Archiv der Kategorie: Transport und Logistik

In diese Kategorie werden alle Artikel rund um die Themen Transport und Logistik zusammengefasst.

Apple arbeitet mit VW an autonomen Shuttles

In den vergangenen Jahren haben mehrere Geschichten die Runde gedreht, dass sich der Technologiekonzern Apple mit den Automobilherstellern Mercedes oder BMW verbünden möchte, um autonome Fahrzeuge zu entwickeln. Die Gespräche über Partnerschaften sollen daran gescheitert sein, dass Apple zu viel Kontrolle über Design und Daten haben wollte. Nun scheint Apple mit Volkswagen einen Partner für das Project Titan gefunden zu haben, dabei wurden aber die eigenen Anforderungen angepasst. Volkswagen soll aktuelle T6 Minivans an Apple liefern, die von dem Technologiekonzern mit Systemen für autonomes Fahren aufgerüstet werden sollen.

Fokus auf Software und Sensoren

Apple ist unter dem Decknamen Project Titan in das große Feld für selbstfahrende Autos gestartet. Zuerst soll der Konzern geplant haben, ein komplettes Auto zu entwickeln und zu produzieren. Nachdem sich herausgestellt hat, wie Komplex die Entwicklung und Produktion eines autonomen Fahrzeugs ist, wurde das Projekt angepasst. Über die Jahre wurden die eigenen Ambitionen und das Projektteam zurückgefahren.  Zu Hochzeiten sollen mehr als 1000 Mitarbeiter an dem Projekt gearbeitet haben, in den letzten Jahren sollen mehrere Hundert Experten das Projektteam wieder verlassen haben.

Der Fokus soll nun auf der Entwicklung von Software und Sensoren liegen, die als Systeme in bestehenden Fahrzeugen verbaut werden können. Eine ähnliche Strategie verfolgen auch Startups wie Aurora, drive.ai oder nuTonomy, das von Aptiv übernommen wurde. Die von Apple entwickelten Komponenten sollen zuerst in einem Angebot für Apple Mitarbeiter getestet werden. Volkswagen liefert dafür die Fahrzeuge. Pläne für die weitere Verwendung soll Apple noch nicht haben.

Der Automobilkonzern arbeitet auch mit dem Startup Aurora zusammen. Gemeinsam sollen autonome Fahrzeuge entwickelt werden. Der erste Use Case soll ein Fahrzeug für den Ride-Sharing Dienst Moia sein, der im kommenden Jahr in Hamburg starten soll.

Bild: monthlybrands.com (alle Rechte vorbehalten)

 

Anheuser-Busch bestellt mehrere Hundert LKWs mit Wasserstoff-Antrieb

Das Startup Nikola Motor Company, das vor ein paar Tagen Tesla auf 2 Milliarden Dollar Schadensersatz verklagt hat, erhält einen ersten Großauftrag der Brauerei Anheuser-Busch. Bis zu 800 LKWs wurden bestellt, die Auslieferung soll ab 2020 erfolgen. Auf der CES im kommenden Jahre soll die Serienversion des LKWs präsentiert werden.

Reichweite bis zu 1600 Kilometern

Nikola gibt an, dass die Trucks eine Reichweite von bis zu 1600 Kilometern pro voller Betankung haben. Der Wasserstoff wird in elektrische Energie umgewandelt, die dann den LKW antreibt. Das Unternehmen sieht diesen Ansatz als geeignetste Lösung, um LKWs für die Langstrecke umweltfreundlicher zu gestalten. Bisher hat das Unternehmen die Produktion der LKWs noch nicht gestartet und es ist auch noch nicht klar, wie schnell das Unternehmen die Fahrzeuge bauen kann. Am Anfang wird das Unternehmen auf Auftragsfertiger zurückgreifen, bis die eigenen Produktionsanlagen funktionsfähig sind.

Wasserstofftankstellen sollen aufgebaut werden

Wasserstofftankstellen sind bisher in den USA auch noch Mangelware, deswegen plant das Unternehmen den Aufbau von bis zu 700 Tankstellen in den USA und Kanada bis 2028. Gemeinsam mit Anheuser-Busch werden 28 Tankstellen installiert, damit die LKWs zwischen den Standorten hin und her fahren können. Ein Nikola Truck benötigt etwa 20 Minuten, um einmal vollgetankt zu werden.

Erneuerung der Flotte bis 2025

Die Brauerei hat sich eine Erneuerung der kompletten Flotte vorgenommen. Bis 2025 sollen die eigenen LKWs auf Modelle mit umweltfreundlichen Antrieb umgestellt werden. Dafür bestellt der Konzern auch bei anderen Herstellern. Bei Tesla wurden 40 Elektro-LKWs bestellt, die in den kommenden Jahren getestet werden sollen. Insgesamt hat das Unternehmen um die 900 LKWs in der eigene Flotte, 1800 Fahrzeuge werden von Subunternehmern bereitgestellt. Auch gegenüber autonomen LKWs zeigt sich das Unternehmen aufgeschlossen – gemeinsam mit Uber wurde eine Ladung von 50.000 Bierdosen mit einem autonom fahrenden Truck transportiert.

Bild: Nikola (alle Rechte vorbehalten)

Lieferdienst für Lebensmittel: Walmart arbeitet mit Postmates zusammen

Für die amerikanische Supermarktkette Walmart hat die Ausweitung des Lieferdienstes für Lebensmittelbestellungen hohe Priorität. In diesem Jahr soll die Zahl der Walmart-Märkte, die online-Bestellungen abwickeln können, auf 800 steigen. Damit lässt sich 40 Prozent der amerikanischen Bevölkerung erreichen. Walmart ist sich bewusst, dass dieser Schritt nur mit Partnerschaften machbar ist. Deswegen arbeitet die Supermarktkette seit neustem auch mit dem Liefer-Startup Postmates zusammen, um den Lieferdienst für Lebensmittel in mehreren Regionen anbieten zu können. Zuerst wollen Postmates und Walmart in Charlotte zusammenarbeiten, in den kommenden Monaten soll eine Expansion in andere Städte folgen.

Walmart arbeitet schon mit Uber und Deliv

Die Kooperation mit Postmates ist nicht die erster ihrer Art für Walmart. Die Supermarktkette arbeitet bereits mit mehreren Partnern zusammen, um Online-Bestellungen zustellen zu können. Bisher wird mit den Unternehmen Uber und Deliv kooperiert, um keine eigene Flotte aufbauen zu müssen. Mit Partnerschaften kann der Konzern den Lieferdienst schneller ausrollen und im Wettbewerb mit Amazon und Instacart mithalten. Amazon hat durch die Übernahme und Integration von Whole Foods den Druck auf Walmart und co. weiter erhöht.

 

Postmates ist ein bisher finanziell gut ausgestattetes Lieferstartup, das sich vor allem auf Lieferungen von Essen fokussiert. Außerdem wurden Partnerschaften mit Konzernen wie Walmart oder Apple geschlossen, um für die Partner den Transport auf der letzten Meile zu übernehmen. In den letzten Wochen gab es Spekulationen über eine Fusion von Postmates mit dem Lieferdienst DoorDash. DoorDash hat vor kurzem ein Investment von mehr als 500 Mio. Dollar durch Softbank erhalten und damit die Konkurrenz ausgestochen. Postmates hat zuletzt im Jahr 2016 frisches Geld aufgenommen und dürften dutch den Softbank Deal unter Druck geraten. Im Jahr 2017 wurden 250 Mio. Dollar Umsatz erzielt, gleichzeitig ist ein Verlust in Höhe von 75 Mio. Dollar angefallen. Postmates kann auf 160.000 Kurierfahrer zugreifen, um die Lieferungen zuzustellen.

Rewe, Bringmeister und Amazon Fresh in Deutschland

In Deutschland wird der Markt der Lebensmittel-Lieferdienste von REWE, Bringmeister und Amazon Fresh beherrscht. Bringmeister wurde im Zuge des Verkaufs von Kaisers Tengelmann von EDEKA übernommen. Kaufland war auch in dem Markt aktiv, hat aber Ende letzten Jahres seinen Lieferdienst wieder eingestellt.

Bild: Postmates (alle Rechte vorbehalten)

Waymo baut mit Honda ein autonomes Fahrzeug

Die beiden Unternehmen Honda und Waymo sprechen schon seit Ende 2016 über eine mögliche Partnerschaft, jetzt scheinen die Gespräche kurz vor dem Abschluss zu stehen. Beide Unternehmen wollen zusammenarbeiten, um ein Fahrzeug für den Personentransport und die Auslieferung von Waren auf die Straße zu bringen.

Eigenes Fahrzeug mit Fokus auf Logistik

Es ist nicht die einzige Besonderheit, dass sich beide Unternehmen mehr auf Logistik auf der letzten Meile fokussieren und weniger auf die Beförderung von Personen. Äußerungen von Waymo Chef Krafcik lassen auch vermuten, dass Waymo erstmals in den Design- und Entwicklungsprozess mit einsteigt. Bisher wurden bestehende Serienfahrzeuge aufgerüstet, mit Honda will Waymo ein neues Fahrzeug kreieren.

Waymo will nicht nur Zulieferer sein

Die Partnerschaft wäre ein Indiz dafür, dass Waymo nicht nur als Zulieferer für die Automobilindustrie und als Betreiber von Ride-Sharing Diensten auftreten möchte, sondern weitreichendere Ambitionen hat. Der Schritt, dass Waymo in die Entwicklung von neuen Fahrzeugen einteigt, ist ein weiteres alarmierendes Zeichen für die bestehende Automobilindustrie, dass sich der Wettbewerb in den kommenden Jahren stark verändern wird.

Waymo arbeitet an autonomen LKWs für die Langstrecke. Kürzlich wurde verkündet, dass erste Fahrzeuge in der Gegend um Atlanta unterwegs sein werden, um Waren zwischen unterschiedlichen Google-Standorten zu transportieren. Die LKWs für die Langstrecke und der Service für die letzte Meile würden sich gut zu einer Komplettlösung zusammenfügen.

Kooperation mit Automobilherstellern

Waymo arbeitet schon mit den Herstellern Jaguar Land Rover und Fiat Chrysler zusammen. Mit Jaguar hat das Schwesterunternehmen von Google eine Vereinbarung über die Lieferung von 20.000 I-Pace Elektro-SUVs geschlossen, die mit der Technik von Waymo ausgestattet werden sollen. Ziel ist es, einen Fahrservice im Premium-Segment anbieten zu können. Von Fiat Chrysler bezieht Waymo Pacifica Minivans und stattet sie mit Technik für autonomes Fahren aus. Die Fahrzeuge sind bereits in Arizona im Einsatz und bilden die Grundlage für den Standard-Fahrservice, der demnächst kommerziell starten soll.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Waymo testet autonome LKWs in Atlanta

Nicht nur Uber testet autonome LKWs auf bestimmten Strecken in den USA, auch die Google Schwester Waymo hat jetzt autonome Lastwagen in der Flotte, die rund um Atlanta unterwegs sind und Waren für die Datenzentren von Google transportieren werden. Zur Sicherheit wird immer ein Fahrer mit im Fahrzeug sitzen, der im Notfall das Steuer übernehmen kann. Außerdem ist der Sicherheitsfahrer nach der aktuellen Gesetzeslage in den meisten amerikanischen Staaten noch Pflicht.

Autonome LKWs im Lieferverkehr

Der Einsatz im Lieferverkehr startet nach einer einjährigen Testphase, in der die autonomen LKWs in Arizona und Kalifornien getestet und weiterentwickelt wurden. Der Fokus in den letzten Monaten lag auf der Software, die lernen musste, einen LKW samt Auflieger autonom fahren zu lassen. Die Länge des Fahrzeugs, mögliche tote Winkel und stark schwankende Ladungen erhöhen die Komplexität. Waymo nutzt für die LKWs das Paket an Sensoren, Rechnern und Softwarekomponenten, die auch in den Minivans verbaut werden. Das Paket wurde so ausgelegt, dass es für unterschiedliche Fahrzeuge adaptierbar ist. Unklar ist, ob die Technik schon die ganze Strecke beherrscht, oder nur Fahrten auf Autobahnen. Unternehmen wie Uber, Starsky oder Embark lassen die LKWs bisher nur auf Autobahnen autonom fahren. Die Lademanöver und Fahrten auf kleineren Straßen und durch Städte werden von dem Fahrer an Bord übernommen.

Technik soll durch Tests weiterentwickelt werden

Der Einsatz in Atlanta soll dabei helfen, die Technik weiter zu entwickeln. Außerdem soll erprobt werden, wie die vollautomatisierten LKWs in das bestehende System aus Speditionen und Versendern eingegliedert werden können. Die Verknüpfung mit dem bestehenden Netzwerk aus Fabriken, Häfen, Verteil-Zentren und Terminals steht dabei im Fokus. Im Frachtbereich sieht Waymo ein großes Geschäftspotenzial. Gleichzeitig soll die Sicherheit erhöht werden.

Über die vollautomatisierten LKWs von Waymo wurde bisher wenig bekannt. In den letzten Monaten hat Waymo vermehrt Details zu den autonomen Autos veröffentlicht, die in Arizona unterwegs sind. Dort hat das Unternehmen auch die Lizenz erhalten, um als Transport Network Company kommerziell Fahrdienste anbieten zu können. Es wird erwartet, dass das Unternehmen in den kommenden Wochen einen kommerziellen Ride-Sharing Dienst starten wird, der Uber und co. Konkurrenz machen wird.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Eilmeldung: Personenbeförderungsgesetz (PBefG) wurde überarbeitet

Berlin, 1. April 2018: Lange wurde es diskutiert, nur kann Vollzug gemeldet werden. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde ein Durchbruch bei der Modernisierung des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) abgeschlossen. Das ist ein erfreuliches Ergebnis, das vor allem den Bürgern zugute kommt. Die beteiligten Parteien wollten eigentlich schon viel früher mit einem Ergebnis an die Öffentlichkeit gehen, die Komplexität des Themas führte aber zu einer Marathon-Sitzung. Folgende Änderungen wurden beschlossen: 

Ride-Pooling offiziell im Personenbeförderungsgesetz vertreten

Für das aufstrebende Segment “Ride-Pooling” werden neue Vorschriften in das PBefG mit aufgenommen. Ride-Pooling ist nach der Novellierung ein Teil des öffentlichen Nahverkehrs und genießt gegenüber dem Linienverkehr folgende Vorteile. Die Linienpflicht entfällt, Ride-Pooling Fahrzeuge müssen keine festen Haltestellen anfahren und auch keinen Fahrplantakt einhalten. Wie bei Busfahrten ist Pooling von Fahrgästen ausdrücklich erlaubt. Die intelligente und bedarfsgerechte Bündelung von Fahrten sorgt dafür, dass ressourcenschonende und kostenfreundlichere Personenbeförderung möglich wird.

Rückkehrpflicht wird angepasst aber nicht abgeschafft

Die Rückkehrpflicht gilt zukünftig nur noch für Taxen. Mietwagen und Ride-Pooling Anbieter sind davon befreit. Zur Begründung dazu heißt es, dass das Taxigewerbe die letzten 50 Jahre geschützt wurde, jetzt sollen Ride-Pooling und Mietwagen in den Genuss kommen. Der Forderung, die Rückkehrpflicht für alle abzuschaffen, um Leerfahrten und schädliche Emissionen zu vermeiden, wurde nicht entsprochen

Einführung neuer Fahrzeugkategorien

Eine Änderung sieht vor, dass nur noch Fahrzeuge mit umweltfreundlichen Antrieben zugelassen werden. Es werden nur noch Fahrzeuge mit Elektroantrieb oder Wasserstoffantrieb für Fahrten im Ride-Pooling, Linien-, Mietwagen-, oder Taxi-Verkehr zugelassen. Um für weitere Verkehrsentlastung zu sorgen, werden ab 2021 nur noch Flugtaxen in der Kategorie Taxi zugelassen. Als Linienfahrzeuge, Mietwagen und Ride-Pooling Fahrzeuge werden nur noch autonome Fahrzeuge genehmigt. Damit wird eine große Wette auf die Technik eingegangen, die in den kommenden Jahren erst noch zur Serienreife entwickelt werden muss.

Zusätzlich zu den genannten Punkten wird die Tarifpflicht gelockert, der Fokus liegt auf Transparenz durch Anzeige von Bewertungen und Preisangaben vor der Fahrt. Außerdem wird die IHK Fach- und Sachkundeprüfung gelockert, um mehr Gelegenheitsangebote im Rahmen der Shared Economy zu ermöglichen.

Gleichzeitig sollen in den kommenden Wochen Maßnahmen beschlossen werden, die den privaten Fahrzeugbesitz so unattraktiv machen, dass mehr und mehr Menschen auf geteilte Mobilität umsteigen. Erste Überlegungen sehen eine Erhöhung der Parkgebühren um ein Vielfaches vor. Das Wachstum der Neuzulassungen soll verhindert werden und teure Lizenzen sollen eingeführt werden.

Frohe Ostern und einen schönen 1. April.

Bild: Busy traffic von dingcarrie (bestimmte Rechte vorbehalten)

Tesla Semi im Einsatz zwischen Tesla Fabriken – Kundenliste wächst

Tesla testet in den USA seinen Semi Truck im Lieferverkehr zwischen unterschiedlichen Firmenstandorten. Auf einem Bild, das Tesla Chef Elon Musk auf Instagram geteilt hat, sind zwei Trucks zu sehen, die Batteriepacks von der Gigafactory 1 in Nevada nach Fremont transportieren, dort schraubt Tesla die Fahrzeuge zusammen.

Die strecke beträgt etwa 400 Kilometer, was für die Trucks problemlos machbar sein sollte. Die Version mit dem kleineren Akku soll auf 480 km Reichweite kommen, die größere Version auf 800 km. Die Fahrten dürften dabei helfen, weitere Kunden anzuziehen und außerdem werde wertvoll Insights für die Entwicklung generiert.

Im vergangenen November hat Tesla seinen Elektro-LKW mit beeindruckenden Kennzahlen präsentiert. Der Akku der Zugmaschine soll für eine Reichweite von 800 Kilometern reichen, die  Beschleunigung auf 100 km/h soll in weniger als fünf Sekunden möglich sein, voll beladen bei in weniger als 20 Sekunden. Innovativ ist auch der Innenraum, mit einem mittig angeordnetem Fahrersitz und zwei großen Displays für die Bedienung des LKWs.

Auch wenn es noch ein paar Jahre dauern wird, bis der LKW auf der Straße zu sehen sein wird, konnte das amerikanische schon Bestellungen von einigen Unternehmen verzeichnen.

Viele Kunden, die den Tesla Elektro-LKW vorbestellt haben, kommen erwartungsgemäß aus den USA. Ein paar europäische Kunden sind aber auch dabei.

  • Walmart: Eine der ersten Bestellungen kam von der Kaufhaus-Kette Walmart. Walmart investiert viel in neue Technologien und will die Trucks für den Transport zwischen Lagern und Märkten nutzen. Insgesamt sollen 15 Tesla Semi getestet werden.
  • Pepsi: Der Produzent von Erfrischungsgetränken hat mit 100 Fahrzeugen eine der größten Reservierungen für den Elektro-LKW ausgelöst
  • Anheuser-Busch: Die Brauerei hat im Dezember 40 Semi Trucks reserviert.
  • Sysco: Der Lebensmittelproduzent, einer der größten weltweit, hat 50 Tesla Trucks Reserviert.
  • UPS: Der Paketdienst hat noch vor Pepsi die größte Order platziert. Insgesamt 125 Elektro-LKW sollen eingesetzt werden.
  • DHL: UPS Konkurrent DHL will erstmal weniger Fahrzeuge testen. Insgesamt wurden 10 Fahrzeuge reserviert, um damit Erfahrung zu sammeln.
  • Meijer: Die Supermarktkette aus den USA hat eine kleine Flotte von vier Zugmaschinen platziert.
  • Die Spedition Ryder hat sich ebenfalls für den Tesla LKW entschieden, gibt aber nicht bekannt, wie viele Fahrzeuge bestellt wurden.
  • Asko: Der norwegische Lebensmittel-Produzent hat insgesamt 10 Elektro-LKW bestellt. Norwegen ist bei der Elektromobilität enorm weit, deswegen ist es wenig verwunderlich, dass die Nachfrage für Elektro-LKWs hoch sein wird.
  • Fercam: Die Spedition aus Italien hat einen Elektro-LKW reserviert.
  • Loblaw: Die kanadische Supermarktkette hat 25 Zugmaschinen bestellt und angekündigtigt, alle LKWs bis 2030 durch Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu ersetzen.

Neben den genannten Unternehmen haben auch Flexport, J.B. Hunt, JK Moving, Girteka Logistics, Best Transportation und Mecca & Son Trucking bei Tesla reserviert. Viele Unternehmen nutzten die Möglichkeit, ihre Order publik zu machen, um die Aufmerksamkeit der Presse auf sich zu ziehen. Es ist davon auszugehen, dass weitere Unternehmen eine Reservierung für den LKW getätigt haben, das aber nicht kommuniziert haben.

Bild: Tesla (alle Rechte vorbehalten)

Lieferdienst: Mit Careem steigt die nächste Fahrdienstplattform ein

Bisher betreiben schon führende Plattformen, wie Uber oder Grab eine Plattform für die on-demand Lieferung von Gerichten. Der Anbieter Careem aus dem Mittleren Osten ist der nächste Player, der auf dem Feld aktiv wird. Das Unternehmen startet aber nicht bei Null, sondern übernimmt das lokale Startup RoundMenu.

RoundTable als Basis für Lieferdienst

Wie viel das Unternehmen für die Plattform bezahlt hat, ist nicht bekannt. RoundMenu ist auch kein Lieferdienst, sondern eine Plattform, auf der Restaurants gelistet sind und auf der Tische reserviert werden können. Wahrscheinlich ist Careem an der Datenbank, den Bewertungen und den Statistiken interessiert. Den RoundTable Kunden soll der Lieferdienst in den kommenden Wochen angeboten werden. Eine Integration in die RoundMenu Plattform ist in einem ersten Schritt geplant. Ob RoundMenu in Careem Eats oder ähnliches umbenannt werden soll, ist nicht bekannt.

Andere Fahrdienste mit Lieferdienst erfolgreich

Careem sieht, wie erfolgreich andere dominierende Fahrdienst-Plattformen bei dem Thema Lieferdienst sind. Für Uber hat sich das Liefergeschäft für Gerichte in den letzten Jahren zu einem wichtigen Standbein entwickelt. Mittlerweile setzt die Sparte pro Jahr mehrere Milliarden um und ist für etwa 10% des Gesamtumsatzes bei Uber verantwortlich.

RoundMenu ist seit 2012 aktiv und hat die überschaubare Summe von 3.1 Mio. Dollar an Finanzierung eingesammelt. Der Dienst wird in 18 Städte im Mittleren Osten angeboten, unter anderem in Saudi Arabien, Ägypten oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Careem nach Daimler Investment mit finanziellem Spielraum

Careem hat sich in den letzten Jahren zum einem starken lokalen Player entwickelt. Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen eine Summe von 500 Mio. US Dollar einsammeln. Unter anderem haben Daimler und die Saudi Arabia’s Kingdom Holding investiert. Damals hat das Unternehmen schon angekündigt, dass bei der Expansion und bei dem Aufbau weitere Verticals mehr Gas gegeben werden soll.

Bild: Careem (alle Rechte vorbehalten)

DigitalLife@Daimler – digitale Transformation und Hackathons

Daimler hat in den letzten Jahren mehrere Initiativen ins Leben gerufen, um die digitale Transformation in der Automobilindustrie mitzugestalten. Eine davon ist DigitalLife@Daimler. DigitalLife treibt konzernweit die digitale Transformation voran und setzt Projekte zum digitalen Wandel im Unternehmen um. Dabei sind folgende Schwerpunkte gesetzt: Strategie (#transform), Innovationskultur (#ideate), Mitarbeitervernetzung (#collaborate) und Unternehmenskultur (#change). Das spannende ist, dass Der Fokus ist auf die interne Transformation gerichtet ist, also wie sich Daimler als Organisation wandeln kann, um weiterhin eine führende Rolle zu spielen. Bei DigitalLife stehen trotz Digitalisierung immer die Menschen im Mittelpunkt – egal ob Kunde oder Mitarbeiter.

Mitarbeiter müssen bei Transformation mitgenommen und eingebunden werden 

Vor allem ist es wichtig, die Mitarbeiter bei dem Thema digitale Transformation mitzunehmen – das kann nur mit einer glaubwürdigen Strategie erfolgen. DigitalLife@Daimler scheint dabei einen erfolgreichen Job zu machen und in den letzten Jahren wurde intern schon viel erreicht. Bei einem so großen und komplexen Konzern wie Daimler ist Ausdauer und Durchhaltevermögen gefragt, um das Thema Digitalisierung nachhaltig zu verankern und um die Kollegen von der Notwendigkeit  zu überzeugen. Schließlich läuft das Geschäft mit der Produktion im Moment noch gut und die Auswirkungen von disruptiven Modellen in den USA oder Asien sind für die Mitarbeiter fernab der Hot Spots wenig greifbar. Es ist wichtig, mögliche Bedenken der Mitarbeiter, die durch eine zu schnelle und oberflächliche Transformation hervorgerufen werden können, zu berücksichtigen.

Hackathons für Ideen und Inspiration 

Ein Teil der Strategie sind inspirierende und unkonventionelle Formate wie Hackathons, an denen Teilnehmer mit unterschiedlichen Hintergründen teilnehmen. Dadurch werden neue Ideen generiert und der Austausch mit Studierenden wird in einem kreativen Rahmen ermöglicht.  Natürlich hofft Daimler auch, dass sich so Digitalisierungs-Talente von morgen für den Automobilhersteller bei der Stellensuche interessieren.

Einer der letzten Hackathons fand auf der TechCrunch Disrupt in Berlin statt. Dabei ist DigitalLife erstmalig als Sponsor aufgetreten, meistens werden die Hackathons von Daimler eigenständig organisiert.

Im Jahr 2016, ist Daimler mit der globalen Hackathon Reihe „DigitalLife Campus“ mit 300 Teilnehmern und fünf Events auf drei Kontinenten gestartet. Im Jahr 2017 wurde das erfolgreiche Format fortgesetzt. Der Hackathon auf der TechCrunch Disrupt war bereits der vierte  Hackathon, den Abschluss der Reihe bildet das Finale auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Dazu werden alle Teams der DigitalLife Campus Reihe eingeladen und bekommen neben einem ausführlichen Rahmenprogramm die Möglichkeit, auf der parallel stattfindenden Startup Messe 4YFN ihre Ideen als „Mini-Startup“ vorzustellen und mit den Fachexperten vor Ort in Austausch zu gehen.

Teilweise werden die Ideen nach den Hackathons auch weiter begleitet, sofern das Team weitermacht und das Thema für Daimler langfristig interessant ist. Dabei findet auch die Verknüpfung mit den entsprechenden Daimler Mitarbeitern statt, was positiv für beide Seiten sein kann.

Drei Ideen von der TechCrunch Disrupt 

Auf der Disrupt hat das Team Truck Chain den ersten Platz abgeräumt, eine Idee mit großem Potenzial. Der vorgestellte Service wertet Truck Sensor-Daten aus, um die Auswahl von Sublieferanten hinsichtlich Waren-Qualität, Pünktlichkeit und Sicherheit zu verbessern. Die Verwendung von Blockchain ermöglicht Transparenz der Daten und somit eine leistungsabhängige Bezahlung. Das Team wurde mit 5.000 US Dollar Preisgeld ausgezeichnet. Die für den Dienst genutzten Daten kamen von der Daimler Tochter Fleetboard.

Eine weitere auf dem Disrupt Hackathon ausgearbeitete Idee ist Park Insider. Das Team setzet auf das Trend-Thema Digitalisierung und Parken und hat auf Basis von Daimler Parking Data und der API der Deutschen Bank eine App entworfen, die eine Art Smart Wallet für das Bezahlen von Parkplätzen darstellt. Die Abrechnung erfolgt schnell, nahtlos und minutengenau. Parktickets sollen so vermieden werden.

Where to live in Berlin hat ein Tool entwickelt, welches es dem Nutzer ermöglicht Berlin in vielen verschiedenen Dimensionen zu erkunden. Man selektiert diverse Variablen, die einem für seinen zukünftigen Lebensstil wichtig sind (Bars, Kino, Freizeitaktivitäten, Schule, Kindergarten, ÖPNV, Parkplätze, Verkehrssituation etc.). Das Tool schlägt dann die Bezirke in Berlin vor, die die genannten Suchfelder am besten abdecken. Um ein passendes Bild zu erschaffen, werden Daten von Daimler Parking Data, Open StreetMap, Geoportal/Land Berlin und ElasticSearch kombiniert.

Übersicht aller Daimler-Ideen (auf Englisch) von der TechCrunch Disrupt finden sich hier.

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)

Mit Volkswagen und Hyundai arbeiten zwei weitere Automobilhersteller mit Startup für autonomes Fahren zusammen

Die Kooperationen zwischen Automobilindustrie und Startups, die sich mit Technologien für autonomes Fahren beschäftigen, geht in die nächste Runde. Die beiden Automobilhersteller Hyundai und Volkswagen arbeiten mit dem angesagten Startup Aurora zusammen. Aurora wurde von Chris Urmson gestartet, der für Google das Projekt für selbstfahrende Autos gestartet hat. Die von Google entwickelte Technologie gilt mittlerweile als führend und firmiert unter dem Namen Waymo.

Integration in VW-Plattformen

Volkswagen und Aurora arbeiten schon seit dem letzten Sommer zusammen. Die Ingenieure beider Unternehmen integrieren die Systeme für autonomes Fahren in die Fahrzeugplattformen von Volkswagen. Die Zusammenarbeit wird in den kommenden Monaten fortgesetzt, um einen MaaS Dienst mit Volkswagen Fahrzeugen zu starten. Nach und nach sollen die Systeme Einzug in die Fahrzeuge der Konzernmarken erhalten. Die Anwendungsfälle sollen sich dabei von Shuttle Fahrzeugen über Lieferfahrzeuge hin zu selbstfahrenden LKWs ohne Kabine erstrecken.

Erfahrenes Gründerteam

Auf Grund des Gründerteams wird dem Startup Aurora viel zugetraut. Die drei Gründer sind Experten auf dem Gebiet des autonomen Fahrens. Chris Urmson hat für Google das Team für die Entwicklung des autonomen Autos aufgebaut. Sterling Anderson hat bei Tesla das Autopilot-Programm geleitet. Der dritte Gründer Drew Bagnell hat bei Uber das Team für autonomes Fahren geleitet. Auf der Seite von Volkswagen dürfte der Chief Digital Officer Johann Jungwirth (JJ) die Kooperation eingefädelt haben. JJ hat mehrere Jahre im Silicon Valley gearbeitet und ist gut mit den führenden Startups im Valley vernetzt.

Volkswagen und Hyundai folgen Muster anderer Automobilhersteller

Volkswagen und Hyundai schließen sich mit der Kooperation einer langen Reihe an Automobilherstellern und -zulieferern an, die beim Thema autonomes Fahren auf Startups und Partner setzten. General Motors hat 2016 das Startup Cruise für fast eine Milliarde Dollar übernommen, Ford investierte eine hohe Summe in das KI Startup Argo AI. Der Zulieferer Delphi hat das MIT Startup NuTonomy geschluckt. Volvo arbeitet eng mit dem Team von Uber zusammen und die BMW Group hat eine Kooperation mit Intel, Mobileye und anderen Playern geschlossen, um bei dem Thema autonomes Fahrern schneller voranzukommen.

Mobility as a Service Angeboten wird die Zukunft gehören. Taxi-Dienste ohne menschlichen Fahrer werden die Mobilität in Städten und ländlichen Regionen revolutionieren. Da Volkswagen auch Lieferfahrzeuge und LKWs baut, kann die Software und Technologie von Aurora auch im Logistik-Bereich zum Einsatz kommen. Bei Hyundai sollen die Komponenten von Aurora in die Fahrzeug-Palette integriert werden.

Chris Urmson, CEO von Aurora: „Unsere Priorität bei Aurora liegt darauf, selbstfahrende Fahrzeuge Realität werden zu lassen – sicher, schnell und breit zugänglich. Und wir wissen, dass wir dies schneller erreichen, indem wir mit innovativen Automobilunternehmen wie dem Volkswagen Konzern Partnerschaften eingehen. Diese Partnerschaft ist eine tiefe Zusammenarbeit durch den Einsatz der Self-Driving-Technologie von Aurora. Gemeinsam werden wir selbstfahrende Fahrzeuge in großem Maßstab auf den Markt bringen.”

Bild: Aurora (alle Rechte vorbehalten)