Archiv der Kategorie: Transport und Logistik

In diese Kategorie werden alle Artikel rund um die Themen Transport und Logistik zusammengefasst.

DigitalLife@Daimler – digitale Transformation und Hackathons

Daimler hat in den letzten Jahren mehrere Initiativen ins Leben gerufen, um die digitale Transformation in der Automobilindustrie mitzugestalten. Eine davon ist DigitalLife@Daimler. DigitalLife treibt konzernweit die digitale Transformation voran und setzt Projekte zum digitalen Wandel im Unternehmen um. Dabei sind folgende Schwerpunkte gesetzt: Strategie (#transform), Innovationskultur (#ideate), Mitarbeitervernetzung (#collaborate) und Unternehmenskultur (#change). Das spannende ist, dass Der Fokus ist auf die interne Transformation gerichtet ist, also wie sich Daimler als Organisation wandeln kann, um weiterhin eine führende Rolle zu spielen. Bei DigitalLife stehen trotz Digitalisierung immer die Menschen im Mittelpunkt – egal ob Kunde oder Mitarbeiter.

Mitarbeiter müssen bei Transformation mitgenommen und eingebunden werden 

Vor allem ist es wichtig, die Mitarbeiter bei dem Thema digitale Transformation mitzunehmen – das kann nur mit einer glaubwürdigen Strategie erfolgen. DigitalLife@Daimler scheint dabei einen erfolgreichen Job zu machen und in den letzten Jahren wurde intern schon viel erreicht. Bei einem so großen und komplexen Konzern wie Daimler ist Ausdauer und Durchhaltevermögen gefragt, um das Thema Digitalisierung nachhaltig zu verankern und um die Kollegen von der Notwendigkeit  zu überzeugen. Schließlich läuft das Geschäft mit der Produktion im Moment noch gut und die Auswirkungen von disruptiven Modellen in den USA oder Asien sind für die Mitarbeiter fernab der Hot Spots wenig greifbar. Es ist wichtig, mögliche Bedenken der Mitarbeiter, die durch eine zu schnelle und oberflächliche Transformation hervorgerufen werden können, zu berücksichtigen.

Hackathons für Ideen und Inspiration 

Ein Teil der Strategie sind inspirierende und unkonventionelle Formate wie Hackathons, an denen Teilnehmer mit unterschiedlichen Hintergründen teilnehmen. Dadurch werden neue Ideen generiert und der Austausch mit Studierenden wird in einem kreativen Rahmen ermöglicht.  Natürlich hofft Daimler auch, dass sich so Digitalisierungs-Talente von morgen für den Automobilhersteller bei der Stellensuche interessieren.

Einer der letzten Hackathons fand auf der TechCrunch Disrupt in Berlin statt. Dabei ist DigitalLife erstmalig als Sponsor aufgetreten, meistens werden die Hackathons von Daimler eigenständig organisiert.

Im Jahr 2016, ist Daimler mit der globalen Hackathon Reihe „DigitalLife Campus“ mit 300 Teilnehmern und fünf Events auf drei Kontinenten gestartet. Im Jahr 2017 wurde das erfolgreiche Format fortgesetzt. Der Hackathon auf der TechCrunch Disrupt war bereits der vierte  Hackathon, den Abschluss der Reihe bildet das Finale auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Dazu werden alle Teams der DigitalLife Campus Reihe eingeladen und bekommen neben einem ausführlichen Rahmenprogramm die Möglichkeit, auf der parallel stattfindenden Startup Messe 4YFN ihre Ideen als „Mini-Startup“ vorzustellen und mit den Fachexperten vor Ort in Austausch zu gehen.

Teilweise werden die Ideen nach den Hackathons auch weiter begleitet, sofern das Team weitermacht und das Thema für Daimler langfristig interessant ist. Dabei findet auch die Verknüpfung mit den entsprechenden Daimler Mitarbeitern statt, was positiv für beide Seiten sein kann.

Drei Ideen von der TechCrunch Disrupt 

Auf der Disrupt hat das Team Truck Chain den ersten Platz abgeräumt, eine Idee mit großem Potenzial. Der vorgestellte Service wertet Truck Sensor-Daten aus, um die Auswahl von Sublieferanten hinsichtlich Waren-Qualität, Pünktlichkeit und Sicherheit zu verbessern. Die Verwendung von Blockchain ermöglicht Transparenz der Daten und somit eine leistungsabhängige Bezahlung. Das Team wurde mit 5.000 US Dollar Preisgeld ausgezeichnet. Die für den Dienst genutzten Daten kamen von der Daimler Tochter Fleetboard.

Eine weitere auf dem Disrupt Hackathon ausgearbeitete Idee ist Park Insider. Das Team setzet auf das Trend-Thema Digitalisierung und Parken und hat auf Basis von Daimler Parking Data und der API der Deutschen Bank eine App entworfen, die eine Art Smart Wallet für das Bezahlen von Parkplätzen darstellt. Die Abrechnung erfolgt schnell, nahtlos und minutengenau. Parktickets sollen so vermieden werden.

Where to live in Berlin hat ein Tool entwickelt, welches es dem Nutzer ermöglicht Berlin in vielen verschiedenen Dimensionen zu erkunden. Man selektiert diverse Variablen, die einem für seinen zukünftigen Lebensstil wichtig sind (Bars, Kino, Freizeitaktivitäten, Schule, Kindergarten, ÖPNV, Parkplätze, Verkehrssituation etc.). Das Tool schlägt dann die Bezirke in Berlin vor, die die genannten Suchfelder am besten abdecken. Um ein passendes Bild zu erschaffen, werden Daten von Daimler Parking Data, Open StreetMap, Geoportal/Land Berlin und ElasticSearch kombiniert.

Übersicht aller Daimler-Ideen (auf Englisch) von der TechCrunch Disrupt finden sich hier.

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)

Mit Volkswagen und Hyundai arbeiten zwei weitere Automobilhersteller mit Startup für autonomes Fahren zusammen

Die Kooperationen zwischen Automobilindustrie und Startups, die sich mit Technologien für autonomes Fahren beschäftigen, geht in die nächste Runde. Die beiden Automobilhersteller Hyundai und Volkswagen arbeiten mit dem angesagten Startup Aurora zusammen. Aurora wurde von Chris Urmson gestartet, der für Google das Projekt für selbstfahrende Autos gestartet hat. Die von Google entwickelte Technologie gilt mittlerweile als führend und firmiert unter dem Namen Waymo.

Integration in VW-Plattformen

Volkswagen und Aurora arbeiten schon seit dem letzten Sommer zusammen. Die Ingenieure beider Unternehmen integrieren die Systeme für autonomes Fahren in die Fahrzeugplattformen von Volkswagen. Die Zusammenarbeit wird in den kommenden Monaten fortgesetzt, um einen MaaS Dienst mit Volkswagen Fahrzeugen zu starten. Nach und nach sollen die Systeme Einzug in die Fahrzeuge der Konzernmarken erhalten. Die Anwendungsfälle sollen sich dabei von Shuttle Fahrzeugen über Lieferfahrzeuge hin zu selbstfahrenden LKWs ohne Kabine erstrecken.

Erfahrenes Gründerteam

Auf Grund des Gründerteams wird dem Startup Aurora viel zugetraut. Die drei Gründer sind Experten auf dem Gebiet des autonomen Fahrens. Chris Urmson hat für Google das Team für die Entwicklung des autonomen Autos aufgebaut. Sterling Anderson hat bei Tesla das Autopilot-Programm geleitet. Der dritte Gründer Drew Bagnell hat bei Uber das Team für autonomes Fahren geleitet. Auf der Seite von Volkswagen dürfte der Chief Digital Officer Johann Jungwirth (JJ) die Kooperation eingefädelt haben. JJ hat mehrere Jahre im Silicon Valley gearbeitet und ist gut mit den führenden Startups im Valley vernetzt.

Volkswagen und Hyundai folgen Muster anderer Automobilhersteller

Volkswagen und Hyundai schließen sich mit der Kooperation einer langen Reihe an Automobilherstellern und -zulieferern an, die beim Thema autonomes Fahren auf Startups und Partner setzten. General Motors hat 2016 das Startup Cruise für fast eine Milliarde Dollar übernommen, Ford investierte eine hohe Summe in das KI Startup Argo AI. Der Zulieferer Delphi hat das MIT Startup NuTonomy geschluckt. Volvo arbeitet eng mit dem Team von Uber zusammen und die BMW Group hat eine Kooperation mit Intel, Mobileye und anderen Playern geschlossen, um bei dem Thema autonomes Fahrern schneller voranzukommen.

Mobility as a Service Angeboten wird die Zukunft gehören. Taxi-Dienste ohne menschlichen Fahrer werden die Mobilität in Städten und ländlichen Regionen revolutionieren. Da Volkswagen auch Lieferfahrzeuge und LKWs baut, kann die Software und Technologie von Aurora auch im Logistik-Bereich zum Einsatz kommen. Bei Hyundai sollen die Komponenten von Aurora in die Fahrzeug-Palette integriert werden.

Chris Urmson, CEO von Aurora: „Unsere Priorität bei Aurora liegt darauf, selbstfahrende Fahrzeuge Realität werden zu lassen – sicher, schnell und breit zugänglich. Und wir wissen, dass wir dies schneller erreichen, indem wir mit innovativen Automobilunternehmen wie dem Volkswagen Konzern Partnerschaften eingehen. Diese Partnerschaft ist eine tiefe Zusammenarbeit durch den Einsatz der Self-Driving-Technologie von Aurora. Gemeinsam werden wir selbstfahrende Fahrzeuge in großem Maßstab auf den Markt bringen.”

Bild: Aurora (alle Rechte vorbehalten)

Tesla Semi Truck Elektro-LKW in Bildern

In der letzten Nacht hat Tesla den Semi Elektro-LKW vorgestellt. Hier ist der Truck in Bildern und mit weiteren Informationen.

 

Fahrerkabine des Elektro-LKWs

Bei der Fahrerkabine geht Tesla einen neuen Weg. Der Fahrer sitzt Mitte und ist von zwei Touch-Screen Displays flankiert. So soll die Rundumsicht verbessert werden, die Displays ermöglichen einfachen Zugang zu Navigation, Überwachungsdaten und Auftragsdaten. Systeme für Flottenmanagement und Monitoring sollen direkt verbaut werden, so dass keine Geräte von Drittherstellern verbaut werden müssen.

Verbesserte Sicherheit

Tesla legt viel Wert auf die Sicherheit. Der Elektro-Truck soll über Sicherheitsstandards in einer neuen Dimension verfügen. Die Batterie sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt und somit erhöhte Stabilität. Verbaute Sensoren sollen verhindern, dass sich Sattelschlepper und Anhänger zusammenklappen. Die Sensoren erkennen Instabilität und reagieren mit entsprechenden Bremsmanövern und flexiblen Drehmomenten an den Rädern. Der Truck wird mit Kameras überwacht, die den Fahrer bei Gefahr automatisch warnen.

Zuverlässigkeit

Der Tesla Semi Elektro-LKW verfügt über weniger Verschleißteile als ein Diesel-Truck. Vor allem der E-Motor ist viel einfacher aufbaut und ein Getriebe ist weniger komplex. Systeme für die Nachbehandlung der Abgase und Differentiale sind auch nicht nötig. Deshalb soll der der Elektro-LKW zuverlässiger sein und muss außerdem seltener gewartet werden. Die Batterien sind für eine Laufleistung von mehr als eine Millionen Kilometer ausgelegt. Bei den Motoren greift Tesla auf modifizierte Model 3 Motoren zurück.

Geringer Kosten

Ein Hauptargument für die Spediteure sollen die geringeren Betriebskosten sein. Auf Grund der Effizienz von Elektromotoren und geringer Stromkosten, sollen die Spediteure im Vergleich zu Diesel-Sattelschleppern ordentlich sparen können. Durch sogenannten Platooning oder fahren im Konvoi sollen nochmal Kosten eingespart werden können.

Der Truck kann gegen eine Anzahlung von 5000 US$ in den USA vorbestellt werden, die Produktion wird erst in etwa zwei Jahren starten. Ab wann die ersten Tesla Semi Trucks in Deutschland unterwegs sein werden, ist unklar. Vor 2020 wir das aber auf keinen Fall passieren.

Bilder: Tesla (alle Rechte vorbehalten)

Tesla zeigt seinen Elektro-Truck

Ein paar Monate hinter dem Zeitplan ha Tesla gestern in Kalifornien den Elektro-LKW vorgestellt. Der Elektro-Truck soll 2019 auf den Markt kommen.Tesla hat schon einige Mitbewerber auf dem Gebiet und ist spät dran. Die Zugmaschine kann für herkömmliche Sattelauflieger genutzt werden.

Der Elektro-LKW soll eine Reichweite von etwa 800 km pro Ladung haben. Das ist überraschend, denn zuvor wurde von einer Reichweite von etwa 450 km berichtet. Damit dürften die meisten Fahrten mit nur einer Batterieladung möglich sein. Um die Wartezeiten beim Aufladen der Akkus zu verkürzen, arbeitet Tesla natürlich an einer passenden Lösung, um innerhalb von 30 Minuten die Batterien für die nächsten 600 km laden zu können. Die Ladevorrichtungen sollen Megachargers heißen.

Die Tesla Zugmaschine soll in 5 Sekunden von 0 auf 100  kmh beschleunigen, das ist erstaunlich schnell für einen Langstrecken-LKW. Bei voller Ladung von etwa 35 Tonnen soll der Elektro-Truck in 20 Sekunden von 0 auf 100 kmh sprinten. Steigungen sollen sich mit dem Elektro-LKW auch besser meistern lassen. Der LKW soll ohne manuelles Getriebe auskommen und über regenerative Bremsen verfügen.

Um die Produktionseffizienz später einmal zu erhöhen, wurden einige Teile des Model 3 wiederverwendet. So werden die Räder einzeln von einem Tesla 3 Motor angetrieben und auch die Türgriffe sollen vom kleineren Modell stammen. Der Autopilot soll auch verbaut werden.

Tesla ist bei den Elektro-LKWs nicht alleine. Daimler hat zum Beispiel einen Elektro-LKW für den Verteilerverkehr schon im Einsatz. Der Truck für den innerstädtischen Verkehr kommt auf eine Reichweite von etwa 100 Km und wird von UPS in den USA genutzt. Eine Version mit höherer Reichweite ist in Vorbereitung, ein Erscheinungsdatum ist aber noch unbekannt. Das Startup Nikola Motor Company hat sich mit Bosch zusammengetan und will bis 2020 einen Langstrecken-LKW mit einer Reichweite von 1900 km auf den Markt bringen.

Bild: Tesla (alle Rechte vorbehalten)

uShip holt sich Investment von DB Schenker

Marktplatz uShip holt sein ein weiteres Investment. Das globale Logistik-Unternehmen DB Schenker investiert im Zuge einer Kapitalerhöhung in die Online-Plattform für Speditions- und Transportdienstleistungen. Der online Logistik-In der letzten Finanzierungsrunde fließen 25 Mio. US$ in das Unternehmen, bisher wurden 50 Mio. US$ eingesammelt. Als Lead-Investor der letzten Runde tritt DB Schenker auf den Plan.

Schenker und uShip arbeiten schon länger zusammen

Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn arbeitet schon länger mit uShip zusammen. Im letzten Jahr haben die beiden Unternehmen eine Partnerschaft für die kommenden fünf Jahre geschlossen. Mit Drive4Schenker bietet Schenker seit ca. einem Monat eine Online-Plattform für Speditions- und Transportdienstleistungen, die auf der Technologie und Software von uShip aufbaut. So sollen die rund 30.000 Transportpartner des europäischen Landverkehrsnetzwerkes künftig über eine DB Schenker-Plattform namens „Drive4Schenker“ mit uShip-Technik online mit ihrer Fracht zusammengebracht werden. Der neue Service startet diesen Monat in Deutschland, der Ausbau erfolgt schrittweise.

Digitalisierung der Frachtbranche

Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn will mit mit Investment weiteres Umsatzpotential abseits der traditionellen Geschäftsmodelle erschließen. DB Schenker will sich mit dem Investment auch fit für die Zukunft machen. Die Digitalisierung der Frachtbranche wird in den nächsten Jahren für einige Veränderungen sorgen. Unternehmen wie Uber Freight, aber auch Frachtvermittler wie FreightHub, wollen den Markt modernisieren. Für DB Schenker ist es das größte Investment in ein digitales Unternehmen.

Die uShip Plattform, die erfolgreich Absender und Transporteure in mehr als 19 Ländern zusammenbringt, ist in der Branche führend darin, Gütertransporte über mobile Geräte wie Handys und Tablets zu organisieren. Das Unternehmen uShip will mit dem Investment die Entwicklung vorantreiben. Die Plattform geht davon aus, dass in Zukunft mehrere Frachtunternehmen auf Digitalisierung setzen. Dadurch können die großen Player ihren Vorsprung beibehalten und gleichzeitig das operative Geschäft weiter optimieren.

Bild: DB Schenker (Alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: Patente von Amazon und Google

Kürzlich wurden Patenten veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass sich auch Amazon neben Google mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeuge und Plattformen für die Vermittlung von Ridesharing und Transport-Diensten beschäftigt. Von Google ist bekannt, dass sich das Unternehmen mit selbstfahrenden Autos und Ridesharing Diensten beschäftigt. Von Amazon gab es bisher wenig Anzeichen.

Die Patente von Google und Amazon wurden bereits im Jahr 2015 eingereicht. Das macht deutlich, dass sich die beiden Technologieunternehmen schon seit längerem mit dem Thema beschäftigen und Uber nicht tatenlose das Feld überlassen.

Google testete schon einen Ridesharing Service in San Francisco und treibt mit Waymo das Zukunftsthema autonomes Fahren voran. Bisher ist bekannt, dass Waymo Komponenten entwickelt, die von Automobilherstellern in den Serienfahrzeugen verbaut werden sollen. Das Unternehmen ist von dem Plan abgekommen, ein eigenes selbstfahrendes Auto zu bauen. Berichten zufolge plant Waymo in diesem Jahr den Test eines Fahrdienstes mit selbstfahrenden Chrysler Pacifica Minivans.

Das jetzt veröffentlichte Patent beschreibt, wie autonome Fahrzeuge mit Ride-Hailing Apps verknüpft werden und wie die Nutzer gefunden werden. Das Patent beschreibt eine Lösung für die Vermittlung eines Abholorts zwischen Auto und Nutzer unter erschwerten Bedingungen. Wie können sich Auto und Fahrgast treffen, wenn das Fahrzeug nicht unter sicheren und präzisen Umständen zum Fahrgast navigieren kann. Sollten Google und Waymo den geplanten Fahrservice weiter ausbauen, würden sie in den direkten Wettbewerb zu Uber und Lyft einsteigen.

Das Patent von Amazon beschreibt hingegen eine Möglichkeit, wie autonome Fahrzeuge mit Fahrspuren zurechtkommen, auf denen sich je nach Verkehrsaufkommen die Fahrtrichtung ändert. Ohne entsprechende Erkennung stellen die dynamischen Fahrrichtungswechsel eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer dar. Bleibt die Frage, wie weit sich Amazon mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen beschäftigt hat. Für Amazon wird es primär von Interesse sein, selbstfahrende Fahrzeuge für die Auslieferungen der Bestellungen einzusetzen. Amazon treibt jetzt schon seine Vision voran, immer größere Teile der Logistik für die Auslieferung der eigenen Bestellungen zu übernehmen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten die von Amazon entwickelten Technologien in selbstfahrenden Autos eingesetzt werden.

Auch in diesem Bereich würde Amazon mit Uber konkurrieren, das mit der Übernahme Otto selbstfahrende LKWs entwickelt und mit Uber Freight in die Digitalisierung der Frachtvermittlung eingestiegen ist.

Bild: Nic Redhead (bestimmte Rechte vorbehalten)

Amazon soll App für Frachtvermittlung entwickeln

Amazon entwickelt eine Plattform, die Warenversender und Kraftfahrer verbindet. Damit wagt sich Amazon in einen weiteren Geschäftsbereich vor. Das Marktvolumen wird alleine in den USA auf 800 Milliarden US$ pro Jahr geschätzt.

Frachtvermittler sollen überflüssig werden

Die Plattform soll App-basiert sein und im kommenden Sommer starten. Über eine App soll der Lastwagenfahrer die Anfragen von Warenversendern sehen und diese auf effiziente Weise annehmen können. Vom Prinzip ist das mit dem Uber Service vergleichbar, der Fahrgäste und Fahrer verbindet. Der neue Service würde Frachtvermittler überflüssig machen, die normalerweise bis zu 15% Vermittlungsgebühr verlangen.

Die App soll die Preise in Echtzeit anzeigen, sowie als Navigationsgerät dienen und ganze Toure vorschlagen. Die Abwicklung der Zahlungen soll auch möglich sein, um den ganzen Versandprozess zu beschleunigen.

Amazon wird zum Logistikanbieter

Amazon wird damit immer mehr zum Logistikanbieter. In letzter Zeit hat der Konzern tausende Lastkraftwagen und einige Frachtflieger gekauft. Auch auf der letzten Meile setzt Amazon immer mehr auf eigene Dienstleistungen. Damit will das Unternehmen unabhängiger von Unternehmen wie UPS oder DHL werden und außerdem Kosten sparen. Das Frachtvolumen von Amazon ist enorm, deswegen macht es durchaus Sinn, tiefer in die Logistikprozesse involviert zu sein. Laut RBC Capital Markets wird das Frachtvolumen in drei Jahren das Volumen von FedEx überschreiten und in sieben Jahren das von UPS.

Kostensenkungen für Warentransport im Fokus

In erster Linie will Amazon die Vermittler von Frachtaufträgen ersetzen und somit Geld sparen oder mehr Flexibilität für günstigere Versandkosten schaffen. Diese Frachtvermittler verlangen eine erhebliche Gebühr, um Auftragnehmer an Auftraggeber mit Transportanforderung zu vermitteln. Diese Vermittlung mit Brokern uns nicht nur teuer, sondern auch langsam. Viele Frachtvermittler arbeiten noch mit Papierdokumenten und Telefon.

Das Potential bei der Frachtvermittlung vorhanden ist, haben mehrere Unternehmen erkannt. Uber hat vor kurzem Uber Freight gestartet, das ein ähnliches Ziel wie Amazon verfolgt. Die Startups Convoy und Trucker Path entwickeln ein vergleichbares Angebot. Deutsche Startups sind Cargonexx, FreightHub oder Instafreight.

Bild: Rusty Clark (bestimmte Rechte vorbehalten)