Archiv der Kategorie: Ridesharing

New York: Taxis noch mit doppelt so vielen Fahrten wie Uber

Die Taxi and Limousine Commission hat aktuelle Daten über die Zahl der Taxifahrten in New York veröffentlich. Im April diesen Jahres wurden 11.1 Millionen Taxifahrten in New York durchgeführt, das sind etwa 400.000 Fahrten am Tag. Im Vergleich zum April 2015 ist das Volumen an Taxifahrten um 9% zurück gegangen. Eine Analyse von Morgan Stanley hat ergeben, dass Uber im April diesen Jahres die Hälfte an Fahrten durchgeführt hat.

Uber holt auf

Uber befindet sich damit weiter auf Wachstumskurs. Das Ridesharing-Unternehmen kann ein Wachstum von 121% vorweisen. Im April diesen Jahres wurden 4.7 Millionen Fahrten durchgeführt, im April letzten Jahres belief sich das Volumen auf ca. 2.2 Millionen Fahrten pro Monat in New York City. Anscheinend sind bei Uber aber genau so viele Fahrer unterwegs, wie in den Taxi-Netzwerken. Das deutet darauf hin, dass die Taxi-Unternehmen viel effizienter als Uber arbeiten. New Yorker Taxifahrer führen pro Woche also doppelt so viele Fahrten durch, als Uber Fahrer. Laut Morgan Stanley kommen Uber Fahrer auf 44 Fahrten pro Woche, also sechs bis sieben pro Tag. Taxi Fahrer kommen auf 91 Fahrten pro Woche, oder 13 pro Tag .

Man muss auch hinzufügen, dass die meisten Taxifahrer auch erst die Mietkosten für das Taxi abbezahlen müssen, bevor sie Geld verdienen. Eine Taxilizenz in New York ist extrem teuer, deswegen sind auch die Mietkosten für ein Taxi hoch. Diese Kosten führen dazu, dass Taxifahrer einer höheren Arbeitsbelastung ausgesetzt sind.

Die Morgan Stanley Analyse zählt jeden UberPool Fahrgast als Einzelfahrt. Wenn sich z.B. zwei unbekannte Fahrgäste ein Fahrzeug teilen, zählt das als eine Fahrt. Das Taxinetzwerk in New York verfügt über kein Anbot, bei dem sich mehrere unbekannte Fahrgäste ein Fahrzeug teilen können. Ein Taxifahrer führt also tatsächlich im Schnitt 91 Fahrten pro Woche durch, während ein Uber-Fahrer im Schnitt auch auf weniger als 44 Fahrten pro Woche kommen kann.

Auch Lyft mit starkem Wachstum

Lyft, ein weiterer Fahrdienst, der in den USA den Taxifahrern das Leben schwer machen will, kam im April auf 750.000 Fahrten. Das entspricht einem Wachstum von 871% im Vergleich zum Vorjahr. Lyft Kommt damit auf 4 Prozent Marktanteil in New York City. Uber liegt bei einem Drittel.

Wenn es um die Auslastung geht, liegt die Shuttle-App Via vorne. Bei Via sind pro Woche im Schnitt 1023 Fahrer aktiv. Jeder dieser Fahrer führt pro Woche 108 Fahrten durch. Ein Via Fahrer kann bis zu 5 Fahrgäste einsammeln, jeder einzelne Fahrgast zählt als eine Tour.

Bild: Taxis von Juan Luis (bestimmte Rechte vorbehalten)

 

Sucht Fahrdienst-Anbieter Lyft einen Käufer?

Es gibt erste Anzeichen, dass das Ridesharing Unternehmen Lyft einen Käufer sucht. Anscheinend hat der amerikanische Fahrdienst das Unternehmen Qatalyst Partners engagiert. Qatalyst Partners konzentriert sich auf den Verkauf und den Zusammenschluss von Technologieunternehmen. Unter anderem soll Quatalyst Partners den Verakuf von LinkedIn and Microsoft in die Wege geleitet haben. Lyft wollte sich zu diesen Gerüchten nicht äußern.

Käufer für Lyft gesucht?

Unterschiedliche Quellen haben der Zeitung Wall Street Journal berichtet, dass der Qatalyst Gründer Frank Quattrone in Kontakt getreten ist, um sie von einem Einstieg oder eine Übernahme von Lyft zu überzeugen. Darunter sollen sich auch einige etablierte Automobilkonzerne befinden. Bisher hat der Ridesharing-Dienst Lyft finanzielle Mittel in Höhe von 2 Milliarden US$ eingesammelt und wird mit 5 Milliarden US$ bewertet. Mit diesen finanziellen Mitteln hat Lyft den Kampf um Wachstum mit Uber aufgenommen. Beide Unternehmen leisten sich in den USA einen erbitterten Wettbewerb um Fahrer und Kunden. Durch subventionierte Fahrpreise und Bonuszahlungen an Fahrer werden immer mehr Kunden gewonnen.  Sollte Lyft aufgekauft werden, kann das als Zeichen gewertet werden, dass Uber den Kampf der Fahrdienstvermittler in den USA gewonnen hat.

Es wäre nicht die erste Aufgabe

Sollte Lyft aufgekauft und der Service eingestellt werden, wäre Uber der einzige verbleibende große Anbieter. Sidecar, ebenfalls ein Anbieter von Fahrdienstleistungen hat bereits im Januar aufgegeben. Die Reste von Sidecar wurden von GM aufgekauft. Schon damals hat der Sidecar CEO Sunil Paul prognostiziert, dass Uber um jeden Preis gewinnen wird. Das Lyft eigestellt wird, wäre eine Option. Wahrscheinlicher ist aber, dass ein potentieller Käufer das Geschäft weiter betreibt. Letztendlich sind mehrere Milliarden Dollar in das Unternehmen geflossen und Lyft verfügt über einige Millionen Kunden.

Plattform für autonomes Fahren

Ein Autokonzern könnte Lyft übernehmen, um einen Starken Player in dem wachsenden Markt von Mobilitätsdienstleistungen vorweisen zu können. Viele Konzerne haben die Entwicklung im Mobilitätsbereich lange vernachlässigt, durch den Kauf wäre ein schneller Aufschluss möglich. Lyft eignet sich auch als Plattform für das Buchen von selbstfahrenden Autos. Das könnte auch auf Interesse bei einigen Herstellern stoßen. Das war unter anderem ein Grund für das Investment von GM in Lyft. GM geht davon aus, dass sich mit den Bemühungen von Lyft schneller ein Netzwerk von selbstfahrenden Autos aufbauen lässt. Die autonomen Fahrzeuge werden von den Herstellern zur Verfügung gestellt, die Ridesharing-Anbieter kümmern sich um den Betrieb der Flotte und um die Technologie für das Buchen der Fahrten.

Der Automobilkonzern General Motors hat 10% an Lyft erworben und könnte auch als Käufer in Frage kommen. Beide Unternehmen wollen gemeinsam autonome Fahrzeuge entwickeln, außerdem werden GM Fahrzeuge zu Sonderkonditionen an Lyft-Fahrer vermietet. Das Investment von Volkswagen in Gett und die Beteiligung von Apple an Didi zeigen aber auch, dass weitere Konzerne Interesse am Einstieg bei Anbietern von Ridesharing-Diensten haben.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Uber öffnet UberRUSH API für jeden Entwickler

Uber öffnet den UberRUSH Lieferservice per API für jeden Entwickler. Über die API kann der on-demand Lieferservice in jeden beliebigen Service integriert werden, der  auf eine Transportkomponente angewiesen ist.

Der same-day Lieferservice wird von Uber schon seit einiger Zeit entwickelt und das Unternehmen hat erheblich Zeit und Geld in die Entwicklung investiert. UberRUSH wurde zuerst in NewYork getestet und dann im Oktober 2015 offiziell gestartet. UberRUSH bietet einen same-day Lieferservice, die Lieferung erfolgt entweder über einen normalen Uber-Fahrer oder durch einen Fahrradkurier. Am Anfang war es ein normaler Kurierdienst, im Januar 2016 wurde dann eine API veröffentlicht, mittels derer ausgewählte Händler den Service in die App und Website integrieren konnten. Die API wurde jetzt für jeden Entwickler geöffnet, so dass der Transportservice in jede beliebige App integriert werden kann. Die Unternehmen, die den Service integrieren können auf einen verlässlichen Zustelldienst für die letzte Meile vertrauen und müssen sich nicht selber um den Transport mittels eigener Fahrer kümmern.

Uber kombiniert mit den selben Fahrern den Personentransport und die Auslieferung der Waren. Ein Uber Fahrer kann zum Beispiel ein Paket abholen und danach einen Passagier aufnehmen. Der Passagier wird dann zuerst an sein Ziel gebracht, danach wird das Paket zugestellt. Für die Uber-Fahrer erhöht sich so die Auslastung und auch der Umsatz.

UberRUSH konkurriert unter anderem mit dem Liefer-Startup Postmates. Das Unternehmen, das von einem Deutschen in San Francisco mitgegründet wurde, bietet auch eine technische Lösung, die direkt in die Apps und Webshops von Händlern integriert werden kann. Postmates hat sich am Anfang auf die Lieferungen von Restaurants konzentriert. Mittlerweile gehören auch einige Non-Food Unternehmen zu den Kunden von Postmates.

Erst in der letzten Woche wurde bekannt, dass Uber 3.5 Milliarden US$ an Finanzierung vom Staatsfond aus Saudi-Arabien erhalten hat. Damit hat das amerikanische Unternehmen genügend finanzielle Mitte, um UberRUSH entsprechend weiterzuentwickeln.

Bild: Uber.com (alle Rechte vorbehalten)

Uber und Lyft bieten Vorbuchungen für Fahrten an

Die on-demand Plattformen Uber und Lyft bieten in einigen Städten auch das Vorbuchen von Fahrten an. Bisher waren beide Unternehmen der Ansicht, dass keine Vorbuchungsoption notwendig ist, da rund um die Uhr genügend Fahrer verfügbar sind, um innerhalb von Minuten am Abholort zu sein.

Bei Uber ist das Feature bisher in Seattle und Washington verfügbar, die geplanten Fahrten können mit einem Vorlauf von bis zu 30 Tagen gebucht werden. Die neue Funktion soll in den nächsten Wochen weltweit ausgerollt werden, im Fokus stehen am Anfang Städte mit einem hohen Anteil an Geschäftsreisenden. Bei Lyft wird die Funktion diesen Sommer ausgerollt, die Kunden können eine Fahrt bis zu 24 Stunden im Voraus buchen. Bis zu 30 Minuten vor Fahrtantritt kann die Buchung bei Lyft kostenlos storniert werden, bei Uber bis zu 5 Minuten vor Ankunft des Fahrers.

Vorbuchen bis zu 30 Tage im Voraus

Das Vorbuchen der Fahrten schützt die Kunden nicht vor erhöhten Fahrpreisen, die durch Surge-Pricing zustande kommen können. Die App schickt 24 Stunden und 30 Minuten vor Abfahrt eine Erinnerung, diese Mitteilung beinhaltet auch die Info darüber, ob die Fahrt durch mögliches Surge-Pricing teurer wird. Zum Start ist die neue Funktion nur für Geschäftsreisende und Fahrten mit UberX verfügbar.

Uber und Lyft wildern mit der neuen Funktion in den Gefilden von Fahrdienstleistern wir Blacklane und MyDriver. Beide Unternehmen setzten ausschließlich auf gebuchte Fahrten, die hauptsächlich von Geschäftsreisenden in Anspruch genommen werden. Bisher war es das Ziel von Uber, dass das Netzwerk an Fahrern so umfassend ist um alle spontanen Fahranfragen unabhängig von Zeit und Ort im Geschäftsgebiet durchführen zu können. Diese Zuverlässigkeit würde eine Vorbuchungsoption überflüssig machen. Der Grund für die Kehrtwende von Uber sind die vielen Anfragen der Nutzer, die bisher immer ignoriert wurden. Bei Lyft dürfte es ein vergleichbarer Grund gewesen sein.

Uber bietet auch eine Garantie für die Ankunftszeit bei UberPool Fahrten an. Wenn der Fahrer nicht rechtzeitig ankommt, erhält der Nutzer eine Gutschrift von zwei Dollar für die nächste Fahrt.

Bild: Lyft von Spiros Vathis (bestimmte Rechte vorbehalten)

Walmart testet Zustellung mit Uber, Lyft und Deliv

Die amerikanische Supermarktketten Walmart und Sam’s Club testen in den meisten amerikanischen Bundesstaaten die Zustellung von Lebensmitteln auf der letzten Meile mit Fahr- und Lieferdienstleistern wie Uber, Lyft und Deliv. Bereits seit März testen die Unternehmen die Zustellung von Lebensmitteln und Haushaltsartikeln mit Deliv in Miami. Die Kunden können über die Website von Walmart bestellen und dann bei der Bezahlung die Zustellung mit einem der genannten Services auswählen. Dafür wird eine Liefergebühr zwischen 7 und 10 US$ fällig (ca. 6.00 – 8.70 Euro). Es könnten auch sein, dass Walmart die Liefergebühr subventioniert, um mehr Kunden für die Dienstleistung zu gewinnen.

Walmart startet langsam

Das Unternehmen will langsam starten. In Denver und Phoenix geh der Service diese Woche an den Start. In einer Stadt werden die Lieferungen mit Lyft ausgeliefert, in der anderen mit Uber. Die Uber und Lyft Fahrer sind nur für den Transport zuständig. Nach dem der Kunde über die Website seine Bestellung getätigt hat, werden alle Artikel von geschultem Walmart Personal eingesammelt, verpackt und bereitgestellt. Diese Mitarbeiter suchen die besten Zutaten aus und platzieren gefrorene, gekühlte und frische Artikel in einem extra dafür vorgesehenen Bereich im Lager.

Von Babyartikel bis Tiefkühlprodukte

Zur Auswahl stehen etwa 35.000 unterschiedliche Artikel aus allen Kategorien. Von Baby-Produkten, über Fleisch und gefrorenen Artikeln, bis hinzu Gesundheitsartikel kann alles bestellt werden. Bei der Bezahlung können die Kunden dann die Lieferoption inklusive Zeitfenster wählen. Bisher war es schon möglich, dass das Personal für die Kunden einkaufen gegangen ist und die Kunden die Bestellung dann an der Bordsteinkante entgegengenommen haben.

Manuelle Buchung von Uber, Lyft und Deliv

Walmart ist nicht über eine API an Lyft und Uber gebunden. Das Personal muss bei jeder Bestellung manuell ein Fahrzeug über die App bestellen. Dem Fahrer wird dann per Nachricht Bescheid gegeben, dass es sich um eine Lieferung handelt. Der Fahrer nimmt die vorbereitete Order mit und liefert sie beim Kunden ab. Sobald der Fahrer unterwegs ist, ruf ein Mitarbeiter von Walmart den Kunden an, um diesen zu informieren. Bei diesem Setup ist davon auszugehen, dass Walmart nicht mit vielen Bestellungen rechnet. Das Projekt ist mit den manuellen Prozessen nicht skalierbar. Sollte das Volumen vorhanden sein, sollte Walmart auf einen Dienstleister setzen, der eine Automatisierung erlaubt.

Walmart hat in der Vergangenheit bereits öfter mit Lieferprogrammen experimentiert, bisher aber nicht den durchschlagenden Erfolg verbuchen können. Deshalb wurde auch ein höherer Fokus auf die Abholungen der Einkäufe an der Bordsteinkante gelegt. Mit den Lieferdienstleistern wird nun ein neuer Versuch gestartet. Die Artikelpreise ändern sich nicht für die Kunden, sie sind bei Lieferung genau so teuer, wie bei einem Einkauf im Supermarkt.

In Deutschland sind Rewe und Tengelmann aktiv

Anfang des Jahres hat die Supermarktkette Whole Foods ein Investment in Instacart bekannt gegeben. Über Instacart sollen in Zukunft alle Lieferungen von Whole Foods abgewickelt werden. In Deutschland sind vor allem Tengelmann mit Bringmeister und Rewe mit seinem Lieferdienst aktiv. Rocket Internet ist mit seinem Instacart Klon ShopWings gescheitert.

Bild: Walmart von Mike Mozart / Flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

Uber China will in einem Jahr Nummer Eins in China sein

Uber sagt, dass das Unternehmen innerhalb eines Jahres so stark wachsen wird, um den bisherigen Spitzenreiter Didi Chuxing zu überholen. Innerhalb eines Jahres will Uber somit zum Marktführer in China werden.

Laut Zhen Lui, Senior Vice President of Strategy bei Uber China hat dieses ambitionierte Ziel während eines Interviews verkündet. Laut seiner Aussage wächst Uber so stark, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das Unternehmen den Spitzenplatz errungen hat.

Marktanteil wird langsam ausgebaut

Im letzten Jahr war Uber nur in acht Städten in China aktiv und hatte bereits einen Marktanteil von 1%. Mittlerweile ist Uber in 60 chinesischen Städten aktiv und kommt auf einen Marktanteil von etwa 30 %. Der lokale Konkurrent Didi ist in mehr als 400 Städten aktiv und hat mehr oder weniger die verbleibenden 70 % Marktanteil.

Marktführerschaft als beachtliche Leistung

Würde es Uber tatsächlich schaffen, die Marktführerschaft zu erlangen, wäre das ein beachtliches Ergebnis. Der Fahrdienst ist seit etwa zwei Jahren in China aktiv und hat schnell aufgeholt. Diese Aufholjagt wird mit riesigen finanziellen Mitteln durchgeführt. Mehrere Milliarden wurde in den chinesischen Markt investiert, um dem Markführer Didi Anteile streitig zu machen.

Exakte Daten über die durchgeführten Fahrten von Uber und Didi sind schwer zu finden. Die meisten Insider sehen aber Didi klar als Marktführer an und prognostizieren, dass es auch extrem schwer sein wird, das Unternehmen einzuholen. China ist für Uber der wichtigste Markt. Sechs der zehn Städte mit den meisten Fahrten werden von Uber China bedient. In der Zukunft werden weitere chinesische Städte zu den meist-frequentierten Städten für Uber mutieren.

Uber China als separates Unternehmen

Uber China wird als separates Unternehmen geführt und hat bisher mehr als 1 Milliarde Dollar an Finanzierung eingesammelt, bei einer Bewertung von 7 Milliarden Dollar. Im Moment wird weiteres Geld eingesammelt, ein Teil davon wird von dem Mutterunternehmen kommen. Uber hat erst Anfang Juni eine Finanzierung in Höhe von 3.5 Milliarden durch den Staatsfond aus Saudi-Arabien bekannt gegeben. Auch Didi ist finanziell gut ausgestattet. Zu den Investoren zählen die Internetgiganten Alibaba und Tencent. Im letzten Monat hat sich auch Apple mit 1 Milliarde Dollar beteiligt. Didi lässt sich von den Aussagen der Uber Managerin nicht beeinflussen.

Bild: Uber in Beijing von bfishadow (bestimmte Rechte vorbehalten)

Saudi-Arabien investiert 3.5 Milliarden Dollar in Uber

Der Ridesahring Anbieter Uber sichert sich ein Investment in Höhe von 3.5 Milliarden Dollar vom Staatsfond aus Saudi-Arabien. Für Uber ist es das bisher größte erhaltene Investment. Im Allgemeinen wurde bisher kein größeres Einzelticket in ein Startup investiert.

Bisher hat Uber mehr als 13.5 Milliarden US$ einschließlich Wandelanleihen eingesammelt, von dieser Summe hat das Unternehmen noch 11 Milliarden Dollar auf dem Bankkonto. Das Investment kommt für Uber gut gelegen, so kann der Börsengang weiter hinausgezögert werden.

Bewertung bei 62.5 Milliarden Dollar

Die Gespräche zwischen Uber und dem saudi-arabischen Public Investment Fond wurden im März gestartet. David Plouffe, Ubers Chef Lobbyist und Verwaltungsrat-Mitglied ist zu diesem Zeitpunkt in die Region gereist. Der Public Investment Fond hält nach der Finanzierung Anteile in Höhe von etwa 5 % am Unternehmen. Das entspricht einer Unternehmensbewertung von Uber 62.5 Milliarden US$.

Weitere Diversifizierung der Investments

Der Managing Director PIF, Yasir Al Rumayyan wird Mitglied im Verwaltungsrat von Uber. Mit dem Investment will der Staatsfond seine Investments stärker diversifizieren und unabhängiger von den zurückgehenden Einnahmen aus dem Öl-Geschäft werden. Bisher war der Staatsfond nur im Inland tätig, bis 2030 sollen die Investments im Ausland stark ausgeweitet werden. Bis dahin sollen 50% des Anlagevolumens von 200 Milliarden in Auslandsbeteiligungen angelegt werden.

Auch Lyft mit Geld aus Saudi-Arabien

Der PIF ist nicht der einzige Fond aus Saudi-Arabien, der an neuen Mobilitätsanbietern beteiligt ist. Die Kingdom Holding Co, von Prinz Alwaleed Bin Talal hat mindestens 100 Mio. US$ in den Uber-Konkurrenten und zweitgrößten Fahrdienstanbieter in den USA Lyft investiert. Uber will einen Teil des Investments im arabischen Raum und in Afrika investieren. In Saudi-Arabien ist der Fahrdienst vor allem bei weiblichen Fahrgästen beliebt, etwa 80% der Fahrgäste sind weiblich. Das liegt auch daran, dass es für Frauen verboten ist, selber Auto zu fahren. Ein Großteil der Summe dürfte aber in die Wachstumsmärkte in Asien gesteckt werden. Gerade in China und Indien muss Uber viel investieren, um Marktanteile im Wettbewerb mit den lokalen Anbietern zu gewinnen.

Uber dürfte seine Bewertung mit den Bemühungen im Bereich der selbstfahrenden Autos gerechtfertigt haben. Der Einsatz von selbstfahrenden Fahrzeugen führt dazu, dass der größte Kostenfaktor, nämlich der Fahrer wegfällt. Das führt auf der einen Seite zu geringeren Preisen für die Kunden und auf der anderen Seite zu mehr Gewinn für Uber.

Strategische Investoren steigen ein

Das hohe Investment des Staatsfonds und der Einstieg von strategischen Investoren in neue Mobilitätsdienstleister zeigt deren Potential für die Zukunft. In den letzten Monaten und Wochen haben sich Unternehmen wie GM, Apple, Volkswagen oder Toyota an Dienstleistern wie Lyft, Didi, Gett und Uber beteiligt. Automobilhersteller schauen sich vor allem nach einer Plattform für den Einsatz von selbstfahrenden Autos in der Zukunft um. Vorerst geht es um das Erschließen weitere Absatzkanäle. Volkswagen hat erst gestern verkündet, dass Gett Fahrer leichter Zugang zu attraktiven Finanzierungskonzepten für Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern erhalten sollen. Sonderausstattung, Wartung und Versicherung inklusive. Später wird es auch um selbstfahrende Autos gehen. Gett ist für VW ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum ganzheitlichen Mobilitätsanbieter. Dieses Ziel will VW bis 2025 erreichen.

Konkurrenz aus China

Uber Konkurrent Didi arbeitet nach Aussagen des Didi Präsidenten Jean Lu an einer Finanzierung im Volumen von über 3.5 Milliarden US$. Erst im letzten Monat hat das Unternehmen 1 Milliarde von Apple erhalten. Didi ist entweder direkt an Uber-Konkurrenten beteiligt oder ist Partnerschaften mit diesen eingegangen. Darunter befinden sich Lyft in den USA, Ola in Indien und Grab in Südost-Asien.

BMW ReachNow benennt neuen CEO für Carsharing-Bereich in den USA

BMW hat Steve Banfield als neuen CEO von BMW ReachNow eingestellt. ReachNow ist BMWs neues free-floating Carsharing Angebot, das im letzten Monat in Seattle gestartet ist. Steve Banfield ist davon begeistert, dass sich BMW nicht nur mit free-floating Carsharing beschäftigt, sondern auch über weitere Mobilitätsszenarios nachdenkt.

ReachNow ist mit DriveNow vergleichbar. Die verfügbaren Fahrzeuge können im Stadtgebiet angemietet und wieder abgestellt werden. Die Identifikation erfolgt über eine Mitgliedskarte, die Abrechnung minutengenau über die hinterlegte Kreditkarte. In Seattle stehen insgesamt 370 Fahrzeuge zur Verfügung, ein Mix aus 3er BMWs, MINI Coopers und elektrischen i3. Im ersten Monat haben sich bereits 13.000 Nutzer für den Dienst angemeldet, der Carsharing-Dienst scheint also gut angenommen zu werden.

BMW ReachNow nur der Anfang

Von Seattle aus soll das Angebot noch in diesem Jahr in anderen amerikanischen Städten ausgerollt werden. BMW hat eine Vision für ReachNow, die über Carsharing hinaus geht. Es soll ein Concierge Service gestartet werden, bei dem BMW das Fahrzeug vorbeibringt. Das spart die Suche nach einem freien Fahrzeug. Fahrzeugbesitzer sollen die Möglichkeit bekommen, ihr Fahrzeug über ReachNow vermieten zu können. Weiter in der Zukunft sollen auch selbstfahrende Autos zum Einsatz kommen. Das wird aber nicht vor 2021 der Fall sein.

Fahrdienst a la Uber und Lyft

Außerdem soll ein Fahrdienst a la Uber und Lyft gestartet werden, bei dem Leute Geld verdienen können, in dem sie andere Nutzer in den BMW ReachNow Fahrzeugen kutschieren. Dafür muss das Unternehmen seine Flotte stark vergrößern oder auch andere Fahrzeuge für den Service zulassen. Mit 300- 500 Fahrzeugen kann kein flächendeckender Fahrservice mit kurzen Anfahrtszeiten angeboten werden.

BMW versucht mit den neuen Mobilitätsangeboten seine Zukunft zu sichern. Die herkömmliche Automobilindustrie bekommt immer mehr den Druck von Neueinsteigern und Technologiekonzernen zu spüren. Der Automobilkonzern Daimler bietet mit Car2Go ein fast identisches Carsharing Modell an. Vor kurzem wurde angekündigt, dass auch viertürige Fahrzeuge, wie Mercedes A- und B-Klasse zur Car2Go Flotte hinzugefügt werden sollen. Andere Automobilhersteller, z.B. General Motors und Ford beteiligen sich an Mobilitäts-Startups oder starten eigene Projekte.

Bild: BMW AG (alle Rechte vorbehalten)

Apple investiert 1 Milliarde in Fahrdienst Didi Chuxing

Apple hat am Donnerstag angekündigt, dass das Unternehmen 1 Milliarde US$ in das chinesische Ridesharing Unternehmen Didi Chuxing (vormals Didi Kuaidi) investiert hat. Tim Cook geht davon aus, dass der Schritt Apple dabei hilft, den chinesischen Markt besser zu verstehen. Der chinesische Markt ist entscheidend für das Wachstum von Apple und hat in der letzen Zeit einige Dämpfer erhalten.

Apple ist auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten, den Umsatz und Gewinn zu  erhöhen, nachdem der Smartphone Markt nicht mehr so schnell wächst wie in den letzten Jahren. Apple-Chef Cook erhofft sich strategische Vorteile durch das Investment und geht auch davon aus, dass es später zum Umsatz und Gewinn beiträgt.

Apple beteiligt sich direkt an Sharing Economy

Durch das Investment beteiligt sich Apple an den zwei Technologie-Feldern, die seit einiger Zeit einen aufstrebenden Trend zeigen – Sharing Economy und neue Technologien im Mobilitätsbereich. Bisher war Apple indirekt an der Sharing Economy beteiligt, da die meisten Geschäftsmodelle nur dank Smartphones, wie dem iPhone möglich geworden sind.

Apple schließt sich durch das Investment mit dem größten Konkurrenten von Uber zusammen. In der letzen Zeit haben sich einige etablierte Konzerne an Mobilitätsstartups beteiligt. Google hat bereits im Jahr 2013 das Potential erkannt und sich an Uber beteiligt. General Motors hat in Didi Partner Lyft investiert und Cruise übernommen, ein Anbieter von Technologien für autonome Fahrzeuge. Uber Chef Travis Kalanick ist von dem Apple Investment nicht sonderlich begeistert:

Didi Chuxing mit mehr als 20 Milliarden bewertet

Für Didi Chuxing ist die erhaltene Summe das bisher größte Einzelinvestment. Das Unternehmen, das bisher mehrere Milliarden erhalten hat, dominiert den chinesischen Ridesharing und Fahrdienst-Markt. Täglich werden 11 Millionen Fahrten abgewickelt. Didi wird mit mehr als 20 Milliarden US$ bewertet und ist ein chinesisches Vorzeige-Startup. Mit Konkurrent Uber liefert sich das Unternehmen einen Preiskampf, um Marktanteile zu erkaufen. Der Preiskampf dürfte beide Unternehmen mehrere Milliarden pro Jahr kosten.

Apple wird nachgesagt, dass es daran arbeitet, ein selbstfahrendes Elektroauto zu entwickeln. Dieses könnte später bei Didi zum Einsatz kommen. Bis es soweit ist, können Didi Fahrer Apples CarPlay Plattform nutzen.

Bild: Panda Taxi von Mondo79 (bestimmte Rechte vorbehalten)

GM und Lyft testen selbstfahrende Taxis

General Motors und Lyft wollen innerhalb eines Jahres das Elektroauto Chevrolet Bolt als selbstfahrende Taxis auf öffentlichen Straßen testen. Vor ein paar Monaten hat sich GM mit 500 Mio. US$ an der Ridesharing Plattform Lyft beteiligt. Kurz darauf folgte die Übernahme von Cruise, einem Anbieter von Technologien für selbstfahrende Autos. Die von Cruise entwickelte Technologie wird die Grundlage für die autonomen Eigenschaften der Chevrolet Bolt Taxis sein.

Bisher ist noch nicht bekannt, in welcher Stadt Lyft das Angebot der selbstfahrenden Taxis testen wird. Die Nutzer können in der Smartphone App von Lyft festlegen, ob sie an dem Testprogramm teilnehmen möchten oder nicht. Über die Lyft App können die Nutzer den GM OnStar Service kontaktieren, wenn sie eine Frage oder ein Problem haben. Außerdem kann der Nutzer über die App mitteilen, wann das Fahrzeug losfahren soll und wann die Fahrt beendet werden soll. Bisher wurden diese Funktionen nur in einem App-Prototyp gezeigt, mit dem Lyft das Vertrauen im Bezug auf selbstfahrende Taxis steigern möchte.

Zu Beginn mit Fahrer – komplizierte Vorschriften

Zu Beginn wird sich noch ein Fahrer im Auto befinden, um im Notfall eingreifen zu können. Eine der größten Hürden sind im Moment noch die Vorschriften und Regeln, die den Einsatz von selbstfahrenden Taxis beschreiben und die Verantwortlichkeiten festlegen. Um einheitliche Vorschriften durchzusetzen, haben Uber, Lyft und Co. vor kurzem ein Bündnis gegründet. Langfristig soll der Fahrer nicht notwendig sein, was dazu führt, dass die Kosten einer Fahrt mit Lyft sinken werden. Der Fahrer ist einer der größten Kostenfaktoren im Geschäftsmodell der Ridesharing Plattformen.

Grundsätzlich ist General Motors daran interessiert, den Chevrolet Bolt an Lyft Fahrer zu verkaufen oder zu vermieten, um so den Verkauf des Elektroautos anzukurbeln. Bisher wird das Model Chevrolet Equinox in einem Pilot Projekt an Lyft Fahrer in Chicago vermietet. Das Projekt soll auf andere Städte ausgeweitet werden. Dabei sollen vermehrt Bolts unter die Fahrer gebracht werden. Durch die Bauweise verfügt der Bolt über mehr Beinfreiheit im Font und eignet sich dadurch gut für Ridesharing-Dienste und Mitfahrplattformen. Die Betriebskosten dürften unter den Kosten für ein benzinbetriebenes Fahrzeug liegen.

Investitionen schnell nutzen

General Motors möchte die Vorteile seiner Investitionen möglichst schnell nutzen, um den Anschluss nicht zu verpassen. Die bisherige Automobilindustrie gerät durch Neueinsteiger und Anstrengungen großer Technologieunternehmen unter ansteigenden Druck. Die Automobilkonzerne wurden von den Entwicklungen aus dem Silicon Valley überrascht, unter anderem von Tesla’s Elektrofahrzeugen, dem selbstfahrenden Auto von Google oder dem Ridesharing-Business von Uber. Uber entwickelt in Zusammenarbeite mit der Universität in Pittsburgh eigene selbstfahrende Taxis. Google hat angekündigt, dass 100 Chrysler Pacifica Minivans mit der von Google entwickelten Technologie für autonome Fahrzeuge ausgestattet werden.

Bild: General Motors/Chevrolet (bestimmte Rechte vorbehalten)