Archiv der Kategorie: selbstfahrende Autos

Was ist autonomes Fahren und was nicht

In der letzten Zeit wird viel über selbstfahrende Fahrzeuge und autonome Eigenschaften von Autos gesprochen. Dabei ist nicht immer eindeutig, ob es sich bei den neuen Funktionen der Fahrzeuge um Systeme für autonomes Fahren oder um Assistenzsysteme handelt.

In diesem Artikel geben wir einen kurzen Einblick, wie die SAE international autonome Eigenschaften von Fahrzeugen definiert. SAE steht für Society of Automotive Engineers, was mit Verband der Automobilindustrie übersetzt werden kann.

Von der SEA wurden sechs unterschiedliche Ebenen definiert, die Stufen zwischen „Keine Automatisierung“ und „Volle Automatisierung“ detaillierter beschreiben. Diese Standards sollen die Kommunikation zwischen politischen und entwickelnden Organisationen vereinfachen.

Level Name Beschreibung Lenken, Beschleunigen, Bremsen Überwachung des Verkehrs/des Umfelds Eingriff im Notfall System Fähigkeiten
Fahrer überwacht das Umfeld  
0 Keine Automatisierung Jeder Schritt wird von einem menschlichen Wesen durchgeführt. Menschlicher Fahrer Menschlicher Fahrer Menschlicher Fahrer Nicht vorhanden
1 Assistenzsysteme Das Fahrzeug kann in definierten Situationen unterstützen, z.B. durch Lenk- und Bremseigenschaften. Die Person hinter dem Steuer ist aber weiterhin für das Fahren verantwortlich. Menschlicher Fahrer Menschlicher Fahrer Menschlicher Fahrer Unterstützend in definierten Situationen
2 Teilweise Automation Das Fahrzeug kann in definierten Situationen Funktionen wie Lenken und Beschleunigen übernehmen. Der Fahrer ist weiterhin voll verantwortlich für das Fahren des Autos. Er reagiert auf die Umwelt und ist für die weiteren taktischen Maßnahmen verantwortlich. System Menschlicher Fahrer Menschlicher Fahrer Übernahme in definierten Situationen
Die verbauten Systeme überwachen das Umfeld automatisch    
3 Bedingte Automatisierung Das Fahrzeug steuert von selbst, kontrolliert die Geschwindigkeit von selbst und überwacht den Verkehr. Der Fahrer greift ein, wenn das System Unterstützung benötigt. System System Menschlicher Fahrer Übernahme in definierten Situationen
4 Hohe Automatisierung Das Fahrzeug übernimmt weitestgehend alle Funktionen und fährt auch weiter, wenn der Fahrer nicht auf Warnungen reagiert. System System System Übernahme in definierten Situationen
5 Volle Automatisierung Das Fahrzeug übernimmt alle Funktionen, die auch vom Fahrer durchgeführt werden können. Ein Fahrer ist nicht mehr notwendig. System System System Alle Situationen

Quelle: SAE international

Meisten Fahrzeuge auf Level 2

Die meisten Fahrzeuge, die in diesem Jahr mit autonomen Funktionen präsentiert wurden, sind auf Level 2 anzusiedeln. Diese Ebene beinhaltet Funktionen wie Spurhalteassistenten, Überwachung und Anpassung der Geschwindigkeit oder Lenkmanöver. Der Fahrer hat trotzdem noch die komplette Kontrolle über das Fahrzeug. Einige Fahrzeuge können auch auf Ebene 3 angesiedelt werden.

Automobilkonzerne wollen autonomes Fahren umsetzen

Ziel der Automobilkonzerne und Technologiekonzerne ist es ein voll automatisiertes Fahrzeug zu entwickeln. Das von Google präsentierte autonome Fahrzeug verfügt nicht mehr über ein Lenkrad oder Pedale. Für ein menschliches Wesen ist es nicht möglich, dieses Fahrzeug zu kontrollieren. Auch das Sartup Zoox entwickelt ein voll autonomes Fahrzeug.

Grundsätzlich gibt es zwei Strategien, wie autonome Fahrzeuge entwickelt werden. Unternehmen wie Google und Zoox wollen ein Fahrzeug auf den Markt bringen, das von Anfang an voll autonom ist. Etablierte Automobilkonzerne beschreiten einen anderen Weg:  Sie fügen von Modellreihe zu Modellreihe immer weitere automatisierenden Eigenschaften hinzu, bis letztendlich ein voll autonomes Fahrzeug angeboten werden kann. Die Kombination aus beiden Wegen wird letztendlich dazu führen, dass wir in absehbarer Zeit nicht mehr selber hinter dem Steuer sitzen müssen.

Bild: Shelley the Autonomous (Self-Driving) Car von Joseph Thornton (bestimmte Rechte vorbehalten)

Zoox will 252 Mio. Dollar für selbstfahrende Autos

Zoox, ein bisher geheimes Startup, das sich mit der Entwicklung von selbstfahrenden Autos befasst, will eine Finanzierung in Höhe von 252 Mio. US$ (ca. 220 Mio. Euro) einsammeln. Wenn das Unternehmen die Runde erfolgreich abschließt, könnte es mehr als eine Milliarde Dollar wert sein.

Zoox mit Lizenz für Kalifornien

Bisher ist wenig über die Produkte von Zoox bekannt. Es ist aber das einzige Startup, das über eine Lizenz über den Betriebt von selbstfahrenden Fahrzeugen auf den Straßen Kaliforniens verfügt. Bisher gab es ein weiteres Startup, das im Besitz dieser Lizenz war. Dabei handelt es sich um das Unternehmen Cruise, das im März von General Motors übernommen wurde. Ansonsten verfügen nur Konzerne wie Google Alphabet, Ford, Tesla und sechs weitere über diese Lizenz. Der Fahrdienst Uber testet seine selbstfahrenden Autos in Pittsburgh. Dort betreibt das Unternehmen eine Forschungsgruppe in Zusammenarbeit mit der Robotics Group der Carnegie Mellon Universität.

Wettstreit zwischen Startups und Automobilkonzernen

Technologieunternehmen und Automobilkonzernen befinden sich in einem Wettstreit, bei dem es um die Entwicklung von Fahrzeugen mit selbstfahrenden Eigenschaften geht. Die Nachfrage nach Automobilexperten und Experten für künstliche Intelligenz und Robotik ist im Moment hoch. Regelmäßig wird bekannt, dass Startups und Technologiekonzerne erfahrene Automobilexperten verpflichte haben. Auf der anderen Seite versuchen Automobilkonzerne Experten von Technologiekonzernen und Startups zu akquirieren, um die eigene Digitalisierungsstrategie voranzutreiben. Zoox soll über 140 Mitarbeiter verfügen, einige davon haben vorher bei Alphabet, Apple und Tesla gearbeitet.

Auto ohne Windschutzscheiben

Vor einiger Zeit hat Zoox die Skizzen eines Konzept-Fahrzeugs gezeigt. Das sportlich aussehende Fahrzeug hatte keine Windschutzscheib und war so ausgelegt, dass es in beide Richtungen fahren konnte. Die Passagiere sitzen sich im Auto gegenüber, ähnlich wie in einem Zugabteil. Zoox scheint darauf abzuzielen, selbstfahrende Autos für Fahrdienstplattformen zu entwickeln. Kunden könnten Uber, Lyft, Gett und weitere Ridesharing Plattformen sein. Der Verwaltungsrat ist gut besetzt. Unter den Mitgliedern befinden sich der ehemalige Qualcomm Präsident Dan Cooperman und ehemalige führende Manager von Apple und Oracle.

Bild: Zoox (alle Rechte vorbehalten)

Saudi-Arabien investiert 3.5 Milliarden Dollar in Uber

Der Ridesahring Anbieter Uber sichert sich ein Investment in Höhe von 3.5 Milliarden Dollar vom Staatsfond aus Saudi-Arabien. Für Uber ist es das bisher größte erhaltene Investment. Im Allgemeinen wurde bisher kein größeres Einzelticket in ein Startup investiert.

Bisher hat Uber mehr als 13.5 Milliarden US$ einschließlich Wandelanleihen eingesammelt, von dieser Summe hat das Unternehmen noch 11 Milliarden Dollar auf dem Bankkonto. Das Investment kommt für Uber gut gelegen, so kann der Börsengang weiter hinausgezögert werden.

Bewertung bei 62.5 Milliarden Dollar

Die Gespräche zwischen Uber und dem saudi-arabischen Public Investment Fond wurden im März gestartet. David Plouffe, Ubers Chef Lobbyist und Verwaltungsrat-Mitglied ist zu diesem Zeitpunkt in die Region gereist. Der Public Investment Fond hält nach der Finanzierung Anteile in Höhe von etwa 5 % am Unternehmen. Das entspricht einer Unternehmensbewertung von Uber 62.5 Milliarden US$.

Weitere Diversifizierung der Investments

Der Managing Director PIF, Yasir Al Rumayyan wird Mitglied im Verwaltungsrat von Uber. Mit dem Investment will der Staatsfond seine Investments stärker diversifizieren und unabhängiger von den zurückgehenden Einnahmen aus dem Öl-Geschäft werden. Bisher war der Staatsfond nur im Inland tätig, bis 2030 sollen die Investments im Ausland stark ausgeweitet werden. Bis dahin sollen 50% des Anlagevolumens von 200 Milliarden in Auslandsbeteiligungen angelegt werden.

Auch Lyft mit Geld aus Saudi-Arabien

Der PIF ist nicht der einzige Fond aus Saudi-Arabien, der an neuen Mobilitätsanbietern beteiligt ist. Die Kingdom Holding Co, von Prinz Alwaleed Bin Talal hat mindestens 100 Mio. US$ in den Uber-Konkurrenten und zweitgrößten Fahrdienstanbieter in den USA Lyft investiert. Uber will einen Teil des Investments im arabischen Raum und in Afrika investieren. In Saudi-Arabien ist der Fahrdienst vor allem bei weiblichen Fahrgästen beliebt, etwa 80% der Fahrgäste sind weiblich. Das liegt auch daran, dass es für Frauen verboten ist, selber Auto zu fahren. Ein Großteil der Summe dürfte aber in die Wachstumsmärkte in Asien gesteckt werden. Gerade in China und Indien muss Uber viel investieren, um Marktanteile im Wettbewerb mit den lokalen Anbietern zu gewinnen.

Uber dürfte seine Bewertung mit den Bemühungen im Bereich der selbstfahrenden Autos gerechtfertigt haben. Der Einsatz von selbstfahrenden Fahrzeugen führt dazu, dass der größte Kostenfaktor, nämlich der Fahrer wegfällt. Das führt auf der einen Seite zu geringeren Preisen für die Kunden und auf der anderen Seite zu mehr Gewinn für Uber.

Strategische Investoren steigen ein

Das hohe Investment des Staatsfonds und der Einstieg von strategischen Investoren in neue Mobilitätsdienstleister zeigt deren Potential für die Zukunft. In den letzten Monaten und Wochen haben sich Unternehmen wie GM, Apple, Volkswagen oder Toyota an Dienstleistern wie Lyft, Didi, Gett und Uber beteiligt. Automobilhersteller schauen sich vor allem nach einer Plattform für den Einsatz von selbstfahrenden Autos in der Zukunft um. Vorerst geht es um das Erschließen weitere Absatzkanäle. Volkswagen hat erst gestern verkündet, dass Gett Fahrer leichter Zugang zu attraktiven Finanzierungskonzepten für Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern erhalten sollen. Sonderausstattung, Wartung und Versicherung inklusive. Später wird es auch um selbstfahrende Autos gehen. Gett ist für VW ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum ganzheitlichen Mobilitätsanbieter. Dieses Ziel will VW bis 2025 erreichen.

Konkurrenz aus China

Uber Konkurrent Didi arbeitet nach Aussagen des Didi Präsidenten Jean Lu an einer Finanzierung im Volumen von über 3.5 Milliarden US$. Erst im letzten Monat hat das Unternehmen 1 Milliarde von Apple erhalten. Didi ist entweder direkt an Uber-Konkurrenten beteiligt oder ist Partnerschaften mit diesen eingegangen. Darunter befinden sich Lyft in den USA, Ola in Indien und Grab in Südost-Asien.

Selbstfahrendes Elektroauto BMW i Next soll 2021an den Start gehen

BMW will mit Ankündigungen zum BMW i Next die Bedenke der Aktionäre aus der Welt räumen. Auf der letzten Hauptversammlung hat BMW-Vorstandschef Harald Krüger einen Einblick in die Pläne für selbstfahrende Modelle des Automobilkonzerns gegeben.

Andere Hersteller sind weiter

BMW hängt bisher bei der Entwicklung von Autos mit selbstfahrenden Eigenschaften zurück. Selbst der neue 7er verfüg über fast gar keine selbstfahrenden Eigenschaften. Konkurrent Daimler ist schon weiter. Die aktuellen Modelle der E- und S-Klasse können mit Zusatzfeatures ausgestattet werden, die das Auto in einigen Situationen autonom fahren lassen. Neueinsteiger Tesla hat ebenfalls einen Autopiloten an Board und hat angekündigt, in den nächsten Jahren ein vollkommen autonomes Elektroauto auf den Markt zu bringen. BMW hat bisher so gut wie keine selbstfahrenden Features im Programm.

BMW i Next im Jahr 2021

Im Jahr 2021 soll das Modell mit dem Namen BMW i Next auf den Markt kommen und autonome Fahrtechnologie mit der nächsten Generation der Elektromobilität vereinen. Das Fahrzeug soll auch stärker vernetzt sein, als bisher und der Innenraum soll neu gestaltet sein. Auch beim i3 ist BMW neue Wege bei der Gestaltung des Innenraums gegangen, mit mäßigem Erfolg. Hoffentlich wird das bei dem BMW i Next besser.

Das im März präsentierte „Next 100“-Konzept könnten einen ersten Vorgeschmack auf einige Details und das Design des „i Next“ geben. Es ist unwahrscheinlich, dass der BMW i Next über das flexible Metall verfügen wird.

50.000 BMW i Fahrzeuge verkauft

Bisher hat BMW 50.000 Stück von seiner i-Serie verkauft. Im Jahr 2018 wird eine Roadster-Variante des i8 an den Start gehen. Das kleinere Elektroauto i3 erhält schon in diesem Jahr ein Update mit längere Batterielaufzeit, neuen Farbvarianten und kleinen Designänderungen. In der Vergangenheit wurde auch darüber spekuliert, dass Apple mit BMW zusammen an einem selbstfahrenden Elektroauto entwickeln könnten. Beide Unternehmen konnten sich aber letztendlich nicht darüber einigen, wem die erhobenen Daten gehören. Deshalb wurden die Verhandlungen abgebrochen.

Bild: BMW AG (alle Rechte vorbehalten)

Apple investiert 1 Milliarde in Fahrdienst Didi Chuxing

Apple hat am Donnerstag angekündigt, dass das Unternehmen 1 Milliarde US$ in das chinesische Ridesharing Unternehmen Didi Chuxing (vormals Didi Kuaidi) investiert hat. Tim Cook geht davon aus, dass der Schritt Apple dabei hilft, den chinesischen Markt besser zu verstehen. Der chinesische Markt ist entscheidend für das Wachstum von Apple und hat in der letzen Zeit einige Dämpfer erhalten.

Apple ist auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten, den Umsatz und Gewinn zu  erhöhen, nachdem der Smartphone Markt nicht mehr so schnell wächst wie in den letzten Jahren. Apple-Chef Cook erhofft sich strategische Vorteile durch das Investment und geht auch davon aus, dass es später zum Umsatz und Gewinn beiträgt.

Apple beteiligt sich direkt an Sharing Economy

Durch das Investment beteiligt sich Apple an den zwei Technologie-Feldern, die seit einiger Zeit einen aufstrebenden Trend zeigen – Sharing Economy und neue Technologien im Mobilitätsbereich. Bisher war Apple indirekt an der Sharing Economy beteiligt, da die meisten Geschäftsmodelle nur dank Smartphones, wie dem iPhone möglich geworden sind.

Apple schließt sich durch das Investment mit dem größten Konkurrenten von Uber zusammen. In der letzen Zeit haben sich einige etablierte Konzerne an Mobilitätsstartups beteiligt. Google hat bereits im Jahr 2013 das Potential erkannt und sich an Uber beteiligt. General Motors hat in Didi Partner Lyft investiert und Cruise übernommen, ein Anbieter von Technologien für autonome Fahrzeuge. Uber Chef Travis Kalanick ist von dem Apple Investment nicht sonderlich begeistert:

Didi Chuxing mit mehr als 20 Milliarden bewertet

Für Didi Chuxing ist die erhaltene Summe das bisher größte Einzelinvestment. Das Unternehmen, das bisher mehrere Milliarden erhalten hat, dominiert den chinesischen Ridesharing und Fahrdienst-Markt. Täglich werden 11 Millionen Fahrten abgewickelt. Didi wird mit mehr als 20 Milliarden US$ bewertet und ist ein chinesisches Vorzeige-Startup. Mit Konkurrent Uber liefert sich das Unternehmen einen Preiskampf, um Marktanteile zu erkaufen. Der Preiskampf dürfte beide Unternehmen mehrere Milliarden pro Jahr kosten.

Apple wird nachgesagt, dass es daran arbeitet, ein selbstfahrendes Elektroauto zu entwickeln. Dieses könnte später bei Didi zum Einsatz kommen. Bis es soweit ist, können Didi Fahrer Apples CarPlay Plattform nutzen.

Bild: Panda Taxi von Mondo79 (bestimmte Rechte vorbehalten)

Google, Ford und Uber starten Bündnis für selbstfahrende Autos

Google, Ford, Ridesharing Dienst Uber und zwei weitere Unternehmen starten eine Arbeitsgruppe, um schneller gesetzliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von autonomen Fahrzeugen zu schaffen.

Bei den beiden weiteren Unternehmen in der Arbeitsgruppe für sichere Straßen handelt es sich um Volvo und Lyft. Deutsch Automobilhersteller und Mobilitätsanbieter sind bisher nicht vertreten. Die Gruppe will mit Gesetzgebern, regulierenden Behörden und der Öffentlichkeit zusammenarbeiten, um die gesellschaftlichen Vorteile und Sicherheitsaspekte von selbstfahrenden Fahrzeugen zu realisieren.

Angeführt wird die Gruppe von David Strickland. David Strickland war zuvor eine leitender Angestellter der U.S. National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA). Diese Organisation ist für das Verfassen der Straßenverkehrsregeln für selbstfahrende Autos in den USA zuständig. Strickland hat zuvor auch Google im Bezug auf selbstfahrende Autos beraten. Gemeinsam sollen Regeln geschaffen, die einen sicheren gemischten Verkehr von selbstfahrenden Fahrzeugen und Autos mit Fahrer gewährleisten sollen.

Einheitliche Regelung für selbstfahrende Fahrzeuge

Bisher existieren keine einheitlichen Regelungen in den USA für autonome Fahrzeuge. Die Tests der Automobilhersteller und Technologiekonzerne in den USA sind nur möglich, da Sondergenehmigungen erteilt wurden. In Deutschland sieht es ähnlich aus. Ziel ist es auch, dass ein Regelwerk geschaffen wird, das einheitlich in allen amerikanischen Bundesstaaten angewendet wird.

Mit der Entwicklung von selbstfahrenden Fahrzeugen befassen sich eine Reihe von Autoherstellern. Auch deutsche Automobilhersteller wollen so schnell es geht autonome Fahrzeuge auf den Markt bringen. Allen voran ist Daimler vorne mit dabei. Konkurrent BMW versucht hingegen so schnell es geht den Entwicklungsvorsprung von Daimler aufzuholen.

Alle Partner des Bündnisses entwickeln autonome Fahrzeuge. Google hat mit seinem selbstfahrenden Fahrzeug für Aufsehen gesorgt, sucht seit dem aber nach Industriepartnern, die die Produktion übernehmen. Ford bemüht sich auch, autonome Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Die Ridesharing Unternehmen entwickeln entweder in Eigenregie selbstfahrende Autos (Uber) oder in Zusammenarbeit mit dem Automobilkonzern GM (Lyft). Für die Ridesharing Dienste würde der Einsatz von selbstfahrenden Autos einen enormen Kostenvorteil bedeuten, da keine Fahrer bezahlt werden müssten.

Kurznachrichten: Postmates startet Abo

On-Demand News: Postmates mit mehr als 1 Mio. Lieferungen pro Monat. Shyp reduziert Belegschaft auf dem Weg zur Profitabilität. Instacart versucht sich als profitabel zu verkaufen.

Postmates startet Abo und knackt 1 Mio. Orders pro Monat

Das amerilkanische on-demand Lieferstartup Postmates hat erstmals mehr als 1 Mio. Bestellungen pro Monat ausgeliefert. Außerdem hat das Unternehmen das Abo Plus Unlimited gestartet. Nutzer können 9.90 US$ im Monat zahlen und erhalten damit alle „Plus“ Bestellungen über 30 US$ ohne weitere Liefergebühr zugestellt. Voraussetzung ist, dass der Händler teil des Händlerprogramms von Postmates ist. Postmates fokussiert sich auf Lieferungen von lokalen Händlern, in den letzten 15 Monaten wurden Waren in Wert von 350 Mio. US$ von Postmates Fahrern ausgeliefert.

Für das Unternehmen ist das Unlimited Plus Angebot Teil der Strategie, um den Service für Jedermann zugänglich zu machen. Nutzern soll ermöglicht werden, den Same-day Delivery Service zu günstigen Konditionen regelmäßig in Anspruch nehmen zu können. Um mit dem Angebot auch Geld zu verdienen, ist Unlimited Plus auf Bestellungen mit einem Warenwert von mehr als 30 US$ beschränkt. Postmates erhält von den Händlern im Schnitt 20% Provision. (via Techcrunch)

Shyp feuert 8% der Mitarbeiter

Das on-demand Startup Shyp feuert 8% seiner Mitarbeiter, damit das Unternehmen dieses Jahr profitabel werden kann. Es müssen Angestellte aus mehreren Bereichen gehen, darunter auch Fahrer und Kuriere. Shyp liefert Pakete und Waren on-demand. Dabei übernimmt Shyp auch das Verpacken der Lieferungen. Die Ware wird beim Kunden oder im Geschäft abgeholt, verpackt und dann zugestellt. (via Venturebeat)

Instacart ist profitabel, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen

Instacart versucht die Skepsis zu zerstreuen, die in den letzten Monaten im Zusammenhang mit Geschäftsmodell von Instacart aufgekommen ist. Instacart Manager Jeremy Stanley versucht zu erklären, dass Instacart unter bestimmte Bedienungen profitabel ist.

Instacart ist in einigen Städten auf Orderlevel profitabel. In 10 von 19 Städten wird mit der durchschnittlichen Bestellung Geld verdient. In den anderen 9 Städten wird eine schwarze Null geschrieben oder es fallen noch Verluste pro Order an. Betrachtet man nur den Umsatz und die Ausgaben für Operations, dann ist Instacart profitabel. Diese Kennzahl beinhaltet aber nicht die Kosten für die IT-Entwicklung und Marketing. Der Umsatz hat sich seit Januar 2015 anscheinend versechsfacht. Damals wurde Instacart nachgesagt, auf einen Umsatz von 100 Mio. US$ zu kommen. (via Businessinsider)

Bild: Matthew Scott (bestimmte Rechte vorbehalten)

Das ist das neue Tesla Model 3

Gestern hat Tesla das Elektroauto mit dem Namen Model 3 vorgesellt. Das Model 3 soll umgerechnet 31.000 € kosten und somit für die Massen erschwinglich sein. Über die Spezifikationen des Model 3 gab es jahrelang Spekulationen, seit gestern gibt es etwas mehr Klarheit.

  • Das Model 3 wird ab Ende 2017 ausgeliefert. Zuerst an der amerikanischen Westküste. Von dort aus werden sich die Auslieferungen nach Westen bewegen. Es dürfte also bis 2018 dauern, bis das Model 3 auch in Deutschland ausgeliefert wird.
  • Das Basismodel wird in unter 6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Es wird Versionen geben, die weitaus schneller beschleunigen. Diese werden später angekündigt.
  • Die Reichweite wird ca. 340 km betragen. Tesla geht Davon aus, dass diese Werte sogar übertroffen werden.
  • Das Basismodell wird über einen Heckantrieb verfügen, eine Allradversion ist für später geplant
  • Alle Model 3 werden über die Hardware für selbstfahrende Funktionen verfügen – ein Upgrade wird nicht nötig sein
  • Das Dach besteht komplett aus Glas
  • Das Auto verfügt über einen Kofferraum vorne und hinten
  • Das Model 3 kann an den Supercharger Stationen aufgeladen werden
  • Über einen 15 Zoll Monitor wird das Model 3 kontrolliert, im Gegensatz zum Model S und X ist der Monitor horizontal angeordnet
  • Die Meisten Instrumente werden auf dem zentralen Display angezeigt

Bis Ende 2017 soll auch die Anzahl der Supercharger Stationen verdoppelt werden, sodass sich die Besitzer der Tesla Elektrofahrzeuge noch weniger Gedanken darüber machen müssen, ob sie mit der Batterieladung auch an ihr Ziel kommen. Auch das Händlernetz soll sich verdoppeln, so dass der Weg zum nächsten Tesla-Händler nicht so weit ist.

Model 3 mit 180.000 Vorbestellungen

Die Nachfrage für das neue Model von Tesla scheint hoch zu sein. In den ersten 24 Stunden sind über 180.000 Vorbestellungen eingegangen. Bei einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 37.000 Euro entspricht das einem Umsatz von 6.8 Milliarden Euro. Die Zahl ist auch beeindruckend, da Tesla bisher etwa 50.000 Fahrzeuge im Jahr ausgeliefert hat.

Bild: Tesla Motors (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Fahrzeuge: GM kauft Cruise, Uber will S-Klassen

Zwei kurze Nachrichten aus dem Bereich der selbstfahrenden Autos. Der amerikanische GM Konzern kauft das Startup Cruise, das sich auf Software für selbstfahrende Autos spezialisiert hat. Der Taxidienst Uber will eine große Anzahl an selbstfahrenden S-Klassen bestellen.

GM kauft Cruise, Startup für autonome Fahrzeuge

Der Autkmobilkonzern GM wird das Startup Cruise übernehmen. Cruise hat ein Nachrüst-Kit entwickelt, mit dem herkömmliche Fahrzeuge für autonomes Fahren nachgerüstet werden können. GM soll für das Startup etwa 1 Milliarde US$ auf den Tisch gelegt haben. GM möchte die Software von Cruise in die eigene Entwicklung einfließen lassen und so die eigenen Bemühungen in der Entwicklung von selbstfahrenden Auto zu Beschleunigen. GM zeigt sich in den letzten Monaten erstaunlich aktiv, wenn es darum geht, in Mobilitäts-Startups zu investieren. Anfang des Jahres hat sich GM  mit 500 Mio. US$ an der Ridesharing-Plattform Lyft beteiligt. (via WallStreetJournal)

Uber soll mehr als 100.000 selbstfahrende S-Klassen bestellen

Der Autokonzern Daimler und der amerikanische Taxidienst Uber sollen sich darauf geeinigt haben, dass Uber eine sechsstellige Anzahl an selbstfahrenden S-Klassen von Daimler abkauft. Daimler-CEO Dieter Zetsche und UberCEO Travis Kalanick sollen den Deal vereinbart haben. Es wird noch bis 2020 dauern, bis die selbstfahrende Variante der Mercedes S-Klasse verfügbar sein wird. Uber arbeitet selber an der Entwicklung eines selbstfahrenden Autos. Deutet der Deal darauf hin, dass Uber mit der eigenen Entwicklung nicht so schnell vorankommt, wie geplant? Merkwürdig erscheint es, warum Uber ein Interesse an der S-Klasse hat. Die meisten Fahrten bei Uber dürfen in den Kategorien UberX und UberPOP sein. Dabei kommen Klein- und Mittelklassefahrzeugen zum Einsatz. Der Deal hätte laut Listenpreis ein Volumen von etwa 10 Milliarden Euro. Bleibt abzuwarten, ob Daimler die selbstfahrenden S-Klassen auch bei Blacklane zum Einsatz bringen wird. Schließlich ist Daimler an Blacklane beteiligt. (via ManagerMagazin)

Bild: Mercedes von catherinedncr (bestimmte Rechte vorbehalten)

GM steckt 500 Mio. US$ in Lyft

General Motors, der Mutterkonzern von Opel, steckt 500 Mio. US$ in die Plattform mir Fahrtbuchungen Lyft. GM verknüpft mit dem Investment die Zukunft des autonomen Fahrens.

Der größte amerikanische Automobilhersteller investiert die Summe in einer Finanzierungsrunde, deren Summe sich insgesamt auf 1 Milliarde US$ beläuft. Neben GM investiert auch bestehende Investoren, wie Rakuten und Didi Kuaidi in der aktuellen Runde. Mit der Kingdom Holding Co. aus Saudi Arabien ist auch ein weitere neuer Investor mit an Board. Aus Saudi Arabien fließen insgesamt 100 Mio. US$ in das Unternehmen. Bleibt abzuwarten, ob Lyft demnächst nach Saudi Arabien expandiert. Lyft wird mit 5.5 Milliarden US$ bewertet. Damit hat sich die Bewertung im letzten Jahr verdoppelt. Vor kurzem hatten wir berichtet, dass Lyft „nur“ 500 Mio. US$ einsammeln will.

Erste Kooperation zwischen Taxi-Alternative und Autokonzern

Mit GM verbündet sich das erste mal ein großer Automobilhersteller mit einer bedeutenden Plattform für Fahrservices. In der Vergangenheit gab es Gerüchte, dass sich BMW an der Plattform Wunder beteiligt hat. Bestätigt wurde das Investment aber nie, von Wunder (ehemals Wundercar) ist auch nicht viel zu hören. Uber hat es bisher nicht geschafft, einen großen westlichen Automobilkonzern als Investor zu gewinnen.

GM Fahrzeuge für die Lyft Fahrer

GM möchte mit Lyft einen Service entwickeln, mit dem die Nutzer über die App ein autonomes Fahrzeug ohne Fahrer bestellen können. In der Zukunft sollen also die jetzigen Fahrzeuge und Fahrer bei Lyft durch Fahrzeuge von GM ohne Fahrer ersetzt werden. GM President Dan Ammann ist der Meinung, dass fahrerlose Fahrzeuge als erstes im großen Maßstab in on-demand Ridesharing Plattformen zum Einsatz kommen. Bis es soweit ist, werden aber noch bis zu 10 Jahre vergehen. Kurzfristig werden Lyft und GM enger zusammen arbeiten, um den Fahrern GM Fahrzeuge zu besonderen Konditionen anbieten zu können.

Mehr Kapital im Kampf mit Uber

Lyft erhält durch das neue Investment mehr Kapital und einen starken Partner, um mit Uber zu konkurrieren. Uber hat aber immer noch eine viel größere Summe an Finanzierungen eingesammelt, insgesamt 12 Milliarden US$. Bei Lyft summiert sich das eingesammelte Kapital auf 2 Milliarden US$. Uber ist mit einer Bewertung von mehr als 60 Milliarden US$ auch höher bewertet, als GM und Lyft zusammen.

 

Ankündigung kurz vor der CES

Die Ankündigung von Lyft und GM wurde gut abgestimmt und kam kurz vor dem Start der wichtigen Technik-Messe CES in Las Vegas. Auf der CES wird GM auch die Serienversion des massentauglichen Elektroautos Bolt vorstellen. Auf der CES wird auch die Ankündigung einer Kooperation von Google und Ford erwartet. Bei der Kooperation dürfte es sich um den Einsatz der von Google entwickelten Technologien für selbstfahrende Autos in Fahrzeugen von Ford handeln.

Bild: Lyft Car by Tony Webster (bestimmte Rechte vorbehalten)