Archiv der Kategorie: Ridesharing

Ride-Sharing in München: MVG startet IsarTiger

In Berlin soll ein neuer Ride-Sharing Dienst unter dem Namen BerlKönig laufen, das von der MVG in München geplante Ride-Sharing Angebot soll ebenfalls eine kreativen Namen bekommen, der zum bisherigen Auftritt der MVG nicht so recht passt. Unter dem Namen IsarTiger sollen ab Sommer Ride-Sharing Dienste in München angeboten werden.

Ergänzung zum ÖPNV

In München soll das Angebot als individuelle Ergänzung zum ÖPNV, dem eigenen Fahrzeug und Carsharing Angeboten eingeführt werden. Realisiert wird der neue Dienst gemeinsam mit dem Berliner Unternehmen door2door. Die Berliner stellen die Software-Lösung, um die Fahrzeuge bei Bedarf per Smartphone-App buchen zu können. Durch die hinterlegten Algorithmen und das Pooling-Prinzip werden Fahrgäste, die zur gleichen Zeit in eine ähnliche Richtung unterwegs sind, auf das selbe Fahrzeug gebucht. Das führt dazu, dass mit einer kleineren Flotte mehr Menschen transportiert werden können und die Auslastung wird erhöht.

Lücken sollen geschlossen werden

Ingo Wortmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), äußert sich wie folgt zu dem neuen Angebot: „ Bei On-Demand-Lösungen führt der Fahrgast die Regie. Er bestellt sich mit seinem Smartphone Mobilität nach Maß, anstatt sich an einem Fahrplan und Linienweg orientieren zu müssen. Solche Angebote auf Abruf komplettieren die Wege in der Stadt von A nach B. Sie schließen damit auch Lücken, die der klassische ÖPNV nicht schließen kann, und sind damit ein wichtiger Schritt der MVG auf dem Weg zum integrierten Mobilitätsdienstleister der Landeshauptstadt München .“

Testbetrieb ab Sommer 2018

In drei Stufen soll der Dienst ausgerollt werden. Ab Mitte Juni wird der Dienst einer kleinen Nutzergruppe angeboten, die umsonst fahren dürfen. Die Phase soll genutzt werden, um die Technologie und das operative Setup in München zu testen. Ab voraussichtlich Herbst 2018 erfolgte dann der öffentliche Betrieb, der erstmal bis 2020 geplant ist und kostenpflichtig sein soll. Der Fahrpreis soll dann zwischen ÖPNV und Taxi liegen. Bei positiver Resonanz soll der Dienst ab 2020 in den Regelbetrieb übergehen.

Für den Dienst sollen gasbetriebene VW Candys zum Einsatz kommen, während der Testphase wird die Flotte vom etwa 20 Fahrzeugen mit BMW i3 und e-Golf Modellen erweitert. Die Fahrzeuge sollen zunächst zwischen 19 und 2 Uhr an Samstagabenden fahren. Das Bediengebiet beschränkt sich dabei auf den westlichen Teil der Stadt. Es erstreckt sich unter anderem über das belebte Gärtnerplatzviertel sowie rund um den Rotkreuzplatz.

Genehmigung als Linienverkehr beantragt

Eine Genehmigung scheinen MVG und door2door in München noch nicht zu haben. Laut eigenen Aussagen ist es geplant, eine Genehmigung als Linienverkehr nach dem Personenbeförderungsgesetz zu erlangen. Diese wird benötigt, um den Dienst ab Herbst kostenpflichtig anbieten zu können. Wie lange so ein Genehmigungsprozess dauern kann, zeige die Anträge von Moia in Hamburg und der BVG in Berlin. In Hamburg musste Moia mehrere Monate auf die Genehmigung warten, um einen Ride-Sharing Dienst am 2019 anbieten zu können. Die BVG und ViaVan wollten bereits im Frühjahr 2018 den neuen BerlKönig-Dienst starten, warten aber immer noch auf die Genehmigung.

Bild: MVG (alle Rechte vorbehalten)

Auszeichnung für Mobility Unternehmen: Deutscher Mobilitätspreis und GENIUS Award

In dem kommenden Monaten werden zwei Wettbewerber veranstaltet, die für Mobility Startups und Unternehmen interessant sind. Das Handelsblatt organisiert zusammen mit der Agentur zet:project den GENIUS – Germany’s New Mobility & Connectivity Award. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) veranstaltet zusammen mit der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ den Deutschen Mobilitätspreis 2018.

GENIUS Award von Handelsblatt und zet:project

Bei GENIUS werden die besten Lösungen aus den Bereichen Elektromobilität, erneuerbare Energieen, 5G-Netze, Apps und künstliche Intelligenz gesucht. Der Wettbewerb sucht Lösungen und Ideen mit hoher Innovationskraft, die entweder kurz vor der Serienreife stehen oder bereits auf dem Markt sind. Teilnehmen können internationale Startups, Mittelständler und auch Großunternehmen, die Bewerbungsfrist läuft bis zum 17. Juni 2018. Insgesamt werden Priese in drei Kategorien vergeben. Die Kategorie Inspiring Innovation ist dabei für Mobiltätsanbieter interessant, hier werden Produkte prämiert, die für einen echten Fortschritt im Bereich der Mobilität stehen.

Deutscher Mobilitätspreis von BMVI

Der Deutsche Mobilitätspreis läuft unter dem Motto “Intelligent unterwegs – Innovationen für eine nachhaltige Mobilität“. Insgesamt werden zehn Best-Practice Projekte gesucht, die das Potential dazu haben, dass Verkehr und Logistik nachhaltiger werden. Im diesem Jahre werden Ideen und Projekte gesucht, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Mobilität zukünftig noch effizienter, sauberer und nachhaltiger werden kann. Das können mobile Sharing Angebote, vernetzte Fahrzeuge oder digitale Ticketing Lösungen sein. Der Teilnehmerkreis ist offener gestaltet, als bei dem GENIUS Award. Bewerben können sich Unternehmen, Start-ups, Städte und Gemeinden, Universitäten, Forschungsinstitutionen und andere Organisationen mit Sitz in Deutschland. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 28. Mai 2018.

Sieger werden im Herbst gekürt

Bei beiden Wettbewerben werden die Sieger im Herbst 2018 geehrt. Auf ein Preisgeld wird in beiden Wettbewerben verzichtet. Durch die Auszeichnung winkt den Preisträgern in beiden Wettbewerben die bundesweite Aufmerksamkeit und der Zugang zu wertvollen Kontakten zu hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien.

Bild: Deutscher Mobilitätspreis / Land der Ideen Management GmbH

Multimodale Vernetzung: Mehr als 35 % der Amerikaner kombinieren Ride-Sharing mit ÖPNV

Ein Report von Masabi, einem Startup aus London, das sich mit Mobile Ticketing Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr befasst, gibt Einblicke in das Nutzerverhalten von Ride-Sharing Kunden in den USA. Mehr als 1000 US Bürger, die Zugang zum ÖPNV haben, wurden zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt. Der Fokus lag dabei auf den Auswirkungen von neuen Technologien und Mobilitäsangeboten, wie Ride-Sharing auf das bestehende ÖPNV-Setup. Die Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass mehr Menschen als gedacht bereits multimodal unterwegs sind und Angebote wie Ride-Sharing mit dem ÖPNV verbinden.

Bequemlichkeit als Vorteil für den ÖPNV

Außerdem kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die einfache und bequeme Nutzung einer der Hauptgründe ist, warum Menschen den ÖPNV nutzen. Neue Technologien, wie real-time Daten über die Position des Fahrzeugs und mobiles Ticketing haben eine positive Auswirkung auf die Nutzerzahlen. Ride-Sharing Anbieter sollten sich mehr mit den ÖPNV Angeboten verzahnen und die Verbindungen in der App anzeigen. Die Buchung von digitalen Tickets für Ride-Sharing und ÖPNV, idealerweise in Form eines universellen Tickets, gewinnt an Bedeutung.

Verhalten in den USA

Hier sind ein paar Auszüge aus der Studie, die das Verhalten in den USA beschreibt. Einige Erkenntnisse sind wahrscheinlich auch auf Europa und Deutschland übertragbar.

  • 19% der Befragten nutzen den öffentlichen Nahverkehr mindestens einmal die Woche. Immerhin 9% der Befragten nutzen Ride-Sharing Angebote wöchentlich
  • Ein hoher Anteil von 70% fahren regelmäßig mit dem eigenen Fahrzeug. 40% nutzen nie den ÖPNV, obwohl sie Zugang dazu haben
  • Die Hauptgründe für die Nutzung sind in absteigender Reihenfolge: Einfache Nutzung und Bequemlichkeit (33%), Preis (24%), Notwendigkeit (17%) und Reisezeit (8%)
  • Mehr als ein Drittel der Befragten verbinden Ride-Sharing und den ÖPNV gelegentlich, um von A nach B zu gelangen. Ein Anteil von 7% nutzt eine multimodale Reisekette mindestens auf einer wöchentlichen Basis.
  • Um die 25% der möglichen Nutzer geben an, dass Convenience Features wie die Kombination von mehreren Verkehrsmitteln in einer App, Mobiles Ticketing oder Location Tracking dafür sorgen würden oder dafür gesorgt haben, dass sie den ÖPNV mehr nutzen würden.
  • Mehr als 95% der Nutzer, die einen Ride-Sharing Dienst auf wöchentlicher Basis nutzen, nutzen auch die öffentlichen Verkehrsmittel

Private Unternehmen und Aufgabenträger müssen kooperieren

Masabi sieht in der Kombination von neuen Mobilitätsangeboten, wie Ride-Sharing oder Car-Sharing mit bestehendem öffentlichen Verkehr die Alternative zum eigenen Fahrzeug. Die unterschiedlichen Transport-Systeme müssen in einer App abgebildet werden und die Nutzer müssen die Features bekommen, die sie erwarten. Um das Ziel zu erreichen, müssen die öffentlichen Auftraggeber und private Unternehmen eng zusammenarbeiten. In den USA sieht man dazu schon erste Ansätze und auch in Deutschland bewegt sich einiges auf dem Gebiet.

Bild: Masabi (alle Rechte vorbehalten)

Fahrzeugbau: Didi will eigene Fahrzeuge entwickeln

Die chinesische Mobilitätsplattform Didi Chuxing geht weiter mit hohem Tempo voran. Nachdem die Ride-Sharing Plattform in China erfolgreich aufgebaut wurde und mittlerweile auch international ausgerollt wird, plant das Unternehmen eigene Fahrzeuge zu entwickeln. Bisher werden von den Didi Fahrern Serien-Fahrzeuge von unterschiedlichen Herstellern eingesetzt, der eigene Fahrzeugbau ist der nächste Schritt.

Auf Shared Mobility ausgelegt

Ein Team an Ingenieuren und Designern wird aufgebaut, um gemeinsam mit etablierten Herstellern unterschiedliche Fahrzeuge zu entwickeln, die für die Fahrdienste eingesetzt werden sollen. Die Fahrzeuge sollen über einen Elektroantrieb oder Hybrid-Antrieb verfügen und auf die Bedürfnisse der Ride-Sharing Kunden abgestimmt sein. Der Endnutzer kauf das Fahrzeug nicht mehr, sondern zahlt nur für die Nutzung. 

Angriff auf bestehende Automobilhersteller

Dieser Schritt von dem chinesischen Unternehmen ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Mobilitätsplattformen wie Uber oder Didi die bisherige Automobilindustrie umkrempeln. Herkömmliche Automobilkonzerne, die sich selbst mehr und mehr als Mobilitätsunternehemen bezeichnen, werden sich darauf einstellen müssen, dass Mobility Services immer mächtiger werden und dass als Folge die Fahrzeugverkäufe an Einzelabnehmer wie Privatpersonen oder Unternehmen abnehmen werden.  Didi möchte mit bestehenden Herstellern zusammenarbeiten, da sie über die Kompetenzen bei der Entwicklung und Produktion der Fahrzeuge verfügen. Neben einer Kooperation mit Volkswagen ist auch ein Joint Venture mit CHJ Automotive geplant.

Car-Sharing Plattform im Aufbau

Didi hat  auf der Autoshow in Peking auch Pläne für die Zusammenarbeite mit 31 Automobilkonzernen und Zulieferern konkretisiert. Gemeinsam sollen Geschäftsmodelle für günstige Car Sharing Angebote entwickelt werden, die zuerst in China ausgerollt werden sollen. Bei Erfolg wird das Unternehmen die Dienste in anderen Ländern ausrollen. Mit dabei sind Unternehmen wie Volkswagen, Renault-Nissan oder Toyota. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Fahrzeugstandards für die Vernetzung der Fahrzeuge, für intelligente Assistenzsysteme und für eine einheitliche Ladeinfrastruktur.

Ambitioniertes Ziel bei Fahrzeugen mit E-Antrieb

Bis 2020 will Didi mehr als 1 Millionen elektrifizierte Fahrzeuge in der Flotte haben und 2028 sollen es schon 10 Mio. Fahrzeuge mit E-Antrieb sein. Ende letzten Jahres waren 260.000 Elektroautos bei Didi registriert. Nicht nur die Zahl der umweltfreundlichen Fahrzeuge soll wachsen, auch die Nutzer. In den nächsten 10 Jahren sollen die Nutzer auf zwei Milliarden Menschen ansteigen, im Moment sind 450 Mio. Nutzer registriert.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Airbus und Audi starten gemeinsamen Mobilitätsdienst

Airbus und Audi kooperieren, um eine Kombination aus Luft-Taxi Service und Limousinendienst anbieten zu können. Auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin wurde der neue Mobilitätsdienst angekündigt. Airbus möchte seinen Helikopterservice Voom mit einem Limousinenservice von Audi verbinden. Los gehen soll es noch im Sommer 2018 in den Städten Mexico City und Sao Paulo. Nach erfolgreichen Tests soll der Dienst in weitere Städte gebracht werden.

Erst Luxuslimo dann Helikopter

Das Angebot sieht vor, dass der Nutzer mit einer Luxuslimousine von Audi abgeholt wird und zu einem Heliport gebracht wird. Dort kann der Nutzer in einen Helikopter umsteigen und kommt so schneller an sein Ziel. Der Dienst basiert auf Voom, dem von Airbus gestarteten on-demand Dienst für die Anmietung von Helikoptern. Voom wurde bereits 2016 gestartet. Wie das Angebot gebucht werden kann, ist noch nicht klar. Den Helikopter Dienst Voom kann der Nutzer über die Website buchen, gut möglich, dass der kombinierte Dienst ebenfalls über die Mobile-Site gebucht werden kann.

Gemeinsames Flugtaxi als nächster Schritt

Der Dienst ist erst der Anfang. In einem späteren Schritt soll ein neu entwickeltes Flugtaxi auf den Markt gebracht werden, das Volocopter und Lilium Konkurrenz machen soll. Langfristiges Ziel ist die Nutzung der dritten Dimension, um Kunden in verstopften Städten zu einem günstigen Preis schneller von A nach B zu bringen. Airbus ist davon überzeugt, dass die fortschreitende Urbanisierung die bestehende Straßeninfrastruktur stark überlasten wird und so die Mobilitäts-Anforderungen nicht gewährleistet werden können. Innovative Lösungen wie Luft-Taxi Dienste sind notwenig, um das Mobilitätsproblem in Großstädten zu lösen.

Modulares System in Entwicklung

Airbus und Audi arbeiten gemeinsam an einem modularen System für die Mobilität in der Luft und auf der Straße im urbanen Raum. Die Audi Tochter Italdesign hat ein Konzept für ein System entwickelt, das aus einer selbstfahrenden Fahrzeugplattform, einer Passagier-Kapsel und einem Flugmodul besteht. Die Kapsel kann je nach Use-Case mit der selbstfahrende Plattform zu einem Auto gekoppelt werden oder mit dem Flugmodul zu einem Luft-Taxi kombiniert werden.

Bild: Italdesign (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Fahrzeuge: Drive.ai startet Ride-Hailing Dienst in Texas

Das Startup Drive.ai aus Kalifornien startet einen Fahrdienst mit autonomen Fahrzeugen in Texas. In dem Pilotprojekt sollen Erfahrungen gesammelt werden, wie sich die autonome Fahrzeuge im Straßenverkehr bewegen und wie die Passanten darauf reagieren. Die Fahrzeuge sollen über Fähigkeiten auf Level 4 verfügen. 

Start im Juli geplant

Das Projekt, das im Juli starten soll, ist für sechs Monate ausgelegt und insgesamt sollen mehr als 10.000 Nutzer in dem Zeitraum transportiert werden. Das Bediengebiet ist auf ein definiertes Gebiet mit Wohnungen, Einkaufsläden, Büros und Ausgehmöglichkeiten beschränkt. Die Distanzen in dem Gebiet sind zu lang, um sie zu laufen und zu kurz um sie mit dem eigenen Auto zu fahren. Außerdem ist die Verkehrs- und Parksituation in dem Gebiet überlastet. Durch den Dienst von Drive.ai soll die Situation entspannt werden und das Problem der letzten Meile gelöst werden.

Kooperation mit lokalen Behörden und der Stadt

Drive.ai arbeitet mit der texanischen Stadt Frisco zusammen, einer Stadt mit etwa 170.000 Einwohnern. Die lokalen Behörden helfen dabei, die Haltepunkte zu definieren, an denen die Fahrgäste ein- und aussteigen können. Außerdem sollen die Bürger gemeinsam vorab über den Dienst mit autonomen Fahrzeugen aufgeklärt werden. Über eine eigene App soll der Dienst gerufen werden können, eine Kooperation mit einer bestehenden Ride-Sharing Plattform ist vorerst nicht geplant.

Drive.ai entwickelt Systeme für autonome Fahrzeuge

Drive.ai ist bereits 2015 gestartet und hat in den letzten Jahren ein System für autonome Fahrzeuge entwickelt. Das System aus Sensoren, Rechenpower, Software und Deep Learning Technologie kann in unterschiedlichen Fahrzeugen verbaut werden. Ein ähnliches Prinzip verfolgen die Unternehmen Waymo oder Uber. In Texas kommen Nissan Minivans zum Einsatz, die mit dem Technik-System von Drive.ai ausgestattet werden. Außerdem sollen die Fahrzeuge über Displays verfügen, die Nachrichten für die Passanten und Fahrer anderer Fahrzeug anzeigen. Durch die Displays und die auffälligen Farben mit der Aufschrift “Self-Driving Vehicle” soll die Sicherheit erhöht werde. Es ist davon auszugehen, dass noch ein Operator im Fahrzeug sein wird, um im Notfall das Steuer übernehmen zu können. 

Bild: Drive.ai (alle Rechte vorbehalten)

Lyft und Aptiv starten autonome Flotte in Las Vegas

Während der CES Anfang des Jahres hatten die beiden Unternehmen Lyft und Aptiv eine kleine Flotte autonomer Fahrzeuge auf der Straße, die Messegäste befördert haben. Mehr als 400 Fahrgäste wurden damals befördert und die Resonanz war durchwegs positiv. In einem nächsten Schritt wird in Las Vegas eine größere Flotte mit 30 autonomen Fahrzeugen ausgerollt.

Buchbar über Lyft Ridesharing-App

Die Fahrzeuge sind über die Lyft App für alle Nutzer buchbar. Die Nutzer können die Option autonomes Fahren in der App auswählen und der Fahrpreis ist im Moment noch identisch mit einer herkömmlichen Lyft Fahrt mit fahrerbasiertem Fahrzeug. Lyft und Aptiv wollen durch den Einsatz lernen, wir sich autonome Fahrzeuge operativ effizient und wirtschaftlich einsetzen lassen. Außerdem sollen Informationen über unvorhersehbare Szenarien im Straßenverkehr gesammelt werden, um die Fahrzeuge drauf vorbereiten zu können. Dabei steht immer die Sicherheit im Fokus. Die Fahrzeuge werden nach und nach ausgerollt und es wird sich auch immer ein Operator mit im Fahrzeug befinden, der im Notfall eingreifen kann.

BMW Fahrzeuge als Grundlage

Die Aptiv Fahrzeuge basieren auf BMW Modellen, die mit entsprechender Technik ausgestattet sind. Ein Set an LiDAR Sensoren, Radars und Kameras sammelt genügend Daten, um dem Fahrzeug eine 360-Grad Sicht zu ermöglichen. Ob es sich bei den autonomen Autos um Fahrzeuge handelt, die auch BMW für die eigene Erprobung nutzt, ist nicht bekannt. BMW verbaut in den eigenen Fahrzeugen auch Aptiv Komponenten, die die Grid Fusion der Sensor-Daten im Fahrzeug übernehmen.

Konkurrenz durch Waymo und Uber

Lyft und Aptiv sind nicht die einzigen Unternehmen, die autonome Fahrzeuge für den Einsatz auf Ride-Sharing Plattformen testen. Mitbewerber Uber testet seit längerem autonome Autos in Pittsburgh und hat jüngst einen Rückschlag erlitten. Das Google Schwesterunternehmen Waymo gilt als technisch führend, in Phoenix werden aufgerüstete Minibusse eingesetzt, demnächst soll ein kommerzieller Fahrdienst mit autonomen Fahrzeugen starten.

Bild: Aptiv (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Pooling mit autonomen Ford Fahrzeugen ab 2021

Der Automobilkonzern Ford hat schon mehrmals angekündigt, dass bis 2021 autonome Fahrzeuge für Ride-Pooling und Logistik-Dienste serienreif sein sollen. Ford möchte nicht nur die Fahrzeuge verkaufen, sondern auch in den Markt der Mobility Services einsteigen. Damit positioniert sich der Hersteller langfristig als Mitbewerber zu Uber, Lyft und anderen Ride-Sharing Anbietern.

Mobilitätsdienste skalieren

In einem Interview mit der Financial Times hat der Ford Manager Jim Farley betont, dass der Automobilhersteller ab 2021 die Mobilitätsdienste mit autonomen Fahrzeugen skalieren wird. Ford strebt dabei an, die Fahrzeuge zu besitzen und zu betreiben. Damit geht der Automobilhersteller einen anderen Weg als die Hersteller Volvo oder Jaguar Land Rover. Diese Hersteller wollen sich eher als Zulieferer von Fahrzeugen positionieren aber nicht als Flottenbetreiber. Andere Hersteller, wie Daimler oder General Motors planen einen ähnlichen Weg wie Ford zu gehen. Durch den Betrieb von eigenen autonomen Flotten erhoffen sich die Hersteller höhere Umsätze und Margen pro Fahrzeug.

City of Tomorrow von Ford

Ford hat auf der CES in Las Vegas die Pläne für eine vernetzte Mobility Plattform mit autonomen Fahrzeugen medienwirksam veröffentlicht. Der Fokus soll auf der Verschmelzung von Personenbeförderung und Warenlogistik liegen. Es soll ein Beitrag geleistet werden, um die Situation und verstopften, verschmutzen und schnell wachsenden Städten zu verbessern. Zuvor hat Ford fast eine Milliarde Dollar in das Unternehmen Argo investiert, das Technologien für autonomes Fahren entwickelt.

Pizza von Domino’s mit autonomen Fahrzeugen

Kurz darauf wurde in Miami ein Testprogramm mit autonomen Ford Fahrzeugen gestartet. Die Fahrzeuge werden als Lieferfahrzeuge für den Pizzadienst Domino’s und den on-demand Dienst Postmates eingesetzt. Ford will durch den Test in Miami auch bei den Themen Flottenmanagement und Wartung dazulernen. Auch das Geschäftsmodell soll durch die Tests entwickelt werden.

Bild: Ford Motor Company (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Sharing Dienst Less geht an BlaBlaCar

In Frankreich konsolidiert sich der Markt der Ride-Sharing Dienste für Pendler. Die Mitfahrplattform BlaBlaCar übernimmt das Startup Less, das erst Ende letzten Jahres an den Start gegangen ist. Der Mitfahrdienst Less war bisher nur in Paris aktiv und hat sich auf Fahrten im Stadtgebiet konzentriert.

Ride-Sharing Dienst für Pendler

Das Unternehmen Less wollte einen Ride-Sharing Dienst skalieren, der vor allem Pendler miteinander verbinden soll. Dafür hat das Unternehmen 19 Mio. Dollar Finanzierung erhalten, unter anderem von Index Ventures. Für Fahrer, die mit Fahrdiensten ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen, war die Plattform nicht geeignet. Bei Less haben die Mitfahrer nur 0.10 Euro pro Kilometer bezahlt, den Fahrern wird nach Abzug der Gebühren weniger ausgezahlt. Damit kann man keinen kommerziellen Fahrdienst aufbauen, da die Fahrzeugkosten pro Kilometer bereits höher sind. Mit einem ähnlichen Modell ist in Deutschland flinc an den Start gegangen, das im letzten Jahr von Daimler übernommen wurde.

BlaBlaLines soll gestärkt werden

BlaBlaCar möchte mit der Übernahme das eigene Ride-Sharing Angebot BlaBlaLines stärken, das im letzten Jahr als Ergänzung zu den Mitfahrgelegenheiten für die Langstrecke an den Start gebracht wurde. Nach ersten Tests wurde das BlaBlaLines Angebot in mehreren Städten in Frankreich gestartet. Der Fokus bei BlaBlaLines liegt auch auf der Vermittlung von Kurzstrecken, die von Pendlern gefahren werden. Bisher zahlen die Nutzer mit Bargeld, wahrscheinlich auch, weil die Payment Gebühren im Vergleich zum Fahrpreis hoch sind. Gut möglich, dass der Algorithmus und andere Features von Less in BlaBlaCar aufgehen.

Mobility Größe in Europa

BlaBlaCar gehört zu den größeren europäischen Mobility Startups. Seit der Gründung sind etwa 350 Mio. US Dollar in das Unternehmen geflossen, die Bewertung lag zuletzt bei 1.6 Milliarden Dollar. Im Jahr 2015 hatte das Unternehmen 20 Mio. Nutzer, mittlerweile sollen es um die 60 Mio. Nutzer in 22 Ländern sein. In Deutschland ist das Unternehmen Marktführer im Markt der Mitfahrgelegenheiten, die Position wurde durch die Übernahme von Carpooling erkauft.

Bild: Less (alle Rechte vorbehalten)

Volkswagen und Didi planen in China ein Ride-Hailing Joint Venture

In China bahnt sich eine Kooperation zwischen dem Automobilkonzern Volkswagen und der Mobilitätsplattform Didi Chuxing an. Damit würden sich zwei Giganten zusammenschließen, Volkswagen verkauft weltweit die meisten Autos und Didi ist eine global führende Mobilitätsplattform, die von Bike-Sharing über Car-Sharing bis hin zu Ride-Pooling eine ganze Palette an Diensten anbietet. Beide Unternehmen wollen gemeinsam Mobilitätsdienste aufbauen und den gegenseitigen Zugriff auf wichtige Technologien sichern. Der Deal könnte bereits in den kommenden Wochen offiziell bekannt gegeben werden.

Die genauen Details der Kooperation sind noch nicht besiegelt, einige Punkte wurden aber schon von Vertretern von Didi und Volkswagen in den Raum geworfen. Volkswagen interessiert sich aber an den Mobiltiy Services und den Einsatzmöglichkeiten für autonome Fahrzeuge in China. Didi sieht zuerst den größten Mehrwert beim Aufbau einer gemeinsamen Flotte an Fahrzeugen, die von Volkswagen betrieben wird. Später sollen gemeinsam Fahrzeuge für den Ride-Sharing Einsatz entwickelt und von Volkswagen gebaut werden und Wege geschaffen werden, die autonome Fahrzeuge gewartet und repariert werden. Volkswagen wird am Anfang 40 Prozent an dem Joint Venture halten und sich die Möglichkeit offen halten, später weitere 10 Prozent zu übernehmen.

100.000 Fahrzeuge von Volkswagen

In einem ersten Schritt wird Volkswagen eine Flotte von 100.000 Fahrzeugen für Didi zur Verfügung stellen und Technologien für autonomes Fahren und Elektrofahrzeuge mit in das gemeinsame Unternehmen einbringen. Volkswagen wird auch die Flotte betreuen und das operative Management übernehmen. An dem bestehenden Mobility Services wie Ride-Sharing oder Car-Sharing wird Volkswagen nicht beteiligt. Der Automobilkonzern soll einen Teil des Umsatzes abbekommen, der mit den Fahrzeugen erwirtschaftet wird.

Fehlende Fahrer und Fahrzeuge als Herausforderung

Fehlende Fahrer und Fahrzeuge sind im Moment eine der größten Herausforderungen für Didi in China. Die Kooperation mit Volkswagen wird dabei helfen, die Situation bei den Fahrzeugen etwas zu entspannen. Ob die Fahrzeuge für das Carsharing Angebot vorgesehen sind oder an Ride-Sharing Fahrer vermietet werden sollen, ist nicht bekannt. In den letzten Wochen hat Didi mehrere Initiativen gestartet, um Fahrzeuge für den Ride-Sharing Einsatz zu entwickeln.

Spezielle Fahrzeuge geplant

Bisheriger Fahrzeuge sind häufig wegen der Größe, Innenausstattung und Motorisierung nicht ideal für den Ride-Sharing Einsatz in Innenstädten. In China fahren zum Beispiel 80 Prozent der Ride-Sharing Fahrgäste alleine und benötigen kein Fahrzeug mit vier Sitzplätzen. Auch die Motorisierung bestehender Fahrzeuge ist überdimensioniert. Im Ride-Sharing Bereich werden keine Fahrzeuge benötigt, die bis zu 250 kmh fahren, da sie viel langsamer unterwegs sind. Speziell entwickelte Fahrzeuge können günstiger in der Herstellung sein und die Raumnutzung besser auf den Ride-Sharing Nutzen abgestimmt sein. Im Logistikbereich ist die Deutsche Post mit dem StreetScooter einen ähnlichen Weg gegangen. Da kein Hersteller bereit war, Elektrofahrzeuge für den Use-Case der Post zu entwickeln, wurden kurzerhand eigene Fahrzeuge mit minimaler Ausstattung entwickelt.

Automobilindustrie im Umbruch

Die Kooperation von Volkswagen und Didi ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die bisherige Automobilkonzerne auf ein anderes Business Modell einstellen müssen und sich auch langsam darauf vorreiten. In China werde Fahrdienste immer beliebter und es gibt erste Zeichen, dass der Verkauf von Fahrzeugen an Privatpersonen rückläufig ist. Dieser Trend ist alarmierend für Automobilhersteller und zwingt diese zum Umdenken. Der Zugriff auf Daten wird immer wichtiger, um zu wissen, was die Kunden erwarten und wie sie sich fortbewegen. Didi hat in den letzten Jahren jede Menge Daten über das Mobilitäsverhalten in China gesammelt, da jeden Tage mehr als 3 Mio. Fahrten über die Didi Plattform abgewickelt werden. Durch das Joint Venture erhofft sich Volkswagen Einblicke in diesen Datenschatz.

Lokale Partner sicher Zugang und Wissen

Internationale Automobilkonzerne, die auf dem chinesischen Markt Fahrzeuge verkaufen wollten, haben bisher einen lokalen Partner benötigt. Auch wenn diese Regelung jetzt wegfällt, halten internationale Unternehmen noch an dem Joint-Venture Modell fest, um den chinesischen Markt bessere verstehen zu können und um bessere Chancen auf dem Markt zu haben.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)