Category Archives: selbstfahrende Autos

Uber wollte mit Tesla kooperieren – Tesla hat kein Interesse

Die beiden Unternehmen Uber und Tesla arbeiten an selbstfahrenden Autos, die zu großen Veränderungen in der Mobilitätslandschaft in den nächsten Jahren führen werden. Im letzten Jahr soll Uber CEO Travis Kalanick den Tesla CEO Elon Musk kontaktiert haben, um eine Kooperation für die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen vorzuschlagen.

Diskussion zwischen Uber und Tesla nach einstieg von Apple bei Didi 

Die Diskussion wurde nach dem Einstieg von Apple bei dem chinesischen Uber Konkurrenten Didi Chuxing gestartet. Kalanick wollte Musk davon überzeugen, dass sich beide Unternemen zusammen schließen sollen, um gegen Apple zu bestehen. Apple soll auch an Technologien für vollautomatisierte Fahrzeuge arbeiten, die später in Fahrzeugen für die Didi Chuxing Plattform zum Einsatz kommen könnten.

Kein Interesse an Kooperation mit Uber 

Letztendlich hatte der Elektroautobauer  kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit Uber. Musk soll Kalanick geraten haben, sich auf einen Bereich zu fokussieren. Das kann als Zeichen gewertet werden, dass sich Tesla langfristig als Konkurrent zu Uber sieht und einen eigenen Ride Hailing Dienst aufbauen möchte. In dem Masterplan 2.0, der letztes Jahr von Elon Musk präsentiert wurden, wird auch ein Carsharing bzw. Ridesharing Dienst mit autonomen Tesla Fahrzeugen geplant.

Autonome Fahrzeuge mit hoher Priorität bei Tesla und Uber

Tesla bietet seit längerem seine Fahrzeuge mit semi-autonomen Eigenschaften an und arbeitet intensiv an dem Thema. Dafür hat das Unternehmen auch schon viel Kritik einstecken müssen, da die Technologie noch nicht ganz ausgereift ist. Der Fahrzeugbauer räumt den Technologien rund um fahrerlose Autos eine hohe Priorität, da sie die in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden.

Uber betreibt in mehreren Städten eigene Forschungsgruppen, um Entwicklungen rund um autonomes Fahren nach vorne zu bringen. Außerdem arbeitet das Unternehmen mit Volvo und Daimler zusammen. Mit Volvo testest Uber die erste Version der autonomen Autos und Volvo investiert mehrere Millionen in das Entwicklungsprogramm von Uber. Daimler hat angekündigt, dass eine Kooperation mit Uber geschlossen

Bild: Tesla (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Fahrzeuge: PSA wird mit NuTonomy zusammenarbeiten

Der französische Automobilhersteller PSA, zu dem die Marken Citroen, Peugeot und demnächst auch Opel gehören, kooperiert mit dem Startup NuTonomy. Das MIT Startup NuTonomy entwickelt und testet Software und Hardware für autonome Fahrzeuge. In den kommenden Jahren sollen gemeinsam autonome Fahrzeuge entwickelt werden.

Umrüstung von Serienfahrzeugen

Als erster Schritt werden Peugeot 3008 Fahrzeuge umgerüstet und in Singapur getestet. Bis zum Ende des Sommers sollen die Fahrzeuge mit der Software und Technologie von NuTonomy ausgestattet werden. Ab September 2017 sollen dann die Tests in Singapur starten. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Tests auf andere Städte ausgeweitet werden. Wahrscheinlich sind weitere Tests in der französischen Hauptstadt Paris und in Boston. PSA ist ein französisches Unternehmen und NuTonomy ist in Boston angesiedelt.

Integration in Serienfahrzeuge als Ziel 

Peugeot sieht in der Kooperation einen wichtigen Schritt in Richtung autonome Fahrzeuge, mit denen neu Mobilitätsdienste geschaffen werden können. NuTonomy kommt seinem Ziel näher, ein sichere, effiziente und autonome on-demand Mobilitätslösung in Städten anbieten zu können. Letztendlich ist das Ziel, dass die Technologie von NuTonomy in die späteren Serienfahrzeuge von Peugeot integriert wird. Nur so können die Fahrzeuge in großen Stückzahlen auf die Straße gebracht werden, um in on-demand Netzwerken zum Einsatz zu kommen.

NuTonomy ist MIT Ausgründung

NuTonomy ist eine Ausgründung des MITs. Das Startup hat im letzten Jahr für Aufsehen gesorgt, da es noch vor Uber einen Taxiservice mit autonomen Fahrzeugen in Asien getestet hat, dieser wurde in Singapur zusammen mit der Fahrdienst-App Grab gestartet. Neben Singapur testet das Unternehmen auch selbstfahrende Fahrzeuge in Boston. Sollte die Kooperation mit der PSA Group erfolgreich sein, wäre eine Übernahme durchaus möglich.

PSA setzt auf Free2Move

PSA ist einer der führenden Automobilhersteller in Europa. Nach der Übernahme von Opel wird der Konzern zum zweitgrößten europäischen Automobilkonzern hinter Volkswagen aufsteigen. PSA wagt sich mittlerweile auch in den Bereich der Mobility Services vor. Vor kurzem wurde die Übernahme von Free2Move bekannt gegeben. Free2Move, ehemals Carjump ist ein App, die mehrere Carsharing, Scooter-Sharing und Bike-Sharing Angebote vereint. Unter dem Namen Free2Move sollen Mobilitätsdienstleistungen weiter ausgebaut werden.

Bild: PSA Group (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Autos: Lyft und Google Tochter Waymo arbeiten zusammen

Im Wettrennen um den Eisatz von autonomen Fahrzeugen, haben sich die beiden Technologieunternehmen Waymo und Lyft zusammengetan. Die Google Tochter entwickelt Systeme für autonome Fahrzeuge und Lyft verfügt dank seiner Ride Sharing Plattform über eine hohe Reichweite. Durch gemeinsame Entwicklungs- und Pilot-Projekte sollen autonome Fahrzeuge zur Serienreife entwickelt werden.

Partnerschaft zwischen Lyft und Waymo

Die Partnerschaft ergibt durchaus Sinn. Lyft hat es sich zum Ziel gesetzt, mit autonomen Fahrzeugen einen Ride Sharing Dienst anzubieten, der flächendeckend verfügbar ist und das zu einem günstigen Preis. Langfristig soll eine Konkurrenz zum ÖPNV entstehen. Bisher hat Lyft mit General Motors an dem Thema autonomes Fahren gearbeitet. General Motors ist Lyft beteiligt und möchte in den nächsten Jahren autonome Chevrolet Bolt auf der Ride Sharing Plattform einsetzten. Die Technologie von Waymo gilt als fortschrittlich, davon kann Lyft profitieren. Waymo benötigt eine Plattform mit hoher Reichweite, um die selbstfahrenden Autos möglichst vielen Menschen zur Verfügung zu stellen. Diese Reichweite würde Lyft bieten.

Gemeinsam nach vorne 

In den letzten Monaten sind immer mehr Partnerschaften im Bereich der selbstfahrenden Autos entstanden. Waymo setzt auf Fahrzeuge von Fiat Chrysler und rüstet diese um. Der Automobilhersteller Daimler hat angekündigt, autonome Fahrzeug auf der Ride Hailing Plattform von Uber betreiben zu wollen. NuTonomy arbeite mit Grab zusammen und seit kurzem auch mit dem PSA Konzern.

Experten sehen in Mobilitätsdiensten, die auf autonomem Fahrzeugen basieren, einen riesigen Markt, der die jetzige Landschaft der Automobilindustrie nachhaltig verändern wird. Alle Unternehmen wollen die Konkurrenten ausstechen und einen Teil vom zukünftigen Milliardenmarkt abhaben.

Lyft will keine eigenen autonomen Autos entwickeln

Im Gegensatz zu Uber hat Lyft hat keine Ambitionen, eigene autonomen Fahrzeuge zu entwickeln. Dieses Vorhaben würde auch hohe Investitionen erfordern. Mit General Motors und dem Google Spin-off Waymo hat das Unternehmen aber zwei starke Partner. General Motors hat sich mit 500 Mio. US$ an Lyft beteiligt und beschäftigt sich ausführlich mit selbstfahrenden Autos. Um die Bemühungen zu beschleunigen, wurde das Startup Cruise für etwa eine Milliarde US$ übernommen. Waymo testet seit mehreren Jahren autonome Autos.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Zenuity: Volvo und Autoliv kooperieren beim Thema autonomes Fahren

Ein weiterer Automobilhersteller schließt sich mit einem Zulieferer zusammen, um gemeinsam Technologien für autonome Autos zu entwickeln. Volvo und der schwedische Automobilzulieferer Autoliv schließen sich zusammen, um gemeinsam Komponenten zu entwickeln, die für selbstfahrende Autos benötigt werden. Das Joint Venture läuft unter dem Namen Zenuity.

Joint Venture Zenuity

Das neu gegründete Joint Venture Zenuity befasst sich vorwiegend mit der Entwicklung von Software, die für die Assistenzsysteme benötigt werden. Diese Fahrerassistenzsysteme und Fahrsysteme sollen über die nächsten Jahre so weiterentwickelt werden, dass der Fahrer komplett ersetzt werden kann.

Barmittel und geistiges Eigentum von Volvo

Autoliv bringt Barmittel im dreistelligen Millionenbereich in das Joint Venture mit ein, Volvo beschränkt sich auf geistiges Eigentum und Personal. Das Gemeinschaftsunternehmen Zenuity wird Standorte in München, Göteborg und Detroit unterhalten. Die Systeme sollen weltweit vertrieben werden und auch anderen Herstellern zugänglich gemacht werden. Autoliv fungiert als Zulieferer und Vertriebskanal aller Produkte des neuen Unternehmens an Dritte; es wird keinerlei Exklusivität gegenüber einem Kunden oder Eigentümer geben. Auch Volvo bezieht die Systeme direkt aus dem Joint Venture.

Hersteller und Zulieferer kooperieren 

Volvo ist dabei nicht der einzige Hersteller, der auf die Kooperation mit Zulieferern oder Startups setzt. Die PSA Group, zu der Marken wie Opel, Peugeot oder Citroen gehören, arbeitet mit NuTonomy zusammen. Der BMW Konzern setzt auf die Hilfe von Mobileye und Intel. Daimler will mit Bosch beim Thema autonomes Fahren zusammenarbeiten. Durch die Kooperationen versprechen sich die Hersteller eine Beschleunigung bei der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen.

Konkurrenz durch Startups und Technologiekonzerne

Konkurrenz bekommen die etablierten Automobilhersteller von Startups und Technologiekonzernen. Der Google Tochter Waymo werden zur Zeit die besten Chancen bei der erfolgreiche Platzierung als Zulieferer von Systemen für autonomes Fahren eingeräumt. Unternehmen wie Uber und Apple investieren ebenfalls erheblich in die Entwicklung von benötigten Systemen und können bereits erste Erfolge vorweisen.

Bild: Zenuity (alle Rechte vorbehalten)

Renault startet Accelerator mit Techstars in Paris

In Deutschland haben Konzerne wie Daimler, BMW oder die Deutsche Bahn bereits Accelerators gestartet, jetzt begibt sich auch der französische Autobauer Renault auf ähnliche Pfade. Zusammen mit der RCI Bank und Techstars wird in Paris ein Accelerator Programm gestartet.

Techstars expandiert Geschäftsmodell nach Europa

Techstars ist in den USA gestartet und hat mittlerweile sein Konzept nach Europa gebracht. In Deutschland bietet Techstars sein Förderprogramm in Berlin an und arbeitet mit der Metro zusammen. Renault und die RCI Bank Partnern mit dem Programm von Techstars in Paris. Ziel diese Kooperation ist die Unterstützung von innovativen Startups aus den Bereichen autonomes Fahren, Connected Cars und Mobilitätsdienstleistungen. Der Automobilhersteller will sich durch die Partnerschaft für Innovationen von außen öffnen.

Renault sucht Innovationen

Für Renault ist die Partnerschaft mit Techstars eine günstige und schnelle Möglichkeit, um potentielle Geschäftsmodelle der Zukunft zu identifizieren und zu evaluieren. Dabei ist Renault vor allem an Services rund um die bestehenden Produkte interessiert, um den Kunden ein noch besseres Erlebnis bieten zu können. Die Mobilitätsbranche befindet sich im Wandel und der Automobilhersteller muss langfristig sein Geschäftsmodell überarbeiten. Dabei befindet sich Renault im Wettbewerb mit den anderen Automobilkonzernen, Startups und Technologiekonzernen.

Die Unternehmer von morgen sollen durch das 13-wöchige Programm finanziell und mit Knowhow unterstützt werden. Außerdem will Renault mehr Wissen generieren, wie viel Potential in den Geschäftsideen rund um Mobility Services, vernetzte Fahrzeuge und autonome Autos steckt. Bisher war der Autobauer auf diesen Gebieten eher passiv unterwegs und hat einiges aufzuholen.

Daimler und Deutsche Bahn mit Accelerators in Deutschland

In Deutschland betreiben die Deutsche Bahn und Daimler jeweils einen Accelerator zusammen mit dem amerikanischen Anbieter Plug And Play. Die BMW Group verfolgt mit der Startup Garage ein ähnliche Strategie. Teilnehmende Startups erhalten normalerweise finanzielle Mittel und Coaching durch erfahrene Mentoren. Dafür geben sie häufig Unternehmensanteile an den Accelerator ab.

Bild: Goupe Renault (alle Rechte vorbehalten)

Studie: Robotaxen würden Stadtverkehr in München erheblich entlasten – zu günstigen Preisen

Eine weitere Studie hat den Einfluss von autonomen Taxen auf den Stadtverkehr untersucht. Die Unternehmensberatung Berylls Strategy Advisors kommt zusammen mit der TU München zu dem Schluss, das sich die Zahl der 200.000 privaten Pkw stark reduzieren lässt. Eine Anzahl von 18.000 Robotaxen wären notwendig, um dieselbe Personenzahl zu transportieren.

Kooperation mit TU München

Die Beratung hat zusammen mit dem Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der TU München und dem Münchner Referat für Stadtplanung und Bauordnung mehrere Szenarien entwickelt, wie eine urbane Mobilitätslösung, basierend auf autonomen Elektrofahrzeugen aussehen könnte. Es sollte die Frage beantwortet werden, wie kundenfreundlich und günstig ein Mobilitätsdienst in München sein kann, der auf autonomen Elektrofahrzeugen basiert und die gesamte individuelle innerstädtische Mobilität bedient.

Um eine solide Datenbasis für die Studie aufzubauen, wurde auf die langjährig aufgebauten Simulationen des Lehrstuhls zurückgegriffen. Außerdem flossen realitätsnahe Nachfragedaten aus dem vielschichtigen Verkehrsmodell der Stadt München in die Untersuchung mit ein. Die Daten der TU München beinhalten auch Simulationen über den Aufbau von Ladeinfrastruktur. Mit dieser Datenmenge wurden drei praxisrelevante Mobilitäts-Szenarien entwickelt. Zwei Szenerien berücksichtigen nur den reinen Stadtverkehr. Das dritte Szenario beinhaltet auch den Pendlerverkehr, der in München einen entscheidenden Einfluss hat.

18.000 Roboter Taxen für München

Das Pendler-Szenario zeigt, dass rund 18.000 autonome Fahrzeuge nötig sind, um die 200.000 privaten PKW zu ersetzen. Zusätzlich wären die Roboter-Taxen auch effizienten ausgelastet. Die Auslastung der geteilten selbstfahrenden Autos würde bei über 50% liegen. Im Vergleich dazu, die Auslastung der privaten Pkw liegt bei unter fünf Prozent. Durch eine intelligente Steuerung sollen die autonomen Taxen maximal 15 Minuten leer durch die Gegend fahren. Insgesamt ist eine Reichweite von 150 km ausreichend, um den innerstädtischen Fahrzeugverkehr mit elektrischen selbstfahrenden Autos abzudecken.

Kosten auf ÖPNV Niveau 

Die Experten von Berylls haben auch den Kostenaspekt untersucht und kommen zu einem fairen Ergebnis. Um reale Preise für die potenziellen Kunden ermitteln zu können, wurde eine Vielzahl von Kostenfaktoren einbezogen. So wurden neben Fahrzeug- und Batterieherstellung, Energiekosten, Wartung und Betreuung der Fahrzeuge auch Reinigungskosten für die Flotte und administrative Kosten in die Betrachtung mit einbezogen. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren, könnte dem Nutzer in Münchnen eine Mobilitätsflatrate von 99 Euro pro Monat angeboten werden. Pro Kilometer muss der Robotaxi-Nutzer etwa 16 Cent aufwenden, was auf dem aktuellen Niveau des ÖPNV liegt.

Auch Hamburg wurde untersucht

In der Vergangenheit hat das Unternehmen Flott den urbanen Verkehr in Hamburg untersucht. Auch dort war die Schlussfolgerung, dass die Zahl der privaten Fahrzeuge durch den Einsatz autonomer Autos stark reduziert werden kann. Für Städte ist der Einsatz von Sharing Diensten eine geeignete Alternative, um Platz- und Emissionsproblemen zu begegnen. Auch ohne autonome Fahrzeuge können mit Carpooling Netzwerken schon positive Effekte im Straßenverkehr erreicht werden. Dank der zur Verfügung stehenden und weite verbreiteten Kommunikationstechnologie lassen sich Fahrer und Beifahrer effizient vernetzten.

Bild: FHgitarre (bestimmte Rechte vorbehalten)

AutoX: Selbstfahrendes Auto mit 50 US$ Webcams

Ein interessantes Projekt wird von Jianxiong Xiao, einem ehemaligen Professor der Princeton University verfolgt. Sein Startup AutoX entwickelt ein selbstfahrendes Auto das auf Webcams setzt, die für 50 US$ in jedem Elektronikmarkt gekauft werden können. Damit setzt er auf einen anderen Weg, als die Technologieunternehmen Uber und Google, die auf teure und komplexe Sensoren setzen.

Inspiriert von eigener Kindheit

Das Ziel von AutoX ist es, dass fahrerloser Transport so günstig wird, dass dieser für allen zugänglich wird. Inspiriert wurde er von seiner eigenen Kindheit. Er wuchs in ärmlichen Bedingungen in China auf und obwohl das Meer nur ca. 35 Kilometer entfernt war, hat er es mit 18 Jahren zum ersten mal gesehen. Seine Vision ist, dass sich Kinder unabhängig von ihren Eltern fortbewegen können. Autonome Fortbewegung soll kein Luxus bleiben, sondern für alle zugänglich sein.

Webcams statt teure Sensoren

Um das zu ermöglichen, verzichtet AutoX bei der Entwicklung der autonomen Fahrzeuge auf teure Sensoren. Die von anderen Herstellern verbauten Sensoren, wie Lidar, hochauflösenden Kameras oder GPS Sensoren können mehrere Tausend bis sogar Hunderttausend Dollar kosten. Als Alternative setzt das Startup auf sechs Logitech Webcams, die ein 360-Grad Bild ermöglichen. Herzstück des Systems ist eine Software, die in der Lage ist, die Bilder der Kameras zu verarbeiten.

Video zeigt Fahreigenschaften

Dass die ersten Tests und Entwicklungsergebnisse erfolgversprechend sind, hat CEO Xiao auf einer Konferenz in San Francisco anhand von Videos gezeigt, die einen Prototypen des autonomen Fahrzeugs in unterschiedlichen und anspruchsvollen Situationen zeigen. So hat sich das Forschungsfahrzeug autonom bei Tageslicht durch den Stadtverkehr bewegt. In anderen Szenen ist da Auto bei leichten Regen auf einer kurvigen Straße unterwegs gewesen oder in einer bewölkten Nacht auf der Autobahn. Auch bei wechselnden Lichtbedingungen war das Fahrzeug in der Lage, alleine zu navigieren.

AutoX will mit Automobilkonzernen kooperieren

In Zukunft möchte AutoX mit Automobilherstellern und Fahrdienstplattformen zusammenarbeiten. Bei dem aktuell herrschenden Wettbewerb unter Autobauern und Technologie-Startups wird das Unternemen schnell potentielle Partner finden.

Bild: AutoX (alle Rechte vorbehalten)

Here stellt Mobility on-demand Toolkit vor

Der Kartendienst Here hat ein Toolkit vorgestellt, mit dem Entwickler von On-Demand-Diensten ortsbezogene Daten in ihre Apps schnell integrieren können und neue Features entwickeln und anbieten können. Für eine zufrieden stellende Erfüllung der Kundenerwartungen und gleichzeitig wirtschaftliche Lösung, ist ein leistungsfähiges und genaues System notwendig.

Lösung für Lieferdienst und Ride-Hailing Plattformen

Der Kartenanbieter  will mit seiner Lösung Anbieter aus unterschiedlichen Industrien ansprechen. Das Toolkit kann in die Apps von Lieferdiensten für Essen mit eingebaut werden. Für Kurierdienst und Ride-Hailing Plattformen soll das Angebot auch interessant sein. Über eine API erhalten die on-demand Unternehmen Zugriff auf die Kartendaten, APIs und SDKs. Insgesamt soll es mit dem Paket leichter sein, die Herausforderungen der on-demand Dienste zu lösen. Dabei gilt es, die Balance zwischen Auslastung, Zufriedenheit von Kurieren/Fahrern und Zufriedenheit der Kunden zu finden.

Schnellstart mit Here Toolkit

Laut Here können etablierter Unternehmen ihre Marktposition mit dem Toolkit ausbauen, Startups und Neueinsteiger können mit einer technisch ausgereiften Lösung schnell starten. Das on-demand Toolkit wird bereits von unterschiedlichen Unternehmen genutzt. Der größte Ride-Hailing Anbieter in Südostasien greift auf das Paket zurück, ebenso die türkische Ridesharing App Volt und die australische App Localift, die ebenfalls einen Mitfahrdienst anbietet.

Entweder können die Nutzer des Toolkits eine eigene Navigationslösung bauen, oder auf die Here Navigations-App verlinken. Letzteres ist schneller zu realisieren, wahrscheinlich aber auch weniger individualisiert. Der Kartendienst will Here als end-to-end Lösung vermarkten, die auch bei komplexen Herausforderungen funktioniert. Apps, die mit dem Toolkit entwickelt werden, bieten eine einheitliche Darstellung der Karten über verschiedene Gerätekategorien hinweg. Außerdem können Abhol- oder Abgabeorte präzise lokalisiert werden, hinzu kommt die Unterstützen standortbezogener Benachrichtigungen. Darüber hinaus ermöglicht das Toolkit eine verkehrsbezogene Navigation, Fußgängerführung und stets aktuelle Informationen zur geschätzten Ankunftszeit.

Von BMW und Daimler übernommen – Intel investiert

Here entwickelt auch hochgenaue Kartendaten, die für autonome Fahrzeuge benötigt werden. Gleichzeitig sind die Kartendaten Grundlage für die Navigationsgeräte von Daimler, BMW und anderen Automobilherstellern. Im Jahr 2015 wurde das Unternehmen von BMW, Daimler und Audi gekauft, Anfang diesen Jahres hat Intel 15% an Here übernommen.

Bild: Here (alle Rechte vorbehalten)

Bosch wird mit Nvidia System für autonome Autos vertreiben

Der Automobilzulieferer Bosch kooperiert mit Nvidia und wird das von dem Chip-Hersteller entwickelte System für autonomes Fahren an Automobilhersteller verkaufen. Neben Bosch wird das System auch über ZF vertrieben. Nvidia erschließt sich dadurch eine Markteintrittsstrategie, um sein Drive PX 2 System an Automobilhersteller verkaufen zu können. Das Drive PX 2 System umfasst sowohl Hardware als auch Softwarekomponenten.

Selbstlernender Nvidia Rechner

Kern des Systems ist ein Hochleistungscomputer, der mittels künstlicher Intelligenz selbstlernenden Eigenschaften vorweisen soll. Die entsprechenden Algorithmen lernen von selbst, wie das Fahrzeuge in unterschiedlichen Situationen reagieren muss. Eine vorherige Programmierung für die jeweiligen Verkehrssituationen ist nicht nötig. Die Vernetzung der Fahrzeuge wird dafür sorgen, dass die Autos mit entsprechender Hardware auch voneinander lernen.

Bosch und Nvidia bündeln Fähigkeiten

Die Hersteller bündeln dabei die jeweiligen Fähigkeiten, zusammen werden serienreife Systeme für autonomes Fahren entwickelt. Das Ziel ist ein massentaugliches Systems, das den Straßenverkehr sicherer macht und gleichzeitig ein flexibles und günstiges Transportsystem ermöglicht. Nvidia soll Rechnerhardware und Software beisteuern, Bosch konzentriert sich auf die Entwicklung der Sensoren. Vertrieben werden die Komplett-Systeme von Bosch. Der Bosch-Konzern ist einer der führenden Zulieferer für die Automobilindustrie und verfügt über beste Verbindungen in die Entwicklungsabteilungen der großen Automobilkonzerne. Dieses Netzwerk soll bei einem erfolgreichen Vertrieb helfen. In den nächsten 2-3 Jahren soll das System auf den Markt kommen.

Bosch will auch noch eine Mobilitätsplattform mit weiteren smarten Diensten rund um das Auto anbieten. Dadurch soll das Leben der Autobesitzer einfacher werden, in dem das Auto den Kalender kennt.

Automobilhersteller kooperieren mit Zulieferern und Startups

Automobilhersteller sind bisher nicht in der Lage, eigene System für autonome Autos zu entwickeln, deswegen ist die Bereitschaft für eine Zusammenarbeit mit einem erfahrenen und zuverlässigen Zulieferer hoch. BMW arbeitet mit Mobileye und Intel zusammen, der GM Konzern hat das Unternehmen Cruise Automation übernommen. Intel hat vor ein paar Wochen angekündigt, dass es Mobileye für 15 Milliarden Dollar übernehme wird.

Bild: Bosch (alle Rechte vorbehalten)

Interview mit Dirk Evenson: Der Mobilitätssektor steht an einem dramatischen Wendepunkt

Im folgenden Interview gibt Dirk Evenson Einblicke über die bevorstehenden Veränderungen im Mobilitätssektor. Dirk Evenson ist Direktor der Mobility World – dem Event auf der IAA PKW in Frankfurt, welches sich mit der Mobilität von morgen beschäftigt. Autonomes Fahren, vernetzte Fahrzeuge, E-Mobilität, urbane Mobilität und Mobilitätsservices werden hier gedacht, gelebt und veranschaulicht.

Dirk bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung im Automobilbereich und Mobilitätssektor mit sich. Bevor er die New Mobility World als Direktor führte, bildete er viele Jahre lang die strategische Spitze des Kommunikationsteams innerhalb des VDA, war Partner und Geschäftsführer bei Scholz & Friends und beriet Kunden wie Daimler und (ehemals VW) gedas.

“Der Mobilitätssektor steht an einem dramatischen Wendepunkt –  und erwartet eine leuchtende Zukunft noch nie dagewesener Effizienz, Inklusivität, Sicherheit und Nachhaltigkeit.“

Im Laufe der Jahre erlebte Dirk die komplette Transformation der Industrie von Anfang bis heute und erlebte hautnah, wie Digitalisierung, Technologie und politische Entscheidungen auf eben jene Unternehmen und Visionäre einwirken, die die Zukunft der Mobilität maßgeblich beeinflussen und formen.

Fortbewegung in 20 Jahren – Wie sehen deine Zukunftsszenarien aus?

In Megacities werden die Grenzen zwischen motorisiertem Individualverkehr und öffentlichem Personennahverkehr zunehmend aufgehoben sein: mit einem integrierten, hocheffizienten und verlässlichen System kommen wir schneller und bequemer ans Ziel.

Gleichzeitig gewinnen wir Lebensraum zurück: weniger stehender Verkehr, weniger Lärm, kaum Emissionen und, last but not least: Verkehrstote gehören dann bald der Vergangenheit an. Wir gehen mehr zu Fuß und fahren mehr Fahrrad.

Spoiler alert: Auch 2037 werden wir uns noch nicht von A nach B beamen.

Welches Ziel verfolgt ihr mit der New Mobility World?

Die Mobilität von morgen entsteht nicht auf der grünen Wiese oder durch Erfindergeist allein: bestehende Infrastruktur (gebaut, rechtlich, digital) bedeutet asset und lock-in gleichermaßen. Wir brauchen die Vision und den Mut, Mobilität radikal neu zu denken. Wir brauchen aber auch die Weitsicht, neue Lösungen abwärtskompatibel zu denken. Sonst schaffen wir nur Insellösungen: hübsch, aber am Ziel vorbei.

Die New Mobility World ist der Ort, an dem beides zusammenkommt: einerseits die Macht der Idee, der Wille und die Ungeduld, welche dem Status quo den Kampf ansagen, andererseits die Kraft, die Erfahrung, der Markt, die Entscheider und Wegbereiter, die das Heute zum Asset und nicht zum Verhinderer von Morgen werden lassen. Die New Mobility World ist der Ort für das Ökosystem der Mobilität von morgen.

Wenn du 3 Wünsche frei hättest…

1. Ausbau und Schutz der Infrastruktur: nichts schafft mehr Wohlstand, nichts ist besser in öffentlichen Händen aufgehoben. Der digitale Reichtum fußt auf dem Gemeingut Internet.

2. Digitale Bildung für alle: Daten sind nicht nur Rohöl der Wirtschaft, sondern zunehmend auch Grundlage unseres Zusammenlebens, unserer Gesellschaft und Entscheidungsprozesse.

3. Zukunft statt Besitzstandswahrung: sichert nicht den Status quo, sondern ermöglicht den Fortschritt. Nur mit Fortschritt wird das Morgen besser als das Heute sein. Keiner will die Welt in Aspik. 

Welche ist –  in deinen Augen – die „bahnbrechendste“ Entwicklung im Bereich Mobilität?

Für einen Veteran der neuen Mobilität halte ich noch heute die Fahne hoch: Free Floating Carsharing ist schon acht Jahre alt, aber es hat aus einer Nische eine valide Alternative zum eigenen Fahrzeug und gleichzeitig eine sehr willkommene Ergänzung zum ÖPNV geschaffen.

Die New Mobility World positioniert sich klar „beyond automotive“ – Wie wichtig ist dir der interdisziplinäre Austausch?

“Beyond automotive” heißt: über das Auto hinaus, als Gleiche unter Gleichen. Nur so schaffen wir eine Plattform für das neue Ökosystem der Mobilität. Wenn wir Mobilität von morgen innerhalb der Koordinaten von heute denken, haben wir schon verloren. Unser background in der Automobilindustrie – welche selbst “beyond automotive” geht – gibt uns dabei Stärke, da wir einen wichtigen Player gleich an Bord haben.

Welches Unternehmen nimmt in deinen Augen die klare Vorreiterrolle im Bereich Future Mobility ein?

Den einen klaren Vorreiter sehe ich nicht. Das liegt auch in der Natur der Sache: die Mobilität von morgen braucht ein Ökosystem, bei dem öffentliche Hand und unternehmerische Initiative gemeinsam gedacht werden. In diesem Punkt unterscheidet sich die digitale Transformation der Mobilitätsbranche von der im Einzelhandel oder der Musikindustrie: letztere sind weitgehend privatwirtschaftliche Veranstaltungen.

Bild: New Mobility World / Marcus Höhn (alle Rechte vorbehalten)