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Testbericht: Bike-Sharing Dienst Mobike in Berlin

In den letzten Wochen hat der Bike-Sharing Dienst Mobike seine Flotte an Rädern in Berlin erhöht, wir haben das zum Anlass genommen, um den Dienst zu testen.

Registrierung bei Mobike

Die Registrierung über die App lief problemlos und war innerhalb von wenigen Minuten erledigt. Als Nutzer muss man nur Namen und Handynummer angeben, sowie Kreditkarten-Daten für die Abrechnung. Was störend war, bei der Registrierung muss der Nutzer undurchsichtigen AGBs und Datenschutz-Erklärungen zustimmen, das erweckt nicht gerade Vertrauen. Von der Hinterlegten Kreditkarte wird 1 Euro als Kaution eingezogen, wahrscheinlich um die Karte zu verifizieren.


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Fahrrad finden und öffnen

Mobike bietet eine übersichtliche App, mittels derer die Fahrräder lokalisiert werden können. Ähnlich wie bei den Car-Sharing Diensten, lassen sich über die App auch Räder reservieren. Die Reservierung ist bis zu 15 Minuten gültig und ist kostenlos. Am Fahrrad angekommen, reicht es, den QR-Code mittels der App zu scannen, um das Fahrrad zu entsperren.

Fahrräder klein und mit Vollgummireifen

Die Fahrräder sind nur für kürzeste Strecken geeignet. Die Räder sind recht klein und haben eher die Größe eines Kinderfahrrads. Eine Gangschaltung fehlt auch. Beides führt dazu, dass die Trittfrequenz sehr hoch sein muss, um vorwärts zu kommen. Die Reifen sind schmal und aus Vollgummi, das wirkt sich negativ auf den Fahrkomfort aus. Fazit ist, dass sich die Fahrräder für eine kurze Strecke mittelmäßig eignen, lange Strecken können damit aber nicht zurückgelegt werden.

Nach der Fahrt

Das gemietete Rad kann einfach abgestellt werden und muss mittels montiertem Bügelschloss verschlossen werden. Sobald das Rad abgeschlossen ist, wird die Fahrt beendet und abgerechnet.

Bezahlung der Bike-Sharing Fahrt

Die Bezahlung bei Mobike ist gewöhnungsbedürftig und wird einige Kunden abschrecken. Um die Kosten von 50 Ct. pro 30 Minuten Fahrzeit zu bezahlen, muss zuerst Guthaben auf das Konto geladen werden. Es können Summen zwischen 5 und 50 Euro in das Wallet geladen werden. Ist das Guthaben aufgebraucht oder negativ, kann der Nutzer kein Fahrrad mehr ausleihen.

Zusammenfassung

Das free-floating Bike-Sharing von Mobike ist eine gute Möglichkeit, um kurze Strecken, wie den Weg zur Bahn oder zu einem Car-Sharing Auto zurückzulegen. Für längere Strecken sind die Räder leider nicht geeignet. Die geringen Kosten von 50 ct. pro 30 Minuten werden bestimmt den einen oder anderen Nutzer zur spontanen Buchung  motivieren.

Bild: GetMobility (alle Rechte vorbehalten)

Scooter Sharing: Cityscoot sammelt 40 Mio. Euro ein

In Deutschland sind Unternehmen wie Emmy oder Coup von Bosch im Scooter Sharing Markt aktiv. Das französische Scooter Sharing Pendant heißt Cityscoot und das Unternehmen hat jetzt eine Finanzierung in Höhe von 40 Mio. Euro abgeschlossen. Bisher betreibt das Startup seinen Dienst in Paris, mit dem frischen Geld soll in andere französische und europäische Städte expandiert werden. Bisher sind 15 Mio. Euro in das Unternehmen geflossen.

Scooter Sharing mit 1600 Rollern

Das Modell funktioniert wie bei Coup und Co. Über die App kann einer der 1600 Roller lokalisiert und gebucht werden. Bei Cityscoot funktioniert die Identifikation am Roller per Code und nicht wie bei Coup mittels wenig zuverlässiger Bluetooth-Verbindung. Nach der Fahrt kann der Roller einfach geparkt werden und die Fahrt wird mittel App beendet. Das Unternehmen setzt auf Elektroroller, die mit einem Helm ausgestattet sind.

Operative Kosen müssen gedeckt werden

Die Finanzierung wird für die Fahrzeugbeschaffung und den operativen Betrieb benötigt. Auch wenn die E-Scooter geleast werden, dürften sich die Leasing Raten zu einer ordentlichen Summe pro Monat addieren. Die operativen Kosten, für den Tausch der Batterien und die Re-Positionierung der Roller sind auch nicht zu unterschätzen. Bis Ende 2018 soll die Flotte auf 5000 Roller anwachsen und in den Städten im Großraum Paris, Nizza und in Städten in Italien und der Schweiz ausgerollt werden. Beim operativen Betriebt setzt das Unternehmen auf Unterstützung vom strategischen Partner und Shareholder LeasePlan.

Bisher wurden 1,7 Mio. Fahrten durchgeführt und die Nutzerzahl liegt bei 70.000 registrierten Usern. Pro Tag werden zwischen 7.000 und 9.000 Fahrgen gebucht, die durchschnittliche Dauer liegt bei 15 Minuten. In Paris schafft man es in der Zeit, etwa 4 km zurückzulegen. Anders als bei Coup zahlen die Kunden pro Minute und zwar 20 Cent. Damit erzielt Cityscoot einen Umsatz von 13 – 17 Euro pro Tag und Scooter. Die Roller werden übrigens von Govecs produziert – das Unternehmen liefert auch einen Teil der Roller an den Mitbewerber Emmy aus Berlin.

Bild: CityScoot (alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: Waymo, Daimler und Co – wer mit wem arbeitet

Bei Thema autonomes Fahren, setzten viele Unternehmen auf Kooperationen. Für Automobilhersteller, Zulieferer und co. sind Kooperationen nichts ungewöhnliches, nur wurde bisher wenig darüber veröffentlicht oder es war einfach nicht interessant, wer für BMW den Katalysator oder für Daimler die Einspritzpumpe liefert. Anders sieht es beim Thema autonomes Fahren aus. Die beteiligten Unternehmen können nicht schnell genug die geschlossenen Partnerschaften öffentlichkeitswirksam kommunizieren.

Wir haben die auf GetMobility.de veröffentlichten Artikel analysiert und die bekannten Partnerschaften zwischen Automobilherstellern, Zulieferern, Technologieunternehmen, Software Providern und Mobility Plattformen in einer Infografik dargestellt. Die Landschaft der Partnerschaften wird mittlerweile unübersichtlich, die ein oder andere Partnerschaft wird auch in der Grafik nicht abgebildet sein. Nutzen Sie das Formular am Ende des Artikels, um Ergänzungen an uns zu übermitteln.

Bei der Analyse ist auch aufgefallen, dass viele Mitteilungen eher Ankündigungscharakter haben, mit Ziel für Verwirklichung bis 2020/2021. Es wird spannend zu Verfolgen sein, welche Ankündigungen in den kommenden drei bis vier Jahren realisiert werden können.

Warum setzen die Unternehmen auf Partnerschaften

Es gibt unzählige Gründe, warum es Sinn macht, dass Unternehmen unterschiedlicher Bereiche bei dem Thema autonomes Fahren kooperieren. Eine kurze Auswahl ist hier aufgelistet.

  • Die benötigten Technologien und Systeme sind komplex. Automobilhersteller und auch Zulieferer haben häufig nicht die nötigen Experten, um die benötigten Systeme zu entwickeln.
  • Startups und Technologieunternehmen, die sich auf eine spezielle Komponente fokussieren, haben meistens einen Entwicklungsvorsprung, der genutzt werden kann. Es ist schneller und meist auch kostengünstiger, die Erfahrung von spezialisierten Unternehmen zu nutzen.
  • Kostendruck: Die Entwicklung von Komponenten und Systemen für autonome Autos ist teuer, duch Partnerschaften lässt sich das finanzielle Risiko auf mehrere Schultern verteilen.
  • Gemeinsam zu mehr Daten: Ohne große Mengen an Daten wird autonomes Fahren nicht erfolgreich sein. Zum Beispiel müssen Karten mit aktuellen Umgebungsdaten angereichert werden, damit die autonomen Fahrzeuge navigieren können. Es geht nur gemeinsam, diese Datenmengen zu erheben und zu verarbeiten.
  • Wettbewerbsdruck: Gerade Automobilhersteller spüren den Druck durch Technologieunternehmen wie Waymo oder Uber. Durch Partnerschaften versuchen sie, diesen Druck abzumildern.

Veränderungen bei der Zulieferer-Struktur

Im Zuge der Einführung von autonomen Fahrzeugen wird sich die Struktur der Zulieferer grundlegend ändern, wie das aussehen wird, muss sich in den nächsten Jahren zeigen. Ein paar Trends und Hypothesen lassen sich aber schon mal aufstellen:

  • Technologiekonzerne werden zu Zulieferern: Unternehmen wie Nvidia oder Google (vor allem über das Tochterunternehmen Waymo) werden sich als Zulieferer im Mobility Sektor etablieren.
  • Automobilhersteller werden zu Zulieferern für Mobility Plattformen: In den kommenden Jahren werden die Automobilhersteller immer mehr zu Zulieferern für Mobilitätsnetzwerke wie Uber oder Didi.
  • Die Kunden entscheiden sich für eine Mobilitätsplattform und nicht für eine Automarke. Als Vergleich kann das Setup der heutigen Airlines herangezogen werden. Die Passagiere wählen eine Airline (z.B. Lufthansa, Quantas, etc.) und überlassen es der Airline, welche Flugzeuge (e.g. Boing, Airbus) eingesteht werden.
  • Automobilhersteller werden zu Zulieferern für andere Hersteller: Hochspezialisierte Systeme werden anderen Herstellern in einer Kundenbeziehung angeboten. Als Beispiel dafür kann der Ansatz von BMW und seinen Kooperationspartnern gesehen werden.
  • Heutige Werte wie Türgeräusch oder Durchzug des Motors werden weniger wichtig, Formfaktor und Funktionalität rücken in den Vordergrund.

Die Infografik kann hier in einer hochauflösenden Version geladen werden. Bitte nennen Sie GetMobility.de als Quelle bei Verwendung der Grafik.

 

Google bestätigt Investment in eHailing Dienst Go-Jek

Der eHailing Dienst Go-Jek ist schon länger in Indonesien aktiv. Bisher haben wir die Entwicklung beobachtet, aber noch nicht darüber berichtet. Mit dem Investment von Google in den eHailing Dienst wird es höchste Zeit, das zu ändern.

Google hat bestätigt, dass der Technologiekonzern in den eHailing Dienst aus Asien investiert hat. Go-Jek ist in Indonesien eine große Nummer und fordert Unternehmen wie Uber und Grab heraus. Google freut sich über die Partnerschaft mit dem lokalen Champion, der mittels Technologie das Leben der Einwohner komfortabler gestaltet.

Go-Jek mit mehr als 4 Milliarden bewertet

Über das Investment wurde in den letzten Wochen öfters spekuliert. Zusammen mit Meituan-Dianping und dem Staatsfond Temasek aus Singapur ist das Investment von Google ein Teil der letzten Finanzierungsrunde, in der etwa 1.2 Milliarden US Dollar in das Unternehmen geflossen sind. Die Finanzierungsrunde wird seit April des letzten Jahres aufgestellt und beinhaltet auch Investments von den Chinesischen Größen Tencent und JD.com. Die Bewertung soll bei 4 Milliarden US Dollar gelegen haben.

Go-Jek viel mehr als ein eHailing Dienst

Go-Jek bietet auf den indonesischen Markt zugeschnittenen Mobilitäts- und Lieferdienste. Den Einstieg schaffte das Unternehmen mit einem on-demand Motorrad-Shuttle. Mittlerweile werden mehr als 15 unterschiedliche Dienste angeboten. Die Nutzer können sich mit dem Motorrad oder dem Taxi von A nach B Fahren lassen oder über die Go-Jek eine Reinigungskraft oder eine Massage on-demand bestellen. Für die Zahlung werden eigene mobile Bezahl-Dienste angeboten. In Indonesien ist Go-Jek noch vor Grab und Uber der führende Anbieter. Das Land hat die stärkste Wirtschaft in Südostasien, verfügt über ein gut ausgebautes Datennetz und die Bewohner sind modern und technikbegeistert.

Die Mobility Dienste in den Staaten in Südostasien werden in den kommenden Jahren stark steigen. Ein Report geht davon aus, dass 2025 mehr als 20 Milliarden US$ Umsatz mit eHailing Diensten generiert wird, 2017 lag der Wert bei etwa 5 Milliarden US Dollar. Auf Indonesien könnten davon 40% entfallen.

Bild: Go-Jek (alle Rechte vorbehalten)

Nachfrage für Mobility Services in Südamerika wächst

Eine Studie von Frost & Sullivan kommt zu dem Ergebnis, dass sich der südamerikanische Markt im Bezug auf Mobilität stark ändert. Intermodale on-demand Transportdienste werden immer beliebter. Haupttreiber dafür sind neue Technologien, geänderte Vorlieben und demographische Veränderungen. In der Studie hat sich das Beratungsunternehmen auf die Märkte in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexico fokussiert und einen Zeitrahmen von heute bis 2023 gewählt. Der Markt für und Einfluss von neuen Mobility Services wurde analysiert.

Signifikantes Wachstum von Mobility Services in Südamerika

Zusammengefasst kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass Angebote wie Bike-Sharing, integrierte Mobilitätsdienste, Ride-Sharing und andere eHailing Angebote ein signifikantes Wachstum erleben werden und von den Einwohnen gut angenommen werden. Bike-Sharing Angebote werden dazu führen, dass sich die Zahl der Fahrräder bis 2023 verdoppeln wird. Car-Sharing Flotten werden sogar um ein Zehnfaches wachsen. Am schnellsten werden aber Ride-Sharing und Ride-Pooling wachsen, ein neuer Milliardenmarkt wird bis 2025 entstehend. Unternehmen wie Uber, das von Didi übernommen 99Taxis und Didi selbst (demnächst starten die Chinesen in Mexico) werden den Markt beherrschen.

Städte und Behörden müssen Intermodalität vorantreiben

Auch Städte und Behörden werden in den nächsten Jahren neue Mobilitätslösungen einführen, um die bestehenden Angebote zu erweitern. Teilweise werden Stadtverwaltungen selbst Angebote aufbauen, häufig werden sie sich aber mit Technologie-Unternehmen bzw. Startups zusammentun, da die nötige Expertise und die nötigen Ressourcen fehlen. Mobility Unternehmen können davon profitieren, wenn sie Lösungen anbieten, die integriert und langfristig genutzt werden können.

Wichtig wird auch sein, dass sich die unterschiedlichen Stakeholder darüber einigen, wie die neuen Angebote in den bestehenden Mix aus öffentlichen und privaten Fahrzeugen integriert werden können. Dafür wird es hilfreich sein, unterstützende Verordnungen zu erlassen und wenn in die Infrastruktur investiert wird, um kostengünstige und Integrierte Dienste zu ermöglichen.

Bild:Rodrigo Soldon 2 (bestimmte Rechte vorbehalten)

Lieferdienst für Essen: UberEats wird für Uber immer wichtiger

Der Lieferdienst für Essen UberEats scheint sich auf Order-Seite erfolgreich zu entwickeln. Auf der DLD in München hat der Uber CEO Dara Khosrwshahi das Ziel ausgeben, dass UberEats in diesem Jahr der weltweit größte Lieferdienst für Essen wird. Hierzulande haben fast zeitgleich Fusionsgerüchte über Lieferheld und Lieferando für Aufmerksamkeit gesorgt, was mittlerweile von beiden Unternehmen dementiert wurde.

UberEats Geschäft wächst rasant

Dara Khosrowshahi hat auf der DLD Konferenz in München betont, dass das UberEats Geschäft explodiert und dass die Unternehmenssparte in diesem Jahr der größte Lieferdienst für Essen weltweit wird, noch vor Delivery Hero oder Deliveroo. Genaue Zahlen, um sein Statement zu untermauern, hat Khosrowshahi nicht geliefert. Sein Unternehmen befindet sich auch im Food Delivery Bereich in einem harten Wettbewerb mit gut finanzierten Wettbewerbern. Die angekündigte Marktführerschaft wird mit hohen Verlusten erkauft worden sein. Kunden werden durch Rabatt-Aktionen zum Bestellen motiviert und Fahrer erhalten hohe Bonuszahlungen, wenn sie Aufträge annehmen.

Unklar ist, ob UberEats auch in Deutschland starten wird oder ob der Markt hier den Anbietern Foodora, Lieferando und der Foodora Mutter Delivery Hero überlassen wird.

Übernahme von Ando 

Um seinen Lieferdienst zu stärken, hat Uber die Restaurant-Kette Ando übernommen. Ando hat sich auf Lieferdienste fokussiert und bietet seine angesagten Gerichte hauptsächlich über diese an. Bisher war die Uber-Plattform Vermittler zwischen Restaurants und den Kunden und hat sich um den Transport gekümmert. Jetzt geht das Unternehmen einen Schritt weiter und wird auf Restaurant-Seite aktiv. Es ist nicht bekannt, ob UberEats jetzt selbst in die Produktion der Gerichte einsteigt oder ob der Fokus auf der Technologie von Ando liegt. Durch diesen Schritt kann sich die Plattform einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten und höherer Margen erzielen. Konkurrent Deliveroo hat angekündigt, sogenannten Deliveroo Kitchens zu eröffnen, in denen ausschließlich Gerichte für den Lieferdienst gekocht werden. Das soll auch dafür sorgen, dass die Gerichte schneller beim Kunden sind und mehr Kunden erreicht werden.

Bild: UberEats (alle Rechte vorbehalten)

Limousinenservice Blacklane mit neuer Finanzierung

Das Berliner Startup Blacklane, das einen Limousinenservice weltweit anbietet, hat laut eignen Angaben die höchste Finanzierungsrunde der Unternehmensgeschichte abgeschlossen. Wie viel Geld aufgenommen wurde, hat Blacklane nicht mitgeteilt. Das Tech-Magazin TechCrunch will erfahren haben, dass 40 – 45 Mio. US Dollar in das Unternehmen geflossen sind, was von Blacklane nicht kommentiert wird.

ALFAHIM beteiligt sich an dem Limousinenservice

Die Finanzierung kommt von den bestehenden Investoren Daimler und btov Partners, sowie von einem neuen Investor ALFAHIM. Andere Business Angels und der Fond von Carsten Maschmeyer scheinen nicht weiter investiert zu haben. ALFAHIM hat die Runde angeführt, dahinter verbirgt sich ein Firmenkonglomerat aus den Vereinigen Arabischen Emiraten. ALFAHIM ist in den Bereichen Automobil, Reise-, Hotel und Restaurantgewerbe, Immobilien sowie Energie aktiv.

Geografische Expansion und Airport Concierge Service

Die neuen Mittel sollen für die Ausweitung der Angebotspalette und eine weitere Expansion genutzt werden. Bisher ist der Dienst in mehr als 250 Städten und an 500 Flughäfen aktiv. In diesem Jahr sollen weitere 50 Städte hinzukommen, vor allem im arabischen Raum und in Afrika. Bei der Expansion im arabischen Raum wird ALFAHIM auf Grund der lokalen Verankerung hilfreich sein.

Auf Produktseite soll der neue Dienst Blacklane Premium Airport Services & Solutions (Blacklane PASS) global ausgerollt werden. Mit dem Blacklane PASS können Reisende persönlichen Abholservice direkt vom oder zum Flugzeug, Hilfe und Unterstützung bei Anschlussflügen sowie Zugang zu Lounges genießen. Die Erweiterung von Blacklanes Portfolio um Airport Concierge Services geht auf die Übernahme von Solve im vergangenen Oktober zurück.

Fokus auf Premium und geplante Fahrten

Im Haifischbecken der Fahr- und Ride-Sharing-Dienste setzt Blacklane weiterhin auf Premium und das High-End Segment. Vor allem Menschen mit geplanten Reisen sollen durch den Dienst angesprochen werden. Da die Frequenz dieser Fahrten bei einem Großteil der eingekauften Blacklane-Kunden überschaubar sein wird, macht es absolut Sinn, dass das Service-Angebot mit dem Blacklane PASS erweitert wird. Das gibt dem Unternehmen die Möglichkeit, den Umsatz pro Buchung zu erhöhen. Im Vergleich zu on.demand Diensten sind die Fahrten auch länger. Eine typische Blacklane Fahrt soll zwischen 45 und 60 Minuten dauern, die durchschnittliche Strecke liegt bei 35 Kilometern. Bei Uber und Co. dürften die Fahrten bei etwa einem Drittel der Blacklane Werte liegen.

Stattliches Investment für Berliner Unternehmen

Insgesamt dürfte das Investment in Blacklane mit der letzten Runde die Marke von 80 Mio. US Dollar überstiegen haben. Für ein Berliner Startup ist das eine beachtliche Summe. Im Vergleich zu den Investments in andere Mobility-Dienste, wie Uber, Didi oder Taxify, ist die Summe eher moderat. Die letzten Jahre waren nicht immer leicht für das Unternehmen. Mit der neuen Runde sollte das Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern aber erstmal in Ruhe weiterarbeiten können.

Daimler gehört seit 2013 zu den Investoren von Blacklane und hat in mehreren Runden eine Summe von mehr als 25 Mio. US Dollar in das Unternehmen investiert. Der Daimler-Konzern ist einer der aktivsten Automobilhersteller, wenn es um Investments in Mobilitätsdienste geht. Vor Weihnachten wurde die Mehrheit an dem französischen on-demand Limousinendienst Chauffeur Privé übernommen und mit myTaxi, Hailo, Clever Taxi und TaxiBeat wurden gleich mehrere europäische Taxi-Apps übernommen.

Bild: Blacklane (alle Rechte vorbehalten)

Mehr als nur Bike-Sharing: oBike versucht sich mit Lieferungen

Mittlerweile zeigen sich die asiatischen Bike-Sharing Anbieter auch in Deutschland, während in den Heimatmärkten schon weitere Geschäftsmodelle getestet werden. Die chinesische App mobike versucht sich mit Carsharing, der Konkurrent oBike aus Singapur startet einen Lieferdienst.

Pakete mit oBike Flash von A nach B schicken

Mit dem oBike Flash genannten Dienst können Nutzer Warensendungen von A nach B schicken. Über die App kann der Auftrag platziert werden, in weniger als zwei Stunden sill der Auftrag dann ausgeführt werden. Die Lieferung erfolgt durch Fahrradkuriere, die mit den oBikes unterwegs sind. Bei oBike heißen die Kuriere Flashman.

Weitere Auslastung für die Bike-Sharing Flotte

Die Bike-Sharing Fahrräder mit weiteren Diensten weiter auszulasten, ist eine clevere Idee. Da sich die Qualität der Fahrräder in Grenzen hält, dürften Kuriere vor allem Aufträge mit kurzen Strecken bevorzugen. Kaum vorstellbar, dass ein Kuriere einen ganzen Arbeitstag mit einem oBike bestreitet. oBike könnte bei Erfolg motorisierte Fahrräder zur Flotte hinzufügen. Der Wettbewerb bei den Lieferdiensten ist in Singapur auch nicht zu unterschätzen und der Aufwand für oBike ist enorm. Fahrer müssen zum Beispiel gefunden und mit jeder Menge Aufträge bei Laune gehalten werden. Der Kundenservice muss hochgefahren werden.

Globale Expansion via Franchise

oBike hat bisher mehr als 10 Millionen Fahrten ermöglich. In einem nächsten Schritt soll ein Franchise-System für die Expansion aufgebaut werden. Partnerunternehmen kümmern sich um das operative Geschäft in den Städten und erhalten dafür von oBike fachliche Unterstützung und einen Teil des Umsatzes. Im Vergleich zu den großen Anbietern Ofo und Mobike ist oBike relativ klein und muss sich kreative Lösungen für den harten Konkurrenzkampf einfallen lassen.

Die Chinesischen Anbieter führen mehrere Millionen Fahrten jeden Tag durch, außerdem haben diese mehr Finanzierung erhalten. Durch das Franchise System kann oBike mit weniger Kapital expandieren und die Marke schneller ausrollen. Auf der anderen Seite besteht auch die Gefahr, dass sich die Franchise-Partner langfristig von oBike loslösen. Außerdem muss das Unternehmen aus Singapur sicherstellen, dass die lokalen Partner das Bike-Sharing Programm mit höchster Qualität umsetzen.

Bild: oBike (alle Rechte vorbehalten)

Mobilität in China: Didi mit mehr als 7 Milliarden Trips im letzten Jahr

Die chinesische Mobility Plattform DiDi hat Zahlen über das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlicht. Die Zahlen können sich sehen lassen. Insgesamt wurden mehr als sieben Milliarden Fahrten absolviert, mehr als eine Milliarde davon waren Pooling-Fahrten, bei dem sich mehrere Nutzer ein Fahrzeug teilen. Die Zahlen sind exklusive der gebuchten Bike-Sharing Touren. Die Nutzerzahl belief sich auf 450 Mio., verteilt auf mehr als 400 Städte in China. Nicht nur die Nutzerzahlen haben sich positiv entwickelt, DiDi konnte auch Verbesserungen bei der Sicherheit erreichen. Die Unfallrate hat sich um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbessert.

Künstliche Intelligenz und Machine Learning im Fokus

DiDi investiert enorm in die technische Entwicklung der Plattform. Dank Machine Learning, Big Data und Künstlicher Intelligenz ist die Chinesische Plattform in der Lage, die Nachfrage je nach Ort und Zeit recht akkurat vorherzusagen. Das Hilft dabei, möglichst viele Menschen mit limitierten Kapazitäten auf Fahrerseite zu befördern. Ende 2017 war das Unternehmen in der Lage, die Nachfrage in manchen Gebieten mit einer Vorlaufzeit von 15 Minuten vorherzusagen und kam dabei auf eine Genauigkeit von mehr als 85%.

Die virtuellen Haltestellen, die 2015 eingeführt wurden, wurde im abgelaufenen Jahr weiter optimiert. Auch künstliche Intelligenz und Machine Learning Algorithmen wurde das Feature verbessert, um eine reibungslose Abholung zu ermöglichen. Die Optimierung hat zu 2.1 Milliarden weniger Telefonaten zwischen Fahrern und Fahrgästen gesorgt.

Sicherheit wurde verbessert

Die Sicherheit wurde dank mehrerer Maßnahmen verbessert. Die Fahrer werden überwacht, um Müdigkeit zu erkennen und um das Fahrverhalten analysieren zu können. Durch Schulungen wurde erreicht, dass immer mehr Fahrgäste den Sicherheitsgurt anlegen. Auch die Sicherheitsüberprüfung wurde verstärkt, was dazu geführt hat, dass jeden Tag 40.000 ungeeignete Bewerbungen abgelehnt werden.

Smarte Mobilität in China

Das DiDi eine umfassende Mobility Plattform mit globalen Ambitionen werden will, sieht man auch daran, dass das Unternehmen in die Infrastruktur investiert. So wurden mehr als 1200 Ampeln zu Smart Devices optimiert, um die Staubelastung zu reduzieren. Teilweise wurden Verbesserungen von bis zu 20% erzielt.

Auch die DiDi Beteiligung Lyft hat Zahlen über Nutzer und Fahrten bekanntgegeben. Insgesamt wurden 2017 375.5 Mio. Fahrten in den USA absolviert. Die Zahl ist auch beeindruckend, aber winzig im Vergleich zu dem Volumen von Didi. Der Vergleich zeigt das enorme Potential der Mobilität in China für neue Dienste.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

door2door arbeitet mit ZF und Microsoft an einer Plattform für autonomen Nahverkehr

Zur Zeit findet in Las Vegas die Consumer Electronics Show statt, die mittlerweile für Automobilhersteller und Mobility Startups immer wichtiger geworden ist. Früher wurden die neuste Unterhaltungselektronik vorgestellt, heute kommt die Eröffnungspräsentation von Daimler oder Ford. Ein deutsches Mobility Unternehmen, das auf der CES vertreten ist, ist door2door. Das Startup zeigt zusammen mit ZF und Microsoft eine Lösung, wie autonome Fahrzeuge in den öffentlichen Nahverkehr eingebunden werden können.

autonomer Nahverkehr für Personen und Güter

ZF und door2door haben die Ride-Sharing Technologie des Startups weiterentwickelt, so dass diese auch für Flotten mit autonomen Fahrzeugen eingesetzt werden kann. Passagiere und Güter werden dabei kombiniert, die Algorithmen sollen dafür sorgen dass die Routen effizient sind und Umwege minimiert werden. Durch den Ansatz sollen die Fahrzeuge besser ausgelastet werden, was zu geringeren Kosten führen dürfte. Außerdem handelt es sich dabei um eine Möglichkeit, die wachsende Staubelastung durch Individual- und Lieferverkehr zu reduzieren.

Fahrgasterkennung per Gesichtserkennung

Der Show-Case bietet auch neue Features für den Fahrgast. Vorschläge für Point of Interests sollen gemacht werden, inklusive Bewertungen und benötigter Fahrtzeit. Die Spracherkennung von Microsoft wurde in die White Label App integriert, so dass der Nutzer seine Eingaben per Sprache erledigen kann. Da bei autonomen Fahrzeugen kein Fahrer im Fahrzeug sitz, der Aufgaben wie Fahrgast-Identifikation übernommen hat, müssen andere Lösungen implementiert werden. Die Kooperationspartner setzen auf Erkennung mittels Gesichtserkennung oder das Scannen eines QR-Codes. Auch die Übergabe von Pakten wird per Sprach- und Gesichtserkennung verifiziert.

End-to-End Lösung für Städte und Verkehrsbetriebe

Laut door2door CEO Tom Kirschbaum werden Lösungen für Ride-Sharing und autonomes Fahren bisher eher separat entwickelt. Beide Seiten zu einer end-to-end Lösung zu kombinieren, sorgt dafür, dass ein effizientes und autonomes Nahverkehrssystem für den Transport von Personen und Gütern entstehen kann. Städte, Verkehrsbetrieb und Mobilitätsanbieter sollen mit der Lösung von door2door und ZF in der Lage sein, autonome Shuttle in ihr bestehendes Setup einzufügen.

Wann die White-Label App in einer realen Umgebung eingesetzt werden soll, wurde nicht kommuniziert. Die Kooperation scheint vorwiegend zwischen door2door und ZF zu bestehen. ZF hat auf der CES seine Partnerschaft mit Microsoft erweitert, door2door kommt in den Genuss dieser Partnerschaft. Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen hat sich Lösungen für vollautomatisiertes Fahren auf die Fahne geschrieben. Neben der Partnerschaft mit door2door arbeitet ZF mit Nvidia zusammen und Hilft e.Go bei der Entwicklung eines autonomen People-Movers.

Unternehmen wie BestMile, die Deutsche Bahn Tochter ioki oder RideCell gehen mit ihren Ansätzen in eine ähnliche Richtung. Das Interesse von Städten und Verkehrsbetrieben für Alternativen zum etablierten Nahverkehr ist weltweit hoch.

Bild: door2door (alle Rechte vorbehalten)