Archiv der Kategorie: Taxi App

Wundercar anscheinend in Hamburg verboten – Colorado erlässt als erster US Staat ein Ridesharing-Gesetz

Wie am Freitag per Pressemitteilung mitgeteilt wurde, hat die Hamburger Wirtschaftsbehörde die Aktivitäten des Hamburger Startups Wundercar verboten.  Das Startup will trotz des Verbots und einer möglichen Strafe weitermachen.

Die Wirtschaftsbehörde hat die Vermittlung der Fahrten verboten, da sie der Auffassung ist, dass es sich um gewerbliche Fahrten handelt, wofür die Fahrer einen P-Schein und ein konzessioniertes Fahrzeug benötigen. Wundercar sieht sich eher als Mitfahrzentrale, bei der nicht das Geld Verdienen im Vordergrund steht, sondern die Schaffung einer Community und das finden neuer Bekannter. Prinzipiell ist jeder Fahrt kostenlos, jeder Fahrgast wird aber nach der Fahrt aufgefordert, ein Trinkgeld in beliebiger Höhe zu zahlen, Wundercar behält davon 20%.

Das Unternehmen zeigte sich vom Vorstoß der Hamburger Wirtschaftsbehörde gegen seine organisierten “Freizeitfahrten” überrascht – und will sich davon zunächst nicht beirren lassen. “Ich wundere mich, dass die Behörde in ihrer Stellungnahme so stark verallgemeinert”, sagte Froh. Ihm lag nach eigener Aussage am Freitagnachmittag von der Wirtschaftsbehörde keine entsprechende schriftliche Untersagung vor.

Auf der Facebook-Seite gibt sich Wundercar kämpferisch und gibt zu, dass sie einen Brief von den Hamburger Behörden erhalten haben, der das Geschäftsmodell erlaubt, wenn die Einnahmen der Fahrer nicht die Betriebskosten übersteigt. Laut Wundercar hat man bereits darauf reagiert, wahrscheinlich in dem die Preise nach unten angepasst wurden. Laut Manager Magazin bemängeln die Hamburger Behörden auch die unklare Versicherungssituation.

Bleibt spannend zu beobachten, wie sich der Fall in Hamburg weiterentwickelt, wie Wundercar langfristig darauf reagiert und welchen Einfluss der Fall auf die Tätigkeiten von Wundercar und Co. in anderen Städten hat.

Lyft, das US Vorbild von Wundercar ist am Anfang ebenfalls mit einem Spendenmodell gestartet, um die lokalen Gesetze zu umgehen und hat die Zeit genutzt, mit den Behörden eine Lösung zu finden. Mittlerweile ist das Spendenmodell bei Lyft Geschichte und es wird nach festgelegtem Tarif bezahlt. Einen ähnlichen Weg könnte auch Wundercar einschlagen.

In vielen US-Staaten wird das Geschäftsmodell von Uber und Lyft geduldet, mit Colorado hat der erste Staat jetzt ein Gesetz erlassen, das Ridesharing reguliert und erlaubt.

Laut Gesetz, das von Gouverneur John Hickenlooper am Donnerstag unterzeichnet wurde, müssen die Vermittler-Plattformen, wie Uber, Lyft oder Sidecar, eine Versicherung abschließen, die Ansprüche von bis zu 1 Mio. US$ deckt, die Fahrer müssen einen Background Check durchlaufen und die Fahrzeuge müssen von einer zertifizierten Werkstadt überprüft werden.

Colorado unterstützt somit die Innovationen von Technologie Startups und die Einwohner haben so die Wahl, wie sie sich durch die Stadt bewegen. Laut Hickenlooper wurden die neuen Services über einen längeren Zeitraum beobachtet und nach einer anfänglichen Skepsis, konnten keine Nachteile gefunden werden.

Photo: RIDESHARING COMMUNITY #BLABLACAR ON THE RISE von MotorBlog.com; Lizenz: CC BY 2.0

Taxifahrer wollen gegen Wundercar und Uber protestieren – Uber ist bereit für den Kampf gegen Taxis

Die Taxifahrer in Berlin planen eine Sternfahrt zu organisieren, um gegen neue Anbieter auf dem Markt, wie Wundercar und Uber zu protestieren.

Anscheinend haben sie aus ihrer letzten Aktion, bei der sie eine einstweilige Verfügung gegen Uber erreicht haben, welche dann nicht vollstreckt wurde, nichts gelernt. Klar machen sie Taxifahrer darauf aufmerksam, dass sie Angst vor den neuen Diensten haben, gleichzeitig sorgt das aber auch für viel PR für Taxi Apps, wie Uber oder Wundercar. Fast jede Tageszeitung und fast jeder Fernsehsender hat über Uber berichtet, die Taxiindustrie kam dabei nicht sehr gut weg. Uber freut sich schon auf dem 11.6. und kann dadurch wieder einen großen Zuwachs an neuen Kunden verbuchen.

Interessant ist auch, dass sich die Taxifahrer untereinander auch nicht grün sind, so schreibt der Administrator der Facebook Seite UBER, Blacklane, Wundercar und Co.? NEIN DANKE über die Ankündigung, dass 10.000 Flyer verteilt werden sollen “ICH KÖNNTE KOTZEN” und fordert, dass die Taxioberen sich mehr einsetzten sollen.

Die Taxiinnung Berlin schreibt auf ihrer Website, dass sie sich solidarisch mit Taxifahrern in anderen Städten, wie London, Paris und Mailand zeigen und am 11. Juni eine Sternfahrt in Berlin planen, um gegen die aggressiven Wettbewerber zu protestieren. Ausserdem sterbt der Deutsche Taxiverband eine Klage gegen Uber an, um ein Verbot zu erwirken. Mal sehen, ob sich bei der Aktion am 11. Juni mehr Taxifahrer finden, als bei der Demo, die im letzten Jahr stattfand, um für einen Mindestlohn zu protestieren. Es kamen damals lediglich 50 Taxifahrer am Brandenburger Tor zusammen, um für einen Lohn von mindestens 8,50 € pro Stunde zu protestierten.

Uber CEO Travis hat auf de Code Konferenz festgestellt, dass sich Uber in mitten einer politischen Kampagne befindet, und von einem Arschloch namens Taxi angegriffen wird. Travis sieht Uber also in der Opferrolle und die Taxiindustrie ist der Angreifer.

Vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass der oberste Taxi Funktionär von New York City zu Uber wechselt, ausserdem sollen weitere hochkarätige Personen eingestellt werden, um die Wahrheit über die dunkle und böse Taxiindustrie ans Licht zu bringen. Anscheinend sind Personen im Gespräch, die schon die Kampagnen der letzten Präsidentenwahl in den USA gestaltet haben.

In einem ersten Schritt hat Uber bereits darüber aufgeklärt, wie viel ein uberX Fahrer in San Francisco oder New York City verdient, wie viele Jobs durch Uber jeden Monat geschaffen werden und wie sich die Kriminalitätsrate im Zusammenhang mit Taxifahrten verbessert hat.

Ein uberX Fahrer, der 40 Stunden die Woche bei Uber online ist und Aufträge annimmt, erhält in NYC um Median 90.766 US$ im Jahr, in San Francisco sind es im Median 74.191 US$.  Es müssen noch die Kosten für Fahrzeug und Sprit abgezogen werden, aber selbst dann ist es deutlich mehr als die 30.000 US$, die ein Taxifahrer im Durchschnitt in den USA verdient.

Seit Anfang des Jahres sind im Schnitt 20.000 Fahrer weltweit der Uber Plattform beigetreten, die meisten davon in den USA und Asien.

GrabTaxi, das myTaxi aus Südost-Asien erhält 15 Mio. US$ in weiterer Finanzierung

Das Taxi-Startup GrabTaxi hat verkündet, dass es in ein weiteren Finanzierungsrunde (Series B) 15 Mio. US$ eingesammelt hat. Interessanterweise wurde im letzten Monat erst der Abschluss der letzten Finanzierungsrunde verkündet. Vertex Venture Holding hat die erste Runde angeführt und in der Series B ebenfalls investiert. Angeführt wurde die letzte Finanzierungsrunde von GGV Capital, die Travel-Plattform Qunar (ebenfalls von GGV Capital unterstützt) hat auch investiert. Die Summe, die in der Series A geflossen ist, wurde nicht genannt, CEO Anthony Tan betont aber, dass es mehr als 10 Mio. US$ waren.

Das Konzept von GrabTaxi ist mit myTaxi vergleichbar, über eine Smartphone App kann per Knopfdruck ein Taxi geordert werden und das Taxi kann verfolgt werden, wie es zu einem fährt. Die Bezahlung ist wohl noch nicht über die App möglich, evtl. auch weil die Kreditkartenabdeckung in Südost-Asien nicht sehr hoch sein wird.

Weitere ähnliche Konzepte in der Region sind Uber und das von Rocket Internet finanzierte EasyTaxi. Das deutsche Startup myTaxi hat es noch nicht nach Asien geschafft, mal sehen, ob sie sich irgendwann auch in diesen Markt trauen.

Laut Ankündigung von GrabTaxi, wird die Series B genutzt, um weitere Städte zu eröffnen. Ausserdem sollen Fahrer durch Motivations-Programme näher an das Unternehmen gebunden werden und Fahrgäste mehr animiert werden, häufiger zu fahren. Bisher ist GrabTaxi in 5 Ländern und 13 Städten aktiv, darunter sind z.B. Bangkok, Manila oder Kuala Lumpur. Jakarta in Indonesien wird wohl als nächstes gestartet. Die App (neben iOS und Android auch für Blackberry und Windows Phone verfügbar) wurde bisher mehr als 1,2 Millionen mal geladen. In den Städten, die live sind, wurden mehr als 20.000 Fahrer on-geboarded und mehr als 250.000 Kunden nutzen die App mindestens einmal im Monat, um ein Taxi zu rufen.

Laut Jixun Foo, Managing Partner von GGV Capital versteht das Team rund um Anthony Tan, wie die lokalen Märkte funktionieren. Er geht davon aus, dass GrabTaxi die Transport-App in Südost-Asien wird und Didi für China.  GGV ist übrigens auch am Berliner Startup Soundcloud beteiligt, sowie an Square, Pandora, Alibaba oder hoteltonight.  Didi Dache hat vor ein paar Monate eine Runde über 100 Mio. US$ abgeschlossen.