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Ride-Pooling: Unpassende Argumente in der Diskussion um neue Mobilitätsangebote

Am Sonntag haben wir uns den Aprilscherz erlaubt und darüber berichtet, dass das Personenbeförderungsgesetz (PBefG) angepasst wurde. Heute wollen wir darlegen, warum Argumente, die in der Diskussion über Ride-Pooling und -Sharing genutzt werden, nicht immer passend sind.

In den Diskussionen der letzten Tagen und Wochen, die sich mit dem Thema Ride-Sharing und anderen innovativen Mobilitätsangeboten auseinandergesetzt haben, wurden teilweise Argumente in den Raum gestellt, die für fälschlicherweise zu Verunsicherung, Angst und Missverständnissen geführt haben.

Amerikanische Studien als Diskussionsgrundlage

Amerikanische Studie, über das Verhalten in Manhattan, werden in Diskussionen häufig genutzt und es wird versucht, die Erkenntnisse auch auf die hiesigen Städte anzuwenden. Dabei sind die Voraussetzungen deutlich anders und nicht auf lokale Großstädte wie Berlin oder Hamburg zu übertragen. Manhattan, bzw. New York City ist eine Stadt, in der das ÖPNV System veraltet und enorm ausgelastet ist. Die Zahl der Taxen ist limitiert und die Qualität der Fahrzeuge und Fahrer könnte besser sein. Da liegt es auf der Hand, dass die Bewohner auf Ride-Sharing Dienste ausweichen.

Anstatt auf Basis von nicht passenden Studien zu argumentieren, sollte aus Kundensicht gedacht und argumentiert werden. Wer ohne eigenes Auto in Großstädten wohnt, muss immer noch Komforteinbußen in Kauf nehmen, diese Lücke gilt es zu schließen. Eigene Daten müssen erhoben und ausgewertet werden.

Ride-Pooling soll Taxifahrern das Geschäft wegnehmen

Es wird darauf rumgeritten, dass Ride-Sharing Dienste zu Dumpingpreisen angeboten werden und so die Geschäftsgrundlage der Taxifahrer zerstören. Dass es sich bei den aktuellen Ride-Sharing Angeboten Moia in Hannover, Allygator Shuttle in Berlin oder ioki in Frankfurt um Testfelder handelte, um Technologie und Setup zu erproben, geht dabei unter. Sogar renommierte Medien, wie der NDR blenden aus, dass es sich dabei um Test-Angebote handelt, die im limitierten Umfang angeboten werden. Im Realbetrieb werden die Kosten für eine Ride-Sharing Fahrt nah an den Kosten eine Taxifahrt liegen und deutlich über den ÖPNV, siehe CleverShuttle in Berlin oder ViaVan in Amsterdam.

Und das Geschäft wird nicht weniger, sondern tendenziell mehr. Vielmehr ergeben sich durch eine komfortable Mobilitätslandschaft enorme Möglichkeiten für alle. Sollte auch nur ein kleiner Prozentsatz der Autofahrer in einer Stadt wie Berlin auf andere Verkehrsmittel wechseln, werden die bestehende Ressourcen an ÖPNV und Taxen nicht ausreichen. In einer Stadt wie Berlin werden pro Tag etwa 4 Mio. Fahrten mit dem motorisierten Individualverkehr (MIV) zurückgelegt, um die 30% aller zurückgelegter Wege an einem Tag. Die Taxifahrer werden an guten Tagen etwa 100.000 bis 150.000 Fahrten absolvieren, also nur einen kleinen Bruchteil vom Gesamtkuchen (etwa 3-5% aller MIV Fahrten) motorisierter Individualverkehr. Das heißt, dass die meisten MIV Fahrten (mehr als 90%) mit einem Privatfahrzeug zurückgelegt werden. Jede Verschiebung von wenigen Prozentpunkten, würde das System Taxi an die Leistungsgrenze bringen. Sollten 10% der Autofahrer entscheiden, dass sie ihr Fahrzeug stehen lassen, würde das bedeuten, dass etwa 400.000 Fahrten pro Tag mit anderen Verkehrsmitteln abgedeckt werden müssen. Eine riesige Chance für die Taxibranche, den ÖPNV und auch für Ride-Sharing Anbieter.

MOIA, ioki und co. sei alter Wein in neuen Schläuchen

Die neuen Angebote seien nichts anderes, als die bestehende Rufbus und Sammeltaxi Angebote. Vom Prinzip her mag das richtig sein, da sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug teilen. Der entscheidende Unterschied liegt in der vereinfachten Buchung per App und noch wichtiger, in der bedarfsgerechten Steuerung der Verfügbarkeit. Bestehende Shuttle-Angebote (der sogenannte Rufbus) müssen vorgebucht werden, sind nur per Hotline buchbar und verfügen über eine lange Anfahrtszeit. Damit können Autobesitzer nicht überzeugt werden, ihr eigenes Fahrzeug abzuschaffen. Die Taxi-Branche hat es einfach verschlafen, eine gute Produktidee weiterzuentwickeln.

Die Fahrzeuge der Ride-Pooling Dienste verpesten die Umwelt

Es ist oft zu lesen, dass Ride-Pooling Dienste Fahrzeuge mit Dieselmotor im Einsatz haben und so zur Luftverschmutzung beitragen. Tatsächlich nutzen Anbieter wie Moia, ioki oder door2door auch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Das liegt aber auch daran, dass auf dem Markt keine passenden Fahrzeuge mit Elektroantrieb zeitnah verfügbar sind. Die meisten Anbieter bekräftigen aber, dass sie in Zukunft auf E-Fahrzeuge umstellen werden und entwickeln teils auch aktiv auch passende Fahrzeuge. Dass es aber auch anders geht, zeigt der Anbieter CleverShuttle. Das Unternehmen setzt ausschließlich auf umweltfreundliche Fahrzeuge mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb. Im kleineren Rahmen ist das machbar, ist aber auch mit enormen Kosten für Fahrzeugbeschaffung und Infrastruktur verbunden.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Mobility Software: Bestmile mit neuer Finanzierung

Die Mobility Software Plattform Bestmile hat eine neue Finanzierung in Höhe von 11 Mio. Dollar eingesammelt. Das Unternehmen fokussiert sich darauf, autonome Fahrzeuge zu managen und in ein bestehendes Setup an herkömmlichen Fahrzeugen zu integrieren. Der Ansatz erinnert an das Vorgehen von Unternehmen wie Door2Door oder ioki. Das Geld kommt hauptsächlich von Road Ventures SA, mit Beteiligung von Partech Ventures, Groupe ADP, Airbus Ventures, Serena Capital und MobilityFund. Bestmile will das frische Geld nutzen, um global zu expandieren und um die Cloud-Lösung weiter auszubauen.

Investoren vom Erfolg überzeugt

Die Investoren sind von dem Erfolg von dem Startup überzeugt. Road Ventures CEO Patrice Crisinel lässt sich mit folgenden Worten zitieren: “Wir sind auf dem Markt der Mobility Services stark verankert und sehen Bestmile als ein disruptives Unternehmen, das nicht nur das heutige Fahrer-basierte Umfeld transformiert, sonder auch Flotten aus autonomen Fahrzeugen.” Reza Malekzadeh von Partech Ventures ist von den technologischen Eigenschaften der Plattform überzeugt und den Einsätzen in unterschiedlichen kommerziellen und strategischen Projekten in Europa oder den USA.

Fokus auf Software für Mischflotten

Bestmile ist ein Software-Anbieter, der sich auf den Betrieb einer Plattform für den Betrieb und die Nutzung von autonomen und Fahrer-basierten Flotten spezialisiert hat. Einen effizienten Betrieb von Mischflotten, bestehend aus autonomen und fahrebasierten Fahrzeugen, sieht das Unternehmen als Erfolgsfaktor auf dem Weg zu vollautomatisierten Flotten. Das Startup arbeitet dabei herstellerunabhängig und das System unterstützt ein on-demand Setup, kommt aber auch mit klassischen Linienverkehren zurecht. Bisher arbeitet das Startup mit Unternehmen wie Navya, EasyMile, Local Motors, Paravan, Next Future Transportation oder Hi-tech Robotic Systemz.

Kooperation mit unterschiedlichen Mobilitätsdienst-Anbietern

Bestmile arbeitet mit den unterschiedlichen Mobilitätsdienst-Anbietern zusammen. Zu den Nutzern der Mobility Software zählen öffentliche Verkehrsbetriebe, Fahrdienst-Netzwerke, Transportdienstleister oder private Communities und Campuses. Die Mobility Service Provider können Bestmile nutzen, um das bestehende Angebot mit on-demand Ridesharing Diensten zu ergänzen.

Die Mobility Software Plattform deckt ein umfassendes Set an Features ab, die für den Betrieb und die Buchung eines Mobilitätsdienstes benötigt werden. Die Features reichen von Flotten- und Fahrzeugmanagement, über Datenauswertung hin zu Features, die für den operativen Betrieb und die Optimierung einer Flotte benötigt werden. Für Flottenbetreiber werden unterschiedliche Zugriffsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt, entweder kann über ein von Bestmile entwickeltes Back-End auf das System zugegriffen werden oder mittels API. Für die Nutzer werden Apps und Web Interfaces angeboten, über die die Ride-Sharing Dienste gebucht werden können.

Die Mobility Plattform von Bestmile soll dabei helfen, ein multimodales Verkehrssystem aufzubauen, bei dem auch autonome Fahrzeuge in die Flotte an herkömmlichen Fahrzeugen integriert werden. Die Software wird in vielen Pilotprojekten eingesetzt, unter anderem in schweizerischen Sion, wo Postbus ein autonomes Smart Shuttle mit Navya Fahrzeugen betreibt.

Bild: Bestmile (alle Rechte vorbehalten)

Eilmeldung: Personenbeförderungsgesetz (PBefG) wurde überarbeitet

Berlin, 1. April 2018: Lange wurde es diskutiert, nur kann Vollzug gemeldet werden. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde ein Durchbruch bei der Modernisierung des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) abgeschlossen. Das ist ein erfreuliches Ergebnis, das vor allem den Bürgern zugute kommt. Die beteiligten Parteien wollten eigentlich schon viel früher mit einem Ergebnis an die Öffentlichkeit gehen, die Komplexität des Themas führte aber zu einer Marathon-Sitzung. Folgende Änderungen wurden beschlossen: 

Ride-Pooling offiziell im Personenbeförderungsgesetz vertreten

Für das aufstrebende Segment “Ride-Pooling” werden neue Vorschriften in das PBefG mit aufgenommen. Ride-Pooling ist nach der Novellierung ein Teil des öffentlichen Nahverkehrs und genießt gegenüber dem Linienverkehr folgende Vorteile. Die Linienpflicht entfällt, Ride-Pooling Fahrzeuge müssen keine festen Haltestellen anfahren und auch keinen Fahrplantakt einhalten. Wie bei Busfahrten ist Pooling von Fahrgästen ausdrücklich erlaubt. Die intelligente und bedarfsgerechte Bündelung von Fahrten sorgt dafür, dass ressourcenschonende und kostenfreundlichere Personenbeförderung möglich wird.

Rückkehrpflicht wird angepasst aber nicht abgeschafft

Die Rückkehrpflicht gilt zukünftig nur noch für Taxen. Mietwagen und Ride-Pooling Anbieter sind davon befreit. Zur Begründung dazu heißt es, dass das Taxigewerbe die letzten 50 Jahre geschützt wurde, jetzt sollen Ride-Pooling und Mietwagen in den Genuss kommen. Der Forderung, die Rückkehrpflicht für alle abzuschaffen, um Leerfahrten und schädliche Emissionen zu vermeiden, wurde nicht entsprochen

Einführung neuer Fahrzeugkategorien

Eine Änderung sieht vor, dass nur noch Fahrzeuge mit umweltfreundlichen Antrieben zugelassen werden. Es werden nur noch Fahrzeuge mit Elektroantrieb oder Wasserstoffantrieb für Fahrten im Ride-Pooling, Linien-, Mietwagen-, oder Taxi-Verkehr zugelassen. Um für weitere Verkehrsentlastung zu sorgen, werden ab 2021 nur noch Flugtaxen in der Kategorie Taxi zugelassen. Als Linienfahrzeuge, Mietwagen und Ride-Pooling Fahrzeuge werden nur noch autonome Fahrzeuge genehmigt. Damit wird eine große Wette auf die Technik eingegangen, die in den kommenden Jahren erst noch zur Serienreife entwickelt werden muss.

Zusätzlich zu den genannten Punkten wird die Tarifpflicht gelockert, der Fokus liegt auf Transparenz durch Anzeige von Bewertungen und Preisangaben vor der Fahrt. Außerdem wird die IHK Fach- und Sachkundeprüfung gelockert, um mehr Gelegenheitsangebote im Rahmen der Shared Economy zu ermöglichen.

Gleichzeitig sollen in den kommenden Wochen Maßnahmen beschlossen werden, die den privaten Fahrzeugbesitz so unattraktiv machen, dass mehr und mehr Menschen auf geteilte Mobilität umsteigen. Erste Überlegungen sehen eine Erhöhung der Parkgebühren um ein Vielfaches vor. Das Wachstum der Neuzulassungen soll verhindert werden und teure Lizenzen sollen eingeführt werden.

Frohe Ostern und einen schönen 1. April.

Bild: Busy traffic von dingcarrie (bestimmte Rechte vorbehalten)

Via Ride-Sharing als Ersatz für ÖPNV in texanischer Stadt

In der amerikanischen Stadt Arlington wird der lokale Bus mit einer Ride-Sharing Lösung auf Basis der Via Plattform ersetzt. Die Partnerschaft zwischen Via und der Stadtverwaltung in der texanischen Stadt ist ein starkes Zeichen, dass sich Behörden und Städte auf neue Wege begeben, wenn es darum geht, attraktive Alternativen und Ergänzungen zum ÖPNV aufzubauen.

10 Kleinbusse für die Innenstadt

In Arlington werden 10 Kleinbusse eingesetzt, die hauptsächlich in der Innenstadt unterwegs sein werden. In der Stadt wohnen etwa 390.000 Menschen, ein kleiner Teil wir den Genuss des Service kommen. Die Preise sind mit den Entgelt für den ÖPNV vergleichbar. Der Fahrpreis liegt bei günstigen 3 US Dollar pro Fahrt, als Flatrate. Ein Wochenticket kann für 10 Dollar erworben werden.

Subvention durch die Stadt

Der Betrieb wird von der Stadt finanziell unterstützt, etwa 320.000 US Dollar fließen jährlich als Subventionen in den operativen Betrieb. Mit dem Betrag sollen anscheinend ein Drittel der Kosten gedeckt sein. Unbekannt ist, ob Via das Projekt auch subventionieren wird. Um mit dem Zuschuss der Stadt wirtschaftlich arbeiten zu können, müssten mindestens 600 Fahrgäste pro Tag transportiert werden, etwa 60 pro Fahrzeug und Tag.

Die 10 Mercedes-Benz Fahrzeuge sind nicht rund um die Tür unterwegs, sondern vorwiegend in den Zeiten zwischen 6 und 21 Uhr. Die Wartezeit soll bei maximal 10 bis 12 Minuten liegen. Uber und Lyft sind in der Stadt noch nicht aktiv. Für die Stadt stehen bei dem neuen System auch Kostenersparnisse im Vordergrund. Das bisherige System, das auf Linienbussen basierte, soll deutlich teurere gewesen sein.

Mehrere Städte experimentieren mit ÖPNV Alternativen

Arlington ist nicht die erste Stadt in den USA, die Ride-Sharing Dienste anstatt den herkömmlichen ÖPNV Angeboten unterstützt. Mehrere Städte subventionieren zum Beispiel Uber Fahrten, um teure Investitionen zu vermeiden.

Auch hierzulande wäre es ein attraktives Szenario, wenn sich die Städte und Gemeinden für Ride-Sharing Dienst als flexibel und finanzierbare Alternative entscheiden würden.

Bild: City of Arlington (alle Rechte vorbehalten)

Bestätigt: BMW und Daimler vereinbaren Bündelung ihrer Mobilitätsdienste

Seit längerem wurde darüber spekuliert, jetzt melden beide Unternehmen Vollzug. Die beiden Automobilkonzerne Daimler und BMW legen die Mobilitätsdienste zusammen. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen Services für nachhaltige, urbane Mobilität aus einer Hand anbieten.

Strategischer Ausbau der Mobilitätsdienste geplant

Die Tochtergesellschaften und Beteiligungen in den Bereichen Car-Sahring, Ride-Hailing, Parking, Charging und Multimodalität werden in das Gemeinschaftsunternehmen eingebracht. Das Portfolio soll in den kommenden Jahren gemeinsam weiter strategisch ausgebaut werden. Die Fusion der Dienste muss noch von den zuständigen Wettbewerbsbehörden freigegeben werden. Beide Unternehmen sollen jeweils fünfzig Prozent der Anteile an dem Joint Venture-Modell halten. Die beiden Unternehmen werden mit ihrem jeweiligen Kerngeschäft auch künftig weiterhin im Wettbewerb stehen. Wie das gemeinsame Unternehmen heißen wird und welche Markenstrategie verfolgt wird, wurde noch nicht kommuniziert.

Fünf Bereiche im gemeinsamen Unternehmen

Folgende Bereiche sollen in dem Joint-Venture vereint werden:

Multimodal und On-Demand Mobility mit moovel und ReachNow

Die intelligente und nahtlose Vernetzung von verschiedenen Mobilitätsangeboten – inklusive Buchung und Bezahlung – stellt einen großen Mehrwert für die Nutzer dar. Darüber hinaus bietet die multimodale Plattform Lösungsansätze für die Herausforderungen des urbanen Individualverkehrs. Unbekannt ist, ob beide Angebote verschmelzen werden oder parallel bestehen bleiben.

CarSharing mit Car2Go und DriveNow

Car2Go und DriveNow haben in Summe 20.000 Fahrzeuge in 31 internationalen Metropolen. CarSharing erlaubt, die Auslastung von Fahrzeugen zu erhöhen und damit zur Reduktion der Gesamtzahl von Fahrzeugen in den Städten beizutragen. Mehr als vier Mio. Kunden nutzen bereits diese CarSharing-Angebote. Ob einer der Marken verschwinden wird, ist noch nicht bekannt.

Ride-Hailing mit mytaxi, Chauffeur Privé, Clever Taxi und Beat

Mit Europas größter Taxi-App ganz einfach ein Taxi bestellen oder in Frankreich einen lizensierten Fahrer für eine Fahrt in den französischen Metropolen nutzen. Insgesamt 13 Mio. Kunden und rund 140.000 Fahrer nutzen heute schon die moderne, praktische und schnelle Art des Ride-Hailing mit mytaxi, Clever Taxi und Beat sowie dem Fahrdienstvermittler Chauffeur Privé. Innovative Angebote wie mytaximatch, bei dem sich unbekannte Menschen per Fingertipp ein Taxi teilen, leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des innerstädtischen Verkehrsaufkommens, indem zahlreiche individuelle Fahrten im urbanen Raum überflüssig werden.

Parking mit ParkNow und Parkmobile Group/Parkmobile LLC:

Ticket- und bargeldloses Parken am Straßenrand oder Suchen, Reservieren und Bezahlen von Parkplätzen in Parkhäusern. Der innovative, digitale Parkdienst reduziert damit Zeit und Zahl der Fahrten, die Menschen für die Parkplatzsuche aufwenden und verringert damit das Verkehrsaufkommen signifikant. Denn der Parksuchverkehr macht heute etwa 30% des Stadtverkehrs aus.

Charging mit ChargeNow und Digital Charging Solutions:

Einfacher Zugang (Finden, Laden, Bezahlen) zum größten Netz an öffentlichen Ladestationen mit mehr als 143.000 Ladepunkten weltweit. Zusammen mit privilegierten Parkplätzen in den Städten unterstützt dies den Ausbau der Elektromobilität. Es ermöglicht den Menschen, Elektromobilität leicht in ihre Mobilitätsbedürfnisse zu integrieren und diese Antriebsform besser kennenzulernen. Auch hier ist nicht bekannt, ob beide Angebote verschmelzen werden.

Beide Unternehmen verfolgen schon seit ein paar Jahren, einer der führenden Anbieter bei innovativen Mobilitätsdienstleistungen zu werden. Bisher sind beide Konzerne aber weit hinter den führenden Anbietern wie Uber, Didi oder Lyft zurückgeblieben. Es ist zu hoffen, dass das Joint-Venture eine höhere Schlagzahl an den Tag legt, um die Zukunft der Mobilität ernsthaft mitgehalten zu können. Interessant auch, dass beide Unternehmen die Fäden für die Gestaltung der Zukunft aus der Hand geben.

Ganzheitliches Ökosystem an Mobilitätsdiensten

Die Partner planen, die Angebote besser zu vernetzen, um den Kunden ein ganzheitliches Ökosystem an Mobilitätsdiensten anbieten zu können. Die BMW Group und die Daimler AG wollen den Ausbau dieses neuen Geschäftsmodells gemeinsam nachhaltig vorantreiben sowie eine schnelle, weltweite Skalierung des Angebots ermöglichen.

Harald Krüger, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG kommentiert den Zusammenschluss wie folgt: „Die geplante Bündelung unserer Mobilitätsdienste zu einem digitalen Ökosystem ist einzigartig. Mit dieser Allianz erleichtern wir unseren Kunden den Einstieg in die emissionsfreie Mobilität der Zukunft. Im Wettstreit um die besten Premium-Fahrzeuge bleiben wir Wettbewerber. Mit der geplanten Zusammenlegung unserer Mobilitätsdienste setzen wir ein Zeichen in Richtung neue Wettbewerber und bündeln unsere Kräfte“.

„Als Pioniere des Automobilbaus werden wir nicht anderen das Feld überlassen, wenn es um die urbane Mobilität der Zukunft geht. Es wird zukünftig mehr Menschen als heute geben, die im urbanen Raum auf ein eigenes Auto verzichten, aber trotzdem sehr mobil sein möchten. Um ein einzigartiges, nachhaltiges Ökosystem für urbane Mobilität zu entwickeln, wollen wir unsere Expertise und Erfahrung bündeln“, sagte Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars.

Bild: Daimler AG (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Pooling in Deutschland: Interview mit Robert Henrich von MOIA

Robert Henrich ist einer der Geschäftsführer der Volkswagen Tochter MOIA, die in Hannover und bald auch in Hamburg App-basierte Ride-Sharing Dienst anbietet. In einem Interview beantwortet uns Robert Henrich einige Fragen.

Frage: Seit letztem Jahr seid ihr mit MOIA in Hannover aktiv. Das Angebot scheint gut anzukommen, auch auf Grund der geringen Kosten. Was waren für euch die Top 3 Learnings aus dem bisherigen Betrieb und wie wird es in Hannover nach der Testphase mit niedrigen Fahrpreisen weitergehen?

Robert Henrich: Unser Pooling-Service in Hannover wird sehr rege genutzt, sogar besser als wir das zunächst erwartet hätten. Angesichts der hohen Auslastung haben wir vor kurzem die Flotte aufgestockt, von 20 auf 35 Fahrzeuge. Gleichzeitig erhöhen wir nun sukzessive die Anzahl der Testnutzer von 2.000 auf bis zu 3.500 Personen.

Die Stadt scheint förmlich auf ein solches Angebot gewartet zu haben. Das hat natürlich auch mit dem Preis zu tun. Allerdings können wir im Rahmen der geschlossenen Testphase auch nicht mehr als sechs Cent pro Passagier nehmen, da wir noch keine Konzession haben. Das ist rechtlich nicht möglich. Klar ist, dass der betriebswirtschaftlich faire Preis im Regelbetrieb höher liegen und sich zwischen ÖPNV und Taxi einpendeln wird.

Zu deiner Frage nach den Learnings: Die Applikationen und der Algorithmus funktionieren, es geht jetzt noch um Feinjustierungen. Das Prinzip des Pooling beinhaltet, dass die Fahrgäste mit kleineren Umwegen rechnen müssen. Ein wichtiges Learning ist dabei, dass nicht jeder Umweg gleichermaßen akzeptiert wird. Wer sein Fahrtziel schon sieht, möchte ungern noch einmal abbiegen, um weitere Personen aufzunehmen, selbst wenn sich dadurch nur eine kurze Verzögerung ergibt.

Frage: In diesem Jahr ist ein Testbetrieb in Hamburg geplant, bevor es Anfang 2019 mit einem offenen und kommerziellen Dienst in der Hansestadt losgehen soll. Was wird Moia in Hamburg anders machen als in Hannover und wie hoch wird der Fahrpreis für den Kunden sein?

Unser Ziel ist es zunächst, noch in diesem Sommer den Regelbetrieb in Hannover aufzunehmen – vorbehaltlich der finalen Genehmigung durch die Stadt. Der Servicetest in Hannover ist ein wesentlicher Baustein für den Start in Hamburg. Hamburg ist die erste Stadt, in der wir dann mit unserer gesamten Wertschöpfungskette im Bereich des Ride-Pooling an den Start gehen.

Das beinhaltet unser speziell für diesen Zweck optimiertes, vollelektrisches Fahrzeug für bis zu sechs Personen. Der Innenraum ist hochwertig und wirklich großzügig gestaltet, mit freistehenden Sitzen, großer Beinfreiheit und genügend Platz, um jeden Sitzplatz bequem erreichen zu können. Es gibt ein schnelles WLAN und USB-Charging an jedem Platz. Unser Ziel ist, dass wir die ersten dieser Fahrzeuge noch Ende dieses Jahres auf der Straße haben. Ein genaues Timing und das finale Pricing können wir aber aktuell leider noch nicht nennen.

Frage: Die öffentliche Diskussion um Ride-Sharing Dienste geht im Moment in eine falsche Richtung – Argumente wie “Taxifahrer verlieren Geschäftsgrundlage”, “Ride-Sharing ist Konkurrenz zum ÖPNV”, usw., lenken vom eigentlichen Ziel ab. Ziel muss es doch sein sein, so viele Menschen wie möglich dazu zu bewegen, ihr Privat-Fahrzeug abzuschaffen und Shared-Mobility Angebote zu nutzen. Welchen inhaltlichen Beitrag will MOIA beisteuern, um die Diskussion in die richtige Richtung zu lenken?

In den vergangenen Wochen gab es in der Tat eine Debatte, deren Heftigkeit uns überrascht hat. Hier stand ja nicht nur MOIA im Fokus, sondern das gesamte Geschäftsmodell Ride-Pooling. Wir erklären uns das nur so, dass es viele Missverständnisse und Unwissen gibt. Wir haben auf unseren Kanälen dazu Stellung genommen, und nehmen jedes Gesprächsangebot an, um die Details zu erklären.

Städte, Politik und Verwaltung definieren die öffentlichen Verkehrsinteressen. Sie wollen angesichts überhöhter Emissionswerte  handeln und den Individualverkehr reduzieren. Das Mobilitätsangebot von MOIA ist dabei Teil der Lösung, denn es kann den Individualverkehr nachhaltig reduzieren, indem die bestehende Angebotslücke zwischen ÖPNV und Taxi geschlossen wird. Wir sehen uns nicht als Konkurrenz, sondern als notwendige Ergänzung zu den bestehenden Angeboten.

Die Erfahrungen aus der Shareconomy zeigen ja bereits jetzt schon, dass ÖPNV und Taxi zukünftig mehr genutzt werden. Denn wer kein Auto hat, deckt seinen Mobilitätsbedarf über die Angebote verschiedener Anbieter. Eine gemeinsame kommunikative Stoßrichtung von ÖPNV, Taxi und Sharingangeboten ist notwendig und wäre wirklich wünschenswert, um die Bürger von der Verkehrswende zu überzeugen. Ein Kleinkrieg innerhalb des modalen Mixes einer Stadt bewirkt aber genau das Gegenteil.

Frage: Es wird ein Zukunftsbild gezeichnet, in dem mehr und mehr Menschen ihr eigenes Fahrzeug abschaffen und Alternativen wie Taxi, Ride-, Bike- oder Car-Sharing nutzen, um von A nach B zu kommen. Im Moment ist der Verzicht auf ein eigenes Auto aber meist mit Komforteinbußen verknüpft, so dass die Bereitschaft gering ist, das eigene Auto stehen zu lassen. Was ist aus Sicht von MOIA erforderlich, um diese Vision zu realisieren und welchen Beitrag wollt ihr zusätzlich zum Thema Ride-Sharing leisten?

Die Bereitschaft der Menschen, ihr Auto stehen zu lassen, ist ja vielfach bereits vorhanden. Es fehlt bislang nur am passenden Angebot, mit dem das eigene Auto verzichtbar wird. Mit MOIA schließen wir eine weitere Lücke im Modalmix der Stadt, die ÖPNV, Taxi und Services wie Car Sharing aktuell hinterlassen. Um als wirkliche Alternative zum eigenen Auto wahrgenommen zu werden, muss sich der Pooling-Service qualitativ am eigenen Auto orientieren und jederzeit und großflächig verfügbar sein. Um das in einer Großstadt wie Hamburg zu erreichen, ist eine entsprechende Skalierung unerlässlich.

Frage: Die neue Bundesregierung ist gerade erst gestartet und die Überarbeitung des PBefG ist prominenter als bisher im Koalitionsvertrag verankert. Welche drei konkreten Erwartungen hat MOIA an die Politik, wenn es darum geht, einen modernen rechtlichen Rahmen für die nächste Stufe der urbanen Mobilität zu schaffen?

Vorweg: Das PBefG ist eine wichtige Errungenschaft. Es regelt den Transport von Menschen in Deutschland und verhindert ruinöse Unterbietungswettkämpfe oder unlauteren Wettbewerb wie wir ihn etwa in den USA sehen. Allerdings verhindert das Gesetz in der derzeitigen Ausprägung auch sinnvolle neue Mobilitätskonzepte, mit denen die Verkehrswende gelingen kann. Kommunen, die diese Dienste aus Nachhaltigkeitserwägungen zulassen wollen, bleibt bislang kaum etwas anderes übrig, als sich über eine sogenannte Experimentierklausel zu behelfen. Für die Kommunen ist das viel Aufwand und für die Anbieter mit viel Rechtsunsicherheit behaftet, da man nicht weiß, wie es nach dem Experiment weitergeht. Das muss sich ändern und es gibt Signale, dass die Große Koalition sich dieses Themas annehmen wird.

Innovative Services wie MOIA sind umweltfreundlich und für mich unabdingbarer Bestandteil der Verkehrswende. Sie müssen als eigene Form des städtischen Linienverkehrs mit raftfahrzeugen anerkannt werden. Dabei ist unter anderem wichtig, dass die Rückkehrpflicht nicht auf gepoolte Angebote angewendet wird.

Vielen Dank für das Interview!

Bild: MOIA (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Hailing Apps haben im letzten Jahr 65% mehr Fahrten absolviert als Taxen

In New York City sind über Ride-Hailing Apps gebuchte Fahrten schon seit längere Zeit mehr, als Taxifahrten. Schon Anfang 2017 haben die Ride-Hailing Dienste mehr Fahrten absolviert, als die Taxifahrer der amerikanischen Großstadt. Anbieter wie Uber, Lyft oder Via haben in den letzten vier bis fünf Jahren eine unheimliche Erfolgsgeschichte hingelegt. Das  absolvierte Fahrtvolumen stieg von Null auf 15 Mio. Fahrten pro Monat. Die Taxifahrer haben im gleichen Zeitraum etwa 5 Mio. Fahrten verloren.

Mehr Ride-Hailing als Taxi Fahrten seit Februar 2017

Im Februar 2017 haben die Ride-Hailing Apps mehr als 10 Mio. Fahrten im Monat vermittelt und damit erstmals die Taxen übertroffen. Bis Jahresende ist die Zahl der Fahrten auf 15 Mio. Fahrten pro Monat angestiegen. Die Daten kommen aus einer Analyse, die ein amerikanischer Blogger auf Basis der Daten der Taxi und Limousinen Kommission erstellt hat. Mit den 15 Mio. Fahrten der Uber, Lyft, Gett, Via und Juno Fahrer, liegt das Kontingent 65% über dem Niveau der Taxifahrten.

Uber weit vor der Konkurrenz

In New York City ist Uber trotz der Skandale immer noch der größte Anbieter und das mit Abstand. Im Dezember 2017 hat Uber mehr als 10 Mio. Fahrten in New York absolviert. Lyft kommt gerade mal auf ein Viertel der Fahrten im selben Monat. Lyft konnte zwar durch die #deleteUber Kampagne profitieren, aber bei weitem nicht einholen. In einigen Stadtteilen konnte Lyft den Anteil von etwa 15% Marktanteil auf 30% verdoppeln. Ride-Sharing Anbieter Via hat im Dezember 2017 etwa 1 Mio. Fahrten in New York absolviert.

Auch in den Randbezirken erfolgreich

Die Daten zeigen auch, dass Apps wie Uber und Lyft in den Randbezirken erfolgreich sein können. Dort absolvieren die Ride-Hailing Anbieter teilweise ein um ein Vielfaches größeres Fahrtvolumen als die Taxiunternehmen. In Manhattan und an den Flughäfen hat die Nachfrage nach Taxen nachgelassen, in Manhattan haben die Ride-Hailing Dienste die Zahl der Taxifahrten wahrscheinlich schon übertroffen.

In New York sind die Taxiunternehmen und Ride-Sharing Anbieter dazu verpflichtet, die Fahrtdaten an die TLC, die örtliche Behörde, weiterzugeben. Blogger, Beratungen und andere Einrichtungen nutzen die Daten für ihre Analysen und Studien.

Bild: Taxis von Juan Luis (bestimmte Rechte vorbehalten)

Uber steigt ins Geschäft für Krankenfahrten ein

Der amerikanische Fahrdienst Uber hat in den USA einen neuen Dienst für Krankenfahrten mit dem Namen Uber Health gestartet. Uber Health ist eine Plattform für geplante Krankentransporte, der von Kliniken, Arztpraxen oder Reha-Einrichtungen genutzt werden kann, um die Patienten zu befördern. Der Dienst wird über ein zentrales Dashboard gesteuert, die Patienten brauchen nicht mal die Uber App oder ein Smartphone.

Patienten kommen in den USA nicht zum Arzt

Uber sieht in dem Gesundheitsmarkt ein großes Potential. Laut eigener Angaben verpassen pro jähr 3.6 Mio. Amerikaner wichtiger Arzttermine, da sie keine Möglichkeit haben, zuverlässig zum Arzt oder wieder zurück zu kommen- die Zahl ist steigend. Im Gesundheitsbereich hat Uber seit 2014 unterschiedliche Testballone durchgeführt, eher mit Marketing-Charakter. So konnten Grippeimpfungen über die Uber-App bestellt werden oder es wurden vergünstigte Fahrten zu Brustkrebs-Screenings angeboten.

Uber Health soll der erste Dienst im Gesundheitsbereich sein, der dauerhaft angeboten wird und einen größten Impact haben soll. Über das Dashboard können die Krankentransporte einfach für die Patienten gebucht werden.

Krankenfahrten können über Portal gebucht werden

Die Klink muss auf der Website den Namen und die Kontaktdetails der Kunden eingeben, sowie Abhol- und Zielort. Sollten in der Region mehrere Fahrzeugklassen angeboten werden, kann die Klinik die passende Kategorie auswählen. Fahrten können mit einer Vorlaufzeit von bis zu 30 Tagen gebucht werden.

Die Kommunikation mit dem Patienten erfolg über SMS. Sobald die Fahrt gebucht ist, erhält der Kunde eine Nachricht über die Buchung, inklusive einem Link zu den Beförderungs- und Geschäftsbedingungen. Die Ankunftszeit des Fahrers, inklusive Fahrzeug und Nummernschild wird ebenfalls per Textnachricht übermittelt. Sollte der Patient über ein Smartphone verfügen, kann er eine Web-Ansicht aufrufen, auf der der Fahrer in Echtzeit verfolgt werden kann. In einem späteren Schritt sollen die Kunden auch per Sprachanruf über die Fahrtdetails informiert werden können.

Fokus auf Datenschutz

Die Vorschriften in den USA schreiben vor, dass die Kundendaten auf nach bestimmten Regeln zertifizierten Servern gespeichert werden müssen, auf die nur die Kliniken Zugriff haben. Deswegen speichert Uber die Kunden- und Fahrtdaten nicht auf eigenen Servern. Bestimmte Features sollen den Gesundheitseinrichtungen die Abrechnung und das Reporting erleichtern.

Für die Nutzung der Plattform stellt Uber keinen Betrag in Rechnung, nur die Fahrten müssen bezahlt werden. Die Fahrpreise decken sich mit den Fahrten, die über die normale Uber App gebucht werden. Insgesamt 100 Einrichtungen sollen die Plattform bisher in der Beta-Phase nutzen, über eine API soll die Plattform an bestehende Systeme zur Patientenverwaltung angeschlossen werden können.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

Daimler und BMW vor Einigung bei Fusion der Mobilitätsdienste

Die beiden Automobilkonzerne BMW und Daimler scheinen sich laut Manager Magazin auf eine Fusion unterschiedlicher Mobilitätsdienste geeinigt haben. Im Fokus wird die Fusion der beiden Carsharing Dienste DriveNow und car2go stehen, aber auch andere Dienste sollen von beiden Partnern in das Unternehmen mit eingebracht werden. Der Sitz des Gemeinschaftsunternehmens soll in Berlin sein.

Partner auf Augenhöhe im neuen Unternehmen

In das Gemeinschaftsunternehmen, an dem beide Konzerne 50% halten werden, sollen auch die Dienste MyTaxi und Moovel von Daimler sowie ParkNow und ReachNow von BMW mit einfließen. Die genannten Unternehmen gehören zu 100% den jeweiligen Konzernen. Die Daimler-Beteiligungen, wie Blacklane, Chauffeur Privé oder CleverShuttle scheinen nicht mit in das Gemeinschaftsunternehmen zu wandern. ReachNow ist der Carsharing, bzw. Ride-Hailing Ableger von BMW in den USA und China.

Lange Verhandlung über Fusion der Mobilitätsdienste

Über die Fusion wird schon seit über einem Jahr spekuliert, so lange soll auch schon über Details verhandelt werden. In den letzten Wochen haben sowohl BMW als auch Daimler die jeweiligen Car-Sharing-Partner Sixt und Europcar aus den Unternehmen DriveNow und car2go herausgekauft. Diese Schritte wurden als Vorboten für eine bevorstehende Fusion gesehen. Zugleich nutzt der Autovermieter Sixt die gewonnene Freiheit, um eine eigene Car-Sharing und Mobilitätsplattform aufzubauen.

Mit ausreichend Schlagkraft in die Zukunft?

Wenn die Gespräche über eine Fusion schon so lange gedauert haben, ist fraglich, ob das neue Unternehmen eine hohe Schlagkraft entwickeln kann, oder durch Bürokratie und Verhandlungen ausgebremst wird. Daraus könnte sich ein Vorteil für die andere Markteilnehmer entstehen.

Durch die Fusion zu einer Plattform, wollen sich die beiden Hersteller gegen die dominierende Konkurrenz Uber, Lyft oder Didi Chuxing positionieren. Im Vergleich zu den genannten Plattformen ist auch das geplante Gemeinschaftsunternehmen ein Zwerg. Die Carsharing Anbieter kommen zusammen auf etwa 4 Mio. Nutzer. Die Zahl Nutzer aller Dienste zusammen, die in die Fusion mit einfließen sollen, dürfte bei unter 20 Mio. liegen. Plattformen wie Uber und Didi haben Nutzerzahlen im hohen dreistelligen Millionenbereich.

Bild: DriveNow (alle Rechte vorbehalten)

Fahrdienst Plattformen: Lyft soll in den USA schneller wachsen als Uber

Im abgelaufenen Jahr scheint sich Lyft, einer der großen Fahrdienst Plattformren für die USA und Kanada gut entwickelt zu haben. Dazu dürften auch die zahlreichen Skandale bei Konkurrent Uber beigetragen haben und die Expansion in neue Märkte in den USA und Kanada. Der Netto-Umsatz bei dem Ride-Sharing Dienst ist auf mehr als eine Milliarde Dollar geklettert und vor allem das vierte Quartal ist stark ausgefallen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz um 168 Prozent in Q4 2017 gestiegen. Konkurrent Uber hat ein Wachstum von 61 Prozent vorweisen können.

Lyft nur in Nordamerika aktiv

Die beiden Zahlen lassen sich eigentlich schwer vergleichen, da Lyft nur in den USA aktiv ist und Uber seinen Dienst weltweit anbietet. Da von Uber nur die globalen Zahlen bekannt sind, ist schwer zu sagen, wie sich das US Geschäft nach den Rückschlägen im vergangenen Jahr entwickelt hat und was die Wachstumsmärkte für das Unternehmen sind.

Bei den Umsätzen liegt Konkurrent Uber meilenweit voraus, auch auf Grund der internationalen Präsenz. Lyft kommt auf einen Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar, Uber hat im letzten Quartal  um die 2.2 Milliarden Dollar an netto Umsätzen eingefahren. Ein Großteil davon dürfte in den internationalen Märkten angefallen sein.

Beide Fahrdienst Plattformen noch nicht profitabel

Profitabel ist Lyft noch nicht in den USA. Das Unternehmen versucht seine Kosten in den Griff zu bekommen, in dem die Stellschrauben für Fahrer-Bonis und Kundengutscheine justiert werden. Die beiden großen Ride-Sharing Dienste geben jede Menge Geld aus, um Fahrer und Nutzer an den Dienst zu binden. Uber hat im letzten Quartal 2017 fast eine Milliarde für Gutscheine und Fahrer-Bonis ausgezahlt. Auch bei Lyft dürften die Ausgaben extrem hoch sein.

Im Jahr 2018 will Lyft weiter expandieren und wachsen. Ziel ist, dass mehr als 10 Millionen Fahrten pro Woche durchgeführt werden, bei sinkenden Kosten für Marketing und Fahrer. Anfang des Jahrs gab es auch Gerüchte, dass Lyft nach Berlin expandieren will, dazu hat sich das Unternehmen bisher noch nicht geäußert.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)