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Google bestätigt Investment in eHailing Dienst Go-Jek

Der eHailing Dienst Go-Jek ist schon länger in Indonesien aktiv. Bisher haben wir die Entwicklung beobachtet, aber noch nicht darüber berichtet. Mit dem Investment von Google in den eHailing Dienst wird es höchste Zeit, das zu ändern.

Google hat bestätigt, dass der Technologiekonzern in den eHailing Dienst aus Asien investiert hat. Go-Jek ist in Indonesien eine große Nummer und fordert Unternehmen wie Uber und Grab heraus. Google freut sich über die Partnerschaft mit dem lokalen Champion, der mittels Technologie das Leben der Einwohner komfortabler gestaltet.

Go-Jek mit mehr als 4 Milliarden bewertet

Über das Investment wurde in den letzten Wochen öfters spekuliert. Zusammen mit Meituan-Dianping und dem Staatsfond Temasek aus Singapur ist das Investment von Google ein Teil der letzten Finanzierungsrunde, in der etwa 1.2 Milliarden US Dollar in das Unternehmen geflossen sind. Die Finanzierungsrunde wird seit April des letzten Jahres aufgestellt und beinhaltet auch Investments von den Chinesischen Größen Tencent und JD.com. Die Bewertung soll bei 4 Milliarden US Dollar gelegen haben.

Go-Jek viel mehr als ein eHailing Dienst

Go-Jek bietet auf den indonesischen Markt zugeschnittenen Mobilitäts- und Lieferdienste. Den Einstieg schaffte das Unternehmen mit einem on-demand Motorrad-Shuttle. Mittlerweile werden mehr als 15 unterschiedliche Dienste angeboten. Die Nutzer können sich mit dem Motorrad oder dem Taxi von A nach B Fahren lassen oder über die Go-Jek eine Reinigungskraft oder eine Massage on-demand bestellen. Für die Zahlung werden eigene mobile Bezahl-Dienste angeboten. In Indonesien ist Go-Jek noch vor Grab und Uber der führende Anbieter. Das Land hat die stärkste Wirtschaft in Südostasien, verfügt über ein gut ausgebautes Datennetz und die Bewohner sind modern und technikbegeistert.

Die Mobility Dienste in den Staaten in Südostasien werden in den kommenden Jahren stark steigen. Ein Report geht davon aus, dass 2025 mehr als 20 Milliarden US$ Umsatz mit eHailing Diensten generiert wird, 2017 lag der Wert bei etwa 5 Milliarden US Dollar. Auf Indonesien könnten davon 40% entfallen.

Bild: Go-Jek (alle Rechte vorbehalten)

Nachfrage für Mobility Services in Südamerika wächst

Eine Studie von Frost & Sullivan kommt zu dem Ergebnis, dass sich der südamerikanische Markt im Bezug auf Mobilität stark ändert. Intermodale on-demand Transportdienste werden immer beliebter. Haupttreiber dafür sind neue Technologien, geänderte Vorlieben und demographische Veränderungen. In der Studie hat sich das Beratungsunternehmen auf die Märkte in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexico fokussiert und einen Zeitrahmen von heute bis 2023 gewählt. Der Markt für und Einfluss von neuen Mobility Services wurde analysiert.

Signifikantes Wachstum von Mobility Services in Südamerika

Zusammengefasst kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass Angebote wie Bike-Sharing, integrierte Mobilitätsdienste, Ride-Sharing und andere eHailing Angebote ein signifikantes Wachstum erleben werden und von den Einwohnen gut angenommen werden. Bike-Sharing Angebote werden dazu führen, dass sich die Zahl der Fahrräder bis 2023 verdoppeln wird. Car-Sharing Flotten werden sogar um ein Zehnfaches wachsen. Am schnellsten werden aber Ride-Sharing und Ride-Pooling wachsen, ein neuer Milliardenmarkt wird bis 2025 entstehend. Unternehmen wie Uber, das von Didi übernommen 99Taxis und Didi selbst (demnächst starten die Chinesen in Mexico) werden den Markt beherrschen.

Städte und Behörden müssen Intermodalität vorantreiben

Auch Städte und Behörden werden in den nächsten Jahren neue Mobilitätslösungen einführen, um die bestehenden Angebote zu erweitern. Teilweise werden Stadtverwaltungen selbst Angebote aufbauen, häufig werden sie sich aber mit Technologie-Unternehmen bzw. Startups zusammentun, da die nötige Expertise und die nötigen Ressourcen fehlen. Mobility Unternehmen können davon profitieren, wenn sie Lösungen anbieten, die integriert und langfristig genutzt werden können.

Wichtig wird auch sein, dass sich die unterschiedlichen Stakeholder darüber einigen, wie die neuen Angebote in den bestehenden Mix aus öffentlichen und privaten Fahrzeugen integriert werden können. Dafür wird es hilfreich sein, unterstützende Verordnungen zu erlassen und wenn in die Infrastruktur investiert wird, um kostengünstige und Integrierte Dienste zu ermöglichen.

Bild:Rodrigo Soldon 2 (bestimmte Rechte vorbehalten)

Lieferdienst für Essen: UberEats wird für Uber immer wichtiger

Der Lieferdienst für Essen UberEats scheint sich auf Order-Seite erfolgreich zu entwickeln. Auf der DLD in München hat der Uber CEO Dara Khosrwshahi das Ziel ausgeben, dass UberEats in diesem Jahr der weltweit größte Lieferdienst für Essen wird. Hierzulande haben fast zeitgleich Fusionsgerüchte über Lieferheld und Lieferando für Aufmerksamkeit gesorgt, was mittlerweile von beiden Unternehmen dementiert wurde.

UberEats Geschäft wächst rasant

Dara Khosrowshahi hat auf der DLD Konferenz in München betont, dass das UberEats Geschäft explodiert und dass die Unternehmenssparte in diesem Jahr der größte Lieferdienst für Essen weltweit wird, noch vor Delivery Hero oder Deliveroo. Genaue Zahlen, um sein Statement zu untermauern, hat Khosrowshahi nicht geliefert. Sein Unternehmen befindet sich auch im Food Delivery Bereich in einem harten Wettbewerb mit gut finanzierten Wettbewerbern. Die angekündigte Marktführerschaft wird mit hohen Verlusten erkauft worden sein. Kunden werden durch Rabatt-Aktionen zum Bestellen motiviert und Fahrer erhalten hohe Bonuszahlungen, wenn sie Aufträge annehmen.

Unklar ist, ob UberEats auch in Deutschland starten wird oder ob der Markt hier den Anbietern Foodora, Lieferando und der Foodora Mutter Delivery Hero überlassen wird.

Übernahme von Ando 

Um seinen Lieferdienst zu stärken, hat Uber die Restaurant-Kette Ando übernommen. Ando hat sich auf Lieferdienste fokussiert und bietet seine angesagten Gerichte hauptsächlich über diese an. Bisher war die Uber-Plattform Vermittler zwischen Restaurants und den Kunden und hat sich um den Transport gekümmert. Jetzt geht das Unternehmen einen Schritt weiter und wird auf Restaurant-Seite aktiv. Es ist nicht bekannt, ob UberEats jetzt selbst in die Produktion der Gerichte einsteigt oder ob der Fokus auf der Technologie von Ando liegt. Durch diesen Schritt kann sich die Plattform einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten und höherer Margen erzielen. Konkurrent Deliveroo hat angekündigt, sogenannten Deliveroo Kitchens zu eröffnen, in denen ausschließlich Gerichte für den Lieferdienst gekocht werden. Das soll auch dafür sorgen, dass die Gerichte schneller beim Kunden sind und mehr Kunden erreicht werden.

Bild: UberEats (alle Rechte vorbehalten)

Limousinenservice Blacklane mit neuer Finanzierung

Das Berliner Startup Blacklane, das einen Limousinenservice weltweit anbietet, hat laut eignen Angaben die höchste Finanzierungsrunde der Unternehmensgeschichte abgeschlossen. Wie viel Geld aufgenommen wurde, hat Blacklane nicht mitgeteilt. Das Tech-Magazin TechCrunch will erfahren haben, dass 40 – 45 Mio. US Dollar in das Unternehmen geflossen sind, was von Blacklane nicht kommentiert wird.

ALFAHIM beteiligt sich an dem Limousinenservice

Die Finanzierung kommt von den bestehenden Investoren Daimler und btov Partners, sowie von einem neuen Investor ALFAHIM. Andere Business Angels und der Fond von Carsten Maschmeyer scheinen nicht weiter investiert zu haben. ALFAHIM hat die Runde angeführt, dahinter verbirgt sich ein Firmenkonglomerat aus den Vereinigen Arabischen Emiraten. ALFAHIM ist in den Bereichen Automobil, Reise-, Hotel und Restaurantgewerbe, Immobilien sowie Energie aktiv.

Geografische Expansion und Airport Concierge Service

Die neuen Mittel sollen für die Ausweitung der Angebotspalette und eine weitere Expansion genutzt werden. Bisher ist der Dienst in mehr als 250 Städten und an 500 Flughäfen aktiv. In diesem Jahr sollen weitere 50 Städte hinzukommen, vor allem im arabischen Raum und in Afrika. Bei der Expansion im arabischen Raum wird ALFAHIM auf Grund der lokalen Verankerung hilfreich sein.

Auf Produktseite soll der neue Dienst Blacklane Premium Airport Services & Solutions (Blacklane PASS) global ausgerollt werden. Mit dem Blacklane PASS können Reisende persönlichen Abholservice direkt vom oder zum Flugzeug, Hilfe und Unterstützung bei Anschlussflügen sowie Zugang zu Lounges genießen. Die Erweiterung von Blacklanes Portfolio um Airport Concierge Services geht auf die Übernahme von Solve im vergangenen Oktober zurück.

Fokus auf Premium und geplante Fahrten

Im Haifischbecken der Fahr- und Ride-Sharing-Dienste setzt Blacklane weiterhin auf Premium und das High-End Segment. Vor allem Menschen mit geplanten Reisen sollen durch den Dienst angesprochen werden. Da die Frequenz dieser Fahrten bei einem Großteil der eingekauften Blacklane-Kunden überschaubar sein wird, macht es absolut Sinn, dass das Service-Angebot mit dem Blacklane PASS erweitert wird. Das gibt dem Unternehmen die Möglichkeit, den Umsatz pro Buchung zu erhöhen. Im Vergleich zu on.demand Diensten sind die Fahrten auch länger. Eine typische Blacklane Fahrt soll zwischen 45 und 60 Minuten dauern, die durchschnittliche Strecke liegt bei 35 Kilometern. Bei Uber und Co. dürften die Fahrten bei etwa einem Drittel der Blacklane Werte liegen.

Stattliches Investment für Berliner Unternehmen

Insgesamt dürfte das Investment in Blacklane mit der letzten Runde die Marke von 80 Mio. US Dollar überstiegen haben. Für ein Berliner Startup ist das eine beachtliche Summe. Im Vergleich zu den Investments in andere Mobility-Dienste, wie Uber, Didi oder Taxify, ist die Summe eher moderat. Die letzten Jahre waren nicht immer leicht für das Unternehmen. Mit der neuen Runde sollte das Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern aber erstmal in Ruhe weiterarbeiten können.

Daimler gehört seit 2013 zu den Investoren von Blacklane und hat in mehreren Runden eine Summe von mehr als 25 Mio. US Dollar in das Unternehmen investiert. Der Daimler-Konzern ist einer der aktivsten Automobilhersteller, wenn es um Investments in Mobilitätsdienste geht. Vor Weihnachten wurde die Mehrheit an dem französischen on-demand Limousinendienst Chauffeur Privé übernommen und mit myTaxi, Hailo, Clever Taxi und TaxiBeat wurden gleich mehrere europäische Taxi-Apps übernommen.

Bild: Blacklane (alle Rechte vorbehalten)

Mehr als nur Bike-Sharing: oBike versucht sich mit Lieferungen

Mittlerweile zeigen sich die asiatischen Bike-Sharing Anbieter auch in Deutschland, während in den Heimatmärkten schon weitere Geschäftsmodelle getestet werden. Die chinesische App mobike versucht sich mit Carsharing, der Konkurrent oBike aus Singapur startet einen Lieferdienst.

Pakete mit oBike Flash von A nach B schicken

Mit dem oBike Flash genannten Dienst können Nutzer Warensendungen von A nach B schicken. Über die App kann der Auftrag platziert werden, in weniger als zwei Stunden sill der Auftrag dann ausgeführt werden. Die Lieferung erfolgt durch Fahrradkuriere, die mit den oBikes unterwegs sind. Bei oBike heißen die Kuriere Flashman.

Weitere Auslastung für die Bike-Sharing Flotte

Die Bike-Sharing Fahrräder mit weiteren Diensten weiter auszulasten, ist eine clevere Idee. Da sich die Qualität der Fahrräder in Grenzen hält, dürften Kuriere vor allem Aufträge mit kurzen Strecken bevorzugen. Kaum vorstellbar, dass ein Kuriere einen ganzen Arbeitstag mit einem oBike bestreitet. oBike könnte bei Erfolg motorisierte Fahrräder zur Flotte hinzufügen. Der Wettbewerb bei den Lieferdiensten ist in Singapur auch nicht zu unterschätzen und der Aufwand für oBike ist enorm. Fahrer müssen zum Beispiel gefunden und mit jeder Menge Aufträge bei Laune gehalten werden. Der Kundenservice muss hochgefahren werden.

Globale Expansion via Franchise

oBike hat bisher mehr als 10 Millionen Fahrten ermöglich. In einem nächsten Schritt soll ein Franchise-System für die Expansion aufgebaut werden. Partnerunternehmen kümmern sich um das operative Geschäft in den Städten und erhalten dafür von oBike fachliche Unterstützung und einen Teil des Umsatzes. Im Vergleich zu den großen Anbietern Ofo und Mobike ist oBike relativ klein und muss sich kreative Lösungen für den harten Konkurrenzkampf einfallen lassen.

Die Chinesischen Anbieter führen mehrere Millionen Fahrten jeden Tag durch, außerdem haben diese mehr Finanzierung erhalten. Durch das Franchise System kann oBike mit weniger Kapital expandieren und die Marke schneller ausrollen. Auf der anderen Seite besteht auch die Gefahr, dass sich die Franchise-Partner langfristig von oBike loslösen. Außerdem muss das Unternehmen aus Singapur sicherstellen, dass die lokalen Partner das Bike-Sharing Programm mit höchster Qualität umsetzen.

Bild: oBike (alle Rechte vorbehalten)

Mobilität in China: Didi mit mehr als 7 Milliarden Trips im letzten Jahr

Die chinesische Mobility Plattform DiDi hat Zahlen über das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlicht. Die Zahlen können sich sehen lassen. Insgesamt wurden mehr als sieben Milliarden Fahrten absolviert, mehr als eine Milliarde davon waren Pooling-Fahrten, bei dem sich mehrere Nutzer ein Fahrzeug teilen. Die Zahlen sind exklusive der gebuchten Bike-Sharing Touren. Die Nutzerzahl belief sich auf 450 Mio., verteilt auf mehr als 400 Städte in China. Nicht nur die Nutzerzahlen haben sich positiv entwickelt, DiDi konnte auch Verbesserungen bei der Sicherheit erreichen. Die Unfallrate hat sich um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbessert.

Künstliche Intelligenz und Machine Learning im Fokus

DiDi investiert enorm in die technische Entwicklung der Plattform. Dank Machine Learning, Big Data und Künstlicher Intelligenz ist die Chinesische Plattform in der Lage, die Nachfrage je nach Ort und Zeit recht akkurat vorherzusagen. Das Hilft dabei, möglichst viele Menschen mit limitierten Kapazitäten auf Fahrerseite zu befördern. Ende 2017 war das Unternehmen in der Lage, die Nachfrage in manchen Gebieten mit einer Vorlaufzeit von 15 Minuten vorherzusagen und kam dabei auf eine Genauigkeit von mehr als 85%.

Die virtuellen Haltestellen, die 2015 eingeführt wurden, wurde im abgelaufenen Jahr weiter optimiert. Auch künstliche Intelligenz und Machine Learning Algorithmen wurde das Feature verbessert, um eine reibungslose Abholung zu ermöglichen. Die Optimierung hat zu 2.1 Milliarden weniger Telefonaten zwischen Fahrern und Fahrgästen gesorgt.

Sicherheit wurde verbessert

Die Sicherheit wurde dank mehrerer Maßnahmen verbessert. Die Fahrer werden überwacht, um Müdigkeit zu erkennen und um das Fahrverhalten analysieren zu können. Durch Schulungen wurde erreicht, dass immer mehr Fahrgäste den Sicherheitsgurt anlegen. Auch die Sicherheitsüberprüfung wurde verstärkt, was dazu geführt hat, dass jeden Tag 40.000 ungeeignete Bewerbungen abgelehnt werden.

Smarte Mobilität in China

Das DiDi eine umfassende Mobility Plattform mit globalen Ambitionen werden will, sieht man auch daran, dass das Unternehmen in die Infrastruktur investiert. So wurden mehr als 1200 Ampeln zu Smart Devices optimiert, um die Staubelastung zu reduzieren. Teilweise wurden Verbesserungen von bis zu 20% erzielt.

Auch die DiDi Beteiligung Lyft hat Zahlen über Nutzer und Fahrten bekanntgegeben. Insgesamt wurden 2017 375.5 Mio. Fahrten in den USA absolviert. Die Zahl ist auch beeindruckend, aber winzig im Vergleich zu dem Volumen von Didi. Der Vergleich zeigt das enorme Potential der Mobilität in China für neue Dienste.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

door2door arbeitet mit ZF und Microsoft an einer Plattform für autonomen Nahverkehr

Zur Zeit findet in Las Vegas die Consumer Electronics Show statt, die mittlerweile für Automobilhersteller und Mobility Startups immer wichtiger geworden ist. Früher wurden die neuste Unterhaltungselektronik vorgestellt, heute kommt die Eröffnungspräsentation von Daimler oder Ford. Ein deutsches Mobility Unternehmen, das auf der CES vertreten ist, ist door2door. Das Startup zeigt zusammen mit ZF und Microsoft eine Lösung, wie autonome Fahrzeuge in den öffentlichen Nahverkehr eingebunden werden können.

autonomer Nahverkehr für Personen und Güter

ZF und door2door haben die Ride-Sharing Technologie des Startups weiterentwickelt, so dass diese auch für Flotten mit autonomen Fahrzeugen eingesetzt werden kann. Passagiere und Güter werden dabei kombiniert, die Algorithmen sollen dafür sorgen dass die Routen effizient sind und Umwege minimiert werden. Durch den Ansatz sollen die Fahrzeuge besser ausgelastet werden, was zu geringeren Kosten führen dürfte. Außerdem handelt es sich dabei um eine Möglichkeit, die wachsende Staubelastung durch Individual- und Lieferverkehr zu reduzieren.

Fahrgasterkennung per Gesichtserkennung

Der Show-Case bietet auch neue Features für den Fahrgast. Vorschläge für Point of Interests sollen gemacht werden, inklusive Bewertungen und benötigter Fahrtzeit. Die Spracherkennung von Microsoft wurde in die White Label App integriert, so dass der Nutzer seine Eingaben per Sprache erledigen kann. Da bei autonomen Fahrzeugen kein Fahrer im Fahrzeug sitz, der Aufgaben wie Fahrgast-Identifikation übernommen hat, müssen andere Lösungen implementiert werden. Die Kooperationspartner setzen auf Erkennung mittels Gesichtserkennung oder das Scannen eines QR-Codes. Auch die Übergabe von Pakten wird per Sprach- und Gesichtserkennung verifiziert.

End-to-End Lösung für Städte und Verkehrsbetriebe

Laut door2door CEO Tom Kirschbaum werden Lösungen für Ride-Sharing und autonomes Fahren bisher eher separat entwickelt. Beide Seiten zu einer end-to-end Lösung zu kombinieren, sorgt dafür, dass ein effizientes und autonomes Nahverkehrssystem für den Transport von Personen und Gütern entstehen kann. Städte, Verkehrsbetrieb und Mobilitätsanbieter sollen mit der Lösung von door2door und ZF in der Lage sein, autonome Shuttle in ihr bestehendes Setup einzufügen.

Wann die White-Label App in einer realen Umgebung eingesetzt werden soll, wurde nicht kommuniziert. Die Kooperation scheint vorwiegend zwischen door2door und ZF zu bestehen. ZF hat auf der CES seine Partnerschaft mit Microsoft erweitert, door2door kommt in den Genuss dieser Partnerschaft. Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen hat sich Lösungen für vollautomatisiertes Fahren auf die Fahne geschrieben. Neben der Partnerschaft mit door2door arbeitet ZF mit Nvidia zusammen und Hilft e.Go bei der Entwicklung eines autonomen People-Movers.

Unternehmen wie BestMile, die Deutsche Bahn Tochter ioki oder RideCell gehen mit ihren Ansätzen in eine ähnliche Richtung. Das Interesse von Städten und Verkehrsbetrieben für Alternativen zum etablierten Nahverkehr ist weltweit hoch.

Bild: door2door (alle Rechte vorbehalten)

DigitalLife@Daimler – digitale Transformation und Hackathons

Daimler hat in den letzten Jahren mehrere Initiativen ins Leben gerufen, um die digitale Transformation in der Automobilindustrie mitzugestalten. Eine davon ist DigitalLife@Daimler. DigitalLife treibt konzernweit die digitale Transformation voran und setzt Projekte zum digitalen Wandel im Unternehmen um. Dabei sind folgende Schwerpunkte gesetzt: Strategie (#transform), Innovationskultur (#ideate), Mitarbeitervernetzung (#collaborate) und Unternehmenskultur (#change). Das spannende ist, dass Der Fokus ist auf die interne Transformation gerichtet ist, also wie sich Daimler als Organisation wandeln kann, um weiterhin eine führende Rolle zu spielen. Bei DigitalLife stehen trotz Digitalisierung immer die Menschen im Mittelpunkt – egal ob Kunde oder Mitarbeiter.

Mitarbeiter müssen bei Transformation mitgenommen und eingebunden werden 

Vor allem ist es wichtig, die Mitarbeiter bei dem Thema digitale Transformation mitzunehmen – das kann nur mit einer glaubwürdigen Strategie erfolgen. DigitalLife@Daimler scheint dabei einen erfolgreichen Job zu machen und in den letzten Jahren wurde intern schon viel erreicht. Bei einem so großen und komplexen Konzern wie Daimler ist Ausdauer und Durchhaltevermögen gefragt, um das Thema Digitalisierung nachhaltig zu verankern und um die Kollegen von der Notwendigkeit  zu überzeugen. Schließlich läuft das Geschäft mit der Produktion im Moment noch gut und die Auswirkungen von disruptiven Modellen in den USA oder Asien sind für die Mitarbeiter fernab der Hot Spots wenig greifbar. Es ist wichtig, mögliche Bedenken der Mitarbeiter, die durch eine zu schnelle und oberflächliche Transformation hervorgerufen werden können, zu berücksichtigen.

Hackathons für Ideen und Inspiration 

Ein Teil der Strategie sind inspirierende und unkonventionelle Formate wie Hackathons, an denen Teilnehmer mit unterschiedlichen Hintergründen teilnehmen. Dadurch werden neue Ideen generiert und der Austausch mit Studierenden wird in einem kreativen Rahmen ermöglicht.  Natürlich hofft Daimler auch, dass sich so Digitalisierungs-Talente von morgen für den Automobilhersteller bei der Stellensuche interessieren.

Einer der letzten Hackathons fand auf der TechCrunch Disrupt in Berlin statt. Dabei ist DigitalLife erstmalig als Sponsor aufgetreten, meistens werden die Hackathons von Daimler eigenständig organisiert.

Im Jahr 2016, ist Daimler mit der globalen Hackathon Reihe „DigitalLife Campus“ mit 300 Teilnehmern und fünf Events auf drei Kontinenten gestartet. Im Jahr 2017 wurde das erfolgreiche Format fortgesetzt. Der Hackathon auf der TechCrunch Disrupt war bereits der vierte  Hackathon, den Abschluss der Reihe bildet das Finale auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Dazu werden alle Teams der DigitalLife Campus Reihe eingeladen und bekommen neben einem ausführlichen Rahmenprogramm die Möglichkeit, auf der parallel stattfindenden Startup Messe 4YFN ihre Ideen als „Mini-Startup“ vorzustellen und mit den Fachexperten vor Ort in Austausch zu gehen.

Teilweise werden die Ideen nach den Hackathons auch weiter begleitet, sofern das Team weitermacht und das Thema für Daimler langfristig interessant ist. Dabei findet auch die Verknüpfung mit den entsprechenden Daimler Mitarbeitern statt, was positiv für beide Seiten sein kann.

Drei Ideen von der TechCrunch Disrupt 

Auf der Disrupt hat das Team Truck Chain den ersten Platz abgeräumt, eine Idee mit großem Potenzial. Der vorgestellte Service wertet Truck Sensor-Daten aus, um die Auswahl von Sublieferanten hinsichtlich Waren-Qualität, Pünktlichkeit und Sicherheit zu verbessern. Die Verwendung von Blockchain ermöglicht Transparenz der Daten und somit eine leistungsabhängige Bezahlung. Das Team wurde mit 5.000 US Dollar Preisgeld ausgezeichnet. Die für den Dienst genutzten Daten kamen von der Daimler Tochter Fleetboard.

Eine weitere auf dem Disrupt Hackathon ausgearbeitete Idee ist Park Insider. Das Team setzet auf das Trend-Thema Digitalisierung und Parken und hat auf Basis von Daimler Parking Data und der API der Deutschen Bank eine App entworfen, die eine Art Smart Wallet für das Bezahlen von Parkplätzen darstellt. Die Abrechnung erfolgt schnell, nahtlos und minutengenau. Parktickets sollen so vermieden werden.

Where to live in Berlin hat ein Tool entwickelt, welches es dem Nutzer ermöglicht Berlin in vielen verschiedenen Dimensionen zu erkunden. Man selektiert diverse Variablen, die einem für seinen zukünftigen Lebensstil wichtig sind (Bars, Kino, Freizeitaktivitäten, Schule, Kindergarten, ÖPNV, Parkplätze, Verkehrssituation etc.). Das Tool schlägt dann die Bezirke in Berlin vor, die die genannten Suchfelder am besten abdecken. Um ein passendes Bild zu erschaffen, werden Daten von Daimler Parking Data, Open StreetMap, Geoportal/Land Berlin und ElasticSearch kombiniert.

Übersicht aller Daimler-Ideen (auf Englisch) von der TechCrunch Disrupt finden sich hier.

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)

Mobilität in China: Didi Chuxing steigt ins Carsharing ein

Es ist beeindruckend, mit welchem Tempo der Chinesische Anbieter Didi Chuxing sein Mobilitätsangebot ausbaut. Dahinter verbirgt sich eine durchdachte Strategie, von der andere Anbieter und vor allem deutsche Unternehmen lernen können. Nach den zahlreichen Angeboten, wie Ride-Sharing, Pooling, Gebrauchtwagenplattform oder Bikesharing wird jetzt auch in Car-Sharing investiert.

Carsharing in China wächst rasant

Mindestens eine Milliarde Yuan, was etwa 120 Mio. Euro entspricht, soll in ein Carsharing Angebot gesteckt werden. Der Bedarf nach Mobilität in China steigt unaufhaltsam und da sich viele keine eigenes Auto, bzw. einen Parkplatz dafür leisten können, erfreuen sich alternative Mobilitätsangebote steigender Beliebtheit. Car-sharing gehört dazu und wächst seit geraumer Zeit.

Offene Plattformen für Carsharing

Anscheinend will Didi eine Art offene Plattform schaffen, auf der auch andere Autovermietungen und Händler die Fahrzeuge fürs Car-Sharing zur Verfügung stellen können. Die Nutzer können die Autos einfach über eine App anmieten.

Didi wird dadurch gleichzeitig die Situation für die registrierten oder potentiellen Ride-Sharing Fahrer verbessern. Diese bekommen durch die Car-Sharing Plattform die Möglichkeit, kurzfristig ein passendes Auto für den Fahrdienst mieten zu können.

Vor allem Elektro-Flotten

Die größte Carsharing Plattform in China EvCard hat 8400 in 20 Städten, alle Fahrzeuge sind Elektroautos. Erst kürzlich hat BMW mit der eigenen Mobility Marke ReachNow eine Partnerschaft mit EvCard geschlossen, um Premium-Carsharing anbieten zu können. Insgesamt existieren um die 30.000 Carsharing Fahrzeuge in China, 95 Prozent sind Elektroautos, Plugin-Hybride oder Brennstoffzellen-Autos.

Auch Didi hat sich den alternativen Antrieben verschrieben. Im November wurde bekanntgegeben, dass Didi in einem Joint-Venture eine Ladeinfrastruktur aufbauen will. Bis 2020 soll die Zahl der Elektro-Fahrzeuge auf der Plattform von aktuell 260.000 auf eine Millionen ansteigen.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Mobility Services: Konzerne vs. Startups

Vergleicht man Mobility Services von etablierten Automobilkonzernen mit denen von Startups, dann fällt auf, dass letztere meistens ein viel höheres Tempo an den Tag legen und experimentierfreudiger sind. Mobility Startups ändern oder erweitern schneller ihr Geschäftsmodell und sind gefühlt näher am Kunden. Im folgenden soll das anhand einem Vergleich von Didi Chuxing aus China und den Mobility Services von BMW dargestellt werden. Didi wird exemplarisch als Beispiel für die dynamischen Startups gewählt. Die Now-Plattform von BMW (DriveNow, ReachNow, ChargeNow, etc.) verkörpert exemplarisch den eigentlich modernen aber langsamen Ansatz eines Automobilkonzerns.

DriveNow: Carsharing – sonst nichts

Unter dem Namen DriveNow ist BMW zusammen mit Sixt vor einigen Jahren in das Carsharing eingestiegen, was schon mal lobenswert ist. Der Service von heute ist mit dem Dienst vor ein paar Jahren identisch. Seitdem ist bei DriveNow aus Kundensicht wenig passiert, außer die Expansion in ein paar Städte und die Aufstockung der Flotten mit einigen Elektroautos. Ein erweitertes Mobilitätsangebot sucht der Kunde vergebens.

Wenig neues für den Kunden

Aus Kundensicht ist das enttäuschend, da man teilweise immer noch lange strecken zu den Fahrzeugen zurücklegen muss. Ein ergänzender Bike- oder Scooter-Sharing Dienst als eine Art Zubringer für die Carsharing Fahrzeuge fehlt. Beides würde nicht nur das Kundenerlebnis verbessern, sonder als Nebeneffekt auch dafür sorgen, dass die Kundenzahl schneller wächst. An Partnerschaften mit existierenden Anbietern ist auch nicht zu denken. Als Meilenstein wird gefeiert, wenn die Marke von einer Millionen Kunden geknackt wird.

Zu ergänzen ist, dass mit ReachNow in den USA auch weitere Mobility Services, wie Premium-Ridesharing pilotiert werden. Dienste wie ChargeNow oder ParkNow schreibt sich der Konzern ebenfalls als Innovationen auf die Fahne. Ohne eigenes Auto kommt man damit bisher aber nicht in Berührung.

Partnerschaften, um Reichweite auf der Kundenseite zu erzielen, sind nicht offensichtlich. Nur eine Kooperation mit Rewe wird dauerhaft beworben.

Didi Chuxing: Bunter Strauß an Mobility Services

Didi hingegen prescht mit einem Tempo und einer durchdachten Strategie vor. Als Ridesharing Plattform gestartet, wird mittlerweile ein bunter Strauß an Mobilitätsdiensten in China angeboten. Bikesharing wurde zum Beispiel in die App mit eingebunden, damit die Nutzer mehr Transportmöglichkeiten haben und evtl. auch zu den virtuellen Haltestellen der Pooling Angebote schneller kommen. Insgesamt finden die Nutzer eine Mobility Plattform vor, die detaillierter auf sie ausgerichtet ist.

Fahrer und Kunden im Fokus

Es wird nicht nur in Richtung Endkunden gedacht, sondern auch die Didi Fahrer stehen im Fokus. Ein Marktplatz für Gebrauchtfahrzeuge wurde für die Fahrer integriert, damit sie schnell und günstig an ihr Arbeitsgerät kommen. Eine eigene Ladeinfrastruktur wird geschaffen, damit die jetzt schon 260.000 Fahrer mit Elektroauto die Fahrzeuge laden können. Ein Carsharing Angebot ist sowohl für Fahrer als auch für Nutzer mit Mobilitätsbedürfnis interessant. Abgerundet wird das Angebot durch die modernsten Mobile Payment Angebote und Integrationen in angesagte Messanger Apps, wie WeChat, um so viele Kunden wie möglich zu erreichen.

Durch internationale Investments in Startups wie Taxify oder 99 breitet sich Didi weltweit aus und klopft auch an die Märkte, die vom DriveNow und co. bespielt werden. Die Investments werden ihre Strategie ähnlich wie Didi ausrichten und aggressiver als zuvor in den Markt gehen.

Gravierender Unterschied

Der Unterschied zwischen den Ansätzen von Startups und Konzernen ist gravierend. Die deutschen Anbieter haben doch auch viel Potential. Mehr Mut, Denken in globalen Dimensionen, die Öffnung für Partnerschaften und die Diversifizierung der Angebote wären wünschenswert. Klar ist, dass es auch mal Rückschläge und Fehlentscheidungen geben wird. Mit einer guten Unternehmenskultur, die Fehler und daraus resultierenden Learnings zulässt, kann das Unternehmen davon aber nur profitieren.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)