Archiv der Kategorie: selbstfahrende Autos

BMW in China: Unternehmen erhält Genehmigung für autonome Fahrzeuge in Shanghai

BMW arbeitet wie viele andere Automobilhersteller, Technologiekonzerne uns Startups an autonomen Fahrzeugen. Bisher werden die Autos von BMW in München und im Silicon Valley getestet. Als erstes ausländisches Unternehmen hat BMW jetzt die Genehmigung erhalten, autonome Fahrzeuge in Shanghai zu testen. 

Erster internationaler Hersteller mit Genehmigung

Vor BMW hat noch kein anderer internationaler Hersteller die Genehmigung erhalten, in China selbstfahrende Autos zu testen. Bisher haben die chinesischen Hersteller Nio und SAIC die Genehmigung erhalten, nachdem im März neue Regeln für die Tests erlassen wurden. Beide Unternehmen haben bisher 6000 Kilometer ohne Vorfälle zurückgelegt. 

Tests auf öffentlicher Straße

Die Behörden in Shanghai haben vorerst zwei BMW 7er Modelle für Tests auf einem Abschnitt von 5.6 km auf einer öffentlichen Straße genehmigt. In den kommenden Monaten soll die Flotte bis auf sieben Fahrzeuge vergrößert werden. Die 7er Modelle sind mit reichlich Technik von Intel, Aptiv und andren Herstellern ausgestattet. Der Genehmigung waren ausführliche Tests auf einem Testgelände bei Shanghai vorausgegangen. Shanghai ist für die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen auf Level 4 ein geeignetes Testfeld. Mit den gesammelten Daten werden die Machine Learning Algorithmen gefüttert, um die passenden Fahrmanöver ausführen zu können.

In den kommenden Monaten soll auch das Team an Experten in China vergrößert werden. Auf bis zu 60 Experten für selbstfahrende Autos soll das Team in China anwachsen. Auch bei München werden die Teams erweitert, die autonome Fahrzeuge zusammen mit Intel und Mobileye entwickeln. Erst kürzlich wurde ein neuer Campus eröffnet, auf dem alle Experten zusammengezogen werden. 

Campus für autonomes Fahren in München

Während der Eröffnung war es auch möglich, eine Fahrt in einem aufgerüsteten 7er BMW zu absolvieren. Die Fahrt führte über einen Parkplatz, der mit BMW Fahrzeugen präpariert war. Auf einem kurzen Rundkurs hatten die Pressevertreter die Möglichkeit, eine autonome Fahrt zu erleben. Durch die kurze Distanz und das präparierte Setup war es unmöglich einen guten Eindruck über die Leistungsfähigkeit zu erhalten. Der Fokus lag mehr auf den Mitfahrern und den Funktionen, die über das Table gesteuert werden können. 

China setzt Maßstäbe

China setzt im Moment Maßstäbe bei der Disruption der herkömmlichen Automobilindustrie uns ist gleichzeitig einer der wichtigsten Absatzmärkte. Bei den Themen Elektromobilität, Fahrdienste und auch autonomes Fahren hat China eine führende Position inne. Die CASE Mobilitätsthemen werden in China von der Politik vorangetrieben. 

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

BMW bezieht LiDAR Sensoren von Innoviz für selbstfahrende Autos

Der Automobilhersteller BMW möchte bis 2021 autonome Fahrzeuge mit Level 3 auf die Straße bringen, in den Jahren darauf sollen Fahrzeuge mit Fähigkeiten auf Level 4 folgen. Für diese Fahrzeuge benötigt BMW LiDAR Sensoren, damit die Umgebung der Fahrzeuge wahrgenommen werden kann. BMW hat bekanntgegeben, dass LiDAR Sensoren und weitere Komponenten von dem Startup Innoviz bezogen werden sollen.

LiDAR steht für Light Detection and Ranging – die Sensoren basieren auf Laserlichtstrahlen, die an Objekten reflektiert werden. So können feste und beweglich Gegenstände identifiziert werden und das autonome Fahrzeug kann seine Route berechnen. Bei ersten autonomen Testfahrzeugen ist der unförmige drehende LiDAR Sensor auf dem Dach aufgefallen.

Handliche Sensoren für die BMW Fahrzeuge

Die Sensoren von Innoviz sind viel kleiner und eine Dachmontage ist auch nicht erforderlich. Die Sensoren können in die Karosserie verbaut werden, um dem Fahrzeug eine Rundumsicht zu ermöglichen, verbaut BMW in den Testfahrzeugen mindestens fünf LiDAR Sensoren. Die Sensoren sollen in das technische Setup integriert werden, das BMW zusammen mit Intel, Mobileye und Aptiv entwickelt. Neben den Sensoren bringt Innoviz auch Technologien für die Objekterkennung, das Tracking von Gegenständen und die Klassifizierung mit ein.

Auch Beteiligung an Blackmore Sensors

Wie zu erwarten, verfolgt BMW bei LiDAR Sensoren mehrere Wege. Erst kürzlich hat sich BMW auch an dem Startup Blackmore Sensors and Analytics beteiligt, die ebenfalls günstigere und handliche LiDAR Sensoren entwickeln. Die Sensoren befinden sich noch relativ am Anfang der technischen Entwicklung, in den nächsten Jahren werden Leistungssprünge und sinkende Kosten erwartet. Da macht es Sinn, dass BMW mehrere Unternehmen beobachtet und testet, um die besten Sensoren für die Fahrzeuge der Zukunft auswählen zu können.

Innoviz von Magna unterstützt

Innoviz hat im letzten Jahr 65 Mio. Dollar an Finanzierung eingesammelt, unter anderem von dem Automobilzulieferer Magna. Innoviz ist nicht die einzige Beteiligung von Magna, die sich mit Technologien für autonomes Fahren befasst. Kürzlich wurde eine Partnerschaft mit dem Ride-Sharing Dienst Lyft geschlossen und Magna hat sich mit 200 Mio. Dollar an dem Unternehmen beteiligt. Lyft und Magna wollen gemeinsam autonome Fahrzeuge auf die Straße bringen, die über die Lyft Plattform gerufen werden können. Gut möglich, dass es sich dabei um BMW Fahrzeuge handelt, die mit den von Magna finanzierten Innoviz Sensoren ausgestattet sind. Das Lyft Show Fahrzeug auf der CES war bereits ein aufgerüsteter BMW.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Fahrzeuge: Drive.ai startet Ride-Hailing Dienst in Texas

Das Startup Drive.ai aus Kalifornien startet einen Fahrdienst mit autonomen Fahrzeugen in Texas. In dem Pilotprojekt sollen Erfahrungen gesammelt werden, wie sich die autonome Fahrzeuge im Straßenverkehr bewegen und wie die Passanten darauf reagieren. Die Fahrzeuge sollen über Fähigkeiten auf Level 4 verfügen. 

Start im Juli geplant

Das Projekt, das im Juli starten soll, ist für sechs Monate ausgelegt und insgesamt sollen mehr als 10.000 Nutzer in dem Zeitraum transportiert werden. Das Bediengebiet ist auf ein definiertes Gebiet mit Wohnungen, Einkaufsläden, Büros und Ausgehmöglichkeiten beschränkt. Die Distanzen in dem Gebiet sind zu lang, um sie zu laufen und zu kurz um sie mit dem eigenen Auto zu fahren. Außerdem ist die Verkehrs- und Parksituation in dem Gebiet überlastet. Durch den Dienst von Drive.ai soll die Situation entspannt werden und das Problem der letzten Meile gelöst werden.

Kooperation mit lokalen Behörden und der Stadt

Drive.ai arbeitet mit der texanischen Stadt Frisco zusammen, einer Stadt mit etwa 170.000 Einwohnern. Die lokalen Behörden helfen dabei, die Haltepunkte zu definieren, an denen die Fahrgäste ein- und aussteigen können. Außerdem sollen die Bürger gemeinsam vorab über den Dienst mit autonomen Fahrzeugen aufgeklärt werden. Über eine eigene App soll der Dienst gerufen werden können, eine Kooperation mit einer bestehenden Ride-Sharing Plattform ist vorerst nicht geplant.

Drive.ai entwickelt Systeme für autonome Fahrzeuge

Drive.ai ist bereits 2015 gestartet und hat in den letzten Jahren ein System für autonome Fahrzeuge entwickelt. Das System aus Sensoren, Rechenpower, Software und Deep Learning Technologie kann in unterschiedlichen Fahrzeugen verbaut werden. Ein ähnliches Prinzip verfolgen die Unternehmen Waymo oder Uber. In Texas kommen Nissan Minivans zum Einsatz, die mit dem Technik-System von Drive.ai ausgestattet werden. Außerdem sollen die Fahrzeuge über Displays verfügen, die Nachrichten für die Passanten und Fahrer anderer Fahrzeug anzeigen. Durch die Displays und die auffälligen Farben mit der Aufschrift “Self-Driving Vehicle” soll die Sicherheit erhöht werde. Es ist davon auszugehen, dass noch ein Operator im Fahrzeug sein wird, um im Notfall das Steuer übernehmen zu können. 

Bild: Drive.ai (alle Rechte vorbehalten)

Lyft und Aptiv starten autonome Flotte in Las Vegas

Während der CES Anfang des Jahres hatten die beiden Unternehmen Lyft und Aptiv eine kleine Flotte autonomer Fahrzeuge auf der Straße, die Messegäste befördert haben. Mehr als 400 Fahrgäste wurden damals befördert und die Resonanz war durchwegs positiv. In einem nächsten Schritt wird in Las Vegas eine größere Flotte mit 30 autonomen Fahrzeugen ausgerollt.

Buchbar über Lyft Ridesharing-App

Die Fahrzeuge sind über die Lyft App für alle Nutzer buchbar. Die Nutzer können die Option autonomes Fahren in der App auswählen und der Fahrpreis ist im Moment noch identisch mit einer herkömmlichen Lyft Fahrt mit fahrerbasiertem Fahrzeug. Lyft und Aptiv wollen durch den Einsatz lernen, wir sich autonome Fahrzeuge operativ effizient und wirtschaftlich einsetzen lassen. Außerdem sollen Informationen über unvorhersehbare Szenarien im Straßenverkehr gesammelt werden, um die Fahrzeuge drauf vorbereiten zu können. Dabei steht immer die Sicherheit im Fokus. Die Fahrzeuge werden nach und nach ausgerollt und es wird sich auch immer ein Operator mit im Fahrzeug befinden, der im Notfall eingreifen kann.

BMW Fahrzeuge als Grundlage

Die Aptiv Fahrzeuge basieren auf BMW Modellen, die mit entsprechender Technik ausgestattet sind. Ein Set an LiDAR Sensoren, Radars und Kameras sammelt genügend Daten, um dem Fahrzeug eine 360-Grad Sicht zu ermöglichen. Ob es sich bei den autonomen Autos um Fahrzeuge handelt, die auch BMW für die eigene Erprobung nutzt, ist nicht bekannt. BMW verbaut in den eigenen Fahrzeugen auch Aptiv Komponenten, die die Grid Fusion der Sensor-Daten im Fahrzeug übernehmen.

Konkurrenz durch Waymo und Uber

Lyft und Aptiv sind nicht die einzigen Unternehmen, die autonome Fahrzeuge für den Einsatz auf Ride-Sharing Plattformen testen. Mitbewerber Uber testet seit längerem autonome Autos in Pittsburgh und hat jüngst einen Rückschlag erlitten. Das Google Schwesterunternehmen Waymo gilt als technisch führend, in Phoenix werden aufgerüstete Minibusse eingesetzt, demnächst soll ein kommerzieller Fahrdienst mit autonomen Fahrzeugen starten.

Bild: Aptiv (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Pooling mit autonomen Ford Fahrzeugen ab 2021

Der Automobilkonzern Ford hat schon mehrmals angekündigt, dass bis 2021 autonome Fahrzeuge für Ride-Pooling und Logistik-Dienste serienreif sein sollen. Ford möchte nicht nur die Fahrzeuge verkaufen, sondern auch in den Markt der Mobility Services einsteigen. Damit positioniert sich der Hersteller langfristig als Mitbewerber zu Uber, Lyft und anderen Ride-Sharing Anbietern.

Mobilitätsdienste skalieren

In einem Interview mit der Financial Times hat der Ford Manager Jim Farley betont, dass der Automobilhersteller ab 2021 die Mobilitätsdienste mit autonomen Fahrzeugen skalieren wird. Ford strebt dabei an, die Fahrzeuge zu besitzen und zu betreiben. Damit geht der Automobilhersteller einen anderen Weg als die Hersteller Volvo oder Jaguar Land Rover. Diese Hersteller wollen sich eher als Zulieferer von Fahrzeugen positionieren aber nicht als Flottenbetreiber. Andere Hersteller, wie Daimler oder General Motors planen einen ähnlichen Weg wie Ford zu gehen. Durch den Betrieb von eigenen autonomen Flotten erhoffen sich die Hersteller höhere Umsätze und Margen pro Fahrzeug.

City of Tomorrow von Ford

Ford hat auf der CES in Las Vegas die Pläne für eine vernetzte Mobility Plattform mit autonomen Fahrzeugen medienwirksam veröffentlicht. Der Fokus soll auf der Verschmelzung von Personenbeförderung und Warenlogistik liegen. Es soll ein Beitrag geleistet werden, um die Situation und verstopften, verschmutzen und schnell wachsenden Städten zu verbessern. Zuvor hat Ford fast eine Milliarde Dollar in das Unternehmen Argo investiert, das Technologien für autonomes Fahren entwickelt.

Pizza von Domino’s mit autonomen Fahrzeugen

Kurz darauf wurde in Miami ein Testprogramm mit autonomen Ford Fahrzeugen gestartet. Die Fahrzeuge werden als Lieferfahrzeuge für den Pizzadienst Domino’s und den on-demand Dienst Postmates eingesetzt. Ford will durch den Test in Miami auch bei den Themen Flottenmanagement und Wartung dazulernen. Auch das Geschäftsmodell soll durch die Tests entwickelt werden.

Bild: Ford Motor Company (alle Rechte vorbehalten)

Scotty Labs: Remote Überwachung für autonome Fahrzeuge sichert sich 6 Mio. Dollar

Das Startup Scotty Labs, das eine Remote-Überwachung für autonome Fahrzeuge entwickelt, sammelt in einer Finanzierungsrunde 6 Mio. Dollar ein. Das Geld kommt von Gradient Ventures, die beiden VCS Horizon Ventures und Hemi Ventures beteiligen sich ebenfalls. Gradient Ventures ist Teil von Google und beteiligt sich an Unternehmen in frühen Phasen.

Fahrzeuge aus der Ferne übernehmen und steuern

Scotty Labs entwickelt ein System, mit dem sich Fahrzeuge aus der Ferne übernehmen und steuern lassen. Die Technik soll in komplexen Situationen zum Einsatz kommen, die von den autonomen Fahrzeugen noch nicht beherrscht werden. Heute sind bei den autonomen Fahrzeugen immer noch Stuarts an Bord, die im Notfall oder in komplexen Situationen das Steuer übernehmen können. Die Lösung von Scotty Labs kann den Stuart nach und nach ersetzten und den Weg zu völlig autonomen Fahrzeugen auf Level 4 oder 5 ebnen. Eine Person in einer Leitwarte kann mehrere Fahrzeuge zeitgleich überwachen und im Notfall eingreifen. Die Lösung von Scotty ist nicht nur auf Autos beschränkt, sondern kann auch bei VTOLs, Lieferroboter oder autonomen LKWs zum Einsatz kommen.

Erste Partnerschaft mit Voyage geschlossen

Das Unternehmen will mit den Entwicklern von Systemen für autonomes Fahren zusammenarbeiten und sie bei dem Roll-Out in den kommenden Jahren begleiten. Eine erste Partnerschaft wurde mit dem Unternehmen Voyage geschlossen. Voyage wird über InMotion Ventures von Jaguar Land Rover finanziert und entwickelt selbstfahrende Fahrzeuge. Diese werden bereits in einer kleinen Gemeinde in den USA getestet, in der Senioren und Rentner beheimatet sind.

Auch TU München beschäftigt sich mit Ansatz

Scotty Labs sind nicht die einzigen, die sich mit dem Ansatz beschäftigen. Die Technische Universität München forscht an dem Thema seit längerem. Es wid bereits ein System getestet, mit dem sich knifflige Situationen im Straßenverkehr per Fernsteuerung aus einer Leitwarte lösen lassen. Das System kann in unterschiedlichen Situationen hilfreich sein. Unter anderem können festgelegte Situationen im Straßenverkehr übernommen werden.  Eine Fernsteuerung ist zum Beispiel für ältere Menschen sinnvoll, die im ländlichen Raum noch gerne Auto fahren, sich aber nicht mehr in Innenstädte trauen. Mehrere Industrieunternehmen sollen sich für die Technologie interessieren.

Bild: Scotty Labs (alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: Waymo will ohne Sicherheitsfahrer in Kalifornien fahren

Vor ein paar Wochen hat der amerikanische Bundesstaat Kalifornien die Gesetzeslage für autonomes Fahrern überarbeitet. Unternehmen können sich seither für eine Lizenz bewerben, die ihnen erlaubt, ganz ohne Sicherheitsfahrer unterwegs zu sein. Auch Lenkrad, Außenspiegel und Pedale können nach den neuen Regeln weggelassen werden. Bisher wurde vorgeschrieben, dass bei autonomen Fahrzeugen immer noch eine Person hinter dem Steuer sitzt, die in Notfällen die Kontrolle übernehmen kann.

Waymo will von Gesetzesänderung profitieren

Waymo ist das zweite Unternehmen, das sich in Kalifornien für die Testlizenz nach neuem Vorbild beworben hat. Der Schritt kommt nicht unerwartet, da die Waymo Mutter Alphabet in Kalifornien den Hauptsitz hat und da das Unternehmen daran interessiert ist, die Technologien für autonomes Fahren so schnell wie möglich weiterzuentwickeln. Der Name des weiteren Unternehmens ist nicht bekannt. Uber hat sich dazu entschieden, dass es erstmal keine weitere Testlizenz in Kalifornien beantragen wird. Bei dem zweiten Unternehmen könnte es sich um die General Motors Tochter Cruise handeln, die bereits in Kalifornien aktiv ist und angekündigt hat, komplett fahrerlos testen zu wollen.

Waymo testet bereits in Arizona ohne Fahrer

Für Waymo ist Kalifornien ein weiteres Testfeld nach Arizona. Dort teste das Unternehmen bereits autonome Fahrzeuge ohne Sicherheitsfahrer. In Arizona hat das Schwesterunternehmen von Google auch eine TNC-Linzenz erhalten, um einen kommerziellen Dienst mit autonomen Fahrzeugen anbieten zu können. In Kalifornien werden die Genehmigungen nur zu Testzwecken vergeben, an einen kommerziellen Betrieb ist dort noch nicht zu denken. Bisher haben 50 Unternehmen die Genehmigung erhalten, in Kalifornien autonome Fahrzeuge zu testen. Etwa 300 Fahrzeuge sollen sich im Einsatz befinden. Der Technologiekonzern Apple soll dabei die größte Flotte im Einsatz haben.

Führender Anbieter für autonomes Fahren

Das Unternehmen zählt zu den technisch führenden Anbietern beim Thema vollautomatisiertes Fahren. Bereits 2009 wurde bei Google damit begonnen, Technologien für autonome Fahrzeuge zu entwickeln. Letztendlich wurde Waymo als eigenständiges Unternehmen ausgegründet. Es wird mit mehrere Automobilherstellern zusammengearbeitet, um autonome Fahrzeuge so schnell wie möglich in Serie zu bringen.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: Lyft und Magna arbeiten zusammen

Dem amerikanischen Ride-Sharing Anbieter Lyft ist ein Deal mit dem Automobilzulieferer Magna gelungen. Beide Unternehmen arbeiten bei dem Thema autonomes Fahren zusammen, außerdem investiert Magna 200 Mio. Dollar in die Fahrdienst Plattform. Magna ist einer der führenden Automobilhersteller und Auftragsfertiger für die Automobilindustrie.

Entwicklung von Systemen für autonomes Fahren im Vordergrund

Gemeinsam wollen die Unternehmen Systeme für autonomes Fahren entwickeln, die in kleineren und mittleren Fahrzeugen verbaut werden können. Magna wird dafür verantwortlich sein, die Systeme in die Architektur der Fahrzeuge zu integrieren. Das Team von Lyft ist für die Entwicklung der Software und Algorithmen verantwortlich. Magna wird auch Technologie-Kits in die Partnerschaft mit einbringen, wahrscheinlich soll es sich dabei um Sensoren und Kameras handeln. Obwohl sich Magna beim Fahrzeugbau auskennt, wird das Unternehmen keine Autos im Rahmen der Partnerschaft bauen. Es wurde nicht bekanntgegeben, bis wann beide Unternehme erste Ergebnisse zur Serienreife entwickelt haben werden. Es ist aber davon auszugehen, dass es vor 2021 geschehen wird.

Rechte und Patente bei beiden Unternehmen

Die Rechte an der im Rahmen der Partnerschaft entwickelten Patente, bzw. An dem geistigen Eigentum wird beiden Unternehmen gehören. Magna sichert sich durch das Investment und die Partnerschaft das Exklusivrecht für die Belieferung mit Technologie-Kits. Magna setzt mit dem Deal auf die Zukunft und rechnet auch damit, dass es noch eine Weile dauern wird, bis mit den Ergebnissen Geld verdient wird.

Zulieferer für anderer Hersteller

Ähnlich wie bei Uber, Waymo oder BMW sieht die Strategie vor, dass Automobilkonzerne und andere Interessenten die Technologie-Kits einkaufen können. Lyft hat im vergangenen Sommer damit angefangen, an Technologien für selbstfahrende Autos zu arbeiten. Dabei setzt die Ride-Sharing Plattform auf Partnerschaften mit Automobilherstellern, Technologie-Unternehmen und Zulieferern. Unter anderem arbeitet Lyft mit Ford, Land Rover, Waymo und General Motors zusammen, die Unternehmen sollen die Lyft Plattform nutzen können, um die eigenen autonomen Fahrzeuge einzusetzen. Parallel werden eigene Systeme für autonomes Fahren entwickelt.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

BMW Group eröffnet Campus für autonomes Fahren

BMW hat in einer Rekordzeit eine in Unterschleißheim bei München bereits bestehende Immobilie zum Autonomous Driving Campus umgebaut, der heute offiziell eröffnet wird. Der neue Campus bietet auf 23.000 qm Bürofläche Platz für 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich mit dem Thema autonomes Fahren beschäftigen sollen.  Erst vor 15 Monaten wurde die Entscheidung getroffen, die Ressourcen, die an den Themen Fahrerassistenz und hoch- bzw. vollautomatisiertes Fahren arbeiten, an einem Standort zusammen zu führen.

“Wir wollen auch beim sicheren autonomen Fahren eine Führungsposition einnehmen. Dieses Ziel verfolgen wir konsequent und schaffen systematisch die Rahmenbedingungen. Einer der Meilensteine ist unser Campus für autonomes Fahren“, so Klaus Fröhlich, Mitglied des Vorstandes der BMW AG, Entwicklung.

Unterstützung durch den Freistaat Bayern

Unterstützt wird BMW durch die Bayerische Landesregierung. Ministerpräsident Dr. Markus Söder äußert sich wie folgt zu dem neuen Kompetenzzentrum: „Wir sind für Mobilität und gegen Fahrverbote. Die Zukunft der Mobilität ist ein zentrales Thema im wachsenden Freistaat. Wir brauchen innovative Verkehrskonzepte – sicher, intelligent und umweltschonend. Autonomes Fahren ist dabei eine wesentliche Schlüsseltechnologie. Die Einrichtung des neuen Autonomous Driving Campus in Unterschleißheim ist ein klares Bekenntnis für den High-Tech-Standort Bayern und ein weiterer Beleg für die enge Partnerschaft zwischen BMW und dem Freistaat Bayern.“

Autonomes Fahren auf Level 3 und 4 bis 2021

Auf dem Campus arbeitet BMW mit den bestehenden Partnern zusammen, um bis spätestens 2021 den BMW iNext mit Level 3 Funktionalitäten auf die Straße zu bringen. Dabei handelt es sich vor allem um die Partner Here, Intel und Mobileye. Der Kartendienst Here, an dem BMW auch beteiligt ist, liefert die Karten für das hoch- bzw. vollautomatisierte Fahren, von Intel und Mobileye kommen wichtige Sensoren und die Rechen-Power. In dem iNext Fahrzeug sollen Level 4 Funktionalitäten technisch vorgehalten werden und nach und nach zum Einsatz kommen. Funktionalitäten auf Level 5 werden parallel entwickelt und in Pilotprojekten angewendet, die Einführung in die Serie wird erst nach 2021 erfolgen.

Agile Arbeitsmethoden sollen schneller ans Ziel führen

Die Mitarbeiter auf dem neuen Campus sollen nach agilen Methoden arbeiten, um schneller, flexibler und effizienter zum Ziel zu kommen. Der Fokus liegt dabei auf der Zusammenarbeit in kleinen, interdisziplinären Teams, die einzelne Features und Teilprozesse End-to-End verantworten. Durch eine hohe Flexibilität können die Teams schnell auf neue Anforderungen reagieren, der gesamte Entwicklungsprozess gewinnt so an Geschwindigkeit und die Komplexität lässt sich besser beherrschen. Ein Konzept, das bei Startups und kleineren Unternehmen bereits Standard ist – erfreulich, dass BMW das im Jahr 2018 auch erkannt hat.

Datengetriebene Entwicklung

BMW verfolgt mit den Partnern einen datengetriebenen Entwicklungskreislauf. Die über die im Fahrzeug verbaute Sensorik gesammelten Realdaten werden in einem Daten Center aufbereitet und verarbeitet. Die Aufbereitung der Daten geschieht in einem Daten Center, das sich in der Nähe des Campus befindet. Etwa 16 Terrabyte Daten sammelt ein Testfahrzeug mit der Sensorik zum hochautomatisierten Fahren, rund 40 Terrabyte Daten sammelt ein Testfahrzeug mit der Sensorik zum vollautomatisierten Fahren jeweils pro Arbeitstag. Die Fahrzeuge verfügen über Lidar, Radar, Ultraschall und Kamera Sensoren, um das nähere Umfeld des Fahrzeugs zu erfassen. Die Sensortypen und deren Platzierung in den Entwicklungsfahrzeugen entsprechen dem Zielsetup, wobei von Anfang an das Gesamtfahrzeug berücksichtigt wird.

Seit dem vergangenen Jahr betreibt BMW eine Testflotte mit 40 Fahrzeugen, die bis Ende 2018 auf 80 Fahrzeuge aufgestockt werden soll. Die Fahrzeuge kommen in Deutschland, USA, Israel und China zum Einsatz. Bei der Entwicklung der der Fahrzeuge ist BMW auf Partner angewiesen, vor allem bei dem Themen Software Entwicklung und Künstliche Intelligenz.

Nur mit Partnern möglich

Nicht nur beim agilen Arbeiten scheint BMW von Startups gelernt zu haben. Auch Partnerschaften sollen stärker im Fokus stehen. Klaus Fröhlich, Mitglied des Vorstands bei BMW,  geht davon aus, dass erst die übernächste Chip Generation so klein sein wird, um den Kofferraum wieder als Kofferraum nutzen zu können. Zu diesem Ziel kommt BMW nur durch Partnerschaften. Fröhlich appelliert daran, zusammenzuarbeiten, um bis 2021 das scheinbar unmögliche möglich zu machen.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: BVG und ioki kooperieren in Berlin

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und ioki, der Geschäftszweig für smarte Mobilität der Deutschen Bahn, kooperieren zum Thema autonomes Fahren. Gestartet wird mit einem Pilotprojekt auf dem EUREF Campus, bei dem erstmalig in Deutschland autonomes Fahren und On-Demand Funktionalität zusammen kommen. Später ist auch der Einsatz auf öffentlicher Straße in Berlin angedacht.

Vorbestellen per App wird vorbereitet und getestet

Die erste Phase des Projekts wird auf dem EUREF-Campus zusammen mit dem InnoZ durchgeführt. In den kommenden Wochen wird das Vorbestellen per App vorbereitet und getestet. Zum Einsatz kommt ein EasyMile Fahrzeug der neuesten Generation. Die zweite Phase auf öffentlicher Straße ist bereits in Vorbereitung und wird eng in Abstimmung mit den Berliner Behörden und der Senatsverwaltung abgestimmt.

Für beide Unternehmen der nächste logische Schritt

Die Zusammenarbeit in Berlin ist für beide Unternehmen der nächste logische Schritt. Die bisherige Angebote waren als Linienverkehr mit festen Haltestellen und Taktzeiten konzipiert. Um das volle Potential zu heben, ist eine On-Demand-Funktion erforderlich, die jetzt gemeinsam erprobt wird. Auch der Einsatz eines autonomen Fahrzeugs auf öffentlichen Straßen in einer Großstadt wurde bisher noch nicht erprobt. Dort besteht aber tendenziell die größte Nachfrage nach Mobilitätslösungen.

ioki und BVG bereits autonom unterwegs

Für beide Unternehmen ist es nicht das erste Projekt mit autonomen Fahrzeugen. Die BVG betreibt seit ein paar Wochen auf dem Gelände der Charité in Mitte und Virchow insgesamt vier autonome Kleinbusse im Linienverkehr. Man erwartet von dem Pilotprojekt auf der Charité wichtige Erkenntnisse über Potenziale der noch jungen Technik: etwa als mögliche Ergänzung zum Hochleistungs-ÖPNV oder auf schwach ausgelasteten Strecken.

ioki fährt in Bad Birnbach autonom. Dort ist ein selbstfahrendes EasyMile Fahrzeug der ersten Generation auf öffentlicher Straße im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs. Die Marke ioki sieht autonomes Fahren als die Zukunft und realisiert deshalb schon heute Verkehre mit entsprechenden Fahrzeugen. Zeitgleich werden fahrerbasierte On-Demand Ride-Sharing Projekte aufgebaut. Das Projekt in Berlin ist jetzt der erste Schritt um beide Bereiche miteinander zu verbinden.

Bild: ioki / Deutsche Bahn (alle Rechte vorbehalten)