Selbstfahrende Autos: Intel arbeitet mit Waymo

Der Chip-Hersteller Intel hat angekündigt, enger mit der Alphabet Tochter Waymo zusammenzuarbeiten. Intel wird die Rechenpower zur Verfügung stellen, die für die vollautomatisierten Fahrzeuge auf Level 4 und 5 benötigt werden. Selbstfahrende Autos entwickeln sich zu einem wichtigen Zukunftsthema für Intel.

Intel Chips in den Waymo Fahrzeugen

Die Google Tochter Waymo nutzt schon für die aktuellen Testfahrzeuge Hardware von Intel. Die autonomen Chrysler Pacifica Minivans sind mit Intel-Prozessoren ausgestattet, die die Sensordaten verarbeiten. Durch die tiefere Zusammenarbeit erhofften sich beide Kooperationspartner Vorteile.

Bisher hat Waymo die Hardware in-house entwickelt und Intel bereits in der Design-Phase der Systeme mit eingebunden. Die Kerntechnologien, wie Sensoren und Rechner waren in der gewünschten Form nicht auf dem Markt verfügbar, deswegen hat Google sich dazu entschieden, die Technologien intern zu entwickeln.

In der jetzigen Phase hat sich Waymo dazu entschieden, mit Intel enger zusammen zu arbeiten, um die Intel Prozessoren tiefer in die eigene Plattform zu integrieren. Intel will mit Waymo zusammenarbeiten, um die benötigte Rechenpower für autonomes Fahren auf Level 4 und 5 zur Verfügung zu stellen.

Intel positioniert sich als Experte für selbstfahrende Autos

Intel macht damit weiter, sich als Partner und Zulieferer für autonomes Fahren zu positionieren. Waymo gilt als Player mit den fortschrittlichsten und besten Systemen für vollautomatisiertes Fahren.

Intel hat im März 15.3 Milliarden US Dollar für das Unternehmen Mobileye auf den Tisch gelegt und arbeitet mit mehreren Unternehmen an der Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Unter anderem kooperiert Intel mit BMW und Fiat Chrysler. Ende des Jahres soll eine Testflotte in den USA, Israel und Europa starten, die im kommenden Jahr auf 100 Fahrzeuge anwachsen soll.

Waymo hat kürzlich eine Partnerschaft mit dem Ride-Sharing Dienst Lyft geschlossen, um die vollautomatisierten Autos auf der Plattform testen zu können. Im Juni hat das Google spin-off einen Deal mit der Autovermietung Avis vereinbart, Avis kümmert sich um die Wartung der Autos.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Virtuo bietet eine Autovermietung 2.0 an und erhält dafür 7.5 Mio. Euro Finanzierung

Das französische Startup Virtuo bietet eine Autovermietung an, bei der alle Prozesse digital und über das Smartphone laufen. Um weiter in Frankreich und Europa zu expandieren, nimmt das Unternehmen eine Finanzierung in Höhe von 7.5 Mio. Euro auf, das Geld kommt vom dem VC Balderton Capital.

Vom Konzept her erinnert der Dienst von Virtuo an das Angebot des amerikanischen Unternehmens SilverCar, das vor kurzem von Audi übernommen wurde. Virtuo, sowie Silvercar bieten eine Autovermietung mit Premiumfahrzeugen, alle Prozesse auf Kundenseite laufen dabei digital.

Autovermietung per App

Die Mieter können sich über die App innerhalb von 10 – 15 Minuten registrieren. Dabei werden die Kreditkartendaten aufgenommen und Ausweis und Führerschein validiert. Die Validierung erfolgt mittels Gesichtserkennung.

Über die Smartphone App kann ein Fahrzeug reserviert werden und der Fahrer wird per App zum Auto navigiert. Ein zeitraubender Stop bei einem Schalter, wie es bei Sixt oder Europcar der Fall ist, ist nicht nötig. Das Fahrzeug kann über die App von Viruto geöffnet und wieder verriegelt werden.

Virtuo nutzt für sein Angebot Mercedes-Benz A-Klassen und GLAs, die mit Navi, Automatik und Ledersitzen ausgestattet sind. Der Nutzer weiß also was für ein Fahrzeug er bekommt und umgeht so Überraschungen. Der Miettrarif variiert zwischen 49 Euro und 89 Euro pro Tag, je nach Nachfrage. Im Preis sind 150 Freikilometer mit inbegriffen, Mehrkilometer werden mit 0.10 Euro pro Kilometer in Rechnung gestellt.

Fokus auf Bahnhöfe und Flughäfen

Das Startup bietet den Service an mehr als 10 Knotenpunkten, wie Bahnhöfen und Flughäfen in Frankreich an. Unter anderem können die Autos an den Flughäfen und großen Bahnhöfen in Paris angemietet werden, aber auch in Nizza oder Avignon. In einer Zeit, in der mehr und mehr Menschen ein eigenes Auto abschaffen und auf Mobilitätsdienste setzen, kann das Unternehmen erfolg haben. Menschen ohne eigenes Auto werden ab und zu ein Mietauto in Anspruch nehmen wollen, um mehrere Tage hintereinander flexibel zu sein und um längere Strecken zurück legen zu können. Ein Angebot wie Virtuo, das ganz ohne lästiges Warten und Überraschungen in den Mietstationen funktioniert, ist eine attraktive Alternative zu Sixt und co.

Virtuo seit 2016 aktiv

Seit dem Start im April 2016 wurden mehr als sechs Millionen Kilometer von den on-demand Kunden zurückgelegt. Insgesamt wurde die App mehr als 150.000 Mal aus dem App-Store geladen. Vor dem Start hat das Startup 1.7 Mio. Euro an Seed-Finanzierung von Business Angels eingesammelt. Das Geld von dem Frühphasen-Investor Balderton soll dazu genutzt werden, in weiter französische und andere europäische Großstädte zu expandieren. Bleibt abzuwarten, ob sich das Unternehmen auch nach Deutschland traut, oder ob andere europäische Länder zu erst auf der Agenda stehen.

Bild: Virtuo (alle Rechte vorbehalten)

Elektrobus von Proterra schafft mehr als 1700 Kilometer mit einer Ladung

Auf der New Mobility World in Frankfurt hat die Vorstandsvorsitzende der BVG Dr. Sigrid Evelyn Nikutta die Bushersteller aufgefordert, wettbewerbsfähige Elektrobusse zu entwickeln, da die BVG in den kommenden Jahren mehr und mehr auf Dieselbusse verzichten möchte. Ein Beispiel können sich die lokalen Bushersteller an dem Unternehmen Proterra aus den USA nehmen. Ein neuer Rekord mit einem Elektrobus wurde aufgestellt.

Elektrobus mit mehr als 1500 km Reichweite

Das amerikanische Unternehmen hat berichtet, dass der Bus Catalyst E2 Max eine Strecke von mehr als 1770 Kilometern mit einer Akkuladung zurückgelegt hat. Das ist beeindruckend und gleichzeitig ein Weltrekord für die längste Strecke, die ein Elektrofahrzeug ohne nachladen zurückgelegt hat.

Der E2 Max Elektrobus hat eine Batterie mit 660 kWh verbaut. Das Fahrzeug ist mit einer Länge von 12 Metern mit einem Stadtbus vergleichbar, der im öffentlichen Nahverkehr in Städten wie Berlin oder München genutzt wird. Im Vergleich, ein BMW i3 hat eine Batterie mit 27 kWh verbaut und kommt damit auf dem Papier etwa 250 Kilometer weit.

Kleiner Version in den USA in Betrieb

Bisher sit der Bus E2 Max noch bei keinem Verkehrsbetrieb im Einsatz. Das Unternehmen verkauft bisher einen Bus mit einer Reichweite von etwas mehr als 550 Kilometern. Es dürfte nicht lange dauern, bis weitere Verkehrsbetriebe auf Elektrobusse setzen, um die Schadstoffbelastung in den Städten zu reduzieren. Eventuell ist der Bus von Proterra einen Variante, die von deutschen Verkehrsbetrieben in Betracht gezogen werden kann.

Zu den Investoren des Busherstellers gehört BMW iVentures. Der Fond des Automobilherstellers hat sich in der letzten Runde an dem amerikanischen Unternehmen beteiligt, damals flossen 55 Mio. US$ in Proterra. BMW dürfte sich sicherlich freuen, wenn Proterra Elektrobusse in Städten wie Berlin oder Hamburg zum Einsatz kommen. Der sinkende Preis für Lithium-Ionen Akkus und die erhöhte Effizienz der Fahrzeuge, wird dazu führen, dass sich die Gesamtkosten für Elektrobusse in eine akzeptable Range bewegen.

Bild: Proterra (alle Rechte vorbehalten)

Dyson will Elektroauto bauen

Dyson, der Produzent von angesagten Staubsaugern aus Großbritannien, will unter die Elektroautobauer gehen. Das Elektroauto von Dyson soll bis 2020 fertig entwickelt sein. Im Moment arbeiten schon mehr als 400 Mitarbeiter an dem Projekt. Insgesamt sollen mehr als 2.8 Milliarden Euro in die Entwicklung des Elektroautos fließen.

Wissen über Batterien und Elektromotoren soll helfen

In den letzten Jahren hat Dyson hochwertige Staubsauger ohne Beutel und andere Geräte entwickelt, die im Haushalt benötigt werden. Unter anderem vertreibt das Unternehmen einen Fön oder Händetrockner. Die gesammelten Erfahrungen in den Bereichen Batterietechnologien und Elektromotoren soll genutzt werden, im ein leistungsfähiges Elektroauto zu bauen.

Entwicklung von Dyson Elektroauto steht noch am Anfang

Unternehmensgründer James Dyson hat nicht viele Details über das Auto veröffentlicht. Es soll kein Sportwagen sein und sich radikal von bestehenden Elektroautos unterscheiden. Einen Prototypen gibt es noch nicht, nur der Elektromotor ist schon fertig. Bei den Batterietechnologien hantiert das britische Unternehmen mit zwei unterschiedlichen Entwicklungen. Beide Alternativen sollen effizienter sein, als die in den heutigen Elektroautos verbauten Batterien. Ob das Fahrzeug über selbstfahrende Eigenschaften verfügt, wurde nicht kommuniziert. Es ist aber davon auszugehen, dass sich Dyson auch diesem Theme widmen wird.

Mit dem Fahrzeug will Dyson einen neuen Standard setzten, was seinen Preis für die Kunden haben dürfte. Eine große Nachfrage erwartet das Unternehmen aus Asien. Damit dürfte das Dyson Elektroauto in der selben Liga angesiedelt sein, wie ein Tesla Model S oder das geplante iNext Elektroauto von BMW.

Mehrere Milliarden werden investiert

Dem Unternehmen wird schon länger nachgesagt, dass es Interesse an der Entwicklung eines Elektroautos hat. In den letzten Monaten wurden Experten von etablierten Automobilherstellern abgeworben, die das Projekt nach vorne bringen sollen. Im letzten Jahr wurde ein Investment von 1.15 Milliarden Euro in die Entwicklung von Batterietechnologien verkündet. Jetzt kommen weitere 1.15 Milliarden Euro hinzu, im den Prototypen zu entwickeln, verbunden mit 500 Mio. Euro für weiter Kosten. Das ergibt eine Summe von 2.8 Milliarden Euro.

Bild: Dyson (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Autos: Ford und Lyft vereinbaren Entwicklungspartnerschaft

Obwohl General Motors zu den Investoren von Lyft gehört, hat das Ride-Hailing Unternehmen eine Partnerschaft mit dem konkurrierenden Autokonzern Ford geschlossen. Ford und Lyft wollen bei der Entwicklung von autonomen Autos zusammenarbeiten, die bis 2021 serienreif sein sollen.

Software Schnittstelle zwischen Autos und Lyft Plattform

Angestellte beider Unternehmen sollen zusammenarbeiten, um die Software zu entwickeln, mit der die selbstfahrenden Autos von Ford mit der Plattform von Lyft kommunizieren können. An der technischen Entwicklung der Ford Fahrzeuge wird sich die Fahrdienstplattform nicht beteiligen. Dennoch geht Lyft damit einen weiteren Schritt, sich als offene Plattform zu etablieren, die zukünftig von mehreren Automobilherstellern genutzt werden kann, um die vollautomatisierten Fahrzeuge auszulasten. Das Ride-Hailing Unternehmen sieht in der engen Zusammenarbeit zwischen Automobilherstellern, Ride-Sharing Plattformen und anderen relevanten Unternehmen den besten Weg, um mit autonomen Autos die größten Verbesserungen in den Städten zu erreichen.

Ford kaufte Argo AI um schneller autonome Autos entwickeln zu können

Ford beschäftigt sich schon seit längerem mit der Entwicklung von autonomen Autos, auch wenn darüber wenig bekannt wurde. Im letzten Dezember wurde ein umgerüsteter Ford Fusion präsentiert, der einen Ausblick auf den Entwicklungsstand gegeben hat. Erst kürzlich hat sich Ford mit Dominos zusammengetan, um mit autonomen Autos Pizzas auszuliefern. Um bei dem Thema voranzukommen, hat Ford für etwa eine Milliarde US Dollar das Startup Argo AI übernommen.

Lyft kooperiert und hat eigenes Team

Lyft investiert selbst in die Entwicklung von Technologien für autonome Autos, im Juli wurde bekannt, dass das Unternehmen eine Forschungsgruppe aufbaut, um Systeme für vollautomatisiertes Fahren zu entwickeln. Gleichzeitig arbeitete das Unternehmen mit anderen Playern im Bereich der autonomen Autos zusammen. So wurden Partnerschaften mit der Google Tochter Waymo oder dem Startup nuTonomy geschlossen.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Daimler schlägt wieder zu: flinc wird übernommen

Daimler ist im Moment nicht zu stoppen, was das Investment in Mobilitätsdienste angeht. Der Automobilhersteller übernimmt flinc, den Pionier bei der Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten in Echtzeit. Damit hat sich Daimler in diesem Jahr an fast 10 Mobilitätsdienstleistern (unter anderem Via, Careem, TaxiBeat, Clever Taxi, Volocopter, Turo) beteiligt oder diese ganz übernommen.

500.000 Kunden bei flinc registriert

flinc bietet eine Plattform für on-demand Mitfahrgelegenheiten auf der Kurzstrecke an und spricht damit vor allem Berufspendler an. Das Startup wurde bereits 2010 gegründet, hat es aber leider nicht geschafft, auf eine kritische Größe zu wachsen. Etwa 500.000 Nutzer haben sich in den letzten sechs Jahren bei dem Startup registriert, das ist zu wenig, um eingeständig agieren zu können oder um Investoren überzeugen zu können. Durch international agierende Unternehmen, wie Uber, Lyft oder Via hat das Startup starke Konkurrenz bekommen.

Auch Corporate Ridesharing im Angebot

flinc hat auf zwei unterschiedliche Strategien gesetzt. Auf der einen Seite wird ein Mitfahrdienst unter dem Namen flinc angeboten, der öffentlich zugänglich ist. Der Dienst wurde sogar in die Carsharing Flotte von DriveNow integriert und in Apps für öffentlichen Nahverkehr integriert. Auf der anderen Seite hat flinc eine Corporate Ridesharing Lösung angeboten, die von namenhaften Unternehmen wie BASF und anderen eingesetzt wird.

flott als Lösung für on-demand Shuttles

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen versucht, mit flott eine Plattform für den on-demand Verkehr in Städten zu starten. Nach dem ursprünglichen Ankündigung wurde es leider ruhig um das Produkt. In einer Studie kam flott zu dem Ergebnis, dass sich mit einem intelligenten Shuttle System die Zahl der Fahrzeuge in Hamburg drastische reduzieren lässt.

Das Unternemen hat seinen Sitz in Darmstadt und nicht in den Startups Städten Berlin oder München. Da wird es das Unternehmen auch nicht leicht gehabt haben, Top-Talente anzuwerben. Auf Investorenseite konnte flinc dafür General Motors und die Deutsche Bahn überzeugen.

Unternehmen bleibt erstmal eingeständig

Es wurde nicht bekannt, was Daimler für die Übernahme auf den Tisch gelegt hat – es ist aber davon auszugehen, dass es sich eher um einen Fire-Sale handelt. Das Unternehmen flinc GmbH wird weiterhin eigenständig bleiben und die Gründer Dr. Klaus Dibbern, Michael Hübl und Benjamin Kirschner bleiben im Führungsteam. Das Wissen von flinc über dynamische Ridesharing Dienste soll bei Daimler eingebracht werden, um die Entwicklung von internen Ridesharing Angeboten zu beschleunigen.

Bild: Daimler AG (alle Rechte vorbehalten)

BMW will weitere Partner für autonome Autos

Der Automobilhersteller BMW baut Druck auf, um weitere Automobilhersteller dazu zu bewegen, sich der der Partnerschaft zwischen BMW, Intel, Mobileye anzuschließen, um gemeinsam eine Plattform für vollautomatisierte Fahrzeuge zu entwickeln. Nur bis Ende des Jahres will BMW weitere Hersteller als Entwicklungspartner mit aufnehmen, ab 2018 können interessierte Hersteller dann nur noch die Systeme als Kunden beziehen. Bisher ist schon der Automobilkonzern Fiat Chrysler Automobiles dem Konsortium beigetreten und stellt eigene Ressourcen, um die Systeme zur Serienreife zu entwickeln. BMW geht davon aus, dass weitere Hersteller beitreten werden, um sich die Kosten für die Entwicklung zu teilen.

Autonome Autos auf Level 5 bis 2021

Zusammen mit Intel und Mobileye soll ein System auf Stufe 5 entwickelt werden, als ein System für vollautomatisiertes Fahren, das keinen Fahrer mehr benötigt. BMW will das autonome System auf Level 5 in den iNEXT Modellen verbauen, die im vergangenen Jahr angeteasert wurden und bis 2021 serienreif sein sollen. Das Komplettestem soll modular aufgebaut sein, so dass die Konfiguration und Komplexität an die jeweiligen Anforderungen und rechtlichen Vorgaben angepasst werden können.

Kooperationen und Kosten zu teilen

Automobilhersteller müssen in den kommenden Monaten und Jahren entscheiden, welchen Weg sie bei der Entwicklung von autonomen Autos gehen wollen. Viele Hersteller werden sich auf Grund der immensen Kosten keine Eigenentwicklung leisten können und sich deshalb an ein bestehendes Konsortium anschließen. In den letzten Monaten haben sich Kooperationen zwischen Herstellern und Zulieferern, Technologiekonzernen und Zulieferern untereinander gebildet. In den kommenden Monaten wird sich herausstellen, wer die Nase vorn haben wird.

In den vergangen neun Monaten hat BMW viel Ressourcen investiert, um das Management Team aufbauen und um die Strategie und das technische Konzept zu definieren. Auch Partner wurden aktiv angesprochen um ein starkes Konsortium mit passender geografischer Abdeckung aufzubauen. Neben den bisher schon genanten Partnern sind auch die Zulieferer Delphi und Continental Teil der Kooperation.

Ab 2018 voller Fokus auf der Entwicklung 

Um die Komplexität im Griff behalten zu können, kann sich BMW noch einen weiteren Tier 1 Partner als Entwicklungspartner vorstellen. Um die Serienreife bis 2021 zu schaffen, müssen bis Ende des Jahres alle Entwicklungspakete an die teilnehmenden Partner verteilt sein. Weiter Automobilindustrie, die sich für die Systeme für autonomes Fahren interessieren, können ab 2018 eine Kundenbeziehung aufbauen aber nicht mehr als Entwicklungspartner in Erscheinung treten.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

BlaBlaCar expandiert den BlaBlaLines Ride Sharing Dienst nach Paris

Das Unternehmen BlaBlaCar, das mit einem Mitfahrservice für die Langstrecke vor mehreren Jahren gestartet ist, weitet sein Angebot für die Kurzstrecke aus. Der Ride-Sharing Dienst BlaBlaLines, der für Pendler auf der Kurzstrecke ausgelegt ist, ist jetzt auch in Paris verfügbar.

Alternative zu schwierigem Geschäft auf der Langstrecke

In Deutschland ist das Unternehmen bekannt, da es das Angebot von Mitfahrgelegenheit.de und carpooling.com übernommen hat. Wie auch Mitfahrgelegenheit.de ist BlaBlaCar damit gestartet, einen Mitfahrservice für die Langstrecke anzubieten. Autofahrer, die z.B. von Berlin nach München unterwegs sind und noch ein paar Plätze im Auto frei haben, können diese auf den Plattformen einstellen und dan Mitfahrer verkaufen. Der Mitfahrer zahlt einen niedrigen Preis an den Fahrer und die Vermittlungsplattform erhält eine Provision. Der Service auf der Langstrecke wird vor allem von Gelegenheitsreisenden genutzt, die ab und zu reisen.

Dem entsprechen ist es nicht so leicht, mit dem Geschäft auf der Langstrecke wenig Geld zu verdienen. Deswegen versucht jetzt BlaBlaCar mit dem Ride-Sharing Dienst BlaBlaLines für Pendler einen neuen Weg der Monetarisierung. Da Pendler angesprochen werden, die unter der Woche täglich unterwegs sind, geht das Unternehmen davon aus, dass die Nutzungsfrequenz viel höher sein wird. Von mehr Fahrten verspricht sich das Unternehmen höhere Umsätze.

Automatische Routen und virtuelle Stops mit BlaBlaLines

Der Dienst wurde zuerst in den Städten Reims und Toulouse getestet und kommt jetzt nach Paris. Die Fahrer können sich für den BlaBlaLines Dienst anmelden und werden bei der Anmeldung nach den gewöhnlichen Abfahrtszeiten gefragt und nach dem Wohnort und Arbeitsplatz. Der Algorithmus hinter BlaBlaLines generiert dann automatisch eine tägliche Route zwischen den beiden Orten. Mitfahrer, die entlang der Route wohnen, werden automatisch zugewiesen. Die Fahrgäste werden gewöhnlich nicht direkt von der Haustür abgeholt, sondern müssen zu einer Art virtuellen Haltestelle gehen, die sich an der Tour des Fahrers befindet. Die Mitfahrer können die Fahrten spontan on-demand buchen. Die Fahrer können bei Urlaub und Verspätungen die Fahrten stornieren oder abändern.

Die Testphase in Reims und Toulouse ist gut angelaufen. In Reims werden wöchentlich 2000 Fahrten absolviert und in der Gegend um Toulouse sind es 5000 Fahrten pro Woche. Eine Fahrt kostet dabei zwischen zwei und sechs Euro. Insgesamt sind mehr als 20.000 Nutzer für den neuen Dienst bisher registriert.

Konzept in Deutschland eher unter dem Radar

Mal sehen, ob BlaBlaCar den Carpool Dienst für Pendelstrecken in naher Zukunft auch in Deutschland anbieten wird. Die lokalen Mitbewerber flinc und Daily Ride bieten ein vergleichbares Produkt in einigen Städten an. Matchrider versucht sich mit einem ähnlichen Dienst in Baden-Württemberg. Alle haben gemein, eher ein Nischendasein zu  fristen.

Bild: BlaBlaCar (alle Rechte vorbehalten)

Citymapper und Gett starten Taxi Sharing Dienst in London

Die App Citymapper, die den öffentlichen Nahverkehr in einer App abbildet, geht den nächsten Schritt und startet mit dem Fahrdienst Gett ein Ride-Sharing Angebot, bei dem sich mehrere Fahrgäste ein Taxi auf festgelegten Routen teilen können. Die Partnerschaft mit Gett kommt nur ein paar Monate nach dem Start einer eigenen Buslinie von Citymapper in London.

Citymapper als App für ÖPNV gestartet

Die ursprüngliche App vom Citymapper ist mit Moovit oder Ally vergleichbar. Es werden die unterschiedlichen Verkehrsmittel zusammengefast und nutzerfreundlich dargestellt. Citymapper gibt einen nicht nur die passenden Verbindungen an, sondern zeigt auch Infos über den besten Wagen an und gibt dem Nutzer die Möglichkeit, die Fahrt und Ankunftszeit zu teilen. Citymapper wurde schon 2011 gestartet und hat ingesamt etwa 50 Mio. US$ an Finanzierung eingesammelt. Der Dienst funktioniert in Städten wie London, Berlin, New York oder San Francisco.

Gett in USA, Russland und Europa aktiv

Gett ist eine on-demand Fahrdienst App, die in Europa, Russland und den USA aktiv ist. In London werden über die Gett App die traditionellen schwarzen Taxen vermittelt. Im letzten Dezember hat das Unternehmen einen Pooling-Service unter dem Namen Gett Together gestartet. Die Gett Together Fahrzeuge bewegen sich zu den Stoßzeiten auf festen Routen und die Fahrgäste können beliebig zu und wieder aussteigen. Da in London die Taxen die Busspuren nutzen dürfen, hat Gett gegenüber Uber einen Vorteil.

Nachgefragte Routen in London

Zusammen mit Citymapper will Gett jetzt weitere festgelegte Routen starten. Dabei sollen die von Citymapper gesammelten Daten zur Anwendung kommen, um Lücken im bestehenden Mobilitätsangebot zu schließen. Citymapper hat dank der mehreren Millionen Kunden jede Menge an Daten gesammelt und weiß ziemlich genau, wann und wo die Nutzer unterwegs sind. Aus den Daten lässt sich auch ablesen, welche Strecken eine hohe Nachfrage haben, aber schlecht bedient werden.

Black Bus für Berufspendler

Der angesprochene Citymapper SmartBus ist ausschließlich nachts unterwegs und zielt vor allem auf Nachtschwärmer ab, die schnell und günstig nach hause kommen wollen. Die Partnerschaft mit Gett hat Berufspendler als Zielgruppe. Die Pooling-Routen sollen zwischen 7 Uhr und 10 Uhr und zwischen 17 Uhr und 20 Uhr betrieben werden. Die Black Bus genannten Linien verfügen über keine festen Haltestellen, die Fahrgäste können nach on-demand Buchung über die App beliebig zu- und aussteigen. Die Fahrten werden zu einem Fixpreis von 3 britischen Pfund angeboten, was etwa 3.40 Euro entspricht. Die neue Black Bus Routen sind auch in die Suche der Citymapper App mit eingebunden. Sucht ein Nutzer nach einer Verbindung in der Citymapper App und eine Black Bus Route befindet sich im Suchgebiet, dann wird diese mit den anderen Verkehrsmitteln verknüpft und angezeigt.

Die Kooperation von Citymapper und Gett zeigt, wie die gesammelten Daten genutzt werden können, um die Infrastruktur des ÖPNV flexibel und fortlaufend zu verbessern. Es wäre auch wünschenswert, wenn durch neue Angebote wie den Black Bus die Anzahl der Fahrzeuge in den Städten zurück gehen würden, um das dauerhafte Stauproblem zu entschärfen.

Bild: Citymapper (alle Rechte vorbehalten)

Gogoro sammelt 300 Mio. US$ für seine e-Scooter ein.

Der Hersteller der Elektroroller Gogoro hat eine imposante Finanzierungsrunde in Höhe von 300 Mio. US$ eingesammelt. Das Geld soll für die weitere Expansion genutzt werden. Die e-Scooter von Gogoro werden zum Beispiel bei dem Scooter-Sharing Dienst Coup in Berlin und Paris eingesetzt.

Gogoro eScooter bei Coup im Einsatz

Insgesamt hat das Unternehmen aus Taiwan bisher mehr als 34.000 Elektroroller verkauft, die meisten davon dürften in Taiwan unterwegs sein. Die Bosch Tochter Coup hat für den Sharing Dienst in Paris und Berlin um die 1600 Roller abgenommen. Mit den 34.000 Rollern wurden über 100 Mio. Kilometer elektrisch zurückgelegt. Dadurch wurden 4.1 Mio. Liter Benzin eingespart, die Roller mit Verbrennungsmotor für die gleiche Strecke benötigt hätten.

Zu den Investoren, die sich an der jetzigen Runde beteiligt haben, gehören Tamasek aus Singapur, der Energiekonzern ENGIE aus Frankreich, Sumitomo Corporation aus Japan und Generation Investment Management aus Großbritannien. Daraus könnte sich schließen lassen, dass Gogoro weiter nach Europa expandieren wird und auch in Japan und Südostasien starten wird.

Batteriesystem soll weiter ausgebaut werden

Der Bedarf nach Elektromobilität und innovativen Mobilitätsangeboten wird in den kommenden Jahren steigen. Gogoro bietet mit seinen E-Scootern ein passendes Produkt, um bei dieser Entwicklung eine wichtig Rolle zu spielen. Das Unternehmen baut die Robusten eScooter und baut darum gleichzeitig ein starke Marke auf. Neben den Rollern fokussiert sich das Unternehmen ich auf das System für die austauschbaren Batterien. In Zukunft könnten die Wechselakkus auch für andere Produkte und Dienstleistungen genutzt werden.

Schon im Stealth Mode gefragt

Der Rollerhersteller wurde schon vor dem öffentlichen Start gehyped. Obwohl wenig über das Produkt bekannt war, konnte das Unternehmen 150 Mio. US Dollar im Stealth Mode einsammeln. Mittlerweile ist der e-Scooter in der zweiten Version verfügbar. Die neue Generation wurde technisch weiterentwickelt und bietet auch mehr Platz für Passagiere und Helme. Der Gogoro 2 Series kostet in Taiwan um die 2.000 Euro.

Bild: Gogoro (alle Rechte vorbehalten)

Mobilität und Logistik: Digitale Transformation und Automatisierung