Lyft und Aptiv starten autonome Flotte in Las Vegas

Während der CES Anfang des Jahres hatten die beiden Unternehmen Lyft und Aptiv eine kleine Flotte autonomer Fahrzeuge auf der Straße, die Messegäste befördert haben. Mehr als 400 Fahrgäste wurden damals befördert und die Resonanz war durchwegs positiv. In einem nächsten Schritt wird in Las Vegas eine größere Flotte mit 30 autonomen Fahrzeugen ausgerollt.

Buchbar über Lyft Ridesharing-App

Die Fahrzeuge sind über die Lyft App für alle Nutzer buchbar. Die Nutzer können die Option autonomes Fahren in der App auswählen und der Fahrpreis ist im Moment noch identisch mit einer herkömmlichen Lyft Fahrt mit fahrerbasiertem Fahrzeug. Lyft und Aptiv wollen durch den Einsatz lernen, wir sich autonome Fahrzeuge operativ effizient und wirtschaftlich einsetzen lassen. Außerdem sollen Informationen über unvorhersehbare Szenarien im Straßenverkehr gesammelt werden, um die Fahrzeuge drauf vorbereiten zu können. Dabei steht immer die Sicherheit im Fokus. Die Fahrzeuge werden nach und nach ausgerollt und es wird sich auch immer ein Operator mit im Fahrzeug befinden, der im Notfall eingreifen kann.

BMW Fahrzeuge als Grundlage

Die Aptiv Fahrzeuge basieren auf BMW Modellen, die mit entsprechender Technik ausgestattet sind. Ein Set an LiDAR Sensoren, Radars und Kameras sammelt genügend Daten, um dem Fahrzeug eine 360-Grad Sicht zu ermöglichen. Ob es sich bei den autonomen Autos um Fahrzeuge handelt, die auch BMW für die eigene Erprobung nutzt, ist nicht bekannt. BMW verbaut in den eigenen Fahrzeugen auch Aptiv Komponenten, die die Grid Fusion der Sensor-Daten im Fahrzeug übernehmen.

Konkurrenz durch Waymo und Uber

Lyft und Aptiv sind nicht die einzigen Unternehmen, die autonome Fahrzeuge für den Einsatz auf Ride-Sharing Plattformen testen. Mitbewerber Uber testet seit längerem autonome Autos in Pittsburgh und hat jüngst einen Rückschlag erlitten. Das Google Schwesterunternehmen Waymo gilt als technisch führend, in Phoenix werden aufgerüstete Minibusse eingesetzt, demnächst soll ein kommerzieller Fahrdienst mit autonomen Fahrzeugen starten.

Bild: Aptiv (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Pooling mit autonomen Ford Fahrzeugen ab 2021

Der Automobilkonzern Ford hat schon mehrmals angekündigt, dass bis 2021 autonome Fahrzeuge für Ride-Pooling und Logistik-Dienste serienreif sein sollen. Ford möchte nicht nur die Fahrzeuge verkaufen, sondern auch in den Markt der Mobility Services einsteigen. Damit positioniert sich der Hersteller langfristig als Mitbewerber zu Uber, Lyft und anderen Ride-Sharing Anbietern.

Mobilitätsdienste skalieren

In einem Interview mit der Financial Times hat der Ford Manager Jim Farley betont, dass der Automobilhersteller ab 2021 die Mobilitätsdienste mit autonomen Fahrzeugen skalieren wird. Ford strebt dabei an, die Fahrzeuge zu besitzen und zu betreiben. Damit geht der Automobilhersteller einen anderen Weg als die Hersteller Volvo oder Jaguar Land Rover. Diese Hersteller wollen sich eher als Zulieferer von Fahrzeugen positionieren aber nicht als Flottenbetreiber. Andere Hersteller, wie Daimler oder General Motors planen einen ähnlichen Weg wie Ford zu gehen. Durch den Betrieb von eigenen autonomen Flotten erhoffen sich die Hersteller höhere Umsätze und Margen pro Fahrzeug.

City of Tomorrow von Ford

Ford hat auf der CES in Las Vegas die Pläne für eine vernetzte Mobility Plattform mit autonomen Fahrzeugen medienwirksam veröffentlicht. Der Fokus soll auf der Verschmelzung von Personenbeförderung und Warenlogistik liegen. Es soll ein Beitrag geleistet werden, um die Situation und verstopften, verschmutzen und schnell wachsenden Städten zu verbessern. Zuvor hat Ford fast eine Milliarde Dollar in das Unternehmen Argo investiert, das Technologien für autonomes Fahren entwickelt.

Pizza von Domino’s mit autonomen Fahrzeugen

Kurz darauf wurde in Miami ein Testprogramm mit autonomen Ford Fahrzeugen gestartet. Die Fahrzeuge werden als Lieferfahrzeuge für den Pizzadienst Domino’s und den on-demand Dienst Postmates eingesetzt. Ford will durch den Test in Miami auch bei den Themen Flottenmanagement und Wartung dazulernen. Auch das Geschäftsmodell soll durch die Tests entwickelt werden.

Bild: Ford Motor Company (alle Rechte vorbehalten)

Lightyear sammelt 5 Mio. Euro für Solar-Auto ein

Das Startup Lightyear aus den Niederlanden möchte in den kommenden Jahren ein Solar-Auto auf den Markt bringen, dass die benötigte Energie mittels Solarzellen erzeugt. Dafür hat das Unternehmen eine Finanzierung in Höhe von 5 Mio. Euro eingesammelt.

Geld für die Entwicklung

Das Geld soll dafür genutzt werden, um das Solar-Auto zu entwickeln, das 2020 in einer limitierten Serie auf den Markt kommen soll. Die Series A Finanzierung kommt von mehr als 60 Investoren, die an das Unternehmen glauben. Die Runde der Serie A wurde in nur 1.5 Monaten abgeschlossen und das Unternehmen war von der positiven Resonanz der Investoren begeistert. Es wird nicht lange dauern, bis das Unternehmen eine weitere Finanzierungsrunde startet, um Geld für die Produktion einzusammeln. Für die Produktion werden weit mehr als 5 Mio. Euro benötigt.

Exklusives Fahrzeug mit hoher Reichweite

Lightyear entwickelt ein exklusives Fahrzeug mit fünf Sitzplätzen, das über eine hohe Reichweite verfügen soll. Im Gespräch ist eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern mit einer Ladung. Je nach Standort kann das Fahrzeug dank der Solarzellen wochen- oder sogar monatelang ohne Aufladung fahren. Von der Strategie her erinnert das Vorgehen an den Autobauer Tesla. Tesla ist zuerst mit einem exklusiven Modell in den Markt gestartet, Jahre später wurde ein SUV Modell und eine Modell für den Massenmarkt nachgereicht. Ähnliches plant Lightyear, das langfristige Ziel ist die Entwicklung von Elektroautos mit Solarzellen für den Massenmarkt.

Hohe Energieeffizienz als USP

Das Fahrzeug von dem Startup soll sich durch eine hohe Energieeffizienz von den anderen Elektroautos abheben. Die Energieeffizienz soll etwa 3x so hoch sein als bei aktuellen Elektroautos. Die positive Entwicklung wurde durch eine Solar-Elektro-Plattform erreicht, die in den letzten Jahren entwickelt wurde. Der Fokus lag dabei auf dem Re-Design von Fahrwerk, Antriebsstrang und Aerodynamik.

Unterstützung von bekanntem Dienstleister

Bei der Entwicklung des Fahrzeugs erhält das Startup Unterstützung von dem Ingenieursdienstleister EDAG. Der Dienstleister stellt Lightyear in der Entwicklungsphase Ressourcen und Fachwissen zur Verfügung. Der erste Prototyp soll Anfang 2019 fertiggestellt sein. EDAG sieht in Lightyear ein vielversprechendes Mobility Startup, das über innovatives Wissen bei hocheffizienter Fahrzeugtechnik verfügt. Die EDAG hingegen verfüg über viel Erfahrung bei der Automobiltechnik und -produktion und ist ein idealer Partner für das junge Unternehmen aus den Niederlanden.

Bild: Lightyear (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Sharing Dienst Less geht an BlaBlaCar

In Frankreich konsolidiert sich der Markt der Ride-Sharing Dienste für Pendler. Die Mitfahrplattform BlaBlaCar übernimmt das Startup Less, das erst Ende letzten Jahres an den Start gegangen ist. Der Mitfahrdienst Less war bisher nur in Paris aktiv und hat sich auf Fahrten im Stadtgebiet konzentriert.

Ride-Sharing Dienst für Pendler

Das Unternehmen Less wollte einen Ride-Sharing Dienst skalieren, der vor allem Pendler miteinander verbinden soll. Dafür hat das Unternehmen 19 Mio. Dollar Finanzierung erhalten, unter anderem von Index Ventures. Für Fahrer, die mit Fahrdiensten ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen, war die Plattform nicht geeignet. Bei Less haben die Mitfahrer nur 0.10 Euro pro Kilometer bezahlt, den Fahrern wird nach Abzug der Gebühren weniger ausgezahlt. Damit kann man keinen kommerziellen Fahrdienst aufbauen, da die Fahrzeugkosten pro Kilometer bereits höher sind. Mit einem ähnlichen Modell ist in Deutschland flinc an den Start gegangen, das im letzten Jahr von Daimler übernommen wurde.

BlaBlaLines soll gestärkt werden

BlaBlaCar möchte mit der Übernahme das eigene Ride-Sharing Angebot BlaBlaLines stärken, das im letzten Jahr als Ergänzung zu den Mitfahrgelegenheiten für die Langstrecke an den Start gebracht wurde. Nach ersten Tests wurde das BlaBlaLines Angebot in mehreren Städten in Frankreich gestartet. Der Fokus bei BlaBlaLines liegt auch auf der Vermittlung von Kurzstrecken, die von Pendlern gefahren werden. Bisher zahlen die Nutzer mit Bargeld, wahrscheinlich auch, weil die Payment Gebühren im Vergleich zum Fahrpreis hoch sind. Gut möglich, dass der Algorithmus und andere Features von Less in BlaBlaCar aufgehen.

Mobility Größe in Europa

BlaBlaCar gehört zu den größeren europäischen Mobility Startups. Seit der Gründung sind etwa 350 Mio. US Dollar in das Unternehmen geflossen, die Bewertung lag zuletzt bei 1.6 Milliarden Dollar. Im Jahr 2015 hatte das Unternehmen 20 Mio. Nutzer, mittlerweile sollen es um die 60 Mio. Nutzer in 22 Ländern sein. In Deutschland ist das Unternehmen Marktführer im Markt der Mitfahrgelegenheiten, die Position wurde durch die Übernahme von Carpooling erkauft.

Bild: Less (alle Rechte vorbehalten)

Volkswagen und Didi planen in China ein Ride-Hailing Joint Venture

In China bahnt sich eine Kooperation zwischen dem Automobilkonzern Volkswagen und der Mobilitätsplattform Didi Chuxing an. Damit würden sich zwei Giganten zusammenschließen, Volkswagen verkauft weltweit die meisten Autos und Didi ist eine global führende Mobilitätsplattform, die von Bike-Sharing über Car-Sharing bis hin zu Ride-Pooling eine ganze Palette an Diensten anbietet. Beide Unternehmen wollen gemeinsam Mobilitätsdienste aufbauen und den gegenseitigen Zugriff auf wichtige Technologien sichern. Der Deal könnte bereits in den kommenden Wochen offiziell bekannt gegeben werden.

Die genauen Details der Kooperation sind noch nicht besiegelt, einige Punkte wurden aber schon von Vertretern von Didi und Volkswagen in den Raum geworfen. Volkswagen interessiert sich aber an den Mobiltiy Services und den Einsatzmöglichkeiten für autonome Fahrzeuge in China. Didi sieht zuerst den größten Mehrwert beim Aufbau einer gemeinsamen Flotte an Fahrzeugen, die von Volkswagen betrieben wird. Später sollen gemeinsam Fahrzeuge für den Ride-Sharing Einsatz entwickelt und von Volkswagen gebaut werden und Wege geschaffen werden, die autonome Fahrzeuge gewartet und repariert werden. Volkswagen wird am Anfang 40 Prozent an dem Joint Venture halten und sich die Möglichkeit offen halten, später weitere 10 Prozent zu übernehmen.

100.000 Fahrzeuge von Volkswagen

In einem ersten Schritt wird Volkswagen eine Flotte von 100.000 Fahrzeugen für Didi zur Verfügung stellen und Technologien für autonomes Fahren und Elektrofahrzeuge mit in das gemeinsame Unternehmen einbringen. Volkswagen wird auch die Flotte betreuen und das operative Management übernehmen. An dem bestehenden Mobility Services wie Ride-Sharing oder Car-Sharing wird Volkswagen nicht beteiligt. Der Automobilkonzern soll einen Teil des Umsatzes abbekommen, der mit den Fahrzeugen erwirtschaftet wird.

Fehlende Fahrer und Fahrzeuge als Herausforderung

Fehlende Fahrer und Fahrzeuge sind im Moment eine der größten Herausforderungen für Didi in China. Die Kooperation mit Volkswagen wird dabei helfen, die Situation bei den Fahrzeugen etwas zu entspannen. Ob die Fahrzeuge für das Carsharing Angebot vorgesehen sind oder an Ride-Sharing Fahrer vermietet werden sollen, ist nicht bekannt. In den letzten Wochen hat Didi mehrere Initiativen gestartet, um Fahrzeuge für den Ride-Sharing Einsatz zu entwickeln.

Spezielle Fahrzeuge geplant

Bisheriger Fahrzeuge sind häufig wegen der Größe, Innenausstattung und Motorisierung nicht ideal für den Ride-Sharing Einsatz in Innenstädten. In China fahren zum Beispiel 80 Prozent der Ride-Sharing Fahrgäste alleine und benötigen kein Fahrzeug mit vier Sitzplätzen. Auch die Motorisierung bestehender Fahrzeuge ist überdimensioniert. Im Ride-Sharing Bereich werden keine Fahrzeuge benötigt, die bis zu 250 kmh fahren, da sie viel langsamer unterwegs sind. Speziell entwickelte Fahrzeuge können günstiger in der Herstellung sein und die Raumnutzung besser auf den Ride-Sharing Nutzen abgestimmt sein. Im Logistikbereich ist die Deutsche Post mit dem StreetScooter einen ähnlichen Weg gegangen. Da kein Hersteller bereit war, Elektrofahrzeuge für den Use-Case der Post zu entwickeln, wurden kurzerhand eigene Fahrzeuge mit minimaler Ausstattung entwickelt.

Automobilindustrie im Umbruch

Die Kooperation von Volkswagen und Didi ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die bisherige Automobilkonzerne auf ein anderes Business Modell einstellen müssen und sich auch langsam darauf vorreiten. In China werde Fahrdienste immer beliebter und es gibt erste Zeichen, dass der Verkauf von Fahrzeugen an Privatpersonen rückläufig ist. Dieser Trend ist alarmierend für Automobilhersteller und zwingt diese zum Umdenken. Der Zugriff auf Daten wird immer wichtiger, um zu wissen, was die Kunden erwarten und wie sie sich fortbewegen. Didi hat in den letzten Jahren jede Menge Daten über das Mobilitäsverhalten in China gesammelt, da jeden Tage mehr als 3 Mio. Fahrten über die Didi Plattform abgewickelt werden. Durch das Joint Venture erhofft sich Volkswagen Einblicke in diesen Datenschatz.

Lokale Partner sicher Zugang und Wissen

Internationale Automobilkonzerne, die auf dem chinesischen Markt Fahrzeuge verkaufen wollten, haben bisher einen lokalen Partner benötigt. Auch wenn diese Regelung jetzt wegfällt, halten internationale Unternehmen noch an dem Joint-Venture Modell fest, um den chinesischen Markt bessere verstehen zu können und um bessere Chancen auf dem Markt zu haben.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Alibaba steigt in den Ride-Sharing Markt ein

Der Wettbewerb von Ride-Hailing und Ride-Sharing Anbietern in China lebt wieder auf, nachdem der Markt seit der Übernahme von Uber China durch Didi Chuxing von letzterem Unternehmen dominiert wurde. In den letzten Wochen hat die E-Commerce Plattform Meituan einen Ride-Sharing Dienst ausgerollt. Jetzt will auch das Alibaba Tochterunternehmen Amap.com mit einem Mitfarhdienst starten.

Ride-Sharing Dienst in Amap integriert

Der Dienst Amap plant in einem nächsten Schritt, einen Fahrdienst zu integrieren, der ähnlich funktionieren soll, wie Didi Chuxing oder vergleichbare Ride-Sharing Apps. Der Service soll in Städte, wie Chengdu oder Wuhan bereits gestartet sein. Für Peking, Shenzhen, Shanghai und weitere Mega-Städte läuft die Recruiting-Maschine bereits.

Vergleichbar mit Waze und Flinc

Der Ansatz von Amap ist vergleichbar mit dem Angebot von Waze Line oder flinc. Der Dienst soll erstmal nicht kommerziell betrieben werden, sprich es werden keine lizenzierten Fahrer benötigt und es sollen keine Profite anfallen. Es könnte sein, dass sich das Unternehmen mit dem Schritt erst positionieren möchte und später in Richtung Kommerzialisierung geht. Amap hat aber auch großes Interesse an den Daten, die mit einem Fahrdienst erhoben werden können und die die Datenbasis des Unternehmens stärken können. Die Daten können von anderen Unternehmen aus dem Alibaba Portfolio genutzt werden, um maßgeschneiderte Werbung und Angebote ausspielen zu können.

AutoNavi von Alibaba gekauft

Hinter Amap.com steht das Unternemen AutoNavi, das von Alibaba vor ein paar Jahren aufgekauft wurde. AutoNavi hat sich darauf fokussiert, Kartendaten zu erstellen und Navigationslösungen anzubieten. Unter anderem liefert das Unternehmen Kartendaten für Google Maps und die Kartenanwendung von Apple. Amap.com ist sozusagen das lokale Pendant zu Google Maps mit mehr als 700 Mio. Nutzern.

Test in kleineren Städten

Auch Meituan versucht einen Ride-Sharing Dienst aufzubauen. Die Plattform Meituan hat den Service in kleineren Städten getestet, bevor der Roll-Out in Shanghai stattgefunden hat. In Peking wartet das Unternehmen noch auf die Freigabe durch die Behörden. Fahrer und Nutzer scheinen es positiv zu sehen, dass das Monopol von Didi Chuxing aufgebrochen wird. Nach dem Start in Shanghai beteuert das Meituan, dass bereits 30 Prozent Marktanteil von Didi abgeworben wurden. Die Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, da nicht nachvollziehbar ist, wie der Markanteil erhoben wurde. Außerdem ist davon auszugehen, dass das Unternehmen mit hohen Subventionen für Fahrer und Nutzer hantiert.

Bild:

Münchner sind bereit, sich von ihrem Fahrzeug zu trennen – sofern Alternativen verfügbar sind

Eine Studie, die von dem Carsharing-Anbieter Oply in Auftrag gegeben wurde, gibt ein Indiz dafür, dass eine steigende Anzahl an Münchner Autobesitzer bereit ist, auf das eigene Auto zu verzichten. Voraussetzung ist, dass vergleichbare Alternativen vorhanden sind und die Umstände stimmen.

Alternativen als Voraussetzung

Insgesamt wurden 1727 Menschen durch ein Marktforschungsunternehmen befragt, 517 davon in München. Über 64 Prozent der befragten Personen in München sind bereit, sich von ihrem eigenen Auto zu trennen, sofern passende Alternativen wie ÖPNV, Carhsharing oder Ride-Sharing vorhanden sind. Der Schnitt deutschlandweit liegt laut der Studie bei etwa 52 Prozent. In der Stunde gaben etwa 70 Prozent der befragten Personen in München an, dass eine gute Abdeckung mit öffentlichen oder privaten Verkehrsmitteln vorhanden sein muss, damit das eigene Fahrzeug abgeschafft wird. Etwa 60 Prozent der Münchner geben an, dass die Angebotssituation so gut werden muss, damit sich ein eigenes Auto nicht mehr rentiert.

Höhere Wechselbereitschaft in der Innenstadt

In Innenstadtlagen ist die Wechselbereitschaft erwartungsgemäß höher. Die Parkplatzsituation ist angespannter und das Angebot an Alternatives ist mit am höchsten. Fast 40 Prozent der Fahrzeug Besitzer gaben, dass sie ihr eigenes Auto selten bis ab und zu nutzen. Über 3/4 der Autobesitzer, die in der Innenstadt wohnen, können sich vorstellen, dass Sie sich von ihrem Fahrzeug trennen könnten. Dieser Trend dürfte nicht nur für München zutreffen, sondern auch für Städte wie Hamburg oder Berlin.

Viel Potential in den meisten Städten

Kostengünstige und einfach verfügbare Alternativen zum eigenen Auto fehlen in den meisten Großstädten in Deutschland zur Zeit noch. Für die Nutzer ist es wichtig, dass innerhalb von wenigen Minuten ein Car-Sharing-Fahrzeug zu Fuß erreichbar ist oder ein Ride-Sharing-Fahrzeug vorbei kommt. Teilweise werden diese auch durch veraltete Vorschriften und konservativ eingestellte Verkehrsunternehmen ausgebremst. Hier ist dringend Handlungsbedarf erforderlich, damit die Bewohner der Städte ihr eigenes Fahrzeug abschaffen.

Bild: Oply (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Sharing Dienst Ola geht weiter in Richtung ÖPNV Integration

Die indische Fahrdienst-Plattform Ola hat sich die ÖPNV und Ticketing App Ridlr geschnappt, um sich weiter mit dem ÖPNV zu verzahnen.  Millionen Inder nutzen den öffentlichen Verkehr täglich, der öffentliche Nahverkehr in Indien ist ein interessanter Markt mit viel Potential, der noch wenig digitalisiert ist. Die Ridlr App hilft vielen Pendlern bei der regelmäßigen Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs.

Ticket App für ÖPNV gekauft

Mit der Ridlr App können die Nutzer ÖPNV Verbindungen suchen und ein passendes Ticket für den öffentlichen Nahverkehr buchen. Bisher fokussiert sich das Startup auf die Städte Mumbai und Delhi und arbeitet mit den Anbietern BEST (Brihanmumbai Electric Supply and Transport), Delhi Metro und Mumbai Metro zusammen. Zusätzlich werden ein paar Pilotprojekte in anderen Städten durchgeführt.

Die App wurde bereits 2012 von den beiden Gründern Brijraj Vaghani und Ravi Khemani gestartet. Nach einer Series A Finanzierung in unbekannter Höhe hat das Unternehmen 2013 eine Series B mit 6 Mio. US Dollar von Qualcomm Ventures, Matrix Partners und Times Internet eingesammelt. Matrix Partnern ist auch an Ola beteiligt. Die App ist nur für Android verfügbar und wurde mehrere Millionen Mal aus dem Goolgle Play Store geladen.

Holistisches Verkehrsangebot für Indien als Ziel

Ola möchte Ridlr in das eigene Setup integrieren, um die unterschiedlichen Verkehrsangebote zu einem holistischen Angebot vernetzten zu können. Außerdem ist eine Integration in den öffentlichen Verkehr geplant. Dabei stehen die Nutzer im Fokus, die ein komfortables Mobility Angebot vorfinden sollen. Damit möchte die Mobility Plattform auch die eigene Postion im Wettbewerb mit Uber stärken. Nach dem Rückzug von Uber in China und Südostasien wird der Fokus wahrscheinlich auf Indien gelegt. Da schadet es aus Sicht von Ola nicht, aggressiv und strategisch vorzugehen.

Ola mit Milliarden bewertet

Ola hat in den letzten Runden mehrere Milliarden Dollar eingesammelt, zuletzt 1.1 Milliarden Dollar von Tencent aus China und SoftBank aus Japan. Da SoftBank auch an Uber beteilig ist, bleibt es spannend, ob sich in Indien ein ähnlicher Deal wie in China oder Südostasien anbahnt. Fachleute erwarten, dass Ola weitere Unternehmen übernehmen wird, um die Position zu stärken und um das Wachstum anzukurbeln. Zuvor hat Ola schon den Indien-Ableger von Foodpanda sowie das Mobile Payment Unternehmen Qarth, die Taxi-App TaxiForSure und Geotagg übernommen.

Bild: Ola (alle Rechte vorbehalten)

Bike-Sharing: Ofo startet in Berlin

Nach längerer Vorbereitung startet ein weiterer Bike-Sharing Dienst in Berlin. Der chinesische Anbieter ofo startet sein Angebot demnächst in den Bereichen Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Mitarbeiter für Berlin wurden schon seit Ende letzten Jahres gesucht, jetzt geht es endlich los.

Kleine Flotte am Anfang

ofo scheint von den Mitbewerbern gelernt zu haben. Anders als oBike in München, startet der Neueinsteiger mit einer kleinen Flotte in Berlin. Am Anfang sollen etwa 100 Fahrräder ausgerollt werden, in den kommenden zwei bis drei Monaten soll die Zahl auf 2000 Räder erhöht werden. Heute soll der Dienst mit den ersten Fahrrädern starten. Die Fahrräder sind von der Größe her auf den Deutschen Markt angepasst, außerdem sind sie mit einer 3-Gang Schaltung ausgestattet. Die Beschreibung erinnert an die Fahrräder von Byke, die sich gut fahren lassen.

Wachstum durch Partnerschaften

Um für Aufmerksamkeit zu sorgen, plant das Unternehmen, mit Geschäften im Bediengebiet zu kooperieren. Geplant sind gemeinsame Events und eventuell auch Co-Brandings. Ein Kooperation mit anderen Mobility Anbietern oder die Integration in ÖPNV Angebote ist bisher nicht geplant. Laut General Managerin Alex Cappy ist das Thema Teil einer weltweiten Strategie sein, die im Moment erst ausgearbeitet wird.
Die ersten Nutzer sollen eng begleitet und befragt werden, um Feedback über die Fahrräder, die Bedienung der App und das Konzept an sich zu sammeln. Das Feedback soll in die weitere Entwicklung des Dienstes mit einfließen.

Preisgestaltung orientiert sich an Mitbewerbern

Preislich wird sich Ofo bei 80 Cent für jede 20 Minuten bewegen. Die Mitbewerber Mobike oder LimeBike verlangen zwischen 0,50€ und 1,00 € pro 20 bzw. 30 Minuten. Der Anbieter Byke verlangt 50 Cent pro 30 Minuten. Ofo überlegt außerdem, unterschiedliche Abo-Modelle einzuführen, um die Nutzer länger an den Dienst zu binden.
ofo ist vor ein paar Jahren in China gestartet und wird mittlerweile mit einem Milliardenbetrag bewertet. Zuletzt wurden mehr als 850 Mio. Dollar von Alibaba und co. investiert. Die Fahrdienstplattform Didi Chuxing hat ebenfalls in ofo investiert und das Bike-Sharing Angebot in die Mobility Plattform integriert.
Bild: ofo (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Pooling: Moia erhält Genehmigung in Hamburg

Nach langen hin und her und nach starken Protesten durch die Taxiunternehmer erhält das Unternehmen Moia die Genehmigung durch die Behörden für einen operativen Betrieb in Hamburg. Das Unternehmen, das zum Volkswagen-Konzern gehört, hat jetzt die notwendige Rechtssicherheit und kann den Service auf die Straße bringen.

Betrieb ab 2019 genehmigt

Der dynamische Ride-Pooling Dienst von Moia kann ab dem 1. Januar 2019 für die kommenden vier Jahre erprobt werden. Zuvor ist ein Testbetrieb mit einer kleineren Flotte genehmigt, die Einnahmen dürfen während dem Testbetrieb nicht die Betriebskosten des Fahrzeugs übersteigen. Welcher Preise zu einem späteren Zeitpunkt aufgerufen werden, hat das Ride-Pooling Unternehmen noch nicht kommuniziert.

Genehmigung als Mietwagenverkehr

Die Genehmigung in Hamburg erfolgt als Mietwagenbetrieb nach dem Personenbeförderungsgesetz. Das Gesetz sagt, dass ein Fahrzeug nicht mit anderen Nutzern geteilt werden darf, deswegen erhält Moia die Genehmigung nach der so genannten Experimentierklausel. Auch andere Unternehmen, wie CleverShuttle, operieren in Städten wie Berlin unter dieser Klausel, die für die Erprobung von neuen Angeboten geschaffen wurde. Die Wirtschaftsbehörde in Hamburg sieht deutliche Unterschiede zwischen Moia und dem Taxigewerbe, weshalb die Genehmigung auch erteilt wurde. In Hamburg findet 2021 der Weltkongress für intelligente Verkehrssysteme (ITS) statt, bei dem Sich die Stadt mit neunen Mobilitätskonzepten präsentieren möchte.

500 Fahrzeuge, Aufstockung auf 1000 Fahrzeuge möglich

In einer ersten Phase darf das Unternehmen bis zu 500 Fahrzeuge einsetzten. Nach zwei Jahren Betrieb wird der Einfluss von Moia auf das Mobilitätsverhalten und den Verkehr in Hamburg evaluiert. Wenn Moia und die Stadt mit einem positiven Ergebnis aus der Evaluation gehen, kann die Flotte auf bis zu 1000 Fahrzeuge erhöht werden. Mit einer größeren Flotte ist auch eine Ausweitung des Bediengebiets geplant.

Ride-Pooling Wettbewerber in Deutschland

Moia möchte einen dynamischen Shuttle-Dienst mit eigens dafür konzipierten Fahrzeugen anbieten. Der Dienst beruht auf dem sogenannten Pooling-Prinzip, Fahrgäste, die auf ähnlichen Strecken unterwegs sind, werden gemeinsam mit dem gleichen Fahrzeug befördert. Moia ist nicht der einzige Anbieter, der dieses Modell verfolgt. Weltweit gehören Unternehmen wie Via zu den führenden Anbietern. In Deutschland sind die Unternehmen ioki und CleverShuttle mit einem vergleichbaren Konzept unterwegs.

Bild: GetMobility (alle Rechte vorbehalten)

CASE Mobility Magazin: Connectivity, autonomes Fahren, Shared Services und Elektrifizierung