Category Archives: Same Day Delivery

Artikel auf Getmobility.de rund um das Thema same day und instant delivery.

Autonomes Fahren: Patente von Amazon und Google

Kürzlich wurden Patenten veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass sich auch Amazon neben Google mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeuge und Plattformen für die Vermittlung von Ridesharing und Transport-Diensten beschäftigt. Von Google ist bekannt, dass sich das Unternehmen mit selbstfahrenden Autos und Ridesharing Diensten beschäftigt. Von Amazon gab es bisher wenig Anzeichen.

Die Patente von Google und Amazon wurden bereits im Jahr 2015 eingereicht. Das macht deutlich, dass sich die beiden Technologieunternehmen schon seit längerem mit dem Thema beschäftigen und Uber nicht tatenlose das Feld überlassen.

Google testete schon einen Ridesharing Service in San Francisco und treibt mit Waymo das Zukunftsthema autonomes Fahren voran. Bisher ist bekannt, dass Waymo Komponenten entwickelt, die von Automobilherstellern in den Serienfahrzeugen verbaut werden sollen. Das Unternehmen ist von dem Plan abgekommen, ein eigenes selbstfahrendes Auto zu bauen. Berichten zufolge plant Waymo in diesem Jahr den Test eines Fahrdienstes mit selbstfahrenden Chrysler Pacifica Minivans.

Das jetzt veröffentlichte Patent beschreibt, wie autonome Fahrzeuge mit Ride-Hailing Apps verknüpft werden und wie die Nutzer gefunden werden. Das Patent beschreibt eine Lösung für die Vermittlung eines Abholorts zwischen Auto und Nutzer unter erschwerten Bedingungen. Wie können sich Auto und Fahrgast treffen, wenn das Fahrzeug nicht unter sicheren und präzisen Umständen zum Fahrgast navigieren kann. Sollten Google und Waymo den geplanten Fahrservice weiter ausbauen, würden sie in den direkten Wettbewerb zu Uber und Lyft einsteigen.

Das Patent von Amazon beschreibt hingegen eine Möglichkeit, wie autonome Fahrzeuge mit Fahrspuren zurechtkommen, auf denen sich je nach Verkehrsaufkommen die Fahrtrichtung ändert. Ohne entsprechende Erkennung stellen die dynamischen Fahrrichtungswechsel eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer dar. Bleibt die Frage, wie weit sich Amazon mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen beschäftigt hat. Für Amazon wird es primär von Interesse sein, selbstfahrende Fahrzeuge für die Auslieferungen der Bestellungen einzusetzen. Amazon treibt jetzt schon seine Vision voran, immer größere Teile der Logistik für die Auslieferung der eigenen Bestellungen zu übernehmen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten die von Amazon entwickelten Technologien in selbstfahrenden Autos eingesetzt werden.

Auch in diesem Bereich würde Amazon mit Uber konkurrieren, das mit der Übernahme Otto selbstfahrende LKWs entwickelt und mit Uber Freight in die Digitalisierung der Frachtvermittlung eingestiegen ist.

Bild: Nic Redhead (bestimmte Rechte vorbehalten)

Lieferroboter: Starship testet in den USA

Seit einigen Monaten testet das Startup Starship Technologies seine Lieferroboter bereits in Großbritannien. Jetzt folgt der nächste Schritt mit Partnerschaften in den USA. Starship hat mit den Lieferdiensten Postmates und DoorDash eine Kooperation geschlossen, um die Lieferroboter unter realen Bedingungen testen zu können. Die Lieferstartups wollen durch den Test lernen, wie weit sie in Zukunft Lieferroboter einsetzen können.

In den USA werden die kleinen Lieferroboter in Redwood City und in Washington, DC. eingesetzt. DoorDash wird in Redwood City erste Kunden mit den autonomen Fahrzeugen beliefern, Postmates in Washington. Das Testgebiet ist jeweils auf einen Radius von ca. sechs Kilometern beschränkt. Die Kunden der beiden amerikanischen Lieferdienste sehen in der App die Lieferoption mit Roboter und können diese entsprechend auswählen. Wenn der Roboter angekommen ist, wird die Ladeluke per übermittelten Zahlencode geöffnet, um danach die Ware entnehmen zu können. Die Lieferroboter nutzen meistens den Bürgersteig und sind dem entsprechend langsam unterwegs. Ziel ist es, die Lieferung innerhalb von 15 – 30 Minuten zuzustellen.

In Großbritannien testet Starship seit vergangenem Jahr die Roboter. Im Londoner Stadtteil Greenwich werden bereits Nutzer von JustEat testweise beliefert. In Deutschland will das Startup mit Hermes und der Metro testen, bisher scheint aber die Genehmigung durch die Stadtbehörden nicht erfolgt zu sein.

Die Starship Lieferroboter sollen zu einem späteren Zeitpunkt vollautonom fahren. Die Überwachung aus der Ferne soll nur bei Notfällen eingreifen. Im Moment ist die Technik aber noch nicht soweit. Vor allem die hoch detaillierten Kartendaten müssen erst noch erstellt werden. Die Roboter fahren nicht autonome, sondern werden mit einer Art Joystick aus der Ferne gesteuert. Eine weitere Person begleitet den Roboter, um die Meinungen und Reaktionen der Passanten aufzunehmen und um im Notfall eingreifen zu können. In Handarbeit werden die Lieferroboter bisher noch produziert, es wird noch einige Zeit dauern, bis die Produktion hochgefahren werden kann.

In der letzten Woche wurde bekannt, dass Daimler bei Starship eingestiegen ist. Als erstes gemeinsames Projekt wurde ein umgebauter Mercedes Sprinter präsentiert, der als Basisstation für die Roboter dienen soll. Die langjährigen Erfahrungen von Daimler in der Entwicklung und Produktion von komplexen technischen Produkten, werden dem Roboter Startup bei der erfolgreichen Skalierung helfen.

Bild: Starship Technologies (alle Rechte vorbehalten)

Essenlieferdienst: Munchery streicht Stellen, Gründer gehen

Essenlieferdienste tun sich weiterhin schwer, ein profitables Geschäftsmodell aufzubauen. Im letzten Jahr konnten schon einige Bewegungen identifiziert werden, die diese Entwicklung nahelegen. Entweder mussten Lieferstartups im großen Stil Stellen streichen, die Unternehmensbewertung nach unten korrigieren oder sie waren nicht mehr in der Lage, weitere Finanzierung einzusammeln. Diesem Trend scheint sich jetzt das Unternehmen Munchery anzuschließen. Ein größerer Teil der Angestellten wurde entlassen und die beiden Gründer müssen ebenfalls gehen.

Munchery kocht die Gerichte in eigenen Küchen und lässt sie dann von Kurieren ausliefern. Das Unternehmen ist bisher nur in den USA aktiv, dürfte aber als Vorbild für Pronto und EatFirst gedient haben. Pronto und EatFrist haben versucht, dieses Modell in Europa zu etablieren und sind damit gescheitert. Pronto musste aufgeben und EatFirst hat sein Geschäftsmodell mehrmals geändert.

Das Geschäftsmodel von Munchery und co. wird als komplex angesehen. Auf der einen Seite muss die Lieferkette profitabel ausgerichtet werden, auf der anderen Seite müssen die eigenen Küchen ausgelastet werden. Nicht ausgelastete Fahrer und Köche lassen die Verluste schnell steigen, da keine Skalierungseffekte einsetzen.

Laut einem Report von Bloomberg hat Munchery in der Zeit von September 2014 bis July 2016 um die 650.000 Gerichte produziert, die nicht verkauft wurden. Viele dieser Gerichte sind letztendlich im Müll oder bei Hilfsorganisationen gelandet. Geld verdienen lässt sich mit einer Verschwendung auf diesem Niveau natürlich nicht. Die Verluste des Unternehmens sollen sich auf 5 Mio. US$ pro Monat belaufen. Insgesamt flossen 120 Mio. US$ bisher in das Unternehmen. Die letzte Finanzierung wurde Mitte 2015 abgeschlossen. Demnach ist es möglich, dass das Unternehmen im Moment versucht, weiteres Geld einzusammeln, da von der bisherigen Finanzierung nicht mehr viel übrig sein dürfte.

Investoren haben in den letzten Jahren Milliarden in den Markt der Lieferdienste für Essen investiert. Bisher haben es aber wenige Unternehmen in dem Bereich geschafft, ein profitables und nachhaltiges Geschäftsmodell aufzubauen. In Europa tun sich Foodora und Deliveroo schwer, ein nachhaltiges Konzept zu etablieren. Die Anbieter Take Eat Easy, Pronto und Tok Tok Tok mussten bereits aufgeben. In den USA hatte Postmates Probleme, eine neuen Finanzierungsrunde abzuschließen und DoorDash musste seine Bewertung nach unten korrigieren. Gleichzeitig investieren Uber und Amazon aggressiv in ihre Lieferdienste für fertige Gerichte.

Bild: Munchery (alle Rechte vorbehalten)

R-Klasse: Daimler investiert in Lieferroboter Startup Starship

Der Automobilkonzern Daimler beteiligt sich an dem Startup Starship. Das Unternehmen entwickelt Lieferroboter, die für Auslieferungen auf der “letzten Meile” eingesetzt werden. Auf der Elektronikmesse CES haben Daimler und Starship Technologies bereits ein Gemeinschaftsprojekt präsentiert. Mittels einen mit Robotern beladenen Sprinters sollen Waren schneller zugestellt werden.

Starship setzt auf Lieferroboter

Im Gegensatz zu Amazon und Google setzt Starship auf Lieferroboter, die die Straße nutzen, um Lieferungen zuzustellen. Amazon und Google investieren hingen in die Entwicklung von fliegenden Liefer-Dronen, die langfristig den Paketzusteller ersetzen sollen.

Tests in Großbritannien

Starship wurde von einem der Skype-Gründer gestartet, der Hauptsitz befindet sich in Estland. In Estland befindet sich auch die Entwicklungsabteilung des Startups. In Großbritannien betreibt das Unternehmen eine Außenstelle, die sich vorwiegend um den Vertrieb kümmert. Starship hat in Großbritannien bereits ein Pilotprojekt gestartet und liefert Essen in Kooperation mit JustEat aus. In Deutschland will das Unternehmen mit Hermes und der Metro zusammenarbeiten. Bisher warten die Kooperationspartner noch auf eine Genehmigung der lokalen Behörden in Hamburg und  Düsseldorf.

In der aktuellen Finanzierungsrunde werden 17.2 Mio. US$ in das Roboter-Startup investiert, Daimler tritt dabei als Lead-Investor auf. Neben Daimler haben sich Shasta Ventures, Matrix Partners, ZX Ventures, Morpheus Ventures, Grishin Robotics, Playfair Capital, HOF Capital und weitere Investoren an dem Startup beteiligt.

Erfahrung von Daimler bei Entwicklung und Produktion

Neben den finanziellen Aspekten ist die Erfahrung von Daimler bei der Entwicklung und Produktion von technisch anspruchsvollen Produkten hilfreich für das Roboter-Startup. Daimler beschäftigt sich außerdem seit längerem mit der Entwicklung von Technologien und Komponenten für selbstfahrende Autos. Von einem Wissenstransfer werden beide Unternehmen profitieren. Daimler dürfte in Starship eine Möglichkeit sehen, langfristig die Umsätze im Bereich von Liefer- und Transportdienstleistungen zu erhöhen.

Daimler hat sich in der Vergangenheit schon an anderen Startups beteiligt. Zu den bekanntesten gehört MyTaxi, mittlerweile ist das Unternehmen komplett von Daimler übernommen worden.

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)

Amazon soll App für Frachtvermittlung entwickeln

Amazon entwickelt eine Plattform, die Warenversender und Kraftfahrer verbindet. Damit wagt sich Amazon in einen weiteren Geschäftsbereich vor. Das Marktvolumen wird alleine in den USA auf 800 Milliarden US$ pro Jahr geschätzt.

Frachtvermittler sollen überflüssig werden

Die Plattform soll App-basiert sein und im kommenden Sommer starten. Über eine App soll der Lastwagenfahrer die Anfragen von Warenversendern sehen und diese auf effiziente Weise annehmen können. Vom Prinzip ist das mit dem Uber Service vergleichbar, der Fahrgäste und Fahrer verbindet. Der neue Service würde Frachtvermittler überflüssig machen, die normalerweise bis zu 15% Vermittlungsgebühr verlangen.

Die App soll die Preise in Echtzeit anzeigen, sowie als Navigationsgerät dienen und ganze Toure vorschlagen. Die Abwicklung der Zahlungen soll auch möglich sein, um den ganzen Versandprozess zu beschleunigen.

Amazon wird zum Logistikanbieter

Amazon wird damit immer mehr zum Logistikanbieter. In letzter Zeit hat der Konzern tausende Lastkraftwagen und einige Frachtflieger gekauft. Auch auf der letzten Meile setzt Amazon immer mehr auf eigene Dienstleistungen. Damit will das Unternehmen unabhängiger von Unternehmen wie UPS oder DHL werden und außerdem Kosten sparen. Das Frachtvolumen von Amazon ist enorm, deswegen macht es durchaus Sinn, tiefer in die Logistikprozesse involviert zu sein. Laut RBC Capital Markets wird das Frachtvolumen in drei Jahren das Volumen von FedEx überschreiten und in sieben Jahren das von UPS.

Kostensenkungen für Warentransport im Fokus

In erster Linie will Amazon die Vermittler von Frachtaufträgen ersetzen und somit Geld sparen oder mehr Flexibilität für günstigere Versandkosten schaffen. Diese Frachtvermittler verlangen eine erhebliche Gebühr, um Auftragnehmer an Auftraggeber mit Transportanforderung zu vermitteln. Diese Vermittlung mit Brokern uns nicht nur teuer, sondern auch langsam. Viele Frachtvermittler arbeiten noch mit Papierdokumenten und Telefon.

Das Potential bei der Frachtvermittlung vorhanden ist, haben mehrere Unternehmen erkannt. Uber hat vor kurzem Uber Freight gestartet, das ein ähnliches Ziel wie Amazon verfolgt. Die Startups Convoy und Trucker Path entwickeln ein vergleichbares Angebot. Deutsche Startups sind Cargonexx, FreightHub oder Instafreight.

Bild: Rusty Clark (bestimmte Rechte vorbehalten)

Just Eat liefert erstmals Essen mit Lieferroboter aus

Die Lieferplattform für Essen Just Eat hat bekanntgegeben, dass das erste mal ein Gericht mit einem Lieferroboter zugestellt wurde. Seit Mitte des Jahres arbeitet Just Eat mit Starship Technologie aus Estland zusammen, um in einem Pilotprojekt die Zustellung mit Robotern zu erproben. Starship Technology wurde von den Skype Gründen gestartet und testet seine Roboter seit Ende 2015. In Deutschland arbeitet das Unternehmen mit Hermes und der Metro zusammen.

Nach ausführlichen Tests wurde in der letzten Woche die erste normale Bestellung mit einem autonomen Lieferroboter in London zugestellt. Das Restaurant lädt dabei die Bestellung in den Roboter und verriegelt die Klappe. Der Kunde erhält per SMS einen Code, der bei Ankunft eingegeben werden muss, um den Roboter zu öffnen. Just Eat ist mit Lieferheld oder Lieferando vergleichbar. Auf der Plattform werden Restaurants aus der näheren Umgebung aggregiert, bei denen der Nutzer über die Just Eat Plattform bestellen kann.

Im Stadtteil Greenwich hat das Unternehmen eine Genehmigung erhalten, um seine Roboter offiziell fahren zu lassen. Jeder Roboter wird noch von einer Begleitperson verfolgt, die das autonome Lieferfahrzeug überwacht und die Reaktionen der Passanten aufnimmt. Starship will seinen Test auf weitere Regionen in London ausweiten, sofern es die Genehmigung dafür bekommt. Eigentlich sollte der Test auch mit Pronto stattfinden, das Unternehmen musste aber frühzeitig aufgeben.

Die Anzahl der Lieferroboter ist sehr gering, im September waren davon nur 3-4 im Einsatz. Das bedeutet, dass eine geringe Anzahl an Lieferungen tatsächlich mit den Lieferfahrzeugen zugestellt werden, die Auswahl erfolgt per Zufallsprinzip. Bisher werden die Fahrzeuge noch in Handarbeit produziert und remote mit einer Art Playstation Konsole gesteuert. Die Kameras und Sensoren ermöglichen eine genaue Steuerung und außerdem dienen beide als Diebstahlschutz.

Auch in Deutschland würden Hermes und Metro gerne die Lieferroboter testen, bisher fehlt aber noch die Genehmigung für Hamburg und Düsseldorf. Die Testphase findet in einem Gebiet mit geringer Einwohnerdichte statt, um keinen Passanten zu gefährden und im einen effizienten Betrieb zu ermöglichen.

Bild: Starship Technologies (alle Rechte vorbehalten)

Lyft plant Lieferservice

Lyft entwickelt anscheinen einen Lieferservice. Bisher bietet das amerikanische Unternehmen nur einen Fahrdienst an, ein Kurierdienst gehört bisher noch nicht zum Angebot. Intern hat das Unternehmen deswegen mit Spannungen zu kämpfen.

Weiteres Standbein vs. weniger Fokus

Der Unternehmenschef John Zimmer sieht darin die Möglichkeiten, um das Unternehmen weiter  zu diversifizieren und unabhängiger vom Ridesharing-Angebot zu machen. Einige seiner Manager wollen den Plan aber nicht unterstützen, da es vom eigentlichen Ziel ablenkt. Das Ziel von Lyft ist es, einen wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Fahrdienst abzubauen. Die Führungspersonen von Lyft befürchten, dass Gelder und Fokus von dem Ridesharing-Service abgezogen werden und in das neue Angebot gesteckt werden.

Start noch unklar

Bisher ist noch nicht klar, wann Lyft den Service starten möchte. Auch mit einem Kurierdienst würde sich Lyft in einem umkämpften Markt befinden. Anderes Startups, wie Postmates und UberRush sind bereits in dem Bereich aktiv. Außerdem besteht Konkurrenz durch etablierte Kurierdienste und Lieferservices. Uber, der größte Konkurrent von Lyft, bietet schon einen Lieferservice an. Um UberRush ist es eher ruhig, UberEATS hingegen wird aggressive vorangetrieben.

Kooperation mit Restaurant-Plattformen

Lyft könnte zum Start mit den Essenlieferdiensten GrubHub und Eat24 zusammenarbeiten, um einen Fuß in die Tür zu bekommen. GrubHub und Eat24 arbeiten mit Restaurants zusammen, die über eigene Fahrer verfügen. Der neue Lieferdienst von Lyft kann hier eine Ergänzung sein, um die Nachfrage in Stoßzeiten abzudecken. Alternativ können die Restaurants ihre Flotte abschaffen und auf den Lyft Service setzen.

Lieferservice: umkämpfter Markt

Der Markt der Lieferdienste ist umkämpft. Einige Anbieter fokussieren sich dabei ebenfalls auf Lieferservices für Essen und Restaurants. Für Postmates ist es laut eigener Aussage extrem schwer gewesen, die letzte Finanzierungsrunde einzusammeln. Auch der Essenlieferdienst Deliveroo scheint Schwierigkeiten gehabt zu haben, genügend Geld einzusammeln.

Lyft ist nur in den USA aktiv und wird von namenhaften Investoren unterstützt. Neben General Motors ist auch die chinesische Plattform Didi Chuxing an der Ridesharing-Plattform beteiligt.

Bild: Kārlis Dambrāns (bestimmte Rechte vorbehalten)

Lieferdienst Postmates sammelt weiteres Geld ein – mit Schwierigkeiten

Der Lieferdienst Postmates hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 141 Mio. US$ eigesammelt. Laut Gründer Bastian Lehmann war es super super schwierig, die Runde abzuschließen. Die Bereitschaft von Investoren, Geld in verlustreiche Lieferstartups zu stecken, scheint zu schwinden.

Schwierige Finanzierungsrunde für Postmates

Die aktuelle Runde wurde von Founders Fund angeführt, dem VC von Milliardär Peter Thiel. Founders Fund hat sich schon in früheren Runden an dem Unternehmen beteiligt, mit dem jetzigen Investment zieht Founders Fund Partner Brian Singerman in den Aufsichtsrat von Postmates ein. Die Bewertung liegt bei 600 Mio. US$, das heißt seit der letzen Finanzierungsrunden ist der Wert nicht gestiegen. Damals lag die Unternehmensbewertung auf dem gleichen Level. Vor der jetzigen Finanzierungsrunde sind bereits 120 Mio. US$ in das Startup geflossen.

Postmates bekommt die Veränderungen im Venture Capital Markt zu spüren. Die Bereitschaft für neue Investitionen ist zurückgegangen. Das hat zur Folge, dass die Anzahl der abgeschlossenen Deals rückläufig ist.

Viel Konkurrenz für den Lieferdienst

Postmates befindet sich in einem umkämpften Markt. Auf der einen Seite konkurriert das Unternehmen mit etablierten Kurierdiensten, die seit Jahren aktiv sind. Hinzu kommen Restaurants, die über einen eigenen Lieferdienst verfügen und weitere Technologieunternehmen und Startups. Amazon ist ebenfalls in das Liefergeschäft eingestiegen und Uber befördert längst auch mehr als Personen von A nach B. Uber hat mit UberEATS große Ambitionen. Sowohl Uber als auch Amazon verfügen über ausreichend finanzielle Mittel, um einen langen Zeitraum ohne Gewinne durchzuhalten.

Verkauf könnte bevorstehen

Berichten zufolge wollte sich Postmates an ein anderes Unternehmen verkaufen. Erste Gespräche mit anderen Unternehmen (darunter Uber und Amazon) sind aber nicht erfolgreich verlaufen. Langfristig gesehen könnte sich Postmates aber einen Verkauf oder einen Börsengang vorstellen. Für einen Börsengang muss das Unternehmen aber bessere Zahlen vorlegen und ein profitables Geschäftsmodell vorweisen. Das Unternehmen hat mit Qatalyst Partners zusammengearbeitet, um einen potentiellen Käufer zu finden. Auch das Ridesharing Startup Lyft soll versucht haben, über die Investment-Boutique einen Käufer zu finden.

Bereits mehrere Unternehmen gescheitert

Postmates ist nicht das einzige Startup, aus dem Lieferbereich, für das es schwieriger geworden ist, Geld einzusammeln. In Europa musste der Essenlieferdienst Take Eat Easy aufgeben, in den USA hat es Spoon Rocket und den on-demand Wäschedienst Washio getroffen. Alle Unternehmen wurden zuvor mit einem hohen Millionenbetrag finanziert. DoorDash musste seine Bewertung in der letzten Finanzierungsrunde reduzieren. Dazu muss man sagen, dass sowohl DoorDash als auch Postmates mit einer überzogenen Bewertung in die Finanzierungsrunden gestartet sind. Beide Unternehmen erzielen noch keine Gewinne.

Postmates betreibt einen Lieferdienst, der anfänglich von Restaurants genutzt wurde. Über die Zeit hat das amerikanische Unternehmen sein Angebot ausgeweitet, damit auch lokale Händler den Logistikservice nutzen können. Unter anderem wurde mit Apple eine Partnerschaft gestartet. Im April diesen Jahres wurde ein Mitgliedsmodell nach Amazon Prime Vorbild gestartet. Nutzer zahlen eine monatliche Gebühr von 9.99 US$ pro Monat und können dafür den Postmates Service so oft sie wollen ohne zusätzliche Lieferkosten nutzen. Voraussetzung ist, dass bei einem teilnehmenden Partner bestellt wird und dass der Warenkorb höher als 25 US$ ist. Die Abonnenten sollen im Schnitt 7.5 Bestellungen pro Monat platzieren.

Aktuell wickelt das Startup 1.5 Mio, in diesem Jahr sollen Waren im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar transportiert worden sein. Auf der Plattform sind mehr als 40.000 Kuriere in 44 Städten aktiv. Die 6000 Partnerunternehmen zahlen an Postmates ein Gebühr in Höhe von 20% des über die Postmates App erzielen Umsatzes.

Bild: TechCrunch (bestimmte Rechte vorbehalten)

Lieferdienst Tok Tok Tok aus Frankreich an Just Eat verkauft

Tok Tok Tok aus Frankreich verkauft seine Technologie und somit konsolidiert sich der Markt der on-demand Lieferservices weiter. Bisher mussten Pronto und Take Eat Easy im Restaurant-Bereich aufgeben. Auch der on-demand Textilreinigungsservice Washio hat seinen Betrieb eingestellt und die Kundenbasis an den Konkurrenten Rinse verkauft.

Tok Tok Tok mit Postmates vergleichbar

Jetzt trifft es auch das französische Lieferstartup Tok Tok Tok, das in mehreren europäischen Städten einen on-demand Lieferservice angeboten hat. Tok Tok Tok ist mit Postmates vergleichbar. Der Fokus liegt auf der Auslieferung von Gerichten, die innerhalb einer Stunde nach Auftragseingang ausgeliefert werden. Das Unternehmen stellt seinen Betriebt ein und verkauft seine Technologie an einen führenden Anbieter. Es ist zwar nicht offiziell verkündet worden, wer der Käufer ist, laut TechCrunch handelt es sich dabei aber um Just Eat.

Tok Tok Tok wurde bereits 2013 gegründet und hatte bisher nur eine Seed-Finanzierung in Höhe von 2 Mio. US$ eingesammelt.

Konkurrenz durch Deliveroo und UberEats

Just Eat konzentriert sich bisher vorwiegend auf die Vermittlung von Aufträgen an Restaurants mit eigenen Lieferfahrern. Durch das Wachstum von Deliveroo und UberEats, die beide auf eigene Lieferflotten setzten, steigt auch der Druck auf Just Eat, in diesem Bereich tätig zu werden, um weitere Kundengruppen zu erreichen. Entweder nutzt Just Eats die Technologie, um einen Service mit eigenen Fahrern weiter auszubauen, oder um das Angebot für Restaurants mit Fahrern zu verbessern. Die technische Lösung von Tok Tok Tok soll ausgreift und anspruchsvoll sein.

Auch Mitbewerber experimentieren

Auch der Wettbewerber TakeAway experimentiert mit der Technologie für einen Lieferservice mit eigenen Fahrern. Über die deutsche Tochter Lieferando wurden die Überbleibsel inklusive Technologie von Food Express übernommen. Food Express wurde von Delivery Hero finanziell unterstützt, aber dann abrupt fallengelassen. Danach musst das Unternehmen in die Insolvenz gehen und war auf der Suche nach einem Käufer.

Bild: TokTokTok (alle Rechte vorbehalten)

Smart wird zum Paketfach

Die Automarke smart aus dem Daimler-Konzern startet eine innovative Dienstleistung mit dem Namen “smart ready to drop”. In Zusammenarbeit mit DHL Paket wird die Zustellung von Paketen im Kofferraum ermöglicht. Entwickelt wurde der Service vom smart lab, einem Think Tank von smart für innovative Zusatz- und Mobilitätsdienstleistungen.

Beta-Test ab Herbst

Im Herbst soll der Beta-Test in Stuttgart gestartet werden, danach ist auch der Start von ready to drop in Köln, Bonn und Berlin geplant. Insgesamt soll der Service in sieben Städten getestet werden. Um an der Pilotphase teilzunehmen, müssen die smart-Fahrzeuge mit einer Connectivity Box nachgerüstet werden. Für die Kunden, die an dem Beta-Test teilnehmen, übernimmt smart die Nachrüstung. Ein Sondermodell, das ab Herbst im Angebot ist, hat die notwendige Ausrüstung serienmäßig an Board.

Öffnung über Connectivity Box

Die Connectivity Box ermögliche eine schlüssellose Öffnung des Kofferraums der damit ausgerüsteten Fahrzeuge. Über eine Smartphone App erhält der DHL Paketbote eine Zugangsberechtigung für das entsprechende Fahrzeug. Nach Öffnung des Kofferraums kann das Paket ganz einfach abgelegt werden, danach wird das Fahrzeug durch den Boten wieder verschlossen.

Der smart Kunde generiert mittels einer weiteren Smartphone-App einen TAN, der bei der Bestellung im Adressfeld mit angegeben werden musst. Das Fahrzeug muss in der Nähe der angegebenen Lieferadresse abgestellt werden, damit der entsprechende DHL Fahrer auch in der Lage ist, das Fahrzeug zu finden.

Der DHL-Bote wird über seine App über den gewünschten Lieferort informiert und kann den smart in einem bestimmten Zeitraum mit dem vorher definierten TAN öffnen. Nachdem das Paket abgelegt wurde, muss der DHL Fahrer das Auto wieder verschließen. Nach Beendigung des Vorgangs wird der Kunde über die Zustellung informiert. Anscheinend ist eine Zustellung im smart nur in den Zeiten zwischen 21 Uhr und 6 Uhr möglich.

Nachrüstung für smarts möglich

Ab Herbst kann die Connectivity Box ab Werk bestellt werden. Bereits ausgelieferten smart Modelle der neusten Generation können mit der smarte Box nachgerüstet werden. Ob die Box für weitere Funktionen und Dienstleistungen genutzt werden kann, ist nicht bekannt.

Grundlage für weiteren Dienstleistungen

Interessant wäre zum Beispiel eine Eingliederung der privaten smart Fahrzeuge in die Carsharing Flotte von car2go. Ein ähnliches Konzept planen BMW, Mini für DriveNow und Tesla. Mit entsprechender Ausrüstung können Nutzer entscheiden, ob sie ihr Fahrzeuge für einen ausgewählten Nutzerkreis zugänglich machen wollen. Die definierte Verfügbarkeit wird dann auf den entsprechenden Plattformen angezeigt und kann über die jeweiligen Apps gebucht werden. Die Fahrzeugbesitzer werden am Umsatz der Fremdfahrten mit ihren Fahrzeugen beteiligt.

Bild: Daimler AG (alle Rechte vorbehalten)