Category Archives: Lieferservice

Autonomes Fahren: Patente von Amazon und Google

Kürzlich wurden Patenten veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass sich auch Amazon neben Google mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeuge und Plattformen für die Vermittlung von Ridesharing und Transport-Diensten beschäftigt. Von Google ist bekannt, dass sich das Unternehmen mit selbstfahrenden Autos und Ridesharing Diensten beschäftigt. Von Amazon gab es bisher wenig Anzeichen.

Die Patente von Google und Amazon wurden bereits im Jahr 2015 eingereicht. Das macht deutlich, dass sich die beiden Technologieunternehmen schon seit längerem mit dem Thema beschäftigen und Uber nicht tatenlose das Feld überlassen.

Google testete schon einen Ridesharing Service in San Francisco und treibt mit Waymo das Zukunftsthema autonomes Fahren voran. Bisher ist bekannt, dass Waymo Komponenten entwickelt, die von Automobilherstellern in den Serienfahrzeugen verbaut werden sollen. Das Unternehmen ist von dem Plan abgekommen, ein eigenes selbstfahrendes Auto zu bauen. Berichten zufolge plant Waymo in diesem Jahr den Test eines Fahrdienstes mit selbstfahrenden Chrysler Pacifica Minivans.

Das jetzt veröffentlichte Patent beschreibt, wie autonome Fahrzeuge mit Ride-Hailing Apps verknüpft werden und wie die Nutzer gefunden werden. Das Patent beschreibt eine Lösung für die Vermittlung eines Abholorts zwischen Auto und Nutzer unter erschwerten Bedingungen. Wie können sich Auto und Fahrgast treffen, wenn das Fahrzeug nicht unter sicheren und präzisen Umständen zum Fahrgast navigieren kann. Sollten Google und Waymo den geplanten Fahrservice weiter ausbauen, würden sie in den direkten Wettbewerb zu Uber und Lyft einsteigen.

Das Patent von Amazon beschreibt hingegen eine Möglichkeit, wie autonome Fahrzeuge mit Fahrspuren zurechtkommen, auf denen sich je nach Verkehrsaufkommen die Fahrtrichtung ändert. Ohne entsprechende Erkennung stellen die dynamischen Fahrrichtungswechsel eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer dar. Bleibt die Frage, wie weit sich Amazon mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen beschäftigt hat. Für Amazon wird es primär von Interesse sein, selbstfahrende Fahrzeuge für die Auslieferungen der Bestellungen einzusetzen. Amazon treibt jetzt schon seine Vision voran, immer größere Teile der Logistik für die Auslieferung der eigenen Bestellungen zu übernehmen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten die von Amazon entwickelten Technologien in selbstfahrenden Autos eingesetzt werden.

Auch in diesem Bereich würde Amazon mit Uber konkurrieren, das mit der Übernahme Otto selbstfahrende LKWs entwickelt und mit Uber Freight in die Digitalisierung der Frachtvermittlung eingestiegen ist.

Bild: Nic Redhead (bestimmte Rechte vorbehalten)

Lieferroboter: Starship testet in den USA

Seit einigen Monaten testet das Startup Starship Technologies seine Lieferroboter bereits in Großbritannien. Jetzt folgt der nächste Schritt mit Partnerschaften in den USA. Starship hat mit den Lieferdiensten Postmates und DoorDash eine Kooperation geschlossen, um die Lieferroboter unter realen Bedingungen testen zu können. Die Lieferstartups wollen durch den Test lernen, wie weit sie in Zukunft Lieferroboter einsetzen können.

In den USA werden die kleinen Lieferroboter in Redwood City und in Washington, DC. eingesetzt. DoorDash wird in Redwood City erste Kunden mit den autonomen Fahrzeugen beliefern, Postmates in Washington. Das Testgebiet ist jeweils auf einen Radius von ca. sechs Kilometern beschränkt. Die Kunden der beiden amerikanischen Lieferdienste sehen in der App die Lieferoption mit Roboter und können diese entsprechend auswählen. Wenn der Roboter angekommen ist, wird die Ladeluke per übermittelten Zahlencode geöffnet, um danach die Ware entnehmen zu können. Die Lieferroboter nutzen meistens den Bürgersteig und sind dem entsprechend langsam unterwegs. Ziel ist es, die Lieferung innerhalb von 15 – 30 Minuten zuzustellen.

In Großbritannien testet Starship seit vergangenem Jahr die Roboter. Im Londoner Stadtteil Greenwich werden bereits Nutzer von JustEat testweise beliefert. In Deutschland will das Startup mit Hermes und der Metro testen, bisher scheint aber die Genehmigung durch die Stadtbehörden nicht erfolgt zu sein.

Die Starship Lieferroboter sollen zu einem späteren Zeitpunkt vollautonom fahren. Die Überwachung aus der Ferne soll nur bei Notfällen eingreifen. Im Moment ist die Technik aber noch nicht soweit. Vor allem die hoch detaillierten Kartendaten müssen erst noch erstellt werden. Die Roboter fahren nicht autonome, sondern werden mit einer Art Joystick aus der Ferne gesteuert. Eine weitere Person begleitet den Roboter, um die Meinungen und Reaktionen der Passanten aufzunehmen und um im Notfall eingreifen zu können. In Handarbeit werden die Lieferroboter bisher noch produziert, es wird noch einige Zeit dauern, bis die Produktion hochgefahren werden kann.

In der letzten Woche wurde bekannt, dass Daimler bei Starship eingestiegen ist. Als erstes gemeinsames Projekt wurde ein umgebauter Mercedes Sprinter präsentiert, der als Basisstation für die Roboter dienen soll. Die langjährigen Erfahrungen von Daimler in der Entwicklung und Produktion von komplexen technischen Produkten, werden dem Roboter Startup bei der erfolgreichen Skalierung helfen.

Bild: Starship Technologies (alle Rechte vorbehalten)

Essenlieferdienst: Munchery streicht Stellen, Gründer gehen

Essenlieferdienste tun sich weiterhin schwer, ein profitables Geschäftsmodell aufzubauen. Im letzten Jahr konnten schon einige Bewegungen identifiziert werden, die diese Entwicklung nahelegen. Entweder mussten Lieferstartups im großen Stil Stellen streichen, die Unternehmensbewertung nach unten korrigieren oder sie waren nicht mehr in der Lage, weitere Finanzierung einzusammeln. Diesem Trend scheint sich jetzt das Unternehmen Munchery anzuschließen. Ein größerer Teil der Angestellten wurde entlassen und die beiden Gründer müssen ebenfalls gehen.

Munchery kocht die Gerichte in eigenen Küchen und lässt sie dann von Kurieren ausliefern. Das Unternehmen ist bisher nur in den USA aktiv, dürfte aber als Vorbild für Pronto und EatFirst gedient haben. Pronto und EatFrist haben versucht, dieses Modell in Europa zu etablieren und sind damit gescheitert. Pronto musste aufgeben und EatFirst hat sein Geschäftsmodell mehrmals geändert.

Das Geschäftsmodel von Munchery und co. wird als komplex angesehen. Auf der einen Seite muss die Lieferkette profitabel ausgerichtet werden, auf der anderen Seite müssen die eigenen Küchen ausgelastet werden. Nicht ausgelastete Fahrer und Köche lassen die Verluste schnell steigen, da keine Skalierungseffekte einsetzen.

Laut einem Report von Bloomberg hat Munchery in der Zeit von September 2014 bis July 2016 um die 650.000 Gerichte produziert, die nicht verkauft wurden. Viele dieser Gerichte sind letztendlich im Müll oder bei Hilfsorganisationen gelandet. Geld verdienen lässt sich mit einer Verschwendung auf diesem Niveau natürlich nicht. Die Verluste des Unternehmens sollen sich auf 5 Mio. US$ pro Monat belaufen. Insgesamt flossen 120 Mio. US$ bisher in das Unternehmen. Die letzte Finanzierung wurde Mitte 2015 abgeschlossen. Demnach ist es möglich, dass das Unternehmen im Moment versucht, weiteres Geld einzusammeln, da von der bisherigen Finanzierung nicht mehr viel übrig sein dürfte.

Investoren haben in den letzten Jahren Milliarden in den Markt der Lieferdienste für Essen investiert. Bisher haben es aber wenige Unternehmen in dem Bereich geschafft, ein profitables und nachhaltiges Geschäftsmodell aufzubauen. In Europa tun sich Foodora und Deliveroo schwer, ein nachhaltiges Konzept zu etablieren. Die Anbieter Take Eat Easy, Pronto und Tok Tok Tok mussten bereits aufgeben. In den USA hatte Postmates Probleme, eine neuen Finanzierungsrunde abzuschließen und DoorDash musste seine Bewertung nach unten korrigieren. Gleichzeitig investieren Uber und Amazon aggressiv in ihre Lieferdienste für fertige Gerichte.

Bild: Munchery (alle Rechte vorbehalten)

R-Klasse: Daimler investiert in Lieferroboter Startup Starship

Der Automobilkonzern Daimler beteiligt sich an dem Startup Starship. Das Unternehmen entwickelt Lieferroboter, die für Auslieferungen auf der “letzten Meile” eingesetzt werden. Auf der Elektronikmesse CES haben Daimler und Starship Technologies bereits ein Gemeinschaftsprojekt präsentiert. Mittels einen mit Robotern beladenen Sprinters sollen Waren schneller zugestellt werden.

Starship setzt auf Lieferroboter

Im Gegensatz zu Amazon und Google setzt Starship auf Lieferroboter, die die Straße nutzen, um Lieferungen zuzustellen. Amazon und Google investieren hingen in die Entwicklung von fliegenden Liefer-Dronen, die langfristig den Paketzusteller ersetzen sollen.

Tests in Großbritannien

Starship wurde von einem der Skype-Gründer gestartet, der Hauptsitz befindet sich in Estland. In Estland befindet sich auch die Entwicklungsabteilung des Startups. In Großbritannien betreibt das Unternehmen eine Außenstelle, die sich vorwiegend um den Vertrieb kümmert. Starship hat in Großbritannien bereits ein Pilotprojekt gestartet und liefert Essen in Kooperation mit JustEat aus. In Deutschland will das Unternehmen mit Hermes und der Metro zusammenarbeiten. Bisher warten die Kooperationspartner noch auf eine Genehmigung der lokalen Behörden in Hamburg und  Düsseldorf.

In der aktuellen Finanzierungsrunde werden 17.2 Mio. US$ in das Roboter-Startup investiert, Daimler tritt dabei als Lead-Investor auf. Neben Daimler haben sich Shasta Ventures, Matrix Partners, ZX Ventures, Morpheus Ventures, Grishin Robotics, Playfair Capital, HOF Capital und weitere Investoren an dem Startup beteiligt.

Erfahrung von Daimler bei Entwicklung und Produktion

Neben den finanziellen Aspekten ist die Erfahrung von Daimler bei der Entwicklung und Produktion von technisch anspruchsvollen Produkten hilfreich für das Roboter-Startup. Daimler beschäftigt sich außerdem seit längerem mit der Entwicklung von Technologien und Komponenten für selbstfahrende Autos. Von einem Wissenstransfer werden beide Unternehmen profitieren. Daimler dürfte in Starship eine Möglichkeit sehen, langfristig die Umsätze im Bereich von Liefer- und Transportdienstleistungen zu erhöhen.

Daimler hat sich in der Vergangenheit schon an anderen Startups beteiligt. Zu den bekanntesten gehört MyTaxi, mittlerweile ist das Unternehmen komplett von Daimler übernommen worden.

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)

Just Eat liefert erstmals Essen mit Lieferroboter aus

Die Lieferplattform für Essen Just Eat hat bekanntgegeben, dass das erste mal ein Gericht mit einem Lieferroboter zugestellt wurde. Seit Mitte des Jahres arbeitet Just Eat mit Starship Technologie aus Estland zusammen, um in einem Pilotprojekt die Zustellung mit Robotern zu erproben. Starship Technology wurde von den Skype Gründen gestartet und testet seine Roboter seit Ende 2015. In Deutschland arbeitet das Unternehmen mit Hermes und der Metro zusammen.

Nach ausführlichen Tests wurde in der letzten Woche die erste normale Bestellung mit einem autonomen Lieferroboter in London zugestellt. Das Restaurant lädt dabei die Bestellung in den Roboter und verriegelt die Klappe. Der Kunde erhält per SMS einen Code, der bei Ankunft eingegeben werden muss, um den Roboter zu öffnen. Just Eat ist mit Lieferheld oder Lieferando vergleichbar. Auf der Plattform werden Restaurants aus der näheren Umgebung aggregiert, bei denen der Nutzer über die Just Eat Plattform bestellen kann.

Im Stadtteil Greenwich hat das Unternehmen eine Genehmigung erhalten, um seine Roboter offiziell fahren zu lassen. Jeder Roboter wird noch von einer Begleitperson verfolgt, die das autonome Lieferfahrzeug überwacht und die Reaktionen der Passanten aufnimmt. Starship will seinen Test auf weitere Regionen in London ausweiten, sofern es die Genehmigung dafür bekommt. Eigentlich sollte der Test auch mit Pronto stattfinden, das Unternehmen musste aber frühzeitig aufgeben.

Die Anzahl der Lieferroboter ist sehr gering, im September waren davon nur 3-4 im Einsatz. Das bedeutet, dass eine geringe Anzahl an Lieferungen tatsächlich mit den Lieferfahrzeugen zugestellt werden, die Auswahl erfolgt per Zufallsprinzip. Bisher werden die Fahrzeuge noch in Handarbeit produziert und remote mit einer Art Playstation Konsole gesteuert. Die Kameras und Sensoren ermöglichen eine genaue Steuerung und außerdem dienen beide als Diebstahlschutz.

Auch in Deutschland würden Hermes und Metro gerne die Lieferroboter testen, bisher fehlt aber noch die Genehmigung für Hamburg und Düsseldorf. Die Testphase findet in einem Gebiet mit geringer Einwohnerdichte statt, um keinen Passanten zu gefährden und im einen effizienten Betrieb zu ermöglichen.

Bild: Starship Technologies (alle Rechte vorbehalten)

Lyft plant Lieferservice

Lyft entwickelt anscheinen einen Lieferservice. Bisher bietet das amerikanische Unternehmen nur einen Fahrdienst an, ein Kurierdienst gehört bisher noch nicht zum Angebot. Intern hat das Unternehmen deswegen mit Spannungen zu kämpfen.

Weiteres Standbein vs. weniger Fokus

Der Unternehmenschef John Zimmer sieht darin die Möglichkeiten, um das Unternehmen weiter  zu diversifizieren und unabhängiger vom Ridesharing-Angebot zu machen. Einige seiner Manager wollen den Plan aber nicht unterstützen, da es vom eigentlichen Ziel ablenkt. Das Ziel von Lyft ist es, einen wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Fahrdienst abzubauen. Die Führungspersonen von Lyft befürchten, dass Gelder und Fokus von dem Ridesharing-Service abgezogen werden und in das neue Angebot gesteckt werden.

Start noch unklar

Bisher ist noch nicht klar, wann Lyft den Service starten möchte. Auch mit einem Kurierdienst würde sich Lyft in einem umkämpften Markt befinden. Anderes Startups, wie Postmates und UberRush sind bereits in dem Bereich aktiv. Außerdem besteht Konkurrenz durch etablierte Kurierdienste und Lieferservices. Uber, der größte Konkurrent von Lyft, bietet schon einen Lieferservice an. Um UberRush ist es eher ruhig, UberEATS hingegen wird aggressive vorangetrieben.

Kooperation mit Restaurant-Plattformen

Lyft könnte zum Start mit den Essenlieferdiensten GrubHub und Eat24 zusammenarbeiten, um einen Fuß in die Tür zu bekommen. GrubHub und Eat24 arbeiten mit Restaurants zusammen, die über eigene Fahrer verfügen. Der neue Lieferdienst von Lyft kann hier eine Ergänzung sein, um die Nachfrage in Stoßzeiten abzudecken. Alternativ können die Restaurants ihre Flotte abschaffen und auf den Lyft Service setzen.

Lieferservice: umkämpfter Markt

Der Markt der Lieferdienste ist umkämpft. Einige Anbieter fokussieren sich dabei ebenfalls auf Lieferservices für Essen und Restaurants. Für Postmates ist es laut eigener Aussage extrem schwer gewesen, die letzte Finanzierungsrunde einzusammeln. Auch der Essenlieferdienst Deliveroo scheint Schwierigkeiten gehabt zu haben, genügend Geld einzusammeln.

Lyft ist nur in den USA aktiv und wird von namenhaften Investoren unterstützt. Neben General Motors ist auch die chinesische Plattform Didi Chuxing an der Ridesharing-Plattform beteiligt.

Bild: Kārlis Dambrāns (bestimmte Rechte vorbehalten)

Transportvermittlung Uber Freight geht an den Start

Fast unbemerkt ist Uber Freight an den Start gegangen. Mit dem neuen Angebot will das Ridesharing-Unternehmen in den Markt der Transportvermittler und Speditionen einsteigen. Über eine neue Plattform sollen Speditionen und Warenversender vernetzt werden.

Auf der einen Seite hat Uber das Startup Otto übernommen. Otto entwickelt selbstfahrende LKWs. In der letzten Woche fand eine erste Demonstration statt. Ein von Otto umgerüsteter Truck hat eine Ladung Budweiser Bier über eine Strecke von ca. 200 Kilometern autonom transportiert. Uber will nicht nur selbstfahrende LKWs entwickeln, sondern auch eine Plattform starten, auf der Speditionen und Versender verknüpft werden.

Die Plattform heißt Uber Freight, der Soft-Lauch fand mit der ersten Fahrt des Otto LKWs statt.

Der Markt der Frachtvermittlung ist im Moment noch wenig digitalisiert und langsam. Genau hier will Uber Freight ansetzten. Das Ziel von Uber wird sein, die Vernetzung der Unternehmen so einfach zu gestalten, wie es mit der Uber App für Fahrer und Passagiere vorgemacht wurde. Bisher stellt eine Vermittler den Auftrag zwischen dem Versender und den Transportunternehmen her. Die Vermittler verlangen eine Gebühr für ihre Arbeit und nutzen meistens veraltete Technologien. Uber will die Vermittler ersetzen und die Vermittlung schneller und günstiger durchführen.

Neben Uber sind auch weitere Startups an dem Markt interessiert. In Deutschland sind die beiden Startups FreightHub  und Instafreight vor kurzem mit einem ähnlichen Ziel gestartet. Sie wollen sich aber nicht nur auf den Güterverkehr mit LKWs beschränken. Auch See- und Luftfracht soll mit dem Angebot von FreightHub und Instafreight digitalisiert werden. Instafreight wird von Rocket Internet unterstützt.

Uber will damit in den nächsten Milliardenmarkt und sich und den teilnehmen Partner durch Digitalisierung einen Vorteil verschaffen. Die Frachtvermittler dürften über den Vorstoß wenig begeistert sein. Bis die Otto Trucks serienreif sind, wird es noch mehrere Jahre dauern. Die Zeit kann Uber nutzen, um schon mal den Markt für die Frachtvermittlung aufzubauen.

Lieferdienst Postmates sammelt weiteres Geld ein – mit Schwierigkeiten

Der Lieferdienst Postmates hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 141 Mio. US$ eigesammelt. Laut Gründer Bastian Lehmann war es super super schwierig, die Runde abzuschließen. Die Bereitschaft von Investoren, Geld in verlustreiche Lieferstartups zu stecken, scheint zu schwinden.

Schwierige Finanzierungsrunde für Postmates

Die aktuelle Runde wurde von Founders Fund angeführt, dem VC von Milliardär Peter Thiel. Founders Fund hat sich schon in früheren Runden an dem Unternehmen beteiligt, mit dem jetzigen Investment zieht Founders Fund Partner Brian Singerman in den Aufsichtsrat von Postmates ein. Die Bewertung liegt bei 600 Mio. US$, das heißt seit der letzen Finanzierungsrunden ist der Wert nicht gestiegen. Damals lag die Unternehmensbewertung auf dem gleichen Level. Vor der jetzigen Finanzierungsrunde sind bereits 120 Mio. US$ in das Startup geflossen.

Postmates bekommt die Veränderungen im Venture Capital Markt zu spüren. Die Bereitschaft für neue Investitionen ist zurückgegangen. Das hat zur Folge, dass die Anzahl der abgeschlossenen Deals rückläufig ist.

Viel Konkurrenz für den Lieferdienst

Postmates befindet sich in einem umkämpften Markt. Auf der einen Seite konkurriert das Unternehmen mit etablierten Kurierdiensten, die seit Jahren aktiv sind. Hinzu kommen Restaurants, die über einen eigenen Lieferdienst verfügen und weitere Technologieunternehmen und Startups. Amazon ist ebenfalls in das Liefergeschäft eingestiegen und Uber befördert längst auch mehr als Personen von A nach B. Uber hat mit UberEATS große Ambitionen. Sowohl Uber als auch Amazon verfügen über ausreichend finanzielle Mittel, um einen langen Zeitraum ohne Gewinne durchzuhalten.

Verkauf könnte bevorstehen

Berichten zufolge wollte sich Postmates an ein anderes Unternehmen verkaufen. Erste Gespräche mit anderen Unternehmen (darunter Uber und Amazon) sind aber nicht erfolgreich verlaufen. Langfristig gesehen könnte sich Postmates aber einen Verkauf oder einen Börsengang vorstellen. Für einen Börsengang muss das Unternehmen aber bessere Zahlen vorlegen und ein profitables Geschäftsmodell vorweisen. Das Unternehmen hat mit Qatalyst Partners zusammengearbeitet, um einen potentiellen Käufer zu finden. Auch das Ridesharing Startup Lyft soll versucht haben, über die Investment-Boutique einen Käufer zu finden.

Bereits mehrere Unternehmen gescheitert

Postmates ist nicht das einzige Startup, aus dem Lieferbereich, für das es schwieriger geworden ist, Geld einzusammeln. In Europa musste der Essenlieferdienst Take Eat Easy aufgeben, in den USA hat es Spoon Rocket und den on-demand Wäschedienst Washio getroffen. Alle Unternehmen wurden zuvor mit einem hohen Millionenbetrag finanziert. DoorDash musste seine Bewertung in der letzten Finanzierungsrunde reduzieren. Dazu muss man sagen, dass sowohl DoorDash als auch Postmates mit einer überzogenen Bewertung in die Finanzierungsrunden gestartet sind. Beide Unternehmen erzielen noch keine Gewinne.

Postmates betreibt einen Lieferdienst, der anfänglich von Restaurants genutzt wurde. Über die Zeit hat das amerikanische Unternehmen sein Angebot ausgeweitet, damit auch lokale Händler den Logistikservice nutzen können. Unter anderem wurde mit Apple eine Partnerschaft gestartet. Im April diesen Jahres wurde ein Mitgliedsmodell nach Amazon Prime Vorbild gestartet. Nutzer zahlen eine monatliche Gebühr von 9.99 US$ pro Monat und können dafür den Postmates Service so oft sie wollen ohne zusätzliche Lieferkosten nutzen. Voraussetzung ist, dass bei einem teilnehmenden Partner bestellt wird und dass der Warenkorb höher als 25 US$ ist. Die Abonnenten sollen im Schnitt 7.5 Bestellungen pro Monat platzieren.

Aktuell wickelt das Startup 1.5 Mio, in diesem Jahr sollen Waren im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar transportiert worden sein. Auf der Plattform sind mehr als 40.000 Kuriere in 44 Städten aktiv. Die 6000 Partnerunternehmen zahlen an Postmates ein Gebühr in Höhe von 20% des über die Postmates App erzielen Umsatzes.

Bild: TechCrunch (bestimmte Rechte vorbehalten)

Selbstfahrender LKW von Otto liefert Budweiser Bier in Colorado

Das von Uber übernommene Startup Otto hat Ende Oktober gezeigt, wie weit das eigene System für selbstfahrende Lastwagen schon entwickelt ist. Ein mit dem Technologie-Kit von Otto ausgestatteter 40-Tonner LKW hat in Colorado eine Bier-Lieferung von der Brauerei Anheuser-Busch über eine Strecke von ca. 200 Kilometern ohne Fahrer transportiert.

Autonom auf der Autobahn

Der Lastwagen war im autonomen Modus auf der Autobahn unterwegs. Ein Fahrer war zwar in der Kabine, um im Notfall eingreifen zu könne, saß aber nicht direkt hinter dem Steuer. Begleitet wurde der LKW von einem Polizeifahrzeug.

Die Fahrt war eine erste Demonstration, um zu zeigen, wie weit die Technologie für autonome Lastwagen heute ist. Eine erste funktionsfähige basis Version der Technologie ist bereits entwickelt, weitere Iterationen auf Hardware und Software-Seite sind notwendig, um das System bis zur Serienreife zu entwickeln. Bis die Serienreife erreicht ist, wird es noch einige Jahre dauern.

Einige Voraussetzungen mussten für die Testfahrt erfüllt sein: Die Fahrt fand bei schönen Wetter statt und in den Morgenstunden, bei geringem Verkehr. Das Team von Otto hat zwei Wochen dafür benötigt, um die Route zu definieren und um das Kartenmaterial mit dem benötigten Detaillierungsgrad zu erstellen.

Kostenersparnis in Millionenhöhe möglich

Der Brauerei-Riese Anheuser-Busch geht davon aus, dass pro Jahr 50 Mio. US$ an Kosten eigespart werden können, wenn die autonomen LKWs eingesetzt werden können. Der Konzern geht davon aus, dass zuerst weiterhin ein Fahrer an Board der LKWs sein wird. Die Einsparungen kommen durch geringeren Benzinverbrauch und bessere Auslastung der Fahrzeuge. Mit den autonomen Eigenschaften können die LKWs länger unterwegs sein, da die LKWs auch während potentieller Ruhezeiten der Fahrer weiterfahren können.

Erstes Szenario wird sein, dass die Lastwagen auf den Autobahnen autonom fahren und der Fahrer kurz vor der Autobahn-Abfahrt übernimmt. Langfristiges Ziel wird es sein, den Fahrer komplett zu ersetzten, was weitere Kostenersparnisse mit sich bringen wird.

Otto von Uber übernommen

Otto wurde erste Anfang des Jahres gegründet und im Sommer von Uber für eine Milliarde US$ übernommen. Das Startup arbeitet an der Entwicklung von Systemen, um LKWs mit autonomen Eigenschaften ausstatten zu können. Uber will die Erfahrungen von Otto auch in die eigene Entwicklung von den selbstfahrenden Autos einfließen lassen. Auf der anderen Seite will das amerikanische Transportunternehmen seine Aktivitäten ausweiten. Uber sieht einen weiteren Milliardenmarkt im Bereich des Langstrecken Güterverkehrs mit LKWs. Es sollen keine eigenen LKWs entwickelt werden, das Unternehmen will mit etablierten LKW-Herstellern zusammenarbeiten.

Bild:  ot.to (alle Rechte vorbehalten)

ZipJet übernimmt Wettbewerber mit starkem B2B Fokus

Das von Rocket Internet unterstützte Wäschereinigungs-Startup ZipJet hat den Wettbewerber Asteria Cleaners aus London übernommen. Bisher hat sich der mobile Wäschedienst ZipJet vor allem auf Privatkunden fokussiert, nach der Übernahme eines Mitbewerbers in London soll das Angebot auf Geschäftskunden (B2B) erweitert werden.

Ähnliches Geschäftsmodell

Wie auch bei ZipJet holt bei Asteria Cleaners ein Fahrer die zu waschende Wäsche ab, nach der Reinigung wird diese wieder zurückgeliefert. Von Asteria werden einige Geschäftskunden bedient, darunter dir Großbank UBS.

ZipJet kann durch die Übernahme schneller wachsen und auch auf Kostenseite ergeben sich Vorteile. Da ein Fahrer meist mehrere Bestellungen an der gleichen Adresse abholt oder abliefert, reduzieren sich die Logistikkosten pro Auftrag enorm.

Ausweitung von B2B geplant

Das Angebot für Geschäftskunden soll in London weiter ausgebaut werden. Neben Großbanken und Konzernen könnte das Angebot auch für Co-Working Spaces und Startups interessant sein. Unternehmen können den Service als eine Art Bonusprogramm für ihre Mitarbeiter anbieten. Für Co-Working Spaces ergibt sich die Möglichkeit, den Service in das Rundum-Paket mit integrieren. Im kommenden Jahr ist eine Ausweitung des B2B und B2B2C Services nach Berlin und Paris geplant.

ZipJet wurde Ende 2014 von Rocket Internet in London gestartet und hat ein halbes Jahr später das Angebot auch in Berlin an den Start gebracht. Seit Mai diesen Jahres ist ZipJet auch in Paris aktiv. Vorbild für ZipJet war das amerikanische Startup Washio, das im Sommer den Betrieb eigestellt hat. Washio ist wahrscheinlich zu schnell in zu viele Städte expandiert, ohne die Kosten im Griff zu haben. ZipJet verfolgt einen datenbasierten und technologieorientierten Weg. So werden Auslastung optimiert und Routen effizient und automatisch geplant.

In Zukunft könnte Wachstum auch durch weitere Zukäufe erfolgen. Zukäufe könnten auch bei einer weiteren Expansion eine Rolle spielen, um in einer weiteren Stadt nicht komplett von Null beginnen zu müssen.

Bild: ZipJet (alle Rechte vorbehalten)