Archiv der Kategorie: Mitfahrgelegenheit

Lyft in Zahlen: Lyft Line für Mehrheit der Fahrten in San Francisco verantwortlich, Umsätze 2015 & 2016

Kurz nach der letzten Finanzierungsrunde gibt Lyft CEO Logan Green laut VentureBeat auf der SXSW Konferenz bekannt, dass die meisten Fahrten in San Francisco über den Service Lyft Line gebucht werden.

Bei Lyft Line teilen sich Fahrgäste, die in die gleiche Richtung unterwegs sind, ein Lyft Ridesharing Fahrzeug. Das günstige Angebot ist zum beliebtesten Angebot von Lyft seit dem Start vor sechs Monaten geworden. Insgesamt ist Lyft um 500% im Jahr 2014 in den USA gewachsen, in den meisten Städten dürfte der Service noch nicht profitabel sein.

In der Keynote-Präsentation geht Green auch auf die Verwendung der Mittel aus der letzten Finanzierungsrunde ein. Der Betrag soll dazu genutzt werden, das Fahrernetzwerk auszubauen.

Internationalisierung von Lyft

Angesprochen auf die Internationalisierung von Lyft hält sich der CEO noch sehr bedeckt. Man lerne laut Green sehr viel von internationalen Wettbewerbern. Wenn Lyft expandiert, soll nicht einfach ein Taxi Service gestartet werden, vielmehr sollen alle Teile, die Lyft so einzigartig machen, in die internationalen Märkte expandiert werden. Green sieht den Marktanteil von Konkurrent Uber in den meisten internationalen Städten als sehr gering an und ist der Meinung, dass die Internationalisierungsstrategie von Uber nicht funktioniert.

Wie wird sich Lyft im Jahr 2015 entwickeln?

TechCrunch hat einen interessanten Artikel veröffentlicht, wie sich die Zahlen von Lyft 2015 entwickeln werden. 2015 soll mehr als 1 Milliarde US$ Außenumsatz generiert werden, im Jahr 2016 soll der Service profitabel arbeiten.

Umsatzprognose 2015-16 von Ridesharing Dienst Lyft
Umsatzprognose 2015-16 von Ridesharing Dienst Lyft

In diesem Jahr sollen 1.2 Milliarden US$ Außenumsatz generiert werden, geht man davon aus, dass Lyft davon 20 – 25% einbehält und den Rest an die Fahrer auszahlt, bleiben davon etwa 300 Mio. US$ übrig.

Der Umsatz wird zwischen dem klassischen Lyft Service und dem Lyft Line Service, bei dem sich mehrere Fahrgäste ein Auto mit Fahrer teilen, gesplittet. Über Lyft Line sollen im Jahr 2015 40 Mio. US$ generiert werden, über den normalen Lyft Service mehr als 250 Mio. US$. Zusammen ergibt das die 300 Mio. US$, die das Unternehmen als Ziel ausgegeben hat. Im Vergleich dazu, der Konkurrent Uber hat bereits im Jahr 2013 eine jährliche Runrate von 1.2 Milliarden US$ erzielt. Lyft is also was den Umsatz betrifft etwa 2 Jahre hinter Uber.

Im Jahr 2016 soll sich der Umsatz mehr als verdoppeln, es wird ein Außenumsatz von 2.7 Milliarden US$ angestrebt, davon sollen ca. 700 Mio. US$ bei Lyft verbleiben. Der Großteil des Umsatzes soll weiterhin durch den normalen Lyft Service erzielt werden, nämlich 80%. Die restlichen 20 % sollen durch den Lyft Line Service generiert werden.

Wie viele Fahrten werden abgewickelt?

Das Unternehmen geht davon aus, dass Ende des Jahres 13 Mio. Fahrten pro Monat durchgeführt werden, am Anfang des Jahres wurden etwa 2.5 Mio. Fahrten pro Monat durchgeführt. Im Vergleich dazu: Über die Uber-Plattform wurden Ende des letzten Jahres etwa 3.4 Mio. Fahrten pro Monat durchgeführt, im Moment dürften es um die 15 Mio. Fahrten pro Monat sein.

Im Jahr 2015 sollen etwa 90 Mio. potentielle Fahrgäste in den USA angesprochen werden, 2016 sollen es 205 Mio. Fahrgäste sein.

Welche Kosten fallen an?

Lyft unterscheidet auf Kostenseite zwischen Kosten für Kreditkartengebühren, Versicherungen, Steuern und Kosten, um das Geschäft am Laufen zu halten. Dem gegenüber stehen die Kosten für die Akquisition der Fahrgäste und Fahrer.

Nach Abzug des ersten Kostenblocks geht Lyft davon aus, dass im Jahr 2015 170 Mio. US$ Gewinn erwirtschaftet werden, 2016 sollen es 400 Mio. US$ sein.

Wie schon erwähnt, diese Berechnung bezieht keine Kosten für Fahrer-Recruiting und Marketing auf Kostenseite mit ein. Lyft erwartet, dass das Unternehmen im Jahr 2015 150 Mio. US$ für die Akquise von neuen Kunden ausgeben wird und zusätzliche 50 Mio. US$, um neue Fahrer an Board zu holen.

Zusammengefasst geht Lyft davon aus, dass im Jahr 2015 ein Verlust von 30 Mio. US$ anfallen wird, ein Jahr später sollen 250 Mio. US$ Gewinn erwirtschaftet werden.

Das war die Woche: Postbus, Uber kauft zu, Blacklane wird in Amadeus implementiert

Nachrichtenübersicht: Aus ADAC Postbus wird Postbus. Erfolg für Blacklane, der Fahrservice wird bei Amadeus implementiert. Uber kauft Kartenservice deCarta, um unabhängiger von Google und Apple Maps zu werden.

Aus ADAC Postbus wird Postbus

Nach dem Ausstieg des ADACs aus dem Gemeinschaftsprojekt mit der Deutschen Post wird aus ADAC Postbus die Marke Postbus. Ab Mai 2015 wird ausserdem das Liniennetz erweitert, statt wie bisher 60 Städten sollen dann 120 Städte angefahren werden. Neu im Programm sind Nachtfahrten und ab Sommer auch internationale Ziele. Der ADAC Postbus ist der viertgrößte Anbieter auf dem deutschen Markt, der Marktanteil liegt bei etwa 8%. Angeführt wird der Markt von MeinFernbus Flixbus, die sich Anfang des Jahres zusammengeschlossen haben. Dahinter folgen die Marken der Deutschen Bahn. Die Deutsche Bahn hat kürzlich ebenfalls angekündigt, alle Marken zusammenzufassen. Außerdem soll das Fernbuslinien-Netz ausgebaut werden. (via Handeslblatt)

Blacklane demnächst über Amadeus buchbar

Der Service der Limousinenplattform Blacklane wird in Amadeus Taxi & Transfer integriert, damit Reisebüros und Fluggesellschaften ihren Kunden auf einfache und nutzerfreundliche Weise einen Service für die letzte Meile anbieten können. Ab Juni diesen Jahres soll die Lösung für Online-Reisebüros verfügbar sein, ab dem vierten Quartal ist es für Fluggesellschaften möglich, die API einzubinden. Irgendwann später soll die Lösung über alle Amadeus Kanäle zugänglich sein, also auch für Travel Management in Unternehmen und in offline Reisebüros. Ende letzten Jahres wurde Blacklane schon in die Reise-Suchmaschine Qunar aus China integriert. (via Amadeus)

Uber kauft erstmals zu, Kartendienst deCarta wird übernommen

Das Unternehmen hinter der Ridesharing App Uber übernimmt den Kartendienst deCarta. Es ist die erste Übernahme durch Uber, die offiziell kommuniziert wird. DeCarta bietet eine ganze Reihe an Lokalisierung- und Karten-Services an, darunter in Karten Suche, Lakalisierungs-API, Turn-by-Turn Navigation und mehr. Offiziell soll durch die Übernahme von deCarta der UberPOOL Service und die Vorhersage der Ankunftszeit verbessert werden. Darüber hinaus kann davon ausgegangen werden, dass Uber durch die Übernahme unabhängiger von Google und Google Maps werden möchte. Google ist zwar ein Uber Investor, in letzter Zeit gab es mehrere Anzeichen, dass sich das Verhältnis der beiden Technologie-Unternehmen abgekühlt hat. Uber hat angekündigt, mit der Carnegie Mellon University in Pittsburgh an einem selbstfahrendem Auto zu arbeiten, über Google gab es Gerüchte, dass das Unternehmen an einem eigenen on-demand Ridesharing Service arbeitet. Auch für das eigene selbstfahrende Fahrzeug würde die Akquisition der Kartentechnologie Sinn ergeben. DeCarta wurde bereits 1996 gegründet und hat mehr als 55 Mio. US$ an Finanzierung eingesammelt. Trotz der Übernahme wird deCarta weiter mit externen Kunden zusammen arbeiten. (via Wall Street Journal)

Bild: Der neue Postbus (Quelle: Deutsche Post, alle Rechte vorbehalten)

11 Mobility – & Transport Unternehmen + Investoren, die Sie 2015 beobachten sollten

Auch im Jahr 2015 wird sich im Bereich Mobility, Transport und Beförderung einiges bewegen. Die folgende Präsentation ermöglicht eine kurze Übersicht und stellt einige Fragen. Zum Beispiel: Wie entwickelt sich der Wettbewerb zwischen Uber und Lyft? Was passiert im Bereich Carsharing und multimodale Mobilität? Schließen sich die beiden Limousinen-Services MyDriver und Blacklane zusammen?

Mobility Trends für 2015

Bild: Mobility 2.0 von Joel Müller (bestimmte Rechte vorbehalten)

Goolge soll an Uber Konkurrenten arbeiten

Wie Bloomberg Berichtet, soll Google an einem on-demand Taxiservice arbeiten, der wie Uber funktioniert. Interessant an der Entwicklung ist, dass Google im August 2013 einen Betrag von 258 Mio. US$ via Google Ventures in Uber investiert hat und sich auch an der Finanzierungsrunde ein Jahr später mit dem gleichen Investment Vehikel beteiligte. David Drummond, Leiter der Rechtsabteilung und Senior Vice President für Unternehmensentwicklung von Google ist seit dem Investment im Jahr 2013 Mitglied des Aufsichtsrats von Uber.

Seit dem Investment haben Uber und Google gut zusammen gearbeitet. Unter anderem wurden die Fahrer mit Android-Smartphones anstatt iPhones ausgerüstet und der Uber-Service wurde in die Google Maps App integriert. Schon vor dem Investment hat Uber die Kartendaten von Google für die Fahrer und Fahrgast-App genutzt. Jetzt scheint es so, als würde sich die Zusammenarbeit in Richtung Konkurrenzkampf entwickeln.

Google bereitet den Start eines eigenen on-demand Fahrservice vor, wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Entwicklungsprojekt der selbstfahrenden Autos. David Drummond hat das Uber Board über die Möglichkeit, dass Google einen eigenen Service startet, unterrichtet und Screenshots einer Google Ridesharing App gezeigt, die von Google Mitarbeitern genutzt wird. Drummond soll nun dazu gedrängt werden, sich aus dem Uber Aufsichtsgremium zurückzuziehen.

Wie Uber arbeitet auch Google schon seit einiger Zeit an der Vision, den Verkehr mit selbstfahrenden Fahrzeugen zu revolutionieren und effizienter zu gestalten. Kürzlich hat das Unternehmen verkündet, dass die Technologie für selbstfahrende Autos in den nächsten zwei bis fünf Jahren massentauglich sein wird und dass über Möglichkeiten nachgedacht wird, Mitfahrgelegenheiten anzubieten.
Diese Aussagen haben das Uber Management beunruhigt. Für Uber wäre es auch ein schwerer Schlag, wenn Google den Zugang zu den Google  Maps Daten einschränkt, da es keine wirkliche Alternative gibt.
Wenn sich Google in den Ridesharing Markt begeben würde, hätte Uber auch keinen Partner mehr, der in der Zukunft selbstfahrende Autos bereitstellen würde. Für Uber CEO Travis Kalanick liegt in autonomen Fahrzeugen ohne Fahrer der Schlüssel für noch günstigere Personenbeförderung, denn der Fahrer stellt im jetzigen Setup den größten Kostenfaktor dar. Uber müsste selber die Technologie und ein selbstfahrendes Fahrzeug entwickeln, oder mit einem anderen Fahrzeughersteller zusammenarbeiten, um fahrerlose Autos für den Transportservice nutzen zu können. Mercedes, Audi, Tesla und andere Hersteller arbeiten an selbstfahrenden Autos, es ist aber schwer zu sagen, ob sie soweit wie Google in der Entwicklung sind.
Bild: Uber in Beijing von bfishadow (bestimmte Rechte vorbehalten)

Carpooling.com (hier bekannt als Mitfahrgelegenheit.de) startet in USA

Der Ableger vom Mitfahrgelegenheit.de, der international unter Carpooling.com vermarktete wird, startet in den USA. Ein Start in den USA war schon vor ein paar Jahren im Gespräch, wurde aber immer wieder nach hinten geschoben. Aßerdem integriert Carpooling.com die Uber API, um damit Mitfahrer eine Fahrt zum Treffpunkt buchen können.


UPDATE, 17.01.2015: Uber wird nicht nur in den USA in die Carpooling-App integriert, auch in Deutschland soll die Schnittstelle zu Uber über die App verfügbar sein. Carpooling-Kunden können für die Fahrt zum Treffpunkt der Mitfahrgelegenheit eine Fahrt mit Uber buchen. Das soll nun auch in den fünf Städten in Deutschland möglich sein, in denen Uber bisher aktiv ist, teilte Carpooling am Donnerstag in München mit. Interessant ist, dass sich Carpooling für Uber und nicht für den deutschen Anbieter Blacklane entschieden hat, der wie Carpooling ebenfalls von Daimler finanziert wird. (via Handelsblatt)


In Deutschland hat sich Mitfahrgelegenheit.de als günstiger Alternative zur Deutschen Bahn und als sozialere Alternative zum Fernbus etabliert. In den USA soll jetzt ähnliches geschafft werden. Auf Carpooling.com sollen Langstreckenfahrten einfach und günstig gebucht werden können, der soziale Kontakt zwischen Fahrer und Mitfahrer steht dabei im Mittelpunkt. Die durchschnittliche Strecke liegt dabei laut Carpooling CEO Markus Barnikel bei 125 Meilen, was etwa 200 km entspricht. (Carpooling.com Pressemitteilung)

Fahrer und Mitfahrer finden und verabreden sich über die Smartphone Apps. Der Fahrer gibt dabei seine Route mit Start und Ziel ein und legt fest, wie viele Plätze verfügbar sind. Die Fahrt wird dann möglichen Fahrgästen angezeigt, die in die selbe Richtung fahren möchten. Kommerzielle Absichten für den Fahrer stehen dabei nicht im Vordergrund. Ziel ist es, dass die Kosten für die Fahrt auf alle Fahrgäste umgelegt werden, dem entsprechend wird je nach Strecke ein Fahrpreis vom System vorgeschlagen. Fahrer und Beifahrer absolvieren häufig nicht exakt die selbe Strecke. Basierend auf persönlichen Erfahrungen, kommt es häufiger vor, dass der Fahrer einen Passagier nur auf einer Teilstrecke seiner eigentlichen Strecke mitnimmt.

Uber wird integriert

Obwohl Daimler zu den Investoren von Carpooling gehört, wird nicht mit Blacklane oder MyTaxi (an beiden Startups ist Daimler beteiligt), sondern mit Uber zusammen gearbeitet, um eine Transportmöglichkeit für die letzten Meter (von Haustür zum Treffpunkt) anbieten zu können. Da in den meisten US Städten der öffentliche Nahverkehr überschaubar ist, ist das eine interessante Möglichkeit und ein Alleinstellungsmerkmal für Carpooling. Das Carpooling nicht mit Blacklane und MyTaxi kooperiert, dürfte an der geringen Verfügbarkeit, am hohen Fahrpreis von Blacklane und an den fehlenden technischen APIs von beiden Services liegen.

Der Nutzer muss nicht zwischen der Uber und Carpooling App wechseln. Wenn man bereits bei Uber registriert ist, werden die verfügbaren Fahrzeuge gleich in der Karte angezeigt und der entsprechende Fahrzeugtyp kann ausgewählt und gebucht werden. Nutzer, die bei Uber noch nicht registriert sind, wird ein Banner angezeigt, der zu einer Registrierung anspornen soll, 20 US$ Guthaben sollen für eine höhere Conversion Rate sorgen.

Das Unternehmen BlaBlaCar, das vor kurzem sagenhafte 100 Mio. US$ eingesammelt hat und ebenfalls einen Marktplatz für Mitfahrgelegenheiten auf Langstrecken anbietet, will vorerst nicht nach USA expandieren. Das Unternehmen ist der Meinung, dass die niedrigen Benzinkosten in den USA keinen Anreiz geben, der groß genug ist, um sich eine Fahrt auf der Langstrecke mit Fremden zu teilen.

Erfolgreich an Ost- und Westküste?

Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass Carpooling mit seinem Service in wenigen Regionen erfolgreich seien wird. Dazu zählen die Westküste, New England (rund um Boston), die Region rund um Chicago und die Region im Süden der USA, rund um Alabama und Charlotte. Florida könnte mit den Städten Miami, Orlando, Jacksonville oder Tampa auch interessant für das Unternehmen sein. In diesen Regionen gibt es einige Städte, die groß genug, nah genug zusammen und europäisch genug sind, damit Mitfahrgelegenheiten auf Langstrecken angenommen werden könnten.

Über Carpooling.com/Mitfahrgelegeneheit.de

Das Unternehmen wurde 2001 unter dem Namen Mitfahrgelegenheit.de gegründet und hat seinen Unternehmenssitz in München. Die Plattform ist in Europa schnell gewachsen, heute sind weltweit mehr als 3.5 Mio. Mitfahrgelegenheiten täglich zugänglich. In Deutschland dürfte das Unternehmen vor allem auf Grund des Wettbewerbsschutzes für die Deutsche Bahn schnell gewachsen sein, der erst 2013 weggefallen ist. Eine wachsende Konkurrenz durch Fernbusse im Heimatmarkt dürfte für mehr Druck bezüglich einer schnelleren Expansion gesorgt haben. Ein Launch in den USA steht schon seit 2011 auf dem Plan. Zu den Investoren gehören unter anderem Daimler, die etwa 8 Mio. € in das Unternehmen investiert haben.

Bild: Carpooling West Montreal von Kyle Taylor (bestimmte Rechte vorbehalten)