Category Archives: selbstfahrende Autos

Autonomes Fahren: Patente von Amazon und Google

Kürzlich wurden Patenten veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass sich auch Amazon neben Google mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeuge und Plattformen für die Vermittlung von Ridesharing und Transport-Diensten beschäftigt. Von Google ist bekannt, dass sich das Unternehmen mit selbstfahrenden Autos und Ridesharing Diensten beschäftigt. Von Amazon gab es bisher wenig Anzeichen.

Die Patente von Google und Amazon wurden bereits im Jahr 2015 eingereicht. Das macht deutlich, dass sich die beiden Technologieunternehmen schon seit längerem mit dem Thema beschäftigen und Uber nicht tatenlose das Feld überlassen.

Google testete schon einen Ridesharing Service in San Francisco und treibt mit Waymo das Zukunftsthema autonomes Fahren voran. Bisher ist bekannt, dass Waymo Komponenten entwickelt, die von Automobilherstellern in den Serienfahrzeugen verbaut werden sollen. Das Unternehmen ist von dem Plan abgekommen, ein eigenes selbstfahrendes Auto zu bauen. Berichten zufolge plant Waymo in diesem Jahr den Test eines Fahrdienstes mit selbstfahrenden Chrysler Pacifica Minivans.

Das jetzt veröffentlichte Patent beschreibt, wie autonome Fahrzeuge mit Ride-Hailing Apps verknüpft werden und wie die Nutzer gefunden werden. Das Patent beschreibt eine Lösung für die Vermittlung eines Abholorts zwischen Auto und Nutzer unter erschwerten Bedingungen. Wie können sich Auto und Fahrgast treffen, wenn das Fahrzeug nicht unter sicheren und präzisen Umständen zum Fahrgast navigieren kann. Sollten Google und Waymo den geplanten Fahrservice weiter ausbauen, würden sie in den direkten Wettbewerb zu Uber und Lyft einsteigen.

Das Patent von Amazon beschreibt hingegen eine Möglichkeit, wie autonome Fahrzeuge mit Fahrspuren zurechtkommen, auf denen sich je nach Verkehrsaufkommen die Fahrtrichtung ändert. Ohne entsprechende Erkennung stellen die dynamischen Fahrrichtungswechsel eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer dar. Bleibt die Frage, wie weit sich Amazon mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen beschäftigt hat. Für Amazon wird es primär von Interesse sein, selbstfahrende Fahrzeuge für die Auslieferungen der Bestellungen einzusetzen. Amazon treibt jetzt schon seine Vision voran, immer größere Teile der Logistik für die Auslieferung der eigenen Bestellungen zu übernehmen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten die von Amazon entwickelten Technologien in selbstfahrenden Autos eingesetzt werden.

Auch in diesem Bereich würde Amazon mit Uber konkurrieren, das mit der Übernahme Otto selbstfahrende LKWs entwickelt und mit Uber Freight in die Digitalisierung der Frachtvermittlung eingestiegen ist.

Bild: Nic Redhead (bestimmte Rechte vorbehalten)

Tesla testet autonome Autos und Waymo fährt davon

Der Elektroautobauer Tesla, der in diesem Jahr den Start der Produktion für das Massenmodel Model 3 plant, hat damit angefangen, autonome Autos auf den Straßen im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien zu testen. Tesla kommt damit seinem Ziel näher, bis Ende 2017 eine autonome Fahrt von Los Angeles nach New York durchzuführen.

Daten über autonome Autos an Behörden

Die Daten über Tests durch autonome Autos müssen in Kalifornien aufgezeichnet und an die Behörden übermittelt werden. Deswegen kann transparent nachverfolgt werden, welcher Hersteller selbstfahrende Autos testet und in welchem Umfang. Tesla kam im Oktober und November auf insgesamt 890 Testkilometer. Dabei wurden 182 Zwischenfälle aufgezeichnet, bei denen der menschliche Fahrer eingreifen musste. Bei den Test muss immer ein Fahrer mit an Board sein, um bei technischen Problemen oder in gefährlichen Situationen das Steuer übernehmen zu können. Im Schnitt gab es also 0.2 Vorfälle pro gefahrenen Kilometer.

Tests in unterschiedlichen Verkehrssituationen

Die Rate von Vorfällen pro Kilometer hängt stark davon ab, in welcher Umgebung die autonomen Fahrzeuge getestet werden. Fahrten auf Autobahnen werden schon recht gut beherrscht und deshalb ist das Verhältnis bei diesen Fahrten geringer. Hingegen sind Testfahrten im Stadtgebiet komplexer und es wird noch länger dauern, bis diese Situationen von autonomen Autos beherrscht werden. Das spiegelt sich auch in der Zahl der manuellen Eingriffe wieder. Mercedes-Benz hat zum Beispiel 336 Eingriffe bei 1080 Testkilometern dokumentiert, sagt aber dass nur im Stadtgebiet und nicht auf Autobahnen getestet wurde. Ford kam hingegen auf eine Quote von 0.003 Eingriffen pro Kilometer. Wahrscheinlich aus dem Grund, dass nur auf Autobahnen getestet wurde.

Waymo von Google fährt allen davon

Die Google Tochter Waymo konnte die selbst entwickelte Technologie stark verbessern und kam im Vergangenen Jahr auf eine Quote von 0.13 Eingriffen pro Kilometer, im Jahr davor waren es noch 0.5 Eingriffe pro gefahrenen Kilometer, bei dem der Fahrer das Steuer übernommen hat. Waymo ist auch Spitzenreiter bei den gefahrenen Testkilometern, insgesamt wurden mehr als eine Millionen Testkilometer im vergangenen Jahr abgespult, alle anderen Hersteller zusammen kamen auf eine Strecke von ca. 35.000 Kilometern. Das ist ein gewaltiger Unterschied, der auch zeigt, wie viele Tests nötig sind, um die Fähigkeiten der autonomen Fahrzeuge zu verbessern.

Tests von autonomen Autos nicht nur in Kalifornien

In Kalifornien Testen bisher 11 Unternehmen autonome Fahrzeuge, darunter auch BMW, Mercedes Benz und Waymo. Die meisten Autohersteller und Technologiekonzerne testen ihre Technologien für die Autos der Zukunft auch in anderen Bundesstaaten, Ländern oder auf den eigenen Teststrecken. Deswegen stellt der Bericht aus Kalifornien kein vollständiges Bild über alle Tests der Hersteller dar. Teslas Vorteil ist, dass die meisten Serienfahrzeuge schon mit Sensoren und weitere Hardware für autonomes Fahren ausgestattet sind. Damit sammelt Tesla fleißig Daten aus realen Situationen, die in die Weiterentwicklung mit einfließen.

Bild: Tesla (alle Rechte vorbehalten)

Künstliche Intelligenz und autonomes Fahren: Ford investiert eine Milliarde in Argo AI

Ford wird im Wettlauf um die Entwicklung selbstfahrender Autos wieder aktiv und investiert einen honen Betrag in ein Startup. Am Freitag hat der Automobilkonzern Ford bekanntgegeben, dass eine Milliarden US$ in das Startup Argo AI investiert wird. Argo AI entwickelt Software für autonome Fahrzeuge. Das Unternehmen wurde von ehemaligen Uber und Google Mitarbeitern gegründet.

Ford will mit der Quasi-Übernahme eine Software Plattform entwickeln, die bei den autonomen Fahrzeuge des Konzerns zum Einsatz kommen soll. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte auch eine Lizenzierung der Software an andere OEMs möglich sein. Argo AI wurde nicht komplett übernommen, damit das Unternehmen noch Top-Talente mit Unternehmensanteilen locken kann.

Argo AI von Google und Uber Experten gegründet

Argo AI wurde von zwei führenden Ingenieuren der Branche gegründet. Bryan Salesky war zuvor für die Entwicklung der selbstfahrenden Autos bei der Google Tochter Waymo zuständig. Bekanntlich wurden unter seiner Führung bei Waymo außerordentliche Verbesserungen auf Hardware- und Softwareseite erreicht. Der zweite Gründer, Peter Rander, war zuvor bei Uber für die Entwicklung der Roboter-Autos zuständig. Nach der Übernahme von Otto und der darauffolgenden Umstrukturierung bei Uber hat Rander das Unternehmen verlassen.

Ford wird die Summe in den kommenden fünf Jahren nach und nach freigeben. Mit dem Investment wird der OEM aber größter Anteilseigner von Argo AI. Der Sitz des Unternehmens wird weiterhin in Pittsburgh bleiben. Dort pflegt das Unternehmen gute Beziehungen zur Carnegie Mellon University, die zu den führenden Institutionen bei der Entwicklung von Technologien für autonome Autos zählt. Außerdem muss die Startup-Unternehmenskultur beibehalten werden, um die Technologie mit Experten in einer agilen Umgebung zur Serienreife entwickeln zu können.

Serie von Investitionen im Bereich autonomes Fahren

Mit dem Investment wird eine außerordentliche Serie an Investitionen und Übernahmen im Bereich künstlicher Intelligenz und Technologien für autonome Fahrzeuge fortgesetzt. Im vergangenen Jahr hat General Motors das Startup Cruise für 1 Milliarde US$ übernommen. Ebenfalls im vergangenen Jahr hat die Ride-Hailing Plattform Uber das Startup Otto für 680 Mio. US$ gekauft.

Ford gibt Vollgas bei der Entwicklung von Roboter-Autos

Ford legt sich stark ins Zeug, um beim Wettlauf um das Auto der Zukunft nicht abgehängt zu werden. Zu diesem Zweck wurde der on-demand Shuttle Service Chariot aufgekauft. Außerdem wurde in Velodyne investiert, ein Unternehmen, das Laser-Radar-Sensoren (Lidar) entwickelt. Die Anzahl der Mitarbeiter im Silicon Valley soll bis Ende des Jahres verdoppelt werden. Bis zum Jahr 2021 will der Automobilkonzern die Technologien für autonome Fahrzeuge zur Serienreife entwickelt haben.

Bild: Ford (alle Rechte vorbehalten)

Der Alstom Konzern investiert in autonome Shuttle

Der französische Konzern Alstom beteiligt sich an dem Startup EasyMile, das autonome Shuttle entwickelt. Der Konzern aus dem Transportbereich investiert 14 Mio. Euro in das Unternehmen und gleichzeitig wurde eine Kooperation geschlossen, um eine gemeinsame Lösung für den öffentlichen Nahverkehr zu entwickeln, die in das bestehende Angebot mit integriert werden kann. Bekannt ist Alstom vor allem für seine Schienenfahrzeuge. Bei der Deutschen Bahn werden von Alstom produzierte Züge eingesetzt, zum Beispiel bei der S-Bahn in München.

EasyMile wurde im Jahr 2014 gegründet und entwickelt kleine elektrisch angetriebene Shuttle Fahrzeuge, die ohne Fahrer auskommen. Die EZ10 genannten Minibusse sollen für den Transport auf der letzten Meile eingesetzt werden und die Route je nach Nachfrage anpassen. Nutzer sollen zum Beispiel von einem Bahnhof direkt bis vor die Haustür gefahren werden. Bis zu 12 Personen finden in den Shuttles Platz. Seit 2015 wurden die autonomen Fahrzeuge in mehreren Städten bereits getestet, um realitätsnahe Erfahrungen zu sammeln. Die Erkenntnisse aus den Tests fließen direkt in die Weiterentwicklung bei EasyMile mit ein. Die Finanzierung soll für die weitere Entwicklung der Fahrzeuge und für den Aufbau des Unternehmens genutzt werden. Die weltweiten Kontakte von Alstom können für EasyMile ein großer Vorteil sein.

Alstom hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 die Digitalisierung weiter voranzutreiben und sich an Unternemen zu beteiligen, die das bestehende Geschäft in diese Richtung erweitern können. Durch das Investment erhält Alstom wertvolles Wissen über die Entwicklung von Technologien für autonomes Fahren. Außerdem wird der Markt für Smart Mobility Angebote wachsen, Alstom beteiligt sich mit dem Investment an dieser Entwicklung.

Mehrere Startups setzten auf autonome Shuttle als Ergänzung oder Ersatz für den öffentlichen Nahverkehr. In Berlin und Las Vegas finden bereits erste Tests statt. Langfristig gestehen werden auch Startups wie Via aus den USA oder Allygator Shuttle auf eine Plattform hinarbeiten, die selbstfahrende Shuttle an Fahrgäste vermitteln.

Bild: EasyMile (alle Rechte vorbehalten)

Nächste Coup: Ex-Google-Suchmaschinenchef Singhal geht zu Uber

Der Ridesharing Dienst hat bekanntgegeben, dass der Google Veteran Amit Singhal als weiterer Experte von einem Einstieg bei Uber überzeugt werden konnte. Amit Singhal hat entscheidend zum Erfolg von Google beigetragen und dort für das wichtigste Produkt, die Google Suche verantwortet. Er hat die Web Suche beschleunigt, was sich zum Wettbewerbsvorteil für Google entwickelt hat.

In den letzten Monaten hat Singhal eine Pause eingelegt, davor war er 15 Jahre bei Google tätige und dort die Suche verantwortet und weiterentwickelt. Bei Uber wird der erfahrene Manager als VP Engineering einsteigen, direkt and den CEO Travis Kalanick berichten und die Software und Infrastruktur des Ridesharing Dienstes verantworten. Hinzu kommt die Verantwortung für die Abteilung, die die Kartendienste für den Service und die autonomen Fahrzeuge entwickelt. Anthony Levandowski, der die Abteilung der autonomen Fahrzeuge leitet, bekommt mit Singhal einen weiteren Berater. Außerdem wird der frühere Google Manager für den Bereich zuständig sein, der Marketing, Preisgestaltung und Dispatching der Fahrzeuge verantwortet.

Der Google Veteran schließt sich dem Ride Hailing Dienst an, da ihn die Herausforderung motiviert. Die Herausforderung, ein IT System zu entwicklen, das wirtschaftlich sinnvoll Fahrer und Beifahrer unter komplexen Bedingungen verbindet, sieht er als anspruchsvollste Herausforderung an, die er in den letzten 30 Jahren gesehen hat. Schon die Verknüpfung von Millionen Fahrern und Beifahrern in Echtzeit während die optimale Route für den Fahre berechnet wird, ist eine komplexe Herausforderung. Die Komplexität steigt, wenn zusätzlich Echtzeit Verkehrsdaten, Pooling-Aspekte und die wirtschaftliche Attraktivität für alle Beteiligten in Betracht gezogen werden.

Mit der Verpflichtung von Singhal ist dem Fahrdienst ein weiterer Coup gelungen. Uber und Google befinden sich im Wettbewerb bei der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen. In der Vergangenheit konnte Uber schon weitere Experten von Google abwerben. Der Kartenexperte Brian McClendon ist zu dem Unternemen gewechselt, ebenso der bereits erwähnte Anthony Levandowski, der auch schon bei Google an autonomen Fahrzeugen gearbeitet hat.

Die Konkurrenz von Google und Uber hat sich in den letzten Jahre erst entwickelt. Über den Venture-Arm Google Ventures ist Google sogar an Uber beteiligt, das Unternehmen war der erste Fahrdienst, der bei Google Maps integriert wurde. Seit dem klar ist, dass Uber und Google autonome Fahrzeuge entwickeln, haben sich die Unternehmen auseinander bewegt. In Kalifornien testet Google sogar schon einen Fahrservice, der dem von Uber ähnlich ist und der Konzerntochter Waymo werden ebenfalls Ambitionen für einen Ridesharing Dienst nachgesagt.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

myTaxi, Blacklane und myDriver: Abgehängt beim Thema autonomes Fahren

Das Thema autonomes Fahren wird zur Zeit viel diskutiert und als nächster großer Trend angesehen, der die Automobilindustrie grundlegend verändern wird. Mit autonomen Fahrzeugen  lässt sich ein günstiger und flexibler Fahrservice realisieren, so dass vor allem in Städten auf individuellen Fahrzeugbesitz verzichtet werden kann.

In der Zukunft wird der private Autobesitz zurückgehen und die Menschen werden vermehrt auf Fahrdienste zurückgreifen, um von A nach B transportiert zu werden. Bis autonome Fahrzeuge serienreif sind, werden die Fahrdienste noch auf Autos mit Fahrer angewiesen sein. Vor allem in den USA beschäftigen sich die Fahrdienstplattformen mit der Entwicklung von Software und Hardware für autonome Autos. Hinzu kommen die eigenen Anstrengungen bei der Entwicklung von hochauflösenden Karten, die für den Einsatz von fahrerlosen Autos erforderlich sind.

Wie weit beschäftigen sich die deutschen Plattformen myTaxi, Blacklane und MyDriver mit dem Thema? Festzustellen ist, dass das Thema autonomes Fahren bei keinem der drei großen deutschen Plattformen auf der Agenda steht.

Die Fahrdienst-Plattform Blacklane geht davon aus, dass auch mit dem Einsatz von autonomen Fahrzeugen weiterhin ein Fahrer an Board sein wird, der sich dann um andere Dinge kümmert. Vorstellbar ist eine Art on-board Service, wie man es vom Flugzeug her kennt. Da der Trend zu günstigeren Fahrpreisen geht und ein Service auf kurzen Strecken nicht relevant sein wird, hört sich diese Version nicht glaubwürdig an. Zu den Investoren von Blacklane gehört der Automobilkonzern Daimler. Das sich Daimler bevorzugt mit Uber verbindet, kann auch als Indiz gewertet werden, dass Blacklane noch keine Strategie zu dem Thema hat.

Ähnlich wird es bei myTaxi sein, das ebenfalls finanziell von Daimler unterstützt wird. Sie dem  Jahr 2014 gehört myTaxi vollständig zu Daimler. Bisher hat sich myTaxi noch nicht zu dem Einsatz von autonomen Fahrzeugen geäußert. Da Daimler und myTaxi nicht die Taxifahrer verunsichern möchte, kann es natürlich sein, dass intern an dem Thema gearbeitet wird aber erst  zu einem späteren Zeitpunkt damit an die Öffentlichkeit gegangen wird.

Das Unternehmen myDriver dürfte sich bisher am wenigsten mit dem Thema beschäftigt haben. Anders als bei Blacklane und myTaxi steht hinter myDriver keine Automobilkonzern. myDriver gehört zu dem Mietwagenunternehmen Sixt, das enge Verbindungen zu BMW unterhält. Langfristig könnte es sein, dass myDriver mit dem Carsharing Angebot DriveNow von Sixt und BMW zusammenwächst und autonome Fahrzeuge von BMW zum Einsatz kommen werden.

Alle drei Anbieter scheinen sich nicht mit der Entwicklung von Hardware und Software für autonome Fahrzeuge zu befassen. Auch das Erfassen von hochauflösenden Kartendaten scheint im Moment nicht auf der Agenda zu stehen. Die Anbieter sollten bestrebt sei, das zu ändern, um nicht vollständig den Anschluss zu verlieren.

In den USA und Asien beschäftigen sich Ride-Hailing Plattformen mit dem Thema der fahrerlosen Autos. Diese Ride-Hailing Plattformen eignen sich hervorragend, um autonome Fahrzeuge einzusetzen. Grab testet in Singapur einen Service mit Roboter Taxis, Lyft entwickelt mit General Motors autonome Fahrzeuge, die auf der Ridesharing Plattform eingesetzt werden sollen. Am aktivsten ist das Unternehmen Uber, das sich gleich auf mehreren Fronten mit autonomen Fahrzeugen beschäftigt. Auf der einen Seite wurde das Unternehmen Otto übernommen, das fahrerlose LKWs entwickelt. Auf der anderen Seite werden bereits autonome Volvos in einigen Städten getestet. Die Technologie und Software für die umgerüsteten Volvos wurde von Uber selbst entwickelt. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der Daimler Konzern mit Uber eine Absichtserklärung für eine Kooperation unterzeichnet hat. Daimler möchte autonome Fahrzeuge auf der Uber Plattform betreiben.

Bild: Blacklane (alle Rechte vorbehalten)

Daimler baut selbstfahrende Autos für Uber Plattform

Daimler und Uber haben heute bekanntgegeben, dass eine gemeinsame Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei der Bereitstellung und Betrieb von selbstfahrenden Fahrzeugen unterschrieben wurde.

Selbstfahrende Autos der Marke Mercedes-Benz sollen in den kommenden Jahren auf der Uber Plattform global eingesetzt werden. Anders als bei der Kooperation von Uber und Volvo will Daimler den Betrieb der selbstfahrenden Autos selber übernehmen und Uber nur als Plattform für die Vermittlung nutzen. Daimler wird den Fahrpreis erhalten und eine Vermittlungsgebühr für jeden Fahrt an Uber bezahlen.

Von der Partnerschaft profitieren beide Unternehmen. Daimler sichert sich den Zutritt zur weltweit größten Plattform für Ridesharing-Dienste. Der Konzern ist nicht in der Lage, eine Plattform in ausreichender Geschwindigkeit und mit der enormen Reichweite von Uber aufzubauen. Uber setzt in Zukunft auf autonome Fahrzeuge, um eine sichere und günstige Transportmöglichkeit in den Städten anbieten zu können und gleichzeitig profitablen arbeiten zu können. Das Ride-Hailing Netzwerk hat aber nicht die Erfahrung, komplexe Produkte wir Autos in Serie zu produzieren. Dafür ist Uber auf die Partnerschaften mit Automobilherstellern angewiesen. Mit Daimler ist nun einer der führende Automobilkonzerne an Board.

Uber beschäftigt sich seit längerem mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen. Mit seiner Advanced Technology Group hat das Unternehmen eine Engineering-Gruppe für autonomes Fahren aufgebaut, die selbstfahrende Fahrzeuge auf US-Straßen testet. Zusätzlich wurde das Unternehmen Otto übernommen, das an selbstfahrenden Lkws arbeitet.

An mehreren Standorten arbeiten Teams an der Entwicklung von Technologien für autonome Fahrzeuge. Seit Ende letzen Jahres testet Uber bereits selbstfahrende SUVs in unterschiedlichen Städten. Die Basis für die Testfahrzeuge sind Volvo XC SUVs, die mit Technik von Uber ausgestattet wurden. Gleichzeitig investieren Uber und Volvo gemeinsam 300 Mio. US Dollar in die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen, die Summe ist etwa gleich zwischen den beiden Unternehmen aufgeteilt.

Bei Daimler ist die Kooperation ein Teil der CASE Unternehmensstrategie. CASE steht für Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung (Shared & Services) und elektrische Antriebe (Electric) steht – damit definiert Mercedes-Benz Cars die vier wichtigsten Trends der Mobilität der Zukunft. Die Vereinbarung mit Uber markiert einen weiteren Schritt in Richtung „shared“ und „autonomous“.

Erstaunlich, dass der Autokonzern dieses Thema so offen kommuniziert. Die Taxifahrer gehören zu einer wichtigen Kundengruppe für Daimler, ein Großteil der Taxen sind in Deutschland immer noch Mercedes-Benz Fahrzeuge. Durch die Unterstützung von myTaxi hat Daimler schon viel Zorn der Taxifahrer auf sich gezogen. Die neuste Ankündigung wird dazu beitragen, dass sich noch mehr Taxibetriebe von Daimler abwenden.

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)

Lieferroboter: Starship testet in den USA

Seit einigen Monaten testet das Startup Starship Technologies seine Lieferroboter bereits in Großbritannien. Jetzt folgt der nächste Schritt mit Partnerschaften in den USA. Starship hat mit den Lieferdiensten Postmates und DoorDash eine Kooperation geschlossen, um die Lieferroboter unter realen Bedingungen testen zu können. Die Lieferstartups wollen durch den Test lernen, wie weit sie in Zukunft Lieferroboter einsetzen können.

In den USA werden die kleinen Lieferroboter in Redwood City und in Washington, DC. eingesetzt. DoorDash wird in Redwood City erste Kunden mit den autonomen Fahrzeugen beliefern, Postmates in Washington. Das Testgebiet ist jeweils auf einen Radius von ca. sechs Kilometern beschränkt. Die Kunden der beiden amerikanischen Lieferdienste sehen in der App die Lieferoption mit Roboter und können diese entsprechend auswählen. Wenn der Roboter angekommen ist, wird die Ladeluke per übermittelten Zahlencode geöffnet, um danach die Ware entnehmen zu können. Die Lieferroboter nutzen meistens den Bürgersteig und sind dem entsprechend langsam unterwegs. Ziel ist es, die Lieferung innerhalb von 15 – 30 Minuten zuzustellen.

In Großbritannien testet Starship seit vergangenem Jahr die Roboter. Im Londoner Stadtteil Greenwich werden bereits Nutzer von JustEat testweise beliefert. In Deutschland will das Startup mit Hermes und der Metro testen, bisher scheint aber die Genehmigung durch die Stadtbehörden nicht erfolgt zu sein.

Die Starship Lieferroboter sollen zu einem späteren Zeitpunkt vollautonom fahren. Die Überwachung aus der Ferne soll nur bei Notfällen eingreifen. Im Moment ist die Technik aber noch nicht soweit. Vor allem die hoch detaillierten Kartendaten müssen erst noch erstellt werden. Die Roboter fahren nicht autonome, sondern werden mit einer Art Joystick aus der Ferne gesteuert. Eine weitere Person begleitet den Roboter, um die Meinungen und Reaktionen der Passanten aufzunehmen und um im Notfall eingreifen zu können. In Handarbeit werden die Lieferroboter bisher noch produziert, es wird noch einige Zeit dauern, bis die Produktion hochgefahren werden kann.

In der letzten Woche wurde bekannt, dass Daimler bei Starship eingestiegen ist. Als erstes gemeinsames Projekt wurde ein umgebauter Mercedes Sprinter präsentiert, der als Basisstation für die Roboter dienen soll. Die langjährigen Erfahrungen von Daimler in der Entwicklung und Produktion von komplexen technischen Produkten, werden dem Roboter Startup bei der erfolgreichen Skalierung helfen.

Bild: Starship Technologies (alle Rechte vorbehalten)

Waymo will Systeme für autonome Fahrzeuge verkaufen

Es ist noch nicht so lange her, dass Google seine Abteilung für selbstfahrende Autos unter dem Namen Waymo ausgegliedert hat. Langfristig gesehen dürfte such Waymo zu einem der wichtigsten Player in der Automobilindustrie der Zukunft entwickeln.
Auf der North American International Autoshow in Detroit hat Waymo Chef John Krafcik verkündet, dass das Unternehmen ein Set an Software, Sensoren und Computersystemen komplett intern entwickelt und produziert hat. Diese Set soll von Herstellern eingesetzt werden, um Autos mit autonomen Fahreigenschaften zu versehen. Die Google Tochter Waymo will langfristig den menschlichen Fahrer komplett ersetzen.

Wie schon berichtet, sind die Chrysler Pacifica Fahrzeuge die ersten Modelle, die mit dem Set von Waymo ausgestattet wurden. Alle Sensoren dieser Fahrzeuge wurden komplett von Waymo intern entwickelt und produziert. Die Fahrzeuge sind mit der Ausstattung in der Lage, voll autonome zu fahren.

Wichtiger Bestandteil des Kits für autonomes Fahren sind die LiDAR Sensoren, die die Fahrzeugumgebung fortlaufend scannen und überwachen. Die aktuelle Version des Kits beinhaltet drei unterschiedliche LiDAR Sensoren. Der Unterschied liegt in dem Überwachungsradius. Ein LiDAR Sensor überwacht die direkte Fahrzeugumgebung, des weiteren sind zwei Sensoren für die mittlere Umgebung und Ferne verbaut. Mit der Eigenentwicklung war auch eine erhebliche Kostenreduktion möglich. Die Kosten konnten laut eigenen Angaben um 90% im Vergleich zu den bisher verwendeten Sensoren gesenkt werden. Die Kosten dieser Sensoren lagen teilweise über 75.000 US$. Bisher wurden mehr als 3 Mio. Testkilometer mit den selbstfahrenden Prototypen abgespult, die dabei gesammelten Erfahrungen sind in die Entwicklung der Hard- und Software mit eingeflossen. Die Sensoren sind zum Beispiel besser für die Vibrationen und extremen Temperaturbedingungen ausgelegt.

Neben den LiDAR Sensoren wurden auch eigene Radar- und Kamerasensoren entwickelt, die in der Lage sind, Objekte auch bei schwierigen Lichtverhältnissen zu erkennen. Die hochauflösenden Kamerasensoren sollen in der Lage sein, kleiner Hindernisse in der Ferne zu identifizieren. Das Radarsystem ist für eine 360 Grad Überwachung ausgelegt und soll vor allem langsame Objekte, wie Fahrradfahrer und Fußgänger erkennen.

Um einem Auto autonome Eigenschaften zu verleihen, ist ein Zusammenspiel aller Sensoren notwendig. Die Daten der Sensoren müssen von einer entsprechenden Software und Rechenpower verarbeitet werden. Auch dafür hat Waymo seine eigenen Systeme entwickelt, die über genügend Rechenpower verfügen. Außerdem verfügen die Computersysteme über Machine Learning Mechanismen und Eigenschaften der künstlichen Intelligenz. Diese hochspezialisierten und leistungsfähigen Systeme können die Daten verarbeiten und ermöglichen somit die autonome Navigation der Fahrzeuge.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Übernahme: TomTom kauft Berliner Startup Autonomos

Das Unternehmen TomTom hat das Startup Autonomos aus Berlin übernommen. TomTom hat sich als Hersteller von Navigationsgeräten einen Namen gemacht und in letzter Zeit seinen Fokus auf die Bereitstellung von hochdetaillierten Kartendaten gesetzt. Autonomos ententwickelt unter anderem Software für Assistenzsysteme sowie Kamera-Sensoren für selbstfahrende Fahrzeuge. Das Startup hat meistens mit anderen Partner zusammengearbeitet

Autonomos wurde 2012 von einer Gruppe von Wissenschaftlern und Ingenieure der Freien Universität Berlin gegründet. Unter anderem wurden Fahrzeuge für den DARPA Grand Challenge Wettbewerb entwickelt. In Berlin wurden unterschiedliche Prototypen getestet. Unter anderem wurde ein Fahrzeug mit einem iPhone gesteuert, ein anderer Prototyp wurde mittels Augenbewegung gesteuert.

Bei TomTom wird das Autonomos Team Teile der Entwicklungsabteilung. Das Team wird an kartenbasierten Produkten für die selbstfahrenden Autos arbeiten. Unter anderem soll das detaillierte Kartenmaterial weiterentwickelt werden, sowie Verkehrserkennung und Navigation für autonome Fahrzeuge. Die Kompetenzen beider Unternehmen ergänzen sich gut, um schneller selbstfahrende Autos, bzw. die benötigten Technologien zur Serienreife zu entwickeln.

Autonomos scheint bisher eine niedrige Summe an Finanzierung aufgenommen zu haben. Die Akquisition durch TomTom ermöglicht dem Team mit einem größeren finanziellen Spielraum an den Komponenten für die Automobilindustrie zu arbeiten. Bisherige Produkte sollen verbessert werden und neue Komponenten für autonome Fahrzeuge zur Serienreife gebracht werden.

TomTom will sich mit dem Kauf das Portfolio an Produkten erweitern, das etablierten Automobilherstellern angeboten werden kann. Die Komponenten sollen in den zukünftigen Serienfahrzeugen der Hersteller zum Einsatz kommen. TomTom will keine eigenen Fahrzeuge produzieren und auch keinen Mobilitätsdienstleistungen anbieten. Automobilhersteller und Zulieferer sehen im Moment der Gefahr durch Markteinsteiger ausgesetzt. Mobilitätsdienstleister wie Uber, Technologieunternehmen wie Google und Apple und Startups wie nuTonomy arbeiten mit Hochdruck daran, eigene autonome Fahrzeuge oder entsprechende Komponenten zur Serienreife zu entwickeln. TomTom will durch die Akquisition von Automoms den Anschluss nicht verlieren.

Bild: Claudia Heinstein/Autonomos (alle Rechte vorbehalten)