Lime registriert 6 Millionen Fahrten

Seitdem das US-amerikanische Start-Up Lime auf dem Markt ist, haben Menschen bislang 6 Millionen Fahrten auf Rollern und Fahrrädern der Marke durchgeführt. Diese Nachricht gab Lime in seinem ersten Geschäftsbericht bekannt.

Dockless Bikes besonders beliebt

Gemäß der National Association of Transportation hat sich bis Ende 2017 die Zahl der US-Bikes von Bikesharing-Unternehmen von rund 100.000 mehr als verdoppelt. 44% dieser Fahrräder seien “dockless”. Dockless bedeutet, dass sie auf dem Rand eines Bürgersteigs oder auf einem lokalen Fahrradträger geparkt werden  dürfen und mit einer Smartphone App entsperrt werden können.

Seitdem ist der Transport ohne Dock global explodiert und Akteure der Branche haben begonnen, auf sich aufmerksam zu machen. Anfang dieses Monats gab Lime bekannt, dass es 335 Millionen Dollar an Investitionen von Uber und Alphabet erhalten hat. Anfang des Jahres ernannte Uber einen seiner Mitarbeiter zum Leiter der Abteilung “New Modalities” (Neue Modalitäten), die sich speziell auf Roller und Fahrräder konzentriert.

Bikesharing günstiger als privater PKW

In Verbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kostet das Bikesharing laut Lime etwa 80 Prozent weniger als der Besitz eines Autos, was es zu einer beliebten Transit-Option bei Menschen mit niedrigem Einkommen gemacht hat. Darüber hinaus merkt Lime an, dass es beispielsweise in Washington, DC einen 20 prozentigen Anstieg der Fahrten auf docklose Fahrzeuge von Menschen gegeben hat, die weniger als 35.000 Dollar pro Jahr verdienen. Die Nutzung der angedockten Fahrräder habe sich wiederum unerheblich entwickelt.

Die Forschungsabteilung von Lime kommt zu dem Schluss, dass docklose Elektrofahrzeuge Menschen schneller ans Ziel bringen als herkömmliche Fahrräder. So sei der Transport mit einem Elektroroller 22 % schneller als Elektro-Fahrräder, die eine geringere Leistung von 21%  erbringen.

Trotz der vielen Vorteile seien Stadtbewohner häufig unglücklich darüber, dass die Fahrzeuge überall in der Stadt abgestellt werden und zu Hindernissen werden. Die Beteiligung von etablierten Transportunternehmen könne diesen Startups die Struktur geben, die sie brauchen, wenn sie weiterhin so stark expandieren.

Bild: https://www.limebike.com/de/press (alle Rechte vorbehalten)

Autonome LKWs – Embark erhält Investment

Das US-amerikanische Unternehmen Embark Trucks erhält 30 Millionen US-Dollar im Zuge einer Förderung der Sequoia Capital. Mit dem Investment soll eine B-Serie des fahrerlosen Lastwagens produziert werden.

Das Feld wird enger: Immer mehr Investoren möchten einen autonomen Lastwagen auf die Straße bringen. Zu den Unternehmen, die in der Entwicklung und Testung tätig sind, zählen unter anderem TuSimple, Starsky Robotics, Anthony Levandowski’s Unternehmen Kache,ai, Waymo und Uber.

Embark setzt auf autonome LKW-Kolonne

Auch wenn sie das gleiche Ziel verfolgen, unterscheiden sich die Unternehmen doch in ihren Ansätzen: Embark zum Beispiel verfolgt dabei den Ansatz, Fahrer nicht komplett zu illuminieren. Vielmehr sollen Fahrer sowohl im ersten als auch letzten Fahrzeug einer langen Lastwagen-Kette untergebracht werden. Die Idee ist, einen lokalen Fahrer für die Strecke vom Lager zur Autobahn einzusetzen und einen weiteren für das Ende der Strecke. Er übernimmt die Auslagerung der Fracht am Zielort.

Das Unternehmen glaubt fest an seine Technik und die positiven Effekte, die von ihr ausgehen soll, sobald sie eingesetzt wird. Im Fokus steht insbesondere die Minderung des Einsatzes von LKW-Fahrern für lange Gütertransporte. Mit insgesamt 35 Mitarbeitern macht Embark große Fortschritte, um genau dieses Ziel zu erreichen. Erst kürzlich nahm Embark Geschäftstätigkeiten in Los Angeles auf – in Mitten des größten logistischen Knotenpunkts der Westküste.

Tägliche Teststrecke von 350 Meilen

Täglich leitet Embark eine LKW-Kolonne von Los Angeles nach Phoenix. Im Juni konnte das System die Route erstmalig ohne Störungen und Zwischenfälle ausführen. CEO Rodrigues hebt hervor, dass dazu auch Fahrspurenwechsel, Einordnungen nach links und rechts  sowie Rampenauf- und abfahrten zählen. Außerdem stelle der LA-Metroverkehr eine zusätzliche Herausforderung dar, das Unternehmen meistern könne.  

Bild: https://www.engadget.com/2017/11/13/embark-autonomous-truck-deliveries/ (alle Rechte vorbehalten)

Ofo – “going into sleep”

Das Chinesische Start-Up für Bike-Sharing Ofo nimmt Mitarbeiter-Rationierungen in Nord Amerika vor – insbesondere in den Bereichen Marketing, Kommunikation und Engineering. “Going into sleep” – mit diesen Worten bezeichnet Ofo die gesetzte Maßnahme in einem Gespräch mit dem Team. Chris Taylor, ein ehemaliger Mitarbeiter von Uber und Head der Geschäftstätigkeiten in Nordamerika, verließ das Unternehmen vor wenigen Wochen.

Ofo bestätigt die Entlassungen und merkt an, dass es sich dabei weniger um eine “Räumung” des US-amerikanischen Marktes handelt, sondern es vielmehr um eine Neuorientierung der Märkte gehe. So plant das Start-Up den Service in New York, Seattle und San Diego bestehen zu lassen.

Ofo schließt Märkte weltweit

Der Abbau der geschäftlichen Tätigkeiten in den USA sind die jüngsten im Zuge des globalen Rückzugs. Erst kürzlich verkündete Ofo seine Abkehr von Deutschland. Letzte Woche gab Ofo bekannt, sich aus Australien und Israel zurückzuziehen und stellte ebenfalls seine Tätigkeiten in UK und Indien ein. Ofo hatte ehrgeizige Pläne für Nordamerika, das Land zum drittgrößten Markt für das Unternehmen auszubauen. Letzten Monat noch habe Ofo bis zu 100 Städte in den USA für seinen Service gewinnen können.

Das ambitiöse Verhalten von Ofo zeigte sich schon frühzeitig. Mit der Lancierung des Bike-Sharing Services 2014 in Peking legte Ofo schnell nach. Im April 2017 erklärte Ofo, dass es bereits über zwei Milliarde US-Dollar wert sei. Zu seinen Unterstützern zählen Alibaba, Ant Financial and Didi. Nach dem Erfolg in China expandierte Ofo erst in Singapur, dann unter anderem in UK, USA, Australien und Frankreich.

Vandalismus erschwert Situation

Starke Konkurrenz im Markt wie Mobike und HelloBike erschwerten die Expansionspläne. Diebstähle und  Vandalismus der stationslosen Ofo-Fahrräder verschlimmerten die Situation zusätzlich. Die Fahrräder fanden sich in Bäumen wieder und wurden sogar in Seen entdeckt. Diese Form von Vandalismus nötigte auch Gobee dazu, ein Bike-Sharing Start-Up aus Hong Kong, seinen Service einzustellen.

On-Demand-Angebot startet in Hamburg

„Meine Stadt. Mein Anschluss.“ Unter diesem Slogan lanciert ioki in Kooperation mit der VHH den „ioki Hamburg“-Shuttle als Teil des öffentlichen Nahverkehrs.

Shuttle-Service in ÖPNV integriert

Am 18.07.2018 startet in Hamburg ein individueller Shuttle-Service, der per App bestellt werden kann und Fahrgäste auf flexiblen Routen rund um die Uhr ans Ziel bringt. Es ist bundesweit das erste Mal, dass ein solcher Service  in den öffentlichen Personennahverkehr integriert wird. Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) bringen das neue Angebot in die Stadtteile Lurup und Osdorf.  Zur Umsetzung dieses Projekts arbeitet der Verkehrsbetrieb eng mit ioki zusammen, dem Geschäftszweig der Deutschen Bahn für intelligente On-Demand-Mobilität.

Das „ioki Hamburg“ Shuttle, das im Rahmen der Smart City Partnerschaft mit der Stadt Hamburg entwickelt wurde, ist ein neues öffentliches Verkehrsmittel im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) ohne festen Fahrplan oder Linien, das vollständig in den HVV-Tarif integriert ist.  Die Mitfahrt ist mit allen Zeit- und Einzelfahrkarten des HVV möglich, so dass den Nutzern keine Mehrkosten entstehen. Die Fahrt kann aber auch direkt per App bezahlt werden.

"ioki Hamburg" verkehrt in Lurup und Osdorf
„ioki Hamburg“ verkehrt in Lurup und Osdorf

Bündelung von Fahrten

Fahrgäste mit ähnlichen Routen werden mit Hilfe eines Algorithmus automatisch zu Fahrgemeinschaften gebündelt und gemeinsam befördert. Der neue Service ist über die „ioki Hamburg App“ buchbar. Die individuellen Fahrten können von einer beliebigen Adresse im Bediengebiet zu einer Haltestelle erfolgen oder umgekehrt. Im Bediengebiet werden zusätzliche ioki-Haltepunkte zur optimalen Flächenabdeckung eingerichtet.  Die Abstände betragen nicht mehr als 200 Meter. So wird der bestehende ÖPNV sinnvoll ergänzt. 

Das ioki Mobility Analytics Team hat im Vorfeld den Bedarf nach diesem Angebot ermittelt.  Auf Basis der Analyse wurde ebenfalls die Anzahl der benötigten Fahrzeuge kalkuliert, um neben einer  bedarfsgerechten Integration des Services auch eine Deckung des Bedarfs zu garantiert.

LEVC stellt Fahrzeuge, die eine barrierefreien Zustieg für Rollstuhlfahrer und Passagiere mit Kinderwagen ermöglichen

LEVC stellt Fahrzeuge

Für das neue Angebot kommen modernste, emissionsfreie Elektroautos des britischen Herstellers LEVC zum Einsatz. Die Fahrzeuge verfügen über sechs Sitzplätze und sind zudem barrierefrei, Rollstuhlfahrer können über eine Rampe einsteigen und in Fahrtrichtung fahren. Auch Kinderwagen können bequem befördert werden.

Rolls Royce baut Flugtaxi

Flugtaxen von Airbus und Uber bekommen Konkurrenz: Rolls Royce hat vor wenigen Tagen sein eVTOL-Konzept* vorgestellt. Das Flugtaxi kann bis zu fünf Passagiere tragen und dank der in 90-Grad rotierenden Flügel nahezu jeden Landeplatz anfliegen. Trotz des Namens ist das Flugtaxi nicht voll-elektronisch. Insgesamt müssen 500 kW mit Gasturbinen aufgebracht werden, um die sechs Propeller in Gang zu bringen. Während des Passagiertransports ist das Taxi jedoch sehr leise und kann eine Flugdistanz von 500 Meilen (= 800 km) bei einer maximalen Fluggeschwindigkeit von 250 mph (=400 km/h) zurücklegen. Die Flügel-Propeller werden nach dem Take-Off eingefahren.

Rolls Royce sieht sich zeitlich vorne

Auch wenn der Ansatz eines hybriden Kraftfahrzeug nicht sehr umweltfreundlich ist, pitcht Rolls Royce die technische Errungenschaft als entscheidenden Zeitvorsprung. Eine Batterie dient als Energiespeicher, während Benzin nur für die Turbinen beim Flugstart verwendet wird. Dieser Aspekt spielt insbesondere in Hinsicht auf Pendlerverkehre eine wichtige Rolle, da Durchlaufzeiten tendenziell in Minuten und nicht in Stunden gemessen werden.   

Das Design fokussiert sich vollends auf die Mobilität von Personen und richtet sich in erster Linie an überfüllte Städte. Das Angebot kann sowohl für Flugtaxen umgesetzt werden, als auch für den privaten Bedarf. Rolls Royce betont, dass es flexibel genug ist, um im Güterverkehr oder für militärische Zwecke eingesetzt werden zu können.     

Rolls Royce Flugtaxi auch für den privaten Bedarf gedacht
Rolls Royce Flugtaxi auch für den privaten Bedarf gedacht

Lancierung in 2020

Zum aktuellen Zeitpunkt existieren lediglich 3D-Animationen. Rolls Royce hat zudem noch keine Kunden akquirieren können. Bis das Flugtaxi in Aktion tritt, wird dennoch nicht viel Zeit vergehen, sagt Rolls Royce. Das Unternehmen hebt hervor, dass das eVTOL-Konzept auf existierender Technologie basiert oder zumindest in der Entwicklung steht. Mit einer Lancierung kann daher Anfang 2020 gerechnet werden. Voraussetzung dafür ist die Beteiligung bzw. der Verkauf der Idee an externe Partner.

Im Vergleich ist der EVOC-Entwurf von Airbus kleiner skaliert und wirkt dadurch effektiver für dichte urbane Gebiete. Uber hat Schwergewichte wie Bell und Embraer im Gepäck. Experten meinen, dass Rolls Royce im Verkauf stark auftreten muss, um es mit der Konkurrenz aufzunehmen und seinen Service für Flugtaxis in der Praxis rentabel zu gestalten.

*eVTOL steht für Electric Vertical Take Off and Landing.

Bilder: https://www.flickr.com/photos/rolls-royceplc/41610462890/ (alle Rechte vorbehalten)

Daimler und Bosch – autonome Taxis in Kalifornien

Daimler und Bosch schließen sich für einen gemeinsamen Taxi-Piloten in Kalifornien zusammen. Die Taxen werden autonom fahren und in der zweiten Jahreshälfte in 2019 auf die Straßen gehen.

Am Mittwoch (11.07.2018) gab Daimler die Lancierung des vollautomatisierten Shuttle-Services bekannt. Der Service wird in Silicon Valley auf ausgewählten Straßen betrieben. In welcher Stadt der Dienst genau fahren wird, gab Daimler jedoch nicht preis.  Für den Service werden Mercedes-Benz Fahrzeuge eingesetzt, die aus Sicherheitsgründen auch jeweils mit einem menschlichen Fahrer ausgestattet sind. Während der Pilot-Phase werden die Fahrten den Fahrgästen kostenlos angeboten. Neben dem Ruf-Service wird Daimler zusätzlich eine Flotte autonomer Fahrzeuge testen. 

Der Autohersteller arbeitet in diesem Projekt mit Bosch zusammen. Die Zusammenarbeit wurde bereits im April 2017 beschlossen und bezieht sich ausschließlich auf autonome Fahrzeuge. Daimler stellt Test-Fahrzeuge sowie die Anlagen bereit, Bosch steuert die benötigte Hardware bei. Der US-Techkonzern Nvidia wurde für die Bereitstellung einer geeigneten Software sowie einer KI-Plattform ausgewählt. Die Unternehmen planen bis 2020 für eine Massenfertigung betriebsbereit zu sein.

Auf der Pressekonferenz vergangenen Mittwoch gab Michael Hafner, Head of Automated Driving bei Daimler, bekannt, dass Sicherheit eine Priorität im Programm für autonomes Fahren darstelle: „Entscheidend ist, ein sicheres, zuverlässiges und serienreifes System einzuführen.

aimler und Bosch schließen sich für einen gemeinsamen Taxi-Piloten in Kalifornien zusammen. Die Taxen werden autonom fahren und in der zweiten Jahreshälfte in 2019 auf die Straßen gehen.
Bosch und Daimler beschleunigen die Entwicklung des vollautomatisierten und fahrerlosen Fahrens (SAE-Level 4/5) in der Stadt. Entscheidend für vollautomatisiertes und fahrerloses Fahren im urbanen Umfeld ist das zuverlässige Erkennen des Fahrzeugumfelds mithilfe unterschiedlicher Sensoren.

Mit dem Vorhaben tritt Daimler einem weiten Kreis von Technologieunternehmen und Autoherstellern bei, die sich ebenfalls auf die Entwicklung und Einführung autonomer Shuttle-Services in diesem und im nächsten Jahr konzentriert haben. Waymo, ein Unternehmen von Google, plant die Lancierung eines vollautomatisierten Auto-Services Ende 2018 in Phoenix (Bundesstaat Arizona). Das gleiche gilt für Cruise (General Motors) in 2019 in San Francisco. Uber gab bekannt, das Testen ihrer autonomer Fahrzeuge im Sommer wieder aufzunehmen, nachdem sie ihr Pilotprojekt in Arizona nach einem Verkehrsunfall stoppen mussten.

Bild: http://media.daimler.com/marsMediaSite/de/instance/ko/Bosch-und-Daimler-Metropole-in-Kalifornien-wird-Pilotstadt-fuer-automatisiertes-Fahren.xhtml?oid=40688558
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Wayve trainiert autonome Autos

Wayve, ein britisches KI-Start-Up, glaubt, ein besseren Weg gefunden zu haben, um autonome Fahrzeuge zu trainieren. Bisherige Methoden wenden hochentwickelte Software und detaillierte 3D-Karten an. Am Montag veröffentlichte Wayve ein Video, das einen modifizierten Renault Twizy zeigt. In diesem Video erlernt das autonome Auto das Navigieren einer Straße. Die angewandte Technik beruft sich auf Reinforcement Learning, wodurch sich ein System eine Belohnung durch wünschenswertes Verhalten verdient. Tritt dieses Verhalten nicht ein, wird das System “bestraft”.

Wayve entwickelt Alternative zu 3D-Karten


Die meisten Navigationssysteme für autonome Fahrzeuge beruhen auf detaillierten 3D-Karten. Global stehen Unternehmen aktuell im starken Wettkampf um die Entwicklung dieser Systeme. Unter Verwendung von hochentwickelten Sensoren und Kameras werden Straßenkarten en detail aufgenommen. Zusätzlich tragen autonome Fahrzeuge eigene Sensoren und Kameras an ihrem Gehäuse. Mit dieser doppelten Leistung sollen autonome Fahrzeuge zu zuverlässigen und gewissenhaften Navigatoren ausgebildet werden.

Die Entwicklungen von 3D-Karten sind jedoch sehr arbeitsintensiv und bedürfen regelmäßigen Updates, um Baustellen, neue Straßenverläufe sowie Sperrungen in die Navigation mit einzubinden. Unternehmen, die sich mit der Erstellung solcher 3D-Karten befassen, tendieren zudem dazu verkehrsreiche Straßen in der Entwicklung zu priorisieren, sodass ländliche Regionen außen vor bleiben.


Trial & Error: Unterrichten eines Autos

Wayves Technik könnte 3D-Karten obsolet machen. Das Video zeigt lediglich eine Kamera, die am vorderen Teil des Renault Twizys angebracht ist (in der Regel haben autonome Fahrzeuge bis zu acht Kameras). Diese eine Kamera liefert Echtzeit-Informationen an einen Grafikprozessor im Inneren des Autos. Der Grafikprozessor führt das genannte Reinforcement Learning Programm aus. Die resultierenden Algorithmen kontrollieren die Fahrzeugführung von Beschleunigung über Bremsen und Steuern. Ein menschlicher Fahrer sitzt bei dem Experiment hinter dem Steuer und greift ein, sobald das Fahrzeug in die falsche Richtung fährt, die sogenannte Bestrafung des Systems. Je länger das System ohne menschliches Eingreifen fährt, desto größer ist die Belohnung, das es erhält.

Innerhalb von 20 Minuten hat das Fahrzeug gelernt wie es die kurvige Straße zu fahren hat.

Der Ansatz von Wayve überzeugt durch die Unabhängigkeit von 3D-Karten, sodass zukünftig jeder und ortsungebunden die Vorteile autonomen Fahrens genießen könnte.   

Das Experiment lässt sich hier aufrufen
(
AI algorithm teaches a car to drive from scratch in 20 minutes)  

Bilder: www.wayve.ai (alle Rechte vorbehalten)

Lyft und Motivate: Die Zukunft von Bikesharing

Lyft und Motivate treten gemeinsam in die Zukunft von Bikesharing-Systemen ein. Lyft hat den größten Fahrradverleiher der USA für fast 200 Millionen US-Dollar übernommen. Die Unternehmen wollen vermehrt Ressourcen aufwenden, mit deren Hilfe das Programm in den USA weiter ausgebaut werden soll. Insbesondere werden dabei Regionen und Stadtgebiete in den Blick genommen, die keinen oder nur geringen Zugang zum öffentlichen Nahverkehr haben.     

Lyft und Motivate setzen auf Kollaborationen mit Städten, um das Transportwesen lokal zu entwickeln bzw. zu verbessern und dadurch Menschen zum Fahrradfahren zu motivieren. John Zimmer, Mitgründer und Präsident von Lyft, betont, dass Lyft und Motivate seit Jahren das gleiche Ziel verfolgen: Den Bedarf an privaten Autobesitz zu reduzieren, indem zuverlässige und bezahlbare Alternativen zur Verfügung gestellt werden.

Verteilung der Kompetenzen

Als Teil der Abmachung, erwirbt Lyft die technologischen Ressourcen und Unternehmensfunktionen des Fahrradverleihers. Motivate wird weiterhin den Fokus auf seine operativen Kernaktivitäten und die Kundenpflege setzen. Die Prioritäten liegen auf Sicherheit, Fahrbarkeit und Kundenerlebnisse. Im Gegenzug investiert Lyft in Technologie und Innovation, um in Zusammenarbeit mit Städten die Zukunft von Bikesharing mitzugestalten.

Motivate betreibt einige der größten Bikesharing-Systeme in Nordamerika, darunter Citi Bike (New York), Ford GoBike (San Francisco Bay area), Divvy (Chicago), Blue Bikes (Boston), CoGo (Columbus, Ohio) und Nice Ride (Minneapolis). 2017 wurden 80% aller Bikesharing-Fahrten von Motivate-Systemen ausgeführt.

Gemeinsam in die Zukunft


Steve Koch, Vorstandsvorsitzender von Motivate, bestärkt die strategische Zusammenarbeit mit Lyft und kommentiert, dass sich die Art der Fortbewegung rapide verändert. Die Partnerschaft von Lyft und Motivate stelle sicher, dass Bikesharing eine fundamentale Rolle in der neuen städtischen Mobilität einnehmen wird. Koch glaubt fest daran, dass die Integration des Services in Kooperation mit dem öffentlichen Sektor die öffentliche Verkehrslandschaft
transformieren und die Anzahl der Fahrradfahrer steigern wird. 

Bild: https://www.intelligenttransport.com/transport-news/69700/lyft-motivate-bike-share/ (alle Rechte vorbehalten)

VW lanciert We

VW stellt einen neuen Car-Sharing Dienst vor. Die Flotte des Automobilkonzerns soll ausschließlich aus elektronischen Fahrzeugen bestehen und via On-Demand Service in europäischen,  amerikanischen und asiatischen Großstädten verfügbar sein.

Nach der Diesel-Affäre unternimmt das Unternehmen einen weiteren Schritt, um  in nachhaltige Mobilität zu investieren. Mit der Plattform „We“ beabsichtigt der Konzern Verkehrs- und Umweltbelastungen im städtischen Umfeld zu reduzieren und den Blick auf Emissionsfreiheit  weiter zu stärken. We wird in Deutschland bereits 2019, in übrigen Märkten erst Anfang 2020 starten.

Bild: https://t3n.de/news/volkswagen-carsharing-vw-we-1092899/

 

Neue Investments von VW in Gett

Der Fahrdienst Gett war ein erstes großes Investment von Volkswagen nach der Dieselaffäre. Noch bevor Volkswagen die Marke Moia präsentiert hat, hat sich der Konzern an dem Startup mit einem dreistelligen Millionenbetrag beteiligt. Jetzt beteiligt sich Volkswagen erneut an dem Fahrdienst, weitere 80 Mio. Dollar fließen in das Unternehmen.

Nach der letzten Runde wurde Gett mit 1.4 Milliarden Dollar bewertet. Damit befindet sich das Unternehmen zwar hinter Lyft, Grab, Uber und Co., aber vor den europäischen Mitbewerbern Blacklane oder MyTaxi. Neben Volkswagen haben auch andere bestehende Investoren mit investiert. Der große Konkurrent Uber wird aktuell mit 62 Milliarden Dollar bewertet.

Profitabilität erste Priorität

Laut Gett CEO Dave Waiser sollen die 80 Mio. Dollar ausreichen, um im kommenden Jahr profitabel zu sein. Vor ein paar Wochen wurde berichtet, dass Gett weitere 350 Mio. Dollar aufnehmen möchte. Im Moment ist der Fokus darauf ausgerichtet, die Profitabilität zu erreichen. Danach wird sich das Unternehmen erst zu weiteren Strategie und Projekten äußern.

Bisher ist der Dienst von Gett in 120 Städten aktiv, die meisten Fahrten werden in New York und London absolviert. In den beiden Städten findet die Hälfte der durchgeführten Fahrten statt. Neben New York und London gehört Moskau zu den Top-Städten von Gett. Etwa eine Milliarde Dollar soll im Moment pro Jahr umgesetzt werden. 

Im letzten Jahr hat Gett durch die Übernahme von Juno aus New York für Aufsehen gesorgt. Der aufstrebende Konkurrent wurde übernommen und integriert. Mittlerweile sind 45.000 Fahrer für den Dienst in New York im Einsatz.

Gett setzt Fokus auf Stadtgebiete

Im Gegensatz zu Uber fokussiert sich das Unternehmen auf einzelne Gebiete in den den Städten und versucht dann langsam zu wachsen, um die Kosten im Griff zu behalten. Außerdem will sich das Unternehmen durch eine bessere Qualität der Fahrer und Fahrzeuge von der Konkurrenz abgrenzen. Viele Unternehmen greifen auf den Fahrdienst zurück, die 13.000 angeschlossenen Unternehmen sollen für einen Großteil der Umsätze verantwortlich sein.

Bild: www.phcmag.com (alle Rechte vorbehalten)

CASE Mobility Magazin: Connectivity, autonomes Fahren, Shared Services und Elektrifizierung