Archiv der Kategorie: Ridesharing

#ubergate Shitstorm nach nicht akzeptablen Äußerungen (gegen)über Journalisten

Das Unternehmen Uber, das über eine Smartphone App taxiähnliche Beförderungsdienstleistungen mit Limousinen, Taxis und Privatfahrzeugen vermittelt, ist im Moment einem Shitstorm ausgesetzt. Auf der einen Seite sorgen nicht akzeptable Äußerungen eines hohen Uber Managers für Aufsehen. Auf der anderen Seite steht der General Manager von Uber in New York City in der Kritik, interne Tracking-Tools genutzt zu haben, um eine Journalistin zu verfolgen.

Im Dreck wühlen, um Journalisten zu schädigen

Ausgelöst wurde der auf Twitter mit dem Hashtag #ubgergate betitelte Shitstorm nach den Äußerungen von Emil Michael. Emil Michael ist aktuell Senior Vice President bei Uber und gehört somit zur obersten Führungsebene des Startups.

Emil Michael hat während eines Abendessen in dem New Yorker Hotel Waverly Inn die Idee geäußert, ein Team an „Opposite Researchers“ zu engagieren, um ungemütliche Details aus dem Privatleben von Journalisten zu recherchieren, die sich gegenüber Uber kritisch äußern. Laut BuzzFeed hat er die Idee geäußert, einen Millionen-Betrag zu investieren, um vier hochkarätige Forscher und vier Journalisten einzustellen, die sich z.B. die Familien und das Privatleben von Journalisten genau ansehen und unangenehme Details in den Medien verbreiten. Kritische Journalisten sollen so ruhig gestellt werden.

Die Maßnahme hat er konkret mit der PandoDaily Herausgeberin Sarah Lacy in Verbindung gebracht, die sich schon mehrmals negativ über Uber in einigen Artikeln geäußert hat. Emil Michael hat sich bei Sarah Lacy entschuldigt und der Uber CEO Travis Kalanick hat sich auf Twitter von den Aussagen seines Managers distanziert. Michael soll nicht gefeuert werden, da Kalanick der Meinung ist, dass jeder der Fehler macht, daraus lernt. Das Mitarbeiter nicht gefeuert werden, ist wohl den oberen Management Ebenen vorbehalten, Mitarbeiter auf unteren Ebenen werden schneller mal ausgetauscht und genießen weniger Kredit.

Verfolgung von Uber-Fahrten einer Journalisten in New York

In den letzten Tagen hat sich auch eine Geschichte aus New York City an die Oberfläche gespült, die für viel negative Presse für Uber sorgt. Wie das online Magazin The Verge schreibt, soll der dortige General Manager Josh Mohrer die Journalistin Johana Bhuiyan mit dem internen Tracking-Tool mit dem überheblichen Namen „GodView“ ohne deren Einverständnis verfolgt haben. Als sie zu einem Termin ins Büro von Uber New York kam, hat Josh Mohrer auf sie gewartet und zur Begrüßung gesagt, dass er sie verfolgt hat.

Mit dem Tracking Tool können die meisten Uber-Mitarbeiter Fahrzeuge und Fahrgäste, die bei Uber online sind, live verfolgen. Den Partnern wird eine abgespeckte Version zur Verfügung gestellt, auf der sie ihre Fahrer und den Status verfolgen können, aber keine Kundendaten sehen können.

godview für Partner von Uber
Uber GodView für Partner heißt Live View

Mohrer hat mit der Überwachung der Journalistin gegen Ubers Datenschutz Richtlinien verstoßen, die es den Mitarbeitern untersagen, die Fahrtverläufe der Kunden zu verfolgen.

Im letzten Jahr ist es noch möglich gewesen, dass alle Fahrten und die meisten Kundendaten für Uber-Mitarbeiter einsehbar gewesen sind. Es kann natürlich sein, dass diese Daten mittlerweile unter Verschluss sind und nur von ausgewählten Mitarbeitern einzusehen sind. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass ein General Manager wie Josh Mohrer keinen Zugriff darauf haben sollte. Während meiner Zeit bei Uber ist mir öfters zu hören gekommen, dass die Fahrtverläufe von einigen Kunden verfolgt und getrackt wurden. Besonders interessant waren Journalisten und Prominenten, die als solche erkannt wurden.

Für ein Unternehmen macht es Sinn, die Fahrer und Fahrgäste zu tracken, gerade im Anfangsstadium in neuen Städten. Dieses System dazu zu nutzen, Journalisten zu bedrohen und die Konkurrenz zu sabotieren, geht eindeutig zu weit.

Bild: IMG_3696 von TechCrunch (via flickr), Lizenz: CC BY 2.0

Kurznachrichten: Lyft adressiert Unternehmen, Uber will mit Spotify kooperieren, Blacklane bestätigt Finanzierung

In der letzten Woche hat es wieder einige Neuigkeiten aus dem Mobilitätsbereich gegeben. Blacklane hat Finanzierung bestätigt, Lyft adressiert mit „for Work“ Programm Unternehmen und Uber steht vor einer Partnerschaft mit Spotify. Ausserdem wurde UberPool in Paris gestartet und ein Korridor für vernetztes Fahren zwischen Rotterdam und Wien wird eröffnet.

Lyft for Work für Unternehmen

Nach Uber adressiert auch das Ridesharing Startup Lyft Unternehmenskunden. Unternehmen, die sich für das Programm „Lyft for Work“ anmelden, können ihren Mitarbeitern monatlich Guthaben für die Nutzung von Lyft einräumen und einfach abrechnen. Die Unternehmen können entscheiden, wie viel Guthaben jeden Mitarbeiter zur Verfügung hat. Außerdem können Abhol- und Zielorte vorgegeben werden, für die das Guthaben verwendet werden kann. Das kann z.B. die Büroadresse oder eine Event-Location sein. Uber hat bereits vor ein paar Wochen Uber for Business gestartet. (via Lyft Blog)

Blacklane bestätigt Finanzierung, PhoCusWrigh Gründer im Beirat

Die Plattform für Limousinenservices Blacklane hat am Anfang der Woche die Finanzierung bestätigt, über die vor ein paar Wochen schon im Handelsblatt berichtet wurde. Außerdem wurde verkündet, dass Philip C. Wolf in den Beirat des Unternehmens einzieht. Philip C. Wolf ist Gründer des Unternehmens PhoCusWright und gilt als Travel-Experte. Damit dürfte sich Blacklane stärker als bisher auf Reiseplattformen fokussieren. Als Investor konnte ein Fond des japanischen Unternehmens Recruit gewonnen werden, investiert wurde ein mittlerer Millionenbetrag und die Bewertung lag bei einem dreistelligen Betrag. (via Blacklane Pressemitteilung)

Uber will mit Musik-Streaming Dienst Spotify kooperieren

Das amerikanische Mobilitäts-Startup Uber steht vor einer Kooperation mit dem Musik-Streaming Dienst Uber. Schon vor mehr als einem Jahr hat Uber CEO Travis Kalanick von der Idee gesprochen, den Kunden die Möglichkeit zu geben, ihre persönliche Musik während einer mit Uber gebuchten Fahrt zu streamen, jetzt scheint es tatsächlich so weit zu sein. Am Montag soll die Kooperation während einer Konferenzschaltung genauer erläutert werden. Auf der Einladung, die in der linken oberen Ecke von Musik-Noten geziert wird, werden Travis Kalanick und ein „Special Partner Guest“  angekündigt. Die vom Kunden ausgewählte Musik soll über das Fahrer-Smartphone gestreamt werden. Die Fahrer wurden in den letzten Tagen schon befragt, ob ihre Fahrzeuge über einen Audio-Eingang verfügen, an dem das von Uber ausgehändigte Farer-Smartphone angeschlossen werden kann, um die Musik über die Fahrzeug-Boxen wiederzugeben. (via TechCrunch)

Versuche von Uber die Gemüter zu beruhigen

In Indien wurde bemängelt, dass die von Uber genutzte Funktion der Kreditkartenzahlung nicht zulässig ist, da bei jeder Fahrt keine Verifizierung in zwei Schritten stattfindet, die gesetzlich vorgeschrieben ist. Dem Unternehmen wurden ein paar Wochen Zeit eingeräumt, um die Bezahlmethoden anzupassen. Uber reagiert jetzt darauf mit der Integration von einem Prepaid Dienst mit dem Namen Paytm. Nutzer in Indien müssen jetzt, bevor sie ein Uber buchen, Geld auf das Paytm Wallet laden. Bei jeder Aufladung findet eine Authentifizierung in zwei Schritten statt. Wenn das Guthaben aufgebraucht ist, oder einen negativen Stand aufweist, kann kein Fahrzeug bestellt werden. (via Quartz India)

In Paris wurde der Mitfarhservice UberPool gestartet. Bei UberPool können sich mehrere Fahrgäste, die auf einer ähnlichen Strecke unterwegs sind, ein Fahrzeug teilen. Dabei lassen sich die Fahrtkosten für die Nutzer drastisch reduzieren und Uber ist der Meinung, dass auch die Anzahl der Fahrzeuge reduziert werde kann. UberPool wird wahrscheinlich auch ein Versuch sein, die Gemüter in Frankreich zu beruhigen Vor kurzem wurde Uber zu einer Geldstrafe von 100.000 € verurteilt, da Service UberPop fälschlicherweise als Mitfahrzentrale deklariert wurde. (via RudeBaguette & Wall Street Journal)

Teststrecke für vernetztes Fahren

Im nächsten Jahr soll zwischen Rotterdam und Wien eine Teststrecke eröffnet werden, auf der das vernetzte Fahrern weiter erforscht und getestet werden soll. Fahrzeuge werden mit spezieller Technik ausgestattet, die mit der W-Lan Technologie vergleichbar ist, um untereinander und mit der Infrastruktur kommunizieren zu können. Das vernetzte Fahrern gilt auch als wichtige Grundlage für das autonome Fahrern ohne Fahrer. Die Teststrecke ist etwa 1300 km lang und führt von Rotterdam über Frankfurt nach Wien. (via Spiegel Online)

Bild: Mobility 2.0 von Joel Müller (via flickr). Lizenz: CC BY 2.0

Nachrichten Übersicht: Lyft CEO sollte ausgetauscht werden, DeinBus ist insolvent, ADAC steig aus, Uber sucht weitere Milliarde

In den letzten Tagen sind wieder einige Nachrichten aus dem Mobilitätsbereich bekannt geworden. In einer Gerichtsverhandlung wird ausgesagt, dass der bisherige CEO von Fahrservice Lyft ausgetauscht werden sollte. Das Unternehmen hinter DeinBus.de ist insolvent, der ADAC steigt aus dem Fernbussegment aus und das Mobilitäts-Unternehmen Uber will eine weitere Finanzierung in Milliardenhöhe einsammeln.

DeinBus.de ist insolvent

Der Pionier im Fernbus-Markt DeinBus.de musste letzte Woche Insolvenz anmelden. Damit geht innerhalb von kurzer Zeit der zweite Anbieter auf dem Deutschen Markt pleite. Vor ein paar Wochen hat sich bereits City2City zurückgezogen. Als Gründe werden vom Insolvenzverwalter der herausfordernde Wettbewerb mit Kampfpreisen und eine drohende Überschuldung genannt. DeinBus ist in der Zeit gestartet, als die Bahn noch Monopol auf Fernverkehrsverbindungen hatte, damals war das Konzept noch als Mitfahrzentrale mit Bus ausgelegt. Wenn sich genügend Reisende für eine Strecke gefunden haben, wurde ein Bus organisiert. Nach der Lockerung des Fernverkehrs konnte DeinBus.de nicht richtig Fuß fassen, zuletzt lag der Anteil am deutschen Fernbusmarkt bei mageren 2%. Anders als FlixBus, MeinFernbus und co. konnte oder wollte das Unternehmen keine Investoren gewinnen. (via Wirtschaftswoche)

ADAC steigt beim Postbus aus

Auch der ADAC zieht sich noch im November aus dem Fernbusmarkt zurück und überlässt der Deutschen Post AG die Unternehmensanteile. Die Deutsche Post hat sofort bekundet, dass das Netz ausgebaut werden soll und dass sich für die Kunden nichts ändert. Schon vor einigen Wochen wurde über das Ende des ADAC Postbusses spekuliert, damals wurde mit einer Ausweitung des Netzes reagiert. Auch bei ADAC Postbus wird der Bahnstreik finanzielle Mittel in die Kasse gespült haben, auf lange Sicht wird es aber schwierig sein, mit den aktuellen niedrigen Preisen dauerhaft in die Gewinnzone zu fahren. (via Handelsblatt Online)

Lyft CEO sollte ausgetauscht werden

In der Auseinandersetzung zwischen Lyft und dem ehemaligen Lyft CEO Travis VanderZanden kommen neue Details ans Licht. VanderZanden ist zu Uber gewechselt und Lyft wirft ihm vor, dass er geheime Dokumente auf seinem privaten Computer gespeichert hat, um diese Uber zukommen zu lassen. Laut Aussage von VanderZanden war er im Gespräch, um CEO Logan Green zu ersetzen. Mit zwei Investoren, die auch Mitglieder im Lyft-Aufsichtsrat sind, wurde dieser Schritt diskutiert und auch Green war eingeweiht. Die beinen Vertreter der Investorenseite haben ihre Unterstützung für Green beteuert und abgestritten, dass es solche Pläne gab. (via Yahoo.com)

Uber soll weitere Milliarde einsammeln wollen

Obwohl Uber nach der Milliarden Finanzierungsrunde am Anfang des Jahres noch einiges an Cash übrig haben sollte, ist das Unternehmen auf der Suche nach einer weiteren Finanzierung in Milliardenhöhe. Was Uber mit der Finanzierung vor hat, bleibt abzuwarten, evtl. wird der Dauer-Rivale Lyft übernommen. Die neue Finanzierung könnte auch als Wandelanleihe ausgelegt sein, um keine weiteren Unternehmensanteile abgeben zu müssen. Als Bewertung sind 25 – 30 Milliarden US$ im Gespräch, in der letzten Runde im Juni 2014 wurde Uber mit etwa 17 Milliarden US$ bewertet. In Deutschland war das Unternehmen in den letzten Monate auf Grund der Auseinandersetzung mit dem Taxi-Gewerbe im Gespräch. (via re/code)

Bild: ADAC Postbus von calflier001 (via flickr), Lizenz: CC BY-SA 2.0

Kurznachrichten: Amazon testet Ridesharing Services für Same Day Delivery, Lyft verklagt ehemaligen COO, Fernbus-Preise bei Bahnstreik

Kurznachrichten: Spiegel Online hat im Minutentakt verfolgt, wie sich die Preise bei MeinFernbus verändert haben, nachdem Bahnstreik bekannt wurde, Amazon liefert via Taxi und Ridesharing und Lyft verklagt ehemaligen COO, der zu Uber gewechselt ist.

Same Day Zustellung via Taxi oder Uber

Amazon testet in San Francisco und Los Angeles die Zustellung von Bestellungen mittels Ridesharing Services bzw. Taxi Apps wie Uber und Flywheel. In verschiedenen Testläufen wurden Fahrzeuge über Flywheel und Uber bestellt, die Fahrzeuge wurden mit bis zu 10 Lieferungen für die selbe Postleitzahl beladen und es wurden bis zu 5 US$ pro Paket bezahlt, wenn die Lieferungen innerhalb einer Stunde zugestellt wurden. Laut WallStreetJournal entwickelt Amazon einen Algorithmus, der die unterschiedlichen Transportnetzwerke live vergleicht und die günstigste Alternative auswählt. In Deutschland hat bereits MediaMarkt/Saturn die Zustellung via Taxis getestet. (via ValleyWag)

Lyft verklagt ehemaligen COO

Lyft verklagt ehemaligen COO Travis VanderZanden, der zum Lyft-Konkurrenten Uber gewechselt ist und dort die  Internationale Expansion vorantreiben soll. VanderZanden wird vorgeworfen, dass er mehrere Tausend vertrauliche Dokumente auf seinen Privat-Laptop speicherte, kurz bevor er Lyft verlassen hat. Laut Lyft hat er mit diesem Vorgehen schon gegen die Geheimhaltungsvereinbarung verstoßen. Lyft möchte natürlich auch nicht, dass VanderZanden die geheimen Dokumente an Uber weiterreicht. VanderZanden wird auch vorgeworfen, dass er versucht, hochrangige Lyft-Mitarbeiter zu motivieren, ebenfalls zu Uber zu wechseln. (via TechCrunch)

Preisentwicklung von MeinFernbus nach Ankündigung von Bahnstreik

Spiegel Online hat im Minutentakt nachvollzogen, wie sich die Preise bei MeinFernbus entwickelt haben, nachdem der Bahnstreik bekannt geworden ist. Innerhalb von etwa 30 Minuten haben sich die Preise auf manchen Strecken verdreifacht. Die Analyse zeigt leider nicht, wie viele gestartete Buchungen nötig waren, um für den schnellen Preisanstieg zu sorgen (via ManagerMagazin)

Bild: Crowd in Railway-Station von Matthias Ripp (via flickr), Lizenz: CC BY 2.0

Kurznachrichten: Daimler verkauft Tesla Anteile, Blacklane mit 5 weiteren Städten, Strafe für Uber in Frankreich

Heute gibt es drei Kurznachrichten im Überblick. Uber muss eine Strafe in Frankreich zahlen, Daimler versilbert Tesla-Anteile, Blacklane startet 5 US-Städte.


 

Daimler/Tesla: Daimler verkauft seine Anteile am Elektroauto-Unternehmen Tesla und erhält dafür 780 Mio. US$. Vor etwa 5 Jahren hat Daimler 10% von Tesla für etwa 50 Mio. US$ erworben. Ein Teil von den 10% wurde an einen Staatsfond aus Abu Dhabi weitergereicht, zuletzt hielt Daimler noch etwa 4% an Tesla. In den letzten Jahren ist der elektrische Antriebsstrang der B-Klasse aus der Kooperation zwischen Daimler und Tesla entstanden, auch der E-Smart wurde von Tesla mitentwickelt. (via n-tv)


 

Der Limousinenservice Blacklane startet 5 weitere Städte in den USA. Ab sofort können auch Fahrten in Indianapolis, Memphis, Norfolk, El Paso und Cleveland gebucht werden. Zur verfügung stehen die gewohnten Fahrzeugkategorien Business Class, First Class und Business Van/SUV. Blacklane ist somit in mehr als 150 Städten weltweit aktiv. (via Blacklane.com)


 

Geldstrafe für Uber in Frankreich. Uber wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro verurteilt. Das Gericht wirft dem Unternehmen betrügerische Geschäftspraktiken vor, da Uber den Service UberPOP als Mitfahrgelegenheit bezeichnet, obwohl sich die Fahrer für die Uber-Fahrten extra bereithalten und damit Geld verdienen. Uber will dagegen Berufung einlegen. (via Süddeutsche Zeitung)

 

UberBlack in Berlin eingestellt, UberPOP für 35ct. pro Kilometer – UPDATE: UberBlack lebt weiter, auch bei 35ct./km

Als Folge der gerichtlichen Auseinandersetzung hat Uber den Service Uber Black in Berlin eingestellt, die Kosten für UperPOP wurden auf 35 ct. pro Kilometer gesenkt. Auch in Hamburg wurde der Tarif auf 35 ct. pro Kilometer gesenkt.


UPDATE: UberBlack scheint wieder über die App buchbar zu sein, der Tarif wurde auf 35 ct. pro Kilometer gesetzt, wie bei UberPOP. Uber plant anscheinend einen Mietwagenbetrieb mit Sitz im Zentrum zu übernehmen oder sich mit einem Mietwagenunternehmen zusammenzuschließen, damit UberBlack wieder zum vollen Preis angeboten werden kann. Alternativ wird auch darüber spekuliert, dass Uber Briefkästenfirmen in der Stadt als Betriebssitze laufen lässt und die Partner in einer Organisation zusammenfasst.


 

Kein UberBlack in der App  (Bild: Screenshot Uber App)
Kein UberBlack in der App (Bild: Screenshot Uber App)

Den Schritt, den Fahrpreis auf 35 ct. zu setzten, ist vor ein paar Monate auch der Ridesharing Service Wundercar gegangen. Dadurch sollen die Einnahmen pro Fahrt für den Fahrer  niedriger sein, als die Betriebskosten für das Fahrzeug. Die Personenbeförderung ist in diesem Fall, dass Einnahmen geringer sind, als Betriebskosten, nicht mehr als gewerblich zu betrachten. Um weiter für Verfügbarkeit zu sorgen, ist davon auszugehen, dass Uber die UberPOP Fahrer zusätzlich für eine anderweitige Tätigkeit vergütet.

Der Service UberBlack ist in Berlin ganz aus der App verschwunden, der Nutzer kann nur noch zwischen UberTaxi und UberPop wählen.


 

Bild: Screenshot Uber.com Website ( Stand: 8. Oktober 2014, 10:30 Uhr)

Uber stellt ehemaligen Lyft COO ein

Das Fahrservice Unternehmen Uber verstärkt sich weiter mit hochkarätigen Mitarbeitern. Wie Re/code berichtet, hat Uber den  ehemalige Lyft COO Travis VanderZanden eingestellt. Damit wird der Spionage-Krieg zwischen Uber und Lyft in die nächste Runde gehen.

VanderZanden wird bei Uber eine neue Abteilung leiten, die das internationale Wachstum weiter vorantreiben wird. Dabei wird er direkt an CEO Travis Kalanick berichten und eng mit dem ehemaligen Facebook-Manager Ed Baker arbeiten, der für das Gesamtwachstum von Uber zuständig ist.

Verwunderlich ist, dass VanderZanden anscheinend keine Wettbewerbsklausel in seinem Vertrag mit Lyft hatte und sofort bei Uber starten kann. VanderZanden hat nach Spannungen mit den Lyft Gründern das Unternehmen erst im August diesen Jahres verlassen. Er kam zu Lyft, nachdem sein Startup Cherry von Lyft aufgekauft wurde. VanderZanden wird einen tiefen Einblick in die Arbeitsweise und die Pläne von Lyft gehabt haben. Dieses Wissen wird er bestimmt bei Uber einbringen.

Die Rivalitäten zwischen Uber und Lyft werden immer intensiver und dieser Seitenwechsel wird bestimmt nicht dazu beitragen, dass sich die Spannungen zwischen beiden Unternehmen reduzieren.  Einerseits stellen die beiden Unternehmen fast zeitlich entscheidende Produktveränderungen, wie die Mitfahrfunktion UberPool und Lyft Line vor. Auf der anderen Seite liefern sich beide Unternehmen einen harten Preiskampf im Ridesharing Bereich. Vor ein paar Monate haben sich beide Unternehmen gegenseitig vorgeworfen, dass jeweils mehrere Tausend Fake-Buchungen im System des Wettbewerbers durchgeführt wurden, die sofort wieder storniert wurden, um die Fahrer zu demotivieren und zum Wechsel zu bewegen.

Bild: Uber 4U von Adam Fagen, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Mit UberTaxi und Briefkasten-Betriebssitzen gegen Verbot in Hamburg und Berlin?

Ende letzter Woche wurde das Verbot von UberBlack und UberPOP in Berlin und Hamburg vorläufig bestätigt. Als Antwort darauf startet Uber den Service UberTaxi.


 

UPDATE: Uber zahlt den Taxifahrern anscheinend einen Bonus. Bei UberTaxi verdienen die Taxifahrer 5€ zusätzlich zum Tarif als Bonus hinzu. Ausserdem has sich Uber anscheinend auch dahingehend geäussert, dass UberTaxi nur vorübergehend angeboten werden soll, bis sich die Auseinandersetzung mit dem Taxigewerbe und den Behörden beruhigt hat. Dementsprechend werden auch nicht viele Ressourcen in das Onboarding von Fahrern gesteckt. Bisher sind wohl ca. um die 10 Taxis an Board.


 

Bei UberTaxi sind normale Taxis unterwegs, der Fahrpreis wird über das Taxameter des Taxis berechnet und auch in bar an den Fahrer gezahlt. Nun können die Taxifahrer, die in den letzten Wochen und Monaten gegen Uber protestiert haben, selber von der Technologieplattform profitieren. Es ist auch davon auszugehen, dass sich einige registrieren werden.

UberTaxi als Konkurrenz zu MyTaxi

Bei UberTaxi können sich ab sofort Taxifahrer und Taxiunternehmer auf der Technologieplattform registrieren und nach erfolgreicher Freischaltung Aufträge über die Uber Driver App entgegennehmen. Zuerst soll der Service in Berlin und Hamburg angeboten werden, weitere Städte sollen folgen. Damit tritt Uber in direkte Konkurrenz zu MyTaxi, das vor kurzem von Daimler übernommen wurde. Im Vergleich zu den anderen Services von Uber, wird sich UberTaxi wahrscheinlich durch eine geringere Zuverlässigkeit auszeichnen. Taxifahrer neigen dazu, den nächsten Fahrgast aufzunehmen. Da wird ein weiter entfernter Auftrag schon mal abgebrochen, wenn ein Fahrgast am Straßenrand winkt, oder wenn über eine andere App oder die Funkzentralen ein Auftrag rein komm, bei dem die Anfahrt geringer ist.

UberBlack soll an Gesetze angepasst werden

UberBlack wurde in Berlin vorerst untersagt, da die konzessionierten Fahrzeuge nicht wie im PBefG vorgeschrieben, nach jeder Fahrt zurück zum Betriebssitz fahren, sondern sich im Betriebsgebiet bereithalten. Würde jedes Fahrzeug zum Betriebssitz zurückkehren, der sich häufig ausserhalb oder am Rand der Stadt befindet, dann würde das System von Uber nicht funktionieren. Die Fahrzeuge wären nicht innerhalb von paar Minuten am Abhlort und die Kosten für eine Fahrt würden auch die Einnahmen bei weitem übersteigen.

Uber hat bereits angekündigt, das der UberBlack Service in Berlin so modifiziert wird, dass das Angebot mit den lokalen Richtlinien vereinbar ist. Eine Lösung könnte sein, dass Uber alle Partner in einer Organisation vereint (z.B. Uber Partner Club) und verschiedene Briefkasten-Betriebssitze in der Stadt im Namen der Organisation betrieben werden. So könnten sich die Fahrer nach jeder Fahrt zu einem der Briefkasten-Betriebssitze in der Stadt begeben und auf weitere Aufträge warten. Uber wird sich die beschriebene oder eine ähnlich kreative Lösung einfallen lassen, um  den Anforderungen des PBefG vorübergehend und bis zu einer Änderung zu entsprechen.

Bleibt abzuwarten, wie sich der Fall weiter entwickelt, da Uber Beschwerde gegen die Urteile in Berlin und Hamburg einlegen will. UberPOP bleibt laut Webseite weiterhin in Berlin und Hamburg aktiv, obwohl der Service verboten wurde.

Bild: Taxi nach Paris von renee.hawk (Lizenz: CC BY-ND 2.0)

Lyft schnappt sich Mitfahrgelegenheit Hitch

Lyft kauft den amerikanischen Mitfahrdienst Hitch, um das eigene Produkt Lyft Line zu stärken. Bei der Akquisition handelt es sich wohl um eine Talent-Akquisition. Die beiden Gründer werden an Lyft Line arbeiten und Hitch wird eingestellt. Die bisherigen Hitch-Fahrer werden zu Lyft-Fahrern.

Hitch wurde vor UberPool, Lyft Line und Sidecar Shared Rides gestartet und ist mit dem deutschen Anbieter flinc vergleichbar. Flinc vermittelt Mitfahrer an Fahrer, die auch ohne Mitfahrer auf einer Kurzstrecke unterwegs sind. Es werden Fahrer angesprochen, die andere ohne rein gewerblichen Gedanken mitfahren lassen.

Die beiden Hitch Gründer Snir Kodesh und Noam Szpiro haben zuerst versucht, einen Aggregator für on-demand Fahrservices mit dem Namen Coral aufzubauen. Services wie Uber, Lyft, Sidecar wurden mit den Abfahrtzeiten der öffentlichen Verkehrsmittel in einer App verknüpft. Es hat aber nicht lange gedauert, bis die sich gegenseitig bekämpfenden Unternehmen Lyft und Uber den Zugang zu ihren Daten unterbunden haben.

Die fehlende operative Kompetenz war wahrscheinlich einer der Hauptgründe, warum sich Hitch dafür entschieden hat, in Lyft aufzugehen. Hitch hätte schnell in andere Märkte expandieren müssen, um mit den großen Fahrservice-Anbietern mithalten zu können. Lyft ist wie Uber in vielen Märkten in Nordamerika aktiv und der Fahrservice wird von vielen Kunden genutzt. Eine kritische Masse an Passagieren ist erforderlich, um möglichst viele Nutzer für eine gemeinsame Fahrt zu matchen.

Hitch hat bisher 600.000 US$ Finanzierung eingesammelt, unter anderem von Winlkevoss Capital. Hitch ist bisher die dritte Akquisition von Lyft. Davor wurden das on-demand Autowäsche Startup Cherry und Rover gekauft. Rover hat versucht, einen Mitfahrservice auf Basis einer Lyft-API aufzubauen.

Landgericht Frankfurt verhandelt über das Uber-Verbot

Am heutigen Dienstag wird das Landgericht Frankfurt über das Verbot von UberPOP, dem Ridesharing Dienst von Uber verhandelt.  UberPOP wurde per einstweiliger Verfügung vom 25.08.2014 in ganz Deutschland untersagt. In den letzten Tagen haben sowohl einige Politiker, als auch Rechtsanwälte Unterstützung für Uber bekundet.


UPDATE 16.9.2014, 15:00 Uhr: Das Landgericht Frankfurt laut FAZ hat dem Einspruch von Uber stattgegeben und die einstweilige Verfügung aufgehoben. Taxi Deutschland kann gegen die Entscheidung Berufung einlegen, der Fall würde dann vor dem Oberlandesgericht verhandelt werden.


 

Uber selbst hat laut einem Bericht im Handelsblatt (Ausgabe vom 16.9.2014) den ehemaligen Verteidigungsminister und Staatsrechtler Rupert Scholz engagiert, der ein Gutachten für das amerikanische Unternehmen verfasst hat.  In dem Gutachten hält Herr Scholz das Geschäftsmodell von Uber für legal, denn Uber sei kein Beförderungsunternehmen nach Personenbeförderungsgesetz, sondern Technologieanbieter für die Vermittlung der Fahrten. Fahrer und Fahrgast vereinbaren die jeweilige Beförderungsleistung untereinander und der Fahrer ist dafür verantwortlich, die nötigen Genehmigungen zu besitzen. Interessant an dem Argument ist aber, dass Uber kommuniziert, dass Fahrer bei UberPOP keinen Personenbeförderungsschein und keine Konzession benötigen.

Rechtsprofessor Scholz sieht bei den bisherigen Verboten einen Widerspruch zum Grundgesetz, das die Berufsfreiheit schützt. Eine Einschränkung dieses Grundsatzes sei nur zulässig, wenn eine „unmittelbare Gefährdung des Gemeinschaftsgutes“ drohe. Uber stellt laut Scholz keine Gefährdung des Gemeinschaftsgutes dar, das Verbot von Uber ist vielmehr als Konkurrenzschutz für das Taxigewerbe zu sehen.

Bereits am Samstag hat das Wirtschaftsmagazin Wirtschaftswoche einen Bericht veröffentlicht, dass Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine Änderung des Personenbeförderungsgesetztes (PBefG) fordere. In einer Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums heisst es: „Aus wettbewerblicher Sicht halten wir generell eine Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung bestehender Regelungen an die Anforderungen der digitalen Welt und den veränderten Mobilitätsbedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher für erforderlich“ Auch das Justizministerium unterstützt eine Liberalisierung des Taximarkts, der Staatssekretär für Verbraucherschutz wird mit den Worten zitiert: „Mehr Wettbewerb kann zu mehr Angeboten, höherer Qualität und besseren Preisen führen“. Laut verkehrspolitischem Sprecher der Grünen sollten die Regeln der Neuzeit angepasst werd und CDU-Fraktionsvize Michael  Fuchs unterstützt einen frischen Wind in der Taxibranche. Das Bundesverkehrsministerium kommuniziert noch, dass im Moment keine Anpassungen des Personenbeförderungsgesetzes anstehen.

Am morgigen Mittwoch veranstaltet das Berliner Limousinen-Startup Blacklane eine Konferenz zu dem Thema „Mobilität im Wandel – Fortschritt oder Stillstand?“. Bei der Konferenz werden sowohl Vertreter von Uber anwesend sein, als auch Vertreter aus der Politik und aus dem Taxigewerbe. Das drohende Uber-Verbot und die aktuellen Ergebnisse aus der Verhandlung in Frankfurt werden bestimmt Bestandteil der Konferenz sein.

Bild: verbot von Martin Abegglen (via flickr), Lizenz: CC BY-SA 2.0