Archiv der Kategorie: Mietwagen

Landgericht Frankfurt verhandelt über das Uber-Verbot

Am heutigen Dienstag wird das Landgericht Frankfurt über das Verbot von UberPOP, dem Ridesharing Dienst von Uber verhandelt.  UberPOP wurde per einstweiliger Verfügung vom 25.08.2014 in ganz Deutschland untersagt. In den letzten Tagen haben sowohl einige Politiker, als auch Rechtsanwälte Unterstützung für Uber bekundet.


UPDATE 16.9.2014, 15:00 Uhr: Das Landgericht Frankfurt laut FAZ hat dem Einspruch von Uber stattgegeben und die einstweilige Verfügung aufgehoben. Taxi Deutschland kann gegen die Entscheidung Berufung einlegen, der Fall würde dann vor dem Oberlandesgericht verhandelt werden.


 

Uber selbst hat laut einem Bericht im Handelsblatt (Ausgabe vom 16.9.2014) den ehemaligen Verteidigungsminister und Staatsrechtler Rupert Scholz engagiert, der ein Gutachten für das amerikanische Unternehmen verfasst hat.  In dem Gutachten hält Herr Scholz das Geschäftsmodell von Uber für legal, denn Uber sei kein Beförderungsunternehmen nach Personenbeförderungsgesetz, sondern Technologieanbieter für die Vermittlung der Fahrten. Fahrer und Fahrgast vereinbaren die jeweilige Beförderungsleistung untereinander und der Fahrer ist dafür verantwortlich, die nötigen Genehmigungen zu besitzen. Interessant an dem Argument ist aber, dass Uber kommuniziert, dass Fahrer bei UberPOP keinen Personenbeförderungsschein und keine Konzession benötigen.

Rechtsprofessor Scholz sieht bei den bisherigen Verboten einen Widerspruch zum Grundgesetz, das die Berufsfreiheit schützt. Eine Einschränkung dieses Grundsatzes sei nur zulässig, wenn eine „unmittelbare Gefährdung des Gemeinschaftsgutes“ drohe. Uber stellt laut Scholz keine Gefährdung des Gemeinschaftsgutes dar, das Verbot von Uber ist vielmehr als Konkurrenzschutz für das Taxigewerbe zu sehen.

Bereits am Samstag hat das Wirtschaftsmagazin Wirtschaftswoche einen Bericht veröffentlicht, dass Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine Änderung des Personenbeförderungsgesetztes (PBefG) fordere. In einer Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums heisst es: „Aus wettbewerblicher Sicht halten wir generell eine Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung bestehender Regelungen an die Anforderungen der digitalen Welt und den veränderten Mobilitätsbedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher für erforderlich“ Auch das Justizministerium unterstützt eine Liberalisierung des Taximarkts, der Staatssekretär für Verbraucherschutz wird mit den Worten zitiert: „Mehr Wettbewerb kann zu mehr Angeboten, höherer Qualität und besseren Preisen führen“. Laut verkehrspolitischem Sprecher der Grünen sollten die Regeln der Neuzeit angepasst werd und CDU-Fraktionsvize Michael  Fuchs unterstützt einen frischen Wind in der Taxibranche. Das Bundesverkehrsministerium kommuniziert noch, dass im Moment keine Anpassungen des Personenbeförderungsgesetzes anstehen.

Am morgigen Mittwoch veranstaltet das Berliner Limousinen-Startup Blacklane eine Konferenz zu dem Thema „Mobilität im Wandel – Fortschritt oder Stillstand?“. Bei der Konferenz werden sowohl Vertreter von Uber anwesend sein, als auch Vertreter aus der Politik und aus dem Taxigewerbe. Das drohende Uber-Verbot und die aktuellen Ergebnisse aus der Verhandlung in Frankfurt werden bestimmt Bestandteil der Konferenz sein.

Bild: verbot von Martin Abegglen (via flickr), Lizenz: CC BY-SA 2.0

FlightCar, Anbieter für Peer-to-Peer Carsharing & kostenloses Parken an Flughäfen sammelt 13.5 Mio. US$ ein

Das amerikanische Mobilitäts-Startup FlightCar hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 13.5 Mio. US$ (ca. 10 Mio. €) eingesammelt. Über FlightCar können Autobesitzer ihre Fahrzeuge an Flughäfen vermieten, solange sie unterwegs sind. Dadurch sparen sie sich die Parkgebühren und verdienen sogar noch dabei, wenn sie verreist sind. Die Finanzierung kommt von GGV Capital.

Die Fahrzeuge können auf den Parkplätzen von FlightCar, die sich in der Nähe von Flughäfen befinden, umsonst abgestellt werden. Die Fahrzeuge können dann von Besuchern gemietet werden, dabei ist der Mietpreis für die Fahrzeuge wesentlich geringer, als für einen Mietwagen, der bei den traditionellen Autovermietern, wie Sixt oder Europcar angemietet wird.

Die Fahrzeuge werden vor und nach der Vermietung gereinigt und die Autobesitzer und Fahrzeugmieter werden zwischen den Flughäfen und den Parkplätzen ohne Mehrkosten hin und her gefahren.

Bisher haben sich in den letzten 18 Monaten seit Start 30.000 Nutzer angemeldet und 10.000 Fahrzeuge befinden sich auf der Plattform. Bisher ist FlightCar in San Francisco International Airport, Boston Logan Airport, Los Angeles International Airport verfügbar und bald wird der Service am Seattle-Tacoma International Airport gestartet.

Die Preiste starten bei 25 US$ (ca. 19 €), wenn der Wagen für einen Tag gemietet wird und reduziert sich auf 19 US$ (ca. 14 €) pro Tag, wenn das Fahrzeug für fünf oder mehr Tage gemietet wird. Inklusive sind 100 Meilen am Tag, jede weitere Meile kostet 0.45 US$ (ca. 0.34 €).

Der Fahrzeugbesitzer erhält je nach Fahrzeug und Alter des Fahrzeugs einen Betrag von 0.05 bis 0.20 US$ (ca. 0.04 bis 0.15 €) pro Meile bis 75 Meilen und 40 ct. pro Meile, für jede Meile darüber. Außerdem wird sein Fahrzeug gereinigt und er wird kostenlos zwischen Flughafen und Parkplatz hin und her gefahren. Mit den meisten Fahrzeugen werden weniger als 40 Meilen pro Tag gefahren. Die Fahrzeuge und Fahrten sind mit einer Versicherungssumme von 1 Mio. US$ (ca. 760.000 €) abgedeckt.

GGV hat bereits in GrabTaxi investiert und verfügt über Erfahrung mit Logistikunternehmen, FlighCar hofft, dass das Unternehmen bei der weiteren Expansion davon profitiert. Bisher hat FlighCar 6.5 Mio. US$ (ca. 4.9 Mio. €) eingesammelt, unter anderem von General Catalyst, SoftBank Capital oder First Round Capital. Neben GGV und den genannten VCs sind auch Comcast Ventures und Eduardo Severin, Co-Founder von Facebook, Ashton Kutcher und Brian Chesky mit an Board. FlightCar wurde von Kevin Petrovic und Rujul Zaparde gegründet, Petrovic ist 20 Jahre alt, Zaparde erst 19.

Einen ähnlichen Service in Deutschland bietet Tamyca, das französische Startup Drivy ist ebenfalls mit einem ähnlichen Konzept vor kurzem in Deutschland gestartet. In den USA ist außerdem noch RelayRides aktiv, das Startup hat vor kurzem eine Finanzierung in Höhe von 10 Mio. US$ abgeschlossen.

Peer-to-Peer Mietwagenanbieter RelayRides erhält weitere 10 Mio. US$ Finanzierung

Das Peer-to-Peer Mietwagen-Unternehmen RelayRides hat die im Juli angekündigte 25 Mio. US$ Finanzierungsrunde um zusätzliche 10 Mio. US$ erweitert und kommt jetzt auf eine Gesamtfinanzierung von 54 Mio. US$. Die aktuelle Finanzierung von RelayRides kommt von Trinity Ventures.

Die Finanzierungsrunde wurde erweitert, da weiterhin großes Interesse seitens der Investoren zu spüren war und mehr finanzielle Mittel einen größeren Spielraum für die Expansion lässt. RelayRides will das Geld für die Entwicklung einer nativen Android App nutzen, außerdem soll die geografische Expansion des Services an Flughäfen aggressiver vorangetrieben werden. Das Unternehmen hat bisher nur eine Mietstation am Flughafen in San Francisco, weitere sollen an anderen Flughäfen folgen, um einen besseren Service bieten zu können.

Gestartet ist RelayRides mit einem Modell, das sich auf die Peer-to-Peer Vermietung von Fahrzeugen im innerstädtischen Bereich konzentriert hat. Nach dem FlightCar mit der Vermietung an Flughafen geparkten Privat-Fahrzeugen gestartet ist, wurde das Geschäftsmodell anscheinend um einen ähnlichen Service erweitert. Die deutschen Unternehmen Tamyca und Autonetzer bieten ein ähnliches Modell an. Das französische Pendant Drivy hat vor kurzem ebenfalls eine Finanzierung im Millionenbereich abgeschlossen.

Bild: RelayRides iOS app von RelayRides.com