Lime arbeitet mit Segway an neuem Elektro-Roller

Das Startup Lime, das bisher unter LimeBike bekannt war, arbeitet mit dem Unternehmen Segway zusammen, um die nächste Generation der Elektro-Roller zu entwickeln. Die Roller sollen trotz rechtlicher Probleme ab Mitte des Monats in San Francisco eingesetzt werden und die bisherige Flotte erweitern.

Neues Modell mit Segway entwickelt

Das neue Modell Lime-S wurde gemeinsam mit Segway entwickelt und fährt etwa 30 kmh. Außerdem sollen die neuen Tretroller mit E-Antrieb durch das Design und die verbesserte Sicherheit überzeugen. Die Beleuchtung wurde erweitert und eine weitere Bremse hinzugefügt. Außerdem wurde die Reichweite verbessert. Bisher kamen die Scooter etwa 35 Kilometer weit, das neue Modell soll eine Reichweite von mehr als 55 km haben. Das Modell ist auf die Bedürfnisse im Sharing-Bereich angepasst und auch robuster als das bisherige Modell, das eher für Endkunden gedacht war.

Die Anbieter von Scooter Sharing Diensten, wie Lime, Bird oder Spin setzen auf die Roller des chinesischen Unternehmens Ninebot, das mittlerweile von Segway übernommen wurde. Ninebot wurde von Sequoia Capital, Xiaomi und ShunWei finanziert. Die Partnerschaf zwischen Lime und Segway ist nicht exklusiv, also können auch Lime Konkurrenten wie Spin oder Bird die Scooter einsetzen.  

Mehr als drei Mio. Fahrten bereits absolviert

In einem Blog Post hat das Unternehmen auch kommuniziert, dass seit dem Start mehr als drei Millionen Fahrten absolviert wurden. Ein Großteil der Fahrten wird in den USA durchgeführt worden sein. Seit ein paar Monaten ist das Unternehmen auch in Europa unterwegs. In Deutschland wurde der Dienst erst in Frankfurt gestartet, vor ein paar Wochen dann auch in Berlin.

Zusatz Bike verschwindet aus dem Firmennamen

Das Unternehmen streicht den Teil Bike aus dem Firmennamen, da mittlerweile weit mehr Dienste angeboten werden. Neben normalen Fahrrädern hat das Unternehmen E-Fahrräder und kleine E-Scooter im Angebot, die eher an elektrisch angetriebene Tretroller erinnern. Der Fokus liegt auf Smart Mobility und auf multimodalem Transport.

Bild: Lime (alle Rechte vorbehalten)

Scooter Sharing: Europcar übernimmt Scooty

Die Autovermietung Europcar übernimmt den Scooter Sharing Dienst Scooty und möchte damit sein Portfolio an Mobilitätsangeboten stärken. Scooty wird bei Ubeeqo, der Car-Sharing Sparte von Europcar positioniert.

Carsharing und Scooter Sharing auf dem Vormarsch

Für Europcar sind die Bereiche Car-Sharing und Scooter-Sharing attraktiv, da sie nach eigener Aussage stark wachsen. Durch Übernahmen möchte sich Europcar als globaler Anbieter von neuen Mobilitätsdiensten positionieren, dabei sollen die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden im Mittelpunkt stehen.

Scooter Sharing nach dem free-floating Prinzip

Scooty ist ein Sharing Dienst für Elektroroller, der nach dem free-floating Prinzip funktioniert. Gegründet wurde der Dienst im Jahr 2016. Das Startup ist in Belgien aktiv und betreibt eine überschaubare Flotte an 176 Elektro-Rollern in Antwerpen und Brüssel. Die komplette Buchung der Roller wird über eine eigene Smartphone App abgewickelt. Wie diese eher kleine Übernahme in die globalen Ambitionen passt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Im Vorfeld der Übernahme hat Scooty mit Ubeeqo, der Carsharing Marke von Europcar zusammengearbeitet. Diese Kooperation scheint erfolgreich verlaufen zu sein. Auch nach der Übernahme soll die Marke Scooty erhalten bleiben und weitergeführt werden. Ob Ubeeqo und Scooty über eine App buchbar sein werden, ist bisher nicht bekannt.

Aus Carsharing car2go mit Daimler ausgestiegen

Europcar ist früh in das Car-Sharing eingestiegen. Zusammen mit Daimler wurde car2go hochgezogen und in mehreren Städten ausgerollt. Erst vor ein paar Monaten hat sich Europcar aus dem Joint-Venture raus kaufen lassen und so die Fusion zwischen car2go und DriveNow geebnet. Ein Teil des Erlöses soll in andere Mobility Startups gesteckt werden.

Konkurrenz durch Coup und Emmy

Auch in Berlin ist Scooter Sharing mit Elektrorollern angesagt. Die Bosch Tochter Coup hat eine Flotte mit etwa 1000 Gogoro Elektrorollern im Einsatz. Mitbewerber Emmy komme auf eine mittlere dreistellige Zahl an Rollern unterschiedlicher Hersteller, die im Stadtgebiet verteilt sind.

Bild: Scooty (alle Rechte vorbehalten)

Multimodale Vernetzung: Mehr als 35 % der Amerikaner kombinieren Ride-Sharing mit ÖPNV

Ein Report von Masabi, einem Startup aus London, das sich mit Mobile Ticketing Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr befasst, gibt Einblicke in das Nutzerverhalten von Ride-Sharing Kunden in den USA. Mehr als 1000 US Bürger, die Zugang zum ÖPNV haben, wurden zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt. Der Fokus lag dabei auf den Auswirkungen von neuen Technologien und Mobilitäsangeboten, wie Ride-Sharing auf das bestehende ÖPNV-Setup. Die Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass mehr Menschen als gedacht bereits multimodal unterwegs sind und Angebote wie Ride-Sharing mit dem ÖPNV verbinden.

Bequemlichkeit als Vorteil für den ÖPNV

Außerdem kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die einfache und bequeme Nutzung einer der Hauptgründe ist, warum Menschen den ÖPNV nutzen. Neue Technologien, wie real-time Daten über die Position des Fahrzeugs und mobiles Ticketing haben eine positive Auswirkung auf die Nutzerzahlen. Ride-Sharing Anbieter sollten sich mehr mit den ÖPNV Angeboten verzahnen und die Verbindungen in der App anzeigen. Die Buchung von digitalen Tickets für Ride-Sharing und ÖPNV, idealerweise in Form eines universellen Tickets, gewinnt an Bedeutung.

Verhalten in den USA

Hier sind ein paar Auszüge aus der Studie, die das Verhalten in den USA beschreibt. Einige Erkenntnisse sind wahrscheinlich auch auf Europa und Deutschland übertragbar.

  • 19% der Befragten nutzen den öffentlichen Nahverkehr mindestens einmal die Woche. Immerhin 9% der Befragten nutzen Ride-Sharing Angebote wöchentlich
  • Ein hoher Anteil von 70% fahren regelmäßig mit dem eigenen Fahrzeug. 40% nutzen nie den ÖPNV, obwohl sie Zugang dazu haben
  • Die Hauptgründe für die Nutzung sind in absteigender Reihenfolge: Einfache Nutzung und Bequemlichkeit (33%), Preis (24%), Notwendigkeit (17%) und Reisezeit (8%)
  • Mehr als ein Drittel der Befragten verbinden Ride-Sharing und den ÖPNV gelegentlich, um von A nach B zu gelangen. Ein Anteil von 7% nutzt eine multimodale Reisekette mindestens auf einer wöchentlichen Basis.
  • Um die 25% der möglichen Nutzer geben an, dass Convenience Features wie die Kombination von mehreren Verkehrsmitteln in einer App, Mobiles Ticketing oder Location Tracking dafür sorgen würden oder dafür gesorgt haben, dass sie den ÖPNV mehr nutzen würden.
  • Mehr als 95% der Nutzer, die einen Ride-Sharing Dienst auf wöchentlicher Basis nutzen, nutzen auch die öffentlichen Verkehrsmittel

Private Unternehmen und Aufgabenträger müssen kooperieren

Masabi sieht in der Kombination von neuen Mobilitätsangeboten, wie Ride-Sharing oder Car-Sharing mit bestehendem öffentlichen Verkehr die Alternative zum eigenen Fahrzeug. Die unterschiedlichen Transport-Systeme müssen in einer App abgebildet werden und die Nutzer müssen die Features bekommen, die sie erwarten. Um das Ziel zu erreichen, müssen die öffentlichen Auftraggeber und private Unternehmen eng zusammenarbeiten. In den USA sieht man dazu schon erste Ansätze und auch in Deutschland bewegt sich einiges auf dem Gebiet.

Bild: Masabi (alle Rechte vorbehalten)

Peer-to-Peer Carsharing: MINI Sharing startet in Spanien

Vor mehreren Jahren wurden die ersten Details über die Peer-to-Peer Carsharing Pläne der BMW Marke MINI bekannt, jetzt kommt es auch zur operativen Umsetzung. In der spanischen Hauptstadt Madrid wird ein Pilotprojekt gestartet, bei dem MINI-Besitzer ihr Fahrzeug im MINI Sharing Programm an Freunde, Familienmitglieder oder Kollegen vermieten können.

Testlauf mit 500 Fahrzeugen in Madrid

Der Testlauf für das Peer-to-Peer Carsharing ist für eine Flotte von 500 Fahrzeugen ausgelegt. Die Besitzer aktueller MINI Modelle können daran teilnehmen, wenn ihr Fahrzeug nach März 2018 produziert wurde und über das MINI Sharing Modul verfügt. Das Telematik-Modul ist entweder von Werk aus mit dabei oder kann auch nachgerüstet werde. Das Telematik-Modul ist Voraussetzung dafür, dass das Fahrzeug per App geöffnet und gestartet werden kann.

Teil der CASE Unternehmensstrategie

Das Projekt in Madrid ist ein Teil der Unternehmensstrategie NUMBER ONE > NEXT der BMW Group. Dort sind Mobilitätsdienstleistungen als ein Zukunftsfeld definiert, das im Rahmen der Strategie forciert werden soll. Mit dem Test in Spanien sollen wichtige Erkenntnisse für den weltweiten Ausbau von Sharing Economy Aktivitäten von MINI und bestimmt auch den anderen BMW Marken gesammelt werden.

Abrechnung nach gefahrenen Kilometern

Im Vergleich zu den Peer-to-Peer Carsharing Plattformen wie Drivy oder Turo gibt es ein paar Einschränkungen. Die Fahrzeuge können nicht der gesamten Plattform zur Verfügung gestellt werden, sondern nur einem limitierten Kreis von maximal zehn Personen. Die Verfügbarkeit des Fahrzeugs wird in einer Kalenderfunktion in der App angezeigt. Die Vermittlung der Vermietungen findet über die App statt, jede normale Anfrage muss vom Fahrzeugbesitzer noch mal bestätigt werden. Der MINI Besitzer kann VIP-Nutzer definieren, die das Fahrzeug ohne vorherige Bestätigung buchen können. Die Smartphone-App dient als Fahrzeugschlüssel, die Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und MINI ermöglicht es, die Fahrzeugtüren zu öffnen und per Druck auf den Start-/Stopp-Toggle den Motor zu starten.

Beim Pricing hat MINI Sharing eine Kilometerpauschale von 0.30 Euro pro gefahrenen Kilometer gewählt. Auch hier unterscheidet sich das Angebot von herkömmlichen Peer-to-Peer Carsharing Plattformen, die üblicherweise über eine Stunden- oder Tagespauschale abrechen. Die Versicherung kann durch den Fahrzeugbesitzer unkomplizierter erweitert werden, damit auch die am MINI Sharing Programm teilnehmenden Zusatzfahrer versichert sind.

Junge und offene Marke der BMW Group

MINI ist die Marke der BMW Group, die eine junge, kommunikative und offene Zielgruppe anspricht. Deswegen eignet sich die Marke auch gut, Sharing Economy Angebote zu testen. Die MINI Fahrzeuge werden auch im großen Stil im free-floating Carsharing Angebot DriveNow und ReachNow eingesetzt.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Fahrzeugbau: Didi will eigene Fahrzeuge entwickeln

Die chinesische Mobilitätsplattform Didi Chuxing geht weiter mit hohem Tempo voran. Nachdem die Ride-Sharing Plattform in China erfolgreich aufgebaut wurde und mittlerweile auch international ausgerollt wird, plant das Unternehmen eigene Fahrzeuge zu entwickeln. Bisher werden von den Didi Fahrern Serien-Fahrzeuge von unterschiedlichen Herstellern eingesetzt, der eigene Fahrzeugbau ist der nächste Schritt.

Auf Shared Mobility ausgelegt

Ein Team an Ingenieuren und Designern wird aufgebaut, um gemeinsam mit etablierten Herstellern unterschiedliche Fahrzeuge zu entwickeln, die für die Fahrdienste eingesetzt werden sollen. Die Fahrzeuge sollen über einen Elektroantrieb oder Hybrid-Antrieb verfügen und auf die Bedürfnisse der Ride-Sharing Kunden abgestimmt sein. Der Endnutzer kauf das Fahrzeug nicht mehr, sondern zahlt nur für die Nutzung. 

Angriff auf bestehende Automobilhersteller

Dieser Schritt von dem chinesischen Unternehmen ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Mobilitätsplattformen wie Uber oder Didi die bisherige Automobilindustrie umkrempeln. Herkömmliche Automobilkonzerne, die sich selbst mehr und mehr als Mobilitätsunternehemen bezeichnen, werden sich darauf einstellen müssen, dass Mobility Services immer mächtiger werden und dass als Folge die Fahrzeugverkäufe an Einzelabnehmer wie Privatpersonen oder Unternehmen abnehmen werden.  Didi möchte mit bestehenden Herstellern zusammenarbeiten, da sie über die Kompetenzen bei der Entwicklung und Produktion der Fahrzeuge verfügen. Neben einer Kooperation mit Volkswagen ist auch ein Joint Venture mit CHJ Automotive geplant.

Car-Sharing Plattform im Aufbau

Didi hat  auf der Autoshow in Peking auch Pläne für die Zusammenarbeite mit 31 Automobilkonzernen und Zulieferern konkretisiert. Gemeinsam sollen Geschäftsmodelle für günstige Car Sharing Angebote entwickelt werden, die zuerst in China ausgerollt werden sollen. Bei Erfolg wird das Unternehmen die Dienste in anderen Ländern ausrollen. Mit dabei sind Unternehmen wie Volkswagen, Renault-Nissan oder Toyota. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Fahrzeugstandards für die Vernetzung der Fahrzeuge, für intelligente Assistenzsysteme und für eine einheitliche Ladeinfrastruktur.

Ambitioniertes Ziel bei Fahrzeugen mit E-Antrieb

Bis 2020 will Didi mehr als 1 Millionen elektrifizierte Fahrzeuge in der Flotte haben und 2028 sollen es schon 10 Mio. Fahrzeuge mit E-Antrieb sein. Ende letzten Jahres waren 260.000 Elektroautos bei Didi registriert. Nicht nur die Zahl der umweltfreundlichen Fahrzeuge soll wachsen, auch die Nutzer. In den nächsten 10 Jahren sollen die Nutzer auf zwei Milliarden Menschen ansteigen, im Moment sind 450 Mio. Nutzer registriert.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Airbus und Audi starten gemeinsamen Mobilitätsdienst

Airbus und Audi kooperieren, um eine Kombination aus Luft-Taxi Service und Limousinendienst anbieten zu können. Auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin wurde der neue Mobilitätsdienst angekündigt. Airbus möchte seinen Helikopterservice Voom mit einem Limousinenservice von Audi verbinden. Los gehen soll es noch im Sommer 2018 in den Städten Mexico City und Sao Paulo. Nach erfolgreichen Tests soll der Dienst in weitere Städte gebracht werden.

Erst Luxuslimo dann Helikopter

Das Angebot sieht vor, dass der Nutzer mit einer Luxuslimousine von Audi abgeholt wird und zu einem Heliport gebracht wird. Dort kann der Nutzer in einen Helikopter umsteigen und kommt so schneller an sein Ziel. Der Dienst basiert auf Voom, dem von Airbus gestarteten on-demand Dienst für die Anmietung von Helikoptern. Voom wurde bereits 2016 gestartet. Wie das Angebot gebucht werden kann, ist noch nicht klar. Den Helikopter Dienst Voom kann der Nutzer über die Website buchen, gut möglich, dass der kombinierte Dienst ebenfalls über die Mobile-Site gebucht werden kann.

Gemeinsames Flugtaxi als nächster Schritt

Der Dienst ist erst der Anfang. In einem späteren Schritt soll ein neu entwickeltes Flugtaxi auf den Markt gebracht werden, das Volocopter und Lilium Konkurrenz machen soll. Langfristiges Ziel ist die Nutzung der dritten Dimension, um Kunden in verstopften Städten zu einem günstigen Preis schneller von A nach B zu bringen. Airbus ist davon überzeugt, dass die fortschreitende Urbanisierung die bestehende Straßeninfrastruktur stark überlasten wird und so die Mobilitäts-Anforderungen nicht gewährleistet werden können. Innovative Lösungen wie Luft-Taxi Dienste sind notwenig, um das Mobilitätsproblem in Großstädten zu lösen.

Modulares System in Entwicklung

Airbus und Audi arbeiten gemeinsam an einem modularen System für die Mobilität in der Luft und auf der Straße im urbanen Raum. Die Audi Tochter Italdesign hat ein Konzept für ein System entwickelt, das aus einer selbstfahrenden Fahrzeugplattform, einer Passagier-Kapsel und einem Flugmodul besteht. Die Kapsel kann je nach Use-Case mit der selbstfahrende Plattform zu einem Auto gekoppelt werden oder mit dem Flugmodul zu einem Luft-Taxi kombiniert werden.

Bild: Italdesign (alle Rechte vorbehalten)

BMW bezieht LiDAR Sensoren von Innoviz für selbstfahrende Autos

Der Automobilhersteller BMW möchte bis 2021 autonome Fahrzeuge mit Level 3 auf die Straße bringen, in den Jahren darauf sollen Fahrzeuge mit Fähigkeiten auf Level 4 folgen. Für diese Fahrzeuge benötigt BMW LiDAR Sensoren, damit die Umgebung der Fahrzeuge wahrgenommen werden kann. BMW hat bekanntgegeben, dass LiDAR Sensoren und weitere Komponenten von dem Startup Innoviz bezogen werden sollen.

LiDAR steht für Light Detection and Ranging – die Sensoren basieren auf Laserlichtstrahlen, die an Objekten reflektiert werden. So können feste und beweglich Gegenstände identifiziert werden und das autonome Fahrzeug kann seine Route berechnen. Bei ersten autonomen Testfahrzeugen ist der unförmige drehende LiDAR Sensor auf dem Dach aufgefallen.

Handliche Sensoren für die BMW Fahrzeuge

Die Sensoren von Innoviz sind viel kleiner und eine Dachmontage ist auch nicht erforderlich. Die Sensoren können in die Karosserie verbaut werden, um dem Fahrzeug eine Rundumsicht zu ermöglichen, verbaut BMW in den Testfahrzeugen mindestens fünf LiDAR Sensoren. Die Sensoren sollen in das technische Setup integriert werden, das BMW zusammen mit Intel, Mobileye und Aptiv entwickelt. Neben den Sensoren bringt Innoviz auch Technologien für die Objekterkennung, das Tracking von Gegenständen und die Klassifizierung mit ein.

Auch Beteiligung an Blackmore Sensors

Wie zu erwarten, verfolgt BMW bei LiDAR Sensoren mehrere Wege. Erst kürzlich hat sich BMW auch an dem Startup Blackmore Sensors and Analytics beteiligt, die ebenfalls günstigere und handliche LiDAR Sensoren entwickeln. Die Sensoren befinden sich noch relativ am Anfang der technischen Entwicklung, in den nächsten Jahren werden Leistungssprünge und sinkende Kosten erwartet. Da macht es Sinn, dass BMW mehrere Unternehmen beobachtet und testet, um die besten Sensoren für die Fahrzeuge der Zukunft auswählen zu können.

Innoviz von Magna unterstützt

Innoviz hat im letzten Jahr 65 Mio. Dollar an Finanzierung eingesammelt, unter anderem von dem Automobilzulieferer Magna. Innoviz ist nicht die einzige Beteiligung von Magna, die sich mit Technologien für autonomes Fahren befasst. Kürzlich wurde eine Partnerschaft mit dem Ride-Sharing Dienst Lyft geschlossen und Magna hat sich mit 200 Mio. Dollar an dem Unternehmen beteiligt. Lyft und Magna wollen gemeinsam autonome Fahrzeuge auf die Straße bringen, die über die Lyft Plattform gerufen werden können. Gut möglich, dass es sich dabei um BMW Fahrzeuge handelt, die mit den von Magna finanzierten Innoviz Sensoren ausgestattet sind. Das Lyft Show Fahrzeug auf der CES war bereits ein aufgerüsteter BMW.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Anheuser-Busch bestellt mehrere Hundert LKWs mit Wasserstoff-Antrieb

Das Startup Nikola Motor Company, das vor ein paar Tagen Tesla auf 2 Milliarden Dollar Schadensersatz verklagt hat, erhält einen ersten Großauftrag der Brauerei Anheuser-Busch. Bis zu 800 LKWs wurden bestellt, die Auslieferung soll ab 2020 erfolgen. Auf der CES im kommenden Jahre soll die Serienversion des LKWs präsentiert werden.

Reichweite bis zu 1600 Kilometern

Nikola gibt an, dass die Trucks eine Reichweite von bis zu 1600 Kilometern pro voller Betankung haben. Der Wasserstoff wird in elektrische Energie umgewandelt, die dann den LKW antreibt. Das Unternehmen sieht diesen Ansatz als geeignetste Lösung, um LKWs für die Langstrecke umweltfreundlicher zu gestalten. Bisher hat das Unternehmen die Produktion der LKWs noch nicht gestartet und es ist auch noch nicht klar, wie schnell das Unternehmen die Fahrzeuge bauen kann. Am Anfang wird das Unternehmen auf Auftragsfertiger zurückgreifen, bis die eigenen Produktionsanlagen funktionsfähig sind.

Wasserstofftankstellen sollen aufgebaut werden

Wasserstofftankstellen sind bisher in den USA auch noch Mangelware, deswegen plant das Unternehmen den Aufbau von bis zu 700 Tankstellen in den USA und Kanada bis 2028. Gemeinsam mit Anheuser-Busch werden 28 Tankstellen installiert, damit die LKWs zwischen den Standorten hin und her fahren können. Ein Nikola Truck benötigt etwa 20 Minuten, um einmal vollgetankt zu werden.

Erneuerung der Flotte bis 2025

Die Brauerei hat sich eine Erneuerung der kompletten Flotte vorgenommen. Bis 2025 sollen die eigenen LKWs auf Modelle mit umweltfreundlichen Antrieb umgestellt werden. Dafür bestellt der Konzern auch bei anderen Herstellern. Bei Tesla wurden 40 Elektro-LKWs bestellt, die in den kommenden Jahren getestet werden sollen. Insgesamt hat das Unternehmen um die 900 LKWs in der eigene Flotte, 1800 Fahrzeuge werden von Subunternehmern bereitgestellt. Auch gegenüber autonomen LKWs zeigt sich das Unternehmen aufgeschlossen – gemeinsam mit Uber wurde eine Ladung von 50.000 Bierdosen mit einem autonom fahrenden Truck transportiert.

Bild: Nikola (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Fahrzeuge: Drive.ai startet Ride-Hailing Dienst in Texas

Das Startup Drive.ai aus Kalifornien startet einen Fahrdienst mit autonomen Fahrzeugen in Texas. In dem Pilotprojekt sollen Erfahrungen gesammelt werden, wie sich die autonome Fahrzeuge im Straßenverkehr bewegen und wie die Passanten darauf reagieren. Die Fahrzeuge sollen über Fähigkeiten auf Level 4 verfügen. 

Start im Juli geplant

Das Projekt, das im Juli starten soll, ist für sechs Monate ausgelegt und insgesamt sollen mehr als 10.000 Nutzer in dem Zeitraum transportiert werden. Das Bediengebiet ist auf ein definiertes Gebiet mit Wohnungen, Einkaufsläden, Büros und Ausgehmöglichkeiten beschränkt. Die Distanzen in dem Gebiet sind zu lang, um sie zu laufen und zu kurz um sie mit dem eigenen Auto zu fahren. Außerdem ist die Verkehrs- und Parksituation in dem Gebiet überlastet. Durch den Dienst von Drive.ai soll die Situation entspannt werden und das Problem der letzten Meile gelöst werden.

Kooperation mit lokalen Behörden und der Stadt

Drive.ai arbeitet mit der texanischen Stadt Frisco zusammen, einer Stadt mit etwa 170.000 Einwohnern. Die lokalen Behörden helfen dabei, die Haltepunkte zu definieren, an denen die Fahrgäste ein- und aussteigen können. Außerdem sollen die Bürger gemeinsam vorab über den Dienst mit autonomen Fahrzeugen aufgeklärt werden. Über eine eigene App soll der Dienst gerufen werden können, eine Kooperation mit einer bestehenden Ride-Sharing Plattform ist vorerst nicht geplant.

Drive.ai entwickelt Systeme für autonome Fahrzeuge

Drive.ai ist bereits 2015 gestartet und hat in den letzten Jahren ein System für autonome Fahrzeuge entwickelt. Das System aus Sensoren, Rechenpower, Software und Deep Learning Technologie kann in unterschiedlichen Fahrzeugen verbaut werden. Ein ähnliches Prinzip verfolgen die Unternehmen Waymo oder Uber. In Texas kommen Nissan Minivans zum Einsatz, die mit dem Technik-System von Drive.ai ausgestattet werden. Außerdem sollen die Fahrzeuge über Displays verfügen, die Nachrichten für die Passanten und Fahrer anderer Fahrzeug anzeigen. Durch die Displays und die auffälligen Farben mit der Aufschrift “Self-Driving Vehicle” soll die Sicherheit erhöht werde. Es ist davon auszugehen, dass noch ein Operator im Fahrzeug sein wird, um im Notfall das Steuer übernehmen zu können. 

Bild: Drive.ai (alle Rechte vorbehalten)

Lyft und Aptiv starten autonome Flotte in Las Vegas

Während der CES Anfang des Jahres hatten die beiden Unternehmen Lyft und Aptiv eine kleine Flotte autonomer Fahrzeuge auf der Straße, die Messegäste befördert haben. Mehr als 400 Fahrgäste wurden damals befördert und die Resonanz war durchwegs positiv. In einem nächsten Schritt wird in Las Vegas eine größere Flotte mit 30 autonomen Fahrzeugen ausgerollt.

Buchbar über Lyft Ridesharing-App

Die Fahrzeuge sind über die Lyft App für alle Nutzer buchbar. Die Nutzer können die Option autonomes Fahren in der App auswählen und der Fahrpreis ist im Moment noch identisch mit einer herkömmlichen Lyft Fahrt mit fahrerbasiertem Fahrzeug. Lyft und Aptiv wollen durch den Einsatz lernen, wir sich autonome Fahrzeuge operativ effizient und wirtschaftlich einsetzen lassen. Außerdem sollen Informationen über unvorhersehbare Szenarien im Straßenverkehr gesammelt werden, um die Fahrzeuge drauf vorbereiten zu können. Dabei steht immer die Sicherheit im Fokus. Die Fahrzeuge werden nach und nach ausgerollt und es wird sich auch immer ein Operator mit im Fahrzeug befinden, der im Notfall eingreifen kann.

BMW Fahrzeuge als Grundlage

Die Aptiv Fahrzeuge basieren auf BMW Modellen, die mit entsprechender Technik ausgestattet sind. Ein Set an LiDAR Sensoren, Radars und Kameras sammelt genügend Daten, um dem Fahrzeug eine 360-Grad Sicht zu ermöglichen. Ob es sich bei den autonomen Autos um Fahrzeuge handelt, die auch BMW für die eigene Erprobung nutzt, ist nicht bekannt. BMW verbaut in den eigenen Fahrzeugen auch Aptiv Komponenten, die die Grid Fusion der Sensor-Daten im Fahrzeug übernehmen.

Konkurrenz durch Waymo und Uber

Lyft und Aptiv sind nicht die einzigen Unternehmen, die autonome Fahrzeuge für den Einsatz auf Ride-Sharing Plattformen testen. Mitbewerber Uber testet seit längerem autonome Autos in Pittsburgh und hat jüngst einen Rückschlag erlitten. Das Google Schwesterunternehmen Waymo gilt als technisch führend, in Phoenix werden aufgerüstete Minibusse eingesetzt, demnächst soll ein kommerzieller Fahrdienst mit autonomen Fahrzeugen starten.

Bild: Aptiv (alle Rechte vorbehalten)

CASE Mobility Magazin: Connectivity, autonomes Fahren, Shared Services und Elektrifizierung