Archiv der Kategorie: selbstfahrende Autos

Autonomes Auto: GM und Cruise stellen nächste Version ohne Lenkrad vor

Die GM Tochter Cruise hat die nächste Version des selbstfahrenden Autos vorgestellt, diesmal ohne Lenkrad und Pedale. Seit der Übernahme von Cruise durch GM ist das bereits die vierte Generation des vollautomatisierten Fahrzeugs. Bei den vorherigen Versionen wurden hauptsächlich Sensoren und Software weiterentwickelt. Als Grundlage dient das Elektroauto Bolt.

GM Ride-Sharing Dienst ab 2019

Das Fahrzeug ist laut Dan Ammann von GM bereit für die Produktion, trotzdem muss der Konzern noch bis zum kommenden Jahr warten, bevor es auf die Straßen geschickt werden soll. Das Unternemen hat einen Antrag bei der amerikanischen Verkehrsbehörde National Highway and Traffic Safety Administration eingereicht, um das Fahrzeug auf öffentlichen Straßen einsetzten zu dürfen. Bisher schreiben die rechtlichen Vorgaben fest, dass auch ein autonomes Auto über Lenkrad und Pedale verfügen müsse und ein Notfall-Fahrer hinter dem Steuer setzten muss. Im letzen Jahr hat GM angekündigt, dass 2019 ein kommerzieller Fahrdienst mit autonomen Autos gestartet werden soll. In dem Antrag bittet GM um die Betriebsfreigabe für bis zu 2600 Fahrzeuge. Zu Testzwecken dürften die Fahrzeuge schon eher auf den Straßen zu sehen sein.

Redundante Systeme sollen Sicherheit erhöhen

Das vollautomatisierte Elektroauto verfügt auch über Features, um einen reibungslosen operativen Ablauf zu gewährleisten. Zum Beispiel kann das Fahrzeuge alleine die Türen schließen, falls ein Fahrgast nach einer Fahrt vergisst, die Türen zu schließen.

Ein autonomes Auto muss sicher sein, deswegen gibt GM einen Einblick, wie die Sicherheit hochgehalten werden soll. GM hat die kritischen Systeme mehrfach verbaut. Über diese Redundanzen soll sichergestellt werden, dass keine Gefahr für die Insassen besteht, falls ein System ausfällt. Hinzu kommen weitere Airbags für die Passagiere.

Bild: GM (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Shuttle: NAVYA arbeitet mit Via zusammen

NAVYA und Via haben die CES in Las Vegas genutzt, um ein Projekt vorzustellen, an dem beide Unternehmen arbeiten. NAVYA ist ein weltweit wahrgenommenes Unternehmen, das autonome Shuttle Fahrzeuge entwickelt und Via ist eine der führenden Anbieter für Ride-Sharing Technologie. Beide Unternehmen arbeiten zusammen, um die autonomen Shuttle von NAVYA mit der Technologie von Via zu verbinden. Fokus liegt dabei auf der Sicherheit, User Experience und der Bequemlichkeit bei der Nutzung von autonomen Fahrzeugen.

Via App für Nutzung von autonomen Shuttle optimiert

Die Via App wurde technisch erweitert, so dass eine direkte Kommunikation mit dem AUTONOM CAB von Navya möglich ist. Die Nutzer können über die Ride-Sharing App einfach und sicher ein autonomes Shuttle buchen und kontrollieren. Per Knopfdruck in der App lässt sich dir Tür öffnen und nach dem Einstieg wieder schließen. Der Nutzer teilt per App auch mit, wenn er sicher sitzt und das Fahrzeug weiterfahren kann. Über die App lässt sich auch die Musik im Fahrzeug steuern – das wird spannend, wenn mehrere Fahrgäste im Fahrzeug sind.

Mit dem Projekt schließen sich beide Unternehmen einem Trend an, der sich seit längerem abzeichnet und auf der CES für die Öffentlichkeit erstmal present wurde. Unternehmen wie Ford, Baidu oder door2door wollen ebenfalls ein Betriebssystem für den Transport und Logistik mit autonomen Fahrzeugen bauen und implementieren. Ein konkretes Datum für einen ersten realen Einsatz wurde von beiden Unternehmen nicht gennant.

Via arbeitet mit der BVG

Via ist mittlerweile in Deutschland auch kein unbekanntes Unternehmen mehr. Auf der einen Seite ist der Daimler-Konzern an dem Startup beteiligt, auf der anderen Seite bereitet Via mit der BVG einen Smart Shuttle Dienst mit Mercedes-Benz Fahrzeugen vor, der in den kommenden Monaten an den Start gehen soll.

NAVYA hat mit dem AUTONOM CAB für Aufmerksamkeit gesorgt. Der autonome Mini-Bus kommt ohne Cockpit oder Lenkrad aus und ist zu 100% vollautomatisiert. Das Elektrofahrzeug wurde für den Einsatz in Ride-Sharing Netzwerken optimiert und kann bis zu sechs Passagiere befördern.

Bild: NAVYA (alle Rechte vorbehalten)

door2door arbeitet mit ZF und Microsoft an einer Plattform für autonomen Nahverkehr

Zur Zeit findet in Las Vegas die Consumer Electronics Show statt, die mittlerweile für Automobilhersteller und Mobility Startups immer wichtiger geworden ist. Früher wurden die neuste Unterhaltungselektronik vorgestellt, heute kommt die Eröffnungspräsentation von Daimler oder Ford. Ein deutsches Mobility Unternehmen, das auf der CES vertreten ist, ist door2door. Das Startup zeigt zusammen mit ZF und Microsoft eine Lösung, wie autonome Fahrzeuge in den öffentlichen Nahverkehr eingebunden werden können.

autonomer Nahverkehr für Personen und Güter

ZF und door2door haben die Ride-Sharing Technologie des Startups weiterentwickelt, so dass diese auch für Flotten mit autonomen Fahrzeugen eingesetzt werden kann. Passagiere und Güter werden dabei kombiniert, die Algorithmen sollen dafür sorgen dass die Routen effizient sind und Umwege minimiert werden. Durch den Ansatz sollen die Fahrzeuge besser ausgelastet werden, was zu geringeren Kosten führen dürfte. Außerdem handelt es sich dabei um eine Möglichkeit, die wachsende Staubelastung durch Individual- und Lieferverkehr zu reduzieren.

Fahrgasterkennung per Gesichtserkennung

Der Show-Case bietet auch neue Features für den Fahrgast. Vorschläge für Point of Interests sollen gemacht werden, inklusive Bewertungen und benötigter Fahrtzeit. Die Spracherkennung von Microsoft wurde in die White Label App integriert, so dass der Nutzer seine Eingaben per Sprache erledigen kann. Da bei autonomen Fahrzeugen kein Fahrer im Fahrzeug sitz, der Aufgaben wie Fahrgast-Identifikation übernommen hat, müssen andere Lösungen implementiert werden. Die Kooperationspartner setzen auf Erkennung mittels Gesichtserkennung oder das Scannen eines QR-Codes. Auch die Übergabe von Pakten wird per Sprach- und Gesichtserkennung verifiziert.

End-to-End Lösung für Städte und Verkehrsbetriebe

Laut door2door CEO Tom Kirschbaum werden Lösungen für Ride-Sharing und autonomes Fahren bisher eher separat entwickelt. Beide Seiten zu einer end-to-end Lösung zu kombinieren, sorgt dafür, dass ein effizientes und autonomes Nahverkehrssystem für den Transport von Personen und Gütern entstehen kann. Städte, Verkehrsbetrieb und Mobilitätsanbieter sollen mit der Lösung von door2door und ZF in der Lage sein, autonome Shuttle in ihr bestehendes Setup einzufügen.

Wann die White-Label App in einer realen Umgebung eingesetzt werden soll, wurde nicht kommuniziert. Die Kooperation scheint vorwiegend zwischen door2door und ZF zu bestehen. ZF hat auf der CES seine Partnerschaft mit Microsoft erweitert, door2door kommt in den Genuss dieser Partnerschaft. Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen hat sich Lösungen für vollautomatisiertes Fahren auf die Fahne geschrieben. Neben der Partnerschaft mit door2door arbeitet ZF mit Nvidia zusammen und Hilft e.Go bei der Entwicklung eines autonomen People-Movers.

Unternehmen wie BestMile, die Deutsche Bahn Tochter ioki oder RideCell gehen mit ihren Ansätzen in eine ähnliche Richtung. Das Interesse von Städten und Verkehrsbetrieben für Alternativen zum etablierten Nahverkehr ist weltweit hoch.

Bild: door2door (alle Rechte vorbehalten)

Superrechner und autonomes Fahren: Großer Aufschlag auf der CES von Nvidia

Der Elektronikkonzern Nvidia hat auf der CES viele neue Partnerschaften im Bereich KI und autonomes Fahren verkündet. Insgesamt arbeitet der Konzern, der sich früher auf die Entwicklung von Grafikkarten spezialisiert hat, mit 320 Unternehmen an dem Thema autonomes Fahren. Hauptsächlich geht es dabei um die Entwicklung und den Einsatz der Drive PX und Drive Xavier Plattformen. Drive Xavier ist der neue Supercomputer von Nvidia, der ne einem geringen Energieverbrauch enorm leistungsfähig sein soll.

Uber arbeitet mit Nvidia

Die Ride-Sharing Plattform Uber hat Nvidia als einen entscheidenden Technologiepartner für die eigene Flotte an autonomen Fahrzeugen ausgewählt. Von Nvidia soll die KI-Rechenpower für die Software zur Verfügung gestellt werden.

Uber und Nvidia arbeiten schon länger zusammen. Die autonomen Volvo XC90, die in unterschiedlichen Städten unterwegs sind und die modifizierten Ford Fahrzeuge, sind mit der GPU von Nvidia ausgestattet. Auch in den autonomen LKWs, die Uber seit der Übernahme von Otto entwickelt, sind die GPUs verbaut.

Bisher hat Uber 50.000 Fahrgäste in vollautomatisierten Autos befördert. Insgesamt wurden mehr als drei Mio. Kilometer im autonomen Modus zurückgelegt, die Hälfte davon in den letzten 100 Tagen. Auch wenn Uber nicht viele Informationen über den Projekt-Fortschritt teilt, scheint sich das Projekt positiv zu entwickeln.

Aurora setzt auf Technologie von Nvidia

Erst vor ein paar Tagen wurden weitere Details über den Newcomer Aurora bekannt. Aurora ist erst seit einem Jahr aktiv, wurde aber von führenden Experten gegründet, die vorher bei Uber, Google oder Tesla Führungspositionen bei der Entwicklung von Technologien für selbstfahrende Autos hatten. Die Konzerne Volkswagen und Hyundai setzen bei dem Thema vollautomatisiertes Fahren auf die Fähigkeiten von Aurora. Auch Aurora setzt auf die Recheneinheit von Nvidia – der Technologiekonzern liefert die Grundlagen für die Rechner-Plattform.

Nvidia, Baidu und ZF arbeiten an Plattform für China

Die drei Unternehmen Nvidia, Baidu und ZF haben auf der CES bekanntgegeben, dass sie eine serienreife Plattform für künstliche Intelligenz (KI) und autonomes Fahren für den chinesischen Markt entwickeln, den größten Automobilmarkt weltweit. ZF und Nvidia docken sich an die offene Plattform Apollo Pilot von Baidu an. Von ZF sollen die Entwicklungen rund um den ProAI Fahrzeugcomputer eingebracht werden, Nvidia setzt auf Drive Xavier Plattform. Die beiden Unternehmen erhalten durch die Kooperation mit Baidu einen Zugang zu den wachsenden chinesischen Automobilherstellern.

Künstliche Intelligenz für den nächsten Volkswagen Bully I.D. Buzz

Nvidia arbeitet mit Volkswagen an einem Co-Piloten, der auf Künstlicher Intelligenz basiert und damit die Sensordaten für die Komfort- und Assistenzsysteme verarbeitet. Diese Systeme können über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs hinweg durch Softwareaktualisierungen optimiert werden und sich im Zuge weiterer Entwicklungen beim autonomen Fahren neue Fähigkeiten aneignen. Dank ‚Deep Learning‘ kann das Auto der Zukunft lernen, sowohl Situationen präzise einzuschätzen als auch das Verhalten von anderen Verkehrsteilnehmern zu analysieren, und wird so in der Lage sein, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Auf der Grundlage der ‚NVIDIA DRIVETM IX Intelligent Experience Plattform‘ können KI-Funktionen wie Gesichtserkennung zum Entriegeln des Fahrzeugs von außen, ein Warnsignal für Fahrräder, Gestenerkennung für Bedienelemente, natürliche Spracherkennung für eine einwandfreie Sprachsteuerung und Blickverfolgung für Warnungen bei Ablenkung des Fahrers möglich sein.

“Künstliche Intelligenz revolutioniert das Auto“, sagt Diess. „Autonomes Fahren, emissionsfreie und digital vernetzte Mobilität sind ohne Fortschritte bei künstlicher Intelligenz und ‚Deep Learning‘ nicht möglich. Gemeinsam mit NVIDIA kann Volkswagen einen großen Schritt in die Zukunft machen.”

Bild: Volkswagen (Alle Rechte vorbehalten)

Renault-Nissan gibt bei Startup-Investments und autonomen Fahren Gas

Der Automobilhersteller Renault-Nissan wird aktiver bei den Themen autonomes Fahren und Investments in Servicekonzepte und Startups aus dem Mobility Bereich. Renault will so die digitale Transformation in der Automobilbranche schaffen und Fokus auf die Themen Elektrifizierung, autonomes Fahren und connected Vehicles legen.

Autonomes Fahren auf Level 4 im Test

Das auf der IAA in Frankfurt vorgestellte Konzept-Fahrzeug SYMBIOZ absolviert zur Zeit in Frankreich Testfahrten auf Level 4 der Skala für vollautomatischstes Fahren. Bei autonomen Fahren auf Level 4 ist kein Fahrer mehr notwenig, um das Auto zu steuern. Da das französische Recht es verbietet, dass kein Fahrer hinter dem Steuer sitzt, platziert der Automobilhersteller einen Fahrer hinter dem Lenkrad, der die Systeme überwacht und im Notfall eingreifen kann.

15 autonome Autos bis 2022

Der SYMBIOZ verkörpert die Vision von Renault für das Fahrzeug der Zukunft. Innerhalb der kommenden fünf bis sechs Jahre will Renault ein autonomes Fahrzeug zur Serienreife entwickeln. Das Konzeptfahrzeug wurde zusammen mit mehreren Partnerunternehmen entwickelt, darunter TomTom, LG, Sanef und IAV. Bis 2022 will Renault-Nissan acht Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb anbieten, 12 elektrifizierte Autos (als Hybrid-Fahrzeuge) und 15 Modelle mit Fähigkeiten für vollautomatisiertes Fahren.

200 Mio. Fond für Investments in Startups

Neben den Aktivitäten rund um autonomes Fahren will Renault-Nissan auch einen Investment-Fond in Höhe von 200 Mio. US Dollar auflegen, wie Reuters berichtet. Damit folgt der Konzern dem Modell anderer Hersteller wie Daimler oder BMW. Durch die Investments will der Automobilhersteller die digitale Transformation im Automotive Bereich meistern uns sich direkt an Startups beteiligen, die an innovativen Ideen arbeiten. Durch den eigenen Investment-Arm soll Renault-Nissan schnell agieren können, um Wettbewerber auszustechen.


Update, 10.01.2018: Renault-Nissan und Mitsubishi haben auf der CES bestätigt, dass ein Investment-Arm aufgebaut werden soll. In den kommenden fünf Jahren sollen jährlich etwa 200 Mio. Dollar in Startups gesteckt werden. Interessant sind dabei die Bereiche Elektrifizierung, Vernetztes Fahren, autonomes Fahren oder Künstliche Intelligenz.


BMW iVentures als Vorbild

Der Fund wird zusammen mit Mitsubishi gestartet. Renault und Nissan wollen jeweils 40% der Summe bereitstellen, Mitsubishi die verbleibenden 20%. Weitere Details dazu soll auf der CES in Las Vegas veröffentlich werden. Hersteller wie BMW oder General Motors haben es vorgemacht, wie ein mehr oder weniger unabhängiger Investmentfond agieren kann. Seit 2012 hat BMW iVentures mehr als 30 Investments getätigt, davon allein 10 im vergangenen Jahr. Zu den Investments gehören Unternehmen wie Fair, RideCell, Nauto oder ChargePoint.

Das Geschäftsmodell der herkömmlichen Automobilhersteller wird sich in den kommenden Jahren drastisch ändern. Es wird sich weg von Fahrzeug-Besitz und hin zu Sharing-Konzepten entwickeln. Sharing-Plattformen, wie Uber oder Didi bedrohten das Geschäft, hinzu kommt die Gefahr durch autonome Fahrzeuge.

Bild: Groupe Renault (alle Rechte vorbehalten)

Mit Volkswagen und Hyundai arbeiten zwei weitere Automobilhersteller mit Startup für autonomes Fahren zusammen

Die Kooperationen zwischen Automobilindustrie und Startups, die sich mit Technologien für autonomes Fahren beschäftigen, geht in die nächste Runde. Die beiden Automobilhersteller Hyundai und Volkswagen arbeiten mit dem angesagten Startup Aurora zusammen. Aurora wurde von Chris Urmson gestartet, der für Google das Projekt für selbstfahrende Autos gestartet hat. Die von Google entwickelte Technologie gilt mittlerweile als führend und firmiert unter dem Namen Waymo.

Integration in VW-Plattformen

Volkswagen und Aurora arbeiten schon seit dem letzten Sommer zusammen. Die Ingenieure beider Unternehmen integrieren die Systeme für autonomes Fahren in die Fahrzeugplattformen von Volkswagen. Die Zusammenarbeit wird in den kommenden Monaten fortgesetzt, um einen MaaS Dienst mit Volkswagen Fahrzeugen zu starten. Nach und nach sollen die Systeme Einzug in die Fahrzeuge der Konzernmarken erhalten. Die Anwendungsfälle sollen sich dabei von Shuttle Fahrzeugen über Lieferfahrzeuge hin zu selbstfahrenden LKWs ohne Kabine erstrecken.

Erfahrenes Gründerteam

Auf Grund des Gründerteams wird dem Startup Aurora viel zugetraut. Die drei Gründer sind Experten auf dem Gebiet des autonomen Fahrens. Chris Urmson hat für Google das Team für die Entwicklung des autonomen Autos aufgebaut. Sterling Anderson hat bei Tesla das Autopilot-Programm geleitet. Der dritte Gründer Drew Bagnell hat bei Uber das Team für autonomes Fahren geleitet. Auf der Seite von Volkswagen dürfte der Chief Digital Officer Johann Jungwirth (JJ) die Kooperation eingefädelt haben. JJ hat mehrere Jahre im Silicon Valley gearbeitet und ist gut mit den führenden Startups im Valley vernetzt.

Volkswagen und Hyundai folgen Muster anderer Automobilhersteller

Volkswagen und Hyundai schließen sich mit der Kooperation einer langen Reihe an Automobilherstellern und -zulieferern an, die beim Thema autonomes Fahren auf Startups und Partner setzten. General Motors hat 2016 das Startup Cruise für fast eine Milliarde Dollar übernommen, Ford investierte eine hohe Summe in das KI Startup Argo AI. Der Zulieferer Delphi hat das MIT Startup NuTonomy geschluckt. Volvo arbeitet eng mit dem Team von Uber zusammen und die BMW Group hat eine Kooperation mit Intel, Mobileye und anderen Playern geschlossen, um bei dem Thema autonomes Fahrern schneller voranzukommen.

Mobility as a Service Angeboten wird die Zukunft gehören. Taxi-Dienste ohne menschlichen Fahrer werden die Mobilität in Städten und ländlichen Regionen revolutionieren. Da Volkswagen auch Lieferfahrzeuge und LKWs baut, kann die Software und Technologie von Aurora auch im Logistik-Bereich zum Einsatz kommen. Bei Hyundai sollen die Komponenten von Aurora in die Fahrzeug-Palette integriert werden.

Chris Urmson, CEO von Aurora: „Unsere Priorität bei Aurora liegt darauf, selbstfahrende Fahrzeuge Realität werden zu lassen – sicher, schnell und breit zugänglich. Und wir wissen, dass wir dies schneller erreichen, indem wir mit innovativen Automobilunternehmen wie dem Volkswagen Konzern Partnerschaften eingehen. Diese Partnerschaft ist eine tiefe Zusammenarbeit durch den Einsatz der Self-Driving-Technologie von Aurora. Gemeinsam werden wir selbstfahrende Fahrzeuge in großem Maßstab auf den Markt bringen.”

Bild: Aurora (alle Rechte vorbehalten)

CES: Aptiv und Lyft bringen selbstfahrende Autos nach Las Vergas

Kürzlich hat der Automobilzulieferer Delphi das Geschäft für autonomes Fahren und Assistenzsysteme in das Unternehmen Aptiv abgespalten. Fast gleichzeitig wurde das Startup nuTonomy aus Boston übernommen, das ein System für selbstfahrende Autos entwickelt hat. Jetzt zeigt das Unternehmen auf der CES den aktuellen Stand, zusammen mit der Ride-Sharing Plattform Lyft.

Autonomes Fahren für CES Besucher

Die Besucher der Consumer Electronic Show (CES) 2018 können in Las Vegas über die Lyft App die Fahrt mit den selbstfahrenden Autos buchen. Zur Sicherheit wird immer ein menschlicher Fahrer im Fahrzeug sein, der im Notfall das Steuer übernehmen kann. Mit dem Demo-Projekt soll der Einsatz der Technologien in einem realen und komplexen Umfeld demonstriert werden. Beide Unternehmen gehen davon aus, dass selbstfahrende Autos einen signifikanten positiven Einfluss auf die Sicherheit im Verkehr, Ausstoß von Abgasen und Staubelastung haben werden, sobald diese massenhaft eingesetzt werden.

Lyft baut offene Plattform für die besten Anbieter

Lyft und nuTonomy arbeiten schon seit längerem zusammen und testen unter anderem in Boston Fahrten mit autonomen Autos. Lyft hat im vergangen Jahr angekündigt, die eigene Ride-Sharing Plattform für Entwickler und Hersteller von autonomen Autos zu öffnen. Lyft will laut CEO Logan Green das beste Transport Ökosystem bauen und das geht nur in Partnerschaft mit den Startups und Konzernen, die die fortschrittlichsten Technologien anbieten.

Bereit für die Massenproduktion im kommenden Jahr

Die Technologie, die sich Aptiv durch die Übernahme von nuTonomy eingekauft hat, gild als führend. Die ersten Anwendungen erfolgten 2016 in Singapur, gefolgt von weiteren Test-Programmen in Boston. Der Test in Las Vegas wird dabei helfen, dass fahrerlose Autos einen weiteren Schritt in Richtung Dauereinsatz machen. Aptiv will das System, das fast unsichtbar in Fahrzeuge integriert wird, bis 2019 für die Massenproduktion entwickelt haben.

Bild: Aptiv (alle Rechte vorbehalten)

Mobility Services: Konzerne vs. Startups

Vergleicht man Mobility Services von etablierten Automobilkonzernen mit denen von Startups, dann fällt auf, dass letztere meistens ein viel höheres Tempo an den Tag legen und experimentierfreudiger sind. Mobility Startups ändern oder erweitern schneller ihr Geschäftsmodell und sind gefühlt näher am Kunden. Im folgenden soll das anhand einem Vergleich von Didi Chuxing aus China und den Mobility Services von BMW dargestellt werden. Didi wird exemplarisch als Beispiel für die dynamischen Startups gewählt. Die Now-Plattform von BMW (DriveNow, ReachNow, ChargeNow, etc.) verkörpert exemplarisch den eigentlich modernen aber langsamen Ansatz eines Automobilkonzerns.

DriveNow: Carsharing – sonst nichts

Unter dem Namen DriveNow ist BMW zusammen mit Sixt vor einigen Jahren in das Carsharing eingestiegen, was schon mal lobenswert ist. Der Service von heute ist mit dem Dienst vor ein paar Jahren identisch. Seitdem ist bei DriveNow aus Kundensicht wenig passiert, außer die Expansion in ein paar Städte und die Aufstockung der Flotten mit einigen Elektroautos. Ein erweitertes Mobilitätsangebot sucht der Kunde vergebens.

Wenig neues für den Kunden

Aus Kundensicht ist das enttäuschend, da man teilweise immer noch lange strecken zu den Fahrzeugen zurücklegen muss. Ein ergänzender Bike- oder Scooter-Sharing Dienst als eine Art Zubringer für die Carsharing Fahrzeuge fehlt. Beides würde nicht nur das Kundenerlebnis verbessern, sonder als Nebeneffekt auch dafür sorgen, dass die Kundenzahl schneller wächst. An Partnerschaften mit existierenden Anbietern ist auch nicht zu denken. Als Meilenstein wird gefeiert, wenn die Marke von einer Millionen Kunden geknackt wird.

Zu ergänzen ist, dass mit ReachNow in den USA auch weitere Mobility Services, wie Premium-Ridesharing pilotiert werden. Dienste wie ChargeNow oder ParkNow schreibt sich der Konzern ebenfalls als Innovationen auf die Fahne. Ohne eigenes Auto kommt man damit bisher aber nicht in Berührung.

Partnerschaften, um Reichweite auf der Kundenseite zu erzielen, sind nicht offensichtlich. Nur eine Kooperation mit Rewe wird dauerhaft beworben.

Didi Chuxing: Bunter Strauß an Mobility Services

Didi hingegen prescht mit einem Tempo und einer durchdachten Strategie vor. Als Ridesharing Plattform gestartet, wird mittlerweile ein bunter Strauß an Mobilitätsdiensten in China angeboten. Bikesharing wurde zum Beispiel in die App mit eingebunden, damit die Nutzer mehr Transportmöglichkeiten haben und evtl. auch zu den virtuellen Haltestellen der Pooling Angebote schneller kommen. Insgesamt finden die Nutzer eine Mobility Plattform vor, die detaillierter auf sie ausgerichtet ist.

Fahrer und Kunden im Fokus

Es wird nicht nur in Richtung Endkunden gedacht, sondern auch die Didi Fahrer stehen im Fokus. Ein Marktplatz für Gebrauchtfahrzeuge wurde für die Fahrer integriert, damit sie schnell und günstig an ihr Arbeitsgerät kommen. Eine eigene Ladeinfrastruktur wird geschaffen, damit die jetzt schon 260.000 Fahrer mit Elektroauto die Fahrzeuge laden können. Ein Carsharing Angebot ist sowohl für Fahrer als auch für Nutzer mit Mobilitätsbedürfnis interessant. Abgerundet wird das Angebot durch die modernsten Mobile Payment Angebote und Integrationen in angesagte Messanger Apps, wie WeChat, um so viele Kunden wie möglich zu erreichen.

Durch internationale Investments in Startups wie Taxify oder 99 breitet sich Didi weltweit aus und klopft auch an die Märkte, die vom DriveNow und co. bespielt werden. Die Investments werden ihre Strategie ähnlich wie Didi ausrichten und aggressiver als zuvor in den Markt gehen.

Gravierender Unterschied

Der Unterschied zwischen den Ansätzen von Startups und Konzernen ist gravierend. Die deutschen Anbieter haben doch auch viel Potential. Mehr Mut, Denken in globalen Dimensionen, die Öffnung für Partnerschaften und die Diversifizierung der Angebote wären wünschenswert. Klar ist, dass es auch mal Rückschläge und Fehlentscheidungen geben wird. Mit einer guten Unternehmenskultur, die Fehler und daraus resultierenden Learnings zulässt, kann das Unternehmen davon aber nur profitieren.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Mobilität: Die beliebtesten Themen und Artikel im Jahr 2017

Das Jahr 2017 neigt sich zu Ende und das neue Jahr steht vor der Tür. Auf GetMobility.de wurden jede Menge spannende Artikel über die Mobilität von Morgen und die digitale Transformation im Mobility Bereich veröffentlicht. Hier ist eine Übersicht der beliebtesten Themen und Artikel aus den letzten zwölf Monaten:

Scooter Sharing ist angesagt

Mit der COUP App kannst du eScooter von COUP für Rides innerhalb Berlins ausleihen.
Mit der COUP App kannst du eScooter von COUP für Rides innerhalb Berlins ausleihen.

Am beliebtesten war der Artikel über die Vergrößerung der Coup-Flotte in Berlin. Der Scooter Sharing Dienst von Bosch hat seine Flotte auf etwa 1000 Gogoro Scooter erhöht und damit eine gute Ergänzung zu Carsharing, Taxi und ÖPNV geschaffen. Auch die Finanzierung von Coup Konkurrent Emmy hat viele Leser interessiert. Wir sind gespannt, wie sich das Scooter Sharing in 2018 entwicklen wird und welche Player zusätzlich in den Markt einsteigen werden.

Alternative zum Dienstwagen von Sixt und BCG

Sixt betreibt neben myDriver auch das Carsharing Angebot DriveNow.
Sixt bietet ein Mobility as a Service Angebot an, BCG ist erster Kunde.

Die Initiative von Sixt und BCG, die eine multimodales Angebot als Alternative zum Dienstwagen für Berater anbietet, hat das Interesse der Leser geweckt. Die Mobility as a Service (MaaS) Lösung ermöglicht den Beratern der Boston Consulting Group die einfache Nutzung von Sixt Mietwagen, DriveNow Car Sharing und MyDriver Fahrdienst. Der Dienst kommt vor allem bei den jungen Kollegen gut an. Andere Anbieter werden im kommenden Jahr mit vergleichbaren Angeboten folgen.

Startups und autonomes Fahren

Mydriver, mytaxi und Blacklane sind noch nicht fit für das Thema autonomes Fahren.
Die deutsche Ride4Hire Anbieter sind noch nicht für autonomes Fahren gerüstet.

Das autonome Autos die Mobilität von morgen dominieren werden, ist unbestritten. Wir haben uns angeschaut, wie sich die deutschen Mobility Startups wie Blacklane, myTaxi oder myDriver mit dem Thema auseinandersetzen. Das Ergebnis ist, dass die lokalen Anbieter beim Thema vollautomatisiertes Fahren abgehängt sind. Konkurrenten wie Uber oder Lyft und Technologiekonzerne wie Google sind viel weiter.
Der Themenbereich rund um autonomes Fahren erfreut sich auch auf GetMobility.de immer größerer Beliebtheit, wie unter anderem das Interesse für eine Übersicht aus dem Jahr 2015 zeigt.

Shuttle Dienste von ÖPNV und Startups

ViaVan und BVG bringen On-Demand Ridesharing nach Berlin.
ViaVan und BVG bringen On-Demand Ridesharing nach Berlin.

Ein weiteres Trendthema im Jahr 2017 waren sogenannte Smart-Shuttle Dienste. Von großem Interesse waren die Pläne der BVG, einen Shuttle Dienst mit bis zu 300 Fahrzeugen in Berlin aufzubauen. Mit einer Flotte dieser Größe lassen sich etwa die Hälfte der 8000 Taxen ersetzten. Die Entwicklungen bei der Volkswagen Tochter Moia und bei dem Berliner Startup door2door haben ebenfalls die Leser interessiert.

Bilder: paul bica (bestimmte Rechte vorbehalten), GetMobility.de,  Sixt (alle Rechte vorbehalten), Blacklane (alle Rechte vorbehalten), BVG (alle Rechte vorbehalten)

Facebook arbeitet mit dem Digital Hub Mobility in München zusammen

Nach Google, Apple und den chinesischen Technologiekonzernen, interessiert sich jetzt auch Facebook für den Mobility Bereich. Vorerst geht es dem Unternehmen darum, die eigenen Forschungs- und Entwicklungsergebnisse mit interessierten Unternehmen zu teilen. Außerdem will Facebook von den Automobilherstellern lernen. Die Entwicklung von eigenen Fahrzeugen oder Systemen für Fahrzeuge steht noch nicht auf der Agenda. Einige Hersteller und Zulieferer dürften Angst davor haben, falls Facebook in den Automobilbau einsteigt, in welcher Form auch immer.

Große Ankündigung auf der IAA in Frankfurt

Auf der IAA hat Facebook COO Sheryl Sandberg auf großer Bühne verkündet, dass Facebook im Automotive-Sektor verstärkt mitmischen möchte. In einem weiteren Schritt wird jetzt eine Partnerschaft mit dem Digital Hub Mobility in München geschlossen. Im Fokus soll dabei die Verbesserung der Mobilität im urbanen Raum stehen. Das Unternehmen will vor allem die Erfahrung in den Bereichen KI, Datenaustausch und Machine Learning nutzen und teilen, um Mobilitätsangebote zu verbessern.

Vernetzung von unterschiedlichen Playern

Der Digital Hub Mobility in München baut eine Plattform für Startups, etablierte Automobilhersteller, Behörden, öffentlichen Einrichtungen und Geldgebern. Gemeinsam sollen Lösungen für die Mobilität von morgen entwickelt werden, die Verkehrsprobleme in staubelasteten Städten lösen und gleichzeitig gut bei den Kunden ankommen. Im Fokus stehen dabei die vier ACSE Themen – autonomes Fahren, Connectivity, Shared Mobility und Elektrifizierung.

Digital Hub Mobility ideale Plattform für Facebook

Da Facebook auf Partnerschaften aus ist, ist es wenig verwunderlich, dass sich das Unternehmen dem Mobility Hub anschließt. Der Hub bietet die ideale Community für Facebook. Facebook wird auch für den Digital Hub Mobility gut sein, schließlich ist der Technologiekonzern führend bei einigen Technologie in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Datenkommunikation oder Machine Learning.

Facebook wird sich auch an der Digital Product School des Hubs beteiligen, ein Weiterbildungsprogramm für Unternehmen, für die Entwicklung von digitalen Produkten.

Bild: Sarah Marshall (bestimmte Reche vorbehalten)