Archiv der Kategorie: Ridesharing

Google, Ford und Uber starten Bündnis für selbstfahrende Autos

Google, Ford, Ridesharing Dienst Uber und zwei weitere Unternehmen starten eine Arbeitsgruppe, um schneller gesetzliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von autonomen Fahrzeugen zu schaffen.

Bei den beiden weiteren Unternehmen in der Arbeitsgruppe für sichere Straßen handelt es sich um Volvo und Lyft. Deutsch Automobilhersteller und Mobilitätsanbieter sind bisher nicht vertreten. Die Gruppe will mit Gesetzgebern, regulierenden Behörden und der Öffentlichkeit zusammenarbeiten, um die gesellschaftlichen Vorteile und Sicherheitsaspekte von selbstfahrenden Fahrzeugen zu realisieren.

Angeführt wird die Gruppe von David Strickland. David Strickland war zuvor eine leitender Angestellter der U.S. National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA). Diese Organisation ist für das Verfassen der Straßenverkehrsregeln für selbstfahrende Autos in den USA zuständig. Strickland hat zuvor auch Google im Bezug auf selbstfahrende Autos beraten. Gemeinsam sollen Regeln geschaffen, die einen sicheren gemischten Verkehr von selbstfahrenden Fahrzeugen und Autos mit Fahrer gewährleisten sollen.

Einheitliche Regelung für selbstfahrende Fahrzeuge

Bisher existieren keine einheitlichen Regelungen in den USA für autonome Fahrzeuge. Die Tests der Automobilhersteller und Technologiekonzerne in den USA sind nur möglich, da Sondergenehmigungen erteilt wurden. In Deutschland sieht es ähnlich aus. Ziel ist es auch, dass ein Regelwerk geschaffen wird, das einheitlich in allen amerikanischen Bundesstaaten angewendet wird.

Mit der Entwicklung von selbstfahrenden Fahrzeugen befassen sich eine Reihe von Autoherstellern. Auch deutsche Automobilhersteller wollen so schnell es geht autonome Fahrzeuge auf den Markt bringen. Allen voran ist Daimler vorne mit dabei. Konkurrent BMW versucht hingegen so schnell es geht den Entwicklungsvorsprung von Daimler aufzuholen.

Alle Partner des Bündnisses entwickeln autonome Fahrzeuge. Google hat mit seinem selbstfahrenden Fahrzeug für Aufsehen gesorgt, sucht seit dem aber nach Industriepartnern, die die Produktion übernehmen. Ford bemüht sich auch, autonome Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Die Ridesharing Unternehmen entwickeln entweder in Eigenregie selbstfahrende Autos (Uber) oder in Zusammenarbeit mit dem Automobilkonzern GM (Lyft). Für die Ridesharing Dienste würde der Einsatz von selbstfahrenden Autos einen enormen Kostenvorteil bedeuten, da keine Fahrer bezahlt werden müssten.

Cabify sammelt 120 Mio. US$ ein

Die Spanische on-demand App für Transportdienstleistungen Cabify hat eine Finanzierung in Höhe von 120 Mio. US$ (ca. 105 Mio. Euro) bei einer Bewertung von 320 Mio. US$ (ca. 280 Mio. Euro) eingesammelt. Cabify ist in Spanien und Latein-Amerika aktiv. Die Finanzierung soll für die Expansion auf beiden Kontinenten genutzt werden. Das Angebot kann bisher in 14 Städten genutzt werden. Demnächst sollen weitere in Brasilien und Argentinien hinzukommen.

Die Finanzierungsrunde wird von dem japanischen Rakuten Konzern angeführt. Rakuten hat sich schon in einer der letzten Runden an Cabify beteiligt. Der japanische E-Commerce Konzern besitzt ebenfalls Anteile an dem Uber-Konkurrenten Lyft.

Weltweite Kooperation

In der letzten Zeit haben anderer Taxi- und Fahrdienst Apps strategische Beteiligungen in Mitbewerbern abgeschlossen. So hat sich Didi Kuaidi an Lyft beteiligt. Außerdem sind einige Investoren an mehreren Transport-Apps auf unterschiedlichen Kontinenten beteiligt. Ganz vorne dabei ist zum Beispiel SoftBank. Das Unternehmen ist sowohl an Lyft, Ola und Grab beteiligt. Es sieht so aus, dass sich weder Lyft, Didi oder Softbank an Cabify strategisch beteiligt haben. Trotzdem wollen die Transport-Netzwerke eng kooperieren, um ein weltweites Netz aufzubauen, das Uber die Stirn bieten kann

Die Didi und Lyft Apps sind seit ein paar Tagen verbunden, so dass chinesische Didi Nutzer bei einem Besuch in den USA Lyft über die Didi App buchen können. Ola aus Indien und Grab aus Süd-Ost-Asien sind ebenfalls Teil des grenzübergreifenden Konsortiums. Die Startups teilen sich nicht nur die Investoren, sondern tauschen sich auch über technologische Verbesserungen und Wachstumsmöglichkeiten aus. Dieses Konsortium verfügt noch nicht über einen starken Partner in Europa oder Lateinamerika. Deshalb ist Cabify eine geeignete Ergänzung. Bleibt abzuwarten, ob sich Cabify in Europa weiter ausbreitet oder ob sich das Unternehmen verstärkt auf den Markt in Südamerika beschränkt.

Kooperation mit Autokonzernen der nächste Schritt

Cabify will sich nach dem erfolgreichen Funding auch mit Autokonzernen über Partnerschaften austauschen. Für Automobilkonzerne stellen die neuen Ridesharing-Netzwerke sowohl eine Gefahr als auch eine Chance dar. Durch die Verfügbarkeit der Mitfahrdienste, reduziert sich das Bedürfnis, ein eigenes Auto zu besitzen. Auf der anderen Seite kann durch die Teilnahme am Ridesharing Markt Geld durch den Mobilitätsservice verdient werden. Der amerikanische GM Konzern ist bereits in die Offensive gegangen und hat sich an Lyft mit einer Summe von 500 Mio. US$ beteiligt.

Starkes Wachstum

Bisher hatte Cabify 30 Mio. US$ eigesammelt. Das Unternehmen ist trotz der geringen Summe (im Vergleich zu Uber und Lyft) schnell gewachsen. Im Jahr 2014 hat sich der Umsatz verneunfacht, 2015 immerhin versiebenfacht. In einigen Märkten ist das Unternehmen laut eigenen Angaben profitabel. Cabify hat sich bisher auf Unternehmenskunden fokussiert und konnte so ohne enorme Ausgaben für Werbung schnell wachsen.

Wettbewerber in Spanien sind Hailo und MyTaxi, in Südamerika sind das von Rocket Internet finanzierte Startup EasyTaxi und Uber aktiv. In beiden Ländern existieren natürlich auch lokale Taxiunternehmen, die im Wettbewerb zu den Beförderungs-Apps stehen.

Bild: Cabify (alle Rechte vorbehalten)

Uber zahlt 100 Millionen Dollar

 

In der letzten Woche hatten wir darüber berichtet, dass Uber bisher mehr als 55 Mio. US$ an Strafen und Vergleichssummen zahlen musste. Als offener Fall wurde die Sammelklage der Fahrer im Bezug auf ihre Stellung als unabhängige Partner aufgeführt. Uber Fahrer haben in Kalifornien und Massachusetts geklagt, da sie sich als Angestellte und nicht als unabhängige Partner gesehen haben.

Sammelklage der Fahrer

Auch in diesem Fall haben sich die Parteien auf einen Vergleich geeinigt, wie Uber mitteilt. Uber zahlt eine Summe von 100 Mio. US$ und kann im Gegenzug dazu die Fahrer weiterhin als unabhängige Partner betrachten. Die Summe wird unter den etwa 385.000 Fahrern aufgeteilt. 94 Mio. US$ der Summe werden sofort fällig, die restlichen 16 Mio. US$ erst, wenn Uber an die Börse geht und der Börsenwert im ersten Jahr auf mehr als 95 Milliarden US$ steigt.

Langfristig spart sich Uber Kosten

Der Vergleich bringt für Uber hohe einmalige Kosten mit sich. Langfristig wird sich Uber dadurch höhere Kosten sparen. Müsste Uber alle Fahrer als Festangestellte betrachten, wären Kosten für Sozialversicherung, Krankenversicherung, Ausgleich für Überstunden und Krankheit fällig. In Summe übersteig das leicht die Vergleichssumme von 100 Mio. US$. Hätte Uber die Fahrer einstellen müssen, wäre das eine Bedrohung für das Geschäftsmodell von Uber gewesen.

Fahrer wollen selbstständig sein

Uber hat immer darauf verwiesen, dass die Fahrer es vorziehen, unabhängig zu sein. So können sie sich ihre Zeit frei einteilen und auch für weitere Plattformen, z.B. Lyft fahren.

Uber verpflichtet sich auch dazu, den Fahrern weitere Informationen zukommen zu lassen, warum ihnen der Zugang zur Plattform verwehrt wird. Uber Fahrer dürfen beziehungsweise nicht ohne ersichtlichen Grund ausgeschlossen werden. Uber wird den Nutzern mitteilen, dass Trinkgeld nicht im Fahrpreis enthalten ist. Außerdem dürfen die Fahren Schilder in ihren Fahrzeugen anbringen, auf denen sie um Trinkgeld bitten.

Weitere Fälle noch offen

Einige Lieferstartups haben den Fall mit Interesse verfolgt, auch auch deren Modell auf selbstständigen Fahrer beruht. Gegen Startups wie Postmates laufen ebenfalls Sammelklagen. Auch in Deutschland müssen sich die Fahr- und On-Demand Dienste mit dem Thema auseinandersetzten. Hier besteht die Gefahr der Scheinselbstständigkeit.

Bild: 5chw4r7z (bestimmte Rechte vorbehalten)

Seit 2009 musste Uber 61.9 US$ Strafe zahlen

Seit dem Start im Jahr 2009 musste Uber hohe Summen an Strafe bezahlen. Die Summe von fast 62 Mio. US$ (ca. 54 Mio. Euro) übertrifft die Finanzierung, die einige Uber Konkurrenten bisher erhalten haben. Uber hat bisher mehrere Milliarden US$ eingesammelt und wird aktuell mit 62 Milliarden US$ bewertet. Bisher wurde Uber allein in den USA mehr als 170-mal angeklagt.

„Safe ride fee“ Urteil: 25 Mio. US%$ (22 Mio. Euro)

Status: beigelegt

Im vor kurzem beigelegten Verfahren in Kalifornien hat Uber eingewilligt, seine Marketingstrategie zu ändern. Eine Uber Fahrt wird nicht mehr als sicherste Alternative bezeichnet. Die Fahrerüberprüfung wird nicht mehr als „der Goldstandard“ bezeichnet. Die 1 US$ „Safe ride fee“ wird in Buchungsgebühr umbenannte. Uber wurde vorgeworfen, dass es nicht richtig ist, dass Uber führend bei der Überprüfung der Fahrer ist. Uber hat eingewilligt, 10 Mio. US$ an Strafe zu zahlen. Weitere 15 Mio. US$ werden fällig, wenn sich Uber in den nächsten 2 Jahren nicht an die Vereinbarung hält.

Sammelklage wegen Sicherheitsbedenken: 28.5 Mio. US$ (25 Mio. Euro)

Status: beigelegt

In zwei Sammelklagen, die sich beide mit dem Thema Sicherheit beschäftigt haben, hat Uber eingewilligt, 25 Mio. Euro zu zahlen, um zu einer Einigung zu gelangen. Uber-Nutzer haben gegen Uber geklagt, da sie ihre Sicherheitsgebühr “Safe ride fee” zurück haben wollten. Begründet wurde es mit den missverständlichen Informationen, die Uber über die Sicherheitsgebühr verbreitet hat. Jeder der Kläger hat das Anrecht auf einen kleinen Teil der Summe von 25 Mio. Euro. Uber hat einige PR-Desaster im Bezug auf die Sicherheit erlebt.

Verstöße in Frankreich: 1.3 Mio. US$ (1.2 Mio. €)

Status: beigelegt

Im Januar 2016 wurde Uber in Frankreich zu einer Strafe von 1.2 Mio. Euro verurteilt. Uber wurde verklagt, da die Uber-Fahrer gegen die Regeln des französischen Transportgesetztes verstoßen haben. Wie bei Uber üblich haben sich die Fahrer in den Straßen bereitgehalten, um auf Aufträge zu warten. Dieses Vorgehen ist aber nur für lizensierte Taxi Fahrer zulässig, die für ihre Lizenz bezahlen. Ein vergleichbares Gesetz existiert in Deutschland. Nur Taxis dürfen sich bereithalten, um Fahrgäste aufzunehmen. Mietwagenfahrer müssen zu ihrem Betriebssitz zurück kehren, wenn sie keine im Voraus gebuchte Fahrt haben.

Datenfehler: 7 Mio. US$ (6 Mio. Euro)

Status: beigelegt

Uber hat in Kalifornien gegen die Berichtspflicht der Transportbehörde California Public Utilities Commission verstoßen. Im Januar 2016 haben sich die Behörde und Uber darauf geeinigt, dass Uber 5 Mio. Euro Strafe zahlen muss. Hätte sich Uber geweigert, die Gebühr zu zahlen, wäre es Gefahr gelaufen, die Betriebslizenz zu verlieren. Uber wurde vorgeworfen, nicht genügend Daten über das operative Geschäft geliefert zu haben. Unter anderem wurde Zahlen über Kunden zurückgehalten, die eine Anfrage bezüglich der Beförderung von körperlich eingeschränkten Personen gestellt haben. Über Unfallursachen von Uber-Fahrern wurden auch nicht ausreichend Daten geliefert. Vor ein paar Tagen hat Uber den ersten Transparency-Bericht an die Behörden übermittelt.

Fahrer übernachten in Fahrzeug: 15.000 US$ (13.000 Euro)

Status: beigelegt

Eine bei Uber registrierte Fahrerin hat Uber auf mehr als 13.000 Euro verklagt. Sie hat im ihren Auto gelebt und hat von Uber eine Entschädigung für nicht gezahlten Verdienst, nicht gezahlte Auslagen und fälschlicherweise abgezogene Beträge verlangt. Uber war zwar anderer Meinung, hat sich aber dazu entschlossen, den Fall beizulegen.

Einigung in New York: 20.000 US$ (17.000 Euro)

Status: beigelegt

Im Jahr 2014 hat ein Fall für Aufregung gesorgt. Der General Manger von Uber in New York soll eine Journalistin damit verunsichert haben, dass Uber im God Mode nachverfolgen kann, wohin sie sich bewegt. Daraufhin wurden die Datenschutzregeln bei Uber in einer 14-monatigen Untersuchung unter die Lupe genommen. Als Folge musste Uber die Geo-Daten der Fahrten verschlüsseln.

Auseinandersetzung in Alaska: 78.000 US$ (68.000 Euro)

Status: beigelegt

In Alaska musste Uber 68.000 € Strafe zahlen, da Fahrer fälschlicherweise als unabhängige Vertragspartner und nicht als angestellte Fahrer eingestuft wurden. Die Behörden haben Uber vorgeworfen, dass sich das Unternehmen so Arbeitslosenversicherung, Steuern und Zuschläge spart. Uber war in Anchorage für sechs Monate aktiv. Da keine Einigung mit den Behörden gefunden wurde, wurde der Fahrservice wieder eingestellt.

Tragischer Unfall mit Todesfolge: unbekannte Summe

Status: beigelegt

Silvester 2013 wurde in San Francisco ein Kind von einem Fahrer überfahren und getötet, der zwar keinen Fahrgast an Board hatte, aber in der Uber Fahrer-App online gewesen ist. Uber wollte sich erst darauf berufen, dass der Fahrer keinen Auftrag am Unfallzeitpunkt hatte. In Kalifornien wurde daraufhin ein Gesetz erlassen, das besagt, dass Ridesharing Dienste auch eine Versicherung abschließen müssen, die Fahrer auch zwischen Fahrten versichert.

Massenklage der Fahrer

Status: noch offen

Diese Massenklage könnte weitreichende Folgen für die gesamte Sharing Economy in den USA haben. Uber wurde von Fahrer verklagt, die fordern, dass sie als Angestellte und nicht als unabhängige Partner anerkannt werden. Sie fordern die Rückerstattung von Auslagen, inklusive Benzingeld und Reparaturkosten.

Wenn Uber die Fahrer als Angestellte beschäftigen muss, dann verliert das Unternehmen einen großen Wettbewerbsvorteil. Die Fahrerkosten würden steigen, da Beiträge für Arbeitslosenversicherung und Sozialversicherung fällig wären. Außerdem hätten die Fahrer Anspruch auf die Rückerstattung von Benzingeld.

Insgesamt musste Uber bisher mehr als 60 Mio. US$ Strafe zahlen. Da viele Fällen nach offen sind, wird diese Summe in den nächsten Monaten und Jahren steigen.

Bild: 5chw4r7z (bestimmte Rechte vorbehalten)

Daimler mit Moovel in USA und car2go in China

Zwei Nachrichten aus dem Hause Daimler. Daimler bemüht sich als Automobilkonzern im Bereich alternativer Mobilität zu etablieren. In den USA werden die Investitionen in RideScout und GlobeSherpa unter der schon hierzulande bekannten Marke Moovel gebündelt. In China startet die Daimler-Tochter Car2Go ein Carsharing-Angebot. Neben Daimler investieren auch die Konzerne Ford und General Motors in alternative Mobilitätsdienstleistungen.

Daimler bündelt RideScout und GlobeSherpa in Moovel

Daimler bündelt die beiden Startups RideScount und GlobeSherpa in Moovel North America. RideScout wurde von Daimler im Jahr 2014 übernommen. Das Unternehmen bietet den Nutzern ein App, mittels derer der schnellste Weg von A nach B mit öffentlichen Verkehrsmitteln angezeigt wird. GlobeSherpa ist eine App für mobiles Ticketing für öffentliche Verkehrsmittel. Moovel soll global als führender Anbieter von alternativer Mobilität und alternativen Mobilitätslösungen aufgebaut werden. In Deutschland ist Moovel schon seit ein paar Jahren aktiv, konnte sich aber noch nicht richtig durchsetzen. Zu Moovel gehört auch der Taxi Dienst MyTaxi. (via Automobil Produktion)

Car2go startet in China

Mit 400 Smarts expandiert die Daimler-Tochter Car2Go nach China. In der chinesischen Großstadt Chongqing können seit heute die Carsharing-Fahrzeuge per App gebucht werden. Insgesamt sind 400 Fahrzeuge im Einsatz, die auf einer Fläche von 60 Quadratkilometern verteilt sind. Bis Herbst soll die Flotte um weitere 200 Fahrzeuge aufgestockt werden. In China trägt die Marke den Zusatz JiXing. Auch in der 30-Millionen-Stadt Chongqing sind die Fahrzeuge im Free-Floating System unterwegs, sprich sie können im Stadtgebiet angemietet und einfach wieder abgestellt werden. Wenn das Experiment in Chongqing erfolgreich ist, sollen weitere chinesische Städte hinzukommen. Car2go ist somit in 32 Städten aktiv und betreibt eine Flotte von 14.400 Fahrzeugen. Über eine Millionen Kunden sind bereits registriert, Tendenz steigend. Konkurrent BMW verfügt bei seinem DriveNow bzw. ReachNow Angebot über 4000 Fahrzeuge und mehr als 500.000 Nutzer. Erst letzte Woche wurde der ReachNow Carsharing Service in de USA gestartet. (via Automobilwoche)

Bild: Car2Go von Open Grid Scheduler / Grid Engine (bestimmte Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: Taxi kann mit „WhatsApp Taxi“ bestellt werden

Zwei Kurznachrichten aus dem Taxi- und Mobilitätsbereich: Über WhatsApp kann direkt ein Taxi bestellt werden. Der ehemalige Gründer und CTO von Sidecar wechselt von GM zu Uber.

Taxi kann mit WhatsApp Taxi bestellt werden

Ab sofort kann in einigen Deutschen Großstädten ein Taxi per WhatsApp Nachricht bestellt werden. Taxi Deutschland beschreitet mit WhatsApp Taxi neue digitale Wege, um mehr Bestellungen zu erhalten. Der Nutzer muss die Servicenummer 0170 3398423 als Kontakt abgespeichert haben, damit ein Taxi per Chat bestellt werden kann. Bestellt wird das Taxi über das Teilen des eigenen Standorts. Danach muss die Bestellung nur noch bestätigt werden. Mit einer ähnlichen Funktion sind andere Messangerdienste bereits vor einiger Zeit gestartet. So kann über WeChat ein Taxi in China bestellt werden. Google hat vor kurzem Taxidienste in die Karten-App Google Maps integriert. Taxi Deutschland versucht sich mit dem WhatsApp Taxi Angebot besser von der Konkurrenz MyTaxi und Uber abzugrenzen. (via FAZ)

Sidecar Gründer verlässt GM und wechselt zu Uber

Sidecar musste wegen der Übermacht von Uber aufgeben. Einer der Gründer wechselt jetzt zu Uber, nachdem Sidecar von General Motors übernommen wurde. Der Mitgründer und CTO von Sidecar Jahan Khanna übernimmt bei Uber das „Vehicle Solutions Growth Team“. Dieses Team ist dafür verantwortlich, dass interessierte Fahrer mit Fahrzeugen versorgt werden. Unter anderem wird von dem Team das Leasing Programm für Fahrer betreut. Sidecar war einer der ersten Ridesharing Anbieter auf dem amerikanischen Markt und kam mit einigen interessanten Features auf den Markt, die dann von Lyft und Uber kopiert wurden.

Sidecar hat weit weniger Finanzierung erhalten, als Uber und Lyft. Deswegen konnte das Startup den Preiskampf der beiden Kontrahenten nicht mitgehen und musste letztendlich aufgeben. Anfang 2016 wurde Sidecar von GM übernommen. Kurz danach hat GM 500 Mio. US$ in Lyft investiert und mit Maven seine eigene Carsharing Plattform gestartet. (via Business Insider)

BMW startet ReachNow Carsharing in Seattle

BMW hat in Seattle ein Carsharing Angebot mit dem Namen ReachNow gestartet. Insgesamt sind 370 Fahrzeuge verfügbar, darunter 3er BMWs, i3 Modelle und Mini Cooper Fahrzeuge. ReachNow ist als Free-Floating Carsharing konzipiert, sprich die Fahrzeuge können überall in der Stadt abgestellt und angemietet werden. Bezahlt wird pro Minute, für die Registrierung wird eine Gebühr fällig. Interessant ist, dass BMW für das Carsharing Angebot in USA einen neuen Markennamen gewählt hat und nicht an europäischen Marke DriveNow festhält. Wahrscheinlich ist der Grund dafür, dass BMW weitere Mobilitätsdienste unter der Marke in den USA anbieten möchte, die nicht auf fahrende Nutzer setzen.

ReachNow soll in weiteren Städten starten

ReachNow soll in den nächsten Monaten in weiteren amerikanischen Städten starten, in Seattle wird die Zentrale für den amerikanischen Markt angesiedelt sein. BMW kann sich weitere Mobilitäts- und Carsharing Services vorstellen. Unter anderem sollen Besitzer eines MINIs ihr Fahrzeug für Carsharing Nutzer anbieten können. BMW hat vor kurzem auf laut über einen Uber Konkurrenten nachgedacht, bei dem auch die eigenen Carsharing Fahrzeuge zum Einsatz kommen könnten.

In Seattle wird für ReachNow die Technologie des Startups RideCell genutzt. BMW beteiligt sich auch an der Series A Finanzierung von RideCell. Warum BMW nicht auf die Technologie von DriveNow setzt, ist nicht bekannt.  Eventuell wird die von RideCell entwickelte Technologie auch in den europäischen DriveNow Städten zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zu DriveNow in Deutschland, können sich die Nutzer direkt über die App anmelden und auch den Führerschein verifizieren lassen.

BMW war schon mit DriveNow in San Francisco aktiv, der Service wurde aber eingestellt, da mit der Stadtverwaltung keine Einigung bezüglich der Parksituation erzielt werden konnte. Fahrzeuge durften nicht mehr kostenfrei auf öffentlichen Parkplätzten abgestellt werden. Ein ähnliches Problem hatte Konkurrent Car2go in London, weshalb sich das Unternehmen aus der Stadt zurückgezogen hat. Konkurrent Car2go ist ebenfalls in Seattle aktiv und kann eine gute Nachfrage vorweisen. Car2Go kann 75.000 Nutzer vorweisen, die sich seit dem Start 2012 registriert haben.

Bild: © Copyright BMW AG, München (Deutschland) (alle Rechte vorbehalten)

Juno will Uber das Wasser abgraben

Zwei Neuigkeiten aus dem Ridesharing und Carsharing Bereich: Peer-2-Peer Carsharing Startup TravelerCar sammelt 5 Mio. € ein, Juno plant in den USA eine neue Ridesharing Plattform und will Uber das Wasser abgraben.

Peer2Peer Carsharing Startup TravelerCar mit Finanzierung

Das französische Peer-2-Peer Carsharing Staruop TravelerCar hat eine Finanzierung in Höhe von 5 Mio. Euro eingesammelt. Im July 2014 hat das Unternehmen bereits 750.000 € an Seed-Finanzierung erhalten. Im letzten Jahr hat TravelerCar den Wettbewerber Carnomise übernommen, die Nutzerzahl ist durch die Übernahme auf 100.000 registrierte Nutzer gestiegen. Bis Ende des Jahres soll sich die Kundenzahl verfünffachen. TravelerCar fokussiert sich auf Fahrzeugbesitzer, die ihr Fahrzeug vermieten möchten, wenn sie auf Reisen sind. So sparen sie sich Parkgebühren am Flughafen oder an Bahnhöfen und können durch die Vermietung sogar Geld verdienen. Gemietet werden die Fahrzeuge von anderen Reisenden, die für ihren Aufenthalt ein Auto benötigen. TravelerCar tritt somit in Konkurrenz zu Autovermietern wie Sixt und Hertz. Peer-2-Peer Carsharing liegt in Frankreich im Trend. Der Anbieter Drivy ist ebenfalls in Frankreich gestartet und ist mittlerweile in mehreren europäischen Ländern aktiv. In Deutschland hat Drivy den lokalen Wettbewerber Autonetzer übernommen. In den USA ist FlightCar mit einem vergleichbaren Konzept wie TravelerCar unterwegs. (via Tech.eu)

Neues Ridesharing Startup Juno

Bisher agiert das Ridesharing Unternehmen Juno noch im Stealth-Mode. Anscheinend beschäftigt es aber schon mehr als 100 Mitarbeiter. Im Laufe des Frühjahrs soll in New York City der Ridesharing Service des Unternehmens gestartet werden.

Gegründet wurde Juno von Talmon Marco. Talmon Marco hat davor die Messaging-App Viber gegründet und für 900 Mio. US$ verkauft. Bisher finanziert Marco das Unternehmen anscheinend aus eigenen Mitteln. Das Unternehmen ist aber Anscheinend in Gesprächen mit weiteren Investoren, um 30 Mio. US$ aufzunehmen.

Juno soll im Vergleich zu Uber besser für die Fahrer sein. Das Unternehmen will nur 10% Gebühr vom Fahrpreis abziehen und die Fahrer am Unternehmen beteiligen. Die Fahrer, die ausschließlich für Juno arbeiten, werden festangestellt. Fahrer, die auch für andere Netzwerke arbeiten, sind als unabhängige Partner vertraglich gebunden. Beim Fahrerrecruiting konzentriert sich Juno auf die besten Uber und Lyft Fahrer. Nur Fahrer die bei der Konkurrenz eine Bewertung von mindestens 4.7 aus 5 Sternen haben, haben eine Chance bei dem neuen Ridesharing Dienst. Juno möchte sich über die Fahrerqualität von Unternehmen wie Uber und Lyft distanzieren.

Um an Daten zu gelangen, zahlt Juno im Moment 25 bis 50 US$ an Lyft und Uber Fahrer pro Woche, wenn sie die App installieren und während ihren normalen Touren laufen lassen. So erhält Juno wertvolle Informationen über Location, Verkehr und Geschwindigkeit der Fahrer. Ob diese Datenerhebung im Einklang mit den AGBs der von Uber und Lyft ist, ist fraglich. Juno möchte so weitere Fahrer gewinnen und bei Laune halten.

Talmon Marco hat keine Angst davor, in einen Markt einzusteigen, der schon jetzt gut besetzt ist. Die beiden Riesen Uber und Lyft teilen sich den größten Teil des amerikanischen Marktes. Außerdem sind noch Unternehmen wie Gett, Via, Flywheel, Arro, Way2Ride oder Curb aktiv. Ridesharing Startup Sidecar hat bereits die Segel gestrichen und die Taxi-App Hailo hat New York recht schnell wieder verlassen.

Bild: Juno (gojuno.com) (alle Rechte vorbehalten)

On-Demand Startups und Scheinselbstständigkeit

Viele der Liefer- und on-demand Startups müssen die Entscheidung treffen, ob die Fahrer und Kuriere mit Arbeitsverträgen fest eingestellt werden oder ob sie als Selbstständige engagiert werden. In Deutschland arbeitet unter anderem das Lieferstartup Deliveroo mit selbständigen Fahrern, der Konkurrent Foodora setzt hingegen vorwiegend auf angestellte Fahrer. Beruht ein Geschäftsmodell auf dem Einsatz von selbstständigen Fahrern, dann besteht die Gefahr der Scheinselbstständigkeit.

Es existiert ein Kriterienkatalog, den jedes on-demand und Lieferstartup durchgehen sollte, um eine Entscheidung treffen zu können, ob das Risiko vertretbar ist, selbstständige Fahrer einzustellen. Folgende drei Kriterien dürften bei on-demand und Lieferstartups eine besonders wichtige Stellung bei einer Überprüfung durch die Rentenversicherungskasse haben.

Freie Auftragsgestaltung

Das Risiko lässt sich reduzieren, wenn die selbstständigen Auftragnehmer frei darüber entscheiden können, ob sie einen einzelnen Auftrag annehmen oder ablehnen. Auftragnehmer müssen in der Lage sein, einen bereits angenommenen Auftrag wieder abgeben zu können. Engmaschige Kontrollen und Vertragsstrafen bei Auftragsablehnung sind ebenso kritisch anzusehen.

Weisungsgebundenheit

Kritisch ist das Vorhandensein von detaillierten Qualitätsrichtlinien, bzw. Handbüchern. Sollte den frei angestellten Fahrern detaillierte Vorgaben zur Auftragsdurchführung, Ort und Zeit gemacht werden, spricht viel für eine bestehende Eingliederung in die Arbeitsorganisation und somit für sozialversicherungspflichtige Angestellte. Es sollten auch keine Anweisungen bezüglich des Erscheinungsbildes gegeben werden. Das könnte dazu führen, dass selbstständige Auftragnehmer als sozialversicherungspflichtig eingestuft werden.

Arbeiten für mehrere Auftraggeber

Entscheidend ist, dass selbstständige Fahrer für mehrere Auftraggeber tätig sind. Die Faustregel sagt, dass ein Auftragnehmer min 20% des Umsatzes mit einem anderen Auftraggeber erwirtschaften muss. Letztendlich liegt das in der Hand des Auftragnehmers, dafür zu sorgen. Als Startup kann man dieses Risiko reduzieren, in dem man selbstständigen Auftragnehmern nur so viele Aufträge gibt, das davon auszugehen ist, dass sie noch andere Auftraggeber haben, um genügend Umsatz für den Lebensunterhalt zu erwirtschaften.

Welches Risiko ist gegeben?

Das Risiko ist gegeben, dass die Rentenversicherungskasse bei einer Prüfung erstmal entscheidet, dass es sich bei den selbstständigen Fahrern um sozialversicherungspflichtige Angestellte handelt. Die Folge ist, dass innerhalb kurzer Zeit der nachberechnete Beitrag für die Sozialversicherung usw. gezahlt werden muss. In einem meist jahrelang dauernden Rechtsstreit kann der Betrag wieder zurückgewonnen werden. Sollte ein Startup Unternehmen den Einsatz von selbstständigen Fahrer in Betracht ziehen, ist es Anzuraten, dass gleichzeitig Rücklagen gebildet werden, um im Falle einer nicht Bestandenen Prüfung durch die Rentenversicherungskasse die Mittel zur Verfügung zu haben, um die Nachforderung begleichen zu können. In manchen Fällen könnten auch die Geschäftsführer strafrechtlich belangt werden, wenn ein Unternehmen wegen Scheinselbstständigkeit belangt wird.

Bild: Bild: Sidecar (alle Rechte vorbehalten)

BMW denkt über eigenen Mitfahrdienst für Europa nach

Der Autokonzern BMW kann sich offensichtlich vorstellen, einen eigenen Mitfahrdienst für Europa zu starten. Laut Spiegel-Online-Informationen will BMW so sein Mobilitätsangebot rund um den Carsharing Dienst DriveNow erweitern. BMW geht davon aus, dass Uber einen zweiten Anlauf startet, um in Europa erfolgreich zu sein. Das Unternehmen will bis dahin gewappnet sein, um Uber nicht den Markt überlassen zu müssen.

Wie der Service im Detail aussehen könnte, ist nicht bekannt. Der Konzern möchte durch den Mitfahrservice die Auslastung der DriveNow Carsharing Fahrzeuge erhöhen. DriveNow wird in einem Joint Venture mit dem Autovermieter Sixt betrieben. Die Carsharing Fahrzeuge sind bisher in Deutschland, USA, Dänemark, Schweden, Großbritannien und Österreich im Einsatz. Am Abend und in der Nacht sind die die Carsharing-Fahrzeuge häufig ungenutzt. In dieser Zeit könnten die Fahrzeuge von Fahrern genutzt werden, die Ridesharing-Dienste anbieten wollen.  Studenten und selbstständige Fahrer könnte sich ein DriveNow mieten, um damit Kunden von A nach B fahren. Vor allem in den Nächten von Donnerstag bis Sonntag könnte das Angebot lukrativ sein.

Im letzten Jahr gab es bereits Gerüchte, dass BMW bei dem Hamburger Startup Wunder einsteigt. Wunder könnte für BMW der passende Partner sein, der die Software und die entsprechende IT-Infrastruktur für den Ridesharing Dienst entwickelt. Wunder wächst schnell in Osteuropäischen Städten und in Schwellenländern. Im letzten Jahr hat BMW nicht in Wunder investiert, dafür aber Konstantin Sixt. Ein alter Bekannter für BMW.

Immer mehr Autokonzerne investieren in alternative Mobilitätskonzepte. Der amerikanische Konzern GM hat sich mit 500 Mio. US$ am Ridesharing-Anbieter Lyft beteiligt. Daimler hat mytaxi übernommen und ist außerdem an Blacklane beteiligt. Ford weitert sein Carsharing Programm aus und experimentiert mit weiteren Mobilitätskonzepten.

Die Erfolgsgeschichte von Uber in Europa ist bisher durchwachsen. In Deutschland hat sich der Service aus den meisten Städten zurückgezogen und ist nur noch in München, Berlin und Frankfurt aktiv. In Frankreich und Großbritannien hat Uber mit Verboten für einzelne Angebote zu kämpfen.

Bild: BMW von Dushan Hanuska (bestimmte Rechte vorbehalten)