Archiv der Kategorie: selbstfahrende Autos

Transportunternehmen: Der nächste Milliardenmarkt für Uber

Der Fahrservice Uber will seine Aktivitäten auf einen weiteren Milliardenmarkt ausweiten. Mit der Übernahme von Otto (nicht zu verwechseln mit dem deutschen Handelskonzern) will Uber in den Markt der Transportunternehmen auf der Langstrecke einteigen. Die eigene Testflotte wird von sechs auf 15 Fahrzeuge erhöht. Außerdem sollen unabhängige LKW-Fahrer kontaktiert werden, um sie von dem Angebot zu überzeugen. Im kommenden Jahr sollen die erste LKW kommerziell Güter zwischen Warenlagern und Geschäften transportieren. Auf der einen Seite will sich das Unternehmen als Transporteur etablieren, auf der anderen Seite soll die Technologie auch für Mitbewerber angeboten werden.

Uber hat damit begonnen, die unterschiedlichen Partner in der Supply Chain zu kontaktieren. Warenversender, unabhängige Fahrer und Betreiber von LKW-Flotten wurden kontaktiert. Anscheinend will das amerikanische Unternehmen mit Otto auch mehr erreichen, als LKWs mit Technologien für autonome Fahreigenschaften auszustatten. Uber will auch mit Vermittlern konkurrieren, die die Nachfrage der Warenversendern mit dem Angebot der Transportunternehmen verbindet. Das Matchen von Transportanfragen und Transporteuren ist im Moment noch nicht effizient gestaltet und darin sehen Uber und Otto eine Chance. Im Moment benötigt ein Vermittler etwa fünf Stunden, um einen LKW für einen Transportauftrag zu finden. Uber will diesen Prozess durch Digitalisierung beschleunigen. Für Uber ist der Gütertransport auf der Langstrecke eine Ergänzung zu den bestehenden Transportdienstleistugen UberRUSH und UberEATS.

Unklar ist, ab wann die LKWs wirklich voll autonom fahren werden. Am Anfang wird in jedem LKW noch ein Fahrer und ein Begleit-Ingenieur sitzen. Für einige Experten sind selbstfahrende LKWs noch mehr als 20 Jahre entfernt. Auf Grund der aktuellen Entwicklungen bei den Personenfahrzeugen könnte man auch von einer schnelleren Entwicklung bei den Transportunternehmen ausgehen. Im Personenbeförderungsbereich wird mit den ersten voll-autonomen Fahrzeugen 2021 gerechnet. Bis die selbstfahrenden LKWs serienreif sind, will Uber schon mal einen Fuß in die Tür bekommen. Die Themen Navigation, Tracking der LKWs und die Erstellung von Kartendaten sind für Uber auch von Interesse. Die Flottenbetreiber können dadurch Kosten und Zeit einsparen.

Otto hat eine kurze Unternehmensgeschichte hinter sich, bevor es von Uber gekauft wurde. Erst im Januar diesen Jahres wurde as Startup gegründet, schon im August erfolgte die Übernahme durch Uber für 680 Mio. US$ (ca. 600 Mio. Euro). Otto arbeitet an der Entwicklung eines Erweiterungs-Kits, das LKWs siebtfahrende Eigenschaften verleihen kann. Uber will die von Otto entwickelten Technologien voraussichtlich auch in die Entwicklung der selbstfahrenden Autos mit einfließen lassen.

Bild: Otto (alle Rechte vorbehalten)

BMW, Toyota und die Allianz investieren in Nauto, ein Startup für autonomes Fahren

Das Startup Nauto, das Technologien für die Überwachung von Fahrzeugen und später auch für selbstfahrende Autos entwickelt, hat eine Finanzierung von namenhaften Konzernen eingesammelt. Die Unternehmen BMW, Toyota und Allianz Group haben eine Summe in unbekannter Höhe in das Startup investiert. Das Startup wird außerdem eng mit den Investoren zusammen arbeiten und die erhobenen Daten teilen.

Es ist nicht bekannt, welche Summe die Konzerne in der erweiterten Finanzierungsrunde in das Startup investiert haben. BMW ist mit BMW iVentures eigestiegen, Toyota ist über das Toyota Research Institute beteiligt und Allianz über Allianz Ventures. Entscheidender dürfte für Nauto die Zusammenarbeit mit den Konzernen sein. Zuvor hat Nauto eine Finanzierung in Höhe von 12 Mio. US$ eingesammelt. Das Unternehmen wurde im Jahr 2015 von CEO Stefan Heck und CTO Frederick Soo gegründet. Nauto entwickelt ein System bestehend aus Kameras, Bewegungssensoren und GPS Systemen das mit einer komplexen Software inklusive künstlicher Intelligenz ausgestattet ist. So wird überwacht, was sich außerhalb und innerhalb des Fahrzeugs abspielt.

Bis der Fahrer ganz ersetzt werden kann, wird dieser über gefährliche Situationen alarmiert und dabei unterstützt, Unfälle zu vermeiden. Das System verfügt über mehrere Kameras, die automatisch aufnehmen, wenn sich ein Unfall oder eine gefährliche Situation anbahnt. Im Falle eines Unfalls können die Aufnahmen genutzt werden, um die Schuldfrage zu klären. In einigen Ländern müssen dafür aber erst die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Der Fahrer kann das Nauto System auch absichtlich aktivieren, um Situationen im Fahrzeug aufzuzeichnen. Das ist vor allem für Taxifahrer und Fahrer von Mitfahrplattformen interessant, die öfters unbequeme Fahrgäste im Fahrzeug haben dürften. Im Falle eines Alarms wird ein Flotten- oder Fahrermanager alarmiert, der über einen Live-Stream das Geschehen mitverfolgen kann.

Am Anfang sind professionelle Fahrer die Zielgruppe von Nauto. Die Daten sollen genutzt werden, um für mehr Sicherheit zu sorgen und um Schäden schneller aufzuklären. Das System soll mit der Zeit weiterentwickelt werden und selbst dazu lernen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Vorteile und die vom Nauto-System gesammelten Daten in die Entwicklung von selbstfahrenden Autos einfließen und diese beschleunigen. Das Toyota Research Institute geht davon aus, dass erst Daten von mehreren Milliarden Fahrtkilometern gesammelt werden müssen, bevor die kritischen Punkte im Bezug auf die Sicherheit von selbstfahrenden Fahrzeugen vollkommen verstanden sind.

Nauto verfügt schon über einige Kunde aus den Bereichen Transportwesen, Logistik, und Personenbeförderung. Auch Uber und Lyft Fahrer interessieren sich für das System, bisher gibt es aber noch keine Partnerschaft zwischen dem Startup und einer der führenden Fahrdienst-Plattformen.

Mercedes-Benz will Tesla in 10 Jahren schlagen

Mercedes-Benz sieht im Moment Tesla als Markführer im Bereich von premium Elektrofahrzeugen. Das soll sich innerhalb der kommenden zehn Jahre ändern. Mercedes Benz will bis dahin Tesla als führenden Anbieter ablösen.

Neue Marke von Mercedes-Benz

In der vergangenen Woche hat Mercedes seine neue Marke für Elektroautos und passenden Angebote mit dem Namen EQ vorgestellt. In dem Rahmen wurde auch die Studie Generation EQ vorgestellt, die in den nächsten Jahren zur Serienreife entwickelt werden soll. Bei dem Konzeptfahrzeug Generation EQ handelt sich sich um einen SUV der über eine Reichweite von 500 Kilometern verfügen soll. Das Auto soll als Konkurrenzmodell zum Tesla Model X platziert werden und im Jahr 2019 auf den Markt kommen. Tesla hat seinen elektrischen SUV mit vergleichbarer Reichweite seit dem vergangenen Jahr im Angebpt.

Marktführerschaft im Premiumsegment

In einem Interview für Bloomberg hat Daimler Chef Zetsche eingeräumt, dass Tesla Marktführer und wichtigster Konkurrent im Markt der Elektrofahrzeuge in der gehobenen Klasse ist. In den nächsten zehn Jahren will Mercedes diese Position übernehmen. Vor fünf Jahren hat sich Mercedes-Benz das Ziel gesetzt, bis 2020 führender Anbieter im Premiumsegment zu sein. Diese Position wird wahrscheinlich schon drei Jahre eher erreicht und damit wir Mercedes den Rivalen BMW von der Spitze verdrängen. Diese frühe Zielerreichung ermöglicht es dem Konzern, ein neues ambitioniertes Ziel zu setzten, das in den kommenden zehn Jahren erreicht werden soll. Zetsche sieht sich in zehn Jahren weiterhin vor etablierten Automobilkonzernen im Premiumbereich und auch vor den Neueinsteigern, wie Tesla.

Konkurrenz durch Startups und Autokonzerne

Neben Tesla wird  Mercedes-Benz auch etablierte Konzerne als Wettbewerber auf dem Weg zum führenden Anbieter für Elektrofahrzeuge haben. Die Hersteller Audi, Porsche, BMW, Volvo und weitere planen in Elektromobilität weiter zu investieren und bis zum Jahr 2020 Elektrofahrzeuge mit hoher Reichweite auf den Markt zu bringen. Im Jahr 2025 sollen 15% bis 25% aller Mercedes Neuwagen mit Elektroantrieb ausgestattet sein.

Volkswagen mit neuer Marke für Mobilitätsdienste

Auf einer Veranstaltung im Rahmen des Pariser Autosalons hat Volkswagen Vorstandschef Michael Müller angekündigt, dass eine neue Konzern-Marke gegründet wurde, unter deren Dach die Mobilitätsdienste angesiedelt werden sollen. Das neue Geschäftsfeld der Mobilitätsdienste soll die 13. Marke des Autokonzerns aus Wolfsburg werden. Der endgültige Name soll erste im November präsentiert werden, bis zum Jahr 2025 soll die Marktführerschaft angestrebt werden.

Der Konzern möchte mit dem Vorstoß vom Skandal um die Dieselmotoren ablenken und außerdem signalisieren, dass auf die Bedrohungen reagiert wird, die von Neueinsteigern im Mobilitätsbereich ausgehen. Startups und Technologieunternehmen wie Uber, Lyft oder Tesla sorgen dafür, dass der individuelle Fahrzeugbesitz weniger wichtig wird. Dieser Trend ist eine Bedrohung für die etablierten Konzerne.

Das Angebot der neuen Marke soll Carsharing, Fahrdienste und später auch autonome Shuttle-Dienste umfassen. Bis 2025 soll das Angebot der neuen Marke Marktführer bei innerstädtischen Mobilitäsdienstleistern sein, weltweit soll eine Spitzenposition erreicht werden. Bisher war der Konzern wenig aktiv, wenn es um innovative Mobilitätsservices ging. Ein eigenes Carsharing-Programm wurde wieder eingestampft und mit dem Angebot von GreenWheels verschmolzen.

Im Mai diesen Jahres war Volkswagen mit einer Summe von 300 Mio. US$ bei der Fahrdienst-Plattform Gett eingestiegen. Volkswagen hat sich den Einstieg einiges kosten lassen, um den Trend der Fahrdienste nicht komplett zu verpassen. Gett betreibt in mehreren Städten einen Fahrdienst, der per App bestellt werden kann. In London werden herkömmliche Taxis vermittelt, in anderen Städten auch Chauffeure und Privatfahrer. In Moskau können die Gett-Fahrer demnächst bestimmte VW und Skoda Fahrzeuge zu Sonderkonditionen erhalten.

Teil der neuen Strategie soll auch der Fokus auf die Entwicklung von Elektroautos sein. Bis zum Jahr 2015 sollen 30 neue Fahrzeugmodelle mit Elektroantrieb auf den Markt kommen. Mit diesem ambitionierten Ziel ist VW nicht alleine. Auch der Daimler-Konzern hat sein CASE-Strategie für Mercedes-Benz bekanntgegeben. CASE soll die Themen Vernetzung, autonomes Fahren, Sharing (Ridesharing und Carsharing) und Elektrifizierung vorantreiben.

Müller bekräftigte nun das Ziel des Konzerns, bis 2025 mehr als 30 neue Elektromodelle auf die Straße zu bringen. Einen Vorgeschmack auf die Elektro-Offensive liefert die Hauptmarke VW, die auf dem Autosalon ein Konzeptfahrzeug mit einer Reichweite von bis zu 600 Kilometern präsentiert.

Die Autobauer übertrumpfen sich in Paris mit neuen batteriebetriebenen Modellen und Studien. Die Messe in der französischen Hauptstadt soll den zweiten Anlauf in eine umweltschonendere Mobilität einläuten.

Bild: Volkswagen (alle Rechte vorbehalten)

CASE: Mercedes-Benz passt seine Unternehmensstrategie an

Auf dem Automobilsalon in Paris hat Mercedes-Chef Dieter Zetsche mehr Details zur neuen Unternehmensstrategie CASE vorgestellt. Der Konzern will sich neu ausrichten, um auf die Herausforderungen aus neuen Mobilitätsbereichen zu reagieren. Dazu zählen unter anderem Fahrdienste, weitere Mobilitätsdienstleistugen und Elektromobilität. CASE steht für die vier Bereiche Connected, Autonomous, Shared & Service und Electric Drive.

Alle vier Säulen stehen für die Zukunft von Mercedes-Benz und werden die strategische Ausrichtung prägen. Die Säulen werden konsequent vorangetrieben, außerdem sollen sie intelligent verbunden werden. Mercedes-Benz versucht damit auf die Bedrohungen zu reagieren, die die bisherigen Automobilkonzernen auf den Kopf stellen könnten. Startups und Technologieunternehmen, wie Uber oder Tesla treiben die Bereiche seit Unternehmensgründung voran und haben diese tief in der Unternehmensphilosophie verankert. Mercedes-Benz versucht mit der CASE Strategie aufzuholen.

C für Connectivity

Die Marke Mercedes me wird eine zentrale Rolle im Bereich Vernetzung (connectivity) spielen. Die Kunden haben per App, Website oder direkt im Auto Zugriff auf ein umfassendes und personalisiertes Dienstleistungsangebot. So kann direkt ein Termin bei einem Servicepartner vereinbart werden. In Zukunft soll auch die Suche nach einem Parkplatz dank „Community-based Parking“ vereinfacht werden, das zusammen mit Bosch vorangetrieben wird. Über Sensoren erkennen die Mercedes-Benz Fahrzeuge freie Parkplätze und übermitteln die Daten an andere Fahrzeuge in der Umgebung. So wird die Suche nach einem Parkplatz deutlich komfortabler.

A für Autonomes Fahren

Mercedes-Benz treibt seine Entwicklungen weiter voran, um in naher Zukunft ein selbstfahrendes Auto im Angebot zu haben. Bereits heute sind in manchen Modellen Technologien verbaut, die teil-autonome Fahrfunktionen ermöglichen. Heute wird dadurch der Fahrer unterstützt, spätestens 2021 soll der Fahrer danke Weiterentwicklungen komplett ersetzt werden können. Ermöglicht wird das durch die Verknüpfung und Auswertung von Daten unterschiedlicher Sensoren, wie Kameras, Ultraschall oder Radar. Hinzu kommt ein extrem genaues Kartenmaterial.

S für Sharing & Service

In dem Bereich siedelt Mercedes seine Tätigkeiten in den Bereichen Sharing und Mobilitätsdienstleistungen an. Der Konzern betreibt bereits mit car2go ein eigenes Carsharing-Programm. Außerdem gehören die Taxi- und Fahrdienst Anbieter mytaxi, Hailo und Blacklane zum Portfolio. Mercedes will diesen Bereich weitere vorantreiben da in den nächsten Jahren die Nachfrage nach individuellem Fahrzeugbesitz vor allem in Städten weiter rückläufig sein wird. Bisher hat sich Daimler noch nicht dazu geäußert, wie es die Themen rund um autonomes Fahren mit den Fahrdienst-Plattformen verknüpfen wird. Da die Taxi-Fahrer im Moment noch zu einer nicht zu unterschätzenden Kundengruppe von Daimler zählen, wird sich der Konzern erwartungsgemäß mit konkreten Äußerungen zurückhalten.

E für Elektrifizierung

In Paris hat der Konzern die erste Studie der neuen Marke EQ vorgestellt. Unter dem Dach der neuen Marke soll ein umfassendes Angebot rund um Elektromobilität entwickelt werden. Neben Fahrzeugen sollen intelligente Lösungen für Energiespeicher und innovative Ladetechnologien sowie nachhaltige Recycling-Lösungen angeboten werden. Bis zum Jahr 2025 sollen mehr als zehn reine Elektrofahrzeuge im Angebot zu einen sein. Bei der Studie “Generation GQ” handelt es sich um einen elektrisch angetriebenen SUV, der über eine Reichweite von 500 km verfügen soll.

Bleibt abzuwarten, wie schnell der Konzern seine Strategie umsetzt. Mercedes-Benz ist damit nicht allein. Auch der Volkswagen Chef Müller hat angekündigt, dass eine weitere Marke gegründet wird, unter der die neuen Mobilitätsangebote des Konzerns gebündelt werden sollen. Gleichzeitig wurde eine Studie von einem Elektroauto präsentiert. Der Volkswagen I.D. soll bis zum Jahr 2021 zur Serienreife entwickelt werden.

Bild: Daimler AG (alle Rechte vorbehalten)

Lyft prognostiziert: Fahrzeugbesitz wird sich bis 2025 drastisch reduzieren

In einem langen Blog Post hat Lyft-Präsident John Zimmer seine Vision für die nächsten zehn Jahre der Automobil- und Fahrdienstindustrie dargelegt. Zimmer bezeichnet die Entwicklung und um selbstfahrende Autos als dritte Revolution des Transportbereichs. Die erste Revolution war die Entwicklung der Eisenbahn, die zweite Revolution der Einzug des individuellen Fahrzeugbesitzes. Die Entwicklung geht weg von individuellem Fahrzeugbesitz und hin zu günstigen Transportdienstleistungen basierend auf selbstfahrenden Autos und Apps. Im Jahr 2025 wird sich in Großstädten laut Plan von Zimmer und Lyft keiner mehr ein eigenen Fahrzeug zulegen.

In drei Phasen zu einer Welt ohne Autobesitz

Lyft will dieses Ziel in drei Phasen erreichen. In der ersten Phase will Lyft teil-autonome Fahrzeuge auf seine Fahrdienst-Plattform bringen, die eine festgelegte Route abfahren. Grund dafür ist unter anderem, dass es noch kein Kartenmaterial gibt, das gut genug ist, um selbstfahrenden Autos weitläufig fahren zu lassen. Detailliertes Kartenmaterial ist zwingend erforderlich, damit die selbstfahrenden Fahrzeuge unfallfrei durch die Stadt navigieren können.

In einer zweiten Phase werden die Fahrzeuge in der Lage sein, flexibel zu navigieren und auch abseits vordefinierter Routen unterwegs sein. Dabei wird die Geschwindigkeit noch bei etwa 40 Kmh gedrosselt sein. Mit fortschreitender Softwareentwicklung, werden die Fahrzeuge auch schneller unterwegs sein können.

Individueller Fahrzeugbesitz wir der Vergangenheit angehören

Die dritte Phase beginnt dann ab dem Jahr 2021. Von da an werden die Lyft-Fahrten von selbstfahrenden Fahrzeugen durchgeführt. Ab diesem Zeitpunkt wird auch der individuelle Fahrzeugbesitz einen Einbruch erleben. Zimmer geht davon aus, dass bis zum Jahr 2025 der individuelle Fahrzeugbesitz in amerikanischen Großstädten der Vergangenheit angehört.

Lyft hat das erste mal seit dem Einstieg von General Motors vor fast einem Jahr über seine Pläne für selbstfahrend Fahrzeuge gesprochen. Unklar ist, ob die Veröffentlichung mit GM abgesprochen wurde. Lyft sagt voraus, dass individueller Fahrzeugbesitz verschwinden wird. GM geht davon aus, dass auch in Großstädten der individuelle Fahrzeugbesitz weiterhin eine große Rolle spielt. Ähnlich sieht es auch Tesla, der neue Masterplan sieht eine Verschmelzung von individuellem um geteilten Fahrzeugbesitz. Auch Bewohner von Städten werden über das Jahr 2025 noch Fahrzeuge besitzen, haben aber die Möglichkeit, diese über etablierte Plattformen zu teilen.

Menschliche Fahrer in den nächsten 10 Jahren

Bis es soweit ist, wird Lyft in den nächsten 10 Jahren weiterhin menschliche Fahrer einsetzten, um die Fahrtanfragen der Nutzer durchzuführen. In den nächsten 5 Jahren geht Lyft von einem wachsenden Bedarf an Fahrern aus. Die Logik dahinter: Durch den Einsatz von selbstfahrenden Autos gehen die Kosten pro Fahrt nach unten und die Nachfrage nach oben. Da nur ein Teil der Fahrten mit Roboter-Autos durchgeführt werden können, werden weitere Fahrer benötigt, um die Nachfrage zu bedienen. Am Anfang werden auch Fahrer in den selbstfahrenden Autos platziert werden, um im Notfall das Steuer übernehmen zu können. Langfristig möchte Lyft auch weg von der Bezahlung pro Fahrt. Es sollen Abonnements entwickelt werden, wie man es heute schon von den Monatsabos für den öffentlichen Nahverkehr her kennt. Wer über kein Monatsabo oder Kilometerpaket kann weiter pro Fahrt bezahlen.

Mehr Platz für Wohnraum und Stadtentwicklung

Neben günstigeren Fahrpreisen gibt es laut Zimmer weitere Vorteile, wenn selbstfahrende Autos eingesetzt werden und individueller Fahrzeugbesitz nicht mehr angesagt ist. Das Stadtbild wird sich verändern, da riesige Flächen frei werden, die im Moment durch parkende Autos und Parkplätze blockiert sind. Bis diese sinnvoll genutzt werden, wird es aber bestimmt noch Jahrzehnte dauern.

Der Artikel von Lyft folgt, nachdem in den letzten Wochen viel über Fahrdienste mit selbstfahrenden Fahrzeugen berichtet wurde. Lyft möchte nicht in Vergessenheit geraten und wahrscheinlich auch von der Diskussion um die Verkaufsgerüchte ablenken. Das Startup nuTonomy testet seit ein paar Wochen selbstfahrenden Taxis in einem kleinen Gebiet in Singapur. Uber hat in der letzten Woche medienwirksam die erste Flotte von selbstfahrenden Autos in Pittsburgh auf die Straße geschickt.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Spiri will Shuttle Service mit Elektroautos starten

Das dänische Startup Spiri will den teilweise wenig effizienten öffentlichen Nahverkehr revolutionieren, in dem ein dynamischer on-demand Mitfahrservice gestartet werden soll. Das Startup will nicht nur die Plattform dafür anbieten, sonder entwickelt auch die passenden Fahrzeuge dafür. Der Service solle 2017 starten und zu erst sollen Nutzer als Fahrer eingesetzt werden. Im Gegenzug dafür bekommen sie ein Kontingent an Freifahrten.

Die Fahrer können die Fahrzeuge von Spiri umsonst nutzen, müssen aber Passagiere auf dem Weg mitnehmen und an deren Ziel wieder absetzen. Die Passagiere werden nur für die Betriebskosten der Fahrzeuge zahlen. Das heißt, es sind geringe Fahrtkosten zu erwarten, die sich auf dem Level des öffentlichen Nahverkehrs bewegen. Um die Fahrten zu vermitteln, arbeitet Spiri vorerst mit Drivr zusammen, einer Plattform für Fahrdienste.

Spiri setzt auf ultraleicht Elektrofahrzeuge

Die Fahrzeuge werden als “Ultra-Light Electric” bezeichnet. Dabei handelt es sich um Minivans mit mehreren Sitzen, die über eine hohe Energieeffizienz verfügen sollen. Die Energieeffizienz soll im Vergleich zu den auf dem Markt erhältlichen Modellen um 50% besser sein. Hauptgrund dafür ist der Einsatz von Leichtbau-Materialien und der Verzicht auf Zusatzausstattung. Es sollen nur 25% der Anzahl an Teilen verbaut werden, die in einem herkömmlichen Fahrzeug verbaut sind. Der Verzicht auf Zusatzausstattung beschleunigt auch die Entwicklungszeit der Fahrzeuge. Das endgültige Design ist noch nicht bekannt, die Entwicklung ist vor einem Jahr gestartet. Mit an Board sind Experten, die favor bei BMW, Tesla, Aston Martin oder DriveNow gearbeitet haben.

Autonome Fahrzeuge kommen später

Zu einem späteren Zeitpunkt sollen selbstfahrende Autos zum Einsatz kommen. Ein Test der selbstfahrenden Autos ist bereits für das kommende Jahr geplant. Spiri ist nicht das einzige ambitioniertes Startup im Bereich der dynamischen Mobilitätsdienstleister. Mehrere Unternehmen wollen einen dynamischen Shuttle Service aufbauen. In Deutschland ist vor kurzen Allygator Shuttle gestartet und CleverShuttle bietet seinen Fahrservice auch in einer Testphase an. Der größte Anbieter ist Via, in 2 US Städten wurden bereits mehr als vier Millionen Fahrten durchgeführt.

Bild: Spiri.io (alle Rechte vorbehalten)

Grab bestätigt Finanzierung und testet selbstfahrenden Autos

Der Fahrdienstanbieter Grab aus Südostasien hat bestätigt, dass eine Finanzierung in höhe von 750 Mio. US$ eingesammelt wurde. Die Ridesharing Plattform  gehört zu einem der stärksten Konkurrenten von Uber in Asien. Das Geld kommt hauptsächlich von bestehenden Investoren, angeführt von SoftBank. Es ist auch davon auszugehen, dass die sich Didi Chuxing an der Runde beteiligt hat.  Nach der Finanzierungsrunden wird Grab mit 3 Milliarden US$ (ca. 2.7 Milliarden Euro) bewertet.

Das Unternehmen ist bisher in sechs Ländern in Südostasien aktiv und hat zuvor 350 Mio. US$ eingesammelt. Grab wollte bis zu einer Milliarde US$ in der jetzt abgeschlossenen Runde einsammeln, letztendlich wurde das Ziel nicht erreicht. Das Unternehmen gibt an, dass es 1 Milliarde US$ auf dem Bankkonto hat.

400.000 Grab Fahrer und viele Fahrgäste

Mittlerweile verfügt das Unternehmen über 400.000 registrierte Fahrer und die App wurde mehr als 21 Mio. mal heruntergeladen. Pro Tag werden bis zu 1.5 Mio. Buchungsanfragen getätigt. Wie viele davon auch wirklich durchgeführt werden, ist nicht bekannt.

Grab CEO Anthony Tan will das Geld nutzen, um die Position in Asien zu stärken. Es ist davon auszugehen, dass Uber nach dem Verkauf von Uber China an Didi verstärkt in Südostasien aktiv werden wird. Da ist es für Grab wichtig, genügend Geld zur Verfügung zu haben und sich in eine starke Position zu bringen. Fokus liegt dabei auch auch Indonesien. Grab schätzt den Markt für on-demand Fahr- und Lieferdienste in Indonesien auf 15 Milliarden US$ pro Jahr. Das umfasst auch Fahrdienste, die mit Motorrädern angeboten werden und Logistik und Essenlieferdienste.

Fahrdienst und Bezahldienst

Neben den Fahr- und Lieferdiensten will Grab auch seine Position als Anbieter von Bezahlsystemen stärken. Das in-App Bezahlsystem GrabPay kann auch von Drittanbietern mit eingebunden werden und soll vor allem in Indonesien weiter ausgebaut werden.

Selbstfahrende Taxis: Kooperation mit NuTonomy

Das Thema selbstfahrende Fahrzeuge darf natürlich auch bei Grab nicht fehlen. Uber testet bereits selbstfahrende Autos in Pittsburgh, Lyft spricht zumindest schon mal öffentlich über seine Pläne, da muss auch Grab mithalten können. Das Startup nuTonomy testet seit ein paar Wochen autonome Taxis in Singapur. Jetzt haben die beiden Unternehmen eine Kooperation vereinbart.

NuTonomy verfügt zwar über eine eigene App für die Buchung der Fahrzeuge, die Kooperation mit Grab ermöglicht aber einen Zugang zu einer größeren Kundengruppe. Außerdem können die von Grab gesammelten Karten- und Bewegungsdaten für die Weiterentwicklung bei nuTonomy hilfreich sein.

Ausgewählte Grab Nutzer können über die Funktion “Robo-Car” ein selbstfahrendes Auto im Bezirk One North buchen. Die Fahrt wird für den Nutzer kostenlos sein, an Board befinden sich Außerdem immer ein Fahrer und ein Spezialist, der die IT-Systeme überwacht und mehr darüber erfahren möchte, wie die Fahrgäste auf die autonomen Fahrzeuge reagieren. Das Unternehmen will die Erfahrungen für die Entwicklung des eigenen Fahrdienstes nutzen, der 2018 starten soll.

In 15 Jahren vorwiegend Roboter-Taxis

Selbstfahrende Autos gelten als Zukunft der Fahrdienste. Innerhalb der nächsten 10 – 15 Jahre werde keine Fahrer mehr benötigt und die Carsharing und Ridesharing-Angebote verschmelzen. Singapur unterstützt Projekte, die sich mit selbstfahrenden Fahrzeugen befassen. Singapur erhofft sich dadurch einen Schub für die Wirtschaft und eine Reduzierung des individuellen Fahrzeugbesitzes.

Bild: Grab (alle Rechte vorbehalten)

Apple will sich an McLaren beteiligen

Medienberichten zufolge will sich der Technologiekonzern Apple an dem Hersteller für Renn- und Luxusfahrzeuge McLaren beteiligen oder komplett übernehmen. Bisher hat sich Apple vorwiegend auf die Entwicklung von Software und Hardware im Computer- und Kommunikationsbereich konzentriert. Berichte, dass Apple bis zum Jahr 2020 ein eigenes selbstfahrendes Auto mit Elektroantrieb auf der Straße haben möchte, existieren sei einiger Zeit. McLaren hat den Plänen erstmal widersprochen, von Apple gab es keinen Kommentar.

Investment oder Übernahme

Bisher war wenig über mögliche Partner für die Entwicklung und Produktion der möglichen Apple Fahrzeuge bekannt. Das änder sich sich mit den Berichten über eine mögliche Kooperation mit McLaren Die Meinungen schwanken zwischen einem möglichen Investment von Apple in McLaren und einer Übernahme. Es gibt auch Gerüchte, dass sich Apple an Lit Motors beteiligen möchte, da das Unternehmen über interessante Patenten für Technologien verfügt, die für selbstfahrende Autos interessant sind. Lit Motors entwickelt Kabinenroller, die sich selbst stabilisieren.

Entwicklungszentrum und Formel 1

McLaren ist in Großbritannien angesiedelt und entwickelt Supersportwagen, betreibt sein eigenes Formel 1 Team und verfügt über ein Technologie-Entwicklungszentrum. McLaren gilt Innovator in der Automobilindustrie, da bei der Komponentenentwicklung neue Wege gegangen werden. Technologien, die für den Formel 1 Sport entwickelt wurden, werden auch bei den straßentauglichen Fahrzeugen verwendet. Apple dürfte eher an den Technologien, Patenten und Entwicklungskompetenzen von McLaren interessiert sein, als an den Produktionsanlagen und der bestehenden Modellpalette. McLaren ist ein Nischenhersteller, im letzten Jahr wurden gerade mal 1654 Fahrzeuge produziert. Das passt nicht mit den Ambitionen von Apple zusammen, den Massenmarkt zu erobern.

Tesla als Vorbild?

Der Technologiekonzern könnte sich auch Tesla als Vorbild genommen haben. Tesla und Lotus haben sich 2004 zusammengetan und die Erfahrungen über Projektmanagement, Fahrzeugproduktion und sicherheitsrelevante Themen gebündelt. Das Ergebnis war der Tesla Roadster, der auf der Lotus Elise basiert. Der Roadster hat den Weg für das Tesla Model S bereitet. Die Erfahrungen aus der Entwicklung und Produktion des Tesla S sind in das Projekt für das Model 3 mit eingeflossen und ermöglichen Tesla somit dein Einstieg in den Massenmarkt. Tesla ist mit einem Nischenmodel gestartet und hat sich in den Massenmarkt vorgearbeitet. Analysten erwarten von Apple eine ähnliche Strategie. Um diese zu verfolgen, würde eine Zusammenarbeit mit McLaren Sinn ergeben.

Apple beschäftigt sich seit einiger Zeit mit der Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Mehr als 1000 Mitarbeiter wurde angestellt, um das Projekt Titan voran zu bringen. Apple hat namenhafte Experten von anderen Automobilherstellern und Technologieunternehmen abgeworben. In letzter Zeit gab es Berichte, dass Apple die Ausrichtung des Projekts Titan ändert. Apple soll von den Plänen abgerückt sein, ein komplettes selbstfahrendes Auto zu entwickeln. Fokus soll nach dem Strategieschwenk auf der Entwicklung für Software und Hardware für selbstfahrende Autos andere Hersteller liegen. Einige Hundert Mitarbeiter mussten daraufhin das Unternehmen verlassen. Es ist unbekannt, ob Apple nach dieser angeblichen Strategieänderung weiterhin Interesse an einer Übernahme von McLaren hat.

Bild: FotoSleuth/Flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

Apple überdenkt Projekt Titan: Wann kommt das selbstfahrende Apple Car?

Bisher wurde nie offiziell bestätigt, dass Apple an der Entwicklung von einem selbstfahrenden Fahrzeug arbeitet. Jetzt überdenkt Apple aber anscheinend seine Pläne für die Entwicklung und Produktion eines selbstfahrenden Fahrzeugs. In jüngster Vergangenheit wurden Teile des Projekts zur Entwicklung eines selbstfahrenden Autos eingestellt. Einige Angestellte und Experten wurden entlassen. Bisher soll es einige Prototypen geben, die auf abgeschotteten Straßen getestet werden.

Verzögerungen in der Entwicklung bei Apple

Es gibt mehrere Anzeichen dafür, dass es beim dem Apple Titan Projekt nicht so voran geht, wie geplant. Das Projekt ist in den letzten Jahren auf mehr als 1000 Mitarbeitern angewachsen und es wurden führende Experten von Technologieunternehmen und Automobilkonzernen für das Projekt abgeworben. In den letzten Jahren ist der Projektfortschritt aber hinter den Erwartungen zurück geblieben und viele der Experten haben das Unternehmen wieder verlassen. Im Juli hat der Apple Veteran Bob Mansfield die Leitung des Projekts übernommen. Mansfield war davor für die Hardware-Entwicklung der Apple Watch und der MacBooks und iMacs verantwortlich.

Fokus auf Software und Sensoren

Unter der Leitung von Mansfield wurde das Projekt anscheinend neu gestartet. Apple arbeitet laut einem Bericht von Bloomberg nicht mehr vorwiegend daran, ein komplettes selbstfahrendes Auto zu entwickeln. Der Fokus liegt jetzt stärker auf der Entwicklung von Software und Hardwareelementen, die Fahrzeugen autonome Eigenschaften verleihen. Es soll also eine Art Kit entwickelt werden, das dann von bestehenden Automobilkonzernen verbaut werden kann.

Apple ist nicht alleine, wenn es um die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen geht. Eine ähnliche Strategie hat das Startup Cruise verfolgt, bevor es letztendlich von General Motors aufgekauft wurde. Auch das Startup Otto arbeitet an Software und Hardware für selbstfahrende Fahrzeuge. Otto wurde vor kurzem für 750 Mio. US$ von der Fahrdienst-Plattform Uber aufgekauft.

Die Zukunft der Fahrdienste

Autonome Fahrzeuge werden in mehreren Jahren die bestehenden Carsharing und Mitfahrdienste revolutionieren. Ridesharing Plattformen, wie Uber und Lyft werden durch die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen gewaltige Veränderungen erfahren. Uber had die Bedrohung erkannt und investierte deshalb viele Ressourcen in die Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Es wird damit gerechnet, dass die ersten serienreifen vollautonomen Fahrzeugen im Jahr 2021 verfügbar sein werden.

Die von Apple entlassenen Mitarbeiter dürften bei dem derzeitigen Wettrüsten der Automobilkonzerne und Technologieunternehmen leicht einen neuen Arbeitgeber finden.

Bild: Josh Allen / flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)