Archiv der Kategorie: Shuttle Dienst

Autonomes Fahren: Wie Waymo versucht Vertrauen aufzubauen

Das amerikanische Unternehmen Waymo, dass wie Google und co. zu Alphabet gehört, will demnächst einen kommerziellen Service mit autonomen Fahrzeugen anbieten. Gegenüber autonomen Fahrzeugen sind die meisten Menschen noch skeptisch eingestellt. Um die in der Bevölkerung vorhandenen Zweifel zu zerstreuen, hat das Unternehmen geschickt eine Kampagne gestartet, um Vertrauen zu generieren.

Waymo plant das Uber oder myTaxi mit einer Flotte an autonomen Fahrzeugen, Fahrer sollen dabei keine Rolle mehr spielen. Als Nutzer bestellt man on-demand per App ein Fahrzeug zu einem bestimmten Ort, das einen zum gewünschten Ziel bringt. Die Besonderheit ist, dass keine Limousine mit Fahrer vorfährt, sondern ein Minivan, der von technischen Systemen gelenkt wird und ganz ohne Fahrer auskommt. Die Türen öffnen bei Abholung und Ablieferung automatisch, der Kunde identifiziert sich per App. Sensoren überwachen den Innenraum und helfen bei der Navigation. Die Fahrgäste können auf Bildschirmen die Sicht des Fahrzeugs verfolgen oder sich von Entertainment Angeboten bespielen lassen. Die technischen Systeme wurden dafür in den letzten 10 Jahren entwickelt und die Bevölkerung muss erst noch davon überzeugt werden, dass ein Computer ein Fahrzeug sicherer steuern kann, als ein menschlicher Fahrer. Folgende Maßnahmen hat Waymo in den letzten Wochen forciert, um Vertrauen zu schaffen.

Kommunikation der gefahrenen Kilometer auf öffentlichen Straßen

In den letzten Jahren haben autonome Waymo Fahrzeuge 8 Mio. Kilometer auf öffentlichen Straßen zurückgelegt. Etwa die Hälfte davon im letzten Jahr. Die öffentliche Kommunikation der gefahrenen Kilometer und der steile Anstieg der Kurve soll den Fortschritt bei der Entwicklung vermitteln. Es werden immer kürzere Zeiträume benötigt, um die nächsten 1 Mio. Kilometer abzuspulen. Das lässt auf immer besser funktionierende System schließen. Außerdem werden schneller Erfahrungen in unterschiedlichen Fahrsituationen gesammelt.

360 Grad Video gibt Einblick in die Funktionsweise

Die Erfahrungen aus den gefahrenen Kilometern haben es Waymo ermöglicht, ein vollautonomes Fahrzeug ohne Fahrer in Phoenix einzusetzen. Um jeden zu vermitteln, wie die Fahrzeuge autonom fahren können, wurde ein 360 Grad Video einer echten Fahrt erstellt. Das Video zeigt die Fahrt aus Sicht des Fahrzeugs, wodurch Vertrauen generiert werden soll. Es wird ein Einblick gegeben, was die LiDAR und Radar-Sensoren zusammen mit den Kameras sehen, damit die Hochleistungsrechner die Fahrtentscheidungen treffen können. Es wird anschauliche dargestellt, wie starre und bewegliche Objekte jeglicher Größe erkannt werden. Sowohl parkende Fahrzeuge als auch Fußgänger und Radfahrer in Bewegung werden zuverlässig wahrgenommen.

Milliarden an virtuellen Kilometern

Die Waymo Fahrzeuge spulen nicht nur Kilometer auf realen Straßen ab, sondern auch in einer virtuellen Umgebung. Im Jahr 2017 wurden 4.3 Milliarden Kilometer in einer virtuellen Umgebung abgespult. Das hilft dabei, die Algorithmen und die Objekt-Erkennung mit großen Datenmengen zu verbessern.

Lizenzierung als TNC durch die Behörden in Arizona

Mitte Februar ist Waymo der Ritterschlag gelungen. Als erstes Unternehmen hat Waymo die TNC Lizenz in Arizona für einen autonomen Fahrbetrieb ohne Fahrer erhalten. TNC steht für Transport Network Company, die Lizenzierung ist Voraussetzung für den Betrieb von kommerziellen Fahrdiensten. Unternehmen wie Uber und Lyft brauchen in den meisten Staaten eine TNC Genehmigung, um aktive werden zu können. Waymo kann mit der TNC Lizenz ein kommerzielles Angebot aufgebaut werden und in Konkurrenz zu Lyft und co. treten. Die TNC Lizenz kann als Zeichen gewertet werden, dass Behörden und Politik Vertrauen in den Betrieb einer autonomen Waymo haben.

Pilotprojekt in Arizona

Der Lizenzierung ware eine Testphase in Phoenix vorausgegangen. Bewohner konnten sich für eine geschlossene Nutzergruppe bewerben und wurden nach und nach freigeschalten. Die Testphase wurde genutzt, um Vertrauen zu generieren und um positive Stories zu verbreiten. Ein zusätzlicher Fahrer hat Sicherheit vermittelt und stand für Fragen zur Verfügung.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Arriva’s on-demand Ride-Sharing Dienst in Zahlen

Das Verkehrsunternehmen Arriva zieht nach einem Jahr eine positive Bilanz über den on-demand Ride-Sharing Dienst ArrivaClick. ArrivaClick ist ein dynamischer Bedarfsverkehr, der in der Gegend rund um den Kent Science Park und Sittingbourne angeboten wird. Die Gegend war zuvor schlecht von öffentlichen Nahverkehrsangeboten erschlossen, was sich durch den neuen Dienst verbessert hat.

Postille Entwicklung beim Ride-Sharing Dienst

In Sittingbourne scheint der Dienst gut anzukommen, hier sind ein paar Statistiken:

  • Ein Äquivalent von 12% der lokalen Bevölkerung in Sittingbourne hat sich für den Dienst angemeldet. Laut Wikipedia leben 60.000 Menschen in Sittingbourne, was heißt, dass sich mehr als 7200 Nutzer für den Dienst angemeldet haben.
  • Ein Anteil von 61% nutzt den Dienst mehrmals die Woche und 43 % nutzen den Dienst für die täglichen Fahrten zur Arbeit.
  • Ein Drittel der Kunden nutzt den Dienst für Freizeitfahrten, 31% um Verwandte und Freunde zu besuchen.
  • Mehr als 50% nutzen den Service als Alternative zum Taxi (22%), eigenem Fahrzeug (18%) oder zur Mitfahrgelegenheit (12%)
  • Ein Drittel nutzt das Angebot anstatt dem traditionellen Bus und 20% sind vorher zu Fuß gegangen
  • Die Mehrheit (8,9/19) würde den Dienst auch Freunden empfehlen

Die erreichten Zahlen können auch von lokalen Verkehrsbetrieben und Behörden als Grundlage herangezogen werden, um besser abschätzen zu können, wie sich ein Ride-Sharing Dienst entwickeln kann.

Arriva übernimmt Betrieb, Software von Via

Arriva übernimmt den operativen Betrieb bei ArrivaClick und die Software wird von dem amerikanischen Startup Via geliefert. Die Fahrzeuge sind luxuriös ausstattet Mercedes-Benz Sprinter Vans. Neben Ledersitzen sind auch Wi-Fi und Lademöglichkeiten mittels USB an Bord. Via war bisher vor allem in den USA aktiv, mit ViaVan sollen jetzt auch mehrere Städte in Europa erschlossen werden, in Amsterdam ging es in der vergangen Woche los. Das Ride-Sharing Angebot der BVG in Berlin wird ebenfalls mit ViaVan aufgebaut.

Vergleichbar mit ioki, CleverShuttle und co.

ArrivaClick vergleichbar mit den Diensten von door2door, CleverShuttle oder ioki und ist zwischen den Angeboten Taxi und Linienbus angesiedelt. Die Nutzer buchen über die Smartphone App eine Abholung an einem beliebigen Ort im Bediengebiet und erhalten vor der Buchung die Anfahrtszeit, sowie einen fixen Fahrpreis. Nach Buchung per Klick wird der Fahrgast von einem der Vans abgeholt. Die Algorithmen der Via Software poolen Fahrgäste, die zur gleichen Zeit auf ähnlichen Strecken unterwegs sind.

Ausweitung auf andere Städte möglich

In einem nächsten Schritt könnte die Ausweitung des Services in weiter Städte im Norden Großbritanniens bevorstehen. Arriva sieht in dynamischen Bedarfsverkehren, die mittels App gebucht werden, eine attraktive Alternative zu bestehenden Transportarten. Sie haben das Potential dazu, eine zuverlässige und günstige Option für den Transport auf der ersten und letzten Meile zu sein. Dynamische Ride-Sharing Dienste können auch für Verkehrsbetriebe, Gemeinden, lokale Behörden und Fördertöpfe interessant sein. Dadurch lassen sich kosteneffiziente Alternative oder Ergänzungen zum ÖPNV aufbauen.

Bild: Arriva (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Sharing: ViaVan startet in Amsterdam

ViaVan, das Joint-Venture zwischen dem amerikanischen Startup Via und Mercedes-Benz Vans bringt seinen Ride-Sharing Dienst nach Amsterdam. Damit wird das Unternehmen zum ersten Mal mit einem eigenen Angebot in Europa aktiv. In den kommenden Monaten sollen die Städte Berlin und London folgen.

Ride-Sharing zu attraktiven Preisen

Das Konzept hinter ViaVan ist mit dem von Anbietern wie door2door, UberPool oder ioki vergleichbar und funktioniert wie folgt. Der Kunde gibt Start und Zieladresse ein und erhält darauf basierend ein Fahrtangebot, inklusive Preisangabe und Anfahrtszeit. Wenn der Kunde das Angebot annimmt, kommt der Fahrtauftrag zustande. Der Fahrer holt den Kunden ab und bringt ihn zum Ziel, bezahlt wird bargeldlos über die App. Um die Effizienz des Systems zu erhöhen, wird mit virtuellen Haltestellen gearbeitet. Der Nutzer wird meist nicht direkt an der Haustür abgeholt, sondern an einem Punkt, der verkehrstechnisch günstiger liegt und paar Meter von der Haustür entfernt ist. Meist handelt es sich dabei um Straßenkreuzungen. Um attraktive Priese bieten zu können, werden mehrere Fahrgäste in einem Fahrzeug gepoolt, falls sie auf deiner ähnlichen Strecke unterwegs sind.

Flatrate in der Innenstadt

Interessant ist auch die Preisgestaltung. In einer Zone, die die Innenstadt abdeckt, werden die Fahrten zu einem Festpreis von 5 Euro angeboten. Während der Startphase wird der Preis auf 2 Euro pro Fahrt reduziert. ViaVan testet damit ein Preismodell, das im europäischen Raum noch wenig von Ride-Sharing Diensten erprobt wurde. Meist kommt ein Preismodell zum Einsatz, das auf Zeit und gefahrenen Kilometern basiert. Längere Strecken, die aus dem Innenstadtbereich raus gehen, werden bei ViaVan auch nach Distanz abgerechnet. Preislich liegt der Fahrdienst deutlich über dem ÖPNV,  eine Einzelfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln liegt bei 3 Euro. In Amsterdam ist der ÖPNV eigentlich gut ausgebaut, trotzdem scheint ViaVan davon überzeugt zu sein, dass der Dienst gut angenommen wird.

Joint Venture von Mercedes Benz und Via

ViaVan ist ein Joint-Venture von Via Transportation und Mercedes-Benz Vans, das im letzten Jahr an den Start gebracht wurde. Das Unternehmen will den in den USA erfolgreich eingeführten Ride-Sharing Dienst nach Europa bringen. In New York City werden jeden Monat 1.5 Mio. Fahrten absolviert, weltweit wurden bisher mehr als 30 Mio. Fahrten durchgeführt. In London wartet das Unternehmen auf die Genehmigung der TfL, der Prozess zieht sich seit mehreren Monaten hin. In Berlin will ViaVan das Angebot BerlKönig der BVG betreiben. Geplant ist ein Start im Frühjahr 2018. Ob es dabei bleibt, ist fraglich. Ein Blick auf die Stellenausschreibungen verrät, dass es schwierig zu sein scheint, ein passendes Team zu finden. Mittlerweile regt sich auch Widerstand gegen den Dienst aus mehrere Richtungen.

Bild: ViaVan

Autonome Fahrzeuge: Aurora sammelt 90 Mio. Dollar ein

Das Startup Aurora hatte im Rahmen den CES in Las Vegas seinen großen Auftritt. Es wurden gleich mehrere Entwicklungspartnerschaften mit namenhaften Unternehmen verkündet, darunter Volkswagen und Hyundai. Bei Volkswagen soll die Technologie zuerst in dem Shuttle Fahrzeuge von MOIA zum Einsatz kommen. Um schneller skalieren zu können, erhält das Unternehmen 90 Mio. US Dollar von Index Ventures und Greylock Partners.

System für autonome Fahrzeuge

Aurora entwickelt Systeme für autonome Fahrzeuge. Ähnlich wie Waymo oder Aptiv sieht sich das Startup aus Zulieferer und Entwicklungspartner für existierende und neue Automobilhersteller. Ein Set aus Sensoren, Rechnern und Software soll in die Fahrzeuge der Hersteller verbaut werden, um den Autos Eigenschaften für vollautomatisiertes Fahrern zu verleihen.

Partnerschaft mit namenhaften Herstellern

Das junge Unternehmen wurde von ehemaligen Google, Tesla und Uber Managern gegründet, die alle Experten beim Thema autonomes Fahren sind. Im Januar wurde bekannt, dass Aurora mit Volkswagen, Hyundai und dem aufstrebenden chinesischen Auto-Startup Byton an Technologien für autonome Fahrzeuge arbeitet. In den kommenden Jahren sollen gemeinsam Fahrzeuge entwickelt werden, die autonom Fahren können. Bei Volkswagen wird ein erster Eisatz im Shuttle von MOAI erwartet, bevor die Technologie in Sedirc zu Einsatz kommt.

Führendes Team für autonome Fahrzeuge

Mit dem frischen Geld kann das Unternehmen weiter wachsen und die nötigen Strukturen aufbauen. Gleichzeitig ziehen mit Reid Hoffman und Mike Volpi zwei profilierte Persönlichkeiten in den Aufsichtsrat von Aurora ein. Ried Hoffman ist Partner bei Greylock und hat zuvor LinkedIn gegründet. Er zählt zu den führenden Persönlichkeiten im Silicon Valley. Mike Volpi ist Partner bei Index Ventures und hat zuvor Geschäftsbereiche von Cisco erfolgreich aufgebaut. Beide VCs sehen das Team rund um Gründer Chris Urmson als führend beim Thema autonomes Fahren an. Hinzu kommt, dass die Qualität der entwickelten Technologien und die bestehenden Partnerschaften mit der Automobilindustrie dafür sorgen werden, dass Aurora eine führende Rolle bei der Transformation der Automobilbranche spielen wird.

Bild: Aurora (alle Rechte vorbehalten)

Konkurrenz für Automobilhersteller: Bosch wandelt sich zum Anbieter von Mobilitätsservices

Auf der Hauskonferenz Bosch ConnectedWorld 2018 in Berlin hat der Bosch-Konzern seine Pläne für einen eigenen Geschäftsbereich für Mobilitätsservices bekanntgegeben. Um die 600 Mitarbeiter sollen demnächst digitale Mobilitätsdienstleistungen entwickeln und betreiben. Die Vernetzung aller Dienste steht dabei im Vordergrund, ebenso die Entwicklung von Sharing-Angeboten und Mitfahrdiensten. „Vernetzung wird die Art, wie wir uns fortbewegen, grundlegend verändern und dabei helfen, die Verkehrsprobleme von heute zu lösen. Mit ihr wird unsere Vision einer emissionsfreien, stressfreien und unfallfreien Mobilität Realität“, sagte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung.

Mitfahrservice SPLT wird übernommen

Im Zuge der verkündeten Strategie wird das amerikanische Startup SPLT übernommen  Das Konzept hinter dem Startup erinnert stark an das Model von der deutschen App flinc, die kürzlich von Daimler übernommen wurde. SPLT hat eine Plattform entwickelt, mit der Unternehmen, Universitäten oder Stadtverwaltungen Fahrgemeinschaften für ihre Mitarbeiter organisieren können. Nach der Übernahme soll das Unternehmen als unabhängige Einheit erstmal weiter bestehen. SPLT wurde 2015 gegründet. Derzeit zählt das Angebot rund 140 000 Nutzer in den USA, Mexiko und Deutschland. Zuvor wurde das Startup von InMotion unterstützt, dem VC von Jaguar und Land Rover. In den USA versucht sich das Google Unternehmen Waze mit einem ähnlichen Dienst, in Asien ist Wunder recht aktiv und in Europa ist BlaBlaLines am Start.

Coup wird weiter ausgebaut

Bei dem Scooter Sharing Dienst Coup gibt es auch Veränderungen. Die eScooter Dienst wird im Sommer auch in Madrid ausgerollt, nachdem in den vergangenen Jahren zu erst Berlin und dann Paris hochgefahren wurde. Das Startup soll anscheinend auch enger an den Konzern herangeführt werden, hoffentlich geht dabei nicht die nötige Schnelligkeit verloren. Konkurrenten wie CityScoot sind mittlerweile auch finanziell gut ausgestattet und könnten die Schwachstellen von Coup ausnutzen.

Roboter-Taxen mit Daimler

Mit Daimler sollen Roboter-Taxen entwickelt und bei Mobilitätsservices eingesetzt werden. Es wurde kommuniziert, dass die beiden Kooperationspartner noch vor Waymo einen kommerziellen Dienst mit autonomen Fahrzeugen anbieten wollen. Ob sich das ausgeht, ist mehr als fraglich. Waymo hat bereits die Lizenz für einen kommerziellen Dienst erhalten und wird in den kommenden Wochen oder Monaten loslegen. Das Unternehmen kann auch eine mehrjährige Testerfahrung vorweisen, Daimler und Bosch bisher nur eine Ankündigung.

Bild: Bosch (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Sharing in Lübeck: CleverShuttle setzt auf kleinere Städte

Bisher hat das Startup CleverShuttle seinen Ride-Sharing dienst, bei dem sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug teilen vor allem in Großstädten wie Hamburg, Berlin oder München getestet – jetzt erfolgt ein erster Test in der kleinen Großstadt Lübeck. Unternehmen wie CleverShuttle, ioki oder door2door sehen großes Potential in Partnerschaften mit zukunftsorientierten Verkehrsunternehmen, die ihr Angebot um Ride-Sharing Dienste erweitern wollen.

Nur nachts und in der Innenstadt

Das Pilotprojekt in Lübeck hat mit einigen Einschränkungen zu kämpfen. In Lübeck läuft der Dienst unter dem Namen LÜMO und das Angebot soll das bestehende Fahrplanangebot erweitern. Der Dienst ist zuerst so ausgelegt, dass nur nachts Fahrten gebucht werden können und auch nur samstags, sonntags und an Feiertagen. Die Betriebszeiten sind zwischen 1:00 und 5:00 Uhr nachts. Das Betriebsgebiet ist auf Stadteile in der Innenstadt begrenzt. Für ein breiteres Angebot haben die lokalen Behörden anscheinend keine Genehmigung erteilt.

Monatskarten können angerechent werden

Der Tarif besteht aus zwei Bestandteilen. Auf der einen Seite muss der Nutzer den Preis (2.60 Euro) eines ÖPNV-Tickets nach SH-Tarif bezahlen, hinzu kommt ein Komfortzuschlag von 1 Euro pro gefahrenen Kilometer. Damit dürfte der Fahrpreis um 40 – 45 % unter den Kosten einer Taxifahrt in Lübeck liegen. Besitzer von Monatskarten oder Studententickets müssen den Sockelbetrag von 2.60 Euro nicht bezahlen. Entsprechende Angaben können in der App gemacht werden, der Fahrer kontrolliert, ob ein Ticket vorhanden ist.

Intelligenter Algorithmus erkennt Anfragen mit ähnlichen Strecken

Anders als reguläre Busse, haben die neuen LÜMO-Shuttles keine vorgegebenen Routen, sondern bringen Fahrgäste von Tür zu Tür. Fahrten werden ganz einfach per App bestellt. Ein intelligenter Algorithmus erkennt Anfragen mit ähnlichen Strecken und bündelt diese. Die IT dahinter kommt von CleverShuttle. Das Berliner Startup ist der erste genehmigte RideSharing-Fahrdienst in Deutschland und setzt die Mobilitätsplattform bereits erfolgreich in der eigenen On-Demand-RideSharing-Flotte in Berlin, Hamburg, München und Leipzig ein.

„RideSharing ist die ideale Ergänzung zum regulären Linienbetrieb im öffentlichen Nahverkehr“, sagt Bruno Ginnuth, Geschäftsführer von CleverShuttle. Fraglich ist, ob es eine sinnvolle Ergänzung bei den gewählten Parametern ist: Nur nachts aktiv, wenn das Fahrtvolumen gering sein wird. Begrenztes Gebiet in einer Kleinstadt. 

Bild: Stadtverkehr Lübeck GmbH (alle Rechte vorbehalten)

Richtigstellung: In einer ersten Version wurde Lübeck als Kleinstadt bezeichnet.  Das wurde berichtigt.

Mit BMW und Toyota Beteiligung: May Mobility sammelt 11.5 Mio. US$ für autonomes Shuttle ein

Das Startup May Mobility hat eine Finanzierung über 11.5 Mio. US Dollar eingesammelt. Die Seed-Finanzierung kommt von BMW i Ventures, Toyota AI Ventures und bestehenden Investoren wie Maven Ventures, SV Angel, Tandem Ventures, Trucks Ventures und YCombinator. Das Startup entwickelt kleine autonome Shuttle Fahrzeuge, die zuerst auf Geländen von Unternehmen und später auch im öffentlichen Raum eingesetzt werden sollen.

Autonomes Shuttle aus dem Y Combinator

Die Finanzierung kommt ein Jahr nach dem offiziellen Start und soll dafür verwendet werden, die Shuttles in mehreren Städten in den USA auszurollen. In diesem Jahr soll ein erster kommerzieller Dienst gestartet werden. Im letzten Jahr wurde in Detroit ein Pilotprojekt durchgeführt, um die Alltagstauglichkeit unter Beweis zu stellen. Das Team besteht auch Experten, die früher für Ford, GM, Toyota oder die University of Michigan gearbeitet haben. Auch Teilnehmer der DARPA Urban Challenge sind mit dabei.

Einsatz in abgegrenzten Gebieten

Die Shuttle sollen zuerst in abgegrenzten Gebieten eingesetzt werden, wie Industrie-Parks, Universitätsgeländen oder abgeschlossen Wohngebieten. Dabei verkehrten die Shuttle Vans auf festgelegten Routen, später ist auch eine on-demand Lösung geplant. Langfristig will May Mobility auch den operativen Betrieb für die Kunden, die Wartung und das Flottenmanagement übernehmen.

BMW i Ventures von Erfolg überzeugt

BMW i Ventures ist von dem Erfolg von May Mobility überzeugt. Der Managing Partner Uwe Higgen lässt sich mit folgenden Worten zitieren: “Jede Menge Fahrzeuge und Programme werden angekündigt oder getestet, aber May Mobility löst die heutigen Verkehrsprobleme mit autonomen Fahrzeugen auf realen Straßen.” Damit spielt Higgen auf die vielen Ankündigungen der Mitbewerber an, die meist noch nicht in die Realität umgesetzt wurden. In das Startup hat BMW i Ventures investiert, da das Team schon heute autonome Mobilität liefert und nicht erst in den kommenden Jahren. Das dadurch generierte Wissen soll wahrscheinlich auch in die Entwicklung bei BMW mit einfließen.

Ähnliche Fahrzeuge von EasyMile, Navya oder Local Motors

Mit ähnlichen Elektro-Fahrzeugen sind schon Anbieter wir Local Motors, EasyMile oder Navya unterwegs. Die Shuttle Fahrzeuge der Unternehmen sind in unterschiedlichen Pilotprojekten im Einsatz. So erprobt die BVG in Berlin Fahrzeuge von EasyMile und Navya, das Bahn Unternehmen ioki betreibt einen Shuttle in Bad Birnbach.

Bild: May Mobility (alle Rechte vorbehalten)

Citymapper stellt den Bus in London ein und startet einen Ride-Sharing Dienst

Die ÖPNV-App Citymapper hat im vergangenen Jahr eine eigene Buslinie in London gestartet. Obwohl das Angebot gut angenommen wurde, wird es wieder eingestellt. Grund dafür soll die geringe Flexibilität bei der Linienführung sein. Stattdessen strebt das Unternehmen jetzt an, einen dynamischen Ride-Sharing Dienst anzubieten.

Busslinien sind nicht mehr zeitgemäß

In den letzten Monaten musste Citymapper erfahren, wie schwierig es sein kann, eine Buslinie zu betreiben. Anstatt am Endkunde orientiert zu sein, ist das Bussystem in den meisten Städten an den Regeln und Vorgaben der Behörden ausgerichtet. Der Kunde ist nicht der Passagier, sondern die Stadt, der Landkreis oder die Landesbehörde. Kundenfreundlichkeit und ein angenehmes Umfeld für Fahrer und Partner stehen häufig nicht im Vordergrund. Stattdessen müssen bestimmte Regeln befolgt werden, z.B. muss eine Strecke in einer bestimmten Frequenz abgefahren werden, auch wenn gar keine Nachfrage besteht.

Vorhandene Daten ermöglichen effizienteren Verkehr

Regulierungen sorgen dafür, dass das herkömmliche Bussystem nicht mehr zeitgemäß ist und das Innovationen so gut wie unmöglich sind. Wir sind in einer Zeit, in der die Busse nicht mehr in einem festen Abstand fahren müssen. Die vorhandenen Daten über Echtzeit-Verkehr, Bewegungsmuster während des Tages und and ere Daten, ermöglichen einen effizienten Verkehrt. Die Busse können dank der Daten besser verteilt und eingesetzt werden, die Wartezeiten können reduziert werden und unnötiger Verkehr kann von der Straße genommen werden. Veraltete Regeln verhindern, dass das Setup von Buslinien überarbeitet wird.

Ride-Sharing Dienst startet in London

Da in dem streng regulieren Umfeld kein Dienst angeboten werden kann, zieht Citymapper seinen Bus zurück und startet einen dynamischen Ride-Sharing Dienst mit kleinere Fahrzeugen mit dem Namen Smart Ride. Im Gegensatz zu einer Buslinie ist das Angebot nicht an eine Route gebunden, sondern an ein dynamisches Netzwerk. Die Passagiere können so an den für sie am besten liegenden Ort im Netzwerk transportiert werden. Citymapper lässt auch die Daten aus der ÖPNV-App mit einfließen, um den Shuttle Dienst an den Anforderungen der Bewohner auszurichten. Das Smart Ride Angebot wird in die Citymapper App integriert und der Nutzer muss seine Kreditkartendaten hinterlegen, damit die Fahrt abgerechnet werden kann.

Die Sitzplätze im Fahrzeug definieren unter anderem auch, ob man als Busunternehmen oder Fahrdienst mit weniger strengen Regeln eingestuft wird. Citymapper hat in dem neuen Angebot genau das vor und setzt kleinere Fahrzeuge mit maximal 8 Sitzplätzen ein. Lieber würde das Unternehmen die größeren Busse einsetzen, aber die rechtlichen Rahmenbedingungen machen das unmöglich.

Ride-Sharing Dienst: Umkämpfter Markt in London

Der Markt der on-demand Dienste in London ist hart umkämpft. Mit dem neuen Angebot tritt das Unternehmen in direkte Konkurrenz mit Unternehmen wie Uber oder Via. Uber ist seit längerem in London aktiv und Unternehmen wie Via, Heetch oder Taxify warten noch auch ihre Lizenz.

Bild: Citymapper (alle Rechte vorbehalten)

Testbericht ioki – Ride-Sharing in Frankfurt

Die Bahn hat erkannt, dass neue Formen der Mobilität die Zukunft im ÖPNV definieren werden. Deswegen wurde das Projekt ioki gestartet, das in den kommenden Monaten zu einer eigenständigen Gesellschaft ausgegründet werden soll. Unter der Marke ioki sollen unabhängig von der Bahn innovative Mobility Service Angeboten werden, idealerweise in den ÖPNV eingebunden. In Frankfurt betreibt das Unternehmen ein Ride-Sharing Pilotprojekt und wir hatten die Möglichkeit, das Angebot zu testen.

Das Konzept hinter der Ride-Sharing App

Der Nutzer bucht über eine App seine Fahrt von A nach B im Innenstadtbereich. Ist ein weiterer Nutzer in die gleiche Richtung unterwegs, werden beide auf das selbe Fahrzeuge gepoolt. Der Fahrer holt die Fahrgäste in der sinnvollsten Reihenfolge ab oder bringt sie zum Zielort. Kleine Umwege müssen dadurch in Kauf genommen werden, dafür sind die Fahrzeuge besser ausgelastet und die Fahrtkosten geringer.

Die Fahrzeuge und Fahrer

Die Flotte in Frankfurt besteht aus einer Misch-Flotte an Elektro- und Verbrenner-Fahrzeugen. Mini-Vans wie Ford Tourneo und VW Sharan ergänzen eine umweltfreundliche Elektroflotte, bestehend aus elektrischen TukTuks und C-Zero Fahrzeuge. Perspektivisch wird der Fokus auf Elektrofahrzeugen liegen, im Moment sind aber passender Fahrzeuge schwer auf dem Markt zu bekommen. Je nach Fahrzeuggröße können bis zu fünf Fahrgäste gepoolt werden, in die kleineren Fahrzeugen passen maximal drei Passagiere. Wir waren in einem VW Sharan und einem Ford Transit unterwegs, beide Fahrten waren sehr komfortabel. Die Fahrer machen einen freundlichen und professionellen Eindruck und sind davon begeistert, Teil eines innovativen Projekts zu sein.

Die ioki App ist modern und übersichtlich

Die iOS-App von ioki macht einen modernen und freundlichen Eindruck. Nach einer einfachen Registrierung kann der Nutzer den Fahrtwunsch abgeben, dabei muss Start und Ziel der Fahrt eingegeben werden, damit eine Route berechnet werden kann. Basierend auf der zu fahrenden Strecke und der Verteilung der Fahrer und Anfragen im Geschäftsgebiet, wird der Fahrtwunsch dem Fahrer zugeordnet, der die Fahrt am effizientesten durchführen kann. Wir konnten den Service mehrmals testen, bei jeder Anfrage war der Fahrer innerhalb von drei bis vier Minuten da. Das System arbeitet mit virtuellen Haltestellen, um die Umwege so kurz wie möglich zu halten. Das heißt, dass man als Fahrgast ein paar Meter zur nächsten Haltestelle laufen musst. Die App zeigt einem den Weg zur festgelegten Haltestelle an. Die Bezahlung per App konnte noch nicht getestet werden. Die Nutzung im Rahmen des Pilotprojekts in Frankfurt ist im Moment noch kostenlos, später soll eine Bezahlung über die App ermöglicht werden.

Smart Shuttles – Die Zukunft

In der Kombination von Smart Shuttle Diensten in Verbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr besteht viel Potential. In ländlichen Regionen können so bedarfsgerechte Mobilitätslösungen geschaffen werden, um die Bewohner mit den Hubs wie Bahnhöfen oder Einkaufszentren zu verbinden. In Städten können Shuttle Dienste dazu führen, dass das Verkehrsaufkommen reduziert wird. Das Team hinter ioki will dabei eine Lösung aufbauen, die in den ÖPNV integriert werden kann und nicht als Parallellösung existiert. So können attraktive Angebote für die erste Meile und letzte Meile entstehen und die Attraktivität des bestehende ÖPNV Angebots durch wenige Aufwand stark steigern. Weitere Maßnahmen können dabei helfen, dass die Fahrzeugbesitzer schneller ihr Fahrzeug stehen lassen oder abschaffen. Das Angebot in Frankfurt funktioniert gut und die Deutsche Bahn ist mit ioki auf einem guten Weg, ein starker Player in dem Bereich zu werden. Die finanzielle Stärke der Bahn und das gute Netzwerk zu Behörden und Verkehrsbetrieben werden dabei helfen.

Bild: ioki (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Fahrzeuge: Waymo darf kommerziellen Ride-Sharing Dienst in Arizona anbieten

Die Alphabet Tochter Waymo hat in Arizona die Lizenz für einen kommerziellen Ride-Sharing Dienst mit autonomen Fahrzeugen erhalten. In dem amerikanischen Bundesstaat ist Waymo als Transportation Network Company (TNC) zugelassen. Waymo scheint es ernst zu meinen und will Lyft und andere Anbieter in den USA mit einem eigenen Ride-Sharing Dienst herausfordern.

Erster Anbieter, der voll auf autonome Fahrzeuge setzt

Damit ist das Unternehmen einer der ersten Anbieter, die ausschließlich auf autonome Fahrzeuge bei der Beförderung von Passagieren setzten. Der jetzige Schritt bestätigt die Befürchtungen von Uber und anderen Anbieter, dass Waymo nicht nur Systeme für autonome Fahrzeuge entwicklen und produzieren will, sondern auch einen kommerziellen Fahrdienst aufbauen will.

Kommerzieller Betrieb noch in diesem Jahr geplant

Bisher hat Waymo den Dienst kostenlos angeboten. Seit letztem April können Nutzer in Phoenix im Rahmen eines Tests die Fahrzeuge per App buchen und werden ohne Endgeld von A nach B befördert. Mehr als 6 Mio. Kilometer hat die Flotte in Phoenix abgespult, einen Großteil davon autonom. Sie Fahrzeuge verfügen über Fähigkeiten auf Level 4 von 5 auf Skala der National Highway Traffic Safety Administration.

Die jetzt erhaltene TNC Lizenz erlaubt Waymo, dass Fahrpreise für die Beförderung von A nach B erhoben werden. Der kommerzielle Dienst soll später im Jahr gestartet werden, nachdem alle Tests abgeschlossen sind. Wie teuer der Dienst sein soll, wurde noch nicht kommuniziert. Es ist davon auszugehen, dass das Angebot günstiger als die Pooling Dienste von Uber, Lyft und Co. Sein wird. Dank der autonomen Systeme wird kein Fahrer mehr benötigt, was die Betriebskosten erheblich senken dürfte.

Arizona besonders gut für empfindliche Systeme geeignet

In Arizona ist das Klima besonders trocken, deswegen sind Städte wie Phoenix bestens für die Erprobung der Systeme für autonomes Fahren geeignet. Bisher sind Sensoren und Elektronik noch stark anfällig für Regen, Nebel und co. Phoenix kommt pro Jahr auf 312 Sonnentage, was die Tests und Weiterentwicklung vereinfacht.

Obwohl Google an Uber beteiligt ist, hat sich das Verhältnis der beiden Unternehmen in den letzten Jahren stark verschlechtert. Unter anderem hat Waymo Uber vorgeworfen, Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben. Nach einer Schlammschlacht und mehreren Gerichtsverhandlungen wurde der Fall in den vergangenen Wochen mit einem Vergleich beigelegt. Während den Verhandlungen vor Gericht wurde auch bekannt, dass Google gar nicht begeistert davon war, dass Uber eigene Systeme für autonomes Fahren entwickelt.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)