Category Archives: Ridesharing

Grab soll Summe von 2 Milliarden US$ einsammeln wollen

Das Unternehmen Grab betreibt in Südost Asien eine Ridesharing Plattform in sieben Ländern, die jetzt mit mehr als fünf Milliarden US$ wert sein soll. Damit wäre Grab das am höchsten bewertete Startup un Südost Asien. Die hohe Bewertung soll Grundlage der kommenden Finanzierungsrunde sein, bei der bis zu zwei Milliarden US$ in das Unternehmen investiert werden sollen. Das Geld kommt dabei von SoftBank und dem chinesischem Ride-Sharing Anbieter Didi Chuxing.

SoftBank und Didi stockten auf

SoftBank und Didi sind bereits seit längerem als Investoren an Bord. SoftBank hat sich in den vergangenen Jahren an mehreren Ride Hailing Plattformen beteiligt. Unter anderem ist der japanische Investor Anteilseigner von Lyft und der indischen Ride Sharing Plattform Ola. Kürzlich stand auch ein Szenario im Raum, bei dem SoftBank Uber-Anteile von bestehenden Investoren übernehmen soll. Auch an der brasilianischen Taxi App 99 hat sich SoftBank beteiligt.

Zusammenarbeit zwischen Grab und Didi mit Spannungen

Dass Grab weiterhin mit Didi zusammenarbeitet, ist verwunderlich. Nach der Übernahme von Uber China durch Didi Chuxing ist es zu Spannungen zwischen Grab und Didi gekommen. Im Zuge der Übernahme hat sind Uber und Didi enger zusammengerückt, da Didi eine Milliarde in Uber investiert hat. Das hat das Unternehmen aus Südost Asien nicht begeistert, da Uber in der Region der größte Konkurrent von Grab ist.

Uber setzt sich nicht überall durch

Das Ride Hailing Geschäft hat sich seit einiger Zeit verändert. Der Platzhirsch Uber geht nicht mehr davon aus, dass alle Märkte der Welt beherrscht werden können. So folgte zuerst die Veräußerung des Geschäfts in China an den lokale Anbieter Didi Chuxing. In den letzten Wochen hat das Unternehmen angekündigt, dass das Russlandgeschäft mit Yandex Taxi verschmolzen wird. Lokale Player und Investoren, wie Grab und Softbank fürchten sich nicht mehr unbedingt vor Uber und sehen deshalb durchaus die Möglichkeit, eine lokale Marktführerschaft aufzubauen. Eventuell erfolg ja bald eine Veräußerung des Deutschlandgeschäfts an MyTaxi und Daimler. Auch hierzulande kann sich Uber nicht durchsetzen.

Bild: Grab (alle Rechte vorbehalten)

Lyft entwickelt nun doch eigene autonome Autos

Bisher hat sich das Ride-Sharing Unternehmen nicht aktiv mit der Entwicklung von Technologien für autonomes Fahren beschäftigt, sondern mit Konzernen und Startups Partnerschaften zu dem Thema geschlossen. Jetzt ändert Lyft die Strategie und investiert in den kommenden Jahren viel in die Entwicklung eigener Technologien für vollautomatisierte Autos. Das ganze soll in eine offene Plattform einfließen.

Neue Abteilung soll wachsen

Die Fahrdienstplattform hat eine neue Abteilung gegründet, die bis Ende des kommenden Jahres auf mehrere Hundert Mitarbeiter anwachsen. Das Team soll alle Technologien, also Hardware und Software entwickeln, die für autonome Autos benötigt werden. Ein eigenes Fahrzeug soll dabei nicht entstehen, sondern Systeme, die dann von anderen Herstellern verbaut werden können.

Konkurrent Uber mit ähnlichem Programm 

Lyfts Vorhaben gleicht dem des Konkurrenten Uber. Der größere Rivale entwickelt seit längerem Systeme für vollautomatisiertes Fahren, die in Volvo XC90 SUVs getestet werden.  Außerdem arbeitet Uber mit dem Daimler Konzern zusammen, der angekündigt hat, autonome Shuttle Fahrzeuge für die Uber Plattform betreiben zu wollen.

Hybrid Setup bei Lyft geplant

Sofern es der Entwicklungsstand der Technologie zulässt, sollen autonome Autos zur Plattform hinzugefügt werden. Dann sind sowohl Fahrzeuge mit Fahrer als auch vollautomatisierte Fahrzeuge im System. Der Algorithmus entscheidet, ob der Fahrgast ein Auto mit Fahrer oder ein vollautomatisiertes Fahrzeug zugewiesen bekommt. Entscheidungskriterien für den Algorithmus sind unter anderem Wetterbedingungen, Distanz und Route.

Strategie Schwenk nach Partnerschaften

Lyft hat schon mehrmals bekräftig, dass vollautomatisierte Fahrzeuge auf der Plattform in Zukunft eingesetzt werden sollen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Plattform mit unterschiedlichen Partner kooperiert. Auf der einen Seite gehört der Automobilhersteller General Motors zu den Investoren von Lyft, der Konzern entwickelt eigene autonome Fahrzeuge. Auf der anderen Seite wurden Partnerschaften mit nuTonomy und der Google Tochter Waymo abgeschlossen. Die anderen Player haben bis zu acht Jahre Erfahrung bei dem Thema – es ist fraglich, ob die Ride Hailing Plattform diese Lücke schließen kann.

Die deutschen Anbieter, wie Blacklane oder myTaxi haben sich noch nicht zum Thema autonomes Fahren geäußert. Sie sollten aktiv werden, um nicht noch weiter ins Hintertreffen zu geraten.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Kakao Mobility aus Korea sammelt Millionensumme für Ride Hailing App ein 

In Korea ist die Chat App Kakao mit 50 Millionen monatlichen Nutzern eine der meistgenutzten Massanger Apps in dem asiatischen Land. Über die Zeit hat das Unternehmen unterschiedliche Services zusätzlich zu dem Nachrichtenaustausch gestartet, um Umsatzströme zu erzielen. So auch ein Mobilitätsangebot Kakao Mobility, das jetzt ein Investment in Millionenhöhe verbuchen kann.

Ausgründung der Kakao Mobility Angebote

Es wurde verkündet, dass das Mobility Angebot in eine eingeständiges Unternehmen mit den Namen Kakao Mobility ausgegründet wurde. Gleichzeitig hat sich der Investment Fond TPG mit einer Summe von etwa 385 Mio. Euro an dem Unternehmen beteiligt. Zu dem Portfolio von TPG gehören unter anderem auch Airbnb, Spotify und mit Uber auch der größte Konkurrent von Kakao Mobility in Korea.

Kakao Taxi mit 1.5 Mio. täglichen Fahrten

Unter Kakao Mobility werden die Dienste Kakao Taxi, Kakao Driver und Kakao Navi zusammengefasst. Das bekannteste Angebot von Kakao Mobility ist der Kakao Taxi Service, der vor etwa zwei Jahren gestartet. Damit sollte ein Weg gefunden werden, um die große Nutzergruppe des Messanger Dienstes zu monetarisieren. Die Nachrichten-App ist auf 95% der Smartphones in Südkorea installiert. Zur Zeit werden 1.5 Millionen Fahrtanfragen täglich vermittelt und ist auch in Japan verfügbar. Mit dem Dienst Kakao Driver lässt sich ein Fahrer für das eigene Fahrzeug ordern. Der Service kommt auf 2.7 Millionen monatliche Nutzer. Die Navi App Kakao Navi konnte 10 Mio. Registrierungen seit dem Start im Februar 2016 verbuchen.

Weitere Dienste in der Pipeline

Weitere Mobility Dienste sollen in der zweiten Hälfte gestartet werden, unter anderem ein Service für die Parkplatzsuche und eine Taxi App für Geschäftsreisende und Unternehmen. Die Ausgründung der Mobility Sparte war eine strategische Entscheidung und durch den Schritt soll ein schnelleres Wachstum und eine schnelle Expansion ermöglicht werden. Kakao will sich die Transformation der Automotive und Mobility Industrien zunutze machen und neue Geschäftsbereiche aufbauen.

Bild: KakaoTaxi (alle Rechte vorbehalten)

Zusammenschluss in Russland: Uber und Yandex verschmelzen die Fahrdienste

Die Ridesharing Plattform Uber und die Fahrdienst Tochter des russischen Yandex Konzerns schließen sich in einem neuen Unternehmen zusammen. In das Gemeinschaftsunternehmen sollen die Angebote in Russland, Kasachstan, Armenien, Weißrussland, Georgien und Aserbaidschan kombiniert werden. Uber wird auch seinen UberEATS Service mit einbringen.

Yandex mit größerem Anteil nach Fusion

Die Bewertung liegt nach der Fusion bei 3.725 Milliarden US$. Yandex hält 59.3% am neuen Unternehmen mit dem Decknamen NewCo, Uber 36.6% und die restlichen 4.1 % sind in den Händen der Mitarbeiter. Uber investiert zugleich 225 Mio. US$ in das Gemeinschaftsunternehmen, der russische Taxidienst steuert nochmal 100 Mio. US$ hinzu. Diese Ungleichgewicht gibt preis, dass Yandex der größere Anbieter in Russland ist und Uber es nicht geschafft hat, den lokalen Konkurrenten zu überholen. Aus den von Yandex veröffentlichten Zahlen wird klar, dass das Unternehmen mehr als doppelt so viele Fahrten im Jahr 2017 plant, als der amerikanische Ex-Konkurrent.

Gemeinschaftsplattform mit 35 Mio. Fahrten pro Jahr

Das kombinierte Unternehmen soll mehr als 35 Mio. Fahrten pro Monat durchführen. Das Geschäftsgebiet des neuen Unternehmens umfasst 127 Städte in sechs Ländern. Die Unternehmensführung nach dem Zusammenschluss übernimmt der Yandex Taxi CEO Tigran Khudaverdyan. Nach dem Abschluss der Transaktion können die Nutzer über beide Apps ein Fahrzeug bestellen. Die Fahrer werden aber auf einer Plattform zusammengefasst und nutzen auch nur eine App.

Nach China die zweite Abgabe für Uber

Uber gibt mit der Transaktion den zweiten Markt an einen Konkurrenten ab. Im letzten Jahr hat sich Uber operativ aus China verabschiedet, indem das Geschäft an den lokalen Anbiete Didi Chuxing für einen hohen Milliardenvertrag verkauft. Uber möchte mit dem Zusammenschluss die eigene Bilanz aufbessern. Das Unternehmen scheint auch die Strategie zu verfolgen, Märkte abzugeben, bei dem eine Alleinherrschaft oder Marktführerschaft als unwahrscheinlich sein wird.

Gestartet als Suchmaschine

Yandex ist besser bekannt als das russische Google, seit Jahren betreibt das Unternehmen aber auch eine Taxi-App. Vor kurzem wurden auch Informationen über die Pläne des Unternehmens mit selbstfahrenden Autos bekannt. Yandex betreibt ein eigenen Forschungsprogramm, um die Technologien für vollautomatisierte Fahrzeug zu entwickeln. Uber ist seit ein paar Jahren in Russland aktiv und musste sich im letzten Jahr gegen ein drohendes Verbot wehren. Letztendlich wurde Uber dazu verpflichtet, nur noch lizenzierte Taxi- und Limousinenfahrer einzusetzen.

Bild: Yandex (alle Rechte vorbehalten)

Volkswagen und KUKA starten Kooperation: Robotergestützte Innovationen für Fahrzeuge der Zukunft als Ziel

Die Forschungsabteilung von Volkswagen und der Automatisierungsspezialist KUKA schließen einen Kooperationsvertrag, um roboterbasierte Innovationskonzepte für die Fahrzeuge der Zukunft gemeinsam zu entwickeln. Eine entsprechende Vereinbarung wurde unterzeichnet.

KUKA Roboter für den Ladevorgang

Autonom fahrende Automobile und Service-Roboter sind zwei Teilaspekte der Mobilität der Zukunft, die im Rahmen der strategischen Partnerschaft betrachtet werden. Unter anderem sollen Roboter entwickelt werden, die den Ladevorgang bei autonomen Fahrzeugen einleiten, durchführen und beenden können. Die Elektrofahrzeuge der Zukunft müssen automatisch geladen werden können.

Weiterführung einer bestehenden Kooperation

Die neue Kooperation knüpft an ein bereits bestehendes gemeinsames Forschungsprojekt  an, das sich mit Mensch-Roboter-Kollaboration befasst. Das Projekt e-smart Connect beinhaltet eine praxisnahe und benutzerfreundliche Lösung für das Aufladen der Hochvoltbatterien von Elektrofahrzeugen des Volkswagen Konzerns. Dabei verbindet ein KUKA Roboter in einer speziell entwickelten Anwendung das Fahrzeug eigenständig mit einer Ladestation. So muss der Fahrer das elektrisch angetriebene Auto lediglich auf einem gekennzeichneten Parkplatz abstellen, das Montieren des Ladekabels erledigt der Roboter für ihn.

Autonome Autos brauchen autonomes Laden

In Zukunft soll der Ladevorgang ohne das Zutun von Fahrern oder Fahrgästen passieren. Die vollautomatisierten Fahrzeuge steuern bei Bedarf automatisch die Ladestationen an und der Roboter verbindet das Fahrzeug mit den Ladestationen. Eine Alternative Möglichkeit wäre das induktive und damit kabellose Laden der Fahrzeuge. Bisher ist noch unklar, welche Lösung sich durchsetzen wird.

Weitere Serviceroboter für Wartung und Betrieb in Planung

In der neuen strategischen Partnerschaft sollen neben den technologischen Grundlagen auch weitere Konzepte für innovative Anwendungen entwickelt werden. Wahrscheinlich sollen also noch weitere Service Roboter entstehen, die den Betrieb und Umgang mit autonomen Fahrzeugen vereinfachen. Die Roboter werden den Menschen in Zukunft bei vielen alltäglichen Aufgabe unterstützen. Unter anderem können Roboter bei Beladung der Fahrzeuge helfen und Wartungsaufgaben übernehmen.

Bild: Volkswagen AG (Alle Rechte vorbehalten)

Shuttle Dienst: Daimler steigt bei CleverShuttle ein

Die Daimler Tochter EvoBus steigt bei dem Startup CleverShuttle ein. EvoBus kommt als strategischer Investor an Bord, zusammen sollen innovative Lösungen für on-demand Dienste entwickelt werden. Daimler ist der zweite Konzern, der bei dem Unternehmen einsteigt. Mit der Deutschen Bahn ist schon ein mächtiger Partner bei CleverShuttle eingestiegen.

Wie hoch das Investment ist, ist nicht bekannt. Die Daimler Tochter beteiligt sich im Rahmen einer Minderheitsbeteiligung und hat strategische Absichten.

Mehr als 170.000 Fahrgäste bei CleverShuttle

CleverShuttle bietet bisher in mehreren Deutschen Städten einen Shuttle Dienst mit Elektroautos an. Der On-Demand Ride-Sharing Fahrdienst ist in München, Berlin und Leipzig aktiv. In den Städten agiert das Unternehmen mit einer Sondergenehmigung der Behörden, um den Service trotz geltenden Gesetzten kommerziell betreiben kann. Durch einen intelligenten Optimierungsalgorithmus bündelt CleverShuttle Fahrgäste mit ähnlichen Routen gemeinsam in einem Fahrzeug und bringt sie effizient und preisgünstig von Tür zu Tür. Seit dem Start 2016 wurden 170.000 Fahrgäste befördert und mehr als 500.000 Kilometer zurückgelegt. Es werden Elektrofahrzeuge eingesetzt, um die Fahrgäste von A nach B zu transportieren.

Expansion und Lösung für Verkehrsverbände

In diesem Jahr sollen noch weitere vier Städte in Deutschland hinzukommen. Gleichzeitig soll mit EvoBus as B2B Geschäft ausgebaut werden. Beide Unternehmen planen gemeinsam eine IT-Lösung, die von Verkehrsverbänden und -unternehmen eingesetzt werden kann. Die geplante Software soll den Verkehrsunternehmen ermöglichen, die Routen besser auf die Bedürfnisse der Fahrgäste abzustimmen. Als Grundlage für die geplante IT-Lösung dient die Technologie von CleverShuttle. Eine Integration in den bestehenden Linienverkehr soll ermöglicht werden.

CleverShuttle als Partner für BVG?

Mehrere Verkehrsverbände haben bereits angekündigt, dass ein on-demand Shuttle Dienst gestartet werden soll. Bei dem geplanten BVG Angebot in Berlin soll Daimler als Favorit gelten. Bisher fehlt dem Konzern aber noch die entsprechende Software für ein solches Angebot. Durch das jetzige Investment schließt sich aber das Puzzle und es macht Sinn, warum Daimler als Favorit gehandelt wird.

Im Wettbewerb zu CleverShuttle positioniert sich das Unternehmen Door2Door aus Berlin. Auch Door2Door entwickelt eine IT-Lösung mit der die Städte und Verkehrsverbände einen bedarfsorientierten Shuttle Dienst anbieten können. Als erstes wird die Lösung in der Bayerischen Stadt Freyung getestet, auch ein Einsatz in Duisburg ist geplant.

Bild: CleverShuttle (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Autos: Bosch will Roboter-Taxi bereits 2018 testen

Dass der Automobilzulieferer Bosch an Technologien für autonome Fahrzeuge arbeitet, ist seit längerem bekannt. Unter anderem wurde mit dem Daimler Konzern eine Entwicklungskooperation vereinbart. Bisher war wenige bekannt über den Entwicklungsstand der Systeme, jetzt teilt Bosch mit, ab wann die Fahrzeuge auf der Straße getestet werden sollen.

Test von Robo-Taxen ab 2018

Bosch hat mitgeteilt, dass ab dem kommenden Jahr die Fahrzeuge mit Systemen für autonomes Fahren auf den Straßen getestet werden. Die breite Markteinführung ist für 2022 geplant. So lange dauert es aus der Sicht von Bosch, bis die Technologien vollständig entwickelt und umfangreich getestet wurden, um alle Eventualitäten zu berücksichtigen. Bei den Tests im kommenden Jahr wird immer ein Fahrer an Bord sein, der im Notfall das Steuer übernehmen kann. In welchen Rahmen die Autos getestet werden sollen und ob sie auf einer Ride-Sharing Plattform zur Verfügung stehen werden, ist nicht klar.

Entwicklungskooperation zwischen Bosch und Daimler

Im April diesen Jahres haben Daimler und Bosch eine Entwicklungskooperation vereinbart. Mehrere Hundert Mitarbeiter beider Unternehmen sollen die Entwicklung der benötigten Systeme beschleunigen. In das Projekt fließt ein hoher dreistelliger Millionenbetrag. Daimler will zwischen 2020 und 2025 autonome Taxis serienreif haben. Mit der Plattform Uber wurde bereits eine Kooperation für den Einsatz der Autos vereinbart. Daimler will eine Flotte an autonomen Autos betreiben und diese auf der Ride-Hailing Plattform Uber einsetzen. Bosch wird sicher weitere Kooperationen mit Autoherstellern schließen.

Startups und Technologiekonzerne sind weiter

Die Deutschen Automobilhersteller und -zulieferer sind spät in das Rennen um die Entwicklung von vollautomatisierten Autos eingestiegen. Die benötigten Technologien werden die Automobilindustrie in den kommenden Jahren gravierend ändern. Startups wie NuTonomy und Uber, oder Technologiekonzerne wie Waymo und Baidu haben einen jahrelangen Vorsprung. Waymo testet seit mehren Jahren Prototypen und hat heute mehrere Hundert Chrysler Minivans mit Systemen für vollautomatisiertes Fahren im Einsatz. Die Ridesharing Plattform Uber testet seit dem vergangenen Jahr umgerüstete Volvos und Ford Fahrzeuge. Einige amerikanische Automobilhersteller gehen einen anderen Weg, in dem sie führende Startups in dem Bereich übernommen haben. Vorne mit dabei ist General Motors mit der Übernahme von Cruise.

Bild: Robert Bosch GmbH (alle Rechte vorbehalten)

General Motors schickt weitere 130 autonome Fahrzeuge auf die Straße

Im vergangenen Jahr hat General Motors das Startup Cruise übernommen, um beim Thema autonomes Fahren schneller Ergebnisse zu erzielen. Die Technologie von Cruise wurde intern weiterentwickelt und in einigen Testfahrzeugen verbaut. Jetzt hat GM angekündigt, dass die Flotte erweitert wird.

Vollautomatisierte Bolt Fahrzeuge

Insgesamt hat General Motors 130 Elektrofahrzeuge der Bolt Reihe mit der Technologie für vollautomatisiertes Fahren ausgestattet. Die Fahrzeuge wurden mit einem weiterentwickelten Set an Sensoren und Hardwarekomponenten ausgestattet, das GM mit Cruise entwickelt hat. Unter anderem sind die Autos mit einem weiterentwickeltem LiDAR Sensor ausgestattet und verfügen über bessere Kameras. Die Fahrzeuge sollen über mehr als 40 Sensoren und Kameras verfügen. Die Fahrgäste können über einen Display im Auto die Umgebung beobachten. Mehr Details hat der Hersteller nicht veröffentlicht.

General Motors verstärkt Aktivitäten seit 2016

General Motors befasst sich schon seit 2015 mit dem Thema. Damals wurden die anfänglichen Entwicklungen mit einer kleinen Flotte an Chevrolet Volt Fahrzeugen getestet. Ernster wurden die Bemühungen dann nach der Übernahme von Cruise und dem Investment in die Ridesharing Plattform Lyft. GM hat 500 Mio. US$ in Lyft investiert und zeitweise  stand eine Komplettübernahme zur Debatte.

Ride Hailing Netze mit autonomen Autos sind die Zukunft

Die Bedeutung von autonomen Fahrzeugen in Verbindung mit reichweitenstarken Ride Hailing Netzwerken wird in Zukunft steigen. In den kommenden Jahren soll sich die Flotte vervielfachen, letztendlich soll zusammen mit der Ride-Hailing Plattform Lyft ein Fahrservice mit selbstfahrenden Autos angeboten werden. Lyft hat bereits Tests mit Waymo und nuTonomy vereinbart. Ride Sharing Dienste mit vollautomatisierten Elektroautos werden die Zukunft der innerstädtischen Mobilität prägen.

Wettbewerb zwischen Neueinsteigern und Automobilindustrie

Im Rennen um die autonome Zukunft ist ein regelrechter Wettbewerb ausgebrochen. In den letzten Jahren sind mehrere Startups und Technologiekonzerne mit ersten Versionen an Systemen für vollautomatisiertes Fahren in die Testphase gegangen. Herkömmliche Automobilhersteller neigen als Folge davon zu Kooperationen mit Zulieferern und Technologiekonzernen. Teilweise werden auch Startups zu hohen Übernahmepreisen aufgekauft.

Bild: General Motors (alle Rechte vorbehalten)

Lyft und Jaguar Land Rover arbeiten zusammen

Jaguar hat als nächster Automobilhersteller angekündigt, mit einer Ride Hailing Plattform kooperieren zu wollen. Jaguar Land Rover investiert über das Investment-Vehicle InMotion 25 Mio. US$ in den Fahrdienst Lyft und stellt Fahrzeuge für die luxuriöse Version des Ridesharing Dienstes zur Verfügung. Außerdem arbeiten beide Unternehmen gemeinsam an dem Thema vollautomatisiertes Fahren.

Trend geht auch bei Jaguar Land Rover in Richtung on-demand Mobility

Bisher sind schon mehrere Automobilhersteller Kooperationen mit Ride Hailing Plattformen eingegangen. Daimler arbeitet unter anderem mit Uber zusammen und betreibt mit myTaxi eine eigene Taxi App. Auch General Motors arbeitet schon mit Lyft zusammen und hat eine große Summe in die Plattform investiert.  Die Automobilindustrie wurde davon überzeugt, dass privater Autobesitz zuerst in den Städten zurück gehen wird und die Einwohner vermehrt auf on-demand Mitfarhdienste setzen werden. Gemeinsam mit den Startups wollen die Hersteller Technologien und Dienstleistungen entwickeln und somit auch neue Umsatzkanäle erschließen.

Premiumhersteller erhält Zugang zu Plattform mit vielen Nutzern

Jaguar Land Rover ist ein kleinerer Premiumhersteller und rangiert weit hinter BMW, Daimler oder Audi. Die Partnerschaft mit Lyft ist ein wichtiger Schritt für den Hersteller, der vor allem in Großbritannien beliebt ist. Dank der Kooperation erreicht Jaguar Land Rover eine große Nutzergruppe über die Lyft Plattform. Andere Hersteller gehen noch davon aus, dass sie eine eigene Plattform  mit großer Reichweite aufbauen können. Darin haben sie aber keine Erfahrung under werden das auch recht schnell merken. Die Limousinen und SUVs von Jaguar und Land Rover werden der Premium-Version von Lyft zum Einsatz kommen. Weitere Premium Mobilitätsangebote sollen entwickelt werden.

Vollautomatisierte Fahrzeuge und weiter Dienste auf der Road Map

Zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch die vollautomatisierten Fahrzeuge von Jaguar und Land Rover auf der Lyft Plattform getestet werden. Bis es soweit ist, werden noch ein paar Jahre vergehen. Beide Unternehmen betonen die strategische Ausrichtung der Partnerschaft. Gemeinsam lassen sich schneller innovative Mobility Lösungen für die Kunden beider Partner entwickeln.

Bild: InMotion (alle Rechte vorbehalten)

Nissan-Renault plant einen Ridesharing Dienst mit autonomen Fahrzeugen

In den kommenden zehn Jahren will Nissan-Renault einen eigenen Ride Sharing Dienst aufbauen. Damit schließt sich der Automobilhersteller einer Reihe anderer Hersteller an, die sich durch Startups und Mobilitätsdienstleister bedroht fühlen. Ziel ist es, unabhängiger von der Fahrzeugproduktion zu werden.

Autonome Elektroautos als vielversprechende Zukunft

Elektromobilität in Verbindung mit autonomen Systemen und großen Ride Sharing Plattformen gelten als Zukunft der Mobilität. Der Automobilhersteller Nissan-Renault will dabei einen Fahrdienst mit autonomen Autos aufbauen. Innerhalb der kommenden zehn Jahre soll es soweit sein, der Konzern braucht also noch etwas Zeit, um die elektrischen autonomen Fahrzeuge zu entwickeln. Die Zeit werden bestehende Netzwerke nutzen, um weiter zu wachsen. Bleibt fraglich, ob neue Marktteilnehmer in zehn Jahren noch eine Chance haben, ein Ride Hailing Netzwerk mit großer Reichweite aufzubauen.

Können Automobilhersteller Mobility Services aufbauen?

Ähnlich wie Ford auch, geht der Konzern davon aus, aus eigener Kraft einen Service aufbauen zu können, der mit Uber und Co. Mithalten kann. Da die Erfahrung beim Aufbau von Reichweite starken Mobilitätsdiensten fehlt, muss beobachtet werden, ob das wirklich gelingt.

Andere Hersteller positionieren sich als Flottenbetreiber

Andere Hersteller wie Daimler oder General Motors verfolgen eine andere Strategie. Anstatt eine eigene Ride Hailing Plattform aufzubauen, positionieren sich die Hersteller als Flottenbetreiber für Ridesharing Plattformen. Daimler hat zum Beispiel mit Uber eine Kooperation vereinbart, um die vollautomatisierten Autos auf dem Uber Netzwerk einzusetzen. General Motors hat sich an Lyft beteiligt und plant den Einsatz von Fahrzeugen auf der Plattform.

Nissan-Renault unter Druck

Wie andere Hersteller auch, ist Nissan-Renault unter Druck, um im Wettbewerb um die selbstfahrenden Autos nicht den Anschluss zu verlieren. Der Automobilhersteller hat eine Forschungskooperation zum Thema vollautomatisiertes Fahren gegründet, die sich aber noch ziemlich am Anfang befinden dürfte. BMW zum Beispiel erweitert stetig sein Netzwerk an Partnern, um schneller Systeme für autonomes Fahren zur Serienreife zu bringen. Startups wie nuTonomy oder Uber und Technologieunternehmen wie Waymo oder Apple fordern die Automobilindustrie heraus.

Bild: Nissan-Renault (alle Rechte vorbehalten)