Archiv der Kategorie: Shuttle Dienst

Daimler und Bosch – autonome Taxis in Kalifornien

Daimler und Bosch schließen sich für einen gemeinsamen Taxi-Piloten in Kalifornien zusammen. Die Taxen werden autonom fahren und in der zweiten Jahreshälfte in 2019 auf die Straßen gehen.

Am Mittwoch (11.07.2018) gab Daimler die Lancierung des vollautomatisierten Shuttle-Services bekannt. Der Service wird in Silicon Valley auf ausgewählten Straßen betrieben. In welcher Stadt der Dienst genau fahren wird, gab Daimler jedoch nicht preis.  Für den Service werden Mercedes-Benz Fahrzeuge eingesetzt, die aus Sicherheitsgründen auch jeweils mit einem menschlichen Fahrer ausgestattet sind. Während der Pilot-Phase werden die Fahrten den Fahrgästen kostenlos angeboten. Neben dem Ruf-Service wird Daimler zusätzlich eine Flotte autonomer Fahrzeuge testen. 

Der Autohersteller arbeitet in diesem Projekt mit Bosch zusammen. Die Zusammenarbeit wurde bereits im April 2017 beschlossen und bezieht sich ausschließlich auf autonome Fahrzeuge. Daimler stellt Test-Fahrzeuge sowie die Anlagen bereit, Bosch steuert die benötigte Hardware bei. Der US-Techkonzern Nvidia wurde für die Bereitstellung einer geeigneten Software sowie einer KI-Plattform ausgewählt. Die Unternehmen planen bis 2020 für eine Massenfertigung betriebsbereit zu sein.

Auf der Pressekonferenz vergangenen Mittwoch gab Michael Hafner, Head of Automated Driving bei Daimler, bekannt, dass Sicherheit eine Priorität im Programm für autonomes Fahren darstelle: „Entscheidend ist, ein sicheres, zuverlässiges und serienreifes System einzuführen.

aimler und Bosch schließen sich für einen gemeinsamen Taxi-Piloten in Kalifornien zusammen. Die Taxen werden autonom fahren und in der zweiten Jahreshälfte in 2019 auf die Straßen gehen.
Bosch und Daimler beschleunigen die Entwicklung des vollautomatisierten und fahrerlosen Fahrens (SAE-Level 4/5) in der Stadt. Entscheidend für vollautomatisiertes und fahrerloses Fahren im urbanen Umfeld ist das zuverlässige Erkennen des Fahrzeugumfelds mithilfe unterschiedlicher Sensoren.

Mit dem Vorhaben tritt Daimler einem weiten Kreis von Technologieunternehmen und Autoherstellern bei, die sich ebenfalls auf die Entwicklung und Einführung autonomer Shuttle-Services in diesem und im nächsten Jahr konzentriert haben. Waymo, ein Unternehmen von Google, plant die Lancierung eines vollautomatisierten Auto-Services Ende 2018 in Phoenix (Bundesstaat Arizona). Das gleiche gilt für Cruise (General Motors) in 2019 in San Francisco. Uber gab bekannt, das Testen ihrer autonomer Fahrzeuge im Sommer wieder aufzunehmen, nachdem sie ihr Pilotprojekt in Arizona nach einem Verkehrsunfall stoppen mussten.

Bild: http://media.daimler.com/marsMediaSite/de/instance/ko/Bosch-und-Daimler-Metropole-in-Kalifornien-wird-Pilotstadt-fuer-automatisiertes-Fahren.xhtml?oid=40688558
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Neue Investments von VW in Gett

Der Fahrdienst Gett war ein erstes großes Investment von Volkswagen nach der Dieselaffäre. Noch bevor Volkswagen die Marke Moia präsentiert hat, hat sich der Konzern an dem Startup mit einem dreistelligen Millionenbetrag beteiligt. Jetzt beteiligt sich Volkswagen erneut an dem Fahrdienst, weitere 80 Mio. Dollar fließen in das Unternehmen.

Nach der letzten Runde wurde Gett mit 1.4 Milliarden Dollar bewertet. Damit befindet sich das Unternehmen zwar hinter Lyft, Grab, Uber und Co., aber vor den europäischen Mitbewerbern Blacklane oder MyTaxi. Neben Volkswagen haben auch andere bestehende Investoren mit investiert. Der große Konkurrent Uber wird aktuell mit 62 Milliarden Dollar bewertet.

Profitabilität erste Priorität

Laut Gett CEO Dave Waiser sollen die 80 Mio. Dollar ausreichen, um im kommenden Jahr profitabel zu sein. Vor ein paar Wochen wurde berichtet, dass Gett weitere 350 Mio. Dollar aufnehmen möchte. Im Moment ist der Fokus darauf ausgerichtet, die Profitabilität zu erreichen. Danach wird sich das Unternehmen erst zu weiteren Strategie und Projekten äußern.

Bisher ist der Dienst von Gett in 120 Städten aktiv, die meisten Fahrten werden in New York und London absolviert. In den beiden Städten findet die Hälfte der durchgeführten Fahrten statt. Neben New York und London gehört Moskau zu den Top-Städten von Gett. Etwa eine Milliarde Dollar soll im Moment pro Jahr umgesetzt werden. 

Im letzten Jahr hat Gett durch die Übernahme von Juno aus New York für Aufsehen gesorgt. Der aufstrebende Konkurrent wurde übernommen und integriert. Mittlerweile sind 45.000 Fahrer für den Dienst in New York im Einsatz.

Gett setzt Fokus auf Stadtgebiete

Im Gegensatz zu Uber fokussiert sich das Unternehmen auf einzelne Gebiete in den den Städten und versucht dann langsam zu wachsen, um die Kosten im Griff zu behalten. Außerdem will sich das Unternehmen durch eine bessere Qualität der Fahrer und Fahrzeuge von der Konkurrenz abgrenzen. Viele Unternehmen greifen auf den Fahrdienst zurück, die 13.000 angeschlossenen Unternehmen sollen für einen Großteil der Umsätze verantwortlich sein.

Bild: www.phcmag.com (alle Rechte vorbehalten)

ArrivaClick kommt nach Liverpool

Der nationale Betreiber Arriva hat sich für Liverpool entschieden. Der On-Demand-Service für Busse wird in der Stadt im Nordwesten Englands zum ersten Mal auf die Straßen gebracht und kalkuliert die Routen abhängig davon, wohin die Fahrgäste gebracht werden möchten.

Die Services der App ”ArrivaClick”

Ähnlich wie zum Taxiservice von Uber, wird der neue On-Demand-Service Fahrgästen ermöglichen, einen Bus über eine App zu buchen. Das innovative System kombiniert Besonderheiten von einem Taxifahrdienst und dem Busverkehr. Passagiere können via ArrivaClick einen Bus bestellen und seine Route verfolgen. Den Nutzern wird der Name des Fahrers mitgeteilt und stellt ihnen zusätzlich die Option bereit, eine individuelle Haltestelle anzugeben sowie einen Sitzplatz im Bus zu reservieren.   

Durch die hochentwickelte Technologie von Via, ein weltweit tätiges Unternehmen für Mitfahrdienste, berechnen Algorithmen den bestmöglichen Fahrweg für die kombinierten Routen der Passagiere. Das Ergebnis gibt die kürzeste und die schnellste Route an. ArrivaClick garantiert einen festen Fahrpreis und Echt-Zeit-Informationen in Bezug auf Abfahrt und Ankunft. Die App kombiniert also die Kosteneffizienz von Bussen und die Bequemlichkeit einer Taxifahrt.

Es gibt keine festen Routen. Die Fahrten bedingen sich durch die Zielwünsche der Fahrgäste. Der Service vollstreckt sich in einem Gebiet vom Stadtzentrum bis zum Liverpool John Lennon Flughafen und verbindet die Einwohner, die sich zur Arbeit, zum Shopping oder aus sonstigen Transportgründen bewegen.  

Was ArrivaClick noch leistet

Mit der Einführung des innovativen Minibus-Services wird die Verbesserung der Luftqualität in Angriff genommen. Auch die Reduzierung von Autofahrten in den Städten wird damit bezweckt. ArrivaClick bietet freies Wi-Fi, Aufladestationen und Ledersitze an. Insgesamt komplettiert der Service von ArrivaClick das bestehende Busnetzwerk und ist bis dato der größter Service seiner Art in UK.

ArrivaClick hat das Potential tausende von Fahrten zu transformieren. Bereits während der Testphase in Kent nutzen 50% der Kunden den Service anstelle einer privaten Fahrt. 43% verwendeten ArrivaClick sogar für die tägliche Fahrten zwischen Arbeit und ihrem Zuhause.

Bis zum Sommer 2019 will Arriva den Service von sechs auf 25 Fahrzeuge ausweiten.

Bild: liverpoolecho.co.uk (Alle Rechte vorbehalten)

Apple arbeitet mit VW an autonomen Shuttles

In den vergangenen Jahren haben mehrere Geschichten die Runde gedreht, dass sich der Technologiekonzern Apple mit den Automobilherstellern Mercedes oder BMW verbünden möchte, um autonome Fahrzeuge zu entwickeln. Die Gespräche über Partnerschaften sollen daran gescheitert sein, dass Apple zu viel Kontrolle über Design und Daten haben wollte. Nun scheint Apple mit Volkswagen einen Partner für das Project Titan gefunden zu haben, dabei wurden aber die eigenen Anforderungen angepasst. Volkswagen soll aktuelle T6 Minivans an Apple liefern, die von dem Technologiekonzern mit Systemen für autonomes Fahren aufgerüstet werden sollen.

Fokus auf Software und Sensoren

Apple ist unter dem Decknamen Project Titan in das große Feld für selbstfahrende Autos gestartet. Zuerst soll der Konzern geplant haben, ein komplettes Auto zu entwickeln und zu produzieren. Nachdem sich herausgestellt hat, wie Komplex die Entwicklung und Produktion eines autonomen Fahrzeugs ist, wurde das Projekt angepasst. Über die Jahre wurden die eigenen Ambitionen und das Projektteam zurückgefahren.  Zu Hochzeiten sollen mehr als 1000 Mitarbeiter an dem Projekt gearbeitet haben, in den letzten Jahren sollen mehrere Hundert Experten das Projektteam wieder verlassen haben.

Der Fokus soll nun auf der Entwicklung von Software und Sensoren liegen, die als Systeme in bestehenden Fahrzeugen verbaut werden können. Eine ähnliche Strategie verfolgen auch Startups wie Aurora, drive.ai oder nuTonomy, das von Aptiv übernommen wurde. Die von Apple entwickelten Komponenten sollen zuerst in einem Angebot für Apple Mitarbeiter getestet werden. Volkswagen liefert dafür die Fahrzeuge. Pläne für die weitere Verwendung soll Apple noch nicht haben.

Der Automobilkonzern arbeitet auch mit dem Startup Aurora zusammen. Gemeinsam sollen autonome Fahrzeuge entwickelt werden. Der erste Use Case soll ein Fahrzeug für den Ride-Sharing Dienst Moia sein, der im kommenden Jahr in Hamburg starten soll.

Bild: monthlybrands.com (alle Rechte vorbehalten)

 

Wittlich Shuttle: ioki startet deutschlandweit ersten digitalen Rufbus

Im rheinland-pfälzischen Wittlich hat das neue „Wittlich Shuttle“ seinen Betrieb aufgenommen. Der digitale Rufbus soll die vorhandene Verkehrsinfrastruktur in dem ländlichen Raum sinnvoll ergänzen und seinen Kunden mehr Unabhängigkeit von Fahrplänen und Taktfrequenzen gewähren. In Wittlich, einer Kreisstadt mit rund 20.000 Einwohnern, wird das neue Mobilitätsangebot von DB Regio Bus betrieben. Die On-Demand-Plattform wurde von ioki entwickelt, dem Geschäftszweig der Deutschen Bahn für intelligente On-Demand-Mobilität.

Wittlich wird mobiler

Bereits im vergangenen Dezember startete ioki einen Testbetrieb in Wittlich, um so Erfahrungen von Testkunden bei der alltäglichen Nutzung des Rufbusses sowie den tatsächlichen Bedarf zu erfassen und das Produkt basierend auf dem Kundenfeedback zu verbessern. Das Corporate Startup der Deutschen Bahn setzte sich gemeinsam mit der Stadt Wittlich das Ziel, den Rufbus reibungslos in die Mobilität der Zukunft zu steuern. Mit dem Betriebsbeginn des neuen „Wittlich Shuttles“ am 24. Mai 2018 wurde On-Demand-Mobilität bundesweit erstmals in den bestehenden öffentlichen Personennahverkehr integriert. Der digital buchbare Rufbus ist auf flexiblen Routen unterwegs und ergänzt so die vorhandene Verkehrsinfrastruktur in und um Wittlich.

Start des ersten digitalen Rufbusses in Wittlich
Start des ersten digitalen Rufbusses in Wittlich – das neue Wittlich Shuttle

Bestellen per App oder Telefon

Das „Wittlich Shuttle“ verkehrt mit einer Flotte von zunächst zwei Fahrzeugen sowie mit verlängerten Servicezeiten (Montag bis Freitag von 5 bis 20 Uhr) und verbindet alle Ortsbezirke durch über 70 Haltestellen miteinander. Dabei befördert der On-Demand-Service seine Kunden auf flexiblen und je nach Fahrtziel unterschiedlichen Routen innerhalb eines dichten Netzes. Ganz nach dem Ridesharing-Prinzip sammelt das fahrerbasierte Shuttle unterwegs weitere Fahrgäste mit ähnlichen Routen ein. Buchbar ist der neue digitale Service per ioki Wittlich App, die für iOS und Android verfügbar ist, oder der Bus kann wie gewohnt telefonisch über eine Rufbuszentrale angefordert werden. Auf diese Weise möchte man eine breite Zielgruppe von Jung bis Alt ansprechen. Neu ist, dass das „Wittlich Shuttle“ nun neben der Sofortbestellung auch zu einem bestimmten Termin gebucht werden kann. Der Fahrpreis soll dabei nie bei mehr als 3€ liegen. 

Die erste und letzte Meile

Michael Barillère-Scholz, Geschäftsführer von ioki, äußert sich wie folgt zu dem Projekt: „Unser Ziel ist es, mit Hilfe von intelligenten Lösungen wie dem digital buchbaren Rufbus das Problem der ersten und letzten Meile zu reduzieren und Kunden schneller an ihr Ziel zu bringen. Auch im ländlichen Raum sollen Menschen ohne eigenes Auto einfach und schnell mobil sein“. Auch Joachim Rodenkirch, Bürgermeister der Stadt Wittlich, blickt positiv auf den Mobilitätsmehrwert, der seinen Bürgern ab sofort geboten werden soll: „Ich bin mir sicher, dass wir den ioki-Rufbus und damit das öffentliche Personennahverkehrsangebot in Wittlich deutlich verbessern werden“. Das Modell solle künftig auch in anderen Teilen Deutschlands an den Start gehen.

Bilder: ioki (alle Rechte vorbehalten)

Auszeichnung für Mobility Unternehmen: Deutscher Mobilitätspreis und GENIUS Award

In dem kommenden Monaten werden zwei Wettbewerber veranstaltet, die für Mobility Startups und Unternehmen interessant sind. Das Handelsblatt organisiert zusammen mit der Agentur zet:project den GENIUS – Germany’s New Mobility & Connectivity Award. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) veranstaltet zusammen mit der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ den Deutschen Mobilitätspreis 2018.

GENIUS Award von Handelsblatt und zet:project

Bei GENIUS werden die besten Lösungen aus den Bereichen Elektromobilität, erneuerbare Energieen, 5G-Netze, Apps und künstliche Intelligenz gesucht. Der Wettbewerb sucht Lösungen und Ideen mit hoher Innovationskraft, die entweder kurz vor der Serienreife stehen oder bereits auf dem Markt sind. Teilnehmen können internationale Startups, Mittelständler und auch Großunternehmen, die Bewerbungsfrist läuft bis zum 17. Juni 2018. Insgesamt werden Priese in drei Kategorien vergeben. Die Kategorie Inspiring Innovation ist dabei für Mobiltätsanbieter interessant, hier werden Produkte prämiert, die für einen echten Fortschritt im Bereich der Mobilität stehen.

Deutscher Mobilitätspreis von BMVI

Der Deutsche Mobilitätspreis läuft unter dem Motto “Intelligent unterwegs – Innovationen für eine nachhaltige Mobilität“. Insgesamt werden zehn Best-Practice Projekte gesucht, die das Potential dazu haben, dass Verkehr und Logistik nachhaltiger werden. Im diesem Jahre werden Ideen und Projekte gesucht, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Mobilität zukünftig noch effizienter, sauberer und nachhaltiger werden kann. Das können mobile Sharing Angebote, vernetzte Fahrzeuge oder digitale Ticketing Lösungen sein. Der Teilnehmerkreis ist offener gestaltet, als bei dem GENIUS Award. Bewerben können sich Unternehmen, Start-ups, Städte und Gemeinden, Universitäten, Forschungsinstitutionen und andere Organisationen mit Sitz in Deutschland. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 28. Mai 2018.

Sieger werden im Herbst gekürt

Bei beiden Wettbewerben werden die Sieger im Herbst 2018 geehrt. Auf ein Preisgeld wird in beiden Wettbewerben verzichtet. Durch die Auszeichnung winkt den Preisträgern in beiden Wettbewerben die bundesweite Aufmerksamkeit und der Zugang zu wertvollen Kontakten zu hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien.

Bild: Deutscher Mobilitätspreis / Land der Ideen Management GmbH

Multimodale Vernetzung: Mehr als 35 % der Amerikaner kombinieren Ride-Sharing mit ÖPNV

Ein Report von Masabi, einem Startup aus London, das sich mit Mobile Ticketing Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr befasst, gibt Einblicke in das Nutzerverhalten von Ride-Sharing Kunden in den USA. Mehr als 1000 US Bürger, die Zugang zum ÖPNV haben, wurden zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt. Der Fokus lag dabei auf den Auswirkungen von neuen Technologien und Mobilitäsangeboten, wie Ride-Sharing auf das bestehende ÖPNV-Setup. Die Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass mehr Menschen als gedacht bereits multimodal unterwegs sind und Angebote wie Ride-Sharing mit dem ÖPNV verbinden.

Bequemlichkeit als Vorteil für den ÖPNV

Außerdem kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die einfache und bequeme Nutzung einer der Hauptgründe ist, warum Menschen den ÖPNV nutzen. Neue Technologien, wie real-time Daten über die Position des Fahrzeugs und mobiles Ticketing haben eine positive Auswirkung auf die Nutzerzahlen. Ride-Sharing Anbieter sollten sich mehr mit den ÖPNV Angeboten verzahnen und die Verbindungen in der App anzeigen. Die Buchung von digitalen Tickets für Ride-Sharing und ÖPNV, idealerweise in Form eines universellen Tickets, gewinnt an Bedeutung.

Verhalten in den USA

Hier sind ein paar Auszüge aus der Studie, die das Verhalten in den USA beschreibt. Einige Erkenntnisse sind wahrscheinlich auch auf Europa und Deutschland übertragbar.

  • 19% der Befragten nutzen den öffentlichen Nahverkehr mindestens einmal die Woche. Immerhin 9% der Befragten nutzen Ride-Sharing Angebote wöchentlich
  • Ein hoher Anteil von 70% fahren regelmäßig mit dem eigenen Fahrzeug. 40% nutzen nie den ÖPNV, obwohl sie Zugang dazu haben
  • Die Hauptgründe für die Nutzung sind in absteigender Reihenfolge: Einfache Nutzung und Bequemlichkeit (33%), Preis (24%), Notwendigkeit (17%) und Reisezeit (8%)
  • Mehr als ein Drittel der Befragten verbinden Ride-Sharing und den ÖPNV gelegentlich, um von A nach B zu gelangen. Ein Anteil von 7% nutzt eine multimodale Reisekette mindestens auf einer wöchentlichen Basis.
  • Um die 25% der möglichen Nutzer geben an, dass Convenience Features wie die Kombination von mehreren Verkehrsmitteln in einer App, Mobiles Ticketing oder Location Tracking dafür sorgen würden oder dafür gesorgt haben, dass sie den ÖPNV mehr nutzen würden.
  • Mehr als 95% der Nutzer, die einen Ride-Sharing Dienst auf wöchentlicher Basis nutzen, nutzen auch die öffentlichen Verkehrsmittel

Private Unternehmen und Aufgabenträger müssen kooperieren

Masabi sieht in der Kombination von neuen Mobilitätsangeboten, wie Ride-Sharing oder Car-Sharing mit bestehendem öffentlichen Verkehr die Alternative zum eigenen Fahrzeug. Die unterschiedlichen Transport-Systeme müssen in einer App abgebildet werden und die Nutzer müssen die Features bekommen, die sie erwarten. Um das Ziel zu erreichen, müssen die öffentlichen Auftraggeber und private Unternehmen eng zusammenarbeiten. In den USA sieht man dazu schon erste Ansätze und auch in Deutschland bewegt sich einiges auf dem Gebiet.

Bild: Masabi (alle Rechte vorbehalten)

Fahrzeugbau: Didi will eigene Fahrzeuge entwickeln

Die chinesische Mobilitätsplattform Didi Chuxing geht weiter mit hohem Tempo voran. Nachdem die Ride-Sharing Plattform in China erfolgreich aufgebaut wurde und mittlerweile auch international ausgerollt wird, plant das Unternehmen eigene Fahrzeuge zu entwickeln. Bisher werden von den Didi Fahrern Serien-Fahrzeuge von unterschiedlichen Herstellern eingesetzt, der eigene Fahrzeugbau ist der nächste Schritt.

Auf Shared Mobility ausgelegt

Ein Team an Ingenieuren und Designern wird aufgebaut, um gemeinsam mit etablierten Herstellern unterschiedliche Fahrzeuge zu entwickeln, die für die Fahrdienste eingesetzt werden sollen. Die Fahrzeuge sollen über einen Elektroantrieb oder Hybrid-Antrieb verfügen und auf die Bedürfnisse der Ride-Sharing Kunden abgestimmt sein. Der Endnutzer kauf das Fahrzeug nicht mehr, sondern zahlt nur für die Nutzung. 

Angriff auf bestehende Automobilhersteller

Dieser Schritt von dem chinesischen Unternehmen ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Mobilitätsplattformen wie Uber oder Didi die bisherige Automobilindustrie umkrempeln. Herkömmliche Automobilkonzerne, die sich selbst mehr und mehr als Mobilitätsunternehemen bezeichnen, werden sich darauf einstellen müssen, dass Mobility Services immer mächtiger werden und dass als Folge die Fahrzeugverkäufe an Einzelabnehmer wie Privatpersonen oder Unternehmen abnehmen werden.  Didi möchte mit bestehenden Herstellern zusammenarbeiten, da sie über die Kompetenzen bei der Entwicklung und Produktion der Fahrzeuge verfügen. Neben einer Kooperation mit Volkswagen ist auch ein Joint Venture mit CHJ Automotive geplant.

Car-Sharing Plattform im Aufbau

Didi hat  auf der Autoshow in Peking auch Pläne für die Zusammenarbeite mit 31 Automobilkonzernen und Zulieferern konkretisiert. Gemeinsam sollen Geschäftsmodelle für günstige Car Sharing Angebote entwickelt werden, die zuerst in China ausgerollt werden sollen. Bei Erfolg wird das Unternehmen die Dienste in anderen Ländern ausrollen. Mit dabei sind Unternehmen wie Volkswagen, Renault-Nissan oder Toyota. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Fahrzeugstandards für die Vernetzung der Fahrzeuge, für intelligente Assistenzsysteme und für eine einheitliche Ladeinfrastruktur.

Ambitioniertes Ziel bei Fahrzeugen mit E-Antrieb

Bis 2020 will Didi mehr als 1 Millionen elektrifizierte Fahrzeuge in der Flotte haben und 2028 sollen es schon 10 Mio. Fahrzeuge mit E-Antrieb sein. Ende letzten Jahres waren 260.000 Elektroautos bei Didi registriert. Nicht nur die Zahl der umweltfreundlichen Fahrzeuge soll wachsen, auch die Nutzer. In den nächsten 10 Jahren sollen die Nutzer auf zwei Milliarden Menschen ansteigen, im Moment sind 450 Mio. Nutzer registriert.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Pooling mit autonomen Ford Fahrzeugen ab 2021

Der Automobilkonzern Ford hat schon mehrmals angekündigt, dass bis 2021 autonome Fahrzeuge für Ride-Pooling und Logistik-Dienste serienreif sein sollen. Ford möchte nicht nur die Fahrzeuge verkaufen, sondern auch in den Markt der Mobility Services einsteigen. Damit positioniert sich der Hersteller langfristig als Mitbewerber zu Uber, Lyft und anderen Ride-Sharing Anbietern.

Mobilitätsdienste skalieren

In einem Interview mit der Financial Times hat der Ford Manager Jim Farley betont, dass der Automobilhersteller ab 2021 die Mobilitätsdienste mit autonomen Fahrzeugen skalieren wird. Ford strebt dabei an, die Fahrzeuge zu besitzen und zu betreiben. Damit geht der Automobilhersteller einen anderen Weg als die Hersteller Volvo oder Jaguar Land Rover. Diese Hersteller wollen sich eher als Zulieferer von Fahrzeugen positionieren aber nicht als Flottenbetreiber. Andere Hersteller, wie Daimler oder General Motors planen einen ähnlichen Weg wie Ford zu gehen. Durch den Betrieb von eigenen autonomen Flotten erhoffen sich die Hersteller höhere Umsätze und Margen pro Fahrzeug.

City of Tomorrow von Ford

Ford hat auf der CES in Las Vegas die Pläne für eine vernetzte Mobility Plattform mit autonomen Fahrzeugen medienwirksam veröffentlicht. Der Fokus soll auf der Verschmelzung von Personenbeförderung und Warenlogistik liegen. Es soll ein Beitrag geleistet werden, um die Situation und verstopften, verschmutzen und schnell wachsenden Städten zu verbessern. Zuvor hat Ford fast eine Milliarde Dollar in das Unternehmen Argo investiert, das Technologien für autonomes Fahren entwickelt.

Pizza von Domino’s mit autonomen Fahrzeugen

Kurz darauf wurde in Miami ein Testprogramm mit autonomen Ford Fahrzeugen gestartet. Die Fahrzeuge werden als Lieferfahrzeuge für den Pizzadienst Domino’s und den on-demand Dienst Postmates eingesetzt. Ford will durch den Test in Miami auch bei den Themen Flottenmanagement und Wartung dazulernen. Auch das Geschäftsmodell soll durch die Tests entwickelt werden.

Bild: Ford Motor Company (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Sharing Dienst Less geht an BlaBlaCar

In Frankreich konsolidiert sich der Markt der Ride-Sharing Dienste für Pendler. Die Mitfahrplattform BlaBlaCar übernimmt das Startup Less, das erst Ende letzten Jahres an den Start gegangen ist. Der Mitfahrdienst Less war bisher nur in Paris aktiv und hat sich auf Fahrten im Stadtgebiet konzentriert.

Ride-Sharing Dienst für Pendler

Das Unternehmen Less wollte einen Ride-Sharing Dienst skalieren, der vor allem Pendler miteinander verbinden soll. Dafür hat das Unternehmen 19 Mio. Dollar Finanzierung erhalten, unter anderem von Index Ventures. Für Fahrer, die mit Fahrdiensten ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen, war die Plattform nicht geeignet. Bei Less haben die Mitfahrer nur 0.10 Euro pro Kilometer bezahlt, den Fahrern wird nach Abzug der Gebühren weniger ausgezahlt. Damit kann man keinen kommerziellen Fahrdienst aufbauen, da die Fahrzeugkosten pro Kilometer bereits höher sind. Mit einem ähnlichen Modell ist in Deutschland flinc an den Start gegangen, das im letzten Jahr von Daimler übernommen wurde.

BlaBlaLines soll gestärkt werden

BlaBlaCar möchte mit der Übernahme das eigene Ride-Sharing Angebot BlaBlaLines stärken, das im letzten Jahr als Ergänzung zu den Mitfahrgelegenheiten für die Langstrecke an den Start gebracht wurde. Nach ersten Tests wurde das BlaBlaLines Angebot in mehreren Städten in Frankreich gestartet. Der Fokus bei BlaBlaLines liegt auch auf der Vermittlung von Kurzstrecken, die von Pendlern gefahren werden. Bisher zahlen die Nutzer mit Bargeld, wahrscheinlich auch, weil die Payment Gebühren im Vergleich zum Fahrpreis hoch sind. Gut möglich, dass der Algorithmus und andere Features von Less in BlaBlaCar aufgehen.

Mobility Größe in Europa

BlaBlaCar gehört zu den größeren europäischen Mobility Startups. Seit der Gründung sind etwa 350 Mio. US Dollar in das Unternehmen geflossen, die Bewertung lag zuletzt bei 1.6 Milliarden Dollar. Im Jahr 2015 hatte das Unternehmen 20 Mio. Nutzer, mittlerweile sollen es um die 60 Mio. Nutzer in 22 Ländern sein. In Deutschland ist das Unternehmen Marktführer im Markt der Mitfahrgelegenheiten, die Position wurde durch die Übernahme von Carpooling erkauft.

Bild: Less (alle Rechte vorbehalten)