Category Archives: Lieferservice

Same Day Delivery: Französischer Paketdienst GeoPost übernimmt Stuart

Das Tochterunternehmen GeoPost, das zur französischen La Poste Gruppe gehört, hat das Startup Stuart übernommen. Stuart bietet einen Same Day Deliver Service an und ist in mehreren Städten aktiv. Die Übernahme ist nicht die einzige Neuigkeit aus dem Bereich der taggleichen Lieferungen diese Woche. Die deutschen Anbieter Tiramizo und Liefery konnten weitere Finanzierungsrunden verkünden.

Hohes Investment bereits vor dem Start 

Stuart wurde schon vor dem Start mit einer Summe von 22 Mio. Euro im Jahre 2015 finanziert. Bei der früheren Finanzierungsrunde hat sich GeoPost bereits an dem Startup beteiligt und Unternehmensanteile in Höhe von 22% gehalten.

Ähnlich wie auch die deutschen Anbieter Liefery und Tiramizo hat sich Stuart das Ziel gesetzt, den Markt der Kuriere für Same Day Deliveries zu revolutionieren. Mit einer Flotte an Kurieren und dem Einsatz effizienter Technologie, soll ein hoch effizientes Liefernetzwerk für die letzte Meile entwickelt werden.

Taggleiche Zustellung für Einzelhandel

Stuart setzt auf eine Mischung an B2B und B2C Angeboten. Das Unternehmen hat eine API entwickelt, mit der Shops eine Same Day Delivery Option in ihre Webshops und Apps integrieren können. Außerdem kann der Service über eine App oder die Website gebucht werden. Stuart betreibt keine eigenen Hubs oder Lager sondern fokussiert sich auf Express Lieferungen von bestehenden Ladengeschäften und Filialen zu den Endkunden. Stuart hat Zugriff auf einen Pool an Fahrern, die mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen unterwegs sind. Von Fahrradkurier bis zu Fahrer mit Vans ist alles mit dabei.

Mehrere Tausend Stuart Lieferungen täglich

Auf der einen Seite arbeitet Stuart mit großen Ketten, wie Burger King oder Carrefour zusammen. Auf der anderen Seite stehen die Kooperationen mit kleineren Shops und Einzelunternehmern. Im verengenden Jahr hat Stuart auch eine Kooperation mit Just Eat getestet, Restaurants sollten mit dem Stuart die Möglichkeit bekommen, die Logistik auszulagern- Jeden Tag werden laut Unternehmensangaben tausende Lieferungen von mehr als 500 Unternehmenspartnern zugestellt. Das Same Day Delivery Startup ist bisher in Frankreich, Spanien und Großbritannien aktiv.

GeoPost will mit der Übernahme weiteres Wachstumspotential erschließen. Für den Postkonzern ist die Stärkung des Bereich der taggleichen Lieferungen auf der letzten Meile eine strategische Entscheidung. In den nächsten Jahren wird die Nachfrage nach Express Lieferungen zunehmen.

GeoPost über DPD an Same Day Delivery Startup Tiramizoo beteiligt

Stuart wurde vor mehr als zwei Jahren gegründet und hat zuletzt mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigt. Nach der Übernahme will das ehemalige Startup die Vorzüge der GeoPost nutzen und die Plattform zu einem führenden Anbieter für Same Day Delivery auf der letzten Meile in Europa etablieren. Zur GeoPost gehört auch DPD, über die Unternehmenstochter ist der Konzern auch an dem deutschen Anbieter Tiramizoo beteiligt. Bleibt abzuwarten, ob Stuart deswegen in Deutschland starten wird.

Bild: Stuart (alle Rechte vorbehalten)

Shell investiert in Same Day Delivery Unternehmen Tiramizoo

Das Münchner Same Day Delivery Startup Tiramizoo hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Als neuer Investor ist Shell Technology Ventures mit an Board. Der Automobilkonzern Daimler geht die aktuelle Finanzierungsrunde mit.

Tiramizoo Plattform soll weiter ausgebaut werden

Mit dem Investment will tiramizoo die technische Plattform für urbane Logistik weiter ausbauen.  Darüber werden Fahrer, Händler und Endkunden transparent vernetzt. Das Startup fokussiert sich dabei auf die Weiterentwicklung der technischen Aspekt – App, Plattform und intelligente Backend-Technologie stehen dabei im Mittelpunkt. Das Unternehmen sieht sich als führender Anbieter von effizienten IT-Lösungen im schnell wachsenden Markt für Same Day Delivery und Optimierung der letzten Meile. Neben der Weiterentwicklung der bestehenden Software, kann sich das Unternehmen auch vorstellen, weitere Dienstleistungen zu starten.

Mehr als 3000 Kuriere in 150 Städten

Mittlerweile sind mehr als 3000 Kuriere für die Plattform in 150 Städte in Deutschland, Österreich, Schweden und den Niederlanden unterwegs. Tiramizoo setzt dabei auf Partnerunternehmen und selbstständige Fahrer. Zu den namenhaften Kunden gehören Zalando, MediaMarkt oder Saturn. Die tiramizoo-Plattform schafft so einen besseren Service für die Kunden der Einzelhändler und sorgt durch Effizienzsteigerungen für niedrigere Kosten, Vermeidung zusätzlicher Staus und somit für eine Verbesserung der Luftqualität.

Shell investiert in Lösungen für effizienten Transport

Shell investiert in das Same Day Delivery Unternehmen, da der Ölkonzern neue Umsatzpotentiale mit digitalen Geschäftsmodellen erschließen möchte. Investments in Lösungen für effizienten und umweltschonenden Transport von Waren und Personen in bevölkerungsreichen Großstädten gehören zur Strategie von Shell, um unabhängiger von dem Ölgeschäft zu werden. Bei tiramizoo haben die technische Lösung und das Verständnis für die lokalen Logistik-Märkte überzeugt.

Die Höhe des Investments ist nicht bekannt. Neben Shell und Daimler sind auch DPD Deutschland, die Bayerische Beteiligungsgesellschaft und Bayern Kapital als Gesellschafter mit an Bord. Die DPD Dachgesellschaft GeoPost hat interessanterweise fast zeitgleich bekanntgegeben, dass der Französische Same Day Delivery Arbeiter Stuart übernommen wird.

Bild: tiramizoo (alle Rechte vorbehalten)

Die Zukunft der Mobilität gestalten: Mobility Accelerator in Deutschland

In den letzten Jahren sind in Deutschland mehrere Startup Accelerators entstanden, die junge Unternehmen mit finanziellen Mitteln, Input von Mentoren und dem Zugang zu einem Netzwerk an Investoren unterstützen. Mittlerweile existieren auch mehrere Accelerator Programme, die sich mit Mobilitätsthemen befassen.

Beyond1435 Accelerator der Deutschen Bahn

Zusammen mit der Innovationplattform Plug and Play bietet die Deutsche Bahn in Berlin unter dem Namen Beyond1435 ein Accelerator Programm an, dass sich auf Mobiltiäts- und Logistikthemen fokussiert. Der Name verbindet das DB-Erbe mit der gemeinsamen Mission voranzugehen. Auf der Standardschienenbreite von 1435 mm hat DB unzählige Menschen und Güter vom Start bis ans Ziel befördert. Die digitalisierte Welt stellt bisherige Mobilitätskonzepte auf den Kopf.

Das Programm der Bahn richtet sich an Startups in der frühen Phase und dauert 3 Monate. Die Teilnehmenden Startups werden mit 25.000 Euro finanziell unterstützt und erhalten kostenlose Arbeitsplätze im Coworking Space Mindbox. In regelmäßigen Mentoring Sessions sollen die teilnehmenden Teams Experten-Feedback erhalten und ihr Netzwerk weiter ausbauen. Zu den Mentoren gehören Experten aus dem Bahn Konzern aber auch Investoren und Startup-Experten. Das erste Programm fokussiert sich auf Smart City Tech Lösungen, wie Blockchain, Mobilitätsalgorithmen, Integrierte Mobilitätsangebote, Deep Learning im Mobilitätskontext, Veränderte Nutzung von Bahnhöfen und Mobilitätszentren oder Identifikation und Sicherheit im Transport von Gütern und Menschen.

STARTUP AUTOBAHN von Daimler

Auf Daimler arbeite mit der Innovationsplattform Plug and Play zusammen, die ursprünglich aus den USA kommt. Das Programm geht bereits in die dritte Runde. Die STARTUP AUTOBAHN ist eine Innovationsplattform, die Startups Zugang zu Silicon Valleys unvergleichlichem Tech-Know-how und bester deutscher Hardware-Kompetenz ermöglicht. Für die nächste Runde werden Startups gesucht, die im Mobilitätsbereich Hardware mit Software verbinden. Die Themen sind IoT, Produktionstechnik, Logistik, ortsbasierte Services, Cyber Security, Biometrie, natürliche Sprachverarbeitung, Prozessoptimierung, Kundenerlebnis und Predictive Analytics. Wie auch das Programm der Bahn dauert die Startup Autobahn drei Monate. Die Gründer profitieren vor allem von der engen Zusammenarbeit mit Daimler-Experten und auch intensiven Mentoring-Gesprächen mit dem Top-Management. Ein Projektteam aus Mitarbeitern der Konzernforschung und des Bereichs Business Innovation fungierte dabei als Brückenbauer zwischen den Startups und Daimler. Durch STARTUP AUTOBAHN soll die Region Stuttgart zum Innovations-Hub für Mobilität und Industrie 4.0 werden und durch die Bündelung innovativer Partnerkompetenzen ein attraktives Startup-Ökosystem geschaffen werden.

Startup Garage von BMW 

In München hat sich BMW mit der Startup Garage zur Aufgabe gemacht, das Potenzial besonders innovativer Start-up-Unternehmen ohne Umwege zu nutzen. Der Automobilkonzern fördert in einem offeneren Programm Startups aus dem Mobilitätsumfeld, die die Innovationsfähigkeit der BMW Group stärken und beschleunigen. BMW verfolgt dabei einen etwas anderen Ansatz. Anstatt sich am Unternehmen zu beteiligen, kauf die BMW Group die Technologie des Startups, und integriert diese so schnell wie möglich in die Entwicklung und Produkte. Von dem Team hinter der Startup Garage werden weltweit vor allem solche jungen Unternehmen gesucht, die bereits mit Kapital ausgestattet wurden und über einen Prototyp ihrer Technologie verfügen. Die Themen orientieren sich an den aktuellen Herausforderungen von BMW – wie zum Beispiel Mobility Services, Elektromobilität oder Technologien für autonomes Fahren.

Startupbootcamp Smart Transportation & Energy 

In Berlin startet demnächst der Startup Accelerator Startupbootcamp Smart Transportation & Energy. Der Fokus lieg traf vernetzen und effizienten Lösungen für den Transport von Gütern und Personen. Für Startups, die an Logistik, Shared Mobility Lösungen oder Transportthemen arbeiten, kann das Programm interessant sein. Die teilnehmenden Startups erhalten eine überschaubare finanzielle Unterstützung, Mentoring, Bürofläche und Zugang zu einem internationalen Netzwerk an Unternehmen, Investoren und Mentoren. Insgesamt werden zehn Startups aufgenommen. Auch das Startupbootcamp Programm dauert drei Monate. Unterstützt wird der Accelerator von Airbus, Cisco, HERE, Kuehne + Nagel, Mercedes-Benz, SBB Cargo und VINCI. Die teilnehmenden Startups müssen 6% der Unternehmensanteile an Startupbootcamp abgeben – das sollte man sich als Gründer gut überlegen, ob einem das angebotenen Package das wert ist.

Für Startups, die sich mit Themen rund um Mobilität und Transport beschäftigen, gibt es durchaus mehrere Möglichkeiten, um die Entwicklung in der frühen Unternehmensphase zu beschleunigen. Durch die Teilnahme an einem Accelerator wird das Netzwerk erweitert und die Mentoren geben wertvollen Input. Letztendlich muss jedes Gründerteam entscheiden, ob die Teilnahme an einem Programm gerechtfertigt ist, oder nicht.

Bild: Steven Zwerink (bestimmte Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: Patente von Amazon und Google

Kürzlich wurden Patenten veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass sich auch Amazon neben Google mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeuge und Plattformen für die Vermittlung von Ridesharing und Transport-Diensten beschäftigt. Von Google ist bekannt, dass sich das Unternehmen mit selbstfahrenden Autos und Ridesharing Diensten beschäftigt. Von Amazon gab es bisher wenig Anzeichen.

Die Patente von Google und Amazon wurden bereits im Jahr 2015 eingereicht. Das macht deutlich, dass sich die beiden Technologieunternehmen schon seit längerem mit dem Thema beschäftigen und Uber nicht tatenlose das Feld überlassen.

Google testete schon einen Ridesharing Service in San Francisco und treibt mit Waymo das Zukunftsthema autonomes Fahren voran. Bisher ist bekannt, dass Waymo Komponenten entwickelt, die von Automobilherstellern in den Serienfahrzeugen verbaut werden sollen. Das Unternehmen ist von dem Plan abgekommen, ein eigenes selbstfahrendes Auto zu bauen. Berichten zufolge plant Waymo in diesem Jahr den Test eines Fahrdienstes mit selbstfahrenden Chrysler Pacifica Minivans.

Das jetzt veröffentlichte Patent beschreibt, wie autonome Fahrzeuge mit Ride-Hailing Apps verknüpft werden und wie die Nutzer gefunden werden. Das Patent beschreibt eine Lösung für die Vermittlung eines Abholorts zwischen Auto und Nutzer unter erschwerten Bedingungen. Wie können sich Auto und Fahrgast treffen, wenn das Fahrzeug nicht unter sicheren und präzisen Umständen zum Fahrgast navigieren kann. Sollten Google und Waymo den geplanten Fahrservice weiter ausbauen, würden sie in den direkten Wettbewerb zu Uber und Lyft einsteigen.

Das Patent von Amazon beschreibt hingegen eine Möglichkeit, wie autonome Fahrzeuge mit Fahrspuren zurechtkommen, auf denen sich je nach Verkehrsaufkommen die Fahrtrichtung ändert. Ohne entsprechende Erkennung stellen die dynamischen Fahrrichtungswechsel eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer dar. Bleibt die Frage, wie weit sich Amazon mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen beschäftigt hat. Für Amazon wird es primär von Interesse sein, selbstfahrende Fahrzeuge für die Auslieferungen der Bestellungen einzusetzen. Amazon treibt jetzt schon seine Vision voran, immer größere Teile der Logistik für die Auslieferung der eigenen Bestellungen zu übernehmen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten die von Amazon entwickelten Technologien in selbstfahrenden Autos eingesetzt werden.

Auch in diesem Bereich würde Amazon mit Uber konkurrieren, das mit der Übernahme Otto selbstfahrende LKWs entwickelt und mit Uber Freight in die Digitalisierung der Frachtvermittlung eingestiegen ist.

Bild: Nic Redhead (bestimmte Rechte vorbehalten)

Lieferroboter: Starship testet in den USA

Seit einigen Monaten testet das Startup Starship Technologies seine Lieferroboter bereits in Großbritannien. Jetzt folgt der nächste Schritt mit Partnerschaften in den USA. Starship hat mit den Lieferdiensten Postmates und DoorDash eine Kooperation geschlossen, um die Lieferroboter unter realen Bedingungen testen zu können. Die Lieferstartups wollen durch den Test lernen, wie weit sie in Zukunft Lieferroboter einsetzen können.

In den USA werden die kleinen Lieferroboter in Redwood City und in Washington, DC. eingesetzt. DoorDash wird in Redwood City erste Kunden mit den autonomen Fahrzeugen beliefern, Postmates in Washington. Das Testgebiet ist jeweils auf einen Radius von ca. sechs Kilometern beschränkt. Die Kunden der beiden amerikanischen Lieferdienste sehen in der App die Lieferoption mit Roboter und können diese entsprechend auswählen. Wenn der Roboter angekommen ist, wird die Ladeluke per übermittelten Zahlencode geöffnet, um danach die Ware entnehmen zu können. Die Lieferroboter nutzen meistens den Bürgersteig und sind dem entsprechend langsam unterwegs. Ziel ist es, die Lieferung innerhalb von 15 – 30 Minuten zuzustellen.

In Großbritannien testet Starship seit vergangenem Jahr die Roboter. Im Londoner Stadtteil Greenwich werden bereits Nutzer von JustEat testweise beliefert. In Deutschland will das Startup mit Hermes und der Metro testen, bisher scheint aber die Genehmigung durch die Stadtbehörden nicht erfolgt zu sein.

Die Starship Lieferroboter sollen zu einem späteren Zeitpunkt vollautonom fahren. Die Überwachung aus der Ferne soll nur bei Notfällen eingreifen. Im Moment ist die Technik aber noch nicht soweit. Vor allem die hoch detaillierten Kartendaten müssen erst noch erstellt werden. Die Roboter fahren nicht autonome, sondern werden mit einer Art Joystick aus der Ferne gesteuert. Eine weitere Person begleitet den Roboter, um die Meinungen und Reaktionen der Passanten aufzunehmen und um im Notfall eingreifen zu können. In Handarbeit werden die Lieferroboter bisher noch produziert, es wird noch einige Zeit dauern, bis die Produktion hochgefahren werden kann.

In der letzten Woche wurde bekannt, dass Daimler bei Starship eingestiegen ist. Als erstes gemeinsames Projekt wurde ein umgebauter Mercedes Sprinter präsentiert, der als Basisstation für die Roboter dienen soll. Die langjährigen Erfahrungen von Daimler in der Entwicklung und Produktion von komplexen technischen Produkten, werden dem Roboter Startup bei der erfolgreichen Skalierung helfen.

Bild: Starship Technologies (alle Rechte vorbehalten)

Essenlieferdienst: Munchery streicht Stellen, Gründer gehen

Essenlieferdienste tun sich weiterhin schwer, ein profitables Geschäftsmodell aufzubauen. Im letzten Jahr konnten schon einige Bewegungen identifiziert werden, die diese Entwicklung nahelegen. Entweder mussten Lieferstartups im großen Stil Stellen streichen, die Unternehmensbewertung nach unten korrigieren oder sie waren nicht mehr in der Lage, weitere Finanzierung einzusammeln. Diesem Trend scheint sich jetzt das Unternehmen Munchery anzuschließen. Ein größerer Teil der Angestellten wurde entlassen und die beiden Gründer müssen ebenfalls gehen.

Munchery kocht die Gerichte in eigenen Küchen und lässt sie dann von Kurieren ausliefern. Das Unternehmen ist bisher nur in den USA aktiv, dürfte aber als Vorbild für Pronto und EatFirst gedient haben. Pronto und EatFrist haben versucht, dieses Modell in Europa zu etablieren und sind damit gescheitert. Pronto musste aufgeben und EatFirst hat sein Geschäftsmodell mehrmals geändert.

Das Geschäftsmodel von Munchery und co. wird als komplex angesehen. Auf der einen Seite muss die Lieferkette profitabel ausgerichtet werden, auf der anderen Seite müssen die eigenen Küchen ausgelastet werden. Nicht ausgelastete Fahrer und Köche lassen die Verluste schnell steigen, da keine Skalierungseffekte einsetzen.

Laut einem Report von Bloomberg hat Munchery in der Zeit von September 2014 bis July 2016 um die 650.000 Gerichte produziert, die nicht verkauft wurden. Viele dieser Gerichte sind letztendlich im Müll oder bei Hilfsorganisationen gelandet. Geld verdienen lässt sich mit einer Verschwendung auf diesem Niveau natürlich nicht. Die Verluste des Unternehmens sollen sich auf 5 Mio. US$ pro Monat belaufen. Insgesamt flossen 120 Mio. US$ bisher in das Unternehmen. Die letzte Finanzierung wurde Mitte 2015 abgeschlossen. Demnach ist es möglich, dass das Unternehmen im Moment versucht, weiteres Geld einzusammeln, da von der bisherigen Finanzierung nicht mehr viel übrig sein dürfte.

Investoren haben in den letzten Jahren Milliarden in den Markt der Lieferdienste für Essen investiert. Bisher haben es aber wenige Unternehmen in dem Bereich geschafft, ein profitables und nachhaltiges Geschäftsmodell aufzubauen. In Europa tun sich Foodora und Deliveroo schwer, ein nachhaltiges Konzept zu etablieren. Die Anbieter Take Eat Easy, Pronto und Tok Tok Tok mussten bereits aufgeben. In den USA hatte Postmates Probleme, eine neuen Finanzierungsrunde abzuschließen und DoorDash musste seine Bewertung nach unten korrigieren. Gleichzeitig investieren Uber und Amazon aggressiv in ihre Lieferdienste für fertige Gerichte.

Bild: Munchery (alle Rechte vorbehalten)

R-Klasse: Daimler investiert in Lieferroboter Startup Starship

Der Automobilkonzern Daimler beteiligt sich an dem Startup Starship. Das Unternehmen entwickelt Lieferroboter, die für Auslieferungen auf der “letzten Meile” eingesetzt werden. Auf der Elektronikmesse CES haben Daimler und Starship Technologies bereits ein Gemeinschaftsprojekt präsentiert. Mittels einen mit Robotern beladenen Sprinters sollen Waren schneller zugestellt werden.

Starship setzt auf Lieferroboter

Im Gegensatz zu Amazon und Google setzt Starship auf Lieferroboter, die die Straße nutzen, um Lieferungen zuzustellen. Amazon und Google investieren hingen in die Entwicklung von fliegenden Liefer-Dronen, die langfristig den Paketzusteller ersetzen sollen.

Tests in Großbritannien

Starship wurde von einem der Skype-Gründer gestartet, der Hauptsitz befindet sich in Estland. In Estland befindet sich auch die Entwicklungsabteilung des Startups. In Großbritannien betreibt das Unternehmen eine Außenstelle, die sich vorwiegend um den Vertrieb kümmert. Starship hat in Großbritannien bereits ein Pilotprojekt gestartet und liefert Essen in Kooperation mit JustEat aus. In Deutschland will das Unternehmen mit Hermes und der Metro zusammenarbeiten. Bisher warten die Kooperationspartner noch auf eine Genehmigung der lokalen Behörden in Hamburg und  Düsseldorf.

In der aktuellen Finanzierungsrunde werden 17.2 Mio. US$ in das Roboter-Startup investiert, Daimler tritt dabei als Lead-Investor auf. Neben Daimler haben sich Shasta Ventures, Matrix Partners, ZX Ventures, Morpheus Ventures, Grishin Robotics, Playfair Capital, HOF Capital und weitere Investoren an dem Startup beteiligt.

Erfahrung von Daimler bei Entwicklung und Produktion

Neben den finanziellen Aspekten ist die Erfahrung von Daimler bei der Entwicklung und Produktion von technisch anspruchsvollen Produkten hilfreich für das Roboter-Startup. Daimler beschäftigt sich außerdem seit längerem mit der Entwicklung von Technologien und Komponenten für selbstfahrende Autos. Von einem Wissenstransfer werden beide Unternehmen profitieren. Daimler dürfte in Starship eine Möglichkeit sehen, langfristig die Umsätze im Bereich von Liefer- und Transportdienstleistungen zu erhöhen.

Daimler hat sich in der Vergangenheit schon an anderen Startups beteiligt. Zu den bekanntesten gehört MyTaxi, mittlerweile ist das Unternehmen komplett von Daimler übernommen worden.

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)

Just Eat liefert erstmals Essen mit Lieferroboter aus

Die Lieferplattform für Essen Just Eat hat bekanntgegeben, dass das erste mal ein Gericht mit einem Lieferroboter zugestellt wurde. Seit Mitte des Jahres arbeitet Just Eat mit Starship Technologie aus Estland zusammen, um in einem Pilotprojekt die Zustellung mit Robotern zu erproben. Starship Technology wurde von den Skype Gründen gestartet und testet seine Roboter seit Ende 2015. In Deutschland arbeitet das Unternehmen mit Hermes und der Metro zusammen.

Nach ausführlichen Tests wurde in der letzten Woche die erste normale Bestellung mit einem autonomen Lieferroboter in London zugestellt. Das Restaurant lädt dabei die Bestellung in den Roboter und verriegelt die Klappe. Der Kunde erhält per SMS einen Code, der bei Ankunft eingegeben werden muss, um den Roboter zu öffnen. Just Eat ist mit Lieferheld oder Lieferando vergleichbar. Auf der Plattform werden Restaurants aus der näheren Umgebung aggregiert, bei denen der Nutzer über die Just Eat Plattform bestellen kann.

Im Stadtteil Greenwich hat das Unternehmen eine Genehmigung erhalten, um seine Roboter offiziell fahren zu lassen. Jeder Roboter wird noch von einer Begleitperson verfolgt, die das autonome Lieferfahrzeug überwacht und die Reaktionen der Passanten aufnimmt. Starship will seinen Test auf weitere Regionen in London ausweiten, sofern es die Genehmigung dafür bekommt. Eigentlich sollte der Test auch mit Pronto stattfinden, das Unternehmen musste aber frühzeitig aufgeben.

Die Anzahl der Lieferroboter ist sehr gering, im September waren davon nur 3-4 im Einsatz. Das bedeutet, dass eine geringe Anzahl an Lieferungen tatsächlich mit den Lieferfahrzeugen zugestellt werden, die Auswahl erfolgt per Zufallsprinzip. Bisher werden die Fahrzeuge noch in Handarbeit produziert und remote mit einer Art Playstation Konsole gesteuert. Die Kameras und Sensoren ermöglichen eine genaue Steuerung und außerdem dienen beide als Diebstahlschutz.

Auch in Deutschland würden Hermes und Metro gerne die Lieferroboter testen, bisher fehlt aber noch die Genehmigung für Hamburg und Düsseldorf. Die Testphase findet in einem Gebiet mit geringer Einwohnerdichte statt, um keinen Passanten zu gefährden und im einen effizienten Betrieb zu ermöglichen.

Bild: Starship Technologies (alle Rechte vorbehalten)

Lyft plant Lieferservice

Lyft entwickelt anscheinen einen Lieferservice. Bisher bietet das amerikanische Unternehmen nur einen Fahrdienst an, ein Kurierdienst gehört bisher noch nicht zum Angebot. Intern hat das Unternehmen deswegen mit Spannungen zu kämpfen.

Weiteres Standbein vs. weniger Fokus

Der Unternehmenschef John Zimmer sieht darin die Möglichkeiten, um das Unternehmen weiter  zu diversifizieren und unabhängiger vom Ridesharing-Angebot zu machen. Einige seiner Manager wollen den Plan aber nicht unterstützen, da es vom eigentlichen Ziel ablenkt. Das Ziel von Lyft ist es, einen wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Fahrdienst abzubauen. Die Führungspersonen von Lyft befürchten, dass Gelder und Fokus von dem Ridesharing-Service abgezogen werden und in das neue Angebot gesteckt werden.

Start noch unklar

Bisher ist noch nicht klar, wann Lyft den Service starten möchte. Auch mit einem Kurierdienst würde sich Lyft in einem umkämpften Markt befinden. Anderes Startups, wie Postmates und UberRush sind bereits in dem Bereich aktiv. Außerdem besteht Konkurrenz durch etablierte Kurierdienste und Lieferservices. Uber, der größte Konkurrent von Lyft, bietet schon einen Lieferservice an. Um UberRush ist es eher ruhig, UberEATS hingegen wird aggressive vorangetrieben.

Kooperation mit Restaurant-Plattformen

Lyft könnte zum Start mit den Essenlieferdiensten GrubHub und Eat24 zusammenarbeiten, um einen Fuß in die Tür zu bekommen. GrubHub und Eat24 arbeiten mit Restaurants zusammen, die über eigene Fahrer verfügen. Der neue Lieferdienst von Lyft kann hier eine Ergänzung sein, um die Nachfrage in Stoßzeiten abzudecken. Alternativ können die Restaurants ihre Flotte abschaffen und auf den Lyft Service setzen.

Lieferservice: umkämpfter Markt

Der Markt der Lieferdienste ist umkämpft. Einige Anbieter fokussieren sich dabei ebenfalls auf Lieferservices für Essen und Restaurants. Für Postmates ist es laut eigener Aussage extrem schwer gewesen, die letzte Finanzierungsrunde einzusammeln. Auch der Essenlieferdienst Deliveroo scheint Schwierigkeiten gehabt zu haben, genügend Geld einzusammeln.

Lyft ist nur in den USA aktiv und wird von namenhaften Investoren unterstützt. Neben General Motors ist auch die chinesische Plattform Didi Chuxing an der Ridesharing-Plattform beteiligt.

Bild: Kārlis Dambrāns (bestimmte Rechte vorbehalten)

Transportvermittlung Uber Freight geht an den Start

Fast unbemerkt ist Uber Freight an den Start gegangen. Mit dem neuen Angebot will das Ridesharing-Unternehmen in den Markt der Transportvermittler und Speditionen einsteigen. Über eine neue Plattform sollen Speditionen und Warenversender vernetzt werden.

Auf der einen Seite hat Uber das Startup Otto übernommen. Otto entwickelt selbstfahrende LKWs. In der letzten Woche fand eine erste Demonstration statt. Ein von Otto umgerüsteter Truck hat eine Ladung Budweiser Bier über eine Strecke von ca. 200 Kilometern autonom transportiert. Uber will nicht nur selbstfahrende LKWs entwickeln, sondern auch eine Plattform starten, auf der Speditionen und Versender verknüpft werden.

Die Plattform heißt Uber Freight, der Soft-Lauch fand mit der ersten Fahrt des Otto LKWs statt.

Der Markt der Frachtvermittlung ist im Moment noch wenig digitalisiert und langsam. Genau hier will Uber Freight ansetzten. Das Ziel von Uber wird sein, die Vernetzung der Unternehmen so einfach zu gestalten, wie es mit der Uber App für Fahrer und Passagiere vorgemacht wurde. Bisher stellt eine Vermittler den Auftrag zwischen dem Versender und den Transportunternehmen her. Die Vermittler verlangen eine Gebühr für ihre Arbeit und nutzen meistens veraltete Technologien. Uber will die Vermittler ersetzen und die Vermittlung schneller und günstiger durchführen.

Neben Uber sind auch weitere Startups an dem Markt interessiert. In Deutschland sind die beiden Startups FreightHub  und Instafreight vor kurzem mit einem ähnlichen Ziel gestartet. Sie wollen sich aber nicht nur auf den Güterverkehr mit LKWs beschränken. Auch See- und Luftfracht soll mit dem Angebot von FreightHub und Instafreight digitalisiert werden. Instafreight wird von Rocket Internet unterstützt.

Uber will damit in den nächsten Milliardenmarkt und sich und den teilnehmen Partner durch Digitalisierung einen Vorteil verschaffen. Die Frachtvermittler dürften über den Vorstoß wenig begeistert sein. Bis die Otto Trucks serienreif sind, wird es noch mehrere Jahre dauern. Die Zeit kann Uber nutzen, um schon mal den Markt für die Frachtvermittlung aufzubauen.