Archiv der Kategorie: Regulierung

Transformation in der Automobilbranche – Technologiewandel forcierte neue interne Strukturen

In der kommenden Woche findet in Frankfurt die Handelsblatt Konferenz “Transformation in der Automobilbranche – Technologiewandel forciert neue interne Strukturen” mit hochkarätigen Rednern von Facebook, Volkswagen oder der Telekom statt.

Transformation in der Automobilbranche in den kommenden Jahren

Die Automobilbranche steht in den kommenden Jahren vor tiefgreifenden Veränderungen. Die vier technologischen Trends Shared Mobility, Connectivity, Elektrifizierung und autonomes Fahren werden die Branche in den kommenden Jahren verändern.

Wie es der Name der Konferenz schon andeutet, liegt der Fokus darauf, wie die technische Transformation in den kommenden Jahren die traditionellen Unternehmensstrukturen verändern. Wettbewerber werden zukünftig verstärkt zusammenarbeiten, wie man bei dem Thema autonomes Fahren schon beobachten kann. Intern wird eine große Notwendigkeit bestehen, Strukturen den neuen Gegebenheiten anzupassen und Mitarbeiter auf die neuen Anforderungen vorzubereiten.

Technologiewandel forcierte neue interne Strukturen

Um das riesige Themengebiet einzugrenzen, sollen folgende Fragen während der Konferenz diskutiert werden.

  • Wie stellen sich Unternehmen intern neu auf?
  • Wie finanzieren sie diese „Revolution“?
  • Wie bereiten sie Ihre Mitarbeiter auf die Veränderungen vor?
  • Wie arbeiten traditionelle und Start-Up Unternehmen?
  • Was können sie voneinander lernen?

Hochkarätige Referenten  von Volkswagen, Facebook und der IG Metall

Zu den Rednern und Gesprächspartnern gehören unter anderem Johann Jungwirth, Chief Digital Officer der Volkswagen AG. Er wird einen Vortrag über die Herausforderungen der digitalen Transformation der Automobilindustrie halten. Claudia Neman, Vorstandsmitglied Technologie & Innovation bei der Deutschen Telekom, gibt einen Einblick, warum die digitale Gesellschaft die Infrastrukturwende benötigt. Referenten von Facebook, Uber oder IG Metal runden die interessante Mischung an Beiträgen ab. Referenten von Startups sind neben Uber General Manager Weigler auch Lukas Steinhilber, Geschäftsführer des Leasing Startups Vehiculum.

Experten auf der Konferenz Transformation in der Automobilbranche - GetMobility.de
Experten auf der Konferenz Transformation in der Automobilbranche

Letzte Tickets für die Veranstaltung Transformation in der Automobilbranche können auf der Event-Website erworben werden. GetMobility.de wird auch in Frankfurt vertreten sein, sprechen Sie uns an, wenn Sie interessante Themen für das führende Mobility Magazin haben.

Bilder: Euroforum / Handelsblatt (alle Rechte vorbehalten)

IONITY – Paneuropäisches High-Power-Charging-Netzwerk ermöglicht Elektromobilität auf Langstrecken

Mit der Gründung des Gemeinschaftsunternehmens IONITY stellen die BMW Group, Daimler AG, Ford Motor Company und der Volkswagen Konzern mit Audi und Porsche die Weichen für den Aufbau des leistungsstärksten Schnellladenetzes für Elektrofahrzeuge in Europa. Die Errichtung und der Betrieb von insgesamt rund 400 Schnellladestationen bis 2020 sind wichtige Schritte, um Elektromobilität auch auf Langstrecken zu gewährleisten und sie damit im Markt zu etablieren. Das neue Unternehmen IONITY mit Sitz in München hat die Geschäftstätigkeit aufgenommen. Michael Hajesch (CEO) und Marcus Groll (COO) übernehmen die Geschäftsführung des Joint Ventures (JV). Das IONITY Team wird schon Anfang 2018 rund 50 Mitarbeiter umfassen und sukzessive ausgebaut.
„Die Verfügbarkeit eines flächendeckenden High-Power-Charging-Netzwerks ist für die Marktdurchdringung der Elektromobilität unabdingbar. Die Gründung von IONITY ist ein wichtiger Meilenstein, der zeigt, dass die Automobilhersteller ihre Kräfte dazu bündeln. Mit der Schaffung des ersten paneuropäischen HPC-Netzes machen wir die Elektromobilität langstreckentauglich. Wir haben dabei insbesondere den Kunden im Blick. Schnelle, komfortable und digital bezahlbare Ladevorgänge sind unser Ziel“, so Michael Hajesch.
Aufbau der ersten 20 Schnellladestationen startet in 2017
IONITY wird bis 2020 insgesamt rund 400 Schnellladestationen errichten und betreiben. Der Aufbau der ersten zwanzig Stationen startet noch in 2017. Diese werden an Autobahnen und Hauptverkehrsachsen unter anderem in Deutschland, Norwegen und Österreich errichtet. Sie werden öffentlich zugänglich sein und mit einer Entfernung von etwa 120 km zueinander liegen. Dabei setzt IONITY auf die Zusammenarbeit mit starken Kooperationspartnern wie Tank & Rast, Circle K sowie OMV und profitiert insbesondere von deren attraktiven Standorten. Die europaweite Skalierung auf über hundert Schnellladestationen erfolgt in 2018. Jede der IONITY Schnellladestationen wird über mehrere Ladesäulen verfügen. Dadurch erhalten Kunden bis 2020 marken- und leistungs­unabhängig Zugang zu Tausenden von HPC-Ladepunkten. Das HPC-Netzwerk verwendet den europäischen Ladestandard Combined Charging System (CCS). Die Ladeleistung von bis zu 350 kW pro Ladepunkt ermöglicht entsprechend ausgelegten Fahrzeugen eine deutlich kürzere Ladezeit im Vergleich zu heute verfügbaren Systemen. Die Offenheit des Systems und die europaweite Verbreitung werden helfen, die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen deutlich zu erhöhen.
Gemeinsam Europa vernetzen
Eine sorgfältige, an den Kundenbedürfnissen ausgerichtete Standortwahl steht bei der Realisierung des IONITY Netzwerks im Fokus. Auch die intelligente Verknüpfung mit bestehenden Ladelösungen hat das JV im Blick. IONITY steht deshalb in intensivem Austausch mit bestehenden Infrastrukturinitiativen – unter anderem unterstützt von den Gründungsunternehmen und der Politik. Mit den Investitionen in den Aufbau des IONITY Netzwerks bündeln die beteiligten Automobilhersteller ihr Engagement für die Elektromobilität. Zusätzlich baut das Bündnis branchenübergreifend und international auf Kooperationen und starke Partnerschaften.
Die Gründungspartner BMW Group, Daimler AG, Ford Motor Company und der Volkswagen Konzern mit Audi und Porsche beteiligen sich zu gleichen Teilen an dem JV. Weitere Automobilhersteller sind ebenso willkommen, sich aktiv am Ausbau des HPC-Netzwerks zu beteiligen.

Text: Pressemitteilung Daimler AG

Bild: Ionity (alle Rechte vorbehalten)

Selbstfahrende LKWs von Uber erhalten ein neues Setup

Die Advanced Technologies Group von Uber testet eine neue Version des selbstfahrenden LKWs. Die verbauten Systemkomponenten wurden verbessert, under anderem wird ein verbesserter LiDAR Sensor verbaut und neue Softwarekomponenten werden getestet,.

Marke Otto verschwindet

Die letzten Versionen waren noch unter der Marke Otto unterwegs, die ist jetzt komplett verschwunden. Otto wurde im letzten Jahr von Uber übernommen und in der Advanced Technology Group eingegliedert. Außerdem hab es eine Auseinandersetzung mit dem Kanadischen Unternehmen Otto Motors, das den Namen für sich beansprucht.

LKWs erstmal überarbeitet

Seit der Übername wurden die LKWs das erste mal überarbeitet. Für die Weiterentwicklung ist immer noch das frühere Otto Team zuständig, das in San Francisco stationiert ist. Die Gruppe in San Francisco arbeitet aber eng mit den Teams in Pittsburgh und Toronto zusammen. An beiden Standorten hat das Technologieunternehmen Teams sitzen, die sich mit dem Thema vollautomatisiertes Fahren beschäftigen.

Waymo und Uber streiten sich um LiDAR Sensor

Auch Waymo testet selbstfahrende LKWs, erste Bilder der Testfahrzeuge sind im Internet aufgetaucht. Uber und Waymo liefern sich einen Rechtsstreit. Waymo wirft Uber vor, geheime Waymo Entwicklungsdokumente zu besitzen. Diese soll der ehemalige Waymo Chef vor seinem Wechsel zu Uber heruntergeladen haben.

Der neue Uber ATG Truck verfügt über überarbeitete Komponenten uns Software. Neue Sensoren und weitere Hardware wurden verbaut, die Software hat eine Überholung erhalten. Um den LiDAR dreht sich die Auseinandersetzung mit Waymo, der jetzt verbaut scheint aber eine Fremdentwicklung zu sein. Könnte sein, dass Uber auf Grund der Auseinandersetzung mit Waymo auf eine fertige Lösung von einem Zulieferer setzt.

Tests in und um San Francisco 

In den kommenden Wochen sollen die Trucks in und um San Francisco getestet werden. Außerdem kann sich das Unternehmen weitere aufmerksamkeitswirksame Fahrten vorstellen. Anfang des Jahres hat ein selbstfahrender Otto LKW eine Ladung Budweiser Bier transportiert und damit eine neuen Weltrekord aufgestellt.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

Interview mit Dirk Evenson: Der Mobilitätssektor steht an einem dramatischen Wendepunkt

Im folgenden Interview gibt Dirk Evenson Einblicke über die bevorstehenden Veränderungen im Mobilitätssektor. Dirk Evenson ist Direktor der Mobility World – dem Event auf der IAA PKW in Frankfurt, welches sich mit der Mobilität von morgen beschäftigt. Autonomes Fahren, vernetzte Fahrzeuge, E-Mobilität, urbane Mobilität und Mobilitätsservices werden hier gedacht, gelebt und veranschaulicht.

Dirk bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung im Automobilbereich und Mobilitätssektor mit sich. Bevor er die New Mobility World als Direktor führte, bildete er viele Jahre lang die strategische Spitze des Kommunikationsteams innerhalb des VDA, war Partner und Geschäftsführer bei Scholz & Friends und beriet Kunden wie Daimler und (ehemals VW) gedas.

“Der Mobilitätssektor steht an einem dramatischen Wendepunkt –  und erwartet eine leuchtende Zukunft noch nie dagewesener Effizienz, Inklusivität, Sicherheit und Nachhaltigkeit.“

Im Laufe der Jahre erlebte Dirk die komplette Transformation der Industrie von Anfang bis heute und erlebte hautnah, wie Digitalisierung, Technologie und politische Entscheidungen auf eben jene Unternehmen und Visionäre einwirken, die die Zukunft der Mobilität maßgeblich beeinflussen und formen.

Fortbewegung in 20 Jahren – Wie sehen deine Zukunftsszenarien aus?

In Megacities werden die Grenzen zwischen motorisiertem Individualverkehr und öffentlichem Personennahverkehr zunehmend aufgehoben sein: mit einem integrierten, hocheffizienten und verlässlichen System kommen wir schneller und bequemer ans Ziel.

Gleichzeitig gewinnen wir Lebensraum zurück: weniger stehender Verkehr, weniger Lärm, kaum Emissionen und, last but not least: Verkehrstote gehören dann bald der Vergangenheit an. Wir gehen mehr zu Fuß und fahren mehr Fahrrad.

Spoiler alert: Auch 2037 werden wir uns noch nicht von A nach B beamen.

Welches Ziel verfolgt ihr mit der New Mobility World?

Die Mobilität von morgen entsteht nicht auf der grünen Wiese oder durch Erfindergeist allein: bestehende Infrastruktur (gebaut, rechtlich, digital) bedeutet asset und lock-in gleichermaßen. Wir brauchen die Vision und den Mut, Mobilität radikal neu zu denken. Wir brauchen aber auch die Weitsicht, neue Lösungen abwärtskompatibel zu denken. Sonst schaffen wir nur Insellösungen: hübsch, aber am Ziel vorbei.

Die New Mobility World ist der Ort, an dem beides zusammenkommt: einerseits die Macht der Idee, der Wille und die Ungeduld, welche dem Status quo den Kampf ansagen, andererseits die Kraft, die Erfahrung, der Markt, die Entscheider und Wegbereiter, die das Heute zum Asset und nicht zum Verhinderer von Morgen werden lassen. Die New Mobility World ist der Ort für das Ökosystem der Mobilität von morgen.

Wenn du 3 Wünsche frei hättest…

1. Ausbau und Schutz der Infrastruktur: nichts schafft mehr Wohlstand, nichts ist besser in öffentlichen Händen aufgehoben. Der digitale Reichtum fußt auf dem Gemeingut Internet.

2. Digitale Bildung für alle: Daten sind nicht nur Rohöl der Wirtschaft, sondern zunehmend auch Grundlage unseres Zusammenlebens, unserer Gesellschaft und Entscheidungsprozesse.

3. Zukunft statt Besitzstandswahrung: sichert nicht den Status quo, sondern ermöglicht den Fortschritt. Nur mit Fortschritt wird das Morgen besser als das Heute sein. Keiner will die Welt in Aspik. 

Welche ist –  in deinen Augen – die „bahnbrechendste“ Entwicklung im Bereich Mobilität?

Für einen Veteran der neuen Mobilität halte ich noch heute die Fahne hoch: Free Floating Carsharing ist schon acht Jahre alt, aber es hat aus einer Nische eine valide Alternative zum eigenen Fahrzeug und gleichzeitig eine sehr willkommene Ergänzung zum ÖPNV geschaffen.

Die New Mobility World positioniert sich klar „beyond automotive“ – Wie wichtig ist dir der interdisziplinäre Austausch?

“Beyond automotive” heißt: über das Auto hinaus, als Gleiche unter Gleichen. Nur so schaffen wir eine Plattform für das neue Ökosystem der Mobilität. Wenn wir Mobilität von morgen innerhalb der Koordinaten von heute denken, haben wir schon verloren. Unser background in der Automobilindustrie – welche selbst “beyond automotive” geht – gibt uns dabei Stärke, da wir einen wichtigen Player gleich an Bord haben.

Welches Unternehmen nimmt in deinen Augen die klare Vorreiterrolle im Bereich Future Mobility ein?

Den einen klaren Vorreiter sehe ich nicht. Das liegt auch in der Natur der Sache: die Mobilität von morgen braucht ein Ökosystem, bei dem öffentliche Hand und unternehmerische Initiative gemeinsam gedacht werden. In diesem Punkt unterscheidet sich die digitale Transformation der Mobilitätsbranche von der im Einzelhandel oder der Musikindustrie: letztere sind weitgehend privatwirtschaftliche Veranstaltungen.

Bild: New Mobility World / Marcus Höhn (alle Rechte vorbehalten)

Mega-Übernahme: Intel kauft Mobileye für 15 Milliarden Dollar

Bei den Entwicklungen der letzten Monate war absehbar, dass Mobileye interessant für eine Übernahme durch einen größeren Tech- oder Automobilkonzern wird. Das Unternehmen aus Israel, das technische Komponenten für autonome Fahrzeuge der Zukunft entwickelt, wird für eine Summe von 15.3 Milliarden US$ vom Komputerkonzern Intel übernommen. Mobileye ist der führende Anbieter von Kamerasystemen für autonome Fahrzeuge. Intel will sich mit der Übernahme eine stärkere Position im Zukunftsmarkt des autonomen Fahrens sichern.

Systeme für autonome Fahrzeuge

Das israelische Unternehmen bietet eine Palette an unterschiedlichen Dienstleistungen und Technologie. Unter anderem befinden sich Sensoren und Kamerasystemen im Angebot. Ein weitere Fokus liegt auf der Entwicklung von Kartenservices und Datenverarbeitung. Im kommenden Jahren sollen auf crowdsourcing Basis visuelle Daten für die Verbesserung von hochgenauen Karten gesammelt und in kürzester Zeit aufbereitet werden. Aktuelle und genaue visuelle Umgebungsdaten sind entscheidend für den Erfolg von selbstfahrenden Autos. Beide Unternehmen betonen, dass autonome Fahrzeuge starke Vorteile für Verbraucher bieten. Autonomes Fahren wird ein höheres Level an Sicherheit bieten, außerdem wird die Flexibilität steigen und die Kosten werden sinken.

Produkte von Mobileye und Intel ergänzen sich

Durch die Übernahme durch Intel gewinnt das israelische Unternehmen weitere finanzielle Durchschlagskraft und vergrößert sein Netzwerk an potentiellen Kunden. Die Produkte beider Unternehmen ergänzen sich gut. Intel liefert die Computer Chips und Teile der benötigten Software, von Mobileye kommen die Komponenten für die Fahrassistenz Systeme. Der Zusammenschluss der Expertise beider Anbieter können die Entwicklung autonomer Fahrzeuge beschleunigen und dazu beitragen, dass die Herstellungskosten gesenkt werden.

Kooperation mit von BMW, Intel und Mobileye

Die beiden Unternehmen Intel und Mobileye arbeiten schon seit längerem zusammen. In Kooperation mit dem Automobilhersteller BMW entwickeln Intel und Mobileye selbstfahrende Autos. Von BMW kommt dabei die Basis für das Fahrzeug, Intel steuert die Rechnerleistung und Software hinzu und von Mobileye werden die visuellen Sensoren mit eingebracht. Intel investiert verstärkt in Technologien rund um autonomes Fahren. Vor kurzem erfolgte unter anderem die Beteiligung an dem Kartendienst Here. Here befasst sich mit der Entwicklung von hochauflösenden Kartendaten, die für die Navigation von autonomen Fahrzeugen benötigt werden.

Bild: Intel (alle Rechte vorbehalten)

Uber Fahrer in Großbritannien: Angestellte statt Freelancer

In einem Gerichtsverfahren in Großbritannien haben zwei Uber Fahrer erreicht, dass sie nicht mehr als unabhängige Partner sondern als Angestellte zu sehen sind. In Großbritannien sind etwa 40.000 Fahrer auf der Uber-Plattform aktiv, die jetzt ähnliches anstreben könnten.

Das Urteil der Richter könnte auch Auswirkungen auf andere Unternehmen haben, die ebenfalls auf unabhängige Partner setzten, um den angebotenen Service durchführen zu können.

Die Ridesharing-Plattform hat damit argumentiert, dass das Unternehmen nur die Technologie zur Verfügung stellt und die Fahrer frei entscheiden können, wann und wo sie arbeiten. Außerdem nutzen die Fahrer ihre eigenen Fahrzeuge und tragen somit den größten Teil des unternehmerischen Risikos. Die Anwälte der Kläger haben argumentiert, dass die Fahrer angestellte sind, da Uber Druck auf die Fahrer aufbaut, um sie zum Arbeiten zu bewegen. Außerdem werden sie bestraft, wenn Aufträge nicht angenommen werden. Das Gericht ist in der ersten Instanz der Argumentation der Kläger gefolgt. Uber hat bereits angekündigt, dass Einspruch gegen das Urteil eingelegt wird. Sollte das Urteil Am Ende stand halten, muss das Fahrdienst-Unternehmen die Verträge mit allen Fahrern ändern, um horrende Kosten zu vermeiden.

Das Gericht hat in dem jetzigen Urteil entschieden, dass die Uber Fahrer als angestellte Fahrer zu betrachten sind und rückwirkend das Recht auf Mindestlohn von min. 7.20 GBP pro Stunde und bezahlten Urlaub haben. Weitere Fahrer, die sich dem Fall angeschlossen haben, können ebenfalls ihre Forderungen einreichen.

Das Verfahren wurde von der Gewerkschaft GMP unterstützt, die Gewerkschaft hat bereits angekündigt, das Vertragswerk und Setup weiterer Shared Economy Startups zu untersuchen, die auf selbstständige Fahrer oder Partner setzen. Eine Studie geht davon aus, dass in Großbritannien 460.000 Personen fälschlicherweise als Selbstständige eingestuft werden und so pro Jahr 314 Mio. GBP an Steuern und Versicherungsbeiträgen nicht gezahlt werden.

Bereits in den USA wurde Uber von Fahrern im Rahmen einer Sammelklage verklagt, der Fall wurde letztendlich mit einem Vergleich in Millionenhöhe beigelegt. Auch in Deutschland besteht für die Shared Economy Anbieter die Gefahr der Scheinselbstständigkeit. Unternehmen wie Deliveroo setzen in Deutschland teilweise auch auf selbständige Fahrer. Aus Unternehmenssicht ist es wichtig, dass hier gewisse Kriterien eingehalten werden, um das Risiko einer Klage und unerwünschter Kosten zu reduzieren.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Autopilot 2.0 von Tesla soll noch dieses Jahr kommen

Mehrerer Quellen berichten, dass Tesla bald die Version 2.0 des Autopiloten mit teilautonomen Fahreigenschaften vorstellen wird. Die neue Version der Soft- und Hardware für autonomes Fahren wird über neue Features verfügen. Es wird vermutet, dass Autopilot 2.0 Teil der neuen Tesla Software 8.0 sein wird.

Verbesserter Autopilot 2.0

Laut TechnoBuffalo sollen neue duale Kameras verbaut werden, die es unter anderem ermöglichen werden, dass ein Tesla automatisch an Stoppschildern und Ampeln anhält und wieder losfährt. Bisher bleibt ein Tesla nur stehen, wenn sich ein Auto oder ein anderes Objekt in Fahrtrichtung befindet. Bisher konnte ein Tesla S vor allem auf Autobahnen zwischen Auf- und Abfahrt selbstständig fahren. Die neue Version des Autopiloten soll auch das Auf- und Abfahren ohne Eingriff des Fahrers ermöglichen. Der Blog Elektrek geht davon aus, dass ein neues Set an Sensoren verbaut wird, das die neuen Eigenschaften ermöglichen wird. Die neuen Kameras und erweiterte Sensoren lassen darauf schließen, dass die meisten der neuen Eigenschaften nicht für bereits produzierte Fahrzeuge in Frage kommen werden. Eine Rückwertskompatibilität ist also nicht zu erwarten.

Mehr Aufmerksamkeit nach Unfällen

Nach den Unfällen mit der ersten Version des Autopiloten wird die neue Version mehr Aufmerksamkeit bekommen. Die Behörden werden den Autopiloten 2.0 kritisch begutachten und die Öffentlichkeit wird ach eine andere Wahrnehmung haben. In den letzten Wochen wurden zwei Unfälle bekannt, die sich ereignet haben, als die Tesla-Fahrzeuge mit Autopiloten unterwegs waren. Ein Unfall endete tödlich, über einen weiteren Unfall mit einem Tesla Model X ist noch wenig bekannt.

Die Verbesserungen sind auch ein weiterer Schritt in der Entwicklung von voll selbstfahrenden Autos. Tesla hat sich dafür entschieden, mit einem teilautonomen Fahrzeug zu starten und dann über Zeit weitere autonome Fahreigenschaften hinzuzufügen. Andere Unternehmen, wie z.B. Google, BMW oder Ford verfolgen eine andere Strategie. Sie wollen Fahrzeuge auf den Markt bringen, die von Anfang an vollautonom fahren.  Wahrscheinlich ist, dass diese Modelle im Jahr 2021 auf den Markt kommen werden.

Bild: Tesla (alle Rechte vorbehalten)

GM und Lyft testen selbstfahrende Taxis

General Motors und Lyft wollen innerhalb eines Jahres das Elektroauto Chevrolet Bolt als selbstfahrende Taxis auf öffentlichen Straßen testen. Vor ein paar Monaten hat sich GM mit 500 Mio. US$ an der Ridesharing Plattform Lyft beteiligt. Kurz darauf folgte die Übernahme von Cruise, einem Anbieter von Technologien für selbstfahrende Autos. Die von Cruise entwickelte Technologie wird die Grundlage für die autonomen Eigenschaften der Chevrolet Bolt Taxis sein.

Bisher ist noch nicht bekannt, in welcher Stadt Lyft das Angebot der selbstfahrenden Taxis testen wird. Die Nutzer können in der Smartphone App von Lyft festlegen, ob sie an dem Testprogramm teilnehmen möchten oder nicht. Über die Lyft App können die Nutzer den GM OnStar Service kontaktieren, wenn sie eine Frage oder ein Problem haben. Außerdem kann der Nutzer über die App mitteilen, wann das Fahrzeug losfahren soll und wann die Fahrt beendet werden soll. Bisher wurden diese Funktionen nur in einem App-Prototyp gezeigt, mit dem Lyft das Vertrauen im Bezug auf selbstfahrende Taxis steigern möchte.

Zu Beginn mit Fahrer – komplizierte Vorschriften

Zu Beginn wird sich noch ein Fahrer im Auto befinden, um im Notfall eingreifen zu können. Eine der größten Hürden sind im Moment noch die Vorschriften und Regeln, die den Einsatz von selbstfahrenden Taxis beschreiben und die Verantwortlichkeiten festlegen. Um einheitliche Vorschriften durchzusetzen, haben Uber, Lyft und Co. vor kurzem ein Bündnis gegründet. Langfristig soll der Fahrer nicht notwendig sein, was dazu führt, dass die Kosten einer Fahrt mit Lyft sinken werden. Der Fahrer ist einer der größten Kostenfaktoren im Geschäftsmodell der Ridesharing Plattformen.

Grundsätzlich ist General Motors daran interessiert, den Chevrolet Bolt an Lyft Fahrer zu verkaufen oder zu vermieten, um so den Verkauf des Elektroautos anzukurbeln. Bisher wird das Model Chevrolet Equinox in einem Pilot Projekt an Lyft Fahrer in Chicago vermietet. Das Projekt soll auf andere Städte ausgeweitet werden. Dabei sollen vermehrt Bolts unter die Fahrer gebracht werden. Durch die Bauweise verfügt der Bolt über mehr Beinfreiheit im Font und eignet sich dadurch gut für Ridesharing-Dienste und Mitfahrplattformen. Die Betriebskosten dürften unter den Kosten für ein benzinbetriebenes Fahrzeug liegen.

Investitionen schnell nutzen

General Motors möchte die Vorteile seiner Investitionen möglichst schnell nutzen, um den Anschluss nicht zu verpassen. Die bisherige Automobilindustrie gerät durch Neueinsteiger und Anstrengungen großer Technologieunternehmen unter ansteigenden Druck. Die Automobilkonzerne wurden von den Entwicklungen aus dem Silicon Valley überrascht, unter anderem von Tesla’s Elektrofahrzeugen, dem selbstfahrenden Auto von Google oder dem Ridesharing-Business von Uber. Uber entwickelt in Zusammenarbeite mit der Universität in Pittsburgh eigene selbstfahrende Taxis. Google hat angekündigt, dass 100 Chrysler Pacifica Minivans mit der von Google entwickelten Technologie für autonome Fahrzeuge ausgestattet werden.

Bild: General Motors/Chevrolet (bestimmte Rechte vorbehalten)

Google, Ford und Uber starten Bündnis für selbstfahrende Autos

Google, Ford, Ridesharing Dienst Uber und zwei weitere Unternehmen starten eine Arbeitsgruppe, um schneller gesetzliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von autonomen Fahrzeugen zu schaffen.

Bei den beiden weiteren Unternehmen in der Arbeitsgruppe für sichere Straßen handelt es sich um Volvo und Lyft. Deutsch Automobilhersteller und Mobilitätsanbieter sind bisher nicht vertreten. Die Gruppe will mit Gesetzgebern, regulierenden Behörden und der Öffentlichkeit zusammenarbeiten, um die gesellschaftlichen Vorteile und Sicherheitsaspekte von selbstfahrenden Fahrzeugen zu realisieren.

Angeführt wird die Gruppe von David Strickland. David Strickland war zuvor eine leitender Angestellter der U.S. National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA). Diese Organisation ist für das Verfassen der Straßenverkehrsregeln für selbstfahrende Autos in den USA zuständig. Strickland hat zuvor auch Google im Bezug auf selbstfahrende Autos beraten. Gemeinsam sollen Regeln geschaffen, die einen sicheren gemischten Verkehr von selbstfahrenden Fahrzeugen und Autos mit Fahrer gewährleisten sollen.

Einheitliche Regelung für selbstfahrende Fahrzeuge

Bisher existieren keine einheitlichen Regelungen in den USA für autonome Fahrzeuge. Die Tests der Automobilhersteller und Technologiekonzerne in den USA sind nur möglich, da Sondergenehmigungen erteilt wurden. In Deutschland sieht es ähnlich aus. Ziel ist es auch, dass ein Regelwerk geschaffen wird, das einheitlich in allen amerikanischen Bundesstaaten angewendet wird.

Mit der Entwicklung von selbstfahrenden Fahrzeugen befassen sich eine Reihe von Autoherstellern. Auch deutsche Automobilhersteller wollen so schnell es geht autonome Fahrzeuge auf den Markt bringen. Allen voran ist Daimler vorne mit dabei. Konkurrent BMW versucht hingegen so schnell es geht den Entwicklungsvorsprung von Daimler aufzuholen.

Alle Partner des Bündnisses entwickeln autonome Fahrzeuge. Google hat mit seinem selbstfahrenden Fahrzeug für Aufsehen gesorgt, sucht seit dem aber nach Industriepartnern, die die Produktion übernehmen. Ford bemüht sich auch, autonome Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Die Ridesharing Unternehmen entwickeln entweder in Eigenregie selbstfahrende Autos (Uber) oder in Zusammenarbeit mit dem Automobilkonzern GM (Lyft). Für die Ridesharing Dienste würde der Einsatz von selbstfahrenden Autos einen enormen Kostenvorteil bedeuten, da keine Fahrer bezahlt werden müssten.

Uber zahlt 100 Millionen Dollar

 

In der letzten Woche hatten wir darüber berichtet, dass Uber bisher mehr als 55 Mio. US$ an Strafen und Vergleichssummen zahlen musste. Als offener Fall wurde die Sammelklage der Fahrer im Bezug auf ihre Stellung als unabhängige Partner aufgeführt. Uber Fahrer haben in Kalifornien und Massachusetts geklagt, da sie sich als Angestellte und nicht als unabhängige Partner gesehen haben.

Sammelklage der Fahrer

Auch in diesem Fall haben sich die Parteien auf einen Vergleich geeinigt, wie Uber mitteilt. Uber zahlt eine Summe von 100 Mio. US$ und kann im Gegenzug dazu die Fahrer weiterhin als unabhängige Partner betrachten. Die Summe wird unter den etwa 385.000 Fahrern aufgeteilt. 94 Mio. US$ der Summe werden sofort fällig, die restlichen 16 Mio. US$ erst, wenn Uber an die Börse geht und der Börsenwert im ersten Jahr auf mehr als 95 Milliarden US$ steigt.

Langfristig spart sich Uber Kosten

Der Vergleich bringt für Uber hohe einmalige Kosten mit sich. Langfristig wird sich Uber dadurch höhere Kosten sparen. Müsste Uber alle Fahrer als Festangestellte betrachten, wären Kosten für Sozialversicherung, Krankenversicherung, Ausgleich für Überstunden und Krankheit fällig. In Summe übersteig das leicht die Vergleichssumme von 100 Mio. US$. Hätte Uber die Fahrer einstellen müssen, wäre das eine Bedrohung für das Geschäftsmodell von Uber gewesen.

Fahrer wollen selbstständig sein

Uber hat immer darauf verwiesen, dass die Fahrer es vorziehen, unabhängig zu sein. So können sie sich ihre Zeit frei einteilen und auch für weitere Plattformen, z.B. Lyft fahren.

Uber verpflichtet sich auch dazu, den Fahrern weitere Informationen zukommen zu lassen, warum ihnen der Zugang zur Plattform verwehrt wird. Uber Fahrer dürfen beziehungsweise nicht ohne ersichtlichen Grund ausgeschlossen werden. Uber wird den Nutzern mitteilen, dass Trinkgeld nicht im Fahrpreis enthalten ist. Außerdem dürfen die Fahren Schilder in ihren Fahrzeugen anbringen, auf denen sie um Trinkgeld bitten.

Weitere Fälle noch offen

Einige Lieferstartups haben den Fall mit Interesse verfolgt, auch auch deren Modell auf selbstständigen Fahrer beruht. Gegen Startups wie Postmates laufen ebenfalls Sammelklagen. Auch in Deutschland müssen sich die Fahr- und On-Demand Dienste mit dem Thema auseinandersetzten. Hier besteht die Gefahr der Scheinselbstständigkeit.

Bild: 5chw4r7z (bestimmte Rechte vorbehalten)