Archiv der Kategorie: Ridesharing

Kurznachrichten: Amazon testet Ridesharing Services für Same Day Delivery, Lyft verklagt ehemaligen COO, Fernbus-Preise bei Bahnstreik

Kurznachrichten: Spiegel Online hat im Minutentakt verfolgt, wie sich die Preise bei MeinFernbus verändert haben, nachdem Bahnstreik bekannt wurde, Amazon liefert via Taxi und Ridesharing und Lyft verklagt ehemaligen COO, der zu Uber gewechselt ist.

Same Day Zustellung via Taxi oder Uber

Amazon testet in San Francisco und Los Angeles die Zustellung von Bestellungen mittels Ridesharing Services bzw. Taxi Apps wie Uber und Flywheel. In verschiedenen Testläufen wurden Fahrzeuge über Flywheel und Uber bestellt, die Fahrzeuge wurden mit bis zu 10 Lieferungen für die selbe Postleitzahl beladen und es wurden bis zu 5 US$ pro Paket bezahlt, wenn die Lieferungen innerhalb einer Stunde zugestellt wurden. Laut WallStreetJournal entwickelt Amazon einen Algorithmus, der die unterschiedlichen Transportnetzwerke live vergleicht und die günstigste Alternative auswählt. In Deutschland hat bereits MediaMarkt/Saturn die Zustellung via Taxis getestet. (via ValleyWag)

Lyft verklagt ehemaligen COO

Lyft verklagt ehemaligen COO Travis VanderZanden, der zum Lyft-Konkurrenten Uber gewechselt ist und dort die  Internationale Expansion vorantreiben soll. VanderZanden wird vorgeworfen, dass er mehrere Tausend vertrauliche Dokumente auf seinen Privat-Laptop speicherte, kurz bevor er Lyft verlassen hat. Laut Lyft hat er mit diesem Vorgehen schon gegen die Geheimhaltungsvereinbarung verstoßen. Lyft möchte natürlich auch nicht, dass VanderZanden die geheimen Dokumente an Uber weiterreicht. VanderZanden wird auch vorgeworfen, dass er versucht, hochrangige Lyft-Mitarbeiter zu motivieren, ebenfalls zu Uber zu wechseln. (via TechCrunch)

Preisentwicklung von MeinFernbus nach Ankündigung von Bahnstreik

Spiegel Online hat im Minutentakt nachvollzogen, wie sich die Preise bei MeinFernbus entwickelt haben, nachdem der Bahnstreik bekannt geworden ist. Innerhalb von etwa 30 Minuten haben sich die Preise auf manchen Strecken verdreifacht. Die Analyse zeigt leider nicht, wie viele gestartete Buchungen nötig waren, um für den schnellen Preisanstieg zu sorgen (via ManagerMagazin)

Bild: Crowd in Railway-Station von Matthias Ripp (via flickr), Lizenz: CC BY 2.0

Kurznachrichten: Daimler verkauft Tesla Anteile, Blacklane mit 5 weiteren Städten, Strafe für Uber in Frankreich

Heute gibt es drei Kurznachrichten im Überblick. Uber muss eine Strafe in Frankreich zahlen, Daimler versilbert Tesla-Anteile, Blacklane startet 5 US-Städte.


 

Daimler/Tesla: Daimler verkauft seine Anteile am Elektroauto-Unternehmen Tesla und erhält dafür 780 Mio. US$. Vor etwa 5 Jahren hat Daimler 10% von Tesla für etwa 50 Mio. US$ erworben. Ein Teil von den 10% wurde an einen Staatsfond aus Abu Dhabi weitergereicht, zuletzt hielt Daimler noch etwa 4% an Tesla. In den letzten Jahren ist der elektrische Antriebsstrang der B-Klasse aus der Kooperation zwischen Daimler und Tesla entstanden, auch der E-Smart wurde von Tesla mitentwickelt. (via n-tv)


 

Der Limousinenservice Blacklane startet 5 weitere Städte in den USA. Ab sofort können auch Fahrten in Indianapolis, Memphis, Norfolk, El Paso und Cleveland gebucht werden. Zur verfügung stehen die gewohnten Fahrzeugkategorien Business Class, First Class und Business Van/SUV. Blacklane ist somit in mehr als 150 Städten weltweit aktiv. (via Blacklane.com)


 

Geldstrafe für Uber in Frankreich. Uber wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro verurteilt. Das Gericht wirft dem Unternehmen betrügerische Geschäftspraktiken vor, da Uber den Service UberPOP als Mitfahrgelegenheit bezeichnet, obwohl sich die Fahrer für die Uber-Fahrten extra bereithalten und damit Geld verdienen. Uber will dagegen Berufung einlegen. (via Süddeutsche Zeitung)

 

UberBlack in Berlin eingestellt, UberPOP für 35ct. pro Kilometer – UPDATE: UberBlack lebt weiter, auch bei 35ct./km

Als Folge der gerichtlichen Auseinandersetzung hat Uber den Service Uber Black in Berlin eingestellt, die Kosten für UperPOP wurden auf 35 ct. pro Kilometer gesenkt. Auch in Hamburg wurde der Tarif auf 35 ct. pro Kilometer gesenkt.


UPDATE: UberBlack scheint wieder über die App buchbar zu sein, der Tarif wurde auf 35 ct. pro Kilometer gesetzt, wie bei UberPOP. Uber plant anscheinend einen Mietwagenbetrieb mit Sitz im Zentrum zu übernehmen oder sich mit einem Mietwagenunternehmen zusammenzuschließen, damit UberBlack wieder zum vollen Preis angeboten werden kann. Alternativ wird auch darüber spekuliert, dass Uber Briefkästenfirmen in der Stadt als Betriebssitze laufen lässt und die Partner in einer Organisation zusammenfasst.


 

Kein UberBlack in der App  (Bild: Screenshot Uber App)
Kein UberBlack in der App (Bild: Screenshot Uber App)

Den Schritt, den Fahrpreis auf 35 ct. zu setzten, ist vor ein paar Monate auch der Ridesharing Service Wundercar gegangen. Dadurch sollen die Einnahmen pro Fahrt für den Fahrer  niedriger sein, als die Betriebskosten für das Fahrzeug. Die Personenbeförderung ist in diesem Fall, dass Einnahmen geringer sind, als Betriebskosten, nicht mehr als gewerblich zu betrachten. Um weiter für Verfügbarkeit zu sorgen, ist davon auszugehen, dass Uber die UberPOP Fahrer zusätzlich für eine anderweitige Tätigkeit vergütet.

Der Service UberBlack ist in Berlin ganz aus der App verschwunden, der Nutzer kann nur noch zwischen UberTaxi und UberPop wählen.


 

Bild: Screenshot Uber.com Website ( Stand: 8. Oktober 2014, 10:30 Uhr)

Uber stellt ehemaligen Lyft COO ein

Das Fahrservice Unternehmen Uber verstärkt sich weiter mit hochkarätigen Mitarbeitern. Wie Re/code berichtet, hat Uber den  ehemalige Lyft COO Travis VanderZanden eingestellt. Damit wird der Spionage-Krieg zwischen Uber und Lyft in die nächste Runde gehen.

VanderZanden wird bei Uber eine neue Abteilung leiten, die das internationale Wachstum weiter vorantreiben wird. Dabei wird er direkt an CEO Travis Kalanick berichten und eng mit dem ehemaligen Facebook-Manager Ed Baker arbeiten, der für das Gesamtwachstum von Uber zuständig ist.

Verwunderlich ist, dass VanderZanden anscheinend keine Wettbewerbsklausel in seinem Vertrag mit Lyft hatte und sofort bei Uber starten kann. VanderZanden hat nach Spannungen mit den Lyft Gründern das Unternehmen erst im August diesen Jahres verlassen. Er kam zu Lyft, nachdem sein Startup Cherry von Lyft aufgekauft wurde. VanderZanden wird einen tiefen Einblick in die Arbeitsweise und die Pläne von Lyft gehabt haben. Dieses Wissen wird er bestimmt bei Uber einbringen.

Die Rivalitäten zwischen Uber und Lyft werden immer intensiver und dieser Seitenwechsel wird bestimmt nicht dazu beitragen, dass sich die Spannungen zwischen beiden Unternehmen reduzieren.  Einerseits stellen die beiden Unternehmen fast zeitlich entscheidende Produktveränderungen, wie die Mitfahrfunktion UberPool und Lyft Line vor. Auf der anderen Seite liefern sich beide Unternehmen einen harten Preiskampf im Ridesharing Bereich. Vor ein paar Monate haben sich beide Unternehmen gegenseitig vorgeworfen, dass jeweils mehrere Tausend Fake-Buchungen im System des Wettbewerbers durchgeführt wurden, die sofort wieder storniert wurden, um die Fahrer zu demotivieren und zum Wechsel zu bewegen.

Bild: Uber 4U von Adam Fagen, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Mit UberTaxi und Briefkasten-Betriebssitzen gegen Verbot in Hamburg und Berlin?

Ende letzter Woche wurde das Verbot von UberBlack und UberPOP in Berlin und Hamburg vorläufig bestätigt. Als Antwort darauf startet Uber den Service UberTaxi.


 

UPDATE: Uber zahlt den Taxifahrern anscheinend einen Bonus. Bei UberTaxi verdienen die Taxifahrer 5€ zusätzlich zum Tarif als Bonus hinzu. Ausserdem has sich Uber anscheinend auch dahingehend geäussert, dass UberTaxi nur vorübergehend angeboten werden soll, bis sich die Auseinandersetzung mit dem Taxigewerbe und den Behörden beruhigt hat. Dementsprechend werden auch nicht viele Ressourcen in das Onboarding von Fahrern gesteckt. Bisher sind wohl ca. um die 10 Taxis an Board.


 

Bei UberTaxi sind normale Taxis unterwegs, der Fahrpreis wird über das Taxameter des Taxis berechnet und auch in bar an den Fahrer gezahlt. Nun können die Taxifahrer, die in den letzten Wochen und Monaten gegen Uber protestiert haben, selber von der Technologieplattform profitieren. Es ist auch davon auszugehen, dass sich einige registrieren werden.

UberTaxi als Konkurrenz zu MyTaxi

Bei UberTaxi können sich ab sofort Taxifahrer und Taxiunternehmer auf der Technologieplattform registrieren und nach erfolgreicher Freischaltung Aufträge über die Uber Driver App entgegennehmen. Zuerst soll der Service in Berlin und Hamburg angeboten werden, weitere Städte sollen folgen. Damit tritt Uber in direkte Konkurrenz zu MyTaxi, das vor kurzem von Daimler übernommen wurde. Im Vergleich zu den anderen Services von Uber, wird sich UberTaxi wahrscheinlich durch eine geringere Zuverlässigkeit auszeichnen. Taxifahrer neigen dazu, den nächsten Fahrgast aufzunehmen. Da wird ein weiter entfernter Auftrag schon mal abgebrochen, wenn ein Fahrgast am Straßenrand winkt, oder wenn über eine andere App oder die Funkzentralen ein Auftrag rein komm, bei dem die Anfahrt geringer ist.

UberBlack soll an Gesetze angepasst werden

UberBlack wurde in Berlin vorerst untersagt, da die konzessionierten Fahrzeuge nicht wie im PBefG vorgeschrieben, nach jeder Fahrt zurück zum Betriebssitz fahren, sondern sich im Betriebsgebiet bereithalten. Würde jedes Fahrzeug zum Betriebssitz zurückkehren, der sich häufig ausserhalb oder am Rand der Stadt befindet, dann würde das System von Uber nicht funktionieren. Die Fahrzeuge wären nicht innerhalb von paar Minuten am Abhlort und die Kosten für eine Fahrt würden auch die Einnahmen bei weitem übersteigen.

Uber hat bereits angekündigt, das der UberBlack Service in Berlin so modifiziert wird, dass das Angebot mit den lokalen Richtlinien vereinbar ist. Eine Lösung könnte sein, dass Uber alle Partner in einer Organisation vereint (z.B. Uber Partner Club) und verschiedene Briefkasten-Betriebssitze in der Stadt im Namen der Organisation betrieben werden. So könnten sich die Fahrer nach jeder Fahrt zu einem der Briefkasten-Betriebssitze in der Stadt begeben und auf weitere Aufträge warten. Uber wird sich die beschriebene oder eine ähnlich kreative Lösung einfallen lassen, um  den Anforderungen des PBefG vorübergehend und bis zu einer Änderung zu entsprechen.

Bleibt abzuwarten, wie sich der Fall weiter entwickelt, da Uber Beschwerde gegen die Urteile in Berlin und Hamburg einlegen will. UberPOP bleibt laut Webseite weiterhin in Berlin und Hamburg aktiv, obwohl der Service verboten wurde.

Bild: Taxi nach Paris von renee.hawk (Lizenz: CC BY-ND 2.0)

Lyft schnappt sich Mitfahrgelegenheit Hitch

Lyft kauft den amerikanischen Mitfahrdienst Hitch, um das eigene Produkt Lyft Line zu stärken. Bei der Akquisition handelt es sich wohl um eine Talent-Akquisition. Die beiden Gründer werden an Lyft Line arbeiten und Hitch wird eingestellt. Die bisherigen Hitch-Fahrer werden zu Lyft-Fahrern.

Hitch wurde vor UberPool, Lyft Line und Sidecar Shared Rides gestartet und ist mit dem deutschen Anbieter flinc vergleichbar. Flinc vermittelt Mitfahrer an Fahrer, die auch ohne Mitfahrer auf einer Kurzstrecke unterwegs sind. Es werden Fahrer angesprochen, die andere ohne rein gewerblichen Gedanken mitfahren lassen.

Die beiden Hitch Gründer Snir Kodesh und Noam Szpiro haben zuerst versucht, einen Aggregator für on-demand Fahrservices mit dem Namen Coral aufzubauen. Services wie Uber, Lyft, Sidecar wurden mit den Abfahrtzeiten der öffentlichen Verkehrsmittel in einer App verknüpft. Es hat aber nicht lange gedauert, bis die sich gegenseitig bekämpfenden Unternehmen Lyft und Uber den Zugang zu ihren Daten unterbunden haben.

Die fehlende operative Kompetenz war wahrscheinlich einer der Hauptgründe, warum sich Hitch dafür entschieden hat, in Lyft aufzugehen. Hitch hätte schnell in andere Märkte expandieren müssen, um mit den großen Fahrservice-Anbietern mithalten zu können. Lyft ist wie Uber in vielen Märkten in Nordamerika aktiv und der Fahrservice wird von vielen Kunden genutzt. Eine kritische Masse an Passagieren ist erforderlich, um möglichst viele Nutzer für eine gemeinsame Fahrt zu matchen.

Hitch hat bisher 600.000 US$ Finanzierung eingesammelt, unter anderem von Winlkevoss Capital. Hitch ist bisher die dritte Akquisition von Lyft. Davor wurden das on-demand Autowäsche Startup Cherry und Rover gekauft. Rover hat versucht, einen Mitfahrservice auf Basis einer Lyft-API aufzubauen.

Landgericht Frankfurt verhandelt über das Uber-Verbot

Am heutigen Dienstag wird das Landgericht Frankfurt über das Verbot von UberPOP, dem Ridesharing Dienst von Uber verhandelt.  UberPOP wurde per einstweiliger Verfügung vom 25.08.2014 in ganz Deutschland untersagt. In den letzten Tagen haben sowohl einige Politiker, als auch Rechtsanwälte Unterstützung für Uber bekundet.


UPDATE 16.9.2014, 15:00 Uhr: Das Landgericht Frankfurt laut FAZ hat dem Einspruch von Uber stattgegeben und die einstweilige Verfügung aufgehoben. Taxi Deutschland kann gegen die Entscheidung Berufung einlegen, der Fall würde dann vor dem Oberlandesgericht verhandelt werden.


 

Uber selbst hat laut einem Bericht im Handelsblatt (Ausgabe vom 16.9.2014) den ehemaligen Verteidigungsminister und Staatsrechtler Rupert Scholz engagiert, der ein Gutachten für das amerikanische Unternehmen verfasst hat.  In dem Gutachten hält Herr Scholz das Geschäftsmodell von Uber für legal, denn Uber sei kein Beförderungsunternehmen nach Personenbeförderungsgesetz, sondern Technologieanbieter für die Vermittlung der Fahrten. Fahrer und Fahrgast vereinbaren die jeweilige Beförderungsleistung untereinander und der Fahrer ist dafür verantwortlich, die nötigen Genehmigungen zu besitzen. Interessant an dem Argument ist aber, dass Uber kommuniziert, dass Fahrer bei UberPOP keinen Personenbeförderungsschein und keine Konzession benötigen.

Rechtsprofessor Scholz sieht bei den bisherigen Verboten einen Widerspruch zum Grundgesetz, das die Berufsfreiheit schützt. Eine Einschränkung dieses Grundsatzes sei nur zulässig, wenn eine “unmittelbare Gefährdung des Gemeinschaftsgutes” drohe. Uber stellt laut Scholz keine Gefährdung des Gemeinschaftsgutes dar, das Verbot von Uber ist vielmehr als Konkurrenzschutz für das Taxigewerbe zu sehen.

Bereits am Samstag hat das Wirtschaftsmagazin Wirtschaftswoche einen Bericht veröffentlicht, dass Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine Änderung des Personenbeförderungsgesetztes (PBefG) fordere. In einer Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums heisst es: “Aus wettbewerblicher Sicht halten wir generell eine Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung bestehender Regelungen an die Anforderungen der digitalen Welt und den veränderten Mobilitätsbedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher für erforderlich” Auch das Justizministerium unterstützt eine Liberalisierung des Taximarkts, der Staatssekretär für Verbraucherschutz wird mit den Worten zitiert: “Mehr Wettbewerb kann zu mehr Angeboten, höherer Qualität und besseren Preisen führen”. Laut verkehrspolitischem Sprecher der Grünen sollten die Regeln der Neuzeit angepasst werd und CDU-Fraktionsvize Michael  Fuchs unterstützt einen frischen Wind in der Taxibranche. Das Bundesverkehrsministerium kommuniziert noch, dass im Moment keine Anpassungen des Personenbeförderungsgesetzes anstehen.

Am morgigen Mittwoch veranstaltet das Berliner Limousinen-Startup Blacklane eine Konferenz zu dem Thema “Mobilität im Wandel – Fortschritt oder Stillstand?”. Bei der Konferenz werden sowohl Vertreter von Uber anwesend sein, als auch Vertreter aus der Politik und aus dem Taxigewerbe. Das drohende Uber-Verbot und die aktuellen Ergebnisse aus der Verhandlung in Frankfurt werden bestimmt Bestandteil der Konferenz sein.

Bild: verbot von Martin Abegglen (via flickr), Lizenz: CC BY-SA 2.0

UberPop deutschlandweit per einstweiliger Verfügung untersagt – Uber Black nicht

Das Landgericht Frankfurt verbietet per einstweiliger Verfügung den Ridesharing-Dienst UberPop in allen Deutschen Städten, in denen Uber bis jetzt aktiv ist. Bleibt abzuwarten, ob das Verbot dieses mal Bestand hat oder durch einen Einspruch von Uber so schnell aufgehoben wird, wie in Hamburg oder Berlin.

Für Zuwiderhandlung in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf und München kann ein Ordnungsgeld von 250.000 € pro durchgeführter Fahrt fällig werden. Die einstweilige Verfügung wird sofort vollstreckt.

Das Produkt UberBlack, bei dem konzessionierte Fahrzeuge und Fahrer mit Personenbeförderungsschein im Einsatz sind, darf laut Verfügung und Nachfrage von GründerSzene weiter angeboten werden, auch wenn es von Medien wie Spiegel Online anders verbreitet wurde.

Begründet wird das Verbot damit, dass die Fahrer keine erforderliche Genehmigung nach dem PBefG besitzen und auch die Fahrzeuge nicht konzessioniert sind.

Uber kann gegen das Urteil Widerspruch einlegen, was laut Aussage von Uber Deutschland auch gemacht wird. Uber will mit allen Mitteln gegen das Verbot vorgehen. Bisher hatte Uber schon in Berlin und Hamburg rechtliche Probleme. Eine einstweilige Verfügung in Berlin wurde aus Angst vor Schadensersatzansprüchen nicht vollstreckt. Weiter Verbote wurden nach Einspruch durch Uber von den Verwaltungsgerichten in Hamburg und Berlin bis zu einer endgültigen gerichtlichen Klärung aufgehoben.

UberPop kann über die Uber-App bestellt werden, bei dem Service bringen einem meist Fahrer ohne Personenbeförderungsschein und in nicht konzessionierten Fahrzeugen von A nach B. Der Fahrer erhält dafür ein Entgelt, das von der Kreditkarte des registrierten Fahrgastes abgebucht wird. Das Entgelt übersteigt die Betriebskosten des Fahrzeugs für die gefahrene Strecke, somit greift das Personenbeförderungsgesetz. Das Personenbeförderungsgesetzt schreibt vor, dass jeder Fahrer, der gewerblich Fahrgäste befördert, über einen Personenbeförderungsschein verfügen muss, jedes Auto, das für die gewerbliche Personenbeförderung eingesetzt wird, muss laut PBefG über eine Konzession verfügen. Das Personenbeförderungsgesetz ist so ausgelegt, dass es die Taxiindustrie schützt. Außerdem ist das Gesetzt zu einer Zeit erlassen worden, in dem es noch keine moderne Navigations- und Vermittlungstechnologien gab.

Bild: Flashing red light von Chris Phan Lizenz: CC BY 2.0

 

Uber öffnet API und erlaubt Einbindung in Apps von Drittanbietern

Uber hat gestern angekündigt, dass sie eine Schnittstelle (API) entwickelt haben, die eine Einbindung des Services in Dritt-Anwendungen ermöglicht.

Zum Start arbeitet Uber mit namenhaften Unternehmen, wie United, Starbucks, OpenTable oder TripAdvisor. Die Dritt-Anwendungen können Daten wie Abholort direkt an die Uber App weiterleiten und Informationen wie abgeschätzten Fahrpreis, Ankunftszeit, usw. abrufen.

Die aktuellen Partner bietet unterschiedliche Integrationen an. Über OpenTable kann eine Fahrgelegenheit gebucht werden, um zu dem Restaurant zu gelangen, in dem man einen Tisch reserviert hat. Die United App zeigt einem den Fahrpreis zum Flughafen und den Fahrer, der am nächsten steht, inkl. der geschätzten Reisezeit. Über die Hyatt App kann der Nutzer ein Zimmer buchen und gleichzeitig eine Fahrgelegenheit zum  Hotel buchen.

Wer die API mit voller Funktionalität einsetzen darf, wird dabei von Uber kontrolliert. Weitere Partnerschaften werden folgen, interessierte Entwickler und Unternehmen können sich bei Uber melden.

Vorteile für Uber und Anwender der API

Für Uber bietet die API die Möglichkeit, über viele Kanäle potentielle neue Nutzer auf sich aufmerksam zu machen. Außerdem bietet die API die Möglichkeit, die bestehenden Nutzer auf neue Use-Cases aufmerksam zu machen. Ein Uber Nutzer, der den Ridesharing Service bisher nur genutzt hat, wenn er am Abend ausgeht, sieht z.B. den Uber Button in der United App und fängt an den Service auf für seine Flughafen Fahrten zu nutzen.

Die Partner von Uber können den Service auch fürs Marketing nutzen, in dem z.B. spezielle Discounts angeboten werden, wie “Buche ein Hotel über TripAdvisor und erhalte 50% auf deine Fahrt mit Uber”.

Letztendlich geht es für Uber auch darum, weitere Informationen und Daten über das Verhalten der Nutzer zu sammeln.

Uber Affiliate Programm

Gleichzeitig startet Uber auch ein Affiliate Programm für die Entwickler, über das zur Zeit nur Uber Credits verdient werden können, in Zukunft sollen auch Barauszahlungen möglich sein. Im Moment bietet Uber 5 US$ Credits für jeden neuen Nutzer, der sich über eine Dritt-Anwendung anmeldet.

Interessant wird diese Option auch, wenn Uber sein Angebot ausrollt und in mehreren Städten Same Day Delivery Services wie Uber Corner Shop oder UberRush anbietet. Die API könnte dann auch für Online-Shops und Home Deilvery Services interessant werden.

Bild: Screenshot Uber for Developers Website

Lyft & Uber starten zeitgleich Mitfahrfunktion

Die amerikanischen Fahrdienstanbieter Uber und Lyft haben fast zeitgleich eine Mitfahrfunktion angekündigt. Zukünftig können Nutzer der Services ihre Fahrt mit anderen unbekannten Nutzern teilen, die auf der selben Strecke unterwegs sind.

Die beiden Unternehmen integrieren somit eine Funktion, über die sich unter anderem die Taxi App BetterTaxi und die Ridesharing App flinc differenzieren. Uber hat die neue Funktion als ein Experiment angekündigt und die Funktion in einer Private Beta ausgerollt, bei Lyft ist der Service wohl sofort für alle verfügbar.

Die Idee hinter UberPool und Lyft Line

Die Idee hinter den beiden Funktionen ist, dass sich der Fahrgast die Fahrt mit mindestens einem anderen Fahrgast teilt, der auf der selben Strecke unterwegs ist.

Geringere Kosten: Durch die Mitfahrfunktion werden sich die Kosten für die Fahrgäste reduzieren. Der Fahrpreis wird auf mehrere Fahrgäste verteilt, Ersparnisse bis zu 40-50% sind möglich. Die einfache Bedienung der App und der on-demand Service bleiben weiterhin bestehen.

Höherer Verdienst für Fahrer: Die Fahrer können ihr einkommen erhöhen, wenn sie mehrere Fahrgäste auf einmal transportieren. Die Kosten pro Fahrgast reduzieren sich, aber die Gesamtsumme pro Fahrt wird steigen.

Höherer Auslastung: Wenn die neue Funktion angenommen wird, wird die Auslastung der Fahrzeuge steigen. Vorteil wäre, dass sich die Anzahl der Farhzeuge reduzieren würde und somit auch die Luftverschmutzung und das Verkehrsaufkommen geringer werden würde. Lyft Line verbindet z.B. maximal vier Personen in einem Auto, ein Fahrer und maximal 3 Fahrgäste. So wird die Auslastung erhöht und das Einkommen der Fahrer kann steigen.

Höherer Verdienst für Anbieter: Uber und Lyft würden auch von höheren Fahrpreisen profitieren. Die Unternehmen wären wieder in der Lage, eine Provision einzuführen, um Geld zu verdienen. In der letzten Zeit haben die Anbieter in einigen Märkten auf die Provision verzichtet, um sich einen Preiskampf untereinander leisten zu können und um günstiger als Taxis zu sein.

Verzicht auf eigenes Auto: Lyft und Uber spekulieren darauf, dass Leute auf ihr eigenes Auto verzichten, wenn der Ridesharing Service zu Kosten angeboten wird, die geringer sind, als wenn man ein eigenes Fahrzeug besitzt. Die Mitfahrfunktion ist eine Möglichkeit, um die Kosten zu drücken. Uber CEO Travis Kalanick würde auch gerne fahrerlose Autos einsetzen, um die Kosten für den Fahrer zu eliminieren. Der Verdienst der Fahrer ist im Moment noch der größte Kostenfaktor einer Fahrt.

Ergänzung für Nahverkehr: In Städten, in denen kein gut ausgebautes Nahverkehrssystem vorhanden ist, kann der Ridesharing Service mit Mitfahrfunktion eine gute Ergänzung bzw. eine gute Alternative sein, die sich viele Einwohner leisten können.

Wie funktioniert`s?

In der Uber und Lyft App erscheint die neue Funktion als weitere Auswahlmöglichkeit. Wenn der Nutzer die entsprechende Funktion auswählt und ein Fahrzeug bucht, dann sucht das System automatisch einen Nutzer, der auf der selben Strecke unterwegs sein möchten. Für die Fahrgäste bedeutet die neue Funktion auch, dass sie ihr Ziel bereits bei der Buchung eingeben müssen, um eine Route voraussagen zu können.

Der Nutzer  erhält er eine Nachricht mit dem Namen des weiteren Fahrgastes. Wie Uber im Blog angekündigt hat, erhält man auch einen Rabatt, wenn  der Nutzer UberPool gebucht hat aber kein Fahrgast gefunden wird, der die selbe Strecke fahren möchte.

Bei Lyft Line erhält der Fahrgast schon bei Buchung seinen Fahrpreis. Die höhe des Rabatts zu einer normalen Lyft Fahrt wird mit einem Algorithmus errechnet. Der Algorithmus errechnet, wie wahrscheinlich es ist, dass auf der Strecke ein weiterer Mitfahrer gefunden wird. Je höher die Wahrscheinlichkeit, desto höher ist die Ersparnis.

Start der neuen Funktion

Uber rollt die neue Funktion in San Francisco sofort in einer privaten Beta aus und kündigt an, dass die Funktion noch nicht rund funktionieren wird. Hört sich fast so an, als hätten sie von Lyfts Plänen Wind bekommen und schnell die Funktion implementiert, um Lyft zuvor zu kommen.

Lyft Line wird auch erst in San Francisco getestet und dann in weiteren Städten ausgerollt. Das Angebot ist aber nicht mehr in einer Beta Version und den Nutzern wird die erste Lyft Line Fahrt geschenkt.

Bild von MotorBlog.com  (Bestimmte Rechte vorbehalten)