Archiv der Kategorie: Limousinenservice

Alle Artikel über Entwicklungen im on-demand und on-order Limousinenbusiness.

Uber wohl vor nächster Mega-Finanzierung

Die Skandale bei Uber in den vergangenen Monaten scheinen die Investoren nicht verschreckt zu haben. Die Fahrdienstplattform ist in Gesprächen mit SoftBank, Didi Chuxing und Dragoneer über ein Investment in Milliardenhöhe. Die Gruppe von Investoren geht davon aus, dass sie Anteile von Altinvestoren und Mitarbeitern zu einer niedrigeren Unternehmensbewertung übernehmen können.

Bis zu 12 Milliarden US Dollar für Uber

Die drei Investoren könnten bis zu 12 Milliarden US Dollar in Uber investieren. Unterschiedliche Quellen berichten auch von Summen zwischen 8 und 10 Milliarden US Dollar. Das wäre bisher das größte Investment in die Ride-Hailing Plattform, die in den letzten Jahren schon mehrere Finanzierungsrunden in Milliardenhöhe abgeschlossen hat. Das Trio würde direkt Geld in Uber investieren und auch Anteile von Mitarbeitern und Investoren übernehmen, die ihre Anteile zu Geld machen wollen. Es steht im Raum, dass eine Summe von 1 bis 1.5 Milliarden US Dollar bei einer stabilen Bewertung von etwa 70 Milliarden US Dollar in Uber investiert werden soll. Mit bis zu 10 Milliarden US Dollar sollen die Anteile von Altinvestoren und Mitarbeitern übernommen werden.

Stabile Bewertung trotz Skandale

Die kommende Runde ist aus mehreren Gesichtspunkten bemerkenswert. Die voraussichtliche Höhe der Runde ist gigantisch und auch die Bewertung. Viele Beobachter sind davon ausgegangen, dass sich die Skandale der letzten Monate negativ auf die Bewertung in Milliardenhöhe auswirken. Das scheint aber nicht der Fall zu sein.  Der Mega-Deal wird von der Klage zwischen Benchmark Capital und dem Gründer und ehemaligen CEO Travis Kalanick ausgebremst. Sobald der Disput aus der Welt geräumt ist, sollte dem Investment nichts mehr im Wege stehen.

SoftBank muss 100 Milliarden unterbringen

SoftBank zählt zur Zeit zu den aktivsten Investoren, wenn es um Investments in angesagt Tech-Unternehmen geht. Die Japaner haben dafür einen Fond in Höhe von 100 Milliarden Dollar aufgelegt. Unter anderem flossen hohe Summen in WeWork oder Slack. Didi Chuxing hat sich in den letzten Jahren auch zu einem starken Player entwickelt. Das chinesische Unternehmen hat das Geschäft von Uber in China aufgekauft und sich als strategischer Partner an unterschiedlichen Taxi- und Fahrdienst-Apps weltweit beteiligt. In Europa hat sich Didi an dem Unternehmen Taxify beteiligt. Es ist davon auszugehen, dass Taxify einen Gang höher schalten wird und zum ernstzunehmenden Konkurrenten für mytaxi werden wird.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

Live Stream: Mercedes-Benz Vans und Via verkünden Ausbau der Ride-Sharing Kooperation

Wie schon berichtet, beteilig sich Mercedes-Benz Vans an dem Shuttle Dienst Via aus New York City. Verfolgen Sie hier die Pressekonferenz ab ca. 12:15 Uhr im Live-Stream.


Hier ist eine kurze Zusammenfassung der Konferenz:

  • Mercedes-Benz Vans investiert 50 Millionen US-Dollar in neues Joint Venture mit Via und Daimler Mobility Services beteiligt sich zusätzlich als strategischer Investor an Via
  • Im Rahmen des Joint Ventures soll der On-Demand-Shuttle-Service von Via, der bereits in New York, Chicago und Washington D.C. erfolgreich ist, auch in europäischen Metropolen etabliert werden – Auftakt für gemeinsamen Mitfahrdienst noch in diesem Jahr in London
  • In Europa wird das Joint Venture auch mit Betreibern des öffentlichen Personenverkehrs zusammenarbeiten, die das Via-Betriebssystem lizenzieren können, um ohne zusätzliche Infrastrukturkosten die Mobilität zu verbessern und Staus zu reduzieren
  • Langfristige strategische Partnerschaft zur Entwicklung und zum Bau von speziellen Vans mit Integration der Via-Software, Onboard-Sensorik und elektrischem Antrieb sowie autonomen Fahrfunktionen

Mercedes-Benz Vans wandelt sich vom reinen Fahrzeughersteller zum Anbieter ganzheitlicher Mobilitätslösungen. Aufbauend auf der bisherigen Partnerschaft, die 2015 begann, wollen Mercedes-Benz Vans und Via ihre Kooperation deutlich vertiefen. Mit seinem On-Demand Rideshare-Pooling-Service gestaltet Via den Personentransport neu – von einem stark regulierten System mit starren Strecken und festen Fahrplänen hin zu einem dynamischen Netzwerk. Der app-basierte Via-Algorithmus bringt mehrere Passagiere mit ähnlichem Ziel in Echtzeit zusammen und ermöglicht so eine gemeinsame Fahrt in einem Van – schnell, effizient und ohne lange Umwege.

Die Daimler Tochter arbeitet künftig verstärkt mit Via an der Weiterentwicklung dieses intelligenten Mobilitätskonzepts. Ziel ist eine effiziente, bedarfsgerechte und ökologisch nachhaltige Personenbeförderung.

Dynamischen Shuttle Diensten wird ein großes Potential eingeräumt. Manche Experten sehen darin das Betriebssystem der Zukunft für den innerstädtischen Verkehr. Unter anderem können durch den Einsatz die Kosten reduziert werden und ein System geschaffen werden, das sich dynamisch an den Bedarf der Nutzer anpassen kann. Via zählt zu den Anbietern mit der ausgereiftesten Technik. Das hat den Vorteil, dass das System effizient funktioniert und eine hohe Auslastung der Fahrzeuge erzielt wird.

Via kommt aus den USA und ist dort vor allem in New York City sehr erfolgreich. Auch in Deutschland gibt es aufstrebende Startups, die ebenfalls eine leistungsfähige Technologie für einen dynamischen Shuttle Dienst aufbauen wollen. In den Anbieter CleverShuttle hat sogar die Deutsche Bahn und auch Daimler investiert.

Bild: Daimler AG (alle Rechte vorbehalten)

Die Deutsche Bahn beteiligt sich an Fahrdienst-Plattform Talixo

Die Deutsche Bahn beteiligt sich über den Venture Arm Deutsche Bahn Digital Ventures an der Fahrdienstplattform Talixo. Das Startup bietet eine Technologieplattform, über die vor allem Geschäftsreisende Taxifahrten oder Limousinen buchen können. Insgesamt fließt eine siehe siebenstellige Summe in das Unternehmen. Neben der Bahn beteiligen sich auch die bestehenden Investoren Amman Group und ein Investor aus der Schweiz.

Bahn will Angebot und Geschäftsbereiche erweitern

Die Deutsche Bahn versucht mit dem Investment das Transportangebot über die Schienen hinaus weiter auszubauen. Das Angebot von Talixo soll in den Buchungsprozess der Bahn integrieren. Kunden sollen so nicht mehr zu anderen Anbietern und Apps wechseln müssen, sondern sollen die Möglichkeit erhalten, die Reise von Tür zu Tür über eine Plattform buchen zu können. Die Bewertung von Talixo dürfte sich auch noch in einem vernünftigen Rahmen bewegt haben, so dass die Bahn günstig einsteigen konnte.

Talixo bietet Buchungsplattform für Unternehmen und Reiseportale

Talixo spricht mit seiner integrierbaren Buchungsplattform vor allem Unternehmen, Reisebüros und online Buchungsseiten an. Über die eingebundene Plattform können Taxis und Limousinen gebucht werden, außerdem wird ein Ridesharing Produkt angeboten, bei dem sich mehrere Angestellte eines Unternehmens oder eine Reisegruppe ein Fahrzeug zum gemeinsamen Ziel teilen können.

Bisher unterm Radar geschwommen

Talixo hat bisher eher unter dem Radar agiert, obwohl das Unternehmen bereits Partnerschaften mit Concur, AirPuls, Amadeus oder Onesto vereinbaren konnte. Mal sehen, ob sich das mit dem neuen Investor ändern wird. Das Geld soll auf jeden Fall dazu genutzt werden, um zu expandieren. In einem nächsten Schritt will das Unternehmen die Märkte in Asien und Amerika erschließen.

Zu den Wettbewerbern von Talixo gehört das Berliner Unternehmen Blacklane. Auch Blacklane will sich in dem B2B Markt für die Fahrten auf der letzten Meile etablieren. Zu den Investoren de Unternehmens gehören unter anderem Daimler und die Alstin Group von Carsten Maschmeyer. Blacklane hat bereits einen größeren Footprint und bietet den Service in mehr als 250 Städten an.

Bild: Talixo (alle Rechte vorbehalten)

Lyft und Jaguar Land Rover arbeiten zusammen

Jaguar hat als nächster Automobilhersteller angekündigt, mit einer Ride Hailing Plattform kooperieren zu wollen. Jaguar Land Rover investiert über das Investment-Vehicle InMotion 25 Mio. US$ in den Fahrdienst Lyft und stellt Fahrzeuge für die luxuriöse Version des Ridesharing Dienstes zur Verfügung. Außerdem arbeiten beide Unternehmen gemeinsam an dem Thema vollautomatisiertes Fahren.

Trend geht auch bei Jaguar Land Rover in Richtung on-demand Mobility

Bisher sind schon mehrere Automobilhersteller Kooperationen mit Ride Hailing Plattformen eingegangen. Daimler arbeitet unter anderem mit Uber zusammen und betreibt mit myTaxi eine eigene Taxi App. Auch General Motors arbeitet schon mit Lyft zusammen und hat eine große Summe in die Plattform investiert.  Die Automobilindustrie wurde davon überzeugt, dass privater Autobesitz zuerst in den Städten zurück gehen wird und die Einwohner vermehrt auf on-demand Mitfarhdienste setzen werden. Gemeinsam mit den Startups wollen die Hersteller Technologien und Dienstleistungen entwickeln und somit auch neue Umsatzkanäle erschließen.

Premiumhersteller erhält Zugang zu Plattform mit vielen Nutzern

Jaguar Land Rover ist ein kleinerer Premiumhersteller und rangiert weit hinter BMW, Daimler oder Audi. Die Partnerschaft mit Lyft ist ein wichtiger Schritt für den Hersteller, der vor allem in Großbritannien beliebt ist. Dank der Kooperation erreicht Jaguar Land Rover eine große Nutzergruppe über die Lyft Plattform. Andere Hersteller gehen noch davon aus, dass sie eine eigene Plattform  mit großer Reichweite aufbauen können. Darin haben sie aber keine Erfahrung under werden das auch recht schnell merken. Die Limousinen und SUVs von Jaguar und Land Rover werden der Premium-Version von Lyft zum Einsatz kommen. Weitere Premium Mobilitätsangebote sollen entwickelt werden.

Vollautomatisierte Fahrzeuge und weiter Dienste auf der Road Map

Zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch die vollautomatisierten Fahrzeuge von Jaguar und Land Rover auf der Lyft Plattform getestet werden. Bis es soweit ist, werden noch ein paar Jahre vergehen. Beide Unternehmen betonen die strategische Ausrichtung der Partnerschaft. Gemeinsam lassen sich schneller innovative Mobility Lösungen für die Kunden beider Partner entwickeln.

Bild: InMotion (alle Rechte vorbehalten)

Fahrdienstplattformen Careem und Yidao Yongche kooperieren

Zwei kleiner Fahrdienstplattformen kooperieren, um länderübergreifend eine Präsenz aufzubauen. Careem aus Dubai hat eine Zusammenarbeit mit Yidao Yongche aus China vereinbart. Nutzer der einen App können die Fahrer der jeweils anderen App auf Reisen nutzen.

Careem und Yidao kooperieren

Die Careem und Yidao Nutzer müssen sich nicht die lokale Software aus dem App Store laden, sondern können über die schon aus dem Heimatland bekannte App einen Fahrer buchen. Möglich wird die Buchung in einem anderen Land mittels der Technologie von Splyt Technologies Ltd. aus London. Durch die Technologie von Spylt können dir Fahrer vermittelt werden und nach der Fahrt die Zahlungen abgewickelt werden.

Drittanbieter ermögliche Kooperation

Mittels der Plattform von Spylt werden nach Unternehmensangaben um die 3.5 Millionen Fahrzeuge in China, dem Mittlerem Osten, Südamerika, Frankreich, Polen, Belgien und Nigeria vernetzt. Im Laufe des Jahres sollen noch Russland und Japan hinzukommen.

Yidao Yongche gehört zu den kleineren Anbietern in China und gehört mehrheitlich dem Unternehmen LeEco. In letzter Zeit hat es Berichte gegeben, dass das Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten ist und die Fahrer nicht mehr bezahlen kann.

Internationale Kooperation nicht erfolgreich

Es ist nicht neu, dass sich Ridesharing-Plattformen aus unterschiedlichen Ländern zusammenschließen, um im Wettbewerb zu den großen Plattformen wie Uber oder Luft aufzuholen. Eine Ähnliche Kooperation besteht zwischen Lyft und der chinesischen Taxi-App Didi Chuxing.

Didi, Lyft, Ola und Grab wollten einst eine weltweite Allianz bilden, um ein Gegengewicht zu Uber darzustellen. Mittlerweile haben sie die Gegebenheiten geändert und die einzelnen Ride-Hailing Apps verfolgen eigene Ziele für eine Internationalisierung. Der Verkauf von Uber China an Didi und die damit einhergehenden Beteiligung von Didi an Uber dürfte die Gemeinschaft geschwächt haben.

Bild: Careem (alle Bilder vorbehalten)

Lyft startet 40 Städte innerhalb einer Woche, mehr als 100 ist das Ziel für 2017

Der Ride Hailing Dienst Lyft startet eine groß angelegte Expansion, um wettbewerbsfähig in den USA zu bleiben. Innerhalb einer Woche werden 40 neue Städte in den USA gestartet. Bis zum Ende des Jahres will das Unternehmen insgesamt in weiteren 100 Städten seinen Fahrservice anbieten.

Im letzen Monat wurde bekannt, dass der kleinere Ridesharing Dinest schneller Wächst als der Konkurrent Uber. Gleichzeitig ist der Umsatz im Vergleich zu den Verlusten stärker gewachsen, was grundsätzlich ein gutes Zeichen ist. Trotzdem hat Lyft im vergangen Jahr einen Verlust von 600 Mio. US$ verbucht, was noch weit entfernt von der Profitabilität ist.

Die größten Hebel für den hohen Jahresverlust sind die Subventionen für Fahrer und Fahrgäste und die Expansion in neue Städte. Der Start einer neuen Stadt erfordert erstmal ein enormes Investment, um Nutzer und Fahrer von dem Service zu überzeugen. Es ist also davon auszugehen, dass Lyft auch für das Jahr 2017 einen hohen Verlust im dreistelligen Bereich ausweisen wird, da die Expansion im Fokus steht.

Gleichzeitig wird darüber spekuliert, ob Lyft in diesem Jahr international expandieren wird. Bisher war der Plan des Ridesharing-Unternehmes internationale Partnerschaften einzugehen. Die globale Ridesharing Allianz mit Ola, Grab und Didi kommt aber nicht bei der Entwicklung eines gemeinsamen Dienstes voran. Deswegen könnte Lyft einen Versuch starten und den Fahrdienst unter eigenem Namen in globalen Märkten starten.

Laut eigener Aussage will Lyft das Momentum aus dem letzten Jahr nutzen und schnell in weitere Städte expandieren. Im Vergleich zum Vorjahr konnte Lyft das Fahrtvolumen verdreifachen. Die neuen Märkte sind in Staaten wie Kalifornien, Tennessee, Delaware, Pennsylvania, Virginia, Louisiana, Arizona, New Mexico, Utah, South Carolina, Indiana, Kansas, New Hampshire, North Carolina, Montana und Idaho. Die weiteren 60 geplanten Städte werden später im Jahr bekanntgeben.

Bis ende 2017 will Lyft in 300 Städten vertreten sein und theoretisch 231 Mio. Menschen erreichen, im Vergleich zu 177 Mio. heute. Im Schnitt hat eine Stadt, in der das Unternehmen heute aktiv ist ca. 900.000 Einwohner, die 100 zusätzlichen Städte kommen auf etwa 500.000 Einwohner. Das angesagte amerikanische Unternehmen scheint einen Weg gefunden zu haben, um auch in den kleinen Städten genügend Nachfrage erzeugen zu können.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Plant Lyft doch die internationale Expansion?

Lyft, der zweitgrößte Ride Hailing Anbieter in den USA, könnte in diesem Jahr eine internationale Expansion unter eigenem Namen planen. Im laufe des Jahres sollen weitere Einzelheiten verkündet werden. Schon vor ein paar Jahren hat das Unternehmen verkündet, nach Europa expandieren zu wollen, sich dann aber vorerst auf die USA fokussiert.

In den USA ist Lyft im vergangen Jahr schneller als der große Konkurrent Uber gewachsen.Das Unternemen hat sich bisher auch nur auf den amerikanischen Markt fokussiert und Uber die weltweite Expansion überlassen. Der eigentliche Plan des Ride-Hailing Anbieters war der Aufbau eines internationalen Partnernetzwerks mit Anbietern wie Didi, Ola oder Grab. Bisher hat es die Allianz aber nicht geschafft, sich auf eine Lösung für die internationale Vermittlung von Fahrten zu verständigen.

Nur zwischen Didi und Lyft existiert eine engere Partnerschaft, die aber auch bald der Vergangenheit angehören wird. Lyft Nutzer konnten in China über die App die Fahrer und Fahrzeuge des Partners Didi buchen. Didi Nutzer konnten die über die Didi App in den USA einen Lyft Ridesharing Dienst buchen. Ein Sprecher des Unternehmens hat angekündigt, dass die Nutzer demnächst dazu aufgefordert werden, die App des jeweilige lokalen Anbieters zu installieren. Sprich Chinesen, die in China Didi nutzen und in die USA reisen, müssen die Lyft-App installieren, wenn sie eine Fahrt in den USA buchen möchten.

Dieser Schritt kann bedeuten, dass es zu komplex gewesen ist, ein gemeinsames Netzwerk an Ridesharing Diensten aufzubauen, das global über die Anwendungen der einzelnen Anbieter genutzt werden kann, ohne die App des lokalen Anbieters zu installieren. Die jeweiligen Anbieter setzen auf unterschiedliche Technologien bei der Fahrtvermittlung, eine Verknüpfung dürfte schwierig sein. Die Übernahem von Uber China durch den Netzwerkpartner Didi und die darauf folgende Beteiligung von Didi an Uber wird außerdem zu Spannungen in der globalen Allianz von Ola, Grab, Didi und Lyft gesorgt haben.

Renault kauft Reste von Karhoo

Im letzten Jahr ist die Vermittlungsplattform Karhoo spektakulär in die Pleite gerutscht, jetzt wurde bekannt, dass Renault die Technologie des Unternehmens für etwa 1 Mio. Euro übernommen hat. Die Plattform bekommt eine zweite Chance – in den kommenden Monaten soll die Vermittlungsplattform für Fahrdienste wieder gestartet werden.

Nach der Übernahme soll das Unternehmen von etwa 35 Mitarbeitern wieder aufgebaut werden. Vor der Pleite waren mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt. Gleitet wird das neue Karhoo von Boris Pilichowski und Nicolas Andine. Finanzielle Unterstützung kommt von der RCI Bank and Services, der Financial Services Tochter von Renault. Der Kaufpreis soll bei 1 Mio. Euro liegen. Die Hälfte davon soll von den beiden CEOs kommen. RCI steuert erstmal weitere 15 Mio. Euro für den weiteren Aufbau hinzu.

Karhoo ist gescheitert, weil die interne App Entwicklung zu lange gedauert hat und letztendlich zu viele finanzielle Ressourcen geschlungen hat. Außerdem scheint es Probleme bei der Abrechnung der Fahrgen gegeben zu haben. Nutzer wurden mit Gutscheinen angelockt und haben häufig gar nichts für die Beförderung bezahlt. Hinzu kamen betrügerische Kunden, die Schwachstellen im System ausgenutzt haben.

Ursprünglich wurde darüber berichtet, dass Karhoo mehr als 250 Mio. US$ eingesammelt hat. Wie die Unterlagen des Insolvenzverwalters belegen, belief sich die eingesammelte Summe nur auf 52 Mio. US$. Zeitweise wurden mehr als 6 Mio. US$ pro Monat verbrannt, am Schluss lagen die Verluste bei 2.5 Mio. US$.

Grundsätzlich war Karhoo eine Art Meta-Search Plattform, auf der die Angebote mehrerer Fahrdienste gebündelt wurden. Die Aufträge wurden an die angeschlossenen Partner weitervermittelt und dann unter eigenem Namen durchgeführt. In London konnten zum Beispiel Fahrten mit Gett oder Addison Lee gebucht werden.

Insgesamt sollen seit dem Beginn des Insolvenzverfahrens 30 – 40 Unternehmen an einer Übernahme interessiert gewesen sein. Der letztendlich geringe Kaufpreis und ein in dem Bereich unerfahrener Käufer lassen darauf schließen, dass von Karhoo wenig Substanz übrig geblieben ist. Bleibt abzuwarten, ob das neue Unternehmen das Vertrauen der Nutzer und der Fahrdienste bzw. Fahrer zurückgewinnen kann.

Mit Renault wird ein weitere Automobilkonzern im Bereich der Fahrdienste und Ride-Hailing Plattformen aktiv. Damit setzt sich der Trend fort, der schon in den letzten ein bis zwei Jahren beobachtet werden konnte. Der Volkswagen-Konzern hat sich mit 300 Mio. US$ an Gett beteiligt und vor kurzem seine Marke Moia für Mobilitätsdienstleistungen der Zukunft gestartet. Daimler betreibt MyTaxi und hat Hailo gekauft. Der amerikanische Konzern General Motors hat sich mit 500 Mio. US Dollar bei Lyft eingekauft.

Bild: Screenshot Karhoo Website (alle Rechte vorbehalten)

Chauffeur – ein Beruf im Wandel?

Ein Chauffeur ist weit mehr als nur ein Fahrer: Zu dem Beruf gehören Menschenkenntnis, Fingerspitzengefühl und absolute Kundenorientierung. Auch dieser Beruf verändert sich im Zeitalter der Digitalisierung, allerdings nicht im Kern.

Schwarzer Anzug, elegantes Auto, Diskretion: Das Wort Chauffeur ruft Assoziationen von hochwertigen, eleganten Fahrdiensten hervor, wie sie oft bei Staatsempfängen oder Filmfestspielen in Erscheinung treten. Nicht nur das Erscheinungsbild, auch der Service an sich stellt hohe Ansprüche an den Dienstleister: Diskretion, Formvollendung und absolute Servicementalität.

Was einen Chauffeur für seinen Beruf qualifiziert, ist an unterschiedlichen Stellen definiert. Etwa werden von vielen Ausbildern als Voraussetzungen nicht nur ein Mindestalter von 21 Jahren vorgegeben, Führerschein Klasse B und ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis, sondern auch beste Gesundheit sowie ein Minimum an Punkten im Verkehrszentralregister genannt. Der Academy zufolge stehen Berufschauffeuren mehrere Wege offen: Für ein Limousinenunternehmen zu arbeiten, für eine Einzelperson zu fahren oder in einem Pool als Fahrer für eine Behörde im Einsatz zu sein. Das, was ein Chauffeur können muss, geht weit über das Steuern des Fahrzeugs hinaus. Ein gutes Training hierfür geht dementsprechend sogar so weit, zu vermitteln, wie man dem Gast die Tür öffnet, die genaue Reihenfolge der Abläufe des Empfangs oder wie man sich verhält, wenn der Gast telefoniert. Dass das Erscheinungsbild des Chauffeurs makellos sein muss, versteht sich von selbst. Zu einem perfekten Service gehört ebenfalls, mitzudenken und sich Vorlieben und Wünsche einzelner Kunden zu merken.

Technologie verändert den Alltag eines Chauffeurs   

„Der Beruf des Chauffeurs hat sich in den letzten Jahren sehr verändert“, sagt Herr Karsten. Er ist ein Profi, der seit über 20 Jahren Kunden aus allen Ländern chauffiert, überwiegend in Deutschland. „Der Wettbewerb ist größer geworden, da sich die Zahl von Akteuren im Markt vergrößert hat“, so Karsten. Auch spiele Technologie eine große Rolle und verändere den Alltag: Einerseits schaffe das Eintreten digitaler Unternehmen und Startups in den Markt mehr Konkurrenz und neue Services, andererseits verändere Technologie die Art der Kommunikation mit den Fahrgästen und die Erreichbarkeit internationaler Kunden. „Wenn ich zum Beispiel für Blacklane Fahrten durchführe, nehme ich die über eine App an, bestätige wenn der Fahrgast im Wagen sitzt“, so Karsten. Diese Schritte veränderten die Arbeitsabläufe für ihn zwar im Alltag, jedoch der Kern der Dienstleistung sei aus seiner Sicht unverändert geblieben: Große Kundenorientierung, ein mit Eleganz und Vollendung angebotener Service und auch die Bereitschaft, sich auf sehr verschiedene Kunden sowie deren Wünsche einzustellen.

Kundenorientierung, Anpassungsfähigkeit – auch in Zukunft

Auch die Vereinigung der Chauffeur & Limousine Service Unternehmen (VLD e.V.) debattierte den Wandel des Berufsbilds jüngst auf einer Zusammenkunft in Berlin. Die Zunft der Chauffeure, der laut VLD in Deutschland etwa halb so viele Unternehmen angehören wie es Taxiunternehmen gibt, sieht sich einer Reihe von Herausforderungen gegenüber, die letztendlich für ihre Existenz entscheidend sind: Von infrastruktureller Benachteiligung bei Haltemöglichkeiten im Vergleich zu Taxis, der fehlenden offiziellen Kennzeichnung der Limousinen als Dienstfahrzeuge bis hin zur Bedrohung der Branche durch neue Marktteilnehmer oder autonom fahrenden Autos. Die Branche geht davon aus, dass der Bedarf an Premiumfahrdiensten grundsätzlich fortbestehen wird und sieht klar, wie sich Chauffeure hier durch ihre Professionalität und den hohen Qualitätsstandard weiterhin beweisen und behaupten können. Es ist jedoch offensichtlich, dass Veränderung allgegenwärtig und die Bereitschaft zur Anpassung daran wichtiger denn je ist.

„Für mich bedeutet der Beruf des Chauffeurs konstant aufmerksam zu sein – ob das nun die Wünsche meiner Kunden oder Veränderungen in der Branche sind“, sagt Herr Karsten. Mit dieser Einstellung dürfte er gut gerüstet sein, um in einer sich rasant wandelnden Branche zu bestehen und weiter Kunden mit Komfort und Qualität zu überzeugen.

Bild: Blacklane (alle Rechte vorbehalten)

Lyft testet Monatsticket mit vergünstigten Fahrpreisen

Die Fahrdienst-Plattform Lyft testet im November in einigen amerikanischen Städten ein Monatsticket für beliebig viele Fahrten mit dem Ridesharing Angebot. Im Sommer hat Uber in New York ein ähnliches Angebot getestet, um das Sommerloch auf der Nachfrageseite abzuschwächen.

Monatsticket im November gültig

Lyft testet das Angebot in Los Angeles, Miami, San Diego, Chicago, Atlanta und Washington, D.C.. Das Monatsticket gilt für das Ridesharing Angebot Lyft Line, bei dem sich mehrere Fahrgäste, die in die selbe Richtung unterwegs sind, das selbe Fahrzeug teilen. Das amerikanische Startup beschränkt das Angebot auf den Monat November, die Monatstickets müssen im Oktober gekauft worden sein.

Kein Surge Pricing mit Monatsticket

Die Nutzer können mit dem Lyft Line Pass einiges im Vergleich zu dem normalen Fahrpreisen sparen. Bei dem Angebot gibt es keine Kilometerbegrenzung und auch die erhöhen Fahrpreise (Surge Pricing) während den Stoßzeiten sind bereits inbegriffen.

Es stehen zwei Varianten zur Verfügung. In der einen Version zahlt der Nutzer 29 US$ pro Monat und kann den Lyft Line Service unbegrenzt ohne Zuzahlung nutzen. In der zweiten Varianten zahlt der Kunde 20 US$ pro Monat und dann weitere 2 US$ pro Fahrt.

Teil des langfristigen Plans von Lyft

Für Lyft sind es die ersten Test, es ist aber davon auszugehen, dass das Unternehmen die Monatstickets in weiteren Märkten testen wird. Lyft President John Zimmer hat in einem Blog Post über autonomes Fahren angekündigt, dass das Unternehmen vie Potential in Abonnements sieht, um Nutzer an den Service mit einem günstigen Angebot zu binden. Uber und Lyft testen häufig vergleichbare Angebote, um das Volumen an Fahrten zu erhöhen.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)