Category Archives: Mietwagen

Volvo will Carsharing Dienst weltweit ausrollen

Der Autokonzern Volvo hat angekündigt, dass eine neue Unternehmenssparte gegründet wird, die einen Carsharing Dienst anbieten wird. Der Autobauer will den Service global ausrollen. Ob der Service weltweit stationsbasiert oder free-floating sein wird, ist nicht bekannt.

Bisher bietet der Konzern nur in einigen schwedischen Städten einen Carsharing-Service unter der Marke Sunfleet an. Etwa 50.000 Nutzer teilen sich 1200 Volvo Fahrzeuge. Sunfleet ist als ein stationsgebundenes Angebot konzipiert, die Autos müssen an einer Station abgeholt und wieder abgegeben werden.

Free-Floating Angebote wachsen Stark

Bisher ist noch wenig bekannt, wie das globale Carsharing Angebot von Volvo aussehen wird. In den kommenden Monaten will Volvo bekanntgeben, ob der Service stationsgebunden oder als free-floating Carsharing Dienst aufgebaut wird. Die als free-floating Angebot konzipierten Angebote car2go oder DriveNow sind im vergangenen Jahr stark gewachsen und tendenziell interessanter für Nutzer, da die Buchung und Anmietung flexibler abläuft. Die Kunden können die Fahrzeuge überall im Geschäftsgebiet anmieten und wieder abstellen.

Kooperation zwischen Volvo und Uber

Volvo kooperiert auch mit Uber und liefert die Fahrzeuge, die zu autonomen Ubers umgebaut werden. Mit den autonomen Fahrzeugen bietet Uber einen Ride Hailing Dienst an. Langfristig gesehen werden die Angebote von Carsharing und Ride Hailing verschmelzen, Großstädte werden davon zu erst betroffen sein. Entweder will der Autobauer eine Userbase in den Städten aufbauen, um später selber einen Fahrservice anzubieten. Auf der anderen Seite könnte es aber auch sein, dass sich Volvo auf die kleineren Städte konzentriert und dort einen stationsbasierten Service etablieren möchte. Dort wird es noch länger dauern, bis autonome Shuttle Dienste die Carsharing Angebote ablösen werden.

In Deutschland bietet die Deutsche Bahn mit Flinkster einen stationsgebundenen Service an. Stadtauto und Cambio sind ebenfalls auf dem Markt vertreten. Prominentester Vertreter ist das Unternehmen ZipCar, das in den USA gestartet ist und mittlerweile von Avis aufgekauft wurde.

Bild: Sunfleet (alle Rechte vorbehalten)

Carsharing-Boom: Anbieter Car2Go und DriveNow stark gewachsen

Fast zeitgleich haben die beiden Carsharing Unternemen DriveNow und Car2go ihre Pressemitteilung zur Jahresbilanz für 2016 verschickt. Die Anbieter der Automobilhersteller Daimler und BMW sind im abgelaufenen Jahr stark gewachsen.

43% Wachstum bei car2go Carsharing

Car2go konnte im Jahr 21 % mehr Mieten verzeichnen und die Zahl der Kunden stieg um 43% auf 2,2 Millionen. Berlin bleibt mit 175.000 Kunden die größte car2go Stadt. Die Nutzung der weltweit 14.000 stieg zwischen dem vierten Quartal 2015 und dem vierten Quartal 2016 um 40%. Insgesamt wurden die Fahrzeuge der Flotte im vergangenen Jahr 22 Millionen Mal angemietet.

Grundsätzlich ist car2go der Ansicht: Je häufiger und länger die Fahrzeuge genutzt werden, desto besser erfüllt das Carsharing seinen Zweck in Großstädten. Die geteilten Autos besetzen dann seltener knappen Parkraum und ersetzen häufiger private Pkw, die zunehmend zu einer Belastung in Großstädten werden.

Auch für 2017 geht das Unternehmen von einem weiteren Wachstum aus. Laut Olivier Reppert, CEO der car2go Group, bleibt Carsharing ein dynamischer Wachstumsmarkt. Das Unternehmen will sein Geschäft durch neue Flotten und Produkte ausweiten. Bei Daimler ist car2go ein Teil des Strategie-Programms CASE.

Mehr als 800.000 Nutzer bei DriveNow

Auch DriveNow konnte ein Kundenwachstum verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nutzerzahl auf 815.000 registrierte Kunden gestiegen. Das Entspricht einem Wachstum von 42%. Damit ist DriveNow so schnell wie car2go gewachsen.

Die Zahl der Fahrzeuge ist auf über 5.000 gestiegen, etwa 17% der Fahrzeuge sind elektrische BMW i3. Vergleicht man die Anbieter, dann kommen bei beiden Anbietern im Schnitt etwa 160 Nutzer auf ein Fahrzeug. Ein Fahrtvolumen wurde von DriveNow nicht kommuniziert. Wenn man von ähnlichen Kennzahlen wie bei car2go ausgeht, dann wird DriveNow etwa acht Millionen Anmietungen verzeichnet haben.

Im vergangenen Jahr hat DriveNow mit Brüssel und Mailand zwei weitere Standorte eröffnet. Vor allem in Mailand soll die Nachfrage die Erwartungen übertroffen haben. In diesem Jahr sollen zwei bis drei weitere Städte hinzukommen. DriveNow setzt 2017 große Hoffnungen auf das Ende Dezember beschlossene Carsharing Gesetz, das Städten künftig den rechtlichen Rahmen gibt, Carsharing Angebote zu fördern.

Vor Weihnachten gab es Berichte über eine Fusion der beiden Anbieter. Letztendlich hat Sixt die Berichte dementiert. Das Mietwagenunternehmen Sixt betreibt zusammen mit BMW das Angebot DriveNow.

Bild: DriveNow (alle Rechte vorbehalten)

Peer-to-Peer Carsharing Anbieter Turo expandiert nach Europa

Das amerikanische Startup Turo, das einen privaten Carsharing Service anbietet, expandiert nach Europa. Mitte Dezember ist das Unternehmen mit seinem peer-to-peer Carsharing Dienst in Großbritannien gestartet.

Umbenennung in Turo

Turo ist ursprünglich unter dem Namen RelayRides in Boston gestartet, gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2009. Kurze Zeit später wurde der Sitz nach San Francisco verlegt. Insgesamt kommt das Netzwerk auf eine Finanzierung von 101 Mio. US$. Die Finanzierung kommt unter anderem von Google Ventures und Kleiner Perkins Caufield & Byers.

Auf der Plattform können Fahrzeugbesitzer ihre Autos einstellen und an Privatpersonen vermieten. Die Vermietung wird mit einer Ad-hoc Versicherung abgesichert.

Flächendeckend in den USA

Das Netzwerk ist seit 2012 flächendeckend in den USA aktiv, vor acht Monaten erfolgte die Expansion nach Kanada. Heute hat die Carsharing Plattform zwei Millionen Nutzer und es sind 111.000 Fahrzeuge in 4500 Städten gelistet. Vermieter erlösen im Durchschnitt um die 720 US Dollar pro Monat mit der Vermietung der Fahrzeuge. Bleibt die offenen Frage, welche Fahrzeuge und Nutzer für die Durchschnittsberechnung genutzt werden. Wenn für die Durchschnittsberechnung alle 111.000 Fahrzeuge verwendet wurden, dann würde das einem monatlichen Umsatz von ca. 100 Mio. US$ entsprechen. Das scheint sehr hoch gegriffen. Für die Nutzer sind die Kosten laut Turo um 35% niedriger, als bei einer herkömmlichen Autovermietung, wie Sixt oder Europcar.

Weitere Expansion geplant

Turo hat Großbritannien als ersten Markt in Europa gewählt, da die meisten internationalen Nutzer in den USA aus Großbritannien kommen. Außerdem suchen die Turo Nutzer häufig nach Fahrzeugen in Großbritannien. Beides kann dem Unternehmen bei dem Markteintritt helfen. In England will Turo mit lokalen Autovermietungen kooperieren, um von Anfang an eine umfassende Auswahl an Fahrzeugen anbieten zu können.

Model auch in Deutschland aber wenig beliebt

In Deutschland sind zeitgleich mit dem gleichen Geschäftsmodell gestartet. Zu den bekanntesten gehören Tamyca, Autonetzer oder Nachbarschaftsauto. Autonetzer und Nachbarschaftsauto haben sich erst zusammengetan, später wurde das fusionierte Unternehmen vom dem französischen Anbieter Drivy übernommen. Im letzten Jahr ins Opel mit einer Plattform für privates Carsharing gestartet, im Dezember diesen Jahres folgte Daimler mit der Plattform Croove. Es ist nicht bekannt, wie viel ein Vermieter durchschnittlich in Deutschland erlöst. Es dürften aber weitaus weniger, als die 720 US$ bei Turo sein.

Bild: Turo (alle Rechte vorbehalten)

Croove: Mercedes-Benz startet privates Carsharing in München

Nach Opel geht auch Mercedes Benz mit einer Plattform für privates Carsharing an den Start. Über den Croove genannten Service können Fahrzeugbesitzer ihre privaten Fahrzeuge an private Mieter vermitteln. Die App-basierte Peer-to-Peer Carsharing Plattform ist offen für alle Marken. Die Autos dürfen nicht älter als 15 Jahre sein.

Das Projekt ist Teil der CASE Strategie. Unter dem Begriff CASE wird die strategische Ausrichtung bei Mercedes‑Benz Cars zusammengefasst, die die Zukunftsthemen „Vernetzung“, „autonomes Fahren“, „Sharing“ und „elektrische Antriebe“ zu einer Einheit bündelt.

Mercedes-Benz baut damit seine Mobilitätsstrategie weiter aus und fügt einen weiteren Baustein zu den schon bestehenden flexiblen Mobilitätsdienstleistungen hinzu. Daimler bietet mit Car2Go schon einen kommerziellen free-floating Carsharing-service an. Der Automobilkonzern ist nicht der einzige Konzern, der ein Peer-to-Peer Carsharing anbietet. Die GM Tochter Opel ist bereits mit CarUnity auf dem Markt. Bleibt spannend, ob Mercedes-Benz zu einem späteren Zeitpunkt die Mobilitätsservices zusammenfügen wird.

Croove bietet Fahrzeugbesitzern und potentiellen Mietern Vorteile. So finden Mieter schnell und unkompliziert ein gepflegtes und sicheres Fahrzeug passend zu ihrem Mobilitätsbedürfnis und sind unabhängig von einer festen Verleihstation. Sie können gegenüber klassischen Autovermietungen Geld sparen und sicher sein, wirklich das gewünschte Modell und nicht nur irgendein Fahrzeug einer bestimmten Kategorie zu erhalten. Vermieter hingegen können die Auslastung ihres Autos optimieren und zugleich Geld mit dem eigenen Pkw verdienen. „Ein Auto steht im Durchschnitt 23 Stunden am Tag. Warum sollte es sich in dieser Zeit nicht etwas dazuverdienen? Carsharing ist ein wichtiger Baustein für den Großstadtverkehr von morgen“, so Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars.

Croove ist Smartphone basiert und kann ab Dezember auf iOS genutzt werden. Später folgen eine Android App und eine Desktop-Website für Buchungen. Die Mieter registrieren sich – und schon können sie per App potenzielle Vermieter kontaktieren und Termine vereinbaren.

Die Fahrzeugübergabe findet beim Start von Croove zunächst entweder persönlich oder mit Hilfe eines (kostenpflichtigen) Hol- und Bring-Dienstes statt. Auch die Einführung einer keyless-basierten Lösung, die dem Mieter ermöglichen soll, das Fahrzeug mit Hilfe eines PINs zu übernehmen, ist perspektivisch angedacht. Den Zustand des Fahrzeugs überprüfen und dokumentieren Vermieter und Mieter bei einem gemeinsamen Kontroll-Rundgang bei Abholung und Übergabe. Dazu gibt es eine Checkliste im digitalen Mietvertrag, den Croove stellt. Auch die bargeldlose Zahlung erfolgt über die App. Und natürlich ist nach dem Mietvorgang eine In-App-Bewertung beider Parteien möglich, was zusätzlich Transparenz und Sicherheit schafft.

Zu den weiteren Anbietern von Peer-to-Peer Carsharing gehören Tamyca und Drivy. Drivy kommt ursprünglich aus Frankreich und hat sich durch Zukäufe eine starke Ausgangsposition in Deutschland geschaffen. Das Geschäftsmodell scheint sich in Deutschland langsam zu entwickeln, Mercedes-Benz hat genügend finanzielle Mittel zur Verfügung, um ein langsames Wachstum zu finanzieren. In den USA hat vor kurzem GetAround für Aufsehen gesorgt, indem Toyota als Investor gewonnen werden konnte.

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)

Toyota beteiligt sich an der Carsharing Plattform Getaround

Die Peer-to-Peer Carsharing Plattform Getaround ist in den USA schon seit einigen Jahren aktiv und ist zur gleichen Zeit gestartet, wie die deutschen Carsharing-Plattformen Tamyca und Autonetzer (mittlerweile mit Drivy verschmolzen).

In der letzten Woche gab Toyota bekannt, dass der Autokonzern in das Carsharing Unternehmen Getaround investiert hat. Wie andere Autokonzerne auch, beteiligt sich Toyota an Startups, die neue Mobilitätsdienste anbieten, um die Zukunft nicht zu verschlafen.

Getaround mit weiteren 10 Mio. Investment

Es wurde nicht offiziell kommuniziert, wie hoch das Investment ist. Die Japanische Zeitung Nikkei hat berichtet, dass von Toyota insgesamt 10 Mio. US$ in Getaround investiert hat. Laut Crunchbase kommt das Unternehmen für privates Carsharing auf eine Gesamtfinanzierung von 56.3 Mio. US$.

Getaround ist im Jahr 2010 gestartet und bietet den Carsharing Service mittlerweile in sechs amerikanischen Städten an, darunter Chicago, San Francisco und Washington, D.C. Laut eigenen Angaben hat das Startup mehr als 200.000 Mitglieder.

Carsharing von Privat zu Privat

Das Konzept funktioniert wie bei den Anbieter Drivy oder CarUnity. Autobesitzer stellen ihre Fahrzeuge auf der online Plattform ein und definieren die Zeiten, die für die Vermietung zur Verfügung stehen. Registrierte Nutzer können die privaten Fahrzeuge reservieren und anmieten. Entweder treffen sich Fahrzeugbesitzer und Mieter, um die Schlüsselübergabe zu regeln oder es wird ein Kit in das Fahrzeug eingebaut, das ein Öffnen und Schließen per Smartphone-App ermöglicht. So können die Fahrzeugbesitzer die Standzeiten der Fahrzeuge teilweise monetarisieren. Abgesichert werden die Fahrten durch eine Ad-hoc Versicherung.

In Deutschland noch kein Durchbruch

In Deutschland konnte sich das Geschäftsmodell noch nicht wirklich durchsetzen. Der Markt hat sich bereinigt und es sind nur zwei Wettbewerber übrig geblieben. Tamyca bietet seine eigene Plattform an und betreibt auch CarUnity von Opel. Drivy kommt ursprünglich aus Frankreich und hat nach der Expansion nach Deutschland den Mitbewerber Autonetzer übernommen.

Mehrere Automobilkonzernen sind in den letzten Monaten Partnerschaften mit Startups im Mobilitätsbereich eingegangen. Die etablierten Konzerne möchten sich so auf eine Zukunft mit autonomen Fahrzeugen und sinkender Nachfrage für privaten Fahrzeugbesitz vorbereiten. Unter anderem hat sich General Motors an Lyft beteiligt und Cruise übernommen, der deutsche Autokonzern Volkswagen ist bei Gett eingestiegen.

Bild: David Ingram (bestimmte Rechte vorbehalten)

Zipcar mit mehr als 1 Millionen Nutzern

Das Carsharing-Unternehmen, das mittlerweile zur Avis Budget Gruppe gehört, hat nach 16 Jahren auf dem Markt die Marke von einer Millionen Kunden überschritten. Laut Zipcar Rechnung hat es dazu geführt, dass 400.000 Fahrzeuge weniger unterwegs sind. Diese Aussage sollte zwar vorsichtig betrachtet werden, aber der Erfolg von ZipCar wird dafür gesorgt haben, das einige Nutzer ihr eigenen Fahrzeug verkaufen oder erst gar kein Auto anschaffen.

400.000 Fahrzeuge von der Straße genommen

Das Unternehmen  wurde von 16 Jahren gegründet und ist ein Pionier der Sharing Economy. Mittlerweile gibt es das Angebot in mehr als 500 Städten in acht Ländern. Es wurde eine Umfrage durchgeführt, bei denen ein Drittel der Nutzer angegeben haben, dass sie ein eigenes Fahrzeug erworben hätten, wenn das Zipcar Angebot nicht existieren würde. Weitere 10% der Nutzer, die an der Umfrage teilgenommen haben, haben angegeben, dass sie ihr Auto verkauft haben, nach dem sie zum Zipcar-Nutzer geworden sind. Beide annahmen zusammen veranlassen das Unternehmen dazu, die Behauptung aufzustellen, dass 400.000 Fahrzeuge von der Straße genommen wurden.

Zipcar Übernahme durch Avis Budget

Im Jahr 2013 wurde ZipCar von dem Mietwagenanbieter Avis Budget übernommen. Das Unternehmen hat damals für einen Preis von 500 Mio. US$ den Besitzer gewechselt. Damals hatte ZipCar 760.000 Nutzer, im Moment wächst die Nutzerzahl  um 10% pro Jahr. Weitere Mietagenkonzerne setzen auch auf Carsharing-Angebote. Sixt und Europcar zählen zu den bekanntesten Beispielen in Deutschland. Europcar beitreibt car2go in einem Joint Venture mit Daimler. Sixt betreibt zusammen mit BMW das Carsharing Angebot DriveNow.

Zipcar betreibt in mehreren Städten ein stationsgebundenes Carsharing-Angebot. In einigen US-Städten werden auch flexiblerer Angebote getestet. In Deutschland ist die Deutsch Bahn Tochter Flinkster mit einem ähnlichen Angebot auf dem Markt. Denn größten Zulauf können aber die free-floating Anbieter DriveNow und car2go verzeichnen. Grund dafür ist die Flexibilität bei der Anmietung und auch die freie Verteilung in den Geschäftsgebieten. DriveNow hat im Juni alleine in Deutschland 1.26 Mio. registrierte Nutzer.

Bild: GetMobility.de (bestimmte Rechte vorbehalten)

Mercedes-Benz hat die Technik von FlightCar gekauft

Fast unbemerkt hat Mercedes-Benz die Technik des Startups FlightCar gekauft. Dieser Schritt wurde bereits im Juli 2016 von FlighCar verkündet. Das Carsharing Startup hat insgesamt 40 Mio. US$ an Finanzierung eingesammelt und war in 12 Städten in den USA aktiv. Bei Daimler ist die Übernahme nun Teil des “Mercedes-Benz Innovation Lab for Mobility Services”, das zu Mercedes-Benz Research & Development North America gehört.

Carsharing am Flughafen

FlightCar hatte einen Carsharing Service angeboten, der sich auf Flughäfen konzentriert hat. Registrierte Nutzer konnten sich die Fahrzeuge privater Fahrzeugbesitzer anmieten, währen die Fahrzeugbesitzer auf Reisen waren. Die Mieter haben sich so Geld im Vergleich zu den herkömmlichen Autovermietungen gesparrt. Die Fahrzeugbesitzer konnten ihr Auto kostenlos am Flughafen abstellen und damit sogar noch Geld verdienen.

Für welchen Betrag die Daimler Tochter das Unternehmen übernommen hat, ist nicht bekannt. Im September 2015 hat FlightCar die letzte Finanzierungsrunde in Höhe von 20 Mio. US$ eingesammelt, damals wurde das Unternehmen anscheinend mit 100 Mio. US$ bewertet. Zuletzt hatte das Startup 90 Mitarbeiter, davon sollen einige mit zu Daimler wechseln, unter anderem auch der Mitgründer und CEO Rujul Zaparde. Laut unterschiedlichen Medienberichten könnte Zaparde auch der einzige Angestellte sein, der zu Mercedes-Benz gewechselt ist.

Prominenten Investoren

In den letzten Jahren wurde das Carsharing-Startup von bekannten Investoren und Business Angels unterstützt. Neben Andreessen Horowitz, GenrGGV Capital, First Round Capital, General Catalyst Partners und Comcast Ventures waren auch SoftBank, Priceline und Tencent beteiligt. Außerdem waren Brian Chesky (von Airbnb), Eduardo Severin (Facebook) und Ashton Kutcher als Business Angel mit an Board.

Das Carsharing Unternehmen wurde bereits 2012 gegründet und ist zu Hochzeiten auf 17 Städte und 150 Mitarbeiter angewachsen. Anscheinend konnte die Qualität des Services das schnelle Wachstum nicht mitgehen. Die Autobesitzer und Nutzer beschwerten sich über den schlechten Service. Bewertungen der Kunden waren häufig negativ.

Schlechte Kundenerfahrungen sorgen für Niedergang

Um dem negativen Trend entgegenzuwirken wurden zu erst fünf Städte geschlossen und danach alle Marketing Aktivitäten eingestellt. Um das ganze Produkt und den Service zu überarbeiten wurde ein Experte von Amazon verpflichtet. Im Mai diesen Jahres wurde eine überarbeitete Version mit neuem Branding, neuer App, neuem Backend und verbessertem Service gestartet. All die angestoßenen Änderungen waren aber zu wenig, um den bevorstehenden Untergang abzuwenden.

Operative Komplexität überschätzt

FlightCar ist nicht das einzige Unternehmen, dass an der operativen Komplexität der Sharing Economy Geschäftsmodelle scheitertet. Erst vor ein paar Tagen hat der on-demand Wäschedienst Wash.io bekannt gegeben, dass das Angebot sofort eingestellt wird. Auch Uber hat realisiert, dass sie die operativen Prozessen noch verbessern können. Deswegen wurde der ehemalige Target CMO Jeffrey Jones verpflichtet, der die Verantwortung für die operativen Prozesse weltweit übernimmt. Je mehr Interaktionen zwischen Unternehmen und Nutzer notwendig sind und desto mehr externe Partner eingebunden sind, desto schwieriger ist es, ein erfolgreiches Sharing Economy Geschäftsmodell aufzubauen.

Interesse der Automobilkonzerne

Daimler ist bereits seit längerem auf dem Markt der alternativen Mobilitätsdienstleistungen aktive. Dir free-floating Carsharing Plattform car2go wurde von dem Automobilkonzern gestartet. Die Taxi-Apps myTaxi und Hailo wurden von Daimler übernommen und mit Moovel wird eine Plattform für multimodale Mobilität entwickelt. Hinzu kommen weitere Beteiligungen, z.B. an dem Limousinendienst Blacklane. Auch andere Konzerne beteiligen sich den neuen Mobilitätsmodellen. General Motors ist an Lyft beteiligt und wollte das Unternehmen anscheinend komplett übernehmen. Volkswagen ist seit Anfang des Jahres an dem Fahrdienst Gett beteiligt.

Bild: Flightcar (alle Rechte vorbehalten)

Opel bringt Maven Carsharing nach Europa

Bisher bietet Opel in Deutschland den Carsharing Dienst CarUnity an, der bereits über 20.000 Nutzer verfügen soll. Bei CarUnity können Fahrzeuge von Privat zu Privat vermietet werden. Demnächst soll der Service Maven hinzukommen, der bereits von der Opel-Mutter General Motors in den USA angeboten wird.

Nicht nur Peer-2-Peer interessant

Opel möchte anscheinend nicht nur auf das Peer-To-Peer Carsharing vertrauen, sondern auch eine Carsharing-Flotte mit eigenen Fahrzeugen auf dem Markt etablieren. Bisher betreiben schon die Autohersteller BMW mit DriveNow und Daimler mit Car2go Carsharing-Plattformen die auf konzerneigenen Fahrzeugen basieren. Volkswagen hatte ebenfalls einen eigenen Service unter dem Namen Quicar angeboten, der aber letztendlich in dem Angebot von GreenWheels aufgegangen ist.

Stationsbasiertes Carsharing

Die Maven genannte Plattform will Opel schon im ersten Halbjahr 2017 in Europa an den Start bringen. Bisher ist wenig über die geplanten Städte, das Kostenmodell und die Fahrzeuge bekannt. Weitere Details dazu sollen im November bekannt gegeben werden.   In den USA werden unterschiedliche Fahrzeugklassen angeboten, vom Kleinwagen bis hin zum SUV mit sieben Setzten. Pro Stunde werden mindestens 8 US$ (ca. 7.10 Euro) fällig.

Zu erwähnen ist, dass Maven als stationsbasiertes Carsharing-System etabliert werden soll. Die Fahrzeuge müssen an festen Stationen angemietet und auch wieder abgegeben werden. Die Systeme von DriveNow und Car2Go sind sogenannte free-floating Angebote, bei denen die Autos im Geschäftsgebiet überall angemietet und abgestellt werden. Auf Grund des Setups als stationsbasiertes System, ist davon auszugehen, dass Maven eher als Mietwagenersatz für längere Fahrten etabliert werden soll.

Opel als Mobilitätsdienstleister

GM trimmt somit auch seine europäischen Töchter in Richtung Mobilitätsdienstleister. Laut Opel-Marketingchefin Tina Müller geht es künftig nicht mehr nur darum, möglichst viele Autos zu verkaufen, sondern darum, möglichst viele Kunden dazu zu bewegen, möglichst viele Kilometer mit Opel Fahrzeugen zu fahren. Der Mutterkonzern General Motors ist in den USA an dem Fahrdienst Lyft beteilig und treibt nach dem Kauf von Cruise die Entwicklung autonomer Fahrzeuge voran, die auch für Carsharing eingesetzt werden können.

Cabify sammelt 120 Mio. US$ ein

Die Spanische on-demand App für Transportdienstleistungen Cabify hat eine Finanzierung in Höhe von 120 Mio. US$ (ca. 105 Mio. Euro) bei einer Bewertung von 320 Mio. US$ (ca. 280 Mio. Euro) eingesammelt. Cabify ist in Spanien und Latein-Amerika aktiv. Die Finanzierung soll für die Expansion auf beiden Kontinenten genutzt werden. Das Angebot kann bisher in 14 Städten genutzt werden. Demnächst sollen weitere in Brasilien und Argentinien hinzukommen.

Die Finanzierungsrunde wird von dem japanischen Rakuten Konzern angeführt. Rakuten hat sich schon in einer der letzten Runden an Cabify beteiligt. Der japanische E-Commerce Konzern besitzt ebenfalls Anteile an dem Uber-Konkurrenten Lyft.

Weltweite Kooperation

In der letzten Zeit haben anderer Taxi- und Fahrdienst Apps strategische Beteiligungen in Mitbewerbern abgeschlossen. So hat sich Didi Kuaidi an Lyft beteiligt. Außerdem sind einige Investoren an mehreren Transport-Apps auf unterschiedlichen Kontinenten beteiligt. Ganz vorne dabei ist zum Beispiel SoftBank. Das Unternehmen ist sowohl an Lyft, Ola und Grab beteiligt. Es sieht so aus, dass sich weder Lyft, Didi oder Softbank an Cabify strategisch beteiligt haben. Trotzdem wollen die Transport-Netzwerke eng kooperieren, um ein weltweites Netz aufzubauen, das Uber die Stirn bieten kann

Die Didi und Lyft Apps sind seit ein paar Tagen verbunden, so dass chinesische Didi Nutzer bei einem Besuch in den USA Lyft über die Didi App buchen können. Ola aus Indien und Grab aus Süd-Ost-Asien sind ebenfalls Teil des grenzübergreifenden Konsortiums. Die Startups teilen sich nicht nur die Investoren, sondern tauschen sich auch über technologische Verbesserungen und Wachstumsmöglichkeiten aus. Dieses Konsortium verfügt noch nicht über einen starken Partner in Europa oder Lateinamerika. Deshalb ist Cabify eine geeignete Ergänzung. Bleibt abzuwarten, ob sich Cabify in Europa weiter ausbreitet oder ob sich das Unternehmen verstärkt auf den Markt in Südamerika beschränkt.

Kooperation mit Autokonzernen der nächste Schritt

Cabify will sich nach dem erfolgreichen Funding auch mit Autokonzernen über Partnerschaften austauschen. Für Automobilkonzerne stellen die neuen Ridesharing-Netzwerke sowohl eine Gefahr als auch eine Chance dar. Durch die Verfügbarkeit der Mitfahrdienste, reduziert sich das Bedürfnis, ein eigenes Auto zu besitzen. Auf der anderen Seite kann durch die Teilnahme am Ridesharing Markt Geld durch den Mobilitätsservice verdient werden. Der amerikanische GM Konzern ist bereits in die Offensive gegangen und hat sich an Lyft mit einer Summe von 500 Mio. US$ beteiligt.

Starkes Wachstum

Bisher hatte Cabify 30 Mio. US$ eigesammelt. Das Unternehmen ist trotz der geringen Summe (im Vergleich zu Uber und Lyft) schnell gewachsen. Im Jahr 2014 hat sich der Umsatz verneunfacht, 2015 immerhin versiebenfacht. In einigen Märkten ist das Unternehmen laut eigenen Angaben profitabel. Cabify hat sich bisher auf Unternehmenskunden fokussiert und konnte so ohne enorme Ausgaben für Werbung schnell wachsen.

Wettbewerber in Spanien sind Hailo und MyTaxi, in Südamerika sind das von Rocket Internet finanzierte Startup EasyTaxi und Uber aktiv. In beiden Ländern existieren natürlich auch lokale Taxiunternehmen, die im Wettbewerb zu den Beförderungs-Apps stehen.

Bild: Cabify (alle Rechte vorbehalten)

Seit 2009 musste Uber 61.9 US$ Strafe zahlen

Seit dem Start im Jahr 2009 musste Uber hohe Summen an Strafe bezahlen. Die Summe von fast 62 Mio. US$ (ca. 54 Mio. Euro) übertrifft die Finanzierung, die einige Uber Konkurrenten bisher erhalten haben. Uber hat bisher mehrere Milliarden US$ eingesammelt und wird aktuell mit 62 Milliarden US$ bewertet. Bisher wurde Uber allein in den USA mehr als 170-mal angeklagt.

„Safe ride fee“ Urteil: 25 Mio. US%$ (22 Mio. Euro)

Status: beigelegt

Im vor kurzem beigelegten Verfahren in Kalifornien hat Uber eingewilligt, seine Marketingstrategie zu ändern. Eine Uber Fahrt wird nicht mehr als sicherste Alternative bezeichnet. Die Fahrerüberprüfung wird nicht mehr als „der Goldstandard“ bezeichnet. Die 1 US$ „Safe ride fee“ wird in Buchungsgebühr umbenannte. Uber wurde vorgeworfen, dass es nicht richtig ist, dass Uber führend bei der Überprüfung der Fahrer ist. Uber hat eingewilligt, 10 Mio. US$ an Strafe zu zahlen. Weitere 15 Mio. US$ werden fällig, wenn sich Uber in den nächsten 2 Jahren nicht an die Vereinbarung hält.

Sammelklage wegen Sicherheitsbedenken: 28.5 Mio. US$ (25 Mio. Euro)

Status: beigelegt

In zwei Sammelklagen, die sich beide mit dem Thema Sicherheit beschäftigt haben, hat Uber eingewilligt, 25 Mio. Euro zu zahlen, um zu einer Einigung zu gelangen. Uber-Nutzer haben gegen Uber geklagt, da sie ihre Sicherheitsgebühr “Safe ride fee” zurück haben wollten. Begründet wurde es mit den missverständlichen Informationen, die Uber über die Sicherheitsgebühr verbreitet hat. Jeder der Kläger hat das Anrecht auf einen kleinen Teil der Summe von 25 Mio. Euro. Uber hat einige PR-Desaster im Bezug auf die Sicherheit erlebt.

Verstöße in Frankreich: 1.3 Mio. US$ (1.2 Mio. €)

Status: beigelegt

Im Januar 2016 wurde Uber in Frankreich zu einer Strafe von 1.2 Mio. Euro verurteilt. Uber wurde verklagt, da die Uber-Fahrer gegen die Regeln des französischen Transportgesetztes verstoßen haben. Wie bei Uber üblich haben sich die Fahrer in den Straßen bereitgehalten, um auf Aufträge zu warten. Dieses Vorgehen ist aber nur für lizensierte Taxi Fahrer zulässig, die für ihre Lizenz bezahlen. Ein vergleichbares Gesetz existiert in Deutschland. Nur Taxis dürfen sich bereithalten, um Fahrgäste aufzunehmen. Mietwagenfahrer müssen zu ihrem Betriebssitz zurück kehren, wenn sie keine im Voraus gebuchte Fahrt haben.

Datenfehler: 7 Mio. US$ (6 Mio. Euro)

Status: beigelegt

Uber hat in Kalifornien gegen die Berichtspflicht der Transportbehörde California Public Utilities Commission verstoßen. Im Januar 2016 haben sich die Behörde und Uber darauf geeinigt, dass Uber 5 Mio. Euro Strafe zahlen muss. Hätte sich Uber geweigert, die Gebühr zu zahlen, wäre es Gefahr gelaufen, die Betriebslizenz zu verlieren. Uber wurde vorgeworfen, nicht genügend Daten über das operative Geschäft geliefert zu haben. Unter anderem wurde Zahlen über Kunden zurückgehalten, die eine Anfrage bezüglich der Beförderung von körperlich eingeschränkten Personen gestellt haben. Über Unfallursachen von Uber-Fahrern wurden auch nicht ausreichend Daten geliefert. Vor ein paar Tagen hat Uber den ersten Transparency-Bericht an die Behörden übermittelt.

Fahrer übernachten in Fahrzeug: 15.000 US$ (13.000 Euro)

Status: beigelegt

Eine bei Uber registrierte Fahrerin hat Uber auf mehr als 13.000 Euro verklagt. Sie hat im ihren Auto gelebt und hat von Uber eine Entschädigung für nicht gezahlten Verdienst, nicht gezahlte Auslagen und fälschlicherweise abgezogene Beträge verlangt. Uber war zwar anderer Meinung, hat sich aber dazu entschlossen, den Fall beizulegen.

Einigung in New York: 20.000 US$ (17.000 Euro)

Status: beigelegt

Im Jahr 2014 hat ein Fall für Aufregung gesorgt. Der General Manger von Uber in New York soll eine Journalistin damit verunsichert haben, dass Uber im God Mode nachverfolgen kann, wohin sie sich bewegt. Daraufhin wurden die Datenschutzregeln bei Uber in einer 14-monatigen Untersuchung unter die Lupe genommen. Als Folge musste Uber die Geo-Daten der Fahrten verschlüsseln.

Auseinandersetzung in Alaska: 78.000 US$ (68.000 Euro)

Status: beigelegt

In Alaska musste Uber 68.000 € Strafe zahlen, da Fahrer fälschlicherweise als unabhängige Vertragspartner und nicht als angestellte Fahrer eingestuft wurden. Die Behörden haben Uber vorgeworfen, dass sich das Unternehmen so Arbeitslosenversicherung, Steuern und Zuschläge spart. Uber war in Anchorage für sechs Monate aktiv. Da keine Einigung mit den Behörden gefunden wurde, wurde der Fahrservice wieder eingestellt.

Tragischer Unfall mit Todesfolge: unbekannte Summe

Status: beigelegt

Silvester 2013 wurde in San Francisco ein Kind von einem Fahrer überfahren und getötet, der zwar keinen Fahrgast an Board hatte, aber in der Uber Fahrer-App online gewesen ist. Uber wollte sich erst darauf berufen, dass der Fahrer keinen Auftrag am Unfallzeitpunkt hatte. In Kalifornien wurde daraufhin ein Gesetz erlassen, das besagt, dass Ridesharing Dienste auch eine Versicherung abschließen müssen, die Fahrer auch zwischen Fahrten versichert.

Massenklage der Fahrer

Status: noch offen

Diese Massenklage könnte weitreichende Folgen für die gesamte Sharing Economy in den USA haben. Uber wurde von Fahrer verklagt, die fordern, dass sie als Angestellte und nicht als unabhängige Partner anerkannt werden. Sie fordern die Rückerstattung von Auslagen, inklusive Benzingeld und Reparaturkosten.

Wenn Uber die Fahrer als Angestellte beschäftigen muss, dann verliert das Unternehmen einen großen Wettbewerbsvorteil. Die Fahrerkosten würden steigen, da Beiträge für Arbeitslosenversicherung und Sozialversicherung fällig wären. Außerdem hätten die Fahrer Anspruch auf die Rückerstattung von Benzingeld.

Insgesamt musste Uber bisher mehr als 60 Mio. US$ Strafe zahlen. Da viele Fällen nach offen sind, wird diese Summe in den nächsten Monaten und Jahren steigen.

Bild: 5chw4r7z (bestimmte Rechte vorbehalten)