Archiv der Kategorie: Ridesharing

Der BerlKönig auf Berlins Straßen

Seit Freitag hat die BVG ein neues Mobilitätsangebot: den BerlKönig. Das On-Demand-Ridesharing-Angebot ist in den bestehenden ÖPNV der BVG eingebettet und ergänzt zunächst den östlichen S-Bahn-Ring – zum Beispiel in Kreuzberg, Friedrichshain, Mitte und Prenzlauer Berg.

Der Service ist eine Kooperation der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und ViaVan, einem Joint Venture von Mercedes-Benz Vans und dem Technologieunternehmen Via. Via ist ein amerikanischer Anbieter von Ride-Pooling Services und Software-Lösungen, mit großskalierten Angeboten in New York, Chicago, Washington, Amsterdam und London. Das Unternehmen entwickelt intelligente Algorithmen, auf deren Basis Fahrtanfragen mehrerer Fahrgäste mit der gleichen Zielrichtung gebündelt werden können. Sie erstellen eine Route und buchen mehrere Fahrgäste gemeinsam in ein Fahrzeug.

Mit insgesamt 50 voll-elektrischen Fahrzeugen von Mercedes-Benz  wird den Berlinern der Dienst zunächst von freitags und samstags von jeweils 17 bis 5 Uhr zur Verfügung gestellt. Ein rund-um-die-Uhr Service sowie ein Ausbau der Flotte ist in Planung.

In Bezug auf Preise orientieren sich die Kosten am klassischen ÖPNV- und dem Taxitarif. Innerhalb des Servicegebiets müssen Fahrgäste mit mindestens 4 Euro und 1,50 € pro Kilometer rechnen. Mitfahrer in der gleichen Buchung erhalten einen Rabatt von 50 Prozent.

Der On-Demand Dienst und seine Rolle im Berliner Verkehrsmix werden fortan regelmäßig evaluiert und mit dem Berliner Senat geteilt. Die BVG hat für das neue Angebot eine Genehmigung im Rahmen der Experimentierklausel des Personenbeförderungsgesetzes erhalten. Das Projekt ist zunächst für zwei Jahre geplant.

Quelle: BVG

Autonomes Fahren – Toyota investiert in Uber

Mit einem 500 Millionen Dollar Investment will der japanische Autohersteller Toyota das amerikanische Dienstleistungsunternehmen Uber dabei unterstützen, die Entwicklung eines autonomen Fahrzeugs voranzutreiben. Ziel dabei sei es, die selbstfahrenden Autos als Rufservice auf den Markt zu bringen.

Bisher galten die beiden Unternehmen als große Konkurrenten in der Entwicklung autonomer Autos. Mit der Partnerschaft verdeutlicht Uber seine Strategie, durch Kooperationen den Ausbau und die Verfeinerung der Technologie umzusetzen.

Die Zusammenarbeit beinhalte eine Zusammenführung des autonomen Fahrsystems von Uber mit dem Guardian-System von Toyota. Bei letzterem handelt es sich um ein automatisiertes System, das zwar einige Sicherheitsmerkmale bietet, aber es einem Fahrzeug bislang nicht erlaubt, völlig autonom zu fahren.

In den letzten zwei Jahren ergaben sich diverse Partnerschaften zwischen Automobilherstellern, Technologieunternehmen und anderen Dienstleistern, um gemeinsam an der komplexen Technologie zu arbeiten und Kosten zu teilen.

 

freYfahrt – Freyung startet Ridepooling Service

„In Städten sind in aller Regel verschiedene Angebote des Nahverkehrs parallel vorhanden. Anders im ländlichen Raum. Deshalb freue ich mich, dass die Digitalisierung dazu beiträgt, die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zu fördern”. Mit diesen Worten kommentierte Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung, den neuen Service freYfahrt der Stadt Freyung.

Gemeinsam mit dem Berliner Technologieunternehmen door2door ruft Freyung den On-Demand-Ridepooling Service “freYfahrt” ins Leben. Mit zwei Kleinbussen und 230 virtuellen Haltestellen wird das rund 48m² große Gebiet bedient. Die Technologie steuert das Berliner Unternehmen door2door bei. Fahrgäste mit einem ähnlichen Fahrtziel werden gebündelt. Die Flotte wird effizient ausgelastet und die Routen intelligent und ohne starren Fahrplan geplant. Der Service ist in den öffentlichen Nahverkehr eingegliedert und ermöglicht nahezu eine Beförderung von Tür-zu-Tür. Eine Fahrt mit dem freYfahrt-Shuttle kostet 2,90 € pro Fahrgast.

Mit 7.500 Einwohnern und rund 200.000 Touristen pro Jahr bilde die Stadt Freyung ein geeignetes Testfeld für  das partnerschaftliche Projekt. Der Service wird von montags bis samstags mit zwei Shuttles angeboten.

Quelle: Stadt Freyung

 

Aktuelle Diskussion: Regulierung von Ridesharing?

Der Verkehr in Städten nimmt zu – Staus, Umweltverschmutzungen und Parkplatzprobleme sind die Folge. Doch Städte wollen grüner werden. Ökologische Nachhaltigkeit, flexible Mobilität und die Nachfrage nach Sicherheit wird lauter. All das bei ständig steigender Mobilität der Menschen, steigenden Bevölkerungszahlen in den Städten sowie steigenden Zulassungszahlen von PKWs und Pendlerzahlen. Auch die ständigen Überschreitungen von Umweltgrenzwerten, die bereits in einigen Städten zu (Diesel-)Fahrverboten führten, verschärfen die Problematik. Viele Akteure fordern seit einiger Zeit die Beschleunigung einer sogenannte Verkehrswende. Entsprechend verbreiten sich neue Mobilitätsangebote und entfachen offene Diskussionen rund um das Thema.
Der Ansatz neuer Konzepte ist dabei ähnlich: Mit On-Demand-Technologien sollen Menschen von der Nutzung ihres privaten PKWs abgebracht werden und so die Straßen entleeren. Die Ridesharing-Unternehmen ermöglichen dabei die Abholung an einem Wunschort und den Transport zu einem gewünschten Ziel per Smartphone-App. Dabei bündeln sie ähnliche Fahrtanfragen von Kunden.

Doch inwiefern fördern die Services den nachhaltigen Ansatz der Städte und verringern die Anzahl von Fahrzeugen und tragen zur Umweltentlastung bei?

“Mit Vollgas in den Verkehrskollaps”

Während Ridesharing Anbieter damit werben, dass das intelligente Teilen von Fahrten die Lösung der Verkehrsbelastung sei, kommt die ARD in ihrer neuesten Reportage “Mit Vollgas in den Verkehrskollaps” zu einem anderen Schluss. Viele der neuen Mobilitätsangebote wie free-floating Carsharing oder vom ÖPNV losgelöste neue Ridesharing Angebote würden die Probleme nicht lösen, sondern den “Verkehrskollaps” weiter verschärfen. Die ARD beruft sich dabei auf aktuelle Kundenbefragungen von Nutzern der neuen Angebote in Deutschland. Als weitere Quelle dienen Ergebnisse aus Nordamerika, wo Anbieter wie Uber und Lyft seit vielen Jahren weitgehend ohne Regulierung ihr Angebot auf die Straße gebracht haben. Die ARD kritisiert primär, dass sich durch die vielfache Nutzung von Ridesharing Angeboten durch frühere ÖPNV Nutzer die bestehenden Verkehrsprobleme weiter potenzieren. Grund dafür sei, dass der Flächenverbrauch der ÖPNV-Angebote im Vergleich zu Ridesharing Angeboten deutlich geringer und damit eine nachhaltigere Fortbewegungsform sei. Die Schlußfolgerung des Beitrags ist, dass die Bundesregierung sich überlegen solle, inwieweit eine Öffnung des bestehenden Personenbeförderungsgesetzes und damit eine Öffnung des Marktes wie in Nordamerika tatsächlich eine Verbesserung der Verkehrssituation bewirken würde. Oder, im Falle eines Rebound Effekts, das Gegenteil eintreten könne und damit noch mehr Verkehr auf Deutschlands Straßen verursachen würde.

Studie: The New Automobility

Eine wichtige Fragestellung, mit der sich auch die kürzlich erschienene Studie von Bruce Schaller intensiv beschäftigt. Anhand von veröffentlichten Forschungsergebnisse und neuen

verfügbare Daten aus einer nationalen Erhebung diskutiert Schaller, inwiefern die Dienstleistungen dem städtischen Verkehr zugute kommen.

Die Fahrdienstvermittler Uber und Lyft sind dabei prominente Beispiele. Ihr Serviceangebot wird in der Studie näher beleuchtet.

Folgende Punkte fassen die Hauptergebnisse der Studie zusammen:

  • Die On-Demand-Services konzentrieren sich hauptsächlich auf wenige Großstädte

70% der Trips mit Uber und Lyft  finden in neun großen, dicht besiedelten Ballungsräumen statt.

  • Schaller kritisiert, dass die Ridesharing-Anbieter mit dem öffentlichen Nahverkehr konkurrieren, nicht mit dem privaten Pkw

Etwa 60% der Nutzer in städtischen Gebieten hätten die Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt, wäre der Fahrdienstvermittler nicht verfügbar gewesen.

  • Schaller kommt zu dem Schluss, dass Lyft und Uber mehr Staus verursachen

Für jede private Meile, die durch den Service eingespart werden kann, wird eine Distanz von 2,8 Meilen verursacht. Dadurch wächst der Verkehr insgesamt auf 180 % an.

  • Selbstfahrende Autos wären am nützlichsten in Form von Shuttle-ähnlichen Gruppenfahrten

Das Mobilitätsmodell für Lissabon zum Beispiel sagt aus, dass der Verkehr um etwa 50 Prozent zunehmen könnte, wenn Reisende autonome „reguläre Taxis“ bevorzugen, die nicht geteilt werden. Andererseits zeigte das Modell einen Rückgang der Fahrzeugkilometer um 37% und die vollständige Beseitigung von Staus im Rahmen eines Shared-taxi-Szenarios.

Neue Mobilität habe den Städten viel zu bieten: Komfort, Flexibilität und On-Demand-Technologie. Aber eine Entlastung der Straßen könne dadurch dauerhaft nicht erreicht werden. Viele Ansätze werden derzeit diskutiert. Die Städte sind zerrissen zwischen einem flexiblen Angebot auf der einen und fehlender Sicherheit und Umweltfreundlichkeit auf der anderen Seite. Eine Lösung tritt aktuell verstärkt hervor: Die Entwicklung der Fahrdienste müsse in einem öffentlichen politischen Rahmen abgesteckt werden, um ihr Potenzial zu nutzen und den Interessen der Städte gerecht zu werden.

Aktuelle Beispiele zu Regulierungsgesetzen in Städten

So hat London dem Fahrdienstvermittler Uber nach einem Lizenzentzug nun einer Verlängerung für 15 Monate zugestimmt. Dies gestand ein Londoner Gericht dem US-Unternehmen Ende Juni zu. Die Lizenz ist mit Auflagen verbunden. Uber erklärt sich bereit, sich alle 6 Monate einer unabhängigen Untersuchung zu unterziehen und lückenlos über Beschwerden zu informieren.

Auch in New York wurden neue Bestimmungen für Ridesharing Unternehmen erlassen. Das Gesetz limitiert die Anzahl der Fahrzeuge, indem Lizenzen für neue Modelle vorerst nicht ausgestellt werden. Am Mittwoch stimmte der Stadtrat der Stadt gegen eine Lizenzierung der Zulassung. Aufgrund des starken Überangebots auf dem Taximarkt der Stadt New York, schreibt das neue Gesetzespaket zudem einen Mindestlohn für die Fahrer von Uber und Co. vor.

Zuvor boten Uber, Lyft und Via der Stadt New York City 100 Millionen Dollar in Form eines Hilfsfonds für Taxifahrer an. Als Gegenleistung fordern sie das Fallenlassen einer vorgeschlagenen Obergrenze für Lizenzen für Ridesharing-Fahrzeuge. Das Angebot wurde von staatlichen Behörden jedoch abgelehnt.

Hierzulande möchte die lokale Verkehrspolitik zunächst gesetzliche Regulierungen aktualisieren und sie auf das neue Angebot anpassen. Grund für die Überarbeitung der Anforderungen ist auch, Sicherheiten für die Taxibranche zu schaffen. Der Einsatz von Ridesharing Fahrzeugen im städtischen Kontext stehe in direktem Wettbewerb mit Taxi-Diensten und öffentlichen Verkehrsmitteln. Damit Ridesharing-Angebote zu einer neuen Form des öffentlichen Verkehrs mit geringer Kapazität und hoher Qualität werden, müsse die Verwaltung der Verkehrsdienste, einschließlich der Konzessionsregeln und -vereinbarungen, angepasst werden. Bisher fahren Unternehmen wie Moia und Allygator in Deutschland nur mit behördlichen Ausnahmeregelungen.

MOIA startet öffentlichen Betrieb in Hannover

Nach 300 Tagen und mehr als 230.000 Fahrten überführt MOIA den Testservice in den öffentlichen Betrieb der Stadt Hannover. Seit Oktober 2017 testet die VW-Tochter den Ridesharing-Service und steht in Verhandlungen mit der Stadt. Nun startet der reguläre Betrieb.

MOIA lässt Flotte wachsen

Aktuell stehen den Nutzern 35 Fahrzeuge zur Verfügung, die täglich zu bestimmten Servicezeiten genutzt werden können. Bislang gilt die Betriebsgenehmigung für 150 Fahrzeuge. Abhängig von den Auswirkungen des Angebots plant MOIA eine Erweiterung auf 250 Fahrzeuge ab Mitte 2020. Bis 2020 sollen mindestens 50% der Flotte aus Elektrofahrzeugen bestehen. Ab 2022 will MOIA ausschließlich elektrisch betriebene Fahrzeuge einsetzen. Der schrittweise Ausbau betrifft auch das Bediengebiet – Aktuell umfasst es ein Areal von 90 km² und soll um Bereiche rund um Hannover ergänzt werden.

Durch die Vergrößerung der Flotte werden zusätzlich zu den bereits 3.500 Testnutzern weitere 15.000 Personen für den Service freigeschaltet. MOIA setzt sich zum Ziel bis Ende 2018 mit einer gewachsenen Flotte das Ridesharing-Angebot für alle Hannoveraner zugänglich zu machen.

Öffentliche Mobilität statt privater PKW

Auch preislich möchte MOIA den Nutzern Anreize bieten. Dabei orientiert sich der Preis für eine Fahrt an einem preislichen Niveau, das zwischen dem Ticketpreis für eine Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr und einer Taxifahrt liegt. Auch die Länge der Strecke sowie der Wochentag, die Uhrzeit und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage spielen bei der Kalkulation eine Rolle. Der Service ist seit dem 30. Juli 2018 kostenpflichtig.

„Hannover ist die erste Stadt, in der wir ein fester Bestandteil der öffentlichen Mobilität werden wollen. Wir möchten gemeinsam mit der Stadt und allen anderen Mobilitätsanbietern die Menschen von einer nachhaltigeren Mobilität ohne eigenes Auto überzeugen und mittelfristig die Anzahl der privat genutzten PKW auf der Straße
verringern“, sagt Ole Harms, CEO von MOIA. „Eine unabhängige Begleitforschung soll in den kommenden Jahren untersuchen, wie sich das Ridesharing von MOIA auf die Mobilität der Stadt auswirkt.“

 

ArrivaClick kommt nach Liverpool

Der nationale Betreiber Arriva hat sich für Liverpool entschieden. Der On-Demand-Service für Busse wird in der Stadt im Nordwesten Englands zum ersten Mal auf die Straßen gebracht und kalkuliert die Routen abhängig davon, wohin die Fahrgäste gebracht werden möchten.

Die Services der App ”ArrivaClick”

Ähnlich wie zum Taxiservice von Uber, wird der neue On-Demand-Service Fahrgästen ermöglichen, einen Bus über eine App zu buchen. Das innovative System kombiniert Besonderheiten von einem Taxifahrdienst und dem Busverkehr. Passagiere können via ArrivaClick einen Bus bestellen und seine Route verfolgen. Den Nutzern wird der Name des Fahrers mitgeteilt und stellt ihnen zusätzlich die Option bereit, eine individuelle Haltestelle anzugeben sowie einen Sitzplatz im Bus zu reservieren.   

Durch die hochentwickelte Technologie von Via, ein weltweit tätiges Unternehmen für Mitfahrdienste, berechnen Algorithmen den bestmöglichen Fahrweg für die kombinierten Routen der Passagiere. Das Ergebnis gibt die kürzeste und die schnellste Route an. ArrivaClick garantiert einen festen Fahrpreis und Echt-Zeit-Informationen in Bezug auf Abfahrt und Ankunft. Die App kombiniert also die Kosteneffizienz von Bussen und die Bequemlichkeit einer Taxifahrt.

Es gibt keine festen Routen. Die Fahrten bedingen sich durch die Zielwünsche der Fahrgäste. Der Service vollstreckt sich in einem Gebiet vom Stadtzentrum bis zum Liverpool John Lennon Flughafen und verbindet die Einwohner, die sich zur Arbeit, zum Shopping oder aus sonstigen Transportgründen bewegen.  

Was ArrivaClick noch leistet

Mit der Einführung des innovativen Minibus-Services wird die Verbesserung der Luftqualität in Angriff genommen. Auch die Reduzierung von Autofahrten in den Städten wird damit bezweckt. ArrivaClick bietet freies Wi-Fi, Aufladestationen und Ledersitze an. Insgesamt komplettiert der Service von ArrivaClick das bestehende Busnetzwerk und ist bis dato der größter Service seiner Art in UK.

ArrivaClick hat das Potential tausende von Fahrten zu transformieren. Bereits während der Testphase in Kent nutzen 50% der Kunden den Service anstelle einer privaten Fahrt. 43% verwendeten ArrivaClick sogar für die tägliche Fahrten zwischen Arbeit und ihrem Zuhause.

Bis zum Sommer 2019 will Arriva den Service von sechs auf 25 Fahrzeuge ausweiten.

Bild: liverpoolecho.co.uk (Alle Rechte vorbehalten)

Ridecell sammelt Series B ein – Deutsche Bahn beteiligt sich

Das  Software-Unternehmen Ridecell, das eine Plattform für Carsharing oder Ridesharing Anbieter entwickelt, sammelt fast 30 Mio. Dollar in einer neuen Finanzierungsrunde ein. In Zukunft soll der Fokus auch auf der Software für eine Flotte an autonomen Fahrzeugen sein. Die Runde wurde von Cox Automotive angeführt, mit Beteiligungen von DENSO, Penske, Mitsui und der Deutschen Bahn.

Ridecell als Software-Dienstleister

 

Bei den neuen Investoren handelt es sich auch um strategische Partner: Gemeinsam sollen neue Lösungen entwickelt werden, die einen Mehrwert für Kunden und Flottenbetreiber bieten. Bereiche wie Flottenmanagement, Pannenhilfe oder Fahrzeugkomponenten sollen gemeinsam adressiert werden.

Das Unternehmen betreibt keine Mobility Services in Eigenregie, sondern liefert die Software an Betreiber von entsprechenden Diensten. Automobilhersteller,  Autovermietungen, Verkehrsunternehmen oder Händler können die Software nutzen, um Carsharing oder Ridesharing Dienste anzubieten.

Die Deutsche Bahn ist nach BMW der zweite Investor aus Deutschland, der das Unternehmen unterstützt. Da die Pressemitteilung die anderen Investoren hervorhebt, ist davon auszugehen, dass von der Bahn ein kleines Ticket investiert wurde. Die Bahn ist bereits an der Ridesharing Plattform CleverShuttle beteiligt und baut mit ioki und Flinkster eigene Mobility Services auf.

Interessant ist auch, dass BMW nicht weiter investiert hat. Das könnte darauf hinweisen, dass für das Gemeinschaftsunternehmen mit car2go und moovel die Software-Lösung von Ridecell nicht zum Einsatz kommt.

Ridecell für Industriegelände vorteilhaft

 

Ridecell wurde bereits 2009 gegründet und seit dem Start wurden mehr als 20 Mio. Fahrten über die Plattform vermietet. Das Unternehmen ist in der öffentlichen Wahrnehmung ein starker im Bereich Carsharing. Die Ridesharing Lösung des Unternehmens hat sich noch nicht richtig durchgesetzt. Unter anderem nutzt ReachNow, das Carsharing Angebot von BMW die Lösung von Ridecell in den USA. Außerdem vertrauen Anbieter wie Zity und GIG Carsharing auf die Lösung. Die Ridesharing Lösung kommt eher auf Uni- und Industriegeländen zum Einsatz. Georgia Tech, UC Berkley, UCSF oder 3M betreiben dynamische Shuttle Dienste.

 

Bild: www.roboticsandautomationnews.com/2018/05/31/
(Alle Rechte vorbehalten)

 

Toyota beteiligt sich mit einer Milliarde Dollar an Grab

Der Fahrdienst Grab aus Asien kann einen weitere Erfolg verbuchen. Nach der Übernahme des Geschäfts von Uber in der Region erfolgt ein Milliarden-Investment. Der Automobilkonzern Toyota steckt eine Milliarde Dollar in die aufstrebende Mobility Plattform.  Toyota und Grab arbeiten schon länger zusammen und für das Unternehmen ist es auch nicht das einzige Investment eines Automobilkonzerns. Auch der Autobauer Hyundai hat sich in einer der letzte Runden an Grab beteiligt.

Grab bietet nicht nur Fahrdienst

Grab ist vor Go-Jek der größte Anbieter von Mobilitäts- und Transportdiensten. Neben dem Fahrdienst bietet das Unternehmen auch Essens- und Paketdienste und ist im Bereich der Finanzservices und Bezahldienste aktiv. Nach der Übernahme von Uber in Südostasien ist die Plattform in 217 Städten in acht Ländern aktiv.

Toyota und Grab weiten Zusammenarbeit bei Versicherungsangeboten und Vernetzung aus

Bisher waren 100 Mietfahrzeuge auf der Grab-Plattform mit digitalen Fahrtenschreibern ausgestattet. Der Daten-Rekorder soll auf die gesamte Mietwagenflotte von Grab ausweitete werden. Auf Basis der gesammelten Daten sollen individuelle Versicherungsangebote, Finanzdienstleistungen und Wartungsdienste angeboten werden. Auch bei der Entwicklung künftiger Mobilitätslösungen wollen beide Unternemen eng zusammen arbeiten. Autonome Fahrzeuge für Lieferdienste und die Personenbeförderung dürften dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Toyota und Grab entwickeln seit August 2017 vernetzte Services und nutzen dafür Fahrdaten, die mit dem Toyota TransLog Fahrtenschreiber gesammelt werden. Der von Toyota für Unternehmensflotten entwickelte Rekorder befindet sich in 100 Mietfahrzeugen von Grab. Die gesammelten Daten werden auf der Toyota Mobilitätsplattform gespeichert, die als eine Art Informations-Infrastruktur für vernetzte Fahrzeuge dient. Aktuell bieten beide Unternehmen auf Basis gesammelter Fahrdaten beispielsweise Versicherungen für die Mietwagenflotte von Grab in Singapur an.

Weitere Zusammenarbeit möglich

Die jetzt angekündigte Ausweitung der Zusammenarbeit betrifft die Vernetzung der Mietwagenflotte von Grab in ganz Südostasien sowie die Einführung verschiedener vernetzter Dienste, die die in der Toyota Plattform gespeicherten Daten nutzen. Geplant sind außerdem Versicherungsangebote auf Basis von Fahrdaten, Finanzdienstleistungen und Wartungsdienste. Beide Partner prüfen auch eine Zusammenarbeit beim Aufbau effizienterer Fahrdienste und bei der Entwicklung künftiger Mobilitätslösungen.

 

Bild: Grab (alle Rechte vorbehalten)

Apple arbeitet mit VW an autonomen Shuttles

In den vergangenen Jahren haben mehrere Geschichten die Runde gedreht, dass sich der Technologiekonzern Apple mit den Automobilherstellern Mercedes oder BMW verbünden möchte, um autonome Fahrzeuge zu entwickeln. Die Gespräche über Partnerschaften sollen daran gescheitert sein, dass Apple zu viel Kontrolle über Design und Daten haben wollte. Nun scheint Apple mit Volkswagen einen Partner für das Project Titan gefunden zu haben, dabei wurden aber die eigenen Anforderungen angepasst. Volkswagen soll aktuelle T6 Minivans an Apple liefern, die von dem Technologiekonzern mit Systemen für autonomes Fahren aufgerüstet werden sollen.

Fokus auf Software und Sensoren

Apple ist unter dem Decknamen Project Titan in das große Feld für selbstfahrende Autos gestartet. Zuerst soll der Konzern geplant haben, ein komplettes Auto zu entwickeln und zu produzieren. Nachdem sich herausgestellt hat, wie Komplex die Entwicklung und Produktion eines autonomen Fahrzeugs ist, wurde das Projekt angepasst. Über die Jahre wurden die eigenen Ambitionen und das Projektteam zurückgefahren.  Zu Hochzeiten sollen mehr als 1000 Mitarbeiter an dem Projekt gearbeitet haben, in den letzten Jahren sollen mehrere Hundert Experten das Projektteam wieder verlassen haben.

Der Fokus soll nun auf der Entwicklung von Software und Sensoren liegen, die als Systeme in bestehenden Fahrzeugen verbaut werden können. Eine ähnliche Strategie verfolgen auch Startups wie Aurora, drive.ai oder nuTonomy, das von Aptiv übernommen wurde. Die von Apple entwickelten Komponenten sollen zuerst in einem Angebot für Apple Mitarbeiter getestet werden. Volkswagen liefert dafür die Fahrzeuge. Pläne für die weitere Verwendung soll Apple noch nicht haben.

Der Automobilkonzern arbeitet auch mit dem Startup Aurora zusammen. Gemeinsam sollen autonome Fahrzeuge entwickelt werden. Der erste Use Case soll ein Fahrzeug für den Ride-Sharing Dienst Moia sein, der im kommenden Jahr in Hamburg starten soll.

Bild: monthlybrands.com (alle Rechte vorbehalten)

 

Lyft geht von mehr als 1/3 Marktanteil in den USA aus

Das Ride-Sharing Startup Lyft, das bisher nur in Nordamerika aktiv ist, kann anscheinend Kapital aus den Verfehlungen des Konkurrenten Uber schlagen. Im letzten Jahr soll der Marktanteil in den USA auf 35 Prozent angewachsen zu sein. Das ist ein ordentliches Wachstum, 18 Monate zuvor soll der Anteil bei 18 Prozent gelegen haben. 

Postille Wahrnehmung der Marke gestiegen

Lyft behauptet, dass sich mehr Kunden für den Dienst angemeldet haben und dass die positive Wahrnehmung der Marke gestiegen ist. In einigen Städten soll der Marktanteil sogar bei mehr als 40 Prozent liegen, in wenigen Städten soll die Ride-Sharing Plattform Marktführer sein. Das Unternehmen ist in den letzten Monaten auch kräftig expandiert. In den USA kamen mehr als 100 Städte hinzu und die Expansion nach Kanada ist erfolgt. Die Expansion in den USA dürfte auch dazu beigetragen haben, dass der Marktanteil nach oben geschossen ist. 

Wettbewerb mit Uber kostet viel Geld

Seit dem Start von Lyft befindet sich das Unternehmen im Wettkampf mit Uber in den USA. Lyft hat dafür gesorgt, dass Uber auf Ride-Sharing mit Privatfahrern setzt und dafür, dass das ursprüngliche Produkt UberBlack an Attraktivität verloren hat. Bei der Einführung neuer Dienste wie den Ride-Pooling Diensten UberPool und Lyft Line, haben sich beide Unternehmen ein Kopf-an-Kopf Rennen geliefert. Der Wettbewerb der beiden Ride-Sharing Plattform kostet viel Geld. Fahrer und Nutzer müssen mit Bonus-Zahlungen und Rabatten bei Laune gehalten werden. Mehrere Milliarden Dollar wurden in den letzten Jahren ausgegeben, um Marktanteile zu erkaufen. Beide Unternehmen sollen in Richtung Börsengang schielen, bis dahin müssen die Kosten in den Griff bekommen werden.

Kreditkartendaten als Grundlage

Die Zahlen zu den Marktanteilen der großen Ride-Sharing Dienste in den USA schwanken. Das basiert darauf, dass unterschiedliche Quellen für die Berechnung verwendet werden. Second Measure nutzt Kreditkartendaten um die Marktanteile zu berechnen. Das Unternehmen hat Uber im März einen Marktanteil von 73 Prozent zugewiesen und Lyft soll bei 27 Prozent gelegen haben. Certify nutzt Daten von Reiseabrechnungen und schreibt nach Analyse Lyft einen Marktanteil von 19 Prozent zu und Uber soll bei 81 Prozent liegen.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)