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Steigende Investments in Startups aus dem Mobilitätssektor

Ein klares Zeichen, wie interessant der Markt der Startups aus dem Mobilitätssektor ist, die sich mit der Entwicklung von Technologien für die Automobile von morden oder von und innovativen Mobilitätsdienstleistungen beschäftigen, ist zu erkennen, wenn man sich die Investmentsummen in die entsprechenden Unternehmen ansieht.

Mehrere Milliarden für den Mobilitätssektor

Mehr als eine Milliarde US$ wurde im vergangen Jahr in Startups investiert, die sich mit Technologien für autonomes Fahren oder mit innovativen Mobilitätsdiensten befassen. Insgesamt wurden mehr als 85 Deals in Mobilitätsbereich im vergangenen Jahr abgeschlossen. Die Unternehmensberatung Oliver Wyman kommt auf eine Summe von mehr als 16 Milliarden US$, die im ersten Halbjahr 2016 in Startups im Automobilsektor investiert wurden.

Zugriff auf Innovationen und neue Schnittstellen zum Kunden

Auf der einen Seite investieren klassische Risikokapitalgeber verstärkt in den Bereich der Mobilitäts- und Transport-Startups. Auf der anderen Seite investieren auch immer mehr Automobilkonzerne in einen Bereich von vielfältigen Kategorien rund um das Thema Automobil. Im Fokus stehen dabei Themen wie Vernetzung, Ride Hailing, autonomes Fahren oder Elektrifizierung. Die etablierten Autohersteller wollen mit den Investments in die Startups und dem damit verbundenen Wissenstransfer die Attacken der neuen Marktteilnehmer abwehren.

Die neuen Marktteilnehmer definieren entlang der gesamten Wertschöpfungskette die Geschäftsmodelle neu. Über Beteiligungen sichern sich die Autohersteller aber nicht nur Zugang zu den technischen Innovationen. Außerdem wollen sie Zugriff auf die neuen Schnittstellen zum Kunden erhalten, die durch die unterschiedlichen Apps aufbaut werden. Hinzu kommt, dass die OEMs durch die Beteiligungen ihre Innovationskultur verbessern können. Im Jahr 2016 hat sich General Motors einen großen Anteil an Lyft gesichert und das Technologie-startup Cruise übernommen. Volkswagen hat sich an Gett beteiligt und Toyota setzt auf Uber. Der Daimler Konzern ist an mehreren Fronten aktiv und übernahm Hailo und hat bei Blacklane weiter aufgestockt.

USA im Fokus – Deutschland muss aufholen

Ein Großteil der Investments hat sich in den USA abgespielt. Fast 70% der Deals wurden in den USA getätigt. Deutschland hat einen geringen Anteil von 2%. Deutschland liegt bei der Zahl der Neugründungen in der Automobilbranche zwar vor Frankreich und Indien, aber noch hinter China, den USA und Großbritannien. Seit dem Jahr 2011 sicherten sich hierzulande 127 Start-ups Investitionen in Höhe von 316 Millionen US-Dollar. 45 Prozent davon flossen in junge Firmen, die Mobilitätsdienstleistungen anbieten. Diese Zahlen sind ein deutliches Signal dafür, dass die Deutsche Automobilindustrie aufpassen muss, dass sie den Anschluss nicht verliert. Die Zukunft der Automobilindustrie wird nicht mehr in Deutschland entwickelt.

Bild: ctj71081 (bestimmte Rechte vorbehalten)

Uber macht Verlust von 2 Milliarden USD im Jahr

Nach einer erneuten Betrachtung der Finanzdaten von Uber ergibt sich die Vermutung, dass der Ridesharing Service um die 2 Milliarden US$ im Jahr Verlust macht. Außerdem zahlen die Kunden im Schnitt nur 41% des Fahrpreises. Für die Betrachtung wurden drei Statements herangezogen, die nach unterschiedlichen Anlässen an die Öffentlichkeit gelangt sind. Im Geschäftsjahr, das im September 2015 geendet hat, hat Uber einen Verlust von 2 Milliarden US$ eingefahren. Der Umsatz lag im selben Zeitraum bei 1.4 Milliarden US$.

Für ein Großteil der Summe dürften die Subventionen an die Fahrer ausschlaggebend sein. Im Wettbewerb mit den anderen Ridesharing Services, wie Lyft, Juno, Grab, Ola zahlt das Unternehmen aus Kalifornien gerne Sonderboni an die Fahrer, um sie zum Fahren zu überreden. Die anderen Wettbewerber nutzen diesen Mechanismus ebenfalls. Auch für Discounts auf Kunden Seite wird Uber einen Großteil der Summe ausgeben haben.

Mit Discounts überzeug Uber neue und bestehende Kunden. Auf Kundeseite will Uber die Wettbewerber unterbieten um mit geringen Fahrpreisen mehr Fahrten zu generieren. Im Schnitt haben die Uber-Nutzer nur 41% des Fahrpreises gezahlt, die verbleibenden 59% wurden von Uber zugesteuert.

Es ist fraglich, wie Uber ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufbauen will. Mit dem jetzigen Geschäftsmodell und der Wettbewerbssituation wird das schwer möglich sein. Eine Chance für Uber liegt in der Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Der Einsatz von autonomen Fahrzeugen für den Fahrdienst würde den größten Posten in der Bilanz minimieren. Im Moment sind die Fahrer der Plattform für einen Großteil der kosten verantwortlich. Uber geht auch davon aus, dass die anderen Wettbewerber nach der Zeit aufgeben und so eine Monopolstellung erreicht werden kann. Mit der Monopolstellung hätte Uber mehr Spielraum sowohl bei den Fahrpreisen als auch auf der Fahrerseite. Nach Blieben wird Uber die Kosten dann aber auch nicht drücken können,.

Auch Fahrdienste wie Lyft und Grab werden noch tiefrote Zahlen schreiben. Alle Unternehmen überleben nur, da sie hohe Finanzierungsrunden eingesammelt haben. Uber alleine hat mehr als 15 Milliarden US$ eingesammelt und wurde bei der letzten Runde mit rund 69 Milliarden US$ bewertet. Grab und Lyft werden ebenfalls mit Milliarden bewertet.

Bild: freestocks.org (bestimmte Rechte vorbehalten)

Lyft äußert sich zu Gerüchten: Verkauf nicht geplant

In den letzten Tagen haben sich die Gerüchte verdichtet, dass das Ridesharing Startup Lyft einen Verkauf anstrebt. Außerdem soll Uber dem Rivalen einen Milliarden-Exit verwehrt haben, in dem potentielle Käufer vor eine Akquisition gewarnt wurden. Uber würde für Lyft nicht mehr als 2 Milliarden US$ auf den Tisch legen, die von Lyft aufgerufenen 9 Milliarden US$ seien viel zu hoch.

Keine Suche nach Käufer

Jetzt hat sich Lyft erstmals zu Wort gemeldet. Der Präsident des Unternehmens John Zimmer hat bekräftigt, dass Lyft keinen Käufer sucht. Er widersprach den Veröffentlichungen, dass Lyft nicht erfolgreich bei der Suche nach einem Käufer war, nach dem es mit sechs Unternehmen gesprochen hat.

Zeitungen, wie Bloomberg oder New York Times haben berichtet, dass Lyft Verkaufsgespräche mit General Motors, Amazon, Apple, Didi Chuxing, Uber und anderen Unternehmen geführt hat, letztendlich aber nicht erfolgreich war. Es gab auch Berichte, dass GM Lyft übernehmen wollte, was letztendlich zu dem Investment von 500 Mio. US$ geführt hat. Zimmer hat nicht dementiert, dass sein Unternehmen Gespräche geführt hat, er deutet an, dass Lyft von Interessenten kontaktiert wurde.

Gerüchte über Verkauf seit Juni

Schon im Juni gab es Gerüchte darüber, das Lyft einen Verkauf anstrebt. Das Wall Street Journal berichtete, dass die Boutique Qatalyst Partners beauftragt wurde, einen Käufer zu finden. Qatalyst Partners hat unter anderem den Verkauf von LikedIn an Microsoft eingefädelt. Lyft wollte sich nicht zu Qatalys äußern, bekräftigt aber, dass das Unternehmen nie aktiv auf der Suche nach einem Käufer war. Seit Gründung hat Lyft laut Zimmer schon mehrere Kaufangebote erhalten, die man sich auch angeschaut hat.

Gerüchte über Verkauf und Bewertung

In der letzten Woche haben die Gerüchte einen Höhepunkt erreicht. Die New York Times hat einen Artikel veröffentlicht, in dem berichtet wurde, dass Lyft erfolglos versucht hat, sich an sechs Unternehmen zu verkaufen.

Bloomberg hat am Freitag berichtet, dass Uber nicht mehr als 2 Milliarden US$ für einen Kauf von Lyft zahlen würde. Das ist ein Bruchteil der Bewertung von 9 Milliarden US$, die von Recode aufgerufen wurde. Die Summe ist auch weit niedriger als die Bewertung von 5.5 Milliarden US$ aus der letzten Finanzierungsrunde.

Zimmer bezichtigt den Konkurrenten Uber für das Verbreiten der Gerüchte verantwortlich zu sein. Eigentlich wollte sich sein Unternehmen nicht zu den Gerüchten äußern. Am Freitag wurde aber eine Grenze überschritten, die Lyft dazu veranlasst hat, das Dementi zu veröffentlichen.

Saudi-Arabien investiert 3.5 Milliarden Dollar in Uber

Der Ridesahring Anbieter Uber sichert sich ein Investment in Höhe von 3.5 Milliarden Dollar vom Staatsfond aus Saudi-Arabien. Für Uber ist es das bisher größte erhaltene Investment. Im Allgemeinen wurde bisher kein größeres Einzelticket in ein Startup investiert.

Bisher hat Uber mehr als 13.5 Milliarden US$ einschließlich Wandelanleihen eingesammelt, von dieser Summe hat das Unternehmen noch 11 Milliarden Dollar auf dem Bankkonto. Das Investment kommt für Uber gut gelegen, so kann der Börsengang weiter hinausgezögert werden.

Bewertung bei 62.5 Milliarden Dollar

Die Gespräche zwischen Uber und dem saudi-arabischen Public Investment Fond wurden im März gestartet. David Plouffe, Ubers Chef Lobbyist und Verwaltungsrat-Mitglied ist zu diesem Zeitpunkt in die Region gereist. Der Public Investment Fond hält nach der Finanzierung Anteile in Höhe von etwa 5 % am Unternehmen. Das entspricht einer Unternehmensbewertung von Uber 62.5 Milliarden US$.

Weitere Diversifizierung der Investments

Der Managing Director PIF, Yasir Al Rumayyan wird Mitglied im Verwaltungsrat von Uber. Mit dem Investment will der Staatsfond seine Investments stärker diversifizieren und unabhängiger von den zurückgehenden Einnahmen aus dem Öl-Geschäft werden. Bisher war der Staatsfond nur im Inland tätig, bis 2030 sollen die Investments im Ausland stark ausgeweitet werden. Bis dahin sollen 50% des Anlagevolumens von 200 Milliarden in Auslandsbeteiligungen angelegt werden.

Auch Lyft mit Geld aus Saudi-Arabien

Der PIF ist nicht der einzige Fond aus Saudi-Arabien, der an neuen Mobilitätsanbietern beteiligt ist. Die Kingdom Holding Co, von Prinz Alwaleed Bin Talal hat mindestens 100 Mio. US$ in den Uber-Konkurrenten und zweitgrößten Fahrdienstanbieter in den USA Lyft investiert. Uber will einen Teil des Investments im arabischen Raum und in Afrika investieren. In Saudi-Arabien ist der Fahrdienst vor allem bei weiblichen Fahrgästen beliebt, etwa 80% der Fahrgäste sind weiblich. Das liegt auch daran, dass es für Frauen verboten ist, selber Auto zu fahren. Ein Großteil der Summe dürfte aber in die Wachstumsmärkte in Asien gesteckt werden. Gerade in China und Indien muss Uber viel investieren, um Marktanteile im Wettbewerb mit den lokalen Anbietern zu gewinnen.

Uber dürfte seine Bewertung mit den Bemühungen im Bereich der selbstfahrenden Autos gerechtfertigt haben. Der Einsatz von selbstfahrenden Fahrzeugen führt dazu, dass der größte Kostenfaktor, nämlich der Fahrer wegfällt. Das führt auf der einen Seite zu geringeren Preisen für die Kunden und auf der anderen Seite zu mehr Gewinn für Uber.

Strategische Investoren steigen ein

Das hohe Investment des Staatsfonds und der Einstieg von strategischen Investoren in neue Mobilitätsdienstleister zeigt deren Potential für die Zukunft. In den letzten Monaten und Wochen haben sich Unternehmen wie GM, Apple, Volkswagen oder Toyota an Dienstleistern wie Lyft, Didi, Gett und Uber beteiligt. Automobilhersteller schauen sich vor allem nach einer Plattform für den Einsatz von selbstfahrenden Autos in der Zukunft um. Vorerst geht es um das Erschließen weitere Absatzkanäle. Volkswagen hat erst gestern verkündet, dass Gett Fahrer leichter Zugang zu attraktiven Finanzierungskonzepten für Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern erhalten sollen. Sonderausstattung, Wartung und Versicherung inklusive. Später wird es auch um selbstfahrende Autos gehen. Gett ist für VW ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum ganzheitlichen Mobilitätsanbieter. Dieses Ziel will VW bis 2025 erreichen.

Konkurrenz aus China

Uber Konkurrent Didi arbeitet nach Aussagen des Didi Präsidenten Jean Lu an einer Finanzierung im Volumen von über 3.5 Milliarden US$. Erst im letzten Monat hat das Unternehmen 1 Milliarde von Apple erhalten. Didi ist entweder direkt an Uber-Konkurrenten beteiligt oder ist Partnerschaften mit diesen eingegangen. Darunter befinden sich Lyft in den USA, Ola in Indien und Grab in Südost-Asien.

Apple investiert 1 Milliarde in Fahrdienst Didi Chuxing

Apple hat am Donnerstag angekündigt, dass das Unternehmen 1 Milliarde US$ in das chinesische Ridesharing Unternehmen Didi Chuxing (vormals Didi Kuaidi) investiert hat. Tim Cook geht davon aus, dass der Schritt Apple dabei hilft, den chinesischen Markt besser zu verstehen. Der chinesische Markt ist entscheidend für das Wachstum von Apple und hat in der letzen Zeit einige Dämpfer erhalten.

Apple ist auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten, den Umsatz und Gewinn zu  erhöhen, nachdem der Smartphone Markt nicht mehr so schnell wächst wie in den letzten Jahren. Apple-Chef Cook erhofft sich strategische Vorteile durch das Investment und geht auch davon aus, dass es später zum Umsatz und Gewinn beiträgt.

Apple beteiligt sich direkt an Sharing Economy

Durch das Investment beteiligt sich Apple an den zwei Technologie-Feldern, die seit einiger Zeit einen aufstrebenden Trend zeigen – Sharing Economy und neue Technologien im Mobilitätsbereich. Bisher war Apple indirekt an der Sharing Economy beteiligt, da die meisten Geschäftsmodelle nur dank Smartphones, wie dem iPhone möglich geworden sind.

Apple schließt sich durch das Investment mit dem größten Konkurrenten von Uber zusammen. In der letzen Zeit haben sich einige etablierte Konzerne an Mobilitätsstartups beteiligt. Google hat bereits im Jahr 2013 das Potential erkannt und sich an Uber beteiligt. General Motors hat in Didi Partner Lyft investiert und Cruise übernommen, ein Anbieter von Technologien für autonome Fahrzeuge. Uber Chef Travis Kalanick ist von dem Apple Investment nicht sonderlich begeistert:

Didi Chuxing mit mehr als 20 Milliarden bewertet

Für Didi Chuxing ist die erhaltene Summe das bisher größte Einzelinvestment. Das Unternehmen, das bisher mehrere Milliarden erhalten hat, dominiert den chinesischen Ridesharing und Fahrdienst-Markt. Täglich werden 11 Millionen Fahrten abgewickelt. Didi wird mit mehr als 20 Milliarden US$ bewertet und ist ein chinesisches Vorzeige-Startup. Mit Konkurrent Uber liefert sich das Unternehmen einen Preiskampf, um Marktanteile zu erkaufen. Der Preiskampf dürfte beide Unternehmen mehrere Milliarden pro Jahr kosten.

Apple wird nachgesagt, dass es daran arbeitet, ein selbstfahrendes Elektroauto zu entwickeln. Dieses könnte später bei Didi zum Einsatz kommen. Bis es soweit ist, können Didi Fahrer Apples CarPlay Plattform nutzen.

Bild: Panda Taxi von Mondo79 (bestimmte Rechte vorbehalten)

BMW startet ReachNow Carsharing in Seattle

BMW hat in Seattle ein Carsharing Angebot mit dem Namen ReachNow gestartet. Insgesamt sind 370 Fahrzeuge verfügbar, darunter 3er BMWs, i3 Modelle und Mini Cooper Fahrzeuge. ReachNow ist als Free-Floating Carsharing konzipiert, sprich die Fahrzeuge können überall in der Stadt abgestellt und angemietet werden. Bezahlt wird pro Minute, für die Registrierung wird eine Gebühr fällig. Interessant ist, dass BMW für das Carsharing Angebot in USA einen neuen Markennamen gewählt hat und nicht an europäischen Marke DriveNow festhält. Wahrscheinlich ist der Grund dafür, dass BMW weitere Mobilitätsdienste unter der Marke in den USA anbieten möchte, die nicht auf fahrende Nutzer setzen.

ReachNow soll in weiteren Städten starten

ReachNow soll in den nächsten Monaten in weiteren amerikanischen Städten starten, in Seattle wird die Zentrale für den amerikanischen Markt angesiedelt sein. BMW kann sich weitere Mobilitäts- und Carsharing Services vorstellen. Unter anderem sollen Besitzer eines MINIs ihr Fahrzeug für Carsharing Nutzer anbieten können. BMW hat vor kurzem auf laut über einen Uber Konkurrenten nachgedacht, bei dem auch die eigenen Carsharing Fahrzeuge zum Einsatz kommen könnten.

In Seattle wird für ReachNow die Technologie des Startups RideCell genutzt. BMW beteiligt sich auch an der Series A Finanzierung von RideCell. Warum BMW nicht auf die Technologie von DriveNow setzt, ist nicht bekannt.  Eventuell wird die von RideCell entwickelte Technologie auch in den europäischen DriveNow Städten zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zu DriveNow in Deutschland, können sich die Nutzer direkt über die App anmelden und auch den Führerschein verifizieren lassen.

BMW war schon mit DriveNow in San Francisco aktiv, der Service wurde aber eingestellt, da mit der Stadtverwaltung keine Einigung bezüglich der Parksituation erzielt werden konnte. Fahrzeuge durften nicht mehr kostenfrei auf öffentlichen Parkplätzten abgestellt werden. Ein ähnliches Problem hatte Konkurrent Car2go in London, weshalb sich das Unternehmen aus der Stadt zurückgezogen hat. Konkurrent Car2go ist ebenfalls in Seattle aktiv und kann eine gute Nachfrage vorweisen. Car2Go kann 75.000 Nutzer vorweisen, die sich seit dem Start 2012 registriert haben.

Bild: © Copyright BMW AG, München (Deutschland) (alle Rechte vorbehalten)

Lyft will 500 Mio. Dollar einsammeln und Umsatz-Milliarde knacken

Das amerikanische Ridesharing-Startup Lyft, das in den USA mit Uber konkurriert, will in einer aktuellen Finanzierungsrunde eine Summe von 500 Mio. US$ aufnehmen. Außerdem ist das Unternehmen auf dem Weg, die Umsatzmilliarde auf Jahresbasis zu knacken.

Lyft will die Summe von 500 Mio. US$ bei einer Bewertung von etwa 4 Milliarden US$ einsammeln. Bei der letzten Finanzierungsrunde wurde das Startup mit 2.5 Milliarden US$ bewertet.

Lyft bisher nur in den USA aktiv

Lyft wurde im Jahr 2012 gegründet und ist bisher nur in den USA aktiv. Vor kurzem wurde eine Kooperation mit der chinesischen Taxi-App Didi bekanntgegeben. So können die Nutzer der beiden Dienste den jeweils anderen Dienst nutzen, ohne sich nochmal registrieren zu müssen. In den USA ist die Taxi-Alternative in 190 Städten aktiv. Lyft bietet auch einen Car-Pooling Service an. Bei Lyft Line teilen sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug und zahlen dafür einen geringeren Fahrpreis.

Im Oktober wurden auf der Lyft Plattform 7 Millionen Fahrten abgewickelt, das sind etwa 230.000 Fahrten pro Tag. Im kommenden Jahr soll die Umsatzmilliarde geknackt werden. Von dem Betrag wird der Großteil an die Fahrer ausbezahlt.

Umsatz mit Rabattaktionen erkauft

Laut Unternehmensgründer Zimmer hat Lyft in der San Francisco Bay Area einen Marktanteil von 40 %. In New York wurde der Marktanteil in den letzten vier Monaten verdreifacht. Die Marktanteile werden mit Rabattaktionen erkauft. In Los Angeles werden die Fahrten zum halben Preis angeboten, in New York werden Car-Pooling Fahrten für 5 US$ angeboten.

Chinesische Fahrdienst-App Yidao Yongche sammelt 700 Mio. US$ ein

In den chinesischen Taxi-App Markt fließen weiteren Millionen an Finanzierung, diesmal aber nicht in Didi Kuaidi oder Uber. Die chinesische Taxi- bzw. Fahrdienst-App Yidao Yongche hat eine Finanzierung in Höhe von 700 Mio. US$ eingesammelt, bei einer Bewertung von 1 Milliarde US$. Der neue Investor kauft also 70% vom Unternehmen.

Die Finanzierung kommt von dem chinesischen Konzern LeTV. LeTV verkauft Smartphones, die wie eine Mischung aus HTC One M8 und dem iPhone 6S aussehen. Außerdem  betreibt LeTV eine Video-Plattform und verfolgt andere geschäftliche Interessen.

Bisher geringer Marktanteil – großes Potential ich China

Yidao Yongche ist ein kleiner Anbieter auf dem chinesischen Markt, laut Berichten hat das Unternehmen 0.7 bis 2.7 % Marktanteil am chinesischen Fahrservice und Taxi Markt. Die Investoren sehen  anscheinend das große Potential in China, ansonsten hätten sie nicht bei so einer hohen Bewertung investiert.

LeTV hat bisher auch im Automotive-Bereich investiert. Kürzlich hat das Unternehmen eine Partnerschaft mit Aston Martin und BAIC verkündet. In der Partnerschaft sollen Elektroautos für den chinesischen Markt entwickelt werden. Durch das Investment in die Taxi-App fügt das Unternehmen eine weitere Komponente im Automotive-Bereich hinzu.

Chauffeurservice auch für Touristen

Yidao Yongche betreibt anders als Uber keinen low-cost Service, sondern setzt auf Chauffeure und hochwertigere Fahrzeuge. Der Service ist daher eher mit dem Limousinenservice Blacklane zu vergleichen. Das Unternehmen ist in mehr als 20 Städten in den USA aktiv. Ein Großteil des Umsatzes kommt von chinesischen Touristen, die in die USA reisen. Die Anzahl der USA Touristen aus China steigt von Jahr zu Jahr, damit dürfte sich auch das Geschäft von Yidao Yongche positiv entwickelt. Die beiden Taxi-Apps Lyft und Didi Kuaidi haben vor kurzem eine Partnerschaft geschlossen, damit die chinesischen USA Touristen über die Didi App einen Fahrdienst in den USA buchen können und andersherum.

Milliarden für den chinesischen Mobilitätsmarkt

Nicht nur Yidao Yongche sammelt Geld ein, über Uber gibt es auch Spekulationen, dass das Unternehmen weitere Milliarden US$ bei einer Bewertung von 70 Milliarden US$ aufnimmt. Gut möglich, dass ein Teil davon in den chinesischen Markt investiert wird, um schneller wachsen zu können. Bisher hat Uber angekündigt, das eine Milliarde US$ in den chinesischen Markt investiert werden sollen. Konkurrent und Marktführer Didi Kuaidi hat kürzlich 3 Milliarden US$ eingesammelt.

Bild: Escalade von Jason Lawrence (bestimmte Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: Rocket gibt Foodora weiter, Shypp.it startet Lieferservice

Kurznachrichten: Lieferdienst Foodora wird an Delivery Hero weitergereicht. Tesla Update bringt Autopiloten. Limousinenservice Blacklane versucht weitere Finanzierung einzusammeln. Mitfahrgelegenheit für Pakete Shypp.it gestartet.

Rocket Internet reicht Foodora an Delivery Hero weiter

Das von Rocket Internet gekaufte Startup Foodora wird nach kurzer Zeit an Delivery Hero weitergereicht. Foodora aggregiert meist gehobenere Restaurants auf einer Seite, die keinen eigenen Lieferservice anbieten. Das Netzwerk an Foodora-Fahreren holt die bestellten Gerichte bei den Restaurants ab und liefert sie an die Kunden aus. Delivery Hero hat mit Urban Taste ein ähnliches Konzept gestartet. Urban Taste soll nun in Foodora integriert werden. Das ebenfalls von Rocket Internet finanziert Unternehmen mit gleichem Geschäftsmodell Take Eat Easy zieht sich nach kurzer Zeit aus Deutschland wieder zurück. Als weiterer Anbieter ist der britische Startup Deliveroo am Start. (via Gründerszene)

Tesla Software Update bringt Autopilot

Vor einiger Zeit hat Tesla angekündigt, dass die Tesla S Fahrzeuge mit Sensoren für autonomes Fahren ausgestattet werden und dass die Funktion des selbstfahrenden Fahrzeugs über ein Softwareupdate  nutzbar wird. Nun wurde die Tesla Software Version 7.0 veröffentlicht, die ein Fahren ohne Eingreifen des Fahrers unter bestimmten Umständen erlaubt. Mittels Daten, die durch die verbaute Kamera, Ultraschallsensoren, GPS Modul und Radarsensoren gesammelt werden, kann das Fahrzeug selbständig die Spur wechseln und selbständig auf den Verkehr reagieren. Nach dem Update kann das Elektrofahrzeug von Tesla auch selbstständig einparken. (via Tesla Blog)

Blacklane will weitere Finanzierung einsammeln

Der Anbieter von Limousinenservices Blacklane will weitere Millionen aufnehmen, um weiteres Personal einstellen und expandieren zu können. Bisher sind ca. 25 Mio. Euro in das Unternehmen geflossen. Unter anderem von Daimler und Carsten Maschmeyer. Die Bewertung bei der letzten Finanzierung lag im niedrigen dreistelligen Millionenbereich. Blacklane setzt auf vermeintliche professionelle Chauffeure, die über die nötigen Lizenzen verfügen. Die Fahrten werden nicht on-demand sondern im Voraus gebucht. Damit werden hauptsächlich (Geschäfts)-reisende angesprochen. Als Taxialternative für spontane Kurzfahrten ist der Service von Blacklane nicht in Betracht zu ziehen. Blacklane kooperiert in China mit Qunar und mit dem amerikanischen Reisekonzern Expedia. (via Bloomberg)

Shypp.it – Mitfahrgelegenheit für Pakete gestartet

Mit Shypp.it ist eine Mitfahrgelegenheit für Pakete gestartet. Shypp.it versteht sich als Vermittlungsplattform für Fahrer mit leerem Kofferraum und Personen, die eine Lieferung versenden möchten. Mit einem ähnlichen Konzept ist das österreichische Unternehmen Checkrobin auf dem Markt. Innerhalb eines Jahres wurden bei Checkrobin ca. 50.000 Fahrten in Österreich eingestellt.  Das Potential in Deutschland dürfte weitaus größer als in Österreich sein.

Damit shypp.it auch profitabel arbeiten kann, müssen pro Jahr mehrere Hunderttausend Fahrten abgeschlossen werden. Für den Transport von Gütern können meist nur niedrige Preise aufgerufen werden. Bei einem provisionsbasiertem Geschäftsmodell entfällt der Anteil somit ebenfalls entsprechend gering aus. Checkrobin plant eine Provision in Höhe von drei Euro einzuführen, damit würde sich bei 50.000 Fahrten pro Jahr ein maximaler Umsatz von 150.000 € ergeben. Viel zu wenig, um ein Unternehmen profitabel betreiben zu können.

Eine weitere Herausforderung für das Unternehmen ist die letzte Meile. Kaum ein Fahrer dürfte bereit sein, einen Umweg in Kauf zu nehmen, um eine Lieferung abzuholen oder abzuliefern.

Bild: Delivery Service | Street Life | Hat Yai Street 2014 von John Ragai (bestimmte Rechte vorbehalten)