Archiv der Kategorie: Ridesharing

Moovel startet in Stuttgart einen on-demand Shuttle

Die Daimler Tochter moovel startet zusammen mit der SSB einen on-demand Shuttle. Mitte Dezember soll der Dienst drei Tage getestet werden, im Januar geht es bis zum offiziellen Start mit den Tests weiter. Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) will den Dienst unter dem Namen SSB Flex ab Frühjahr 2018 operativ betreiben.

Moovel entwickelt eigene Technologie-Plattform

Der Dienst basiert auf einer von moovel entwickelten Technologien-Plattform für on-demand Dienste. Die Plattform verfügt über intelligente Algorithmen zum effizienten Routing und Pooling. Erkennt das System, dass mehrere Personen eine ähnliche Strecke zurücklegen wollen, bündelt der moovel on-demand Algorithmus die Anfragen, so dass sich mehrer Fahrgäste ein Fahrzeug teilen können. Die Routen sind dabei dynamisch, Fahrt- und Ankunftszeit wie auch die optimalen Start- und Endhaltestellen werden individuell vom System berechnet.

Virtuelle Haltestellen und Nachfrage Abschätzung

Ein Netz an virtuellen Stops soll dafür sorgen, dass sich die Umwege in Grenzen halten. Die Fahrgäste müssen meistens eine kurze Strecke zu Fuß zurücklegen, um von einem der vorerst zehn Shuttle Fahrzeuge mitgenommen zu werden. Das moovel System soll auch über Algorithmen zur Schätzung der Nachfrage an Fahrten verfügen. So soll ein effizientes Flottenmanagement bei dem on-demand Shuttle möglich sein und außerdem das Kundenerlebnis verbessert werden.

Die Mobilität in den Städten muss effizienter und intelligenter gestaltet werden, um den Verkehrsinfarkt zu vermeiden oder ihm zu entkommen. Die Straßen in Stuttgart sind schon so überlastet, so dass jedes Angebot zur Reduzierung des Individualverkehrs willkommen ist. Ridesharing, bzw. Pooling wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Damit wird auch den Wünschen der Kunden entsprochen – immer mehr Menschen wollen auf ein eigenes Auto verzichten und erwarten stattdessen kundenfreundliche und flexibel on-demand Mobilitätslösungen.

Daimler mit buntem Strauß an Optionen

An Plattformen für Ride-Pooling Dienste mangelt es Daimler nicht. Neben der von Moovel entwickelten Plattform hat Daimler noch Zugriff auf die Plattformen von myTaxi, Via oder CleverShuttle. MyTaxi hat erst kürzlich die Pooling Funktion eingeführt, bei CleverShuttle und Via ist das Pooling ein essentieller Bestandteil des Angebots. Via soll demnächst in Berlin starten.

Bild: moovel (alle Rechte vorbehalten)

Fahrdienst: SoftBank will 30% Discount bei Uber Einstieg – Verluste steigen

Der Japanische Investor SoftBank will bei dem Fahrdienst Uber einsteigen, das ist seit längerem im Gespräch. Die Japaner wollen aber nicht zur letzten Bewertung von 68.5 Milliarden US$ investieren, sondern haben angeboten, bei einer Bewertung von 48 Milliarden US$ einzusteigen. Das ist ein Nachlass von 30%. Vor allem die Skandale in den letzten Monaten dürften dafür gesorgt haben, dass SoftBank einen so hohen Discount fordert.

Mehr Kontrolle und Unabhängigkeit für Verwaltungsrat

Durch den Einstieg würden auch die Strukturen im Verwaltungsrat von Uber ändern. Die Sitze würden von 11 auf 17 anwachsen und der Einfluss von Gründer und ex-CEO Travis Kalanick würde eingeschränkt werden. SoftBank will zwei der zusätzlichen Posten im Verwaltungsrat besetzten, die anderen vier sollen durch unabhängige Mitglieder besetzt werden.

Anteile von frühen Investoren und Mitarbeitern sollen übernommen werden

Insgesamt will das von SoftBank angeführte Investoren-Konsortium einen Anteil von 14% an dem Fahrdienst übernehmen. Der Großteil der Anteile soll von bestehenden Investoren und frühen Mitarbeitern erworben werden. Anteilseigner, die an einem Verkauf interessiert sind, haben etwa einen Monat Zeit, sich zu melden. Frühe Investoren, wie Benchmark Capital oder Menlo Ventures, haben bestätigt, dass sie Anteile verkaufen werden. Es ist davon auszugehen, dass auch einige frühe Mitarbeiter ihre Anteile zu Geld machen werden. Der Deal kann immer noch platzen und Softbank könnte sich an Lyft beteiligen.

Eine Milliarde als frisches Kapital für den Fahrdienst

Zusätzlich zu der Auszahlung bestehender Anteilseigner, soll eine Milliarde an frischem Kapital von SoftBank, Didi und Dragoneer in Uber investiert werden. Die Bewertung für das zusätzliche Kapital soll bei den vorherigen 68.5 Milliarden US$ liegen.

Verluste steigen stark

Fast gleichzeitig wurde bekannt, dass die Verluste von Uber wieder ansteigen. Im dritten Quartal sollen die Ride-Sharing Plattform einen Verlust in Höhe von 1.46 Milliarden US$ eingefahren haben. Im Vergleich dazu, der Verlust im zweiten Quartal lag bei 1.06 Milliarden US$. Der Verlust soll vor allem durch die zusätzlichen Aufwendungen in die Höhe geschnellt sein, die auf Grund der rechtlichen und regulatorischen Probleme nötigt sind, um Uber weiter am Leben zu halten. Das Buchungsvolumen soll bei 9.7 Milliarden US$ gelegen haben, 2 Milliarden sind davon bei Uber geblieben.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

Ford will mit Shuttle Dienst Chariot nach Europa

London scheint sich zu einem heißen Pflaster für neue Mobilitätsangebote in Europa zu entwickeln. Neben Uber, Via und Taxify will jetzt auch die Ford Tochter Chariot die Lizenz für einen Shuttle Dienst erwerben.

Sechs Routen in London als Ergänzung zum ÖPNV

Chariot hat sich bei der Behörde Transport for London (TfL) für den Betrieb von sechs Routen beworben. London wäre für das Shuttle Startup der erste Markt außerhalb der USA. Die Routen sollen vor allem Gebiete im Süden und Westen der Stadt bedienen, in denen das ÖPNV-Angebot verhältnismäßig schwach ausgebaut ist. Auch wenn die Routen bestehende Bushaltestellen bedienen sollen, bleibt ausreichend Flexibilität im System. Die Busfahrer können alternative Routen nehmen, wenn bestimmte Strecken durch Stau verstopft sind oder keine Fahrgäste mitfahren wollen.

Lizenzierung von Shuttle Dienst in London dauert lange

Der Shuttle Dienst Anbieter geht davon aus, dass es einige Zeit dauern wird, bis sich die TfL entschieden hat – ein Start vor 2019 wird als unrealistisch eingeschätzt. Auch Taxify und Via warten seit längerem auf eine Entscheidung der TfL. Uber hat die TfL Lizenz kürzlich verloren und versucht nun, Vertrauen aufzubauen, um weiter aktiv sein zu können.

Chariot als zentrale Komponente der Mobility Service Strategie

Chariot wurde von Ford im vergangenen Jahr übernommen und ist mittlerweile eine zentrale Komponenten der Mobility Strategie von Ford. Die Shuttles verkehren auf festgelegten Routen, die von Zeit zu Zeit auf die Nachfrage der Fahrgäste angepasst werden. Die Nutzer können per Smartphone App einen Sitzplatz in den Shuttle Fahrzeugen buchen. Chariot betreibt die Fahrzeuge in Eigenregie und liefert auch die Technologie für Routing und Buchung der Fahrzeuge. Neben London, steht auch Seattle auf dem Expansionsplan von Chariot. Im ersten Quartal 2018 soll es los gehen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch Shuttles mit Elektroantrieb eingesetzt werden.

Mit dem on-demand Shuttle Dienst wird Ford auf das Interesse der Städte und Behörden treffen. Vor allem die Strategie, auf Kooperation und nicht auf Konfrontation zu setzten, wird vorteilhaft für das Unternehmen sein. Die Vorteile für die Städte sind, dass durch den Einsatz der Fahrzeuge die Verkehrsbelastung reduziert werden kann und dass das ÖPNV-Angebot in Randgebieten verbessert werden kann.

Bild. Chariot (alle Rechte vorbehalten)

Mytaxi bringt Taxi Sharing nach Hamburg

Im Spätsommer wurde das Konzept von mytaxi in Warschau getestet: Mehrere Fahrgäste, die in die selbe Richtung unterwegs sind, teilen sich ein Taxi und fahren zu einem günstigeren Fahrpreis. Jetzt kommt der Dienst auch nach Hamburg. Am Wochenende war der lokale Taxi Dienst Hansa Taxi der Daimler Tochter zuvorgekommen. Hansa hat einfach einen Tag früher einen Taxi Sharing Dienst in Hamburg gestartet.

Vergünstigter Fahrpreis und kurze Umwege

Die Nutzer entscheiden bei der Buchung, ob sie ein Taxi teilen willen oder nicht. Die Algorithmen von mytaximatch verknüpfen dann zwei Fahrgäste, die in die ähnliche Richtung unterwegs sind. Kleine Umwege müssen dafür in Kauf genommen werden, gleichzeitig können die Fahrgäste 30 bis 50 Prozent sparen. MyTaxi geht auch davon aus, dass der neue Dienst einen positiven Einfluss auf die Ökobilanz hat und das Verkehrsaufkommen verringert. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob Nutzer und Fahrer offen für den neuen Dienst sind.

Ausnahmegenehmigung für Taxi Sharing in Hamburg

Rund um den Launch Termin sollen etwa 2000 Fahrer für das neue Angebot geschult werden. Die Taxi-App setzt dabei auf persönliche Termine und Schulungsvideos, um die Fahrer für den neuen Dienst vorzubereiten. Auf Grund der deutschen Rechtslage ist eine Ausnahmegenehmigung für Hamburg erforderlich. Das Personenbeförderugsgesetz schreibt vor, dass sich nich mehrere Fahrgäste ein Taxi teilen dürfen. Mytaxi arbeitet eng mit der lokalen Behörde BWVI Hamburg zusammen.

Hamburg entwickelt sich als führende Stadt, wenn es um Innovationen im urbanen Verkehr geht. Im kommenden Jahr soll mit Moia auch ein Ride-Pooling Dienst starten. Außerdem wird die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge massiv ausgebaut. Mytaximatch soll in den kommenden Monaten in anderen Städten starten. Dabei ist der Taxi-Dienst auf die Kooperationsbereitschaft der jeweiligen Behörden angewiesen.

Viele Player wollen den Markt erobern

Für Daimler ist es nicht das einzige Experiment, wenn es um Ride-Sharing geht. Der Konzern ist auch an dem Startup CleverShuttle beteiligt, das einen vergleichbaren Dienst wie mytaxiimatch bietet. Das von Daimler unterstütze Startup Via setzt auf ein Ride-Pooling Konzept mit größeren Fahrzeugen, das bereits in New York City erfolgreich aufgebaut wird-

Geteilte Fahrten haben sich zu einem Hot-Topic entwickelt. Startups und Konzerne versuchen, ihre Dienste zu etablieren. Die Volkswagen Tochter Moia hat weitere Details zu den Plänen für einen Ride-Pooling Dienst in Hamburg vorgestellt. Die Startups Door2Door und Wunder positionieren sich als Software Operating System für geteilte Fahrten.

Bild: mytaxi (alle Rechte Vorbehalten)

Wunder will sich mit Smart-Shuttle Dienst in Europa positionieren

Das Startup Wunder, vormals WunderCar, hat eine spannende Geschichte in Europa hinter sich. Am Ende der Geschichte stand der operative Rückzug aus Europa und die Fokussierung auf Mega Cities in Süd-Ost Asien. Nachdem dort einige Erfolge verbucht werden konnten, möchte das Hamburger Unternehmen mit einem neuen Smart-Shuttle Produkt im kommenden Jahr in Europa wieder Fuß fassen.

Carpooling bisher im Fokus

Bisher setzt Wunder auf Carpooling und Ride-Sharing mit Privatfahrzeugen. Da das Carpooling mit Privatfahrzeugen in Europa schwer umzusetzen ist, soll im kommenden Jahr ein abgewandeltes Produkt ausgerollt werden. In europäischen Städten soll ein Smart-Shuttle gelauncht werden, der auf größere Fahrzeuge und professionelle Fahrer zurückgreift. Die Software für den Smart Shuttle basiert auf dem bekannten Carpooling Produkt und wurde an die geänderten Bedürfnisse angepasst.

Betriebssystem für Smart-Shuttle

Wunder will die Shuttles nicht selbst betreiben, sondern vorwiegend die Software zur Verfügung stellen und mit kleinen Teams beim Launch der Dienste helfen. Als Partner für den Mobility Service kommen Automobilkonzerne, Verkehrsverbände und andere Behörden in Frage. Im kommenden Jahr soll es mit zwei Partnerschaften los gehen, eine davon in einer Deutschen Stadt und eine im europäischen Ausland. Die Kooperationspartner sind noch geheim und werden Anfang 2018 publik gemacht.

Um gut vorbereitet zu sein, testet Wunder den Shuttle Dienst bereits in Hamburg. Der Praxistest ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, sondern kann nur von Wunder Mitarbeitern gebucht werden. Insgesamt sind fünf Fahrzeuge im Einsatz.

Wettbewerb durch Doo2Door oder Via

Mit dem neuen Angebot begibt sich das Hamburger Unternehmen in einen vielversprechenden Markt, der schon von ein paar Mitbewerbern bearbeitet wird. Das Berliner Unternehmen Door2Door bietet ein ähnliches Produkt, das in Duisburg und Freyung bereits im Einsatz ist. Das von Daimler finanzierte Unternehmen Via ist außerhalb Europas schon erfolgreich und will demnächst in London und anderen europäischen Städten starten.

In den Mega Cities der asiatischen Schwellenländer scheint der Carpooling Dienst mit Privatfahrern gut zu funktionieren. Insgesamt konnten mehr als zwei Millionen Fahrgäste transportiert werden. Zielgruppe für den Dienst sind Berufspendler, die effizient von A nach B wollen.

Wunder geht davon aus, dass Carpooling auch in Europa erfolgreich sein kann. Smart Shuttles sind eine weitere Option, um den urbanen Verkehr zu optimieren. Die Software schafft eine Grundlage für beide Varianten. Wunder sieht die Technologieplattform für Smart Shuttles als Ergänzung zur Carpooling Plattform – das Startup ist durchaus zuversichtlich, auch mit dem Carpooling zukünftig eine Mobilitätslösung in europäischen Städten bieten zu können, z. B. gemeinsam mit Partnern.

Bild: Wunder (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Pooling: Moia gibt einen Einblick und stellt Elektro-Shuttle vor

Im vergangenen Jahr wurde auf der TechCrunch Disrupt in London die Volkswagen Marke Moia gelauncht, ein Jahr später gibt es Einblicke, was im abgelaufenen Jahr erreicht wurde und was für die kommenden Monate geplant ist. Highlight in Berlin ist die Präsentation eines Elektro-Shuttle auf VW-Crafter Basis. Im vergangenen Jahr wurde ist das Team von neun auf mehr als 100 Mitarbeiter gewachsen und der Launch in Hannover und Hamburg wurde vorbereitet.

Elektro-Shuttle mit sechs Sitzplätzen

Highlight auf der TechCrunch Disrupt Berlin ist das vorgestellte Fahrzeug. Kommendes Jahr will Moia mit einem Shuttle-Fahrzeug an den Start gehen, das auf voll Ride-Sharing ausgelegt ist. Der auf Crafter-Basis entwickelte Bus verfügt über angenehme Einzelsitze, große Fensterflächen und ein clevres Gepäck-Abteil. Die Features sind in Workshops mit potentiellen Fahrgästen entstanden und sollen dafür sorgen, dass die psychologischen Barrieren abgebaut werden. Die psychologischen Barrieren und die bisher nicht auf Sharing ausgelegten Fahrzeuge sind laut CEO Ole Harms die Hauptgründe, warum Ride-Pooling Dienste bisher noch keinen nennenswerten Durchbruch geschafft haben.

Fokus auf End-to-End Lösung

Insgesamt will Moia eine End-to-End Lösung auf dem Markt anbieten. Neben dem Fahrzeug, das rein elektrisch unterwegs ist, will Moia die komplette Wertschöpfungskette bedienen. Die Kunden App, Algorithmen für das Routing, benötigte Fahrer und das Flottenmanagement werden von Moia bereitgestellt und kontrolliert. Langfristig kann das System auch flexibler gestaltet werden, je nach dem, welche Anforderungen von Städten und anderen Kooperationspartnern kommt. Andere Anbieter, wie Door2Door oder Via fokussieren sich mehr auf die Software-Komponenten und lassen die Fahrzeuge und den operativen Betrieb außen vor.

200 Elektro-Shuttle Fahrzeuge für Hamburg

In Hamburg soll mit einer Flottengröße von etwa 200 Fahrzeugen gestartet werden. Geplant ist, auf einen Modalsplit von 1% innerhalb von 3 Jahren anzuwachsen, was ca. 1000 Elektro-Shuttles entspricht. Preislich will Moia nicht unter die Fahrtkosten für den ÖPNV gehen. Grund dafür ist, dass Moia keine Fahrgäste aus den noch größeren Pooling-Fahrzeugen (Bus, U-Bahn, S-Bahn, etc.) ziehen möchte und sich eher als Ergänzung sieht. Daran sieht man auch, dass Moia partnerschaftlich mit den Städten arbeiten will und keine Alleingänge plant.

Bis 2025 will Moia 1 Mio. private Fahrzeuge von den Straßen in den Städten nehmen, in denen der Service aktiv ist. Massenmarkt für shared mobility soll geknackt werden, was laut Moia COO Robert Henrich noch keiner der anderen Anbieter geschafft hat.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

GM und Cruise wollen schon 2019 einen Ride-Hailing Dienst mit Roboter-Autos anbieten

Der amerikanische Automobilkonzern General Motors (GM) hat in einer Telefonkonferenz mit Investoren Details zu den Plänen für einen Ride-Hailing Dienst mit autonomen Fahrzeugen veröffentlich. Schon im Jahr 2019 sollen in mehreren US Städten die Roboter-Taxis unterwegs sein.

Ähnlich wie auch die anderen Automobilhersteller sieht General Motors die Themen Elektrifizierung, autonomes Fahren und Connectivity als wichtige Trends, die die Automobilindustrie in den kommenden Jahren umkrempeln werden. Der Konzern sieht sich auf einem guten Weg, schon 2019 in der Lage zu sein, die selbstfahrenden Autos in komplexen Verkehrssituationen, wie Innenstädte einzusetzen.

Vielfacher Umsatz über Lebensdauer

GM geht davon aus, dass ein autonomes Fahrzeug über die Lebensdauer mehrere Hunderttausend Euro an Umsatz generieren kann. Heute erzielt GM im Schnitt einen Umsatz von 30.000 US Dollar mit einem Auto, der Großteil davon durch den ersten Verkauf. Auch wenn die Zahl der produzierten Fahrzeuge in einem Szenario mit autonomen Autos wahrscheinlich geringer sein wird, ist das ein wirtschaftlich attraktives Szenario für die Automobilhersteller.

Günstigere Fahrpreise für Nutzer

Auch für den Nutzer haben die autonomen Fahrzeuge einen ökonomischen Vorteil. Der amerikanische Autobauer geht davon aus, dass sich die Fahrpreise für die Fahrgäste um mehr als 40% drücken lassen. Grund dafür sind die hohe Auslastung der Autos und der Entfall der Kosten für den Fahrer.

Eigener Ride-Hailing Dienst als Überraschung

Seit der Übernahme von Cruise Automation Anfang 2016 arbeitet GM mit Hochdruck an der Entwicklung von vollautomatisierten Fahrzeugen. Das Tech-Startup wurde damals geschätzt für 1 Milliarde US Dollar aufgekauft.  Da sich der Konzern etwa zeitgleich an der Ride-Sharing Plattform Lyft beteiligt hat, wurde erwartet, dass die selbstfahrenden GM Autos bei Lyft zum Einsatz kommen. Das Verhältnis zwischen Lyft und GM hat sich in den letzten Jahren aber stark verschlechtert, so dass GM einen Konkurrenten zu Lyft und Uber plant.

GM befindet sich im bei selbstfahrenden Autos im Wettbewerb mit anderen Automobilkonzernen und Neueinsteigern, wie Waymo oder Uber. Vorteil für GM könnten die bestehenden Produktionslinien sein, dort können die vollautomatisierten Fahrzeuge innerhalb kurzer Zeit in hohen Stückzahlen und zu geringen Kosten produziert werden. Die Neueinsteiger müssten erste eine Produktion aufbauen oder sich mit einem bestehenden Automobilkonzern zusammentun, um die entwickelten Technologien zu verbauen.

Transformation in der Automobilbranche – Technologiewandel forcierte neue interne Strukturen

In der kommenden Woche findet in Frankfurt die Handelsblatt Konferenz “Transformation in der Automobilbranche – Technologiewandel forciert neue interne Strukturen” mit hochkarätigen Rednern von Facebook, Volkswagen oder der Telekom statt.

Transformation in der Automobilbranche in den kommenden Jahren

Die Automobilbranche steht in den kommenden Jahren vor tiefgreifenden Veränderungen. Die vier technologischen Trends Shared Mobility, Connectivity, Elektrifizierung und autonomes Fahren werden die Branche in den kommenden Jahren verändern.

Wie es der Name der Konferenz schon andeutet, liegt der Fokus darauf, wie die technische Transformation in den kommenden Jahren die traditionellen Unternehmensstrukturen verändern. Wettbewerber werden zukünftig verstärkt zusammenarbeiten, wie man bei dem Thema autonomes Fahren schon beobachten kann. Intern wird eine große Notwendigkeit bestehen, Strukturen den neuen Gegebenheiten anzupassen und Mitarbeiter auf die neuen Anforderungen vorzubereiten.

Technologiewandel forcierte neue interne Strukturen

Um das riesige Themengebiet einzugrenzen, sollen folgende Fragen während der Konferenz diskutiert werden.

  • Wie stellen sich Unternehmen intern neu auf?
  • Wie finanzieren sie diese „Revolution“?
  • Wie bereiten sie Ihre Mitarbeiter auf die Veränderungen vor?
  • Wie arbeiten traditionelle und Start-Up Unternehmen?
  • Was können sie voneinander lernen?

Hochkarätige Referenten  von Volkswagen, Facebook und der IG Metall

Zu den Rednern und Gesprächspartnern gehören unter anderem Johann Jungwirth, Chief Digital Officer der Volkswagen AG. Er wird einen Vortrag über die Herausforderungen der digitalen Transformation der Automobilindustrie halten. Claudia Neman, Vorstandsmitglied Technologie & Innovation bei der Deutschen Telekom, gibt einen Einblick, warum die digitale Gesellschaft die Infrastrukturwende benötigt. Referenten von Facebook, Uber oder IG Metal runden die interessante Mischung an Beiträgen ab. Referenten von Startups sind neben Uber General Manager Weigler auch Lukas Steinhilber, Geschäftsführer des Leasing Startups Vehiculum.

Experten auf der Konferenz Transformation in der Automobilbranche - GetMobility.de
Experten auf der Konferenz Transformation in der Automobilbranche

Letzte Tickets für die Veranstaltung Transformation in der Automobilbranche können auf der Event-Website erworben werden. GetMobility.de wird auch in Frankfurt vertreten sein, sprechen Sie uns an, wenn Sie interessante Themen für das führende Mobility Magazin haben.

Bilder: Euroforum / Handelsblatt (alle Rechte vorbehalten)

Mobility Roaming statt eigene Expansion: Lösung für Ride-Sharing Plattformen von Splyt

Lokal führende Ride-Sharing Plattformen suchen meistens ab einem bestimmten Zeitpunkt eine Möglichkeit, um in andere Länder und Märkte zu expandieren. So kann den Kunden eine bessere und globale User Experience gegeben werden und neue Wachstumsmärkte können erschlossen werden. Neben der Expansion auf eigene Faust, können Ride-Sharing Plattformen auch durch Mobility Roaming Partnerschaften expandieren. Das Startup Splyt entwickelt dafür eine technische Lösung.

Was ist Mobility Roaming?

Die meisten Leser werden Roaming im Zusammenhang mit Mobilfunk kennen. Laut Wikipedia “bezeichnet der Begriff Roaming (englisch für „herumwandern“, „streunen“ oder „herumstreifen“) die Fähigkeit eines Mobilfunknetz-Teilnehmers, in einem anderen Netzwerk als seinem Heimnetzwerk selbsttätig Anrufe zu empfangen oder zu tätigen, Daten zu schicken und zu empfangen oder Zugriff auf andere Mobilfunknetzdienste zu haben. Die Bezeichnung ist synonym mit der Handynutzung im Ausland, wo das eigene Heimnetzwerk nicht zur Verfügung steht.”

Ähnliches bietet Splyt für Mobility Service Provider. Die technische Lösung des Startups befähigt Nutzer einer Ride-Sharing Plattform, mit der bekannten App in einem anderen Ridesharing Netzwerk als seinem Heimnetzwerk Fahrten zu buchen und zu bezahlen.

Vorteile für die Partner Unternehmen

Splyt bietet eine technische Lösung, an die mehrere Ride-Sharing Plattformen und Mobility Anbieter angedockt sind. Der Vorteil für die teilnehmenden Plattformen ist, dass nur eine Partnerschaft mit Splyt gepflegt werden muss, um global präsent zu sein und nicht mit jeder einzelnen anderen Plattform. Das spart allen Beteiligten Zeit und Aufwand, vor allem bei der technischen Entwicklung und bei dem operativen Prozessen.

Durch das Mobility Roaming können die Nutzer einer lokalen Ride-Sharing App global einen Fahrservice buchen, ohne die bekannte App zu verlassen. So verringert sich das Risiko, dass ein Nutzer zu einem Wettbewerber wechselt.

Vorteile für die Nutzer 

Die Nutzer können durch die Roaming Lösung in einer fremden Stadt den aus der Heimat bekannten e-Hailing Dienst nutzen. Das ist vor allem komfortable, wenn man in eine Stadt mit Sprachbarrieren und komplexen Verkehrssystem reist. Es kann einfach die App genutzt werden, die man schon gewöhnt ist. Der Download von Apps und die Registrierung bei lokalen Anbietern entfällt. Die Splyt API ermöglicht auch, dass vor der Buchung der geschätzte Fahrpreis in der Währung aus dem Heimatland angezeigt wird.

Splyt baut im Moment ein Netzwerk aus e-Hailing Partnern auf. Die langfristige Vision geht dahin, dass auch andere Mobility Anbieter, wie Bike- oder Car Sharing Plattformen und Reiseanbieter mit eingebunden werden.

An dem Konzept interessiert ist auch die Ride-Sharing Plattformen. Didi Chuxing aus China. Didi ist zwar kein Kunde von Splyt, will aber den eigenen Nutzern die Buchung von Fahrten in Japan ermöglichen. Mit der Didi App können Fahrer des lokalen Anbieters Daiichi Koutsu gebucht und bezahlt werden. Seit Anfang des Jahres arbeiten auch Careem, Taxi Verts oder Wappa mit der Lösung von Splyt.

Update, 30.11.2017: Artikel wurde dahingehend berichtigt, dass die aktuellen Partnerschaften angegeben wurden.

Bild: Splyt (alle Rechte vorbehalten)

Mobility Startups auf der TechCrunch Disrupt Berlin

In der kommenden Woche wird in der Event Location Arena Berlin das Tech-Event Disrupt Berlin 2017 stattfinden, organisiert von dem Technologie- und Startup-Magazin TechCrunch. Während der beiden Tage stehen auch Mobility Startups in Fokus. Welche Vorträge mit Mobility Focus interessant sein könnten und welche Mobilitätsstartups vertreten sind, ist hier zusammengefasst.

Vorträge und Diskussionen mit Mobility Startups

Gleich am Montag den 4. Dezember gibt MOIA Chef Ole Harms einen Einblick in die Fortschritte des VW-Unternehmens. Harms gibt Einblicke, was Volkswagen im letzten Jahr über Mobility Services gelernt hat, wie sich das Unternehmen im letzten Jahr entwickelt hat und was in Zukunft zu erwarten ist. Anscheinend soll auch eine erste Version des Fahrzeugs vorgestellt werden, das extra für den geplanten Shuttle Dienst entwickelt wurde.

Am Nachmittag beteiligt sich BlaBlaCar Gründer Frédéric Mazzella an einer Diskussion über die Entwicklung von Startup Investments in Paris vs. London. BlaBlaCar ist noch immer eins der am besten finanzierten französischen Startups und eines der europäischen Top-Unternehmen im Mobility Bereich.

Am zweiten Tag ist die Agenda mit Vorträgen und Diskussionen mit anderen Themen gespickt. Gegen Ende der Veranstaltung geben die Gründer von Parrot, Sky Futures und Uavia einen Einblick, wie Drohnen für kommerzielle Zwecke genutzt werden können.

Eine vollständige Agenda kann hier eingesehen werden.

Mobility Startups präsentieren sich auf der Startup Alley

Bisher sind auf der Startup Alley Website drei Startups aus dem Mobility Bereich gelistet, die ihre Produkte und Services präsentieren:

Chargery: Das Berliner Startup bietet einen mobilen Ladeservice für Anbieter von Elektroflotten.  Mit Batterie-Blocks ausgestattete Fahrradkuriere fahren nach einer on-damand Buchung zum Elektrofahrzeug ohne genügend Ladung und laden es auf. Carsharing Plattformen dürfte der Dienst interessieren.

SKART: SKART ist ein Motorrad mit Elektroantrieb. Eine Besonderheit des E-Motorrads ist der Rahmen. Eine Konstruktion, die fast ohne Verformen und Schweißen auskommt, ermöglicht eine schnelle und kostengünstige Produktion.

Stark Mobility: Das Startup präsentiert ein Skateboard mit Elektroantrieb, das ohne Fernbedienung auskommen soll. Um das Produkt zu finanzieren, läuft auf Indigogo eine Crowdfunding Kampagne.

Bild: TechCrunch (alle Rechte vorbehalten)