Scotty Labs: Remote Überwachung für autonome Fahrzeuge sichert sich 6 Mio. Dollar

Das Startup Scotty Labs, das eine Remote-Überwachung für autonome Fahrzeuge entwickelt, sammelt in einer Finanzierungsrunde 6 Mio. Dollar ein. Das Geld kommt von Gradient Ventures, die beiden VCS Horizon Ventures und Hemi Ventures beteiligen sich ebenfalls. Gradient Ventures ist Teil von Google und beteiligt sich an Unternehmen in frühen Phasen.

Fahrzeuge aus der Ferne übernehmen und steuern

Scotty Labs entwickelt ein System, mit dem sich Fahrzeuge aus der Ferne übernehmen und steuern lassen. Die Technik soll in komplexen Situationen zum Einsatz kommen, die von den autonomen Fahrzeugen noch nicht beherrscht werden. Heute sind bei den autonomen Fahrzeugen immer noch Stuarts an Bord, die im Notfall oder in komplexen Situationen das Steuer übernehmen können. Die Lösung von Scotty Labs kann den Stuart nach und nach ersetzten und den Weg zu völlig autonomen Fahrzeugen auf Level 4 oder 5 ebnen. Eine Person in einer Leitwarte kann mehrere Fahrzeuge zeitgleich überwachen und im Notfall eingreifen. Die Lösung von Scotty ist nicht nur auf Autos beschränkt, sondern kann auch bei VTOLs, Lieferroboter oder autonomen LKWs zum Einsatz kommen.

Erste Partnerschaft mit Voyage geschlossen

Das Unternehmen will mit den Entwicklern von Systemen für autonomes Fahren zusammenarbeiten und sie bei dem Roll-Out in den kommenden Jahren begleiten. Eine erste Partnerschaft wurde mit dem Unternehmen Voyage geschlossen. Voyage wird über InMotion Ventures von Jaguar Land Rover finanziert und entwickelt selbstfahrende Fahrzeuge. Diese werden bereits in einer kleinen Gemeinde in den USA getestet, in der Senioren und Rentner beheimatet sind.

Auch TU München beschäftigt sich mit Ansatz

Scotty Labs sind nicht die einzigen, die sich mit dem Ansatz beschäftigen. Die Technische Universität München forscht an dem Thema seit längerem. Es wid bereits ein System getestet, mit dem sich knifflige Situationen im Straßenverkehr per Fernsteuerung aus einer Leitwarte lösen lassen. Das System kann in unterschiedlichen Situationen hilfreich sein. Unter anderem können festgelegte Situationen im Straßenverkehr übernommen werden.  Eine Fernsteuerung ist zum Beispiel für ältere Menschen sinnvoll, die im ländlichen Raum noch gerne Auto fahren, sich aber nicht mehr in Innenstädte trauen. Mehrere Industrieunternehmen sollen sich für die Technologie interessieren.

Bild: Scotty Labs (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Sharing Dienst: Didi startet in Mexiko

Die Chinesische Ride-Sharing Plattform Didi Chuxing ist in Mexiko gestartet. Fahrer wurden seit Anfang April angeworben, die App und die Website wurde für den mexikanischen Markt angepasst und Werbung wird geschaltet. Beste Voraussetzungen für einen kostspieligen Wettkampf mit Mitbewerber Uber.

Erste Expansion mit eigenem Team

Für Didi ist es die erste Expansion mit eigenem Team in einen Markt außerhalb Chinas. In der Vergangenheit lag der Fokus auf globalen Partnerschaften mit Grab, Lyft und anderen Plattformen, um den Nutzern ein weltweites Angebot bieten zu können. In Japan wurde enger mit einem lokalen Anbieter zusammengearbeitet.

Testbetrieb in kleineren Städten

Die Fahrdienst-Plattform wird sich zuerst auf kleinere Städte konzentrieren, zum Beispiel Toluca. Nach dem die ersten Erfahrungen dort gemacht wurden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Dienst in Mexico City starten wird. In Toluca wird ein UberX-änlicher Dienst gestartet, der mit günstigen Fahrpreise überzeugen soll. Neben einem Fahrdienst mit Autos soll das Unternehmen auch mit dem Gedanken gespielt haben, einen Dienst mit Motorräder und einen Bike-Sharing Dienst anzubieten.

Bessere Konditionen für Fahrer


Die Fahrer können mit mehr Einnahmen rechnen, wenn sie bei Didi fahren. Bis Mitte Juni wird Didi keine Vermittlungsgebühr verlangen und danach nur 20 Prozent vom Fahrpreis. Konkurrent Uber verlangt 25 Prozent Vermittlungsgebühr. In der Regel orientieren sich die Fahrer stark nach den Verdienstmöglichkeiten und zeigen eine geringe Loyalität gegenüber einer Plattform. Es ist zu erwarten, dass Uber im Wettbewerb um Bonuszahlungen und Vermittlungsgebühren nachziehen wird, um die Fahrer auf der eigenen Plattform zu halten. Mexiko ist nach den USA einer der wichtigsten verbleibenden Märkte für Uber. Etwa 7 Millionen Nutzer sind registriert und können den Dienst in mehr als 35 Städte in Mexiko nutzen. Der Marktanteil von Uber soll bei 87 Prozent liegen.

Investment in lokale Konkurrenten

Die Entwicklung in Mexiko ist aus mehreren Gesichtspunkten interessant. Obwohl Didi und Uber mit Softbank einen gemeinsamen Investor haben und in Asien das Kriegsbeil zwischen beiden Unternehmen begraben wurde, geht Didi in Mexiko in den direkten Wettbewerb zu Uber. Uber hat sein China Geschäft an Didi verkauft, wodurch sich beide Unternehmen einen hohen Milliardenbetrag für Werbung und Fahrer-Bonis gespart haben dürften. Erst kürzlich hat Softbank die beiden Beteiligungen Uber und Grab dazu gedrängt, das Geschäft in Südostasien zu verschmelzen. Außerdem hat Didi den Anbieter 99 übernommen, der in Südamerika bereits aktiv ist und auch Mexico als Markt auf der Agenda haben dürfte. Interessant, dass Didi trotzdem unter eigenem Namen in den Markt in Mexiko startet. In Europa ist Didi an Taxify beteiligt, im Mittleren Osten an Careem und in Indien an Ola.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: Waymo will ohne Sicherheitsfahrer in Kalifornien fahren

Vor ein paar Wochen hat der amerikanische Bundesstaat Kalifornien die Gesetzeslage für autonomes Fahrern überarbeitet. Unternehmen können sich seither für eine Lizenz bewerben, die ihnen erlaubt, ganz ohne Sicherheitsfahrer unterwegs zu sein. Auch Lenkrad, Außenspiegel und Pedale können nach den neuen Regeln weggelassen werden. Bisher wurde vorgeschrieben, dass bei autonomen Fahrzeugen immer noch eine Person hinter dem Steuer sitzt, die in Notfällen die Kontrolle übernehmen kann.

Waymo will von Gesetzesänderung profitieren

Waymo ist das zweite Unternehmen, das sich in Kalifornien für die Testlizenz nach neuem Vorbild beworben hat. Der Schritt kommt nicht unerwartet, da die Waymo Mutter Alphabet in Kalifornien den Hauptsitz hat und da das Unternehmen daran interessiert ist, die Technologien für autonomes Fahren so schnell wie möglich weiterzuentwickeln. Der Name des weiteren Unternehmens ist nicht bekannt. Uber hat sich dazu entschieden, dass es erstmal keine weitere Testlizenz in Kalifornien beantragen wird. Bei dem zweiten Unternehmen könnte es sich um die General Motors Tochter Cruise handeln, die bereits in Kalifornien aktiv ist und angekündigt hat, komplett fahrerlos testen zu wollen.

Waymo testet bereits in Arizona ohne Fahrer

Für Waymo ist Kalifornien ein weiteres Testfeld nach Arizona. Dort teste das Unternehmen bereits autonome Fahrzeuge ohne Sicherheitsfahrer. In Arizona hat das Schwesterunternehmen von Google auch eine TNC-Linzenz erhalten, um einen kommerziellen Dienst mit autonomen Fahrzeugen anbieten zu können. In Kalifornien werden die Genehmigungen nur zu Testzwecken vergeben, an einen kommerziellen Betrieb ist dort noch nicht zu denken. Bisher haben 50 Unternehmen die Genehmigung erhalten, in Kalifornien autonome Fahrzeuge zu testen. Etwa 300 Fahrzeuge sollen sich im Einsatz befinden. Der Technologiekonzern Apple soll dabei die größte Flotte im Einsatz haben.

Führender Anbieter für autonomes Fahren

Das Unternehmen zählt zu den technisch führenden Anbietern beim Thema vollautomatisiertes Fahren. Bereits 2009 wurde bei Google damit begonnen, Technologien für autonome Fahrzeuge zu entwickeln. Letztendlich wurde Waymo als eigenständiges Unternehmen ausgegründet. Es wird mit mehrere Automobilherstellern zusammengearbeitet, um autonome Fahrzeuge so schnell wie möglich in Serie zu bringen.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Neuer ÖPNV: Weitere amerikanische Stadt arbeitet mit Mobilitätsdiensten zusammen

Die Stadt Monrovia in Kalifornien strukturiert die öffentlichen Transportdienste neu. Das neue Programm in Monrovia heißt Go Monrovia. Bisher wurden ein Rufbus mit einer Summe von 1 Mio. Dollar pro Jahr unterstützt. Demnächst werden auch Lyft Fahrten subventioniert und Fahrräder können über die Bike-Sharing Plattform von LimeBike für einen Dollar geliehen werden.

Lyft-Fahrten werden subventioniert

Die Lyft-Fahrten kosten dank der Subventionen nur noch 0.50 US Dollar pro Fahrt innerhalb des Geschäftsgebiets von Go Monrovia. Die Nutzer müssen zuvor einmalig einen Gutscheincode in der App eingeben, um die Subventionen zu aktivieren. LimeBike bietet eine free-floating BikeSharing Plattform an. Das Unternehmen ist auch in Frankfurt aktiv und wird demnächst in Berlin starten. Fahrten mit LimeBike kosten 1 Dollar pro 30 Minuten. Erstaunlich ist, dass die Bike-Sharing Alternative teurer ist als der Fahrdienst. Die Frage ist, ob so viele Bewohner von Monrovia auf die Fahrräder zurückgreifen, wenn der Preis doppelt so hoch ist, wie eine Fahrt mit der Ride-Sharing Plattform Lyft.

Ziel: komfortabel und preisgünstig von A nach B

Die Stadt, die sich am Rand von Los Angeles befindet, möchte mit der Erweiterung ein Transportsystem schaffen, mit dem Bewohner und Touristen komfortabel und preisgünstig von A nach B kommen. Mittelfristig soll durch ein besseres Transportsystem auch der Fahrzeugbestand reduziert werden und das Parkplatzproblem gelindert werden.

Mehr Städte mit Alternative zu ÖPNV

Monrovia ist nicht die erste Stadt in den USA, die auf neue Mobilitätsdienste als Alternativen zum klassischen ÖPNV setzt. Erst kürzlich hat die texanische Stadt Arlington einige Buslinien in der Innenstadt abgeschafft und durch einen on-demand Ride-Pooling Dienst mit Kleinbussen auf Basis der Technologie von Via ersetzt. Eine Stadt in New Jersey subventioniert Uber-Fahrten zum Bahnhof, anstatt einen neuen Parkplatz für Pendler zu bauen. Die Stadt Innisfil in Kanada hat im letzen Jahr Uber als Alternative zum bisherigen ÖPNV eingeführt und spart seitdem 8 Mio. US Dollar pro Jahr.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Fahrdienst mit Motorrädern in Afrika: Taxify und Uber starten Services

In Afrika treten die beiden Mobility Plattformen Taxify und Uber gegeneinander an, jetzt haben beide Unternehmen zeitgleich einen Fahrdienst mit Motorrädern gestartet. Der Dienst kann wie gewohnt über die jeweilige App gebucht werden. Uber hat schon in Asien mit einem ähnlichen Dienst experimentiert und ganz am Anfang auch in Paris. Für Taxify ist es der erste Service dieser Art.

Bevorzugtes Transportmittel in Afrika


Bei Taxify heißt der neue Dienst mit Motorrädern schlicht Boda. In Ostafrika werden Motorradtaxis Boda Boda genannt, sie sind häufig das Mittel der Wahl, um von A nach B zu kommen. Das Unternehmen will mit dem Schritt etwas mehr Ordnung in ein chaotisches System bringen und dafür sorgen, dass die Motorradtaxis leichter zugänglich sind. Die durchschnittliche Anfahrtszeit soll in Nairobi bei unter vier Minuten liegen. Der Fahrpreis für den Ride-Sharing Dienst mit Motorrädern ist mehr als 50 Prozent günstiger als ein vergleichbarer Dienst mit Autos.

Sicherheit im Fokus

Taxify legt großen Wert auf Sicherheit. Es werden nur Fahrer aufgenommen, die von den lokalen Transport- und Sicherheitsbehörden lizenziert wurden und über drei Jahre Erfahrung haben. Die Motorräder dürfen nicht älter als drei bis vier Jahre sein, um für den Dienst zugelassen zu werden. Die Fahrer werden mit zwei Helmen ausgestattet und einem Headset für die Navigation per Sprachbefehle.

Uber startet in Uganda

Mitbewerber Uber startet seinen Motorraddienst in Uganda. Das Unternehmen hat sich die Hauptstadt Kampala ausgesucht, wo Fahrdienste mit Zweirädern äußerst beliebt sind. Ähnlich wie bei Taxify werden die Fahrer zum Thema Sicherheit geschult und müssen über die nötigen Lizenzen verfügen. Auch von Uber werden die Fahrer mit Helmen und Warnwesten ausgestattet. Zu Beginn startet der Fahrdienst in Kampala mit etwa 100 Fahrern, die Zahl dürfte schnell wachsen. In der Hauptstadt Ugandas waren pro Woche schätzungsweise fast 2 Millionen Fahrten durchgeführt.

Lokale Mitbewerber seit längerem aktiv

Einige lokale Mitbewerber sind mit einem Motorrad-Dienst schon in Afrika aktiv. In Ruanda ist das Startup SafeMotors seit 2015 unterwegs. Ein weiterer lokaler Wettbewerber ist die Smartphone-App SafeBoda, die bereits seit 2014 in Kampala, Uganda aktiv ist. Wie der Name beider Unternehmen schon sagt, wird viel Wert auf Sicherheit gelegt. Die Fahrer müssen erst unterschiedliche Trainings durchlaufen, bevor sie Fahrgäste transportieren dürfen. Außerdem erhalten sie Helme und Warmwesten. Die Smartphones der Fahrer werden genutzt, um Daten über die Bremsvorgänge zu sammeln. Diese werden wiederum genutzt, um die sichere Fahrweise der Fahrer zu fördern.

Bild: Taxify (alle Rechte vorbehalten)

Offline to online: Allianz beteiligt sich an Ride-Sharing Dienst Go-Jek

Der Fahrdienst Go-Jek, der in Indonesien beheimatet ist und eine Plattform für Fahrdienste und andere offline to online Dienste anbietet, kann einen neuen Investor begrüßen. Der Versicherungskonzern Allianz beteiligt sich nach Google und Tencent an dem Startup. Die Allianz steigt mit einer relativ moderaten Summe in Höhe von 35 Mio. US Dollar bei Go-Jek ein.

Allianz steigt im Rahmen der letzten Runde ein

Die Allianz beteiligt sich an dem Unternehmen im Rahmen der letzten Finanzierungsrunde. Insgesamt sollen in der Runde 1.5 Milliarden Dollar in Go-Jek geflossen sein, nach dem Investment wurde das Unternehmen mit 4.5 Milliarden US Dollar bewertet. Die Unternehmen Google, Tencent und Meituan gehörten zu den großen Geldgebern in der letzten Milliarden-Runde.

Das Investment der Allianz wird über den Venture Arm Allianz X betreut. Allianz X ist als Art Inkubator gestartet, hat sich aber finden letzten Monaten zu einem klassischen VC gewandelt. Allianz X hat mit einem Millionen-Investment in das Banking Startup N26 für Aufsehen gesorgt.

Versicherungsleistungen für Fahrer und Nutzer

Die Allianz wird daran interessiert sein, Versicherungsleistungen für die Fahrer und eventuell auch Nutzer verkaufen zu können. Die beiden Unternehmen arbeiten auch schon seit etwa zwei Jahren zusammen. Der lokale Zweig der Allianz bietet den Go-Jek Fahrern attraktive Angebote für eine Krankenversicherung. Das Angebot der Versicherungen soll erweitert werden, für Fahrer und Nutzer. Go-Jek will sich auch im Beriech der Finanzdienstleistungen etablieren, dabei kann die Allianz unterstützen.

Führende offline to online Plattform in Indonesien

Go-Jek ist meine einem Fahrdienst auf Basis von Rollern und Motorrädern in Indonesien gestartet. Das Unternehmen hat sich in einer Rekordzeit zu der führenden Plattform für offline to online Dienste alle Art entwickelt. Die Nutzer können sich nicht nur von A nach B fahren lassen, sondern auch on-demand Dienstleistungen wie Massage, Reinigung oder Lieferung von Essen über die Go-Jek App buchen. Bezahlt werden die Dienste über die eigenen mobile Wallet Angebote.

Südostasien als Boom-Markt

Bisher war das Unternehmen nur in Indonesien aktiv, was sich aber bald ändern soll. Laut Medienberichten startet das Unternehmen demnächst in Thailand, Vietnam und auf den Philippinen. Singapur soll auch auf der Expansionsliste stehen. Die genannten Märkte werden bisher von dem Wettbewerber Grab bespielt. Mit Indonesien setzt das Unternehmen auf einen attraktiven Mark. Das Land ist die stärkste Volkswirtschaft in Südostasien und mehr als 260 Mio. Menschen leben dort. Es wird erwartet, dass Indonesien der Haupttreiber hinter dem Wachstum von Fahrdiensten in Südostasien sein wird. Laut einem Bericht von Google und Temasek soll der Umsatz mit Ride-Sharing Diensten von 5 Milliarden Dollar im Jahr 2017 auf 20 Milliarden Dollar pro Jahr bis 2025 anwachsen.

Bild: Go-Jek (alle Rechte vorbehalten)

Bike-Sharing: Uber übernimmt JUMP

Uber und JUMP arbeiten schon seit ein paar Monaten in San Francisco zusammen. Dort ist das Bike-Sharing Angebot von JUMP in die Uber App integriert. Jetzt folgt der nächste Schritt und JUMP wird komplett von Uber übernommen. Anscheinend soll Uber bis zu 200 Mio. Dollar für das Bike-Sharing Angebot gezahlt haben, ein stolzer Preis für einen kleineren Anbieter der Branche.

Unternehmensvision soll schneller erreicht werden

JUMP wird sich auf Grund der Reichweite von Uber für die Fusion entschieden haben. Uber ist in fast jeder Stadt in den USA vertreten, JUMP nur vereinzelt. Das Unternehmen hofft, die Unternehmensvision so schneller erreichen zu können. Uber ist auf dem Weg zu einer umfassenden urbanen Mobilitätsplattform, die mehr abdeckt als nur Ride-Sharing und -Hailing Dienste. Bike Sharing ist eine Richtung, außerdem möchte das Unternehmen näher an den ÖPNV heranrücken.

Vor dem Bike-Sharing Boom gegründet

Das Unternehmen JUMP hat eine längere Vergangenheit und wurde schon lange vor dem aktuellen Bike-Sharing Boom gegründet. Im Jahr 2010 wurde das Unternehmen unter dem Namen Social Bicycles gestartet und hat an öffentlichen Ausschreibungen für Bike-Sharing Angebote teilgenommen und auch gewonnen. So wurden 12.000 Fahrräder in 40 Städten in 6 Ländern ausgerollt, in enger Partnerschaft mit den Städten und unter fremden Marken. Meist wurden die Fahrräder an die lokalen Partner verkauft.

Enorme Veränderungen in den letzten beiden Jahren

In den letzten zwei Jahren hat sich das Bike-Sharing Segment enorm verändert. Weg von öffentlich finanzierten und ausgeschriebenen Angeboten und hin zu privat finanzierten Unternehmen. Es sind mehrere Milliarden Dollar in die unterschiedlichen Bike-Sharing Unternehmen geflossen, die meisten davon haben ihren Ursprung in Asien. Zu den großen Anbietern gehören die Unternehmen Ofo und Mobike. Diesen System-Wechsel hat auch Social Bicycles zum Anlass genommen und die Ausrichtung geändert.

250 E-Fahrräder in San Francisco

Im letzten Jahr wurde mit JUMP eine eigene Marke gegründet und im Januar wurden 250 E-Fahrräder in San Francisco auf die Straße gebracht. Anstatt Fahrräder und die Systeme dahinter zu verkaufen, ist das Unternehmen zum Betreiber einer eigenen Flotte geworden. Kurz nach dem Start erfolgte die Integration in die Uber App für Nutzer in San Francisco. Die Mobilitätsplattformen wie Ola, Didi Chuxing oder Grab aus Asien hatten bereits Bike-Sharing Angebote integriert, so sah sich Uber unter Zugzwang und hat mit JUMP das Angebot UberBike gestartet. Laut JUMP kommt ein Großteil der Fahrten noch über die eigene App. Die Räder scheinen grundsätzlich gut angenommen zu werden. Zwischen sechs und sieben Fahrten werden pro Tag von den Nutzern durchgeführt, die durchschnittliche Fahrt soll etwa vier Kilometer lang sein. Ein Großteil der Fahrten ist in der Früh (22 Prozent) oder am Abend (20 Prozent), JUMP schlussfolgert daraus, dass viele Berufspendler auf das Angebot zurückgreifen.

Stolzer Preis von 200 Mio. Dollar

Die Mitarbeiter werden zu Uber wechseln, das Unternehmen soll aber unter dem alten Nahmen und als eigene Abteilung weiter bestehen bleiben. Die App soll auch erstmal bestehen bleiben. Fraglich ist die hohe Bewertung des Unternehmens. Die Summe von fast 200 Mio. US Dollar ist ein stolzer Preis für ein Unternehmen, das nur 250 E-Fahrräder betreibt und sich um die Entwicklung der Räder kümmert. Gut möglich, dass Uber von den Kontakten zu Behörden und zur Politik profitieren möchte. Erst im Januar hat JUMP eine Finanzierung in Höhe von 10 Mio. Dollar abgeschlossen, angeführt von Uber Investor Menlo Ventures.

Bild: JUMP (alle Rechte vorbehalten)

Mobility Services: BMW startet Abo-Modell in den USA

Der Automobilhersteller BMW spring auf den Zug der Hersteller auf, die ein Abo-Modell für ihre Fahrzeuge anbieten. Neben BMW haben die Hersteller Mercedes-Benz und Porsche schon ähnliche Angebote im Programm. Damit sollen Nutzer angesprochen werden, die ein Auto individuell nutzen möchten aber nicht kaufen oder über einen langen Zeitraum leasen möchten.

ACCESS by BMW wird in Nashville angeboten

Der App-basierte Dienst wird in Nashville zuerst getestet. Danach möchte BMW entscheiden, ob der Dienst auch in andere Regionen und Länder ausgerollt wird. Für eine Gebührt von 2000 US Dollar im Monat haben die Abonnenten Zugriff auf die Fahrzeuge wie den BMW X5 und die Limousinen aus der 4er- und 5er-Serie. Für einen Betrag von 3.700 US Dollar im Monat können auch die Sportmodelle M4, M5, M6 Cabrio, X5M und X6M genutzt werden. In der Gebühr ist Versicherung, Wartung und Pannenservice inklusive. Laut Bloomberg ist der monatliche Preis um das Dreifache höher, als die vergleichbare Leasing-Rate. Die Preise sind vergleichbar mit den monatlichen Raten für das Porsche Passport Programm.

Geschäft soll schnell profitabel sein

Die BMW Händler gehen davon aus, dass sie von den Kunden, die über genügend Geld für die hochpreisigen Modelle haben, mehr lernen können. Das Ziel ist, ein profitables Geschäftsmodell aufzubauen, das sich selber trägt und nicht über Jahre Verluste einfährt. Es sollen Nutzer angesprochen werden, die sich nicht langfristig an ein Fahrzeug oder einen Leasing-Vertrag binden wollen.

Ähnlich wie bei Mercedes-Benz oder General Motors kann der BMW Kunde den Fahrzeugwechsel und das Abo über eine App verwalten. Nach dem das Fahrzeug angefragt wurde, wird es von einem BMW Concierge Dienst an den Kunden geliefert. Anders als bei Mercedes-Benz existiert keine Limitierung bei der Anzahl der Fahrzeugwechsel pro Monat.

Mit Partnerschaften zum Ziel

BMW Financial Services kümmert sich um die finanziellen Bestandteile des Programms, die lokalen Händler werden die Fahrzeuge warten, reinigen und an die Kunden ausliefern. Das Unternehmen Clutch Technologies wird die App zur Verfügung stellen, über die das Programm abgewickelt wird. Auch Porsches Passport Programm wird durch Clutch Technologies ermöglicht.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

BMW i Ventures beteiligt sich an Sensor Startup für autonome Autos

Der Venture Arm BMW i Ventures beteiligt sich an dem Unternehmen Blackmore Sensors und Analytics aus den USA. Das Unternehmen entwickelt Lidar-Sensoren für den Einsatz in den autonomen Fahrzeugen der Zukunft. Insgesamt nimmt das Unternehmen 18 Mio. Dollar in der Series B Finanzierung auf. Neben BMW ist auch mit Toyota AI Ventures ein weitere Automobilhersteller an dem Startup beteiligt.

Lidar Sensoren als Grundlage für autonomes Fahren

Lidar Sensoren sind für autonome Fahrzeuge essentiell, um das Umfeld zu überwachen. Laserstrahlen werden genutzt, um ein möglichst detailliertes Bild zu bekommen und um Gegenstände zu erkennen. Die Sensoren von Blackmore sollen dabei helfen, den Durchbruch bei den Kosten zu schaffen. Bezahlbare Lidar-Systeme sind erforderlich, um günstigere autonome Fahrzeuge zu ermöglichen. Das Unternehmen setzt auf ein FMCW (frequency-modulated continuous wave) Verfahren, das sich von dem der herkömmlichen Lidar-Sensoren unterscheidet. Der Vorteil in den Sensoren von Blackmore liegt darin, dass sowohl Distanz zu als auch Geschwindigkeit von allen Objekten bestimmt werden kann. Das erzeugt mehr Daten, die von den Fahrzeugen für eine sichere Navigation genutzt werden kann. Neben den Sensoren stellt das Unternehmen auch die Software und die Analytics Lösung den Kunden zur Verfügung.

Produktion soll erweitert werden

Mit dem frischen Geld will das Unternehmen die Produktion der Sensoren weiter ausbauen, um den Bedarf für den Einsatz in Assistenzsystemen und autonomen Fahrzeugen bedienen zu können.

BMW hält mit der Investition in Blackmore Sensors weiterhin das Tempo hoch. Erst kürzlich wurde bekanntgegeben, dass sich BMW über i Ventures an dem Startup May Mobility beteiligt hat. May Mobility entwickelt ähnlich wie EasyMile oder Navya kleine autonome Shuttles, die zuerst auf Industrie- und Campus Arealen eingesetzt werden sollen und später dann im öffentlichen Verkehr.

Bild: Blackmore Sensors (alle Rechte vorbehalten)

Mobilitätsplattform: Uber setzt zusätzlich auf Bike Sharing, Carsharing und ÖPNV

Uber entwickelt sich weiter in Richtung umfassende Mobilitätsplattform. Auf einer Veranstaltung in Washington D.C. hat der Uber Chef Dara Khosrowshahi angekündigt, dass Uber eine Reihe von Mobilitätsdiensten in die App integrieren wird. Außerdem werden erhobene Daten über das Verkehrsverhalten und die Parkraumnutzung mit den Städten geteilt. Ziel ist den privaten PKW Besitzt zu reduzieren, auch wenn dadurch Ride-Sharing Fahren der Plattform kanibalilisiert werden.

Bike Sharing via JUMP

Uber wird mit der Integration von Carsharing Dienste, Bike Sharing und die Verknüpfung mit dem ÖPNV zu einer umfassenden Mobilitätsplattform. Die neuen Angebote werden nicht selbst aufgebaut, sondern entstehen durch Partnerschaften. In den vergangen Tagen wurde bekannt, dass Uber den Bike-Sharing Dienst JUMP für fast 200 Mio. Dollar übernommen hat. JUMP wird die Grundlage der des Bike-Sharing Angebots bei Uber werden. Bisher wurden die Räder nur in San Francisco unter dem Namen Uber Bike in der App angezeigt, jetzt kommt Washington D.C. dazu.

Peer-2-Peer Carsharing auch für Nutzer

Im Bereich Carsharing arbeitet Uber mit der Peer-2-Peer Carsharing Plattform Getaround zusammen. In San Francisco können die Nutzer über die Uber App die Fahrzeuge von Getaround mieten. Der neue Dienst soll Uber Rent genannt werden und bei Erfolg in weiteren Städten in den USA ausgerollt werden. Uber und Getaround arbeiten schon länger zusammen, um interessierte Fahrer mit Fahrzeugen zu versorgen. Jetzt wird das Angebot auch den Nutzern zugänglich gemacht. Mit der Integration von Carsharing folgt Uber den Konkurrenten aus Asien, die bereits mit einem ähnlichen Modell experimentieren. Ob Uber Carsharing auch in anderen Ländern plant, ist noch nicht bekannt.

Tickets für den ÖPNV über die Uber App

Um sich enger mit dem ÖPNV zu verknüpfen, hat sich Uber mit dem Startup Masabi zusammengetan. Masabi entwickelt Lösungen für mobiles Ticketing für die öffentlichen Verkehrsmittel. Die beiden Unternehmen arbeiten noch an den Details der Kooperation und an den Märkten, die zuerst angefangen werden sollen. Prinzipiell ist das Ziel, dass in der Uber-App Tickets für den ÖPNV gekauft werden können. Gut möglich, dass Uber den Ticketpreis mit dem Fahrpreis für die Uber-Fahrt verrechnet, falls die Nutzer Uber und ÖPNV auf einer Strecke nutzen.

Auf einer Goldman Sachs Konferenz hat Uber CEO Khosrowshahi angekündigt, dass sich das Unternehmen mit dem ÖPNV verbinden wird und dass sich die Uber App zu einer Plattform für Mobilitäts- und Transportdienste entwickeln wird. Jetzt fängt das Unternehmen an, erste Ergebnis dieser Strategie zu liefern.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

CASE Mobility Magazin: Connectivity, autonomes Fahren, Shared Services und Elektrifizierung