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Meituan und Didi: Der Krieg der Fahrdienste lebt in China wieder auf

Nach der Fusion von Uber China und Didi Chuxing war der Wettkampf um die Vorherrschaft bei den Mobilitätsplattformen erstmal vorbei. Beide Unternehmen haben vor der Fusion pro Jahr zusammen mehrere Milliarden Dollar verbrannt, um Fahrer und Nutzer zu gewinnen. Der Frieden wird durch den Einstieg der Lieferplattform Meituan Dianping erstmal wieder vorbei sein.Letzte Woche hat das Unternehmen durch die Übernahme der Bike-Sharing App Mobike für Aufsehen gesorgt.

Fahrdienst zuerst in Shanghai gestartet

Die App Meituan Dianping hat seinen Fahrdienst zuerst in Shanghai gestartet, ein Start in Peking wird in den kommenden Wochen erwartet. In Peking müssen erst noch die Behörden zustimmen. Das Unternehmen gehört zu den digitalen Schwergewichten in China. Das Unternehmen verfügt über 250 Mio. Nutzer, 30 Prozent davon haben Bedarf nach Mobilitätsdiensten. Damit kann das Unternehmen eine attraktive Nutzerbasis für einen Ride-Sharing Dienst vorweisen. Wie bei den Mega-Apps oder auch Networks of Networks genannten Playern üblich, wird das neue Angebot in die bestehende App integriert. So werden möglichst viele Nutzer erreicht und die Barriere für die Nutzung gering gehalten.

Garantiertes Einkommen für die Fahrer

Meituan wird viel Geld investieren, um Nutzer und Fahrer zu gewinnen. Um die Verfügbarkeit hoch zu halten, hantiert das Unternehmen mit Bonuszahlungen für die Fahrer. Die Fahrer erhalten mindestens umgerechnet 95 Dollar pro Tag, wenn sie 10 Stunden am Tag verfügbar sind und mehr als 10 Fahrten in den zu erwartenden Stoßzeiten zwischen 6:00 und 22:00 absolvieren. Die Plattform verzichtet in Shanghai für die ersten Wochen auch auf die Vermittlungsgebühr, die in der Branche normalerweise bei 20 bis 30% des Umsatzes beträgt. In den kleineren Städten Nanjing und Jiangsu zahlen die Fahrer nur 8 Prozent Vermittlungsgebühr an Meituan Dianping und damit viel weniger als bei Didi Chuxing.

Da Didi Chuxing weiter wachsen will, wird es sich geeignete und kostspielige Gegenmaßnahmen einfallen lassen, um Fahrer und Nutzer zu binden. Unterschiedliche Medien haben auch berichtet, dass Didi ins Liefergeschäft für Lebensmittel und warme Gerichte einsteigen wird. Zuerst in einer kleineren Stadt in der Nähe von Shanghai, ein Start in Shanghai wird dann auch nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Meituan führende Plattform für offline to online Dienste

Bisher war das Unternehmen Meituan Dianping in einem anderen Geschäftsbereich unterwegs. Das Unternehmen ist als Schnäppchen- und Bewertungsportal gestartet und hat sich in den letzten Jahren in immer mehr Bereiche vorgearbeitet. Vor allem das Geschäft mit Service- und Logistik-Dienstleistungen wurde in den letzten Jahren ausgebaut. Beliebt sind die Lieferdienste für warme Mahlzeiten und Lebensmittel. Die Nutzer können über die Plattform auch Services wie Friseure, Autowäsche oder Massagen on-demand buchen. Dabei kommt der Dienstleister zum Wunschort des Kundens. Zu den Investoren gehören neben dem Technologiekonzern Tencent  auch die Priceline und der VC Sequoia Capital. 

Bild: Meituan (alle Rechte vorbehalten)

BMW Group eröffnet Campus für autonomes Fahren

BMW hat in einer Rekordzeit eine in Unterschleißheim bei München bereits bestehende Immobilie zum Autonomous Driving Campus umgebaut, der heute offiziell eröffnet wird. Der neue Campus bietet auf 23.000 qm Bürofläche Platz für 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich mit dem Thema autonomes Fahren beschäftigen sollen.  Erst vor 15 Monaten wurde die Entscheidung getroffen, die Ressourcen, die an den Themen Fahrerassistenz und hoch- bzw. vollautomatisiertes Fahren arbeiten, an einem Standort zusammen zu führen.

“Wir wollen auch beim sicheren autonomen Fahren eine Führungsposition einnehmen. Dieses Ziel verfolgen wir konsequent und schaffen systematisch die Rahmenbedingungen. Einer der Meilensteine ist unser Campus für autonomes Fahren“, so Klaus Fröhlich, Mitglied des Vorstandes der BMW AG, Entwicklung.

Unterstützung durch den Freistaat Bayern

Unterstützt wird BMW durch die Bayerische Landesregierung. Ministerpräsident Dr. Markus Söder äußert sich wie folgt zu dem neuen Kompetenzzentrum: „Wir sind für Mobilität und gegen Fahrverbote. Die Zukunft der Mobilität ist ein zentrales Thema im wachsenden Freistaat. Wir brauchen innovative Verkehrskonzepte – sicher, intelligent und umweltschonend. Autonomes Fahren ist dabei eine wesentliche Schlüsseltechnologie. Die Einrichtung des neuen Autonomous Driving Campus in Unterschleißheim ist ein klares Bekenntnis für den High-Tech-Standort Bayern und ein weiterer Beleg für die enge Partnerschaft zwischen BMW und dem Freistaat Bayern.“

Autonomes Fahren auf Level 3 und 4 bis 2021

Auf dem Campus arbeitet BMW mit den bestehenden Partnern zusammen, um bis spätestens 2021 den BMW iNext mit Level 3 Funktionalitäten auf die Straße zu bringen. Dabei handelt es sich vor allem um die Partner Here, Intel und Mobileye. Der Kartendienst Here, an dem BMW auch beteiligt ist, liefert die Karten für das hoch- bzw. vollautomatisierte Fahren, von Intel und Mobileye kommen wichtige Sensoren und die Rechen-Power. In dem iNext Fahrzeug sollen Level 4 Funktionalitäten technisch vorgehalten werden und nach und nach zum Einsatz kommen. Funktionalitäten auf Level 5 werden parallel entwickelt und in Pilotprojekten angewendet, die Einführung in die Serie wird erst nach 2021 erfolgen.

Agile Arbeitsmethoden sollen schneller ans Ziel führen

Die Mitarbeiter auf dem neuen Campus sollen nach agilen Methoden arbeiten, um schneller, flexibler und effizienter zum Ziel zu kommen. Der Fokus liegt dabei auf der Zusammenarbeit in kleinen, interdisziplinären Teams, die einzelne Features und Teilprozesse End-to-End verantworten. Durch eine hohe Flexibilität können die Teams schnell auf neue Anforderungen reagieren, der gesamte Entwicklungsprozess gewinnt so an Geschwindigkeit und die Komplexität lässt sich besser beherrschen. Ein Konzept, das bei Startups und kleineren Unternehmen bereits Standard ist – erfreulich, dass BMW das im Jahr 2018 auch erkannt hat.

Datengetriebene Entwicklung

BMW verfolgt mit den Partnern einen datengetriebenen Entwicklungskreislauf. Die über die im Fahrzeug verbaute Sensorik gesammelten Realdaten werden in einem Daten Center aufbereitet und verarbeitet. Die Aufbereitung der Daten geschieht in einem Daten Center, das sich in der Nähe des Campus befindet. Etwa 16 Terrabyte Daten sammelt ein Testfahrzeug mit der Sensorik zum hochautomatisierten Fahren, rund 40 Terrabyte Daten sammelt ein Testfahrzeug mit der Sensorik zum vollautomatisierten Fahren jeweils pro Arbeitstag. Die Fahrzeuge verfügen über Lidar, Radar, Ultraschall und Kamera Sensoren, um das nähere Umfeld des Fahrzeugs zu erfassen. Die Sensortypen und deren Platzierung in den Entwicklungsfahrzeugen entsprechen dem Zielsetup, wobei von Anfang an das Gesamtfahrzeug berücksichtigt wird.

Seit dem vergangenen Jahr betreibt BMW eine Testflotte mit 40 Fahrzeugen, die bis Ende 2018 auf 80 Fahrzeuge aufgestockt werden soll. Die Fahrzeuge kommen in Deutschland, USA, Israel und China zum Einsatz. Bei der Entwicklung der der Fahrzeuge ist BMW auf Partner angewiesen, vor allem bei dem Themen Software Entwicklung und Künstliche Intelligenz.

Nur mit Partnern möglich

Nicht nur beim agilen Arbeiten scheint BMW von Startups gelernt zu haben. Auch Partnerschaften sollen stärker im Fokus stehen. Klaus Fröhlich, Mitglied des Vorstands bei BMW,  geht davon aus, dass erst die übernächste Chip Generation so klein sein wird, um den Kofferraum wieder als Kofferraum nutzen zu können. Zu diesem Ziel kommt BMW nur durch Partnerschaften. Fröhlich appelliert daran, zusammenzuarbeiten, um bis 2021 das scheinbar unmögliche möglich zu machen.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: BVG und ioki kooperieren in Berlin

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und ioki, der Geschäftszweig für smarte Mobilität der Deutschen Bahn, kooperieren zum Thema autonomes Fahren. Gestartet wird mit einem Pilotprojekt auf dem EUREF Campus, bei dem erstmalig in Deutschland autonomes Fahren und On-Demand Funktionalität zusammen kommen. Später ist auch der Einsatz auf öffentlicher Straße in Berlin angedacht.

Vorbestellen per App wird vorbereitet und getestet

Die erste Phase des Projekts wird auf dem EUREF-Campus zusammen mit dem InnoZ durchgeführt. In den kommenden Wochen wird das Vorbestellen per App vorbereitet und getestet. Zum Einsatz kommt ein EasyMile Fahrzeug der neuesten Generation. Die zweite Phase auf öffentlicher Straße ist bereits in Vorbereitung und wird eng in Abstimmung mit den Berliner Behörden und der Senatsverwaltung abgestimmt.

Für beide Unternehmen der nächste logische Schritt

Die Zusammenarbeit in Berlin ist für beide Unternehmen der nächste logische Schritt. Die bisherige Angebote waren als Linienverkehr mit festen Haltestellen und Taktzeiten konzipiert. Um das volle Potential zu heben, ist eine On-Demand-Funktion erforderlich, die jetzt gemeinsam erprobt wird. Auch der Einsatz eines autonomen Fahrzeugs auf öffentlichen Straßen in einer Großstadt wurde bisher noch nicht erprobt. Dort besteht aber tendenziell die größte Nachfrage nach Mobilitätslösungen.

ioki und BVG bereits autonom unterwegs

Für beide Unternehmen ist es nicht das erste Projekt mit autonomen Fahrzeugen. Die BVG betreibt seit ein paar Wochen auf dem Gelände der Charité in Mitte und Virchow insgesamt vier autonome Kleinbusse im Linienverkehr. Man erwartet von dem Pilotprojekt auf der Charité wichtige Erkenntnisse über Potenziale der noch jungen Technik: etwa als mögliche Ergänzung zum Hochleistungs-ÖPNV oder auf schwach ausgelasteten Strecken.

ioki fährt in Bad Birnbach autonom. Dort ist ein selbstfahrendes EasyMile Fahrzeug der ersten Generation auf öffentlicher Straße im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs. Die Marke ioki sieht autonomes Fahren als die Zukunft und realisiert deshalb schon heute Verkehre mit entsprechenden Fahrzeugen. Zeitgleich werden fahrerbasierte On-Demand Ride-Sharing Projekte aufgebaut. Das Projekt in Berlin ist jetzt der erste Schritt um beide Bereiche miteinander zu verbinden.

Bild: ioki / Deutsche Bahn (alle Rechte vorbehalten)

Waymo und Jaguar arbeiten zusammen: 20.000 autonome I-PACE für die Flotte

Das Unternehmen Waymo, das Systeme für autonome Autos entwickelt und der Automobilhersteller Jaguar haben eine Partnerschaft vereinbart. Beide Unternehmen wollen das erste selbstfahrende Premium-Elektroauto gestalten und entwickeln. Das Fahrzeug soll auf der von Waymo geplanten Fahrdienst-Plattform eingesetzt werden.

20.000 autonome Elektroautos

Insgesamt sollen 20.000 Fahrzeuge über die nächsten Jahre in die Flotte von Waymo aufgenommen werden. Dieses Jahr sollen erste Tests starten, ab 2020 sollen die Fahrzeuge dann nach und nach in die Flotte aufgenommen werden. Mit der Anzahl sollen sich pro Tag eine Millionen Fahrten absolvieren lassen, was einer großen Effizienzsteigerung im Vergleich zu fahrerbasierten Fahrzeugen entspricht. Die E-Fahrzeuge sollen in mehreren Städten und Gemeinden eingesetzt werden.

Waymo als führender Anbieter für autonomes Fahren

Waymo gilt als führend bei der Entwicklung von Technologien für autonome Fahrzeuge. Bisher arbeitet das Unternehmen schon mit dem Hersteller Fiat Chrysler. Beide Unternehmen haben ebenfalls ein Partnerschaft vereinbart. In Arizona sind Chrysler Minivans unterwegs, die von Waymo mit Sensoren und Software ausgestattet wurden. In den kommenden Monaten soll in Phoenix ein kommerzieller Fahrdienst mit den Chrysler Fahrzeugen starten. Die letzten Wochen hat das Unternehmen genutzt, um Vertrauen in die Technologie aufzubauen.

Autonome Autos für Europa?

Jaguar hat die Serienversion des I-PACE erst in diesem Monat vorgestellt und überzeug durch sein Design und den leistungsfähigen Akku. Der SUV ist das erste Elektrofahrzeug der Marke Jaguar, die mittlerweile zum Indischen Konzern Tata Motors gehört. Waymo hat laut Darstellung von Jaguar Land Rover die Partnerschaft angestoßen. Die Gespräche sollen schon seit über einem Jahr laufen. Für Jaguar ist Europa ein wichtiger Markt, die Partnerschaft kann als Zeichen gewertet werden, dass Waymo seine autonomen Technologien nach Europa bringen möchte.

Waymo und Jaguar folgen mit der Partnerschaft einem Modell, dass von Uber und Volvo vorgelebt wurde. Uber hat mit Volvo eine Partnerschaft über die Lieferung von 24.000 SUVs vereinbart, die von Uber mit der nötigen Technologie aufgerüstet werden.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

BVG lässt autonome Kleinbusse in Berlin fahren

In Berlin sind auf dem Gelände der Charité autonome Kleinbusse im Linienbetrieb unterwegs. Das Angebot ist kostenlos und kann von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kliniken, Studierende, Patienten sowie Besucher und natürlich alle Neugierigen und Technikfans genutzt werden. Das Projekt Stimulate wurde bereits im letzten Sommer angekündigt.

Autonome Kleinbusse von Navya und EasyMile

Insgesamt wurden vier automatisierte Minibusse angeschafft, die auf festgelegten Routen unterwegs sein sollen. Die Fahrzeuge sind auf unterschiedlichen Geländen unterwegs. Zwei EasyMile EZ10 Fahrzeuge verkehren auf dem Campus Charité Mitte, zwei Shuttles des Hersteller Navya sind ab April auf dem Campus Virchow-Klinikum unterwegs. Sie bieten Sitzplätze für elf bzw. sechs Fahrgäste und sind mit der einer Höchstgeschwindigkeit von maximal zwölf Stundenkilometern unterwegs. Um die Sicherheit zu gewährleisten, wird immer eine Begleitperson im Fahrzeug sein, die das Fahrzeug anhalten und auch manuell steuern kann. Voraussichtlich ab Frühjahr 2019 wollen die Projektpartner dann auch das unbegleitete Fahren testen.

Mögliche Ergänzung zum Hochleistungs-ÖPNV

Mit dem Betrieb soll die Akzeptanz von fahrerlosen Fahrzeugen und weitere praktische Aspekte erforscht werden. So soll unter anderm erörtert werden, ob sich autonome Shuttles dazu eignen, Lücken im Verkehrsnetz zu schließen und als Alternative für die erste und letzten Meile geeignet sind. Die BVG erwartet von dem Pilotprojekt wichtige Erkenntnisse über Potenziale der noch jungen Technik, etwa als mögliche Ergänzung zum Hochleistungs-ÖPNV oder auf schwach ausgelasteten Strecken. „Für uns ist klar, dass wir die Mobilität der Zukunft in unserer Stadt mitgestalten und maßgeblich prägen werden“, sagte Dr. Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende und Vorstand Betrieb der BVG. Und ihr Vorstandskollege Dr. Henrik Haenecke, unter anderem zuständig für die Digitalisierung ergänzte: „Mit Projekten wie Stimulate bauen wir unsere Kompetenzen weiter aus, um mit neuen Techniken einen noch attraktiveren Nahverkehr anzubieten.“

Finanziert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Finanziell unterstützt wird das Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Das Bundesministerium übernimmt etwa 80 Prozent des Projektbudgets von 4.1 Millionen Euro. Neben der BVG zählen su den weiteren Projektpartnern das Land Berlin und die Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die BVG verantwortet den Betrieb der Fahrzeuge, die Charité Berlin stellt die Straßen und Ladeinfrastruktur zur Verfügung.

Charité als Stadt im Kleinen

Die zwei Charité-Standorte eignen sich dafür besonders gut, da sie über eine ausreichend große Testfläche verfügen und vom öffentlichen Straßenland abgegrenzt sind. Mit ihren Gehwegen, Kreuzungen und Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern, Radfahrern sowie Pkw, Lkw und Bussen bilden sie den Berliner Verkehrsalltag nahezu vollständig im Kleinen ab. Für den jetzt begonnenen Pilotbetrieb gibt es auf dem Campus Charité Mitte eine circa 1,2 Kilometer lange Strecke mit neun Haltestellen. Auf dem Campus Virchow-Klinikum gibt es zwei Routen, eine mit circa 0,8 Kilometern Länge und acht Haltestellen, eine mit rund 1,5 Kilometern und neun Haltestellen. Alle Routen sind Ringlinien, haben also keine Anfangs- und Endhaltestellen. Unterwegs sind die kleinen Hightech-Busse der Hersteller Navya und EasyMile zu Beginn montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Pooling in Deutschland: Interview mit Robert Henrich von MOIA

Robert Henrich ist einer der Geschäftsführer der Volkswagen Tochter MOIA, die in Hannover und bald auch in Hamburg App-basierte Ride-Sharing Dienst anbietet. In einem Interview beantwortet uns Robert Henrich einige Fragen.

Frage: Seit letztem Jahr seid ihr mit MOIA in Hannover aktiv. Das Angebot scheint gut anzukommen, auch auf Grund der geringen Kosten. Was waren für euch die Top 3 Learnings aus dem bisherigen Betrieb und wie wird es in Hannover nach der Testphase mit niedrigen Fahrpreisen weitergehen?

Robert Henrich: Unser Pooling-Service in Hannover wird sehr rege genutzt, sogar besser als wir das zunächst erwartet hätten. Angesichts der hohen Auslastung haben wir vor kurzem die Flotte aufgestockt, von 20 auf 35 Fahrzeuge. Gleichzeitig erhöhen wir nun sukzessive die Anzahl der Testnutzer von 2.000 auf bis zu 3.500 Personen.

Die Stadt scheint förmlich auf ein solches Angebot gewartet zu haben. Das hat natürlich auch mit dem Preis zu tun. Allerdings können wir im Rahmen der geschlossenen Testphase auch nicht mehr als sechs Cent pro Passagier nehmen, da wir noch keine Konzession haben. Das ist rechtlich nicht möglich. Klar ist, dass der betriebswirtschaftlich faire Preis im Regelbetrieb höher liegen und sich zwischen ÖPNV und Taxi einpendeln wird.

Zu deiner Frage nach den Learnings: Die Applikationen und der Algorithmus funktionieren, es geht jetzt noch um Feinjustierungen. Das Prinzip des Pooling beinhaltet, dass die Fahrgäste mit kleineren Umwegen rechnen müssen. Ein wichtiges Learning ist dabei, dass nicht jeder Umweg gleichermaßen akzeptiert wird. Wer sein Fahrtziel schon sieht, möchte ungern noch einmal abbiegen, um weitere Personen aufzunehmen, selbst wenn sich dadurch nur eine kurze Verzögerung ergibt.

Frage: In diesem Jahr ist ein Testbetrieb in Hamburg geplant, bevor es Anfang 2019 mit einem offenen und kommerziellen Dienst in der Hansestadt losgehen soll. Was wird Moia in Hamburg anders machen als in Hannover und wie hoch wird der Fahrpreis für den Kunden sein?

Unser Ziel ist es zunächst, noch in diesem Sommer den Regelbetrieb in Hannover aufzunehmen – vorbehaltlich der finalen Genehmigung durch die Stadt. Der Servicetest in Hannover ist ein wesentlicher Baustein für den Start in Hamburg. Hamburg ist die erste Stadt, in der wir dann mit unserer gesamten Wertschöpfungskette im Bereich des Ride-Pooling an den Start gehen.

Das beinhaltet unser speziell für diesen Zweck optimiertes, vollelektrisches Fahrzeug für bis zu sechs Personen. Der Innenraum ist hochwertig und wirklich großzügig gestaltet, mit freistehenden Sitzen, großer Beinfreiheit und genügend Platz, um jeden Sitzplatz bequem erreichen zu können. Es gibt ein schnelles WLAN und USB-Charging an jedem Platz. Unser Ziel ist, dass wir die ersten dieser Fahrzeuge noch Ende dieses Jahres auf der Straße haben. Ein genaues Timing und das finale Pricing können wir aber aktuell leider noch nicht nennen.

Frage: Die öffentliche Diskussion um Ride-Sharing Dienste geht im Moment in eine falsche Richtung – Argumente wie “Taxifahrer verlieren Geschäftsgrundlage”, “Ride-Sharing ist Konkurrenz zum ÖPNV”, usw., lenken vom eigentlichen Ziel ab. Ziel muss es doch sein sein, so viele Menschen wie möglich dazu zu bewegen, ihr Privat-Fahrzeug abzuschaffen und Shared-Mobility Angebote zu nutzen. Welchen inhaltlichen Beitrag will MOIA beisteuern, um die Diskussion in die richtige Richtung zu lenken?

In den vergangenen Wochen gab es in der Tat eine Debatte, deren Heftigkeit uns überrascht hat. Hier stand ja nicht nur MOIA im Fokus, sondern das gesamte Geschäftsmodell Ride-Pooling. Wir erklären uns das nur so, dass es viele Missverständnisse und Unwissen gibt. Wir haben auf unseren Kanälen dazu Stellung genommen, und nehmen jedes Gesprächsangebot an, um die Details zu erklären.

Städte, Politik und Verwaltung definieren die öffentlichen Verkehrsinteressen. Sie wollen angesichts überhöhter Emissionswerte  handeln und den Individualverkehr reduzieren. Das Mobilitätsangebot von MOIA ist dabei Teil der Lösung, denn es kann den Individualverkehr nachhaltig reduzieren, indem die bestehende Angebotslücke zwischen ÖPNV und Taxi geschlossen wird. Wir sehen uns nicht als Konkurrenz, sondern als notwendige Ergänzung zu den bestehenden Angeboten.

Die Erfahrungen aus der Shareconomy zeigen ja bereits jetzt schon, dass ÖPNV und Taxi zukünftig mehr genutzt werden. Denn wer kein Auto hat, deckt seinen Mobilitätsbedarf über die Angebote verschiedener Anbieter. Eine gemeinsame kommunikative Stoßrichtung von ÖPNV, Taxi und Sharingangeboten ist notwendig und wäre wirklich wünschenswert, um die Bürger von der Verkehrswende zu überzeugen. Ein Kleinkrieg innerhalb des modalen Mixes einer Stadt bewirkt aber genau das Gegenteil.

Frage: Es wird ein Zukunftsbild gezeichnet, in dem mehr und mehr Menschen ihr eigenes Fahrzeug abschaffen und Alternativen wie Taxi, Ride-, Bike- oder Car-Sharing nutzen, um von A nach B zu kommen. Im Moment ist der Verzicht auf ein eigenes Auto aber meist mit Komforteinbußen verknüpft, so dass die Bereitschaft gering ist, das eigene Auto stehen zu lassen. Was ist aus Sicht von MOIA erforderlich, um diese Vision zu realisieren und welchen Beitrag wollt ihr zusätzlich zum Thema Ride-Sharing leisten?

Die Bereitschaft der Menschen, ihr Auto stehen zu lassen, ist ja vielfach bereits vorhanden. Es fehlt bislang nur am passenden Angebot, mit dem das eigene Auto verzichtbar wird. Mit MOIA schließen wir eine weitere Lücke im Modalmix der Stadt, die ÖPNV, Taxi und Services wie Car Sharing aktuell hinterlassen. Um als wirkliche Alternative zum eigenen Auto wahrgenommen zu werden, muss sich der Pooling-Service qualitativ am eigenen Auto orientieren und jederzeit und großflächig verfügbar sein. Um das in einer Großstadt wie Hamburg zu erreichen, ist eine entsprechende Skalierung unerlässlich.

Frage: Die neue Bundesregierung ist gerade erst gestartet und die Überarbeitung des PBefG ist prominenter als bisher im Koalitionsvertrag verankert. Welche drei konkreten Erwartungen hat MOIA an die Politik, wenn es darum geht, einen modernen rechtlichen Rahmen für die nächste Stufe der urbanen Mobilität zu schaffen?

Vorweg: Das PBefG ist eine wichtige Errungenschaft. Es regelt den Transport von Menschen in Deutschland und verhindert ruinöse Unterbietungswettkämpfe oder unlauteren Wettbewerb wie wir ihn etwa in den USA sehen. Allerdings verhindert das Gesetz in der derzeitigen Ausprägung auch sinnvolle neue Mobilitätskonzepte, mit denen die Verkehrswende gelingen kann. Kommunen, die diese Dienste aus Nachhaltigkeitserwägungen zulassen wollen, bleibt bislang kaum etwas anderes übrig, als sich über eine sogenannte Experimentierklausel zu behelfen. Für die Kommunen ist das viel Aufwand und für die Anbieter mit viel Rechtsunsicherheit behaftet, da man nicht weiß, wie es nach dem Experiment weitergeht. Das muss sich ändern und es gibt Signale, dass die Große Koalition sich dieses Themas annehmen wird.

Innovative Services wie MOIA sind umweltfreundlich und für mich unabdingbarer Bestandteil der Verkehrswende. Sie müssen als eigene Form des städtischen Linienverkehrs mit raftfahrzeugen anerkannt werden. Dabei ist unter anderem wichtig, dass die Rückkehrpflicht nicht auf gepoolte Angebote angewendet wird.

Vielen Dank für das Interview!

Bild: MOIA (alle Rechte vorbehalten)

Auto gegen Flatrate: Mercedes-Benz steigt ins Abo-Geschäft ein

Flexible Miete statt Kauf, Leasing oder Finanzierung ist eine neue Mode im Autohandel. Mercedes-Benz startet mit Daimler Financial Services das Angebot Flexperience. Für eine monatlich fixe Rate können sich die Interessenten bis zu zwölf neue Mercedes-Benz Fahrzeuge im Laufe eines Jahres aussuchen. Die Rate umfasst Versicherung, Wartung und Reparaturen bei einer jährlichen Laufleistung von 36.000 Kilometern pro Jahr.

me Flexperience App als Steuerzentrale

Gesteuert wird das Angebot über die App me Flexperience, die den Vermietungsprozess digitalisiert. Der Kunde kann sich über die App das Fahrzeug auswählen und die Abholung und Rückhabe managen. Die App gibt zudem einen vollständigen Überblick über Miethistorie und Kosten sowie dank Konnektivität auch über Fahrzeugdaten, wie beispielsweise Tankfüll- und Kilometerstand. Das digitale Setup soll dabei helfen, neue Kundengruppen anzusprechen, die bisher vor den bestehenden Angeboten zurückgeschreckt sind und eher auf Nutzen statt Besitzen aus sind.

Schneller Fahrzeugwechsel eher selten

Es wird das Szenario gezeichnet, dass sich die Kunden mal schnell ein Cabrio oder SUV ausleihen, um das Wochenende zu genießen. Zur Arbeit wird in der sportlichen A-Klasse gefahren und die S-Klasse wird genutzt, um zum Date zu fahren. Da pro Jahr nur 12 Fahrzeugwechsel möglich sind, ist das Kontingent schnell erschöpft. Fürs Marketing ist das bestimmt hilfreich, in Realität werden die Fahrzeuge seltener ausgetauscht werden.

Der neue Dienst wird zuerst mit zwei goßen Autohandelsgruppen getestet und basiert auf dem bestehenden Mercedes-Benz Rent Angebot, der Autovermietung der Mercedes-Benz Bank. Durch die zusätzliche Nachfrage soll die Flotte der Autovermietung weiter ausgelastet werden.

Porsche und Volvo haben vorgelegt

Damit folgt Daimler einem Modell, das von anderen Automobilherstellern schon getestet wird. Der Sportwagenhersteller Porsche testet seit mehreren Monaten ein ähnliches Modell in den USA. Für eine Flatrate in Höhe von 3.000 Dollar pro Monat können die Teilnehmer einen Porsche fahren und bei Bedarf zwischen mehreren Fahrzeugen wechseln. Der Automobilhersteller Volvo bietet ein Abo-Modell für den VX40 an, dabei kann aber nicht zwischen unterschiedlichen Fahrzeugtypen gewechselt werden. Für das erste Elektrofahrzeug Polestar ist ebenfalls ein Abo-Modell geplant.

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)

Neue ÖPNV Apps – Mobiles Ticketing im Fokus

In den letzten Wochen hat es gleich mehrere neue ÖPNV Apps gegeben. In einer Zusammenfassung geben wir einen kurzen Überblick. Der Hauptfokus liegt auf einfacheren Alternativen für den Kauf von Tickets für den ÖPNV mittels SmartPhone.

Ticket Sharing in Nürnberg

Der VAG aus Nürnberg hat zu Jahresbeginn bereits eine neue App veröffentlicht und beschreitet damit neue Wege. Das neue Angebot will Fahrgäste ohne Ticket mit Fahrgästen verbinden, die ein gültiges Ticket mit ungenutzter Mitnahmemöglichkeit haben. Fahrgäste mit den Ticketvarianten Abo Plus, TagesTicket Plus und MobiCard können über die App die verfügbaren Plätze anbieten und die Strecke definieren. Suchende sehen dann die Verfügbaren freien Plätze auf der von ihnen geplanten Strecke.

Neue Ticket App der BVG

Die BVG in Berlin hat eine App für das Ticketing in die App-Stores gebracht. Vorher war das Angebot ausschließlich ein Teil der BVG Fahrinfo App, die wenig nutzerfreundlich aufgebaut ist und veraltet wirkt. Über die App lassen sich keine Fahrtinfos recherchieren, es können ausschließlich Tickets gekauft werden. Damit dürfte sich die App an Nutzer richten, die schon wissen, wie und wann sie von A nach B kommen – oder der Schritt wird Apps wie Google Maps oder CityMapper überlassen. Monatstickets sollen später folgen.

BestPreis App für Stuttgart

In Stuttgart ergänzt eine sogenannte SSB BestPreis App das schon stattliche Angebot an Apps für den ÖPNV. Bei der App handelt es sich um ein Testprojekt, das die nächsten 24 Monate laufen soll. Bis zu 20.000 Nutzer sollen sich dafür registrieren können. Die App soll als Art Monatsticket den günstigsten Preis abrechnen. Alle Fahrten, die innerhalb des Betrachtungszeitraums  mit der App gebuchten wurden, werden am Ende des Zeitraums zu den günstigsten Konditionen abgerechnet. Bezahlt werden kann per PayPal oder Kreditkarte. Der Nutzer gibt Start- und Zielhaltestelle ein und erhält daraufhin eine Fahrtberechtigung, die als Handyticket kontrolliert werden kann.

nextTicket von Verkehrsverbund Rhein-Ruhr

Der Anbieter Verkehrsverbund Rhein-Ruhr testet eine App, die an das Angebot in Stuttgart erinnert. Die App nextTicket soll den Ticketkauf stark vereinfachen und gleichzeitig dafür sorgen, dass der Nutzer den günstigsten Preis zahlt. Der Nutzer checkt beim Einstieg in ein Fahrzeug ein und am Ziel wieder aus. Der Check-Out ist ein zusätzlicher Schritt für den Nutzer, der bestimmt häufiger vergessen wird. Die Abrechnung erfolgt dann am Monatsende, zunächst auf bestehenden Ticket-Optionen. Basis bilden dabei die Optionen 4er-Ticket, 10-Ticket und 24-Stunden Ticket. In einer zweiten Stufe soll ein kilometerbasierter Tarif getestet werden, der sich aus einer Basiskomponente und einem flexibel Aufschlag zusammensetzt. Zu einem Festpreis von 1.40 Euro bzw. 1.45 Euro kommen Kosten in Höhe von 20 Cent pro Kilometer hinzu. Der Fahrpreis ist gedeckelt und liegt niemals höher als der Preis eines Einzeltickets. Jede fünfte Fahrt soll in dem neuen Tarifsystem kostenlos sein. Der neue Tarif ist ein spannender Ansatz und kann die Grundlage für die Einbindung von Shuttle Diensten sein, die kilometerbasiert abgerechnet werden.

Bei allen Apps steht mobiles Ticketing im Fokus. Wünschenswert wäre auch, wenn die Anbieter damit anfangen würden, alternative Angebote, wie Bike-Sharing, Car-Sharing oder Shuttle Dienste mit in die App zu integrieren. Die Nutzung der unterschiedlichen Angebote über eine App, inklusive Abrechnung, wäre aus Kundensicht ein echter Mehrwert. Einige Ansätze, wie das neue Preissystem in Rhein-Ruhr gehen schon in eine richtige Richtung. Zum Start von dem Ride-Sharing Angebot Flex Pilot im letzten Jahr hat die Daimler Tochter Moovel bereits angekündigt, dass eine App angeboten werden soll, in der dann alle Fahrmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im VVS-Gebiet samt „SSB Flex“ Shuttle in möglichen Kombinationen angezeigt werden und die direkt per App gebucht und bezahlt werden können.

Bild: VAG Nürnberg (alle Rechte vorbehalten)

Testbericht ioki – Ride-Sharing in Frankfurt

Die Bahn hat erkannt, dass neue Formen der Mobilität die Zukunft im ÖPNV definieren werden. Deswegen wurde das Projekt ioki gestartet, das in den kommenden Monaten zu einer eigenständigen Gesellschaft ausgegründet werden soll. Unter der Marke ioki sollen unabhängig von der Bahn innovative Mobility Service Angeboten werden, idealerweise in den ÖPNV eingebunden. In Frankfurt betreibt das Unternehmen ein Ride-Sharing Pilotprojekt und wir hatten die Möglichkeit, das Angebot zu testen.

Das Konzept hinter der Ride-Sharing App

Der Nutzer bucht über eine App seine Fahrt von A nach B im Innenstadtbereich. Ist ein weiterer Nutzer in die gleiche Richtung unterwegs, werden beide auf das selbe Fahrzeuge gepoolt. Der Fahrer holt die Fahrgäste in der sinnvollsten Reihenfolge ab oder bringt sie zum Zielort. Kleine Umwege müssen dadurch in Kauf genommen werden, dafür sind die Fahrzeuge besser ausgelastet und die Fahrtkosten geringer.

Die Fahrzeuge und Fahrer

Die Flotte in Frankfurt besteht aus einer Misch-Flotte an Elektro- und Verbrenner-Fahrzeugen. Mini-Vans wie Ford Tourneo und VW Sharan ergänzen eine umweltfreundliche Elektroflotte, bestehend aus elektrischen TukTuks und C-Zero Fahrzeuge. Perspektivisch wird der Fokus auf Elektrofahrzeugen liegen, im Moment sind aber passender Fahrzeuge schwer auf dem Markt zu bekommen. Je nach Fahrzeuggröße können bis zu fünf Fahrgäste gepoolt werden, in die kleineren Fahrzeugen passen maximal drei Passagiere. Wir waren in einem VW Sharan und einem Ford Transit unterwegs, beide Fahrten waren sehr komfortabel. Die Fahrer machen einen freundlichen und professionellen Eindruck und sind davon begeistert, Teil eines innovativen Projekts zu sein.

Die ioki App ist modern und übersichtlich

Die iOS-App von ioki macht einen modernen und freundlichen Eindruck. Nach einer einfachen Registrierung kann der Nutzer den Fahrtwunsch abgeben, dabei muss Start und Ziel der Fahrt eingegeben werden, damit eine Route berechnet werden kann. Basierend auf der zu fahrenden Strecke und der Verteilung der Fahrer und Anfragen im Geschäftsgebiet, wird der Fahrtwunsch dem Fahrer zugeordnet, der die Fahrt am effizientesten durchführen kann. Wir konnten den Service mehrmals testen, bei jeder Anfrage war der Fahrer innerhalb von drei bis vier Minuten da. Das System arbeitet mit virtuellen Haltestellen, um die Umwege so kurz wie möglich zu halten. Das heißt, dass man als Fahrgast ein paar Meter zur nächsten Haltestelle laufen musst. Die App zeigt einem den Weg zur festgelegten Haltestelle an. Die Bezahlung per App konnte noch nicht getestet werden. Die Nutzung im Rahmen des Pilotprojekts in Frankfurt ist im Moment noch kostenlos, später soll eine Bezahlung über die App ermöglicht werden.

Smart Shuttles – Die Zukunft

In der Kombination von Smart Shuttle Diensten in Verbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr besteht viel Potential. In ländlichen Regionen können so bedarfsgerechte Mobilitätslösungen geschaffen werden, um die Bewohner mit den Hubs wie Bahnhöfen oder Einkaufszentren zu verbinden. In Städten können Shuttle Dienste dazu führen, dass das Verkehrsaufkommen reduziert wird. Das Team hinter ioki will dabei eine Lösung aufbauen, die in den ÖPNV integriert werden kann und nicht als Parallellösung existiert. So können attraktive Angebote für die erste Meile und letzte Meile entstehen und die Attraktivität des bestehende ÖPNV Angebots durch wenige Aufwand stark steigern. Weitere Maßnahmen können dabei helfen, dass die Fahrzeugbesitzer schneller ihr Fahrzeug stehen lassen oder abschaffen. Das Angebot in Frankfurt funktioniert gut und die Deutsche Bahn ist mit ioki auf einem guten Weg, ein starker Player in dem Bereich zu werden. Die finanzielle Stärke der Bahn und das gute Netzwerk zu Behörden und Verkehrsbetrieben werden dabei helfen.

Bild: ioki (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Fahrzeuge: Waymo darf kommerziellen Ride-Sharing Dienst in Arizona anbieten

Die Alphabet Tochter Waymo hat in Arizona die Lizenz für einen kommerziellen Ride-Sharing Dienst mit autonomen Fahrzeugen erhalten. In dem amerikanischen Bundesstaat ist Waymo als Transportation Network Company (TNC) zugelassen. Waymo scheint es ernst zu meinen und will Lyft und andere Anbieter in den USA mit einem eigenen Ride-Sharing Dienst herausfordern.

Erster Anbieter, der voll auf autonome Fahrzeuge setzt

Damit ist das Unternehmen einer der ersten Anbieter, die ausschließlich auf autonome Fahrzeuge bei der Beförderung von Passagieren setzten. Der jetzige Schritt bestätigt die Befürchtungen von Uber und anderen Anbieter, dass Waymo nicht nur Systeme für autonome Fahrzeuge entwicklen und produzieren will, sondern auch einen kommerziellen Fahrdienst aufbauen will.

Kommerzieller Betrieb noch in diesem Jahr geplant

Bisher hat Waymo den Dienst kostenlos angeboten. Seit letztem April können Nutzer in Phoenix im Rahmen eines Tests die Fahrzeuge per App buchen und werden ohne Endgeld von A nach B befördert. Mehr als 6 Mio. Kilometer hat die Flotte in Phoenix abgespult, einen Großteil davon autonom. Sie Fahrzeuge verfügen über Fähigkeiten auf Level 4 von 5 auf Skala der National Highway Traffic Safety Administration.

Die jetzt erhaltene TNC Lizenz erlaubt Waymo, dass Fahrpreise für die Beförderung von A nach B erhoben werden. Der kommerzielle Dienst soll später im Jahr gestartet werden, nachdem alle Tests abgeschlossen sind. Wie teuer der Dienst sein soll, wurde noch nicht kommuniziert. Es ist davon auszugehen, dass das Angebot günstiger als die Pooling Dienste von Uber, Lyft und Co. Sein wird. Dank der autonomen Systeme wird kein Fahrer mehr benötigt, was die Betriebskosten erheblich senken dürfte.

Arizona besonders gut für empfindliche Systeme geeignet

In Arizona ist das Klima besonders trocken, deswegen sind Städte wie Phoenix bestens für die Erprobung der Systeme für autonomes Fahren geeignet. Bisher sind Sensoren und Elektronik noch stark anfällig für Regen, Nebel und co. Phoenix kommt pro Jahr auf 312 Sonnentage, was die Tests und Weiterentwicklung vereinfacht.

Obwohl Google an Uber beteiligt ist, hat sich das Verhältnis der beiden Unternehmen in den letzten Jahren stark verschlechtert. Unter anderem hat Waymo Uber vorgeworfen, Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben. Nach einer Schlammschlacht und mehreren Gerichtsverhandlungen wurde der Fall in den vergangenen Wochen mit einem Vergleich beigelegt. Während den Verhandlungen vor Gericht wurde auch bekannt, dass Google gar nicht begeistert davon war, dass Uber eigene Systeme für autonomes Fahren entwickelt.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)