologieunternehmen und Automobilkonzernen befinden sich in einem Wettstreit, bei dem es um die Entwicklung von Fahrzeugen mit selbstfahrenden Eigenschaften geht. Die Nachfrage nach Automobilexperten und Experten für künstliche Intelligenz und Robotik ist im Moment hoch. Regelmäßig wird bekannt, dass Startups und Technologiekonzerne erfahrene Automobilexperten verpflichte haben. Auf der anderen Seite versuchen Automobilkonzerne Experten von Technologiekonzernen und Startups zu akquirieren, um die eigene Digitalisierungsstrategie voranzutreiben. Zoox soll über 140 Mitarbeiter verfügen, einige davon haben vorher bei Alphabet, Apple und Tesla gearbeitet.

Auto ohne Windschutzscheiben

Vor einiger Zeit hat Zoox die Skizzen eines Konzept-Fahrzeugs gezeigt. Das sportlich aussehende Fahrzeug hatte keine Windschutzscheib und war so ausgelegt, dass es in beide Richtungen fahren konnte. Die Passagiere sitzen sich im Auto gegenüber, ähnlich wie in einem Zugabteil. Zoox scheint darauf abzuzielen, selbstfahrende Autos für Fahrdienstplattformen zu entwickeln. Kunden könnten Uber, Lyft, Gett und weitere Ridesharing Plattformen sein. Der Verwaltungsrat ist gut besetzt. Unter den Mitgliedern befinden sich der ehemalige Qualcomm Präsident Dan Cooperman und ehemalige führende Manager von Apple und Oracle.

Bild: Zoox (alle Rechte vorbehalten)

Uber China will in einem Jahr Nummer Eins in China sein

Uber sagt, dass das Unternehmen innerhalb eines Jahres so stark wachsen wird, um den bisherigen Spitzenreiter Didi Chuxing zu überholen. Innerhalb eines Jahres will Uber somit zum Marktführer in China werden.

Laut Zhen Lui, Senior Vice President of Strategy bei Uber China hat dieses ambitionierte Ziel während eines Interviews verkündet. Laut seiner Aussage wächst Uber so stark, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das Unternehmen den Spitzenplatz errungen hat.

Marktanteil wird langsam ausgebaut

Im letzten Jahr war Uber nur in acht Städten in China aktiv und hatte bereits einen Marktanteil von 1%. Mittlerweile ist Uber in 60 chinesischen Städten aktiv und kommt auf einen Marktanteil von etwa 30 %. Der lokale Konkurrent Didi ist in mehr als 400 Städten aktiv und hat mehr oder weniger die verbleibenden 70 % Marktanteil.

Marktführerschaft als beachtliche Leistung

Würde es Uber tatsächlich schaffen, die Marktführerschaft zu erlangen, wäre das ein beachtliches Ergebnis. Der Fahrdienst ist seit etwa zwei Jahren in China aktiv und hat schnell aufgeholt. Diese Aufholjagt wird mit riesigen finanziellen Mitteln durchgeführt. Mehrere Milliarden wurde in den chinesischen Markt investiert, um dem Markführer Didi Anteile streitig zu machen.

Exakte Daten über die durchgeführten Fahrten von Uber und Didi sind schwer zu finden. Die meisten Insider sehen aber Didi klar als Marktführer an und prognostizieren, dass es auch extrem schwer sein wird, das Unternehmen einzuholen. China ist für Uber der wichtigste Markt. Sechs der zehn Städte mit den meisten Fahrten werden von Uber China bedient. In der Zukunft werden weitere chinesische Städte zu den meist-frequentierten Städten für Uber mutieren.

Uber China als separates Unternehmen

Uber China wird als separates Unternehmen geführt und hat bisher mehr als 1 Milliarde Dollar an Finanzierung eingesammelt, bei einer Bewertung von 7 Milliarden Dollar. Im Moment wird weiteres Geld eingesammelt, ein Teil davon wird von dem Mutterunternehmen kommen. Uber hat erst Anfang Juni eine Finanzierung in Höhe von 3.5 Milliarden durch den Staatsfond aus Saudi-Arabien bekannt gegeben. Auch Didi ist finanziell gut ausgestattet. Zu den Investoren zählen die Internetgiganten Alibaba und Tencent. Im letzten Monat hat sich auch Apple mit 1 Milliarde Dollar beteiligt. Didi lässt sich von den Aussagen der Uber Managerin nicht beeinflussen.

Bild: Uber in Beijing von bfishadow (bestimmte Rechte vorbehalten)

Saudi-Arabien investiert 3.5 Milliarden Dollar in Uber

Der Ridesahring Anbieter Uber sichert sich ein Investment in Höhe von 3.5 Milliarden Dollar vom Staatsfond aus Saudi-Arabien. Für Uber ist es das bisher größte erhaltene Investment. Im Allgemeinen wurde bisher kein größeres Einzelticket in ein Startup investiert.

Bisher hat Uber mehr als 13.5 Milliarden US$ einschließlich Wandelanleihen eingesammelt, von dieser Summe hat das Unternehmen noch 11 Milliarden Dollar auf dem Bankkonto. Das Investment kommt für Uber gut gelegen, so kann der Börsengang weiter hinausgezögert werden.

Bewertung bei 62.5 Milliarden Dollar

Die Gespräche zwischen Uber und dem saudi-arabischen Public Investment Fond wurden im März gestartet. David Plouffe, Ubers Chef Lobbyist und Verwaltungsrat-Mitglied ist zu diesem Zeitpunkt in die Region gereist. Der Public Investment Fond hält nach der Finanzierung Anteile in Höhe von etwa 5 % am Unternehmen. Das entspricht einer Unternehmensbewertung von Uber 62.5 Milliarden US$.

Weitere Diversifizierung der Investments

Der Managing Director PIF, Yasir Al Rumayyan wird Mitglied im Verwaltungsrat von Uber. Mit dem Investment will der Staatsfond seine Investments stärker diversifizieren und unabhängiger von den zurückgehenden Einnahmen aus dem Öl-Geschäft werden. Bisher war der Staatsfond nur im Inland tätig, bis 2030 sollen die Investments im Ausland stark ausgeweitet werden. Bis dahin sollen 50% des Anlagevolumens von 200 Milliarden in Auslandsbeteiligungen angelegt werden.

Auch Lyft mit Geld aus Saudi-Arabien

Der PIF ist nicht der einzige Fond aus Saudi-Arabien, der an neuen Mobilitätsanbietern beteiligt ist. Die Kingdom Holding Co, von Prinz Alwaleed Bin Talal hat mindestens 100 Mio. US$ in den Uber-Konkurrenten und zweitgrößten Fahrdienstanbieter in den USA Lyft investiert. Uber will einen Teil des Investments im arabischen Raum und in Afrika investieren. In Saudi-Arabien ist der Fahrdienst vor allem bei weiblichen Fahrgästen beliebt, etwa 80% der Fahrgäste sind weiblich. Das liegt auch daran, dass es für Frauen verboten ist, selber Auto zu fahren. Ein Großteil der Summe dürfte aber in die Wachstumsmärkte in Asien gesteckt werden. Gerade in China und Indien muss Uber viel investieren, um Marktanteile im Wettbewerb mit den lokalen Anbietern zu gewinnen.

Uber dürfte seine Bewertung mit den Bemühungen im Bereich der selbstfahrenden Autos gerechtfertigt haben. Der Einsatz von selbstfahrenden Fahrzeugen führt dazu, dass der größte Kostenfaktor, nämlich der Fahrer wegfällt. Das führt auf der einen Seite zu geringeren Preisen für die Kunden und auf der anderen Seite zu mehr Gewinn für Uber.

Strategische Investoren steigen ein

Das hohe Investment des Staatsfonds und der Einstieg von strategischen Investoren in neue Mobilitätsdienstleister zeigt deren Potential für die Zukunft. In den letzten Monaten und Wochen haben sich Unternehmen wie GM, Apple, Volkswagen oder Toyota an Dienstleistern wie Lyft, Didi, Gett und Uber beteiligt. Automobilhersteller schauen sich vor allem nach einer Plattform für den Einsatz von selbstfahrenden Autos in der Zukunft um. Vorerst geht es um das Erschließen weitere Absatzkanäle. Volkswagen hat erst gestern verkündet, dass Gett Fahrer leichter Zugang zu attraktiven Finanzierungskonzepten für Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern erhalten sollen. Sonderausstattung, Wartung und Versicherung inklusive. Später wird es auch um selbstfahrende Autos gehen. Gett ist für VW ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum ganzheitlichen Mobilitätsanbieter. Dieses Ziel will VW bis 2025 erreichen.

Konkurrenz aus China

Uber Konkurrent Didi arbeitet nach Aussagen des Didi Präsidenten Jean Lu an einer Finanzierung im Volumen von über 3.5 Milliarden US$. Erst im letzten Monat hat das Unternehmen 1 Milliarde von Apple erhalten. Didi ist entweder direkt an Uber-Konkurrenten beteiligt oder ist Partnerschaften mit diesen eingegangen. Darunter befinden sich Lyft in den USA, Ola in Indien und Grab in Südost-Asien.