Category Archives: Mitfahrgelegenheit

Rote Zahlen: Lyft macht Verlust von mehr als 600 Mio. $

Nachdem schon über die Verluste von Uber berichtet wurde, die im abgelaufenen Jahr auf mehr als 3 Milliarden US$ gestiegen sein sollen, sind jetzt auch Zahlen von Konkurrent Lyft an die Öffentlichkeit gelangt. Ein Insider, der namentlich nicht genannt werden möchte, hat die Zahlen an die Presse weitergegeben.

Umsatz wächst schneller als Verlust

Der zweitgrößte Anbieter von Ride-Hailing Diensten in den USA hat trotz starkem Umsatzwachstum einen Verlust von mehr als 600 Mio. US$ angehäuft. Der Umsatz soll im gleichen Zeitraum um 250% auf etwa 700 Mio. US$ angestiegen sein. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Verlust um 46% gestiegen. Der Verlust pro Fahrt ist auf 3.75 US$ gesunken, im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 7.77 US$ pro Fahrt. Während des Jahres hat das Ridesharing Unternehmen den Investoren mitgeteilt, dass der Verlust pro Monat nicht über 50 Mio. US$ liegen wird – an dieses Versprechen hat sich Lyft anscheinend gehalten. Innerhalb der kommenden zwei Jahre will das Unternehmen profitabel werden.

Langfristig mit profitablem Geschäftsmodell?

Bei den hohen Verlusten von Uber und Lyft kommt die Frage auf, ob beide Unternehmen unter den jetzigen Marktbedingungen die Profitabilität erreichen können, ohne zu fusionieren. Beide Unternehmen bezuschussen Fahrer und locken Kunden mit Gutschriften, um ein Wachstum in den USA verzeichnen zu können. Dieser Wachstumskurs ist extrem kapitalintensiv und wird nur aufhören, wenn ein Unternehmen vom Markt verschwindet. Nach einer Fusion können die Fahrpreise angehoben und die Subventionen reduziert werden.

Auch wenn es sich dabei um eine andere Branche handelt, aber ein ähnlicher Trend konnte auf dem deutschen Fernbusmarkt beobachte werden. Zuerst haben sich mehrere Anbieter mit geringen Preisen unterboten, bis die schwächsten Anbieter aufgeben haben. Mittlerweile ist nur noch Flixbus übrig geblieben und die Fahrpreise wurden angehoben.

Lyft wächst schneller in den USA

Konkurrent Uber hat im ersten Quartal 2016 ein positives Ergebnis in den USA erzielt, in den weiteren Quartalen dann aber mehr als 100 Mio. US$ pro Quartal in den USA verloren. Nachdem Uber im ersten Quartal gesehen hat, dass Lyft schneller wächst und weitere Marktanteile gewinnt, wurde auf Angriffsmodus umgeschaltet. Es wurden höhere Summen in Marketing und Subventionen auf Fahrerseite investiert, um wieder schneller auf dem amerikanischen Markt zu wachsen.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

MIT Studie: 3000 Ridesharing Autos können alle Taxis in New York City ersetzen

Eine Forschungsgruppe der Elite-Uni MIT hat eine Studie über den Einfluss von Ridesharing-Diensten veröffentlicht. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass alle 13.000 Taxis in New York City mit 3000 Ridesharing Fahrzeugen ersetzt werden können. Die Anzahl der Fahrzeuge kann also um mehr als 75% reduziert werden, ohne hohe Einbusen bei der Reisezeit zu haben.

Die Studie geht davon aus, dass die Anzahl der Fahrzeuge erheblich reduziert werden kann, wenn sich mehrere Personen ein Fahrzeug für eine Fahrt in die selbe Richtung teilen. Das führt zu weniger Stau, weniger Luftverschmutzung und geringerem Benzinverbrauch.

Taxidaten als Grundlage für Algorithmus

Die Forscher der CSAIL Abteilung des MITs haben Daten von 3 Mio. Taxifahrten für die Studie verwendet und einen entsprechenden Algorithmus entwickelt, um die Simulationen zu erstellen. Das Ergebnis ist ein Algorithmus, mit dem der Zusammenhang zwischen Flottengröße, Kapazität, Wartezeit, Verspätungen und operativen Kosten von unterschiedlichen Fahrzeugtypen untersucht werden kann.

Reduzierung um mehr als 75%

Ein Ergebnis der Simulation ist, dass 3000 viersitzige Fahrzeuge, die zwei bis vier Personen in die gleiche Richtung transportieren die Nachfrage an Taxifahrten zu 98% decken können. Die Effizienz kann durch eine nachfragegesteuerte dynamische Positioniert der freien Fahrzeuge um 20% gesteigert werden. Die durchschnittliche Wartezeit liegt dabei bei guten 2.7 Minuten. Sollten größere Shuttle Fahrzeuge mit bis zu zehn Sitzplätzen zum Einsatz kommen, sind nur 2000 Fahrzeuge nötig, um 95% der Fahrtanfragen zu bedienen.

Vor kurzem hat das deutsche Startup Flott ebenfalls eine Studie über den Einfluss dynamischer Shuttle Diensten veröffentlicht. Flott hat am Beispiel Hamburg simuliert, dass sich die Anzahl von Fahrzeugen drastisch reduzieren lässt, wenn ein intelligentes und dynamische Shuttle System etabliert wird. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Fahrzeuge um 97% reduziert werden kann und die Fahrgäste auch noch schneller ans Ziel befördert werden können, da Staus und Parkplatzsuche wegfallen.

Ridesharing mit enormen positiven Einfluss

Beide Studien zeigen, dass intelligente Fahrdienste einen enormen Einfluss auf die Mobilität in Städte haben werden. Neben Reduzierung von Staus, Luftverschmutzung und Energieverbrauch, können sich Shuttle- und Ridesharing Dienste auch positiv auf das Stadtbild auswirken. Interessant wird auch der Einsatz von autonomen Shuttles sein, die elektrisch betrieben werden.

Bild: Malinda Rathnayake (bestimmte Rechte vorbehalten)

Toyota gründet Plattform für Mobilitätsdienstleistungen

Vor kurzem hat sich der japanische Automobilkonzern Toyota an der amerikanischen Peer-2-Peer Carsharing Plattform Getaround beteiligt. In einer Meldung veröffentlicht Toyota jetzt den Plan für den Start einer Mobilitätsplattform, die mehrere Services verknüpfen soll. Es werden Flotten- und Servicebetreiber sowie  Versicherungen direkt mit eingebunden. Ein erstes Pilotprojekt soll 2017 mit dem US-Startup Getaround in San Francisco gestartet werden.

Die neue Plattform ergänzt und erweitert Geschäftsmodule wie Flottenmanagement-Systeme und Leasing-Programme speziell für die Anbieter von Mobilitätsdiensten. Der Betreiber kann einzelne oder alle Funktionen auswählen und nutzen. „Wir arbeiten als Anbieter einer Mobilitätsplattform mit verschiedenen Unternehmen und Dienstleistern zusammen, um unseren Kunden eine sicherere und komfortablere Fortbewegung zu ermöglichen“, erläutert Shigeki Tomoyama, Präsident der Connected Company von Toyota.

Ein Teil der neuen Plattform ist eine sogenannte Smart Key Box. Sie wird im Fahrzeug platziert und soll so den Autoschlüssel ersetzen. Die Smart Key Box ist in der Lage, via Bluetooth Low Energy Signalen mit Smartphones zu kommunizieren. In Verbindung mit autorisierten Smartphone Apps können die Fahrzeugtüren geöffnet und der Motor gestartet werden. Die Box soll sich ohne großen Aufwand integriere lassen und ist vor allem für privates Carsharing interessant. Car-Sharing-Anbieter müssen dadurch weder eine Abholstation für den Schlüssel betreiben noch Änderungen an der Motorsteuerung vornehmen.

Einen ersten Feldversuch startet Toyota gemeinsam mit dem US-amerikanischen Car-Sharing-Dienst Getaround, an dem der Konzern über ein strategisches Investment beteiligt ist. Beide Unternehmen wollen ab Januar 2017 die Vorzüge der neuen Schlüsselbox in der Metropolregion San Francisco testen. „Unser Ziel bei Getaround war schon immer, Car-Sharing immer und überall zu ermöglichen. Die Kombination unserer Erfahrung und Car-Sharing-Technologien mit den Toyota Mobilitätsdienstleistungen eröffnet Toyota Kunden und dem rasant wachsenden Car-Sharing-Markt neue Möglichkeiten“, erklärt Sam Zaid, Gründer und CEO von Getaround.

Eine Smart Key Box wird bereits von dem europäischen peer-to-peer Carsharing Anbieter Drivy angeboten, dort heißt das Angebot Drivy Open. Die von Daimler gestartete private Carsharing Plattform Croove verzichtet vorerst auf eine digitale Schlüsselbox. Zu einem späteren Zeitpunkt soll diee auch dort verfügbar sein.

Bild: Toyota (alle Rechte vorbehalten)

Shuttle Service GoOpti sammelt 4.4 Mio. Euro ein

Das Startup GoOpti betreibt einen Shuttle Service in Europa und konzentriert sich dabei auf Fahrgäste, die von kleineren europäischen Städten zu größeren Flughäfen gebracht werden wollen. Um weiter wachsen zu können, hat das Startup eine Finanzierung in Höhe von 4.4 Mio. Euro abgeschlossen.

Das Unternehmen baut einen Marktplatz für Nutzer, die in einer Stadt mit schlechten Flugverbindungen wohnen. Dort existiert entweder gar kein Flughafen oder ein Flughafen mit wenigen teuren Direktverbindungen. Bisher fahren viele Personen mit diesem Problem zum nächst größeren Drehkreuz mit dem eigenen Auto oder lassen sich von Freuden oder Familie fahren. Das kann hohe Kosten für Benzin, Parkgebühren, Autobahngebühren usw. mit sich bringen. Genau hier greift GoOpti mit seiner Lösung an. Der dynamische Shuttle Service gruppiert Passagiere, die zu einer ähnlichen Zeit am Flughafen sein müssen und auf einer sinnvollen Route eingesammelt werden können. Auf der einen Seite werden so die Kosten für die Fahrgäste gesenkt, auf der anderen Seite erhalten die bestehenden Shuttle Services mehr Aufträge.

Flughafen Shuttle mussten in der Vergangenheit per Telefon oder E-Mail bestellt werden, was aus Kundensicht aufwändiger ist. Die Fahrdienstanbieter mit Minibussen haben sich in der Vergangenheit auf kleinere Gruppen und Geschäftsreisende fokussiert. Außerdem sind die Fahrer gleichzeitig die Manager des Services, was zu einer hohen Arbeitsbelastung führt. Mit der GoOpti Lösung erhalten die Betreiber der Minivans Zugang zu einer neuen Kundengruppe, die in der Vergangenheit auf Individualverkehr gesetzt hat aber an Kostenersparnissen interessiert ist. Durch die Automatisierung wird sich auch die Arbeitsbelastung reduzieren.

Der Marktplatz von GoOpti scheint auf den ersten Blick viele Vorteile für Fahrer und Fahrgäste zu bieten, in dem auf beiden Seiten der Aufwand reduziert wird.

Das Startup ist bisher in einigen europäischen Ländern aktiv, darunter Deutschland, Italien, Österreich, Ungarn und Slovenien. Ein Teil des Investments kommt von einem Fond der Europäischen Union. Auch der Berliner Geldgeber Point Nine Capital hat sich an dem Fahrdienst beteiligt. Die Finanzierung soll für die weitere Expansion genutzt werden.

Einige Startups beschäftigen sich mit dynamischen Shuttle Lösungen. Allygator Shuttle aus Berlin will einen dynamischen Shuttle für innerstädtischen Verkehr etablieren. Flinc hat vor kurzem seine Pläne für flott Bekanntgegeben.

Bild: GoOpti (alle Rechte vorbehalten)

Spiri will Shuttle Service mit Elektroautos starten

Das dänische Startup Spiri will den teilweise wenig effizienten öffentlichen Nahverkehr revolutionieren, in dem ein dynamischer on-demand Mitfahrservice gestartet werden soll. Das Startup will nicht nur die Plattform dafür anbieten, sonder entwickelt auch die passenden Fahrzeuge dafür. Der Service solle 2017 starten und zu erst sollen Nutzer als Fahrer eingesetzt werden. Im Gegenzug dafür bekommen sie ein Kontingent an Freifahrten.

Die Fahrer können die Fahrzeuge von Spiri umsonst nutzen, müssen aber Passagiere auf dem Weg mitnehmen und an deren Ziel wieder absetzen. Die Passagiere werden nur für die Betriebskosten der Fahrzeuge zahlen. Das heißt, es sind geringe Fahrtkosten zu erwarten, die sich auf dem Level des öffentlichen Nahverkehrs bewegen. Um die Fahrten zu vermitteln, arbeitet Spiri vorerst mit Drivr zusammen, einer Plattform für Fahrdienste.

Spiri setzt auf ultraleicht Elektrofahrzeuge

Die Fahrzeuge werden als “Ultra-Light Electric” bezeichnet. Dabei handelt es sich um Minivans mit mehreren Sitzen, die über eine hohe Energieeffizienz verfügen sollen. Die Energieeffizienz soll im Vergleich zu den auf dem Markt erhältlichen Modellen um 50% besser sein. Hauptgrund dafür ist der Einsatz von Leichtbau-Materialien und der Verzicht auf Zusatzausstattung. Es sollen nur 25% der Anzahl an Teilen verbaut werden, die in einem herkömmlichen Fahrzeug verbaut sind. Der Verzicht auf Zusatzausstattung beschleunigt auch die Entwicklungszeit der Fahrzeuge. Das endgültige Design ist noch nicht bekannt, die Entwicklung ist vor einem Jahr gestartet. Mit an Board sind Experten, die favor bei BMW, Tesla, Aston Martin oder DriveNow gearbeitet haben.

Autonome Fahrzeuge kommen später

Zu einem späteren Zeitpunkt sollen selbstfahrende Autos zum Einsatz kommen. Ein Test der selbstfahrenden Autos ist bereits für das kommende Jahr geplant. Spiri ist nicht das einzige ambitioniertes Startup im Bereich der dynamischen Mobilitätsdienstleister. Mehrere Unternehmen wollen einen dynamischen Shuttle Service aufbauen. In Deutschland ist vor kurzen Allygator Shuttle gestartet und CleverShuttle bietet seinen Fahrservice auch in einer Testphase an. Der größte Anbieter ist Via, in 2 US Städten wurden bereits mehr als vier Millionen Fahrten durchgeführt.

Bild: Spiri.io (alle Rechte vorbehalten)

Google Maps verlinkt jetzt auch auf Lyft und Gett

Bisher konnte über die Google Maps App nicht der Service von Lyft gebucht werden. Wahrscheinlich aus dem Grund, dass Google und Uber eine enge Geschäftsbeziehung gepflegt haben und Google sogar als Investor bei Uber mit an Board ist. Mit dieser Exklusivität ist es jetzt vorbei und amerikanische Google Maps Nutzer sehen auch das Angebot von Lyft in der App. Mehrere Anzeichen haben in den letzten Wochen darauf hingedeutet, dass sich der Wettbewerb zwischen Uber und Google verschärft.

Lyft und Gett in Google Maps in den USA

Neben Lyft wird auch das Angebot von Gett in der App zu sehen sein. Nutzer der Kartenapp sehen die Angebote der Fahrdienste als Alternative zu den bisherigen Optionen: Navigation mit Auto, Navigation zu Fuß oder mit dem Fahrrad und Routen mit dem öffentlichen Nahverkehr. Millionen von Nutzern sehen in der Navi-App nun auch die Fahrpreise von Lyft und Gett für die eingegebene Strecke. Dabei erscheint die Variante mit dem günstigsten Fahrpreis zu erst, was einen erheblichen Einfluss auf die Conversion-Rate haben dürfte.

MyTaxi als Option in Google Maps in Deutschland

In Deutschland ist under anderem MyTaxi als Option in Google Maps gelistet. Mit einem Klick auf die Anzeige wird die MyTaxi App geöffnet und die Fahrt kann gebucht werden. Die Integration von Fahrdiensten in Google Maps ist in 60 Ländern aktiv, 9 Partnerunternehmen sind dafür eingebunden. Gestartet wurde die Integration von Fahrdiensten in Google Maps bereits im Jahr 2014.

Uber und Google werden zu Konkurrenten

Uber und Google entwickeln jeweils eigene Varianten von selbstfahrenden Fahrzeugen. Selbstfahrende Fahrzeuge gelten als Zukunft des Carsharings und der Fahrdienste. Außerdem hat Google über sein Tochterunternehmen Waze einen eigenen Ridesharing-Dienst getestet, der jetzt weiter ausgerollt werden soll. Dieser Ridesharing Service tritt in direkte Konkurrenz zu dem Uber-Angebot. In der Vergangenheit hat Uber bei seinen Apps und dem Routing auf Google Maps Daten gesetzt, mittlerweile entwickelt ein eigenes Team die Kartendaten für die zukünftige Nutzung.

Bild: Google (alle Rechte vorbehalten)

Ford übernimmt on-demand Shuttle Service Chariot

Das Interesse der Automobilkonzerne an innovativen Mobilitätsdienstleistern steigt weiter. Ford Smart Mobility, ein Tochterunternehmen des Ford Konzerns, hat das on-demand Shuttle Startup Chariot übernommen. Ford Smart Mobiltiy wurde ins Leben gerufen, damit innerhalb des Ford Konzerns innovative Mobilitätsangebote entwickelt und betrieben werden können. In Kansas City testet Ford ein ähnliches Angebot in Kooperation mit Bridj.

Dynamischer Shuttle Service von Chariot

Chariot bietet einen dynamischen Shuttle Service, der über eine App gebucht werden kann. Die Routen und Stops werden je nach Nutzeranfragen erstellt. Ziel ist es, einen Fahrservice anzubieten, der sich kostentechnisch auf dem Niveau des öffentlichen Nahverkehrs bewegt. Gleichzeitig soll der Service die Fahrgäste aber schneller ans Ziel bringen. Bequemer ist der Bus-Ersatz auch noch, da der Weg zur “Haltestelle” kürzer ist.

Expansion mit Schlagkraft von Ford

Chariot wurde 2014 gegründet uns setzt seit Anfang an auf Minibusse von Ford. Es ist nicht bekannt, für welchen Preis das Unternehmen übernommen wurde. Bisher wurden lediglich 3 Mio. US$ in einer Seed-Finanzierung eingesammelt. Im Moment werden ca. 100 Ford Transit mit 15 Sitzplätzen eingesetzt. Die Fahrzeuge werden auf fast 30 Routen in San Francisco eingesetzt. Der Service soll weiterhin unverändert angeboten werden.

Die Schlagkraft von Ford soll genutzt werden, um den Fahrdienst schneller in weiteren Städten zu etablieren. Dabei soll der Service nicht nur in den USA angeboten werden, eine globale Expansion ist auch geplant. Chariot will jetzt aggressiv durchstarten und in den nächsten 18 Monaten mindestens fünf weitere Märkte starten. Der öffentliche Nahverkehr ist in den meisten Städten stark reguliert. Die guten Kontakten von Ford zu den Regierungen und Behörden in vielen Ländern und Städten weltweit sollen bei einer Expansion helfen.

Weitere Automobilkonzerne betreiben Mobilitätskonzepte

Ford ist nicht der einzige Autobauer, der im Bereich von Mobilitätsdienstleistungen aktiv ist. Volkswagen hat sich vor kurzem an dem Fahrdienst Gett beteiligt. Der Daimler-Konzern betreibt mit Hailo und myTaxi im Moment noch zwei Taxi-Apps. Außerdem wurde die Technologie des Carsharing-Anbieters FlightCar übernommen und mit car2go eine Carsharing-Plattform betrieben. Langfristig wollen die Hersteller eine Plattform für den Betrieb von autonomen Fahrzeugen aufbauen.

Bild: Ford (alle Rechte vorbehalten)

Didi Chuxing und Uber: Der Krieg in China ist beendet

Heute geht es Schlag auf Schlag. Blacklane verkündet, dass weiter Millionen von Daimler eingesammelt wurden (Bericht folgt), der Shuttle-Service Allygator Shuttle wird ab Freitag durch Berlin fahren und Uber verkauft sein China Geschäft an Didi Chuxing. In den vergangenen Wochen war schon mehrmals über eine Fusion berichtet worden.

Teurer Preiskampf endet

Mit dem Verkauf von Uber China and Didi Chuxing endet ein teurer Preiskampf im bevölkerungsreichsten Land der Erde. Außerdem bietet der Verkauf die Chance, dass sich Uber auf andere Märte fokussieren und ein möglichen Börsengang vorbereiten kann. Der Wettbewerb in China hat jährlich mehr als eine Milliarde US$ an Verlust generiert.

Ich kann mich noch daran Erinnern, wie Uber China im Jahr 2013 gestartet wurde. In Shanghai waren die Fahrzeuge nur im Französischen Viertel unterwegs. Auf Werbung wurde verzichtet, da Uber Angst hatte, dass der Fahrservice sofort verboten wird, wenn zu viel Aufmerksamkeit bei den Behörden erzeugt wird.

Didi wird Uber Investor

Didi Übernimmt das China Geschäft von Uber und investiert gleichzeitig eine Milliarde US$ in das globale Geschäft von Uber. Uber Technologies und die anderen Anteilseigner von Uber China halte nach dem Zusammenschluss 20% an dem fusionierten Unternehmen. Uber Chef Travis Kalanick wir dem Aufsichtsrat von Didi beitreten und Didi Gründer Cheng Wei dem von Uber. Didi übernimmt die Marke von Uber, das operative Geschäft inklusive Angestellte und die Daten.

Uber ist profitabel in den USA und Kanada. In den meisten anderen Märkten verliert Uber weiterhin Geld, da diese Märkte noch aufgebaut werden müssen. Die großen Verluste in China sind auch ein Grund dafür dass Uber bisher keinen Börsengang gewagt hat. Laut dem Universitätsprofessor Arun Sundararajan waren die hohen Verluste in China eine existenzbedrohende Gefahr für das gesamte operative Geschäft für Uber. Kurzfristig scheint der Verkauf als Niederlage, langfristig wird es das Unternehmen aber stärken, da es sich auf die anderen Märkte konzentrieren kann.

Partnerschaft mit lokalen Uber Kontrahenten

Didi wird nach dem Deal mit 35 Milliarden US$ bewertet. Der 20% Anteil von Uber und den anderen Uber China Investoren wird somit mit 7 Milliarden US$ bewertet. Bei eine der letzten Finanzierungsrunden wurde das China Geschäft mit 8 Milliarden US$ bewertet. Uber Technologies wurde zuvor mit 68 Milliarden US$ bewertet. Didi hat sich in den letzten Jahren an Lyft, Ola und Grab Taxi beteiligt, um einen Fuß in den Markt anderer Länder und Regionen zu bekommen. Bleibt abzuwarten, wie sich diese Partnerschaften nach dem Investment in Uber entwickeln. Didi hat angekündigt, weiterhin mit den lokalen Partner zusammen zuarbeiten. Uber wird nach dem Zusammenschluss die Möglichkeit bekommen, weitere Details über die lokalen Wettbewerber in Erfahrung zu bringen.

Didi Chuxing ist aus der Fusion von Didi und Kuaidi hervorgegangen. Erst in diesem Jahr hat sich Apple mit einer Milliarde an Didi Chuxing bei einer Bewertung von 28 Milliarden US$  beteiligt. Dem Unternehmen spielt auch in die Karten, dass die Chinesische Regierung ein neues Gesetz erlassen hat, das Fahrdienste erlaubt. Didi muss es jetzt schaffen, das Geschäft mit den Mitfahrgelegenheiten in die Gewinnzone zu bringen. Bisher wurden nur Verluste generiert, aber nur ein profitables Geschäft wird nachhaltig sein.

Bild: iphonedigital / Flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

UberX Berlin: Ein Erfahrungsbericht

Das amerikanische Unternehmen Uber hat vor ein paar Wochen den Fahrservice UberX in Berlin gestartet. In den letzten Wochen war es sehr schwer ein UberX Fahrzeug zu erwischen, nach etlichen Versuchen hat es am vergangenen Mittwoch geklappt. In einem kurzen Beitrag möchte ich meine Erfahrung schildern.

Die bisherige Geschichte von Uber

Uber hat in den letzten Jahren mehrere Rückschläge in Deutschland einstecken müssen. Zuerst wurde im Jahr 2013 der Service UberBlack gestartet, der im Vergleich zu anderen Städten langsam gewachsen ist. Nachdem Wundercar mit einem Mitfahrservice mit privaten Fahrern gestartet ist, ist Uber mit einem vergleichbaren Angebot unter dem Namen UberPOP gestartet. Wir haben damals als erstes darüber berichtet. Im Zuge einer deutschlandweiten Klage konnten UberPOP nicht mehr zu ursprünglichen Konditionen angeboten werden.

Nach kurzer Zeit wurde der UberPOP Service wieder eingestellt, da ein Fahrpreis von 35 ct. pro Kilometer nicht wirtschaftlich ist. In Berlin musste der UberBlack Service ebenfalls eingestellt werden, da ein Gericht festgestellt hat, dass der Service gegen die Rückkehrpflicht verstoßen hat. Um weiterhin in Berlin aktiv sein zu können, wurde der UberTaxi gestartet. Wie der Name schon sagt, sind bei UberTaxi normale Taxis unterwegs. Laut Uber wurde seit dem Verbot von UberBlack einiges unternommen, um mit UberX nicht gegen das Personenbeförderungsgesetz zu verstoßen.

Subunternehmer

Um UberX anbieten zu können, hat sich Uber mit dem Unternehmen MyChauffeur zusammengetan. MyChauffeur ist ein bekannter Player im Berliner Taximarkt. Der Eigentümer von MyChauffeur betreibt unter anderen Namen eine Taxi-Schule, einen eigenen Taxi-Betriebt und mehr. Uber vermittelt alle Fahrten an MyChauffeur, um somit als reiner Vermittler auftreten zu können. MyChauffeur ist dafür verantwortlich, dass die Aufträge Gesetzes-konform ausgeführt werden.

Sub-Subunternehmer

Mein UberX-Fahrer war nicht direkt bei MyChauffeur angestellt sondern ein selbstständiger Unternehmer. Er erhält von MyChauffeur die Aufträge und führt sie durch. Laut seiner Aussage hat er mit Uber direkt keinen Kontakt. Geld verdienen kann man mit UberX laut seiner Aussage nicht. Er Fährt am Ende des Tages für Uber, um seinen Umsatz, den er hauptsächlich mit MyDriver macht, aufzubessern. MyChauffeur hat anscheinend 150 neue E-Klassen angeschafft, setzt diese aber im Moment lieber bei Blacklane und MyDriver ein, da bei diesen Plattformen der Umsatz höher ist. Der Betriebssitz von MyChauffeur befindet sich in der Chausseestrasse, alle Fahrzeuge, die von dort starten, dürften dem Unternehmen direkt zugeordnet werden.

Ablauf der UberX Fahrtvergabe

Um die Vermittlung der Fahrten Gesetzes-konform abzubilden, erhält der Unternehmen eine Email an den Betriebssitz geschickt. Der Fahrauftrag muss laut Gesetz schriftlich im Betriebssitz eingehen. In der Email befindet sich ein Link, über den der Unternehmer die Fahrt annehmen muss. Erst dann ist die Fahrt in der App angenommen und dem Fahrgast wird angezeigt, dass der Fahrer die Fahrt angenommen hat und auf dem Weg ist.  Der Kunde bekommt das zu spüren, in dem es länger dauert, bis die Fahrt in der Kunden-App als angenommen erscheint.

In meinem Fall hat der Sohn des Fahrers im Büro gearbeitet, die Fahrt via Email angenommen und dem Fahrer per SMS die Daten übermittelt. Danach hat sich der Fahrer auf den Weg zu mir gemacht und mich abgeholt. Nachdem der Fahrer mich abgesetzt hatte, hat er sich aus der Fahrer-App abgemeldet, mit der Begründung dass er erst wieder zu seinem Betriebssitz fahren muss. Er meinte aber auch, dass ich ein paar Minuten warten müsse, dann könnte ich ihn wieder buchen.

Mir ist nicht ganz klar, wie vermieden werden soll, dass ein Fahrer im Auto auf den Bestätigungs-Link in der Email klickt um danach den Fahrgast zu transportieren. Das würde das Personenbeförderungsgesetz umgehen, das sagt, dass ein Auftrag schriftlich im Betriebssitz eingehen muss.

Fazit

MyChauffeur leitet Aufträge auch an Subunternehmen weiter. Für Uber könnte es in diesem Setup schwierig sein, die Qualität zu halten, da ein Durchgreifen über mehrere Ebenen schwierig ist. Für MyChauffeur und die angeschlossenen Unternehmer wird es bei den Preisen schwierig sein, ein profitables Geschäft aufzubauen, da immer wieder zum Betriebssitz gefahren werden muss. Die Verfügbarkeit muss besser und die Anfahrtswege müssen kürzer werden, um eine attraktive Alternative zum Taxi aufzubauen.

Der Fahrer war sehr freundlich und aufgeschlossen, das Fahrzeug eine saubere E-Klasse älteren Baujahres (W211). Wenn Uber meinen Account wieder freigibt und die Verfügbarkeit besser wird, werde ich UberX auf jeden Fall häufiger nutzen.

Bild: nakhon100 / flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

New York: Taxis noch mit doppelt so vielen Fahrten wie Uber

Die Taxi and Limousine Commission hat aktuelle Daten über die Zahl der Taxifahrten in New York veröffentlich. Im April diesen Jahres wurden 11.1 Millionen Taxifahrten in New York durchgeführt, das sind etwa 400.000 Fahrten am Tag. Im Vergleich zum April 2015 ist das Volumen an Taxifahrten um 9% zurück gegangen. Eine Analyse von Morgan Stanley hat ergeben, dass Uber im April diesen Jahres die Hälfte an Fahrten durchgeführt hat.

Uber holt auf

Uber befindet sich damit weiter auf Wachstumskurs. Das Ridesharing-Unternehmen kann ein Wachstum von 121% vorweisen. Im April diesen Jahres wurden 4.7 Millionen Fahrten durchgeführt, im April letzten Jahres belief sich das Volumen auf ca. 2.2 Millionen Fahrten pro Monat in New York City. Anscheinend sind bei Uber aber genau so viele Fahrer unterwegs, wie in den Taxi-Netzwerken. Das deutet darauf hin, dass die Taxi-Unternehmen viel effizienter als Uber arbeiten. New Yorker Taxifahrer führen pro Woche also doppelt so viele Fahrten durch, als Uber Fahrer. Laut Morgan Stanley kommen Uber Fahrer auf 44 Fahrten pro Woche, also sechs bis sieben pro Tag. Taxi Fahrer kommen auf 91 Fahrten pro Woche, oder 13 pro Tag .

Man muss auch hinzufügen, dass die meisten Taxifahrer auch erst die Mietkosten für das Taxi abbezahlen müssen, bevor sie Geld verdienen. Eine Taxilizenz in New York ist extrem teuer, deswegen sind auch die Mietkosten für ein Taxi hoch. Diese Kosten führen dazu, dass Taxifahrer einer höheren Arbeitsbelastung ausgesetzt sind.

Die Morgan Stanley Analyse zählt jeden UberPool Fahrgast als Einzelfahrt. Wenn sich z.B. zwei unbekannte Fahrgäste ein Fahrzeug teilen, zählt das als eine Fahrt. Das Taxinetzwerk in New York verfügt über kein Anbot, bei dem sich mehrere unbekannte Fahrgäste ein Fahrzeug teilen können. Ein Taxifahrer führt also tatsächlich im Schnitt 91 Fahrten pro Woche durch, während ein Uber-Fahrer im Schnitt auch auf weniger als 44 Fahrten pro Woche kommen kann.

Auch Lyft mit starkem Wachstum

Lyft, ein weiterer Fahrdienst, der in den USA den Taxifahrern das Leben schwer machen will, kam im April auf 750.000 Fahrten. Das entspricht einem Wachstum von 871% im Vergleich zum Vorjahr. Lyft Kommt damit auf 4 Prozent Marktanteil in New York City. Uber liegt bei einem Drittel.

Wenn es um die Auslastung geht, liegt die Shuttle-App Via vorne. Bei Via sind pro Woche im Schnitt 1023 Fahrer aktiv. Jeder dieser Fahrer führt pro Woche 108 Fahrten durch. Ein Via Fahrer kann bis zu 5 Fahrgäste einsammeln, jeder einzelne Fahrgast zählt als eine Tour.

Bild: Taxis von Juan Luis (bestimmte Rechte vorbehalten)