Archiv der Kategorie: selbstfahrende Autos

Uber News: Aktuelle Zahlen und weitere Pläne

Uber hat in den letzten Tagen die Geschäftszahlen aus dem letzten Quartal den Investoren präsentiert und das Magazin The Information hat eine Kopie veröffentlicht. Außerdem hat sich der CEO Dara Khosrowshahi auf der Goldman Sachs Tech Conference über seine Vision und Roadmap geäußert.

Uber in Zahlen – enorme Verluste

Unterm Strich hat die Plattform im letzten Quartal 2017 einen Verlust von 1.1 Milliarden US Dollar eingefahren. Das ist eine enorme Summe und eine leichte Verbesserung zum dritten Quartal 2017, in dem ein Verlust von 1.5 Milliarden US Dollar angefallen ist. Der Umsatz stieg trotz Skandale weiter, insgesamt wurden 11.1 Milliarden Dollar als Außenumsatz umgesetzt, bei Uber sind davon 2.2 Milliarden Dollar geblieben, der Rest wurde an Fahrer ausbezahlt oder für Gutscheinaktionen genutzt. Die Fahrer haben fast 500 Mio. Dollar an Bonuszahlungen erhalten, über 500 Mio. Dollar wurden für Kundengutscheine ausgegeben. Insgesamt hat die Mobility Plattform im vergangenen Jahr einen Netto—Umsatz von 7.5 Milliarden Dollar erzielt, der Verlust lag bei 4.5 Milliarden US$.

Die Haupttreiber für die hohen Verluste sind die Investitionen in Wachstumsmärkte, wie Indien und Südamerika. Außerdem schlagen die Kosten für die Zukunftswetten wie UberEats, Entwicklung der autonomen Fahrzeuge und UberFreight zu buche.

Gerichtliche Auseinandersetzung mit Waymo beendet

Waymo hat das Unternehmen wegen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen im Bezug auf autonomes Fahren verklagt. Ehemalige Waymo Mitarbeiter, allen voran Anthony Levandowski, sollen vertrauliche Dokumente von den Waymo-Servern gestohlen haben und im Zuge der Übernahme von Otto an Uber weitergegeben haben. Außerdem soll Uber ehemalige Waymo Mitarbeiter mit unfairen Mitteln angeworben haben. Auch wenn Uber sagt, dass nie Geschäftsgeheimnisse von Waymo bei Uber angewendet wurden, wurde der Fall beigelegt. Die Schlammschlacht beider Unternehmen wurde beendet, in dem Uber Geschäftsanteile an Waymo abgibt. Insgesamt soll Waymo etwa 0.34% der Uber Aktien erhalten, was bei der letzten Bewertung von 72 Milliarden Dollar einem Wert von 245 Mio. US Dollar entspricht. Waymo und Uber wollen in Zukunft zusammen arbeiten und für Uber geht der Fall glimpflicher aus, als gedacht. Ursprünglich hat Waymo eine Zahlung von 1.9 Milliarden Dollar gefordert, um den Schaden und die Kosten des Rechtsstreits zu decken. Für das Team bei Uber, das an vollautomatisierten Fahrzeugen arbeitet, bedeutet die Einigung weniger Ablenkung.

Dara Khosrohshahi auf der Goldman Sachs Technology & Internet Conference

Der Auftritt des Uber CEO auf der Goldman Sachs Technology & Internet Conference lässt sich mit ein paar Punkten zusammenfassen.

Für Uber ist das Ridesharing-Geschäft nur ein Baustein auf dem Weg zum größten Unternehmen im Transportation und Logistik Business, das weltweit auf 5 Trilliarden Dollar geschätzt wird. Vor allem die Logistik-Dienste UberEats und UberFreight entwicklen sich gut und sollen signifikant zum Erfolg beitragen. UberEats hat im vergangenen Quartal mehr als eine Milliarde Dollar Außenumsatz erzielt, das Freight Business steht noch am Anfang. Uber könnte sich auch enger mit dem ÖPNV verbinden und Smart Shuttle Busse anbieten. Durch das aggressive Agieren in den letzten Jahren dürfte es für Uber aber schwierig werden, den Fuß in die Tür zu bekommen.

Die Fahrerflotte ist auf über 3 Mio. Fahrer angewachsen und mit der Mobility Plattform sollen potentiell bereits 80% der Weltbevölkerung erreicht werden. Uber befördert laut Khosrowshahi mehr Passagiere als alle Fluggesellschaften zusammen. Die Pooling Produkte scheinen gut angenommen zu werden, in einigen Märkten machen sie bis zu 50% des Fahrtvolumens aus.

Autonome Fahrzeuge sind die einzige Möglichkeit, um die Kosten pro Kilometer für einen Fahrdienst unter den Wert von Selbstfahrern zu bringen. Der UberX Dienst kostet etwa 1.5 Dollar pro Kilometer, während die Fahrt mit dem eigenen Auto nur 0.70 Dollar pro Kilometer kostet. Autonome Fahrzeuge sind eine Möglichkeit, um die Lücke zu schließen. Natürlich könnten Städte und Behörden auch die Kosten pro Kilometer für Privatfahrzeuge erhöhen, in dem Parkgebühren angehoben werden oder Lizenzen erworben werden müssen, wie es in Singapur der Fall ist.

Autonome Fahrzeuge werden von dem Unternehmen selbst entwickelt, gleichzeitig ist die Plattform aber auch für Partnerschaften mit anderen Unternehmen offen, die autonome Autos auf der Plattform betreiben wollen. Unteranderem wurde mit Daimler eine Absichtserklärung unterzeichnet. Uber geht davon aus, dass es für längere Zeit ein Hybrid-Setup geben wird, in dem autonome Fahrzeuge auf bestimmten Strecken unterwegs sind und der Rest von Autos mit Fahrern übernommen wird.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

 

Autonomes Fahren: Wie Waymo versucht Vertrauen aufzubauen

Das amerikanische Unternehmen Waymo, dass wie Google und co. zu Alphabet gehört, will demnächst einen kommerziellen Service mit autonomen Fahrzeugen anbieten. Gegenüber autonomen Fahrzeugen sind die meisten Menschen noch skeptisch eingestellt. Um die in der Bevölkerung vorhandenen Zweifel zu zerstreuen, hat das Unternehmen geschickt eine Kampagne gestartet, um Vertrauen zu generieren.

Waymo plant das Uber oder myTaxi mit einer Flotte an autonomen Fahrzeugen, Fahrer sollen dabei keine Rolle mehr spielen. Als Nutzer bestellt man on-demand per App ein Fahrzeug zu einem bestimmten Ort, das einen zum gewünschten Ziel bringt. Die Besonderheit ist, dass keine Limousine mit Fahrer vorfährt, sondern ein Minivan, der von technischen Systemen gelenkt wird und ganz ohne Fahrer auskommt. Die Türen öffnen bei Abholung und Ablieferung automatisch, der Kunde identifiziert sich per App. Sensoren überwachen den Innenraum und helfen bei der Navigation. Die Fahrgäste können auf Bildschirmen die Sicht des Fahrzeugs verfolgen oder sich von Entertainment Angeboten bespielen lassen. Die technischen Systeme wurden dafür in den letzten 10 Jahren entwickelt und die Bevölkerung muss erst noch davon überzeugt werden, dass ein Computer ein Fahrzeug sicherer steuern kann, als ein menschlicher Fahrer. Folgende Maßnahmen hat Waymo in den letzten Wochen forciert, um Vertrauen zu schaffen.

Kommunikation der gefahrenen Kilometer auf öffentlichen Straßen

In den letzten Jahren haben autonome Waymo Fahrzeuge 8 Mio. Kilometer auf öffentlichen Straßen zurückgelegt. Etwa die Hälfte davon im letzten Jahr. Die öffentliche Kommunikation der gefahrenen Kilometer und der steile Anstieg der Kurve soll den Fortschritt bei der Entwicklung vermitteln. Es werden immer kürzere Zeiträume benötigt, um die nächsten 1 Mio. Kilometer abzuspulen. Das lässt auf immer besser funktionierende System schließen. Außerdem werden schneller Erfahrungen in unterschiedlichen Fahrsituationen gesammelt.

360 Grad Video gibt Einblick in die Funktionsweise

Die Erfahrungen aus den gefahrenen Kilometern haben es Waymo ermöglicht, ein vollautonomes Fahrzeug ohne Fahrer in Phoenix einzusetzen. Um jeden zu vermitteln, wie die Fahrzeuge autonom fahren können, wurde ein 360 Grad Video einer echten Fahrt erstellt. Das Video zeigt die Fahrt aus Sicht des Fahrzeugs, wodurch Vertrauen generiert werden soll. Es wird ein Einblick gegeben, was die LiDAR und Radar-Sensoren zusammen mit den Kameras sehen, damit die Hochleistungsrechner die Fahrtentscheidungen treffen können. Es wird anschauliche dargestellt, wie starre und bewegliche Objekte jeglicher Größe erkannt werden. Sowohl parkende Fahrzeuge als auch Fußgänger und Radfahrer in Bewegung werden zuverlässig wahrgenommen.

Milliarden an virtuellen Kilometern

Die Waymo Fahrzeuge spulen nicht nur Kilometer auf realen Straßen ab, sondern auch in einer virtuellen Umgebung. Im Jahr 2017 wurden 4.3 Milliarden Kilometer in einer virtuellen Umgebung abgespult. Das hilft dabei, die Algorithmen und die Objekt-Erkennung mit großen Datenmengen zu verbessern.

Lizenzierung als TNC durch die Behörden in Arizona

Mitte Februar ist Waymo der Ritterschlag gelungen. Als erstes Unternehmen hat Waymo die TNC Lizenz in Arizona für einen autonomen Fahrbetrieb ohne Fahrer erhalten. TNC steht für Transport Network Company, die Lizenzierung ist Voraussetzung für den Betrieb von kommerziellen Fahrdiensten. Unternehmen wie Uber und Lyft brauchen in den meisten Staaten eine TNC Genehmigung, um aktive werden zu können. Waymo kann mit der TNC Lizenz ein kommerzielles Angebot aufgebaut werden und in Konkurrenz zu Lyft und co. treten. Die TNC Lizenz kann als Zeichen gewertet werden, dass Behörden und Politik Vertrauen in den Betrieb einer autonomen Waymo haben.

Pilotprojekt in Arizona

Der Lizenzierung ware eine Testphase in Phoenix vorausgegangen. Bewohner konnten sich für eine geschlossene Nutzergruppe bewerben und wurden nach und nach freigeschalten. Die Testphase wurde genutzt, um Vertrauen zu generieren und um positive Stories zu verbreiten. Ein zusätzlicher Fahrer hat Sicherheit vermittelt und stand für Fragen zur Verfügung.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Didi Chuxing testet autonome Fahrzeuge im Straßenverkehr

Die chinesische Mobility Plattform testet seit mehreren Monaten autonome Fahrzeuge im Straßenverkehr. Bisher war wenig über die Ambitionen von Didi im Bezug auf selbstfahrende Taxen bekannt, es war aber anzunehmen, dass die Plattform daran arbeitet.

Qoros stellt Testflotte

Die Informationen über die Tests kommen von dem Automobilhersteller Qoros, der auch die Fahrzeuge zur Verfügung gestellt hat. Die Testflotte ist übersichtlich, nur zwei entsprechend ausgestattete Qoros 5 SUVs sind in Shanghai und auf einer nahegelegenen Teststrecke aktiv.

Autonome Fahrzeuge: Weiterer Baustein in der Strategie von Didi Chuxing

Im Moment fokussiert sich Didi darauf, seine Plattform mit Fahrer-basierten Diensten und zusätzlichen Angeboten auszubauen. Durch Investments und Übernahmen will die Mobilitätsplattform global eine dominierende Stellung einnehmen. Um das Geschäftsmodell langfristig profitabel zu gestalten, wird auch Didi Chuxing nichts anderes übrig bleiben, als selbstfahrende Autos einsetzten. Da kein Fahrer benötigt wird und die Fahrzeuge besser ausgelastet werden können, werden die Kosten pro gefahrenen Kilometer sinken.

Einsatz in Shanghai generiert wichtige Erfahrungswerte

Es ist wichtig, dass autonome Fahrzeuge in realen Umgebungen eingesetzt werden, um die nötigen Erfahrungen zu sammeln. Viele Situationen lassen sich zwar mittels Datensätzen simulieren, das Zusammenspiel mit anderen Verkehrsteilnehmern muss in realen Umgebungen erprobt werden.

Autonome Fahrzeuge bisher nicht im Vordergrund

Bisher wurde von Didi wenig über die Pläne mit autonomen Fahrzeugen kommuniziert. Mit dem  Automobilhersteller Qoros arbeitet das Unternehmen anscheinend schon seit ein paar Monaten zusammen. Qoros liefert die Fahrzeuge und Didi die Software und nötige Sensoren. Ein Team aus Mitarbeitern beider Unternehmen rüsten die Fahrzeuge auf und führen die Tests durch.

Konkurrent Uber will schon im kommenden Jahr die ersten Flotten an vollautomatisierten Fahrzeugen auf der Straße haben. Bisher testet das Unternehmen in unterschiedlichen Städten selbstfahrende Fahrzeuge, bei denen aber immer noch ein Fahrer hinter dem Lenkrad sitzt. Der Wettbewerber Grab aus Südostasien will bis 2022 die ersten Fahrdienste mit vollautomatisierten Fahrzeugen anbieten.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Fahrzeuge: Aurora sammelt 90 Mio. Dollar ein

Das Startup Aurora hatte im Rahmen den CES in Las Vegas seinen großen Auftritt. Es wurden gleich mehrere Entwicklungspartnerschaften mit namenhaften Unternehmen verkündet, darunter Volkswagen und Hyundai. Bei Volkswagen soll die Technologie zuerst in dem Shuttle Fahrzeuge von MOIA zum Einsatz kommen. Um schneller skalieren zu können, erhält das Unternehmen 90 Mio. US Dollar von Index Ventures und Greylock Partners.

System für autonome Fahrzeuge

Aurora entwickelt Systeme für autonome Fahrzeuge. Ähnlich wie Waymo oder Aptiv sieht sich das Startup aus Zulieferer und Entwicklungspartner für existierende und neue Automobilhersteller. Ein Set aus Sensoren, Rechnern und Software soll in die Fahrzeuge der Hersteller verbaut werden, um den Autos Eigenschaften für vollautomatisiertes Fahrern zu verleihen.

Partnerschaft mit namenhaften Herstellern

Das junge Unternehmen wurde von ehemaligen Google, Tesla und Uber Managern gegründet, die alle Experten beim Thema autonomes Fahren sind. Im Januar wurde bekannt, dass Aurora mit Volkswagen, Hyundai und dem aufstrebenden chinesischen Auto-Startup Byton an Technologien für autonome Fahrzeuge arbeitet. In den kommenden Jahren sollen gemeinsam Fahrzeuge entwickelt werden, die autonom Fahren können. Bei Volkswagen wird ein erster Eisatz im Shuttle von MOAI erwartet, bevor die Technologie in Sedirc zu Einsatz kommt.

Führendes Team für autonome Fahrzeuge

Mit dem frischen Geld kann das Unternehmen weiter wachsen und die nötigen Strukturen aufbauen. Gleichzeitig ziehen mit Reid Hoffman und Mike Volpi zwei profilierte Persönlichkeiten in den Aufsichtsrat von Aurora ein. Ried Hoffman ist Partner bei Greylock und hat zuvor LinkedIn gegründet. Er zählt zu den führenden Persönlichkeiten im Silicon Valley. Mike Volpi ist Partner bei Index Ventures und hat zuvor Geschäftsbereiche von Cisco erfolgreich aufgebaut. Beide VCs sehen das Team rund um Gründer Chris Urmson als führend beim Thema autonomes Fahren an. Hinzu kommt, dass die Qualität der entwickelten Technologien und die bestehenden Partnerschaften mit der Automobilindustrie dafür sorgen werden, dass Aurora eine führende Rolle bei der Transformation der Automobilbranche spielen wird.

Bild: Aurora (alle Rechte vorbehalten)

Konkurrenz für Automobilhersteller: Bosch wandelt sich zum Anbieter von Mobilitätsservices

Auf der Hauskonferenz Bosch ConnectedWorld 2018 in Berlin hat der Bosch-Konzern seine Pläne für einen eigenen Geschäftsbereich für Mobilitätsservices bekanntgegeben. Um die 600 Mitarbeiter sollen demnächst digitale Mobilitätsdienstleistungen entwickeln und betreiben. Die Vernetzung aller Dienste steht dabei im Vordergrund, ebenso die Entwicklung von Sharing-Angeboten und Mitfahrdiensten. „Vernetzung wird die Art, wie wir uns fortbewegen, grundlegend verändern und dabei helfen, die Verkehrsprobleme von heute zu lösen. Mit ihr wird unsere Vision einer emissionsfreien, stressfreien und unfallfreien Mobilität Realität“, sagte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung.

Mitfahrservice SPLT wird übernommen

Im Zuge der verkündeten Strategie wird das amerikanische Startup SPLT übernommen  Das Konzept hinter dem Startup erinnert stark an das Model von der deutschen App flinc, die kürzlich von Daimler übernommen wurde. SPLT hat eine Plattform entwickelt, mit der Unternehmen, Universitäten oder Stadtverwaltungen Fahrgemeinschaften für ihre Mitarbeiter organisieren können. Nach der Übernahme soll das Unternehmen als unabhängige Einheit erstmal weiter bestehen. SPLT wurde 2015 gegründet. Derzeit zählt das Angebot rund 140 000 Nutzer in den USA, Mexiko und Deutschland. Zuvor wurde das Startup von InMotion unterstützt, dem VC von Jaguar und Land Rover. In den USA versucht sich das Google Unternehmen Waze mit einem ähnlichen Dienst, in Asien ist Wunder recht aktiv und in Europa ist BlaBlaLines am Start.

Coup wird weiter ausgebaut

Bei dem Scooter Sharing Dienst Coup gibt es auch Veränderungen. Die eScooter Dienst wird im Sommer auch in Madrid ausgerollt, nachdem in den vergangenen Jahren zu erst Berlin und dann Paris hochgefahren wurde. Das Startup soll anscheinend auch enger an den Konzern herangeführt werden, hoffentlich geht dabei nicht die nötige Schnelligkeit verloren. Konkurrenten wie CityScoot sind mittlerweile auch finanziell gut ausgestattet und könnten die Schwachstellen von Coup ausnutzen.

Roboter-Taxen mit Daimler

Mit Daimler sollen Roboter-Taxen entwickelt und bei Mobilitätsservices eingesetzt werden. Es wurde kommuniziert, dass die beiden Kooperationspartner noch vor Waymo einen kommerziellen Dienst mit autonomen Fahrzeugen anbieten wollen. Ob sich das ausgeht, ist mehr als fraglich. Waymo hat bereits die Lizenz für einen kommerziellen Dienst erhalten und wird in den kommenden Wochen oder Monaten loslegen. Das Unternehmen kann auch eine mehrjährige Testerfahrung vorweisen, Daimler und Bosch bisher nur eine Ankündigung.

Bild: Bosch (alle Rechte vorbehalten)

Mit BMW und Toyota Beteiligung: May Mobility sammelt 11.5 Mio. US$ für autonomes Shuttle ein

Das Startup May Mobility hat eine Finanzierung über 11.5 Mio. US Dollar eingesammelt. Die Seed-Finanzierung kommt von BMW i Ventures, Toyota AI Ventures und bestehenden Investoren wie Maven Ventures, SV Angel, Tandem Ventures, Trucks Ventures und YCombinator. Das Startup entwickelt kleine autonome Shuttle Fahrzeuge, die zuerst auf Geländen von Unternehmen und später auch im öffentlichen Raum eingesetzt werden sollen.

Autonomes Shuttle aus dem Y Combinator

Die Finanzierung kommt ein Jahr nach dem offiziellen Start und soll dafür verwendet werden, die Shuttles in mehreren Städten in den USA auszurollen. In diesem Jahr soll ein erster kommerzieller Dienst gestartet werden. Im letzten Jahr wurde in Detroit ein Pilotprojekt durchgeführt, um die Alltagstauglichkeit unter Beweis zu stellen. Das Team besteht auch Experten, die früher für Ford, GM, Toyota oder die University of Michigan gearbeitet haben. Auch Teilnehmer der DARPA Urban Challenge sind mit dabei.

Einsatz in abgegrenzten Gebieten

Die Shuttle sollen zuerst in abgegrenzten Gebieten eingesetzt werden, wie Industrie-Parks, Universitätsgeländen oder abgeschlossen Wohngebieten. Dabei verkehrten die Shuttle Vans auf festgelegten Routen, später ist auch eine on-demand Lösung geplant. Langfristig will May Mobility auch den operativen Betrieb für die Kunden, die Wartung und das Flottenmanagement übernehmen.

BMW i Ventures von Erfolg überzeugt

BMW i Ventures ist von dem Erfolg von May Mobility überzeugt. Der Managing Partner Uwe Higgen lässt sich mit folgenden Worten zitieren: “Jede Menge Fahrzeuge und Programme werden angekündigt oder getestet, aber May Mobility löst die heutigen Verkehrsprobleme mit autonomen Fahrzeugen auf realen Straßen.” Damit spielt Higgen auf die vielen Ankündigungen der Mitbewerber an, die meist noch nicht in die Realität umgesetzt wurden. In das Startup hat BMW i Ventures investiert, da das Team schon heute autonome Mobilität liefert und nicht erst in den kommenden Jahren. Das dadurch generierte Wissen soll wahrscheinlich auch in die Entwicklung bei BMW mit einfließen.

Ähnliche Fahrzeuge von EasyMile, Navya oder Local Motors

Mit ähnlichen Elektro-Fahrzeugen sind schon Anbieter wir Local Motors, EasyMile oder Navya unterwegs. Die Shuttle Fahrzeuge der Unternehmen sind in unterschiedlichen Pilotprojekten im Einsatz. So erprobt die BVG in Berlin Fahrzeuge von EasyMile und Navya, das Bahn Unternehmen ioki betreibt einen Shuttle in Bad Birnbach.

Bild: May Mobility (alle Rechte vorbehalten)

Nissan testet mit DeNA autonome Taxis in Japan

Berichte über Mobility Services in Japan häufen sich in den letzten Tagen. Zuerst wurde bekannt, dass Toyota und unabhängig davon auch Didi Chuxing und SoftBank aktiver in Japan werden wollen und unterschiedliche Taxi-Dienst aufgebaut werden sollen. Ein paar Tage später hat Sony angekündigt, dass mit unterschiedlichen Taxi-Unternehmen ein AI basierter Dienst gestartet werden soll. Als letztes steig jetzt Nissan in den Ring, zusammen mit DeNA. Beide Unternehmen wollen ab März einen Taxidienst mit autonomen Fahrzeugen starten, der Name des Dienstes heißt Easy Ride.

DeNA bisher mit Spielen und Entertainment erfolgreich

Die Konstellation ist interessant. DeNA ist bisher nicht wirklich als Anbieter einer Taxi-App in Erscheinung getreten, bisher wurden das Geld mit online Portalen und Spielen verdient. Auch Unternehmen Sparten aus dem Gesundheitswesen, Entertainment oder E-Commerce gehören zu den Konzern. Mit Anyca unterstützt da DeNA ein lokales peer-to-peer Car-Sharing Angebot in Japan und mit Robot Shuttle wird zusammen mit EasyMile ein autonomes Shuttle betrieben.

Autonome Taxis von mehreren Unternehmen geplant

Nissan schließt sich zusammen mit DeNA einem illustren Kreis an Unternehmen an, die Taxi-Dienste mit autonomen Fahrzeugen entwickeln wollen. Daimler und Bosch verfolgen das Ziel, in den nächsten Jahren einen kommerziellen Dienst mit Roboter Taxen anzubieten, ebenso Waymo, Uber, Lyft und viele andere. Einige Unternehmen kooperieren auch, um zusammen schneller zum Ziel zu kommen.

Auch In-Car Services für Fahrgäste werden getestet

Der Test wird Anfang März in Yokohama starten, da dort auch der Hauptsitz von Nissan ist. Die automatisierten Fahrzeuge werden auf einer 4.5 Kilometer langen Strecke unterwegs sein, zwischen einem Shopping Center und dem Hauptsitz von Nissan. Während der Fahrt können die Nutzer den App basierten Concierge Service Nutzen. So können zum Beispiel Informationen über lokale Sehenswürdigkeiten auf einem Tablet angezeigt werden und passende Vergünstigungen werden zum Download angeboten. Die Fahrgäste werden remote begleitet und sollen nach der Fahrt an einer kurzen Umfrage über ihre Erfahrungen und das Preisverhalten teilnehmen.

Kommerzieller Betrieb von Easy Ride bis 2020

Nissan hat wie andere japanische Hersteller die Ambition, bis zu den Olympischen Spielen in Japan autonome Fahrzeuge auf der Straße zu haben. Bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokyo sollen autonome Fahrzeuge als Transportmittel zum Einsatz kommen. Gleichzeitig wollen die japanischen Unternehmen das Event nutzen, um ihre technischen Fähigkeiten zu präsentieren. Zur Zeit wird auch ein rechtlicher Rahmen entwickelt, der das Betreiben von autonomen Flotten ohne große Probleme ermöglicht. Bis 2020 soll auch der Easy Ride Service voll ausgerollt sein. Bis dahin muss die Sensor- und Rechentechnik weiterentwickelt werden. Außerdem soll Service Designs für die Nutzung der autonomen Fahrzeuge in Tests entwickelt werden.

Bild: Easy Ride (alle Rechte vorbehalte)

Autonome Fahrzeuge: Waymo darf kommerziellen Ride-Sharing Dienst in Arizona anbieten

Die Alphabet Tochter Waymo hat in Arizona die Lizenz für einen kommerziellen Ride-Sharing Dienst mit autonomen Fahrzeugen erhalten. In dem amerikanischen Bundesstaat ist Waymo als Transportation Network Company (TNC) zugelassen. Waymo scheint es ernst zu meinen und will Lyft und andere Anbieter in den USA mit einem eigenen Ride-Sharing Dienst herausfordern.

Erster Anbieter, der voll auf autonome Fahrzeuge setzt

Damit ist das Unternehmen einer der ersten Anbieter, die ausschließlich auf autonome Fahrzeuge bei der Beförderung von Passagieren setzten. Der jetzige Schritt bestätigt die Befürchtungen von Uber und anderen Anbieter, dass Waymo nicht nur Systeme für autonome Fahrzeuge entwicklen und produzieren will, sondern auch einen kommerziellen Fahrdienst aufbauen will.

Kommerzieller Betrieb noch in diesem Jahr geplant

Bisher hat Waymo den Dienst kostenlos angeboten. Seit letztem April können Nutzer in Phoenix im Rahmen eines Tests die Fahrzeuge per App buchen und werden ohne Endgeld von A nach B befördert. Mehr als 6 Mio. Kilometer hat die Flotte in Phoenix abgespult, einen Großteil davon autonom. Sie Fahrzeuge verfügen über Fähigkeiten auf Level 4 von 5 auf Skala der National Highway Traffic Safety Administration.

Die jetzt erhaltene TNC Lizenz erlaubt Waymo, dass Fahrpreise für die Beförderung von A nach B erhoben werden. Der kommerzielle Dienst soll später im Jahr gestartet werden, nachdem alle Tests abgeschlossen sind. Wie teuer der Dienst sein soll, wurde noch nicht kommuniziert. Es ist davon auszugehen, dass das Angebot günstiger als die Pooling Dienste von Uber, Lyft und Co. Sein wird. Dank der autonomen Systeme wird kein Fahrer mehr benötigt, was die Betriebskosten erheblich senken dürfte.

Arizona besonders gut für empfindliche Systeme geeignet

In Arizona ist das Klima besonders trocken, deswegen sind Städte wie Phoenix bestens für die Erprobung der Systeme für autonomes Fahren geeignet. Bisher sind Sensoren und Elektronik noch stark anfällig für Regen, Nebel und co. Phoenix kommt pro Jahr auf 312 Sonnentage, was die Tests und Weiterentwicklung vereinfacht.

Obwohl Google an Uber beteiligt ist, hat sich das Verhältnis der beiden Unternehmen in den letzten Jahren stark verschlechtert. Unter anderem hat Waymo Uber vorgeworfen, Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben. Nach einer Schlammschlacht und mehreren Gerichtsverhandlungen wurde der Fall in den vergangenen Wochen mit einem Vergleich beigelegt. Während den Verhandlungen vor Gericht wurde auch bekannt, dass Google gar nicht begeistert davon war, dass Uber eigene Systeme für autonomes Fahren entwickelt.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: Waymo, Daimler und Co – wer mit wem arbeitet

Bei Thema autonomes Fahren, setzten viele Unternehmen auf Kooperationen. Für Automobilhersteller, Zulieferer und co. sind Kooperationen nichts ungewöhnliches, nur wurde bisher wenig darüber veröffentlicht oder es war einfach nicht interessant, wer für BMW den Katalysator oder für Daimler die Einspritzpumpe liefert. Anders sieht es beim Thema autonomes Fahren aus. Die beteiligten Unternehmen können nicht schnell genug die geschlossenen Partnerschaften öffentlichkeitswirksam kommunizieren.

Wir haben die auf GetMobility.de veröffentlichten Artikel analysiert und die bekannten Partnerschaften zwischen Automobilherstellern, Zulieferern, Technologieunternehmen, Software Providern und Mobility Plattformen in einer Infografik dargestellt. Die Landschaft der Partnerschaften wird mittlerweile unübersichtlich, die ein oder andere Partnerschaft wird auch in der Grafik nicht abgebildet sein. Nutzen Sie das Formular am Ende des Artikels, um Ergänzungen an uns zu übermitteln.

Bei der Analyse ist auch aufgefallen, dass viele Mitteilungen eher Ankündigungscharakter haben, mit Ziel für Verwirklichung bis 2020/2021. Es wird spannend zu Verfolgen sein, welche Ankündigungen in den kommenden drei bis vier Jahren realisiert werden können.

Warum setzen die Unternehmen auf Partnerschaften

Es gibt unzählige Gründe, warum es Sinn macht, dass Unternehmen unterschiedlicher Bereiche bei dem Thema autonomes Fahren kooperieren. Eine kurze Auswahl ist hier aufgelistet.

  • Die benötigten Technologien und Systeme sind komplex. Automobilhersteller und auch Zulieferer haben häufig nicht die nötigen Experten, um die benötigten Systeme zu entwickeln.
  • Startups und Technologieunternehmen, die sich auf eine spezielle Komponente fokussieren, haben meistens einen Entwicklungsvorsprung, der genutzt werden kann. Es ist schneller und meist auch kostengünstiger, die Erfahrung von spezialisierten Unternehmen zu nutzen.
  • Kostendruck: Die Entwicklung von Komponenten und Systemen für autonome Autos ist teuer, duch Partnerschaften lässt sich das finanzielle Risiko auf mehrere Schultern verteilen.
  • Gemeinsam zu mehr Daten: Ohne große Mengen an Daten wird autonomes Fahren nicht erfolgreich sein. Zum Beispiel müssen Karten mit aktuellen Umgebungsdaten angereichert werden, damit die autonomen Fahrzeuge navigieren können. Es geht nur gemeinsam, diese Datenmengen zu erheben und zu verarbeiten.
  • Wettbewerbsdruck: Gerade Automobilhersteller spüren den Druck durch Technologieunternehmen wie Waymo oder Uber. Durch Partnerschaften versuchen sie, diesen Druck abzumildern.

Veränderungen bei der Zulieferer-Struktur

Im Zuge der Einführung von autonomen Fahrzeugen wird sich die Struktur der Zulieferer grundlegend ändern, wie das aussehen wird, muss sich in den nächsten Jahren zeigen. Ein paar Trends und Hypothesen lassen sich aber schon mal aufstellen:

  • Technologiekonzerne werden zu Zulieferern: Unternehmen wie Nvidia oder Google (vor allem über das Tochterunternehmen Waymo) werden sich als Zulieferer im Mobility Sektor etablieren.
  • Automobilhersteller werden zu Zulieferern für Mobility Plattformen: In den kommenden Jahren werden die Automobilhersteller immer mehr zu Zulieferern für Mobilitätsnetzwerke wie Uber oder Didi.
  • Die Kunden entscheiden sich für eine Mobilitätsplattform und nicht für eine Automarke. Als Vergleich kann das Setup der heutigen Airlines herangezogen werden. Die Passagiere wählen eine Airline (z.B. Lufthansa, Quantas, etc.) und überlassen es der Airline, welche Flugzeuge (e.g. Boing, Airbus) eingesteht werden.
  • Automobilhersteller werden zu Zulieferern für andere Hersteller: Hochspezialisierte Systeme werden anderen Herstellern in einer Kundenbeziehung angeboten. Als Beispiel dafür kann der Ansatz von BMW und seinen Kooperationspartnern gesehen werden.
  • Heutige Werte wie Türgeräusch oder Durchzug des Motors werden weniger wichtig, Formfaktor und Funktionalität rücken in den Vordergrund.

Die Infografik kann hier in einer hochauflösenden Version geladen werden. Bitte nennen Sie GetMobility.de als Quelle bei Verwendung der Grafik.

 

Autonomes Fahren: Hyundai soll letzter Partner in BMW und Intel Allianz werden

BMW und Intel haben 2016 eine Allianz ins Leben gerufen, um gemeinsam die technologische Plattform für autonome Autos zu entwickeln. Das von Intel übernommen Unternehmen Mobileye ist auch seit Beginn ein Teil der Kooperation. Über die Zeit ist die Allianz mit weiteren Partnern gewachsen. Mit Fiat Chrysler kam ein weiterer Automobilhersteller hinzu, mit Continental und Delphi entsprechende Zulieferer. Als letztes Mitglied soll laut einem Pressebericht der Hersteller Hyundai ein Teil der Partnerschaft werden.

Hyundai als asiatischer Player für autonomes Fahren

Mit dem koreanischen Hersteller Hyundai wäre ein asiatischer Player mit von der Partie. Die Gespräche zwischen Hyundai und den anderen Kooperationspartnern sollen schon seit mehreren Wochen laufen und kurz vor dem Abschluss stehen. Ziel ist es, die Gespräche im ersten Quartal 2018 abzuschließen. Eigentlich sollte schon Ende 2017 der letzte Automobilhersteller als Entwicklungspartner dem Projekt beitreten, damit man sich ab Anfang 2018 voll auf die Entwicklung konzentrieren kann. Alle weiteren Interessenten sollten dann als Kunden von dem Gemeinschaftsprojekt profitieren können. Die Entwicklungspartner beteiligen sich aktiv an der Entwicklung der Technologien, die Kunden haben keinen aktiven Part bei der Entwicklung. Der Zeitplan scheint sich verzögert zu haben. Die Zeit drängt, bis 2021 soll das erste vollautomatisierte Fahrzeug produktionsreif sein.

Partnerschaft mit Aurora

Hyundai setzt bei der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen auch auf das amerikanische Startup Aurora, das von Google, Uber und Tesla Veteranen gegründet wurde. Auf der CES in Las Vegas haben Hyundai und Aurora die Zusammenarbeit bekanntgegeben.

Allgemein setzt sich der Trend fort, dass Hersteller, Zulieferer und andere Technologieunternehmen eng zusammen arbeiten, um schneller und effizienter die technologischen Plattformen für autonomes Fahren zu entwickeln. Das BMW bereit ist, die Plattform auch an externe Kunden abzugeben ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich die Automobilindustrie in den kommenden Jahren stark verändern wird. Automobilhersteller können ein weiteres Geschäftsfeld als Systemlieferant aufbauen, das mit der Zeit den herkömmlichen Autoverkauf ablösen könnte.

Bild: GetMobility (alle Rechte vorbehalten)