Archiv der Kategorie: Fahrdienst

Apple überdenkt Projekt Titan: Wann kommt das selbstfahrende Apple Car?

Bisher wurde nie offiziell bestätigt, dass Apple an der Entwicklung von einem selbstfahrenden Fahrzeug arbeitet. Jetzt überdenkt Apple aber anscheinend seine Pläne für die Entwicklung und Produktion eines selbstfahrenden Fahrzeugs. In jüngster Vergangenheit wurden Teile des Projekts zur Entwicklung eines selbstfahrenden Autos eingestellt. Einige Angestellte und Experten wurden entlassen. Bisher soll es einige Prototypen geben, die auf abgeschotteten Straßen getestet werden.

Verzögerungen in der Entwicklung bei Apple

Es gibt mehrere Anzeichen dafür, dass es beim dem Apple Titan Projekt nicht so voran geht, wie geplant. Das Projekt ist in den letzten Jahren auf mehr als 1000 Mitarbeitern angewachsen und es wurden führende Experten von Technologieunternehmen und Automobilkonzernen für das Projekt abgeworben. In den letzten Jahren ist der Projektfortschritt aber hinter den Erwartungen zurück geblieben und viele der Experten haben das Unternehmen wieder verlassen. Im Juli hat der Apple Veteran Bob Mansfield die Leitung des Projekts übernommen. Mansfield war davor für die Hardware-Entwicklung der Apple Watch und der MacBooks und iMacs verantwortlich.

Fokus auf Software und Sensoren

Unter der Leitung von Mansfield wurde das Projekt anscheinend neu gestartet. Apple arbeitet laut einem Bericht von Bloomberg nicht mehr vorwiegend daran, ein komplettes selbstfahrendes Auto zu entwickeln. Der Fokus liegt jetzt stärker auf der Entwicklung von Software und Hardwareelementen, die Fahrzeugen autonome Eigenschaften verleihen. Es soll also eine Art Kit entwickelt werden, das dann von bestehenden Automobilkonzernen verbaut werden kann.

Apple ist nicht alleine, wenn es um die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen geht. Eine ähnliche Strategie hat das Startup Cruise verfolgt, bevor es letztendlich von General Motors aufgekauft wurde. Auch das Startup Otto arbeitet an Software und Hardware für selbstfahrende Fahrzeuge. Otto wurde vor kurzem für 750 Mio. US$ von der Fahrdienst-Plattform Uber aufgekauft.

Die Zukunft der Fahrdienste

Autonome Fahrzeuge werden in mehreren Jahren die bestehenden Carsharing und Mitfahrdienste revolutionieren. Ridesharing Plattformen, wie Uber und Lyft werden durch die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen gewaltige Veränderungen erfahren. Uber had die Bedrohung erkannt und investierte deshalb viele Ressourcen in die Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Es wird damit gerechnet, dass die ersten serienreifen vollautonomen Fahrzeugen im Jahr 2021 verfügbar sein werden.

Die von Apple entlassenen Mitarbeiter dürften bei dem derzeitigen Wettrüsten der Automobilkonzerne und Technologieunternehmen leicht einen neuen Arbeitgeber finden.

Bild: Josh Allen / flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

Ford übernimmt on-demand Shuttle Service Chariot

Das Interesse der Automobilkonzerne an innovativen Mobilitätsdienstleistern steigt weiter. Ford Smart Mobility, ein Tochterunternehmen des Ford Konzerns, hat das on-demand Shuttle Startup Chariot übernommen. Ford Smart Mobiltiy wurde ins Leben gerufen, damit innerhalb des Ford Konzerns innovative Mobilitätsangebote entwickelt und betrieben werden können. In Kansas City testet Ford ein ähnliches Angebot in Kooperation mit Bridj.

Dynamischer Shuttle Service von Chariot

Chariot bietet einen dynamischen Shuttle Service, der über eine App gebucht werden kann. Die Routen und Stops werden je nach Nutzeranfragen erstellt. Ziel ist es, einen Fahrservice anzubieten, der sich kostentechnisch auf dem Niveau des öffentlichen Nahverkehrs bewegt. Gleichzeitig soll der Service die Fahrgäste aber schneller ans Ziel bringen. Bequemer ist der Bus-Ersatz auch noch, da der Weg zur “Haltestelle” kürzer ist.

Expansion mit Schlagkraft von Ford

Chariot wurde 2014 gegründet uns setzt seit Anfang an auf Minibusse von Ford. Es ist nicht bekannt, für welchen Preis das Unternehmen übernommen wurde. Bisher wurden lediglich 3 Mio. US$ in einer Seed-Finanzierung eingesammelt. Im Moment werden ca. 100 Ford Transit mit 15 Sitzplätzen eingesetzt. Die Fahrzeuge werden auf fast 30 Routen in San Francisco eingesetzt. Der Service soll weiterhin unverändert angeboten werden.

Die Schlagkraft von Ford soll genutzt werden, um den Fahrdienst schneller in weiteren Städten zu etablieren. Dabei soll der Service nicht nur in den USA angeboten werden, eine globale Expansion ist auch geplant. Chariot will jetzt aggressiv durchstarten und in den nächsten 18 Monaten mindestens fünf weitere Märkte starten. Der öffentliche Nahverkehr ist in den meisten Städten stark reguliert. Die guten Kontakten von Ford zu den Regierungen und Behörden in vielen Ländern und Städten weltweit sollen bei einer Expansion helfen.

Weitere Automobilkonzerne betreiben Mobilitätskonzepte

Ford ist nicht der einzige Autobauer, der im Bereich von Mobilitätsdienstleistungen aktiv ist. Volkswagen hat sich vor kurzem an dem Fahrdienst Gett beteiligt. Der Daimler-Konzern betreibt mit Hailo und myTaxi im Moment noch zwei Taxi-Apps. Außerdem wurde die Technologie des Carsharing-Anbieters FlightCar übernommen und mit car2go eine Carsharing-Plattform betrieben. Langfristig wollen die Hersteller eine Plattform für den Betrieb von autonomen Fahrzeugen aufbauen.

Bild: Ford (alle Rechte vorbehalten)

Lyft äußert sich zu Gerüchten: Verkauf nicht geplant

In den letzten Tagen haben sich die Gerüchte verdichtet, dass das Ridesharing Startup Lyft einen Verkauf anstrebt. Außerdem soll Uber dem Rivalen einen Milliarden-Exit verwehrt haben, in dem potentielle Käufer vor eine Akquisition gewarnt wurden. Uber würde für Lyft nicht mehr als 2 Milliarden US$ auf den Tisch legen, die von Lyft aufgerufenen 9 Milliarden US$ seien viel zu hoch.

Keine Suche nach Käufer

Jetzt hat sich Lyft erstmals zu Wort gemeldet. Der Präsident des Unternehmens John Zimmer hat bekräftigt, dass Lyft keinen Käufer sucht. Er widersprach den Veröffentlichungen, dass Lyft nicht erfolgreich bei der Suche nach einem Käufer war, nach dem es mit sechs Unternehmen gesprochen hat.

Zeitungen, wie Bloomberg oder New York Times haben berichtet, dass Lyft Verkaufsgespräche mit General Motors, Amazon, Apple, Didi Chuxing, Uber und anderen Unternehmen geführt hat, letztendlich aber nicht erfolgreich war. Es gab auch Berichte, dass GM Lyft übernehmen wollte, was letztendlich zu dem Investment von 500 Mio. US$ geführt hat. Zimmer hat nicht dementiert, dass sein Unternehmen Gespräche geführt hat, er deutet an, dass Lyft von Interessenten kontaktiert wurde.

Gerüchte über Verkauf seit Juni

Schon im Juni gab es Gerüchte darüber, das Lyft einen Verkauf anstrebt. Das Wall Street Journal berichtete, dass die Boutique Qatalyst Partners beauftragt wurde, einen Käufer zu finden. Qatalyst Partners hat unter anderem den Verkauf von LikedIn an Microsoft eingefädelt. Lyft wollte sich nicht zu Qatalys äußern, bekräftigt aber, dass das Unternehmen nie aktiv auf der Suche nach einem Käufer war. Seit Gründung hat Lyft laut Zimmer schon mehrere Kaufangebote erhalten, die man sich auch angeschaut hat.

Gerüchte über Verkauf und Bewertung

In der letzten Woche haben die Gerüchte einen Höhepunkt erreicht. Die New York Times hat einen Artikel veröffentlicht, in dem berichtet wurde, dass Lyft erfolglos versucht hat, sich an sechs Unternehmen zu verkaufen.

Bloomberg hat am Freitag berichtet, dass Uber nicht mehr als 2 Milliarden US$ für einen Kauf von Lyft zahlen würde. Das ist ein Bruchteil der Bewertung von 9 Milliarden US$, die von Recode aufgerufen wurde. Die Summe ist auch weit niedriger als die Bewertung von 5.5 Milliarden US$ aus der letzten Finanzierungsrunde.

Zimmer bezichtigt den Konkurrenten Uber für das Verbreiten der Gerüchte verantwortlich zu sein. Eigentlich wollte sich sein Unternehmen nicht zu den Gerüchten äußern. Am Freitag wurde aber eine Grenze überschritten, die Lyft dazu veranlasst hat, das Dementi zu veröffentlichen.

NuTonomy startet selbstfahrende Taxis

Das Unternehmen NuTonomy, ein Spin-Off der Eliteuniversität MIT testet selbstfahrende Taxis in Singpur. Seit heute sind einige autonome Fahrzeuge in der asiatischen Stadt unterwegs. Das Unternehmen kommt somit dem Fahrdienst Uber zuvor, der in der letzten Woche verkündet hat, dass noch vor Ende August selbstfahrende Autos in Pittsburgh getestet werden.

NuTonomy wurde vor drei Jahren gegründet und testet bereits seit längerem selbstfahrende Autos. Ähnlich wie Cruise und Otto entwickelt das Startup Kits, mit denen herkömmliche Autos aufgerüstet werden können.

Limitierter Test ins Singapur

Der Test ist Singapur startet mit limitiertem Umfange. Ausgewählte Nutzer können über eine Smartphone-App die Roboter Taxis bestellen. NuTonomy wird zu Beginn sechs Fahrzeuge betreiben, bis Ende des Jahres soll die Zahl auf 12 Fahrzeuge ansteigen. Bis zum Jahr 2018 soll eine voll autonome Taxi Flotte in Singapur unterwegs sein, um die Zahl der Fahrzeuge auf den verstopften Straßen zu reduzieren. Nicht nur Singapur hat Interesse den dem Modell, auch in anderen Städten könnte dieses Modell ausgerollt werden.

Selbstfahrende Taxis in One-North

Am Anfang sind selbstfahrende Taxis in einem kleinen Gebiet unterwegs sein, ca. 6.5 Quadratkilometer im Stadtteil One-North werden abgedeckt sein. Aus- und Einsteigen wird nur an definierten Adressen möglich sein, eine Nutzung ist erst nach einer Einladung durch nuTonomy möglich. Mehrere Tausend Nutzer sollen den Service testen können.

NuTonomy nutzt Elektrofahrzeuge

Als Fahrzeuge werden modifizierte Renault Zoe und Mitsubishi i-MIEV Modelle eingesetzt. Die Fahrzeuge wurden mit notwendiger Technik und Software aufgerüstet, damit diese autonom fahren können. Es wird immer ein Fahrer mit an Board sein, der im Notfall das Steuer übernehmen kann. Außerdem wird auf dem Rücksitz ein Forscher mitfahren, der die Computer überwacht. Dementsprechend können maximal zwei Fahrgäste gleichzeitig den Service nutzen, für mehr ist kein Platz. Jedes Fahrzeug ist mit sechs Lidar-Systemen ausgestattet. Bei Lidar handelt es sich um eine Art Radarsystem, das auf Lasern basiert. Mit den Lidar Systemen und weiteren Kameras wird die Umgebung überwacht und Hindernisse erkannt.

Die Testphase ist zeitlich nicht begrenzt. Am Anfang wird die Nutzung kostenlos sein, zu einem späteren Zeitpunkt werden die Nutzer dafür bezahlen müssen. Der Service soll in weiteren Städten in Asien, den USA und Europa getestet werden. Dafür gibt es aber noch keinen konkreten Zeitplan.

Großes Interesse der Städte

Autonome Fahrzeuge und smarte Mobilitätslösungen stoßen auf großes Interesse bei den Verkehrsbehörden und Verwaltungen großer Städte. Die meisten Großstädte kämpfen mit einer zu hohen Anzahl an Fahrzeugen, die nicht ausgelastet sind. Die Folge davon sind verstopfte Straßen, Luftverschmutzung und riesige Flächen, die durch Straßen und Parkplätze zugepflastert sind. NuTonomy schätzt, dass die Zahl der Fahrzeuge durch den Einsatz von autonomen Fahrzeugen um Zweidrittel reduziert werden kann. Außerdem sind die Städte an einer dynamischen Mobilitätslösung interessiert, um die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr zu reduzieren. Dabei soll gleichzeitig das Angebot und die Flexibilität aus Kundensicht erhöht werden.

NuTonomy hat als erstes Unternehmen die Genehmigung für den Betrieb von selbstfahrenden Taxi auf den Straßen Singapurs erhalten. Das Startup hat auch Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der lokalen Verkehrsbehörde geschlossen, um das Gebiet der autonomen Fahrzeuge weiter zu erforschen.

Bild: nuTonomy (alle Rechte vorbehalten)

Uber hat 87% Marktanteil in den USA & der Verlust steigt

Nach einem Bericht von Bloomberg ist Uber zwar weiter auf dem Vormarsch und wächst international kräftig. Gleichzeitig steigen aber auch der Verlust auf bisher 1.27 Milliarden US$ im ersten Halbjahr 2016.

Zurück in die Verlustzone in den USA

Auch wenn Uber noch nicht an der Börse gehandelt wird, werden jedes Quartal die Investoren über die finanzielle Situation aufgeklärt. Bei der letzten Informationsrunde wurde den Investoren mitgeteilt, dass im zweiten Quartal ein Verlust in Höhe von 750 Millionen US$ angefallen ist, inklusive einem Verlust von 100 Mio. US$ auf dem amerikanischen Markt. Im ersten Quartal 2016 ist ein Verlust von 520 Mio. US$ angefallen. Erstaunlich ist auch, dass ein hoher Verlust in den amerikanischen Städten angefallen ist. Erst zu Beginn des Jahres hat Uber verkündet, dass in den USA bereits Geld verdient wird, mit dem die weitere Expansion unterstützt wird.

Mehr als 4 Milliarden Verlust seit Gründung

Seit der Gründung vor mehr als vier Jahren hat Uber einen Verlust von mehr als 4 Milliarden US$ angehäuft. Allein im letzten Jahr sind 2 Milliarden US$ Verlust angefallen. Basierend auf den Zahlen aus dem ersten Halbjahr 2016 besteht die Möglichkeit, dass diese Summe in diesem Jahr sogar überboten wird. Grund für die hohen Verluste sind die Preiskämpfe um Kunden mit Wettbewerbern wie Lyft. Hinzu kommen hohe Subventionen für die Fahrer, um diese auf der Plattform zu halten. Bleibt abzuwarten, wie sich der Verkauf von Uber China an Didi Chuxing auf die Verluste auswirkt. Alleine in China hat Uber in den letzten beiden Jahren mehr als 2 Milliarden US$ Verlust eingefahren. Der Zusammenschluss mit Didi dürfte sich positiv auf die Bilanz von Uber auswirken.

Klarer Marktführer in den USA

Uber behauptet auch, dass der Marktanteil in den USA zwischen 84 und 87% liegt. Dabei ist der Markt der alternativen Fahrdienstleiter und Ridesharing-Anbeiter gemeint, der Taximarkt wird dabei nicht mit einbezogen. Ein Großteil des verbleibenden Marktes wird auf den Mitbewerber Lyft entfallen.

Auch Lyft verzeichnet hohe Verluste, teilt aber mit, dass es sich dabei um weniger als 50 Mio. US$ pro Monat handelt. Das entspricht einem Verlust von 150 Mio. US$ pro Quartal. Lyft verzeichnet weit weniger Fahrten als Uber. Lyft kam um Juli auf etwa 13.9 Millionen Fahrten, Uber auf 62 Millionen Fahrten.

Große Technologieunternehmen sind dafür bekannt, dass sie in einer Wachstumsphase hohe Verluste anhäufen. Über mehrere Jahre hat zum Beispiel Amazon hohe Verluste verbucht, um auf die gigantische Größe zu wachsen, die das Unternehmen mittlerweile erreicht hat. Für Amazon hat sich die Strategie ausgezahlt, mittlerweile werden die Erwartungen der Börse übertroffen und Gewinne eingefahren. Laut Bloomberg lag der größte Jahresverlust von Amazon bei 1.4 Milliarden US$ im Jahr 2000. Uber hat diese Marke im letzten Jahr geknackt und wird sie voraussichtlich auch dieses Jahr wieder überschreiten.

Auf der anderen Seite kann Uber über ein Anstieg auf der Umsatzseite berichten. Im ersten Quartal lag der Außenumsatz bei 3.8 Milliarden US$, im zweiten Quartal ist dieser auf 5 Milliarden US$ gestiegen. Für Uber entspricht das einem Netto-Umsatz von 960 Mio. US$ im ersten Quartal, bzw. 1.1 Milliarden US$ im zweiten Quartal.

Bild: Uber Technologies (alle Rechte vorbehalten)

Warum General Motors Lyft komplett übernehmen wollte

Der amerikanische Autokonzern General Motors ist bereits an Plattform für Fahrdienste Lyft beteiligt. Anfang des Jahres hat GM 500 Mio. US$ in das Unternehmen investiert, und hält seit dem um die 10%  Lyft Anteile. Jetzt wurde bekannt, dass GM den Fahrdienst komplett übernehmen wollte. Lyft hat das Übernahmeangebot aber abgelehnt.

Beliebtheit von Ridesharing Diensten steigt

Laut Insidern ist General Motors der Meinung, dass die Beliebtheit von Diensten wie Lyft und Uber weiter steigen wird. Reisende und Einwohner der Städte bevorzugen mehr und mehr App-basierte Mitfahrdienste. Taxi-Netzwerke holen zwar auf, was die Buchung per App betrifft, trotzdem lastet den Taxis ein negativeres Image an. Im Vergleich zu Taxis werden die Ridesharing-Dienste als smarter angesehen. Außerdem werden die Fahrer als freundlicher wahrgenommen und die Fahrzeuge befinden sich in einem besseren Zustand. Die Entwicklungen in den letzen Jahren haben auch gezeigt, dass es sich bei den Ridesharing-Diensten um ein Angebot handelt, was sich dauerhaft etabliert, sofern der legale Rahmen stimmt. Es ist kein Trend, der schnell wieder verschwindet. GM wollte mit einer Übernahme seinen Umsatz steigern und sich für die Zukunft absichern.

Plattform für selbstfahrende Autos

Der amerikanische Automobilkonzern entwickelt außerdem selbstfahrende Fahrzeuge. Diese können auf der einen Seite an Privatpersonen verkauft werden. Ein großes Potential besteht aber auch darin, diese Fahrzeuge auf Sharing-Plattdomen anzubieten. Mit selbstfahrenden Fahrzeugen verschmelzen die Angebote Carsharing und Ridesharing zu einer Plattform. Mit dem Kauf von Lyft hätte GM bereits eine große Nutzergruppe für einen Ridesharing-Service. Außerdem bietet Lyft eine Plattform für die Buchung, Abrechnung und das Routing der Fahrzeuge.

Schlechte Erfahrungen mit Partnerschaften

Ein weiterer Grund warum GM eine Übernahme angestrebt haben könnte, sind die schlechten Erfahrungen, die der Konzern in den letzten Jahren mit Partnerschaften gemacht hat. Die Partnerschaften mit Saab, Suzuki, Fiat und weiteren Unternehmen waren nicht von Erfolg gekrönt. Diese Vergangenheit können dazu geführt haben, dass GM eher daran interessiert ist, das Unternehmen zu besitzen und nicht nur zu kooperieren.

Auf Grund der kulturellen Unterschiede ist die Zusammenarbeit zwischen Konzernen und aufstrebenden Startups schwierig. Startups fühlen sich durch diese Partnerschaften häufig in ihren Möglichkeiten und im schnellen Handeln eingeschränkt. Konzerne fühlen sich als überlegen und wollen die Richtung vorgeben.

General Motors stellt Fahrzeuge

Seit der Beteiligung von General Motors an Lyft arbeiten die Unternehmen auf unterschiedlichen Ebenen zusammen. Neue Lyft Fahrer können über ein Programm schnell und unkompliziert ein GM Fahrzeug zu Sonderkonditionen mieten. Der Autokonzern bringt den Lyft-Nutzern und Fahrern außerdem Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, wie den Chevrolet Volt und zukünftig auch den Bolt EV näher.

Bild: General Motors (alle Rechte vorbehalten)

Grab will weitere Finanzierung einsammeln

Der Fahrdienst Grab, der in Südost-Asien aktiv ist, will demnächst eine weitere Finanzierungsrunde abschließen. Die Bewertung soll bei 2.3 Milliarden US$ liegen. Im letzten August lag die Bewertung bei 1.5 Milliarden US$, damals hatte Grab 350 Mio. US$ eingesammelt. Grab zählt zu den stärksten Wettbewerbern von Uber in Südost-Asien.

Laut einem Bericht von Bloomberg soll die Runde von den bestehenden Investoren Didi Chuxing und SoftBank angeführt werden. In einem ersten Closing sind 600 Mio. US$ im Gespräch, die Summe könnte auf eine Milliarde ansteigen. Grab ist mit Investoren bereits seit mehreren Monaten im Gespräch. Das könnte ein Anzeichen dafür sein, dass es für on-demand Fahrdienste schwieriger wird, hohe Finanzierungen einzusammeln.

Hohes Wachstum von Grab prognostiziert

Über die Kennzahlen von Grab ist wenig bekannt. Im letzten Jahr wurden wenige Zahlen aus einem Dokument kommuniziert, das an Investoren gerichtet war. Für das dritte Quartal 2015 war ein Verlust von 111 Mio. US$ eingeplant, das sind mehr als 35 Mio. US$ im Monat. Zum selben Zeitpunkt hatte das Fahrdienstunternehmen 606 Mio. US$ auf dem Konto. Für das Jahr 2015 wurde eine Innenumsatz von 35 Mio. US$ vorhergesagt, für das laufende Jahr sind 193 Mio. US$ geplant und 2017 soll der Innenumsatz bei 526 Mio. US$ liegen. Das entspricht 400.000 Fahrern pro Tag im Dezember diesen Jahres und 3.5 Millionen Fahrten pro Tag Ende 2017. Von 2015 auf 2016 entspricht das einem Wachstum von mehr als 600%, von 2016 auf 2017 soll das Wachstum bei mehr als 300% liegen.

Vernetzung der Fahrdienste

Die Landschaft der Fahrdienstanbieter vernetzt sich immer mehr. Erst in der vergangenen Woche hat Didi Chuxing das Geschäft von Uber China übernommen. Uber Technologies hält an dem neuen Unternehmen einen Anteil von 20%. Im Gegenzug hat sich Didi mit einer Milliarde an Uber Technologies beteiligt, also an dem Uber Angebot außerhalb Chinas. Didi ist ebenfalls Investor in Lyft, Grab und Ola Taxi aus Indien. Die Kooperation von Didi, Ola, Lyft und Grab wurde vor dem Didi Deal mit Uber als Anti-Uber-Allianz bezeichnet.

Bleibt abzuwarten, wie sich die Kooperation der Uber-Gegner und Didi weiter entwickelt und welchen Einfluss der Deal zwischen Uber und Didi auf die Finanzierungsrunden der Wettbewerber hat. Lyft will die Beteiligung von Didi in den nächsten Wochen unter die Lupe nehmen, Grab hat sich bisher positiv über den Zusammenschluss geäußert. Uber könnte sich auf Südost-Asien konzentrieren, nachdem es seine Baustellen in China losgeworden ist. Für Grab könnte das einen teureren Kampf um Fahrer und Fahrgäste bedeuten. Mit Go-Jek entsteht auch auch ein lokaler Wettbewerber, der sich schnell entwickelt.

Daimler stockt bei Blacklane auf

Aus Branchenkreisen ist zu hören, dass Blacklane schon seit längere Zeit versucht hat, eine Finanzierung einzusammeln. Dieses Vorhaben ist jetzt mit einem Millioneninvestment unter der Führung von Daimler geglückt. Daimler stockt damit seinen Anteil an Blacklane auf, die weitern Altinvestoren RI Digital Ventures, b-to-v und Alstin gehen die Runde auch mit. Mit der Finanzierung soll vor allem das Geschäft in Asien und im Mittleren Osten vorangetrieben werden.

In der Series C Finanzierung sollen insgesamt etwa. 24 Mio. Euro in das Unternehmen fließen. Von Daimler sollen 15 Mio. Euro Finanzierung kommen. Im Jahr 2014 hatte Blacklane die letzte kommunizierte Finanzierungsrunde. Damals ist die Japanische Recruit Holding mit einem Millionenbetrag bei einer Bewertung von 140 Mio. Euro eingestiegen. Seitdem scheint sich die Bewertung nicht wesentlich erhöht zu haben. Es ist eher davon auszugehen, dass die Bewertung reduziert wurde, es ist die Rede von mehr als 100 Mio. Euro.

Das Unternehmen wurde im Jahr 2011 gegründet und bietet einen Limousinen Service mit professionellen Chauffeuren. Die Dienste von Blacklane müssen mit einer Vorlaufzeit über die App oder die Webseite gebucht werden. Es werden vor allem Geschäftsreisende angesprochen, die eine Fahrt zum Airport oder zu einem Geschäftstermin buchen. Blacklane beschäftigt keine eigenen Fahrer, sondern tritt als Vermittler an lokale Fahrdienstleister auf. Das Unternehmen arbeitet mit Reiseplattformen, wie Expedia und Booking.com zusammen. Über Amadeus soll der Service in den Buchungsprozess von Reisebüros und auf Webseiten von Fluggesellschaften integriert werden.

Der Service ist zur Zeit in mehr als 200 Städten in 50 Ländern aktiv. Für Blacklane arbeiten 200 Mitarbeiter.

Für Daimler ist das Investment in Blacklane ein teil der Strategie, um den Konzern fit für innovative Mobilitätsdienstleistugen zu machen. In der vergangenen Woche hat der Konzern angekündigt, dass bisher 500 Millionen Euro in den Aufbau von Mobilittsplattformen besteckt wurden. Erst in der vergangenen Woche wurde die Fusion von MyTaxi und Hailo verkündet. Neben Daimler interessieren sich auch andere Automobilkonzerne für die neuen Fahrdienste. Volkswagen hat 300 Mio. US$ in Gett investiert, GM ist mit 500 Mio. US$ bei Lyft eingestiegen.

Bild: Blacklane (alle Recht vorbehalten)

Didi Chuxing und Uber: Der Krieg in China ist beendet

Heute geht es Schlag auf Schlag. Blacklane verkündet, dass weiter Millionen von Daimler eingesammelt wurden (Bericht folgt), der Shuttle-Service Allygator Shuttle wird ab Freitag durch Berlin fahren und Uber verkauft sein China Geschäft an Didi Chuxing. In den vergangenen Wochen war schon mehrmals über eine Fusion berichtet worden.

Teurer Preiskampf endet

Mit dem Verkauf von Uber China and Didi Chuxing endet ein teurer Preiskampf im bevölkerungsreichsten Land der Erde. Außerdem bietet der Verkauf die Chance, dass sich Uber auf andere Märte fokussieren und ein möglichen Börsengang vorbereiten kann. Der Wettbewerb in China hat jährlich mehr als eine Milliarde US$ an Verlust generiert.

Ich kann mich noch daran Erinnern, wie Uber China im Jahr 2013 gestartet wurde. In Shanghai waren die Fahrzeuge nur im Französischen Viertel unterwegs. Auf Werbung wurde verzichtet, da Uber Angst hatte, dass der Fahrservice sofort verboten wird, wenn zu viel Aufmerksamkeit bei den Behörden erzeugt wird.

Didi wird Uber Investor

Didi Übernimmt das China Geschäft von Uber und investiert gleichzeitig eine Milliarde US$ in das globale Geschäft von Uber. Uber Technologies und die anderen Anteilseigner von Uber China halte nach dem Zusammenschluss 20% an dem fusionierten Unternehmen. Uber Chef Travis Kalanick wir dem Aufsichtsrat von Didi beitreten und Didi Gründer Cheng Wei dem von Uber. Didi übernimmt die Marke von Uber, das operative Geschäft inklusive Angestellte und die Daten.

Uber ist profitabel in den USA und Kanada. In den meisten anderen Märkten verliert Uber weiterhin Geld, da diese Märkte noch aufgebaut werden müssen. Die großen Verluste in China sind auch ein Grund dafür dass Uber bisher keinen Börsengang gewagt hat. Laut dem Universitätsprofessor Arun Sundararajan waren die hohen Verluste in China eine existenzbedrohende Gefahr für das gesamte operative Geschäft für Uber. Kurzfristig scheint der Verkauf als Niederlage, langfristig wird es das Unternehmen aber stärken, da es sich auf die anderen Märkte konzentrieren kann.

Partnerschaft mit lokalen Uber Kontrahenten

Didi wird nach dem Deal mit 35 Milliarden US$ bewertet. Der 20% Anteil von Uber und den anderen Uber China Investoren wird somit mit 7 Milliarden US$ bewertet. Bei eine der letzten Finanzierungsrunden wurde das China Geschäft mit 8 Milliarden US$ bewertet. Uber Technologies wurde zuvor mit 68 Milliarden US$ bewertet. Didi hat sich in den letzten Jahren an Lyft, Ola und Grab Taxi beteiligt, um einen Fuß in den Markt anderer Länder und Regionen zu bekommen. Bleibt abzuwarten, wie sich diese Partnerschaften nach dem Investment in Uber entwickeln. Didi hat angekündigt, weiterhin mit den lokalen Partner zusammen zuarbeiten. Uber wird nach dem Zusammenschluss die Möglichkeit bekommen, weitere Details über die lokalen Wettbewerber in Erfahrung zu bringen.

Didi Chuxing ist aus der Fusion von Didi und Kuaidi hervorgegangen. Erst in diesem Jahr hat sich Apple mit einer Milliarde an Didi Chuxing bei einer Bewertung von 28 Milliarden US$  beteiligt. Dem Unternehmen spielt auch in die Karten, dass die Chinesische Regierung ein neues Gesetz erlassen hat, das Fahrdienste erlaubt. Didi muss es jetzt schaffen, das Geschäft mit den Mitfahrgelegenheiten in die Gewinnzone zu bringen. Bisher wurden nur Verluste generiert, aber nur ein profitables Geschäft wird nachhaltig sein.

Bild: iphonedigital / Flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

Hailo und mytaxi schließen sich zusammen

Die beiden Taxi-Apps Hailo und mytaxi schließen sich zusammen. Zusammen werden laut eigenen Angaben mehr als 3 Millionen Nutzer erreicht und in den mehr als 50 Städten in neun EU Ländern sind mehr als 100.000 Taxi-Fahrer registriert. Durch den Zusammenschluss entsteht Europas größte Taxi-Plattform mit 70 Millionen Fahrgästen. Nicht klar ist, welche Annahmen hintern der Anzahl an Fahrgästen steht um mit 3 Millionen Nutzer auf 70 Millionen Fahrgäste zu kommen.

Marke Hailo verschwindet

Der Deal muss noch durch die Kartellbehörden genehmigt werden. Erstmal wird die Marke Hailo weiterbestehen, im Jahr 2017 soll der Markenname dann verschwinden. Bis Mitte 2017 soll auch die Integration der beiden Technologieplattformen abgeschlossen sein. Unternehmenssitz ist nach dem Zusammenschluss in Hamburg, wahrscheinlich auch, weil die Kosten und Gehälter in Hamburg günstiger sind, als in London. Neuer CEO des Unternehmens wird  Andrew Pinnington, der besser CEO von Hailo war. Niclaus Mewes, Gründer und bisheriger CEO von mytaxi zieht in den Beirat ein und wird Geschäftsführer der Daimler Mobility Services GmbH. Die Daimler Mobility Service GmbH ist unter anderem für das Carsharing Angebot Car2go und für die Plattform für multimodale Mobilität verantwortlich.

Daimler übernimmt ohne Cash in die Hand zu nehmen

Hailo wurde 2011 gegründet und hat bisher etwa 100 Mio. US$ an Finanzierung unter anderem von Richard Branson, Accel, Union Square Ventures oder Wellington Partners eingesammelt. Richard Branson hat sich auch an dem Fahrdienst SideCar beteiligt, das Unternehmen musste Anfang des Jahres die Segeln streichen. Dementsprechend scheint er nicht sehr erfolgreich mit seinen Investments im Mobilitätsbereich zu sein.

Bei dem Zusammenschluss von Hailo und der Daimler Tochter mytaxi soll kein Geld fließen. Die Transaktion soll über einen Aktientausch abgewickelt werden. Danach soll Daimler 60% an der neuen Gesellschaft halten und die Hailo Investoren 40%. Die genaue Bewertung wurde nicht kommuniziert. Über einen Zusammenschluss beider Plattformen wurde schon 2013/2014 spekuliert. Jetzt war die Übernahme für Daimler anscheinend günstig. MyTaxi wurde von Daimler im Jahre 2014 übernommen.

Hailo hat auch versucht, in den USA durchzustarten. Auf Grund der starken Konkurrenz von Uber und Lyft hat das Unternehmen das Geschäft in New York aufgegeben, um sich auf Europa zu konzentrieren. Geld verdient das Unternehmen bisher noch nicht, im Jahr 2014 ist ein Verslust ca. 25 Mio. Euro angefallen.

Immer mehr etablierte Unternehmen und Automobilkonzerne interessieren sich für App-basierte Fahrdienstvermittler. Sie investieren, um den Trend nicht zu verpassen und um Zugang zu den Technologieplattformen zu gelangen. Volkswagen investierte vor kurzem 300 Mio. US$ in Gett, GM hat sich mit 500 Mio. US$ an Lyft beteiligt.

Bild: Jon Russell (bestimmte Rechte vorbehalten)