Archiv der Kategorie: Fernverkehr

Tesla Semi Truck: Elektro-LKW mit 500 Kilometern Reichweite

Vor einiger Zeit hat Tesla angekündigt, dass eine Zugmaschine mit Elektroantrieb zum Masterplan 2.0 gehören soll. Wie jetzt durchgesickert ist, soll der Elektro-LKW über eine Reichweite von 500 Kilometern verfügen. Ein erster Prototyp soll schon im September vorgestellt werden. Bisher hält sich Tesla noch mit Einzelheiten zurück. Der LKW von Tesla soll auch Eigenschaften für vollautomatisiertes Fahren haben.

Zusammenarbeit mit Spediteuren bei Entwicklung

Tesla schweigt noch zum Thema Reichweite, Ladekapazität und Preis für den elektrischen LKW. Die Informationen über die Reichweite kommen deshalb auch nicht direkt von dem Unternehmen, sondern von dem Chef des Logistik-Unternehmens Ryder aus Florida. Chef Elon Musk hat im Juni verlauten lassen, dass sein Unternehmen eng mit Spediteuren zusammenarbeitet, um einen LKW zu entwickeln, der den Anforderungen entspricht. Gut möglich also, dass Ryder Chef Scott Perry den Tesla Truck mit Reichweite von 200 – 300 Meilen gesehen hat.

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Reichweite des Tesla LKWs muss steigen

Eine Reichweite von 320 – 480 Kilometern ist für eine LKW-Zugmaschine sehr gering. LKWs mit Verbrennungsmotor, die für die Langstrecke optimiert sind, kommen ohne nachzutanken auf eine Reichweite von 1600 Kilometern. Es wird noch eine Zeit dauern, bis die herkömmlichen Diesel-Lkw von den Fernstraßen verdrängt werden. Dafür sind Elektrolaster mit Reichweite von 600 – 800 Kilometern pro Akkuladung nötig und eine flächendeckend Ladeinfrastruktur.

Vorreiter bei Elektroautos

Tesla ist als Vorreiter beim Thema Elektroautos bekannt. Gestartet ist das Unternehmen mit dem Model S, die Limousine ist in der oberen Mittelklasse angesiedelt. Darauf folgte der SUV Model X und vor kurzem das günstige Model 3 für den Massenmarkt. Mit der Skalierung der bisherigen Fahrzeugpalette dürfte das Unternehmen mehr als genug zu tun haben, des wegen ist erstaunlich, dass so schnell der Semi Truck kommen soll.

Elektro-LKW von Daimler und der Post

Auf dem Feld der Elektro-LKWs ist der Elektroautobauer nicht alleine unterwegs. Der Daimler Konzern entwickelt ebenfalls einen Elektro-LKW mit mehreren hundert Kilometern Reichweite. Die Deutsche Post entwickelt die kleineren Elektro-LKWs StreetScooter, um die Zustellung der Pakete und Briefe zu elektrifizieren.

Bild: Tesla (alle Rechte vorbehalten)

uShip holt sich Investment von DB Schenker

Marktplatz uShip holt sein ein weiteres Investment. Das globale Logistik-Unternehmen DB Schenker investiert im Zuge einer Kapitalerhöhung in die Online-Plattform für Speditions- und Transportdienstleistungen. Der online Logistik-In der letzten Finanzierungsrunde fließen 25 Mio. US$ in das Unternehmen, bisher wurden 50 Mio. US$ eingesammelt. Als Lead-Investor der letzten Runde tritt DB Schenker auf den Plan.

Schenker und uShip arbeiten schon länger zusammen

Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn arbeitet schon länger mit uShip zusammen. Im letzten Jahr haben die beiden Unternehmen eine Partnerschaft für die kommenden fünf Jahre geschlossen. Mit Drive4Schenker bietet Schenker seit ca. einem Monat eine Online-Plattform für Speditions- und Transportdienstleistungen, die auf der Technologie und Software von uShip aufbaut. So sollen die rund 30.000 Transportpartner des europäischen Landverkehrsnetzwerkes künftig über eine DB Schenker-Plattform namens „Drive4Schenker“ mit uShip-Technik online mit ihrer Fracht zusammengebracht werden. Der neue Service startet diesen Monat in Deutschland, der Ausbau erfolgt schrittweise.

Digitalisierung der Frachtbranche

Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn will mit mit Investment weiteres Umsatzpotential abseits der traditionellen Geschäftsmodelle erschließen. DB Schenker will sich mit dem Investment auch fit für die Zukunft machen. Die Digitalisierung der Frachtbranche wird in den nächsten Jahren für einige Veränderungen sorgen. Unternehmen wie Uber Freight, aber auch Frachtvermittler wie FreightHub, wollen den Markt modernisieren. Für DB Schenker ist es das größte Investment in ein digitales Unternehmen.

Die uShip Plattform, die erfolgreich Absender und Transporteure in mehr als 19 Ländern zusammenbringt, ist in der Branche führend darin, Gütertransporte über mobile Geräte wie Handys und Tablets zu organisieren. Das Unternehmen uShip will mit dem Investment die Entwicklung vorantreiben. Die Plattform geht davon aus, dass in Zukunft mehrere Frachtunternehmen auf Digitalisierung setzen. Dadurch können die großen Player ihren Vorsprung beibehalten und gleichzeitig das operative Geschäft weiter optimieren.

Bild: DB Schenker (Alle Rechte vorbehalten)

Deutsche Bahn zieht sich aus dem Fernbusmarkt zurück

Die Deutsche Bahn zieht sich zurück und überlässt Flixbus den Fernbusmark. Ende des Jahres wird die Deutsche Bahn den Betrieb der Konzerntochter BerlinLinienBus einstellen. Damit verschwindet der letzte der größeren Wettbewerber von Flixbus. Zuvor haben schon Megabus und Postbus aufgeben und das Streckennetz an Flixbus verkauft. Bahn-Manager haben anscheinend auch mit Flixbus über eine Übernahme von BerlinLinienBus verhandelt. Beide Seiten konnten sich aber auf eine einvernehmliche Lösung einigen.

Späte Anpassung des Angebots

Die Bahn hat am Anfang die Konkurrenz auf dem Fernbusmarkt ignoriert und erst recht spät das eigene Fernbusangebot überarbeitet und gebündelt. Für die Marke BerlinLinienBus wurde Anfang des Jahres eine überarbeitete Webseite gelauncht und die modernen Busse wurden mit einem neuen Design versehen. Hinzu kam eine Expansion der Linien. Diese Anstrengungen haben dazu geführt, dass der Marktanteil laut Zahlen des Marktforschungsinstituts Iges von neun auf 14 Prozent gestiegen ist. Diese positive Entwicklung war anscheinend nicht genug für die Bahn-Führung.

IC Bus bleibt vorerst bestehen

Die Marke IC Bus sill weiterhin bestehen bleiben. Das Streckennetz von IC Bus hat die Strecken ins europäische Ausland umfasst. Ein paar Strecken von BerlinLinienBus sollen im Netz von IC Bus aufgehen. Für die Deutsche Bahn ist das Angebot von IC Bus wirtschaftlicher.

Marktmacht von Flixbus gestärkt

Die Marktmacht von Flixbus wird nach dem Ende von BerlinLinienBus noch weiter steigen. In diesem Jahr hat das Unternehmen schon die Streckennetze der Konkurrenten Postbus und Megabus übernommen. In der letzten Analyse von Iges lag der Marktanteil bei etwa 80 Prozent, das dürfte sich ab 2017 ändern. Postbus wurde zuerst von dem ADAC und der Deutschen Post betrieben, der ADAC ist bereits Ende 2014 aus dem Gemeinschaftsprojekt ausgestiegen. Im Herbst diesen Jahres wird das Angebot von Postbus in das Netzwerk von Flixbus integriert.

Steigende Fernbuspreise erwartet

Branchenexperten gehen nach der Konsolidierung von steigenden Preisen im Fernbusmarkt aus. Dafür sprechen die folgenden zwei Gründe. Im Moment verdient noch kein Anbieter Geld im Fernbusmarkt, das kann sich nur durch steigende Fahrpreise ändern. Grund zwei ist der fehlenden Wettbewerb, dadurch gehe die Preise nach oben. Für die verbleibenden Fernbusanbieter dürfte ein gewisser Spielraum für Fahrpreiserhöhungen vorhanden sein, ohne dadurch viele Kunden zu verlieren. Die Alternative Bahn ist im Moment noch weit teurer als das Angebot an Buslinien.

Megabus Mitarbeiter verlieren Job

Die Übernahme des Streckennetzes von Megabus durch Flixbus hat Auswirkung auf die Belegschaft von Megabus. Alle Angestellten von Megabus wurden gekündigt. In Deutschland mussten 50 Mitarbeiter gehen, in Italien und Belgien weitere 160 Angestellte. Grund dafür ist, dass Flixbus nur Interesse am Streckennetz hat. Diese Strecken werden von Partnerunternehmen bedient, die auch die Fahrer beschäftigen. Weitere Funktionen, wie Marketing und Kundenservice werden wahrscheinlich zentral organisiert.

Bild: BerlinLinienBus

Flixbus übernimmt auch Postbus

Der Markt der Fernbusanbieter in Deutschland konsolidiert sich weiter. Erst vor ein paar Wochen hat der Anbieter Flixbus den Konkurrenten MegaBus aus Großbritannien übernommen. Jetzt erfolgte die nächste Übernahme. Die Post verkauft ihr Postbus Angebot an Flixbus. Flixbus hat nach der Übernahme einen Marktanteil von mehr als 80%. Einziger stärkere Konkurrent bleibt somit das Angebot von BerlinLinienBus, das zum DB Konzern gehört.

Flixbus will weiter zukaufen

Für Flixbus soll es nicht der letzte Kauf gewesen sein, das Unternehmen schaut sich nach weiteren Zukäufen in Europa um. Die Lage sei im Moment günstig und Flixbus scheint über genügend finanzielle Mittel zu verfügen, um die Zukäufe und damit verbundenen Kosten zu stemmen.

Billigtickets als Problem für Postbus

Die Deutsche Post hat das Fernbusangebot an Flixbus verkauft, da es sich bei dem hohen Kostendruck durch Billigtickets nicht wirtschaftlich betreiben lässt. Ursprünglich wurde Postbus von der Deutschen Post und dem ADAC gegründet. Der ADAC ist nach kurzer Zeit ausgestiegen und die DeutschePost hat das Angebot alleine weiter betrieben. Flixbus ist aus der Fusion der beiden großen Anbieter MeinFernbus und Flixbus entstanden. Bisher fährt Flixbus noch keine Gewinne ein. Innerhalb diesen Jahres soll im Deutschsprachigen Raum die Profitabilität erreicht werden.

Steigen jetzt die Preise?

Es ist zu erwarten, dass durch die Übernahme auch die Ticketpreise für die Kunden ansteigen. Durch die neue Marktmacht von Flixbus fehlt der Wettbewerb und das sei schlecht für die Verbraucher. Die Strategie von Flixbus, mit günstigen Preisen die Wettbewerber aus dem Markt zu drängen, scheint vorerst aufzugehen.

Bild: Flixbus (alle Rechte vorbehalten)

Profiteure des Bahnstreiks: myTaxi, Fernbus und Co.

Seit gestern wird die Deutsche Bahn im Fernverkehr und Nahverkehr bestreikt. Die Lokführer haben angekündigt, bis Sonntag zu streiken. Von dem Streik profitieren einige Startups und Neueinsteiger im Mobilitätssektor.

MyTaxi mit 50% Rabatt

Die Hamburger Taxi-App dürfte diese Woche schon allein wegen des Streiks mehr Anfragen verzeichnen. Das Unternehmen, das mittlerweile zu Daimler gehört, bietet zusätzlich noch 50% Rabatt auf alle Fahren, die per App bezahlt werden. Das wird MyTaxi zusätzlich in die Karten spielen und die Fahrtanfragen nach oben schnellen lassen. Nicht nur MyTaxi, auch die anderen Taxi- und Fahrservice Apps werden von dem Bahnstreiks profitieren.

Fernbus mit Fahrtzuwachs

Auch die Fernbusanbieter, wie Postbus, Meinferbus Flixbus und Co. profitieren von dem Streik bei der Bahn. Viele Kunden, die im Fernverkehr unterwegs sind, steigen auf die Alternative Bus um. Laut einem Spiegel Artikel hat sich die Besucherzahl auf der Webseite von  MeinFernbus Flixbus verfünffacht, die Buchungen sind um 150 % gestiegen. Bei Postbus wurden sogar 3-4 mal so viele Tickers verkauft. Die Anbieter haben schnell reagiert und weitere Busse bei den gelegenPartnerunternehmen gemietet, um die gestiegene Nachfrage bedienen zu können. Unter der Woche scheint es noch keinen Engpass zu geben. Am Wochenende könnten die Fernbusse auf den beliebten Rennstrecken ausgebucht sein.

Mitfahrgelegenheiten bringen sich ins Spiel

Auf der einen Seite versuchen Mitfahr-Netzwerke für Kurzstrecken, wie flinc, Vom Bahnstreik zu profitieren. Es Werden gezielt Berufstätige  angesprochen, die Dank flinc trotz Bahnstreiks pünktlich zur Arbeit kommen, wenn sie flinc nutzen. Für längere Strecken bieten sich Services, wie Mitfahrgelegenheit.de, BlaBlaCar, Fahrgemeinschaft.de und Co. an.

Es existieren also einige Alternativen, um trotz Bahnstreiks von A nach B zu kommen. Die Profiteure des Streiks werden hoffen, dass nach dem Streik einige der neugewonnenen Kunden und Nutzer hängen bleiben und nicht zurück zur Bahn wechseln.

Bild: Stillstand von Chris R. (bestimmte Rechte vorbehalten)

Fernbus Preise ziehen an – nur MegaBus mit Kampfpreisen

Die Preisentwicklung in den letzten Wochen bei den Fernbussen ging nach oben. Die Fernbus-Anbieter rücken von den Kampfpreisen ab, bieten aber immer noch ein Preis-Niveau, das auf reges Interesse stoßt. Eine Ausnahme stellt ein Neueinsteiger dar. Der schottische Anbieter MegaBus startet mit mehreren Linien in Deutschland und das zu Preisen ab 1 €.

Fahrkarten werden teurer

Laut einer dpa Meldung normalisiert sich das Preisniveau unter den Fernbusanbietern.  Nach der Fusion von MeinFernbus und FlixBus, sowie dem Ausstieg einiger Anbieter, war das zu erwarten. In dem Zeitraum von Januar bis April haben sich die Fahrpreise mit einem Spartarif für eine Fahrt mit dem Fernbus durchschnittlich um 11 Prozent erhöht. Die Zahlen hat das Berliner Marktforschungsinstitut IGES erhoben. Es wird weiterhin mit einem   Wachstum im Fernbus Segment. Im letzten Jahr ist der Markt um 100 % im Vergleich zum Jahr davor gewachsen. Insgesamt wurden zwischen 17 und 19 Millionen Fahrgäste mit Fernbussen in Deutschland befördert. In diesem Jahr soll das Wachstum im Vergleich zu 2014 zwischen 60 und 90% liegen. In der Vergangenheit haben sich die Anbieter der Fernbus-Linien auch über die Streiks der Lokführer gefreut. Massenweise Kunden haben Statt der Bahn einen Fernbus genutzt. Einige davon dürften dauerhaft umgestiegen sein.

Neueinsteiger Megabus mit Kampfreisen

Die Marke Megabus gehört zu der schottischen Unternehmensgruppe Stagecoach. Wie das Handelsblatt berichtet, ist der Anbieter mit Kampfpreisen auf dem deutschen Markt gestartet. Fahrkarten gibt es ab 1 Euro, wenn auch für kürzere Strecken. Die Fahrpreise bewege sich teilweise auf einem Niveau von 1 ct. pro Kilometer. Das bedeutet, dass eine Strecke von 500 Kilometern um die 5 € kostet. Es ist davon auszugehen, dass das Unternehmen damit Anteile auf dem deutschen Fernbusmarkt erobern will und nur zum Markteintritt die absolut günstigen Preise anbietet.

Langfristig will Megabus mit größeren Bussen günstiger als die Konkurrenz sein. Hinzu kommt, dass die Busse dem Unternehmen gehörten und nicht Subunternehmern, wie bei MeinFernbus Flixbus und co.

Ryanair-Effekt

Durch den Preiskampf könnte ein sogenannter Ryanair-Effekt entstehen. Das heißt, dass Kunden erwarten, für einen günstigen Preis von 5 € quer durch Deutschland mit dem Bus fahren zu können. Damit sich das für die Fernbus-Anbieter rechnet, kann mit Zusatzgebühren, für Gepäck und weitere Services gerechnet werden. Bisher rechnet sich der Fernbusmarkt noch für einen Anbieter. Auch der Marktführer MeinFernbus Flixbus fährt noch jährlich Verluste ein.

Mehrere Opfer

Der Preiskampf bei den Fernbussen hat schon mehrere Unternehmen zur Aufgabe bewegt. Der britische Anbieter city2city hat sich zuerst zurückgezogen. Kurz darauf folgte der Ausstieg des ADACs aus dem Gemeinschaftsprojekt mit der Deutschen Post. Aus ADAC Postbus wurde Postbus. Auch der Pionier DeinBus ist in die Insolvenz geschlittert, wurde aber vorerst durch einen Investor gerettet. Die Deutsche Bahn hat auf den Druck durch die Fernbus-Anbieter reagiert. Das Liniennetz soll ausgebaut werden und die unterschiedlichen Fernbus Marken sollen unter einer Marke zusammengefasst werden.

Bild:  54216 YX63NHC MEGABUS von Eddie (bestimmte Rechte vorbehalten)

BlaBlaCar übernimmt Carpooling.com

Das französische Startup BlaBlaCar übernimmt laut Medienberichten den Deutschen Konkurrenten Carpooling.com, hier besser bekannt als Mitfahrgelegenheit.de.

BlaBlaCar ist, wie auch Carpooling.com eine Plattform über die sich Fahrer und Mitfahrer finden können, der Fokus liegt dabei auf längeren Strecken.

BlaBlaCar möchte mit der Akquisition seine Position in Europa stärken. Durch den Kauf soll es auch möglich sein, den Fokus mehr auf die Expansion in Südamerika und Asien zu legen.

Kaufrpreis unbekannt

Für welche Summe Carpooling.com den Besitzer wechselt, wurde nicht bekannt. An Carpooling hatte sich vor ein paar Jahren Daimler beteiligt, Early Bird war ebenfalls an Board. Der Kaufpreis dürfte nicht all zu hoch ausgefallen sein, sonst hätten beide Unternehmen ihn kommuniziert. Carpooling ist vor kurzem in die USA expandiert und eine Kooperation mit Uber wurde geschlossen. BlaBlaCar hat sich bisher von einer Expansion nach Nord-Amerika distanziert, da dort der Markt und die Rahmenbedingungen nicht attraktiv genug seien. Bleibt abzuwarten, ob die Präsenz von Carpooling in USA bestehen bleibt oder wieder geschlossen wird.

BlaBlaCar, das im letzten Jahr eine Finanzierung in Höhe von 100 Mio. US$ abgeschlossen hatte, ist vor zwei Jahren in Deutschland gestartet, konnte sich aber gegen den bereits 2001 gestarteten Konkurrenten Mitfahrgelegenheit.de nicht durchsetzen.

Das Unternehmen möchte durch Akquisitionen und schnelles Ausrollen des eigenen Services seine Position weltweit ausbauen. Je schneller, desto besser.Bisher hat das Unternehmen 20 Mio. Nutzer in 18 Ländern in Europa und Asien. In diesem Jahr soll Südamerika hinzukommen.

Bild: RIDESHARING COMMUNITY #BLABLACAR ON THE RISE von motorblog.com (bestimmte Rechte vorbehalten)

Das war die Woche: Postbus, Uber kauft zu, Blacklane wird in Amadeus implementiert

Nachrichtenübersicht: Aus ADAC Postbus wird Postbus. Erfolg für Blacklane, der Fahrservice wird bei Amadeus implementiert. Uber kauft Kartenservice deCarta, um unabhängiger von Google und Apple Maps zu werden.

Aus ADAC Postbus wird Postbus

Nach dem Ausstieg des ADACs aus dem Gemeinschaftsprojekt mit der Deutschen Post wird aus ADAC Postbus die Marke Postbus. Ab Mai 2015 wird ausserdem das Liniennetz erweitert, statt wie bisher 60 Städten sollen dann 120 Städte angefahren werden. Neu im Programm sind Nachtfahrten und ab Sommer auch internationale Ziele. Der ADAC Postbus ist der viertgrößte Anbieter auf dem deutschen Markt, der Marktanteil liegt bei etwa 8%. Angeführt wird der Markt von MeinFernbus Flixbus, die sich Anfang des Jahres zusammengeschlossen haben. Dahinter folgen die Marken der Deutschen Bahn. Die Deutsche Bahn hat kürzlich ebenfalls angekündigt, alle Marken zusammenzufassen. Außerdem soll das Fernbuslinien-Netz ausgebaut werden. (via Handeslblatt)

Blacklane demnächst über Amadeus buchbar

Der Service der Limousinenplattform Blacklane wird in Amadeus Taxi & Transfer integriert, damit Reisebüros und Fluggesellschaften ihren Kunden auf einfache und nutzerfreundliche Weise einen Service für die letzte Meile anbieten können. Ab Juni diesen Jahres soll die Lösung für Online-Reisebüros verfügbar sein, ab dem vierten Quartal ist es für Fluggesellschaften möglich, die API einzubinden. Irgendwann später soll die Lösung über alle Amadeus Kanäle zugänglich sein, also auch für Travel Management in Unternehmen und in offline Reisebüros. Ende letzten Jahres wurde Blacklane schon in die Reise-Suchmaschine Qunar aus China integriert. (via Amadeus)

Uber kauft erstmals zu, Kartendienst deCarta wird übernommen

Das Unternehmen hinter der Ridesharing App Uber übernimmt den Kartendienst deCarta. Es ist die erste Übernahme durch Uber, die offiziell kommuniziert wird. DeCarta bietet eine ganze Reihe an Lokalisierung- und Karten-Services an, darunter in Karten Suche, Lakalisierungs-API, Turn-by-Turn Navigation und mehr. Offiziell soll durch die Übernahme von deCarta der UberPOOL Service und die Vorhersage der Ankunftszeit verbessert werden. Darüber hinaus kann davon ausgegangen werden, dass Uber durch die Übernahme unabhängiger von Google und Google Maps werden möchte. Google ist zwar ein Uber Investor, in letzter Zeit gab es mehrere Anzeichen, dass sich das Verhältnis der beiden Technologie-Unternehmen abgekühlt hat. Uber hat angekündigt, mit der Carnegie Mellon University in Pittsburgh an einem selbstfahrendem Auto zu arbeiten, über Google gab es Gerüchte, dass das Unternehmen an einem eigenen on-demand Ridesharing Service arbeitet. Auch für das eigene selbstfahrende Fahrzeug würde die Akquisition der Kartentechnologie Sinn ergeben. DeCarta wurde bereits 1996 gegründet und hat mehr als 55 Mio. US$ an Finanzierung eingesammelt. Trotz der Übernahme wird deCarta weiter mit externen Kunden zusammen arbeiten. (via Wall Street Journal)

Bild: Der neue Postbus (Quelle: Deutsche Post, alle Rechte vorbehalten)

FlixBus und MeinFernbus schließen sich zusammen

Die beiden größten Anbieter auf dem deutschen Fernbusmarkt schließen sich zu einem starken Player zusammen (MeinFernbus Pressemitteilung). Aus beiden Anbietern MeinFernbus und FlixBus wird ein Unternehmen. Gemeinsam soll ein europaweites Fernbus-Liniennetz aufgebaut werden. Als erster Schritt werden in den nächsten Monaten die bestehenden Linien, die meisten davon sind in Deutschland, zusammengeschlossen. Im Zuge der Fusion kommt auch mit General Atlantic ein neuer Investor an Board.

Kompetenzen beider Unternehmen bündeln

Laut Torben Greve, Gründer von MeinFernbus, profitieren die Passagiere von dem Zusammenschluss. Die Fernbusse fahren demnächst noch öfter und schneller, die Preise sollen dabei genauso günstig wie bisher bleiben. Jochen Engert, Gründer von FlixBus ist der Meinung, dass sich die beiden Unternehmen perfekt ergänzen. FlixBus ist seiner Meinung nach führend im Online-Bereich, also bei der Akquise der Kunden über digitale Kanäle. MeinFernbus ist hingegen auf der Straße, also bei dem operativen Themen erfolgreicher.

Beide Unternehmen verfolgen ein ähnliches Geschäftsmodell und eine ähnliche Strategie. Durch schnelles Wachstum soll eine hohe Marktabdeckung erreicht werden. Beide Unternehmen verfügen über keine eigene Flotte, sondern arbeiten mit Partnern zusammen, die die Busse betreiben.

Zwei Marken sollen bestehen bleiben

Die Pressemitteilung liest sich so, dass die beide Marken bestehen bleiben und weiter erfolgreich etabliert werden sollen. Auch die jeweiligen Teams, die Netzplanung, Kundenservice, Marketing, Ticketing, Preisgestaltung und Vertrieb verantworten, sollen bestehen bleiben. Es wird interessant zu sehen sei, wie die beiden Unternehmen so in einer Kooperation profitieren werden.

General Atlantic als neuer Investor

Im Zuge der Fusion steigt auch der Investor General Atlantic ein. Mit der Finanzierung soll der europaweite Ausbau vorangetrieben werde. General Atlantic sieht im Fernbus-Linienverkehr ein enormes Wachstumspotenzial in Europa. Seit der Markt-Liberalisierung  in Deutschland hat sich der Fernbus-Verkehr sprunghaft entwickelt und verspricht weitere Wachstumsraten. Die Anteilseigner Holtzbrinck Ventures und UnternehmerTUM investieren ebenfalls in das neue Unternehmen. Wie viel Geld in der Finanzierungsrunde in das neue Unternehmen fließt, ist nicht bekannt. Altinvestor Moovel (Daimler) scheint sich nicht an der neuen Finanzierungsrunde zu beteiligen.

Marktanteil im Fernbus-Verkehr von über 50%

Durch den Zusammenschluss erreichen die Unternehmen einen Marktanteil am deutschen Fernbus-Markt von mehr als 50%. Im Jahr 2014 haben laut Iges Institut etwa 20 Millionen Fahrgäste einen Fernbus in Deutschland genutzt (via FAZ). MeinFernbus hatte im abgelaufenen Jahr 7,2 Millionen Fahrgäste befördert, FlixBus etwa 3,5 Millionen.

Marktkonsolidierung abzusehen

Schon in den letzten Monaten war eine weitere Marktkonsolidierung abzusehen. Auf Grund des harten Preiskampfes sind bereits die Fernbus-Wettbewerber DeinBus und City2City entweder in die Insolvenz geschlittert oder haben sich aus dem deutschen Markt zurück gezogen. Auch der ADAC hat verkündet, aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit der Deutschen Post auszusteigen.

Bild: MeinFernbus/FlixBus