Saudi-Arabien investiert 3.5 Milliarden Dollar in Uber

Der Ridesahring Anbieter Uber sichert sich ein Investment in Höhe von 3.5 Milliarden Dollar vom Staatsfond aus Saudi-Arabien. Für Uber ist es das bisher größte erhaltene Investment. Im Allgemeinen wurde bisher kein größeres Einzelticket in ein Startup investiert.

Bisher hat Uber mehr als 13.5 Milliarden US$ einschließlich Wandelanleihen eingesammelt, von dieser Summe hat das Unternehmen noch 11 Milliarden Dollar auf dem Bankkonto. Das Investment kommt für Uber gut gelegen, so kann der Börsengang weiter hinausgezögert werden.

Bewertung bei 62.5 Milliarden Dollar

Die Gespräche zwischen Uber und dem saudi-arabischen Public Investment Fond wurden im März gestartet. David Plouffe, Ubers Chef Lobbyist und Verwaltungsrat-Mitglied ist zu diesem Zeitpunkt in die Region gereist. Der Public Investment Fond hält nach der Finanzierung Anteile in Höhe von etwa 5 % am Unternehmen. Das entspricht einer Unternehmensbewertung von Uber 62.5 Milliarden US$.

Weitere Diversifizierung der Investments

Der Managing Director PIF, Yasir Al Rumayyan wird Mitglied im Verwaltungsrat von Uber. Mit dem Investment will der Staatsfond seine Investments stärker diversifizieren und unabhängiger von den zurückgehenden Einnahmen aus dem Öl-Geschäft werden. Bisher war der Staatsfond nur im Inland tätig, bis 2030 sollen die Investments im Ausland stark ausgeweitet werden. Bis dahin sollen 50% des Anlagevolumens von 200 Milliarden in Auslandsbeteiligungen angelegt werden.

Auch Lyft mit Geld aus Saudi-Arabien

Der PIF ist nicht der einzige Fond aus Saudi-Arabien, der an neuen Mobilitätsanbietern beteiligt ist. Die Kingdom Holding Co, von Prinz Alwaleed Bin Talal hat mindestens 100 Mio. US$ in den Uber-Konkurrenten und zweitgrößten Fahrdienstanbieter in den USA Lyft investiert. Uber will einen Teil des Investments im arabischen Raum und in Afrika investieren. In Saudi-Arabien ist der Fahrdienst vor allem bei weiblichen Fahrgästen beliebt, etwa 80% der Fahrgäste sind weiblich. Das liegt auch daran, dass es für Frauen verboten ist, selber Auto zu fahren. Ein Großteil der Summe dürfte aber in die Wachstumsmärkte in Asien gesteckt werden. Gerade in China und Indien muss Uber viel investieren, um Marktanteile im Wettbewerb mit den lokalen Anbietern zu gewinnen.

Uber dürfte seine Bewertung mit den Bemühungen im Bereich der selbstfahrenden Autos gerechtfertigt haben. Der Einsatz von selbstfahrenden Fahrzeugen führt dazu, dass der größte Kostenfaktor, nämlich der Fahrer wegfällt. Das führt auf der einen Seite zu geringeren Preisen für die Kunden und auf der anderen Seite zu mehr Gewinn für Uber.

Strategische Investoren steigen ein

Das hohe Investment des Staatsfonds und der Einstieg von strategischen Investoren in neue Mobilitätsdienstleister zeigt deren Potential für die Zukunft. In den letzten Monaten und Wochen haben sich Unternehmen wie GM, Apple, Volkswagen oder Toyota an Dienstleistern wie Lyft, Didi, Gett und Uber beteiligt. Automobilhersteller schauen sich vor allem nach einer Plattform für den Einsatz von selbstfahrenden Autos in der Zukunft um. Vorerst geht es um das Erschließen weitere Absatzkanäle. Volkswagen hat erst gestern verkündet, dass Gett Fahrer leichter Zugang zu attraktiven Finanzierungskonzepten für Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern erhalten sollen. Sonderausstattung, Wartung und Versicherung inklusive. Später wird es auch um selbstfahrende Autos gehen. Gett ist für VW ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum ganzheitlichen Mobilitätsanbieter. Dieses Ziel will VW bis 2025 erreichen.

Konkurrenz aus China

Uber Konkurrent Didi arbeitet nach Aussagen des Didi Präsidenten Jean Lu an einer Finanzierung im Volumen von über 3.5 Milliarden US$. Erst im letzten Monat hat das Unternehmen 1 Milliarde von Apple erhalten. Didi ist entweder direkt an Uber-Konkurrenten beteiligt oder ist Partnerschaften mit diesen eingegangen. Darunter befinden sich Lyft in den USA, Ola in Indien und Grab in Südost-Asien.

Volkswagen steigt bei Gett ein, Toyota bei Uber

Diese Woche ist bekannt geworden, dass sich gleich zwei Automobilkonzernen mit Mobilitätsanbietern verbünden. Der japanische Konzern Toyota steigt bei Uber ein und der deutsche Automobilbauer Volkswagen bei der Taxi-App Gett. Das Investment von Toyota in Uber ist unbekannt, VW beteiligt sich mit 300 Mio. USD (ca. 265 Millionen Euro) an Gett.

Gett in 60 Städten aktiv

Gett ist bereits im Jahr 2010 gestartet und stammt ursprünglich aus Israel. Mittlerweile werden Fahrten in Russland, Großbritannien, USA und Israel vermittelt. In insgesamt 60 Städten ist das Unternehmen aktiv. Neben Taxis vermittelt Gett auch Fahrdienstleistungen mit Limousinen und weiteren Fahrzeugkategorien. Bisher wurden mehr als 50 Millionen Fahrgäste befördert. In den USA ist Gett nur in New York aktiv, dort lieferte es sich einen Preiskampf mit Uber und war der erste Anbieter, der in Manhattan Fahrten zu einem Flatrate-Tarif von zehn Dollar angeboten hat. In einigen Städten ist das Angebot bereits profitabel.

Mit dem Investment von Volkswagen steigt die eingesammelte Finanzierung auf mehr als 500 Mio. US$. Die Bewertung ist nicht bekannt, dürfte aber bei mehr als 2 Milliarden US$ liegen. Zu den Investoren gehören Accel Industries und Kreos Capital. Für Volkswagen ist die Summe eher Peanuts, schließlich liegt der jährliche Umsatz bei fast 300 Milliarden US$.

Volkswagen investiert in die Zukunft

Für VW ist es auch ein erster Versuch, wieder für positive Schlagzeilen nach dem Abgasskandal zu sorgen und eine Möglichkeit, sich für das Geschäft in der Zukunft vorzubereiten. Mit dem bisherigen Carsharing Angebot war VW nicht sehr erfolgreich, weshalb es wieder eingestellt wurde. VW-Chef Müller bezeichnet den Einstieg bei Gett als einen Meilenstein auf dem Weg zu einem ganzheitlichen Mobilitätsdienstleister. Bis 2025 soll dieses Ziel erreicht werden. Im Bezug auf autonomes Fahren macht diese Partnerschaft auch Sinn. Gett entwickelt Technologien, um die Daten zu Analysieren und Vorhersagen zu treffen, die für die selbstfahrenden Autos von VW nützlich sein werden. Die Plattform von Gett kann auch für den Einsatz autonomer Fahrzeuge von Volkswagen genutzt werden.

Toyota dürfte eine geringere Summe in Uber investiert haben. Dem Autokonzern geht es vielmehr darum, seine Fahrzeuge per Leasing oder Verkauf an die Uber-Fahrer zu vermitteln. Die Raten werden direkt mit den Einnahmen bezahlt, die die Fahrer auf der Uber-Plattfirm verdienen. Außerdem ist der Autokonzern daran interessiert, Apps mit Uber zu entwickeln, die das Leben der Fahrer vereinfachen. Des weiteren will Toyota von Uber lernen, wie Fahrdienste genutzt werden.

Gefahr und Chance für Automobilhersteller

Immer mehr Autokonzerne investieren in Fahrdienste, die über eine App bestellt werden, um im digitalen Wandel den Anschluss nicht zu verpassen. Der deutsche Hersteller Daimler betreibt mit MyTaxi eine eigene Taxi-App und ist auch an dem Fahrdienstvermittler Blacklane mit einem Millionenbetrag investiert. Der amerikanische GM-Konzern hat sich vor ein paar Monaten an der Fahrdienst-App Lyft beteiligt, betreibt mehrere Carsharing Angebote und ist auch an der deutschen Mitfahrplattform flinc beteiligt. Der Technologiekonzern Apple hat sich mit einer Milliarde US$ an dem chinesischen Anbieter Didi beteiligt.

Bild: Volkswagen von Bruno Kussler Marques (bestimmte Rechte vorbehalten)

BMW ReachNow benennt neuen CEO für Carsharing-Bereich in den USA

BMW hat Steve Banfield als neuen CEO von BMW ReachNow eingestellt. ReachNow ist BMWs neues free-floating Carsharing Angebot, das im letzten Monat in Seattle gestartet ist. Steve Banfield ist davon begeistert, dass sich BMW nicht nur mit free-floating Carsharing beschäftigt, sondern auch über weitere Mobilitätsszenarios nachdenkt.

ReachNow ist mit DriveNow vergleichbar. Die verfügbaren Fahrzeuge können im Stadtgebiet angemietet und wieder abgestellt werden. Die Identifikation erfolgt über eine Mitgliedskarte, die Abrechnung minutengenau über die hinterlegte Kreditkarte. In Seattle stehen insgesamt 370 Fahrzeuge zur Verfügung, ein Mix aus 3er BMWs, MINI Coopers und elektrischen i3. Im ersten Monat haben sich bereits 13.000 Nutzer für den Dienst angemeldet, der Carsharing-Dienst scheint also gut angenommen zu werden.

BMW ReachNow nur der Anfang

Von Seattle aus soll das Angebot noch in diesem Jahr in anderen amerikanischen Städten ausgerollt werden. BMW hat eine Vision für ReachNow, die über Carsharing hinaus geht. Es soll ein Concierge Service gestartet werden, bei dem BMW das Fahrzeug vorbeibringt. Das spart die Suche nach einem freien Fahrzeug. Fahrzeugbesitzer sollen die Möglichkeit bekommen, ihr Fahrzeug über ReachNow vermieten zu können. Weiter in der Zukunft sollen auch selbstfahrende Autos zum Einsatz kommen. Das wird aber nicht vor 2021 der Fall sein.

Fahrdienst a la Uber und Lyft

Außerdem soll ein Fahrdienst a la Uber und Lyft gestartet werden, bei dem Leute Geld verdienen können, in dem sie andere Nutzer in den BMW ReachNow Fahrzeugen kutschieren. Dafür muss das Unternehmen seine Flotte stark vergrößern oder auch andere Fahrzeuge für den Service zulassen. Mit 300- 500 Fahrzeugen kann kein flächendeckender Fahrservice mit kurzen Anfahrtszeiten angeboten werden.

BMW versucht mit den neuen Mobilitätsangeboten seine Zukunft zu sichern. Die herkömmliche Automobilindustrie bekommt immer mehr den Druck von Neueinsteigern und Technologiekonzernen zu spüren. Der Automobilkonzern Daimler bietet mit Car2Go ein fast identisches Carsharing Modell an. Vor kurzem wurde angekündigt, dass auch viertürige Fahrzeuge, wie Mercedes A- und B-Klasse zur Car2Go Flotte hinzugefügt werden sollen. Andere Automobilhersteller, z.B. General Motors und Ford beteiligen sich an Mobilitäts-Startups oder starten eigene Projekte.

Bild: BMW AG (alle Rechte vorbehalten)

Selbstfahrendes Elektroauto BMW i Next soll 2021an den Start gehen

BMW will mit Ankündigungen zum BMW i Next die Bedenke der Aktionäre aus der Welt räumen. Auf der letzten Hauptversammlung hat BMW-Vorstandschef Harald Krüger einen Einblick in die Pläne für selbstfahrende Modelle des Automobilkonzerns gegeben.

Andere Hersteller sind weiter

BMW hängt bisher bei der Entwicklung von Autos mit selbstfahrenden Eigenschaften zurück. Selbst der neue 7er verfüg über fast gar keine selbstfahrenden Eigenschaften. Konkurrent Daimler ist schon weiter. Die aktuellen Modelle der E- und S-Klasse können mit Zusatzfeatures ausgestattet werden, die das Auto in einigen Situationen autonom fahren lassen. Neueinsteiger Tesla hat ebenfalls einen Autopiloten an Board und hat angekündigt, in den nächsten Jahren ein vollkommen autonomes Elektroauto auf den Markt zu bringen. BMW hat bisher so gut wie keine selbstfahrenden Features im Programm.

BMW i Next im Jahr 2021

Im Jahr 2021 soll das Modell mit dem Namen BMW i Next auf den Markt kommen und autonome Fahrtechnologie mit der nächsten Generation der Elektromobilität vereinen. Das Fahrzeug soll auch stärker vernetzt sein, als bisher und der Innenraum soll neu gestaltet sein. Auch beim i3 ist BMW neue Wege bei der Gestaltung des Innenraums gegangen, mit mäßigem Erfolg. Hoffentlich wird das bei dem BMW i Next besser.

Das im März präsentierte „Next 100“-Konzept könnten einen ersten Vorgeschmack auf einige Details und das Design des „i Next“ geben. Es ist unwahrscheinlich, dass der BMW i Next über das flexible Metall verfügen wird.

50.000 BMW i Fahrzeuge verkauft

Bisher hat BMW 50.000 Stück von seiner i-Serie verkauft. Im Jahr 2018 wird eine Roadster-Variante des i8 an den Start gehen. Das kleinere Elektroauto i3 erhält schon in diesem Jahr ein Update mit längere Batterielaufzeit, neuen Farbvarianten und kleinen Designänderungen. In der Vergangenheit wurde auch darüber spekuliert, dass Apple mit BMW zusammen an einem selbstfahrenden Elektroauto entwickeln könnten. Beide Unternehmen konnten sich aber letztendlich nicht darüber einigen, wem die erhobenen Daten gehören. Deshalb wurden die Verhandlungen abgebrochen.

Bild: BMW AG (alle Rechte vorbehalten)

Apple investiert 1 Milliarde in Fahrdienst Didi Chuxing

Apple hat am Donnerstag angekündigt, dass das Unternehmen 1 Milliarde US$ in das chinesische Ridesharing Unternehmen Didi Chuxing (vormals Didi Kuaidi) investiert hat. Tim Cook geht davon aus, dass der Schritt Apple dabei hilft, den chinesischen Markt besser zu verstehen. Der chinesische Markt ist entscheidend für das Wachstum von Apple und hat in der letzen Zeit einige Dämpfer erhalten.

Apple ist auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten, den Umsatz und Gewinn zu  erhöhen, nachdem der Smartphone Markt nicht mehr so schnell wächst wie in den letzten Jahren. Apple-Chef Cook erhofft sich strategische Vorteile durch das Investment und geht auch davon aus, dass es später zum Umsatz und Gewinn beiträgt.

Apple beteiligt sich direkt an Sharing Economy

Durch das Investment beteiligt sich Apple an den zwei Technologie-Feldern, die seit einiger Zeit einen aufstrebenden Trend zeigen – Sharing Economy und neue Technologien im Mobilitätsbereich. Bisher war Apple indirekt an der Sharing Economy beteiligt, da die meisten Geschäftsmodelle nur dank Smartphones, wie dem iPhone möglich geworden sind.

Apple schließt sich durch das Investment mit dem größten Konkurrenten von Uber zusammen. In der letzen Zeit haben sich einige etablierte Konzerne an Mobilitätsstartups beteiligt. Google hat bereits im Jahr 2013 das Potential erkannt und sich an Uber beteiligt. General Motors hat in Didi Partner Lyft investiert und Cruise übernommen, ein Anbieter von Technologien für autonome Fahrzeuge. Uber Chef Travis Kalanick ist von dem Apple Investment nicht sonderlich begeistert:

Didi Chuxing mit mehr als 20 Milliarden bewertet

Für Didi Chuxing ist die erhaltene Summe das bisher größte Einzelinvestment. Das Unternehmen, das bisher mehrere Milliarden erhalten hat, dominiert den chinesischen Ridesharing und Fahrdienst-Markt. Täglich werden 11 Millionen Fahrten abgewickelt. Didi wird mit mehr als 20 Milliarden US$ bewertet und ist ein chinesisches Vorzeige-Startup. Mit Konkurrent Uber liefert sich das Unternehmen einen Preiskampf, um Marktanteile zu erkaufen. Der Preiskampf dürfte beide Unternehmen mehrere Milliarden pro Jahr kosten.

Apple wird nachgesagt, dass es daran arbeitet, ein selbstfahrendes Elektroauto zu entwickeln. Dieses könnte später bei Didi zum Einsatz kommen. Bis es soweit ist, können Didi Fahrer Apples CarPlay Plattform nutzen.

Bild: Panda Taxi von Mondo79 (bestimmte Rechte vorbehalten)

GM und Lyft testen selbstfahrende Taxis

General Motors und Lyft wollen innerhalb eines Jahres das Elektroauto Chevrolet Bolt als selbstfahrende Taxis auf öffentlichen Straßen testen. Vor ein paar Monaten hat sich GM mit 500 Mio. US$ an der Ridesharing Plattform Lyft beteiligt. Kurz darauf folgte die Übernahme von Cruise, einem Anbieter von Technologien für selbstfahrende Autos. Die von Cruise entwickelte Technologie wird die Grundlage für die autonomen Eigenschaften der Chevrolet Bolt Taxis sein.

Bisher ist noch nicht bekannt, in welcher Stadt Lyft das Angebot der selbstfahrenden Taxis testen wird. Die Nutzer können in der Smartphone App von Lyft festlegen, ob sie an dem Testprogramm teilnehmen möchten oder nicht. Über die Lyft App können die Nutzer den GM OnStar Service kontaktieren, wenn sie eine Frage oder ein Problem haben. Außerdem kann der Nutzer über die App mitteilen, wann das Fahrzeug losfahren soll und wann die Fahrt beendet werden soll. Bisher wurden diese Funktionen nur in einem App-Prototyp gezeigt, mit dem Lyft das Vertrauen im Bezug auf selbstfahrende Taxis steigern möchte.

Zu Beginn mit Fahrer – komplizierte Vorschriften

Zu Beginn wird sich noch ein Fahrer im Auto befinden, um im Notfall eingreifen zu können. Eine der größten Hürden sind im Moment noch die Vorschriften und Regeln, die den Einsatz von selbstfahrenden Taxis beschreiben und die Verantwortlichkeiten festlegen. Um einheitliche Vorschriften durchzusetzen, haben Uber, Lyft und Co. vor kurzem ein Bündnis gegründet. Langfristig soll der Fahrer nicht notwendig sein, was dazu führt, dass die Kosten einer Fahrt mit Lyft sinken werden. Der Fahrer ist einer der größten Kostenfaktoren im Geschäftsmodell der Ridesharing Plattformen.

Grundsätzlich ist General Motors daran interessiert, den Chevrolet Bolt an Lyft Fahrer zu verkaufen oder zu vermieten, um so den Verkauf des Elektroautos anzukurbeln. Bisher wird das Model Chevrolet Equinox in einem Pilot Projekt an Lyft Fahrer in Chicago vermietet. Das Projekt soll auf andere Städte ausgeweitet werden. Dabei sollen vermehrt Bolts unter die Fahrer gebracht werden. Durch die Bauweise verfügt der Bolt über mehr Beinfreiheit im Font und eignet sich dadurch gut für Ridesharing-Dienste und Mitfahrplattformen. Die Betriebskosten dürften unter den Kosten für ein benzinbetriebenes Fahrzeug liegen.

Investitionen schnell nutzen

General Motors möchte die Vorteile seiner Investitionen möglichst schnell nutzen, um den Anschluss nicht zu verpassen. Die bisherige Automobilindustrie gerät durch Neueinsteiger und Anstrengungen großer Technologieunternehmen unter ansteigenden Druck. Die Automobilkonzerne wurden von den Entwicklungen aus dem Silicon Valley überrascht, unter anderem von Tesla’s Elektrofahrzeugen, dem selbstfahrenden Auto von Google oder dem Ridesharing-Business von Uber. Uber entwickelt in Zusammenarbeite mit der Universität in Pittsburgh eigene selbstfahrende Taxis. Google hat angekündigt, dass 100 Chrysler Pacifica Minivans mit der von Google entwickelten Technologie für autonome Fahrzeuge ausgestattet werden.

Bild: General Motors/Chevrolet (bestimmte Rechte vorbehalten)

Google, Ford und Uber starten Bündnis für selbstfahrende Autos

Google, Ford, Ridesharing Dienst Uber und zwei weitere Unternehmen starten eine Arbeitsgruppe, um schneller gesetzliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von autonomen Fahrzeugen zu schaffen.

Bei den beiden weiteren Unternehmen in der Arbeitsgruppe für sichere Straßen handelt es sich um Volvo und Lyft. Deutsch Automobilhersteller und Mobilitätsanbieter sind bisher nicht vertreten. Die Gruppe will mit Gesetzgebern, regulierenden Behörden und der Öffentlichkeit zusammenarbeiten, um die gesellschaftlichen Vorteile und Sicherheitsaspekte von selbstfahrenden Fahrzeugen zu realisieren.

Angeführt wird die Gruppe von David Strickland. David Strickland war zuvor eine leitender Angestellter der U.S. National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA). Diese Organisation ist für das Verfassen der Straßenverkehrsregeln für selbstfahrende Autos in den USA zuständig. Strickland hat zuvor auch Google im Bezug auf selbstfahrende Autos beraten. Gemeinsam sollen Regeln geschaffen, die einen sicheren gemischten Verkehr von selbstfahrenden Fahrzeugen und Autos mit Fahrer gewährleisten sollen.

Einheitliche Regelung für selbstfahrende Fahrzeuge

Bisher existieren keine einheitlichen Regelungen in den USA für autonome Fahrzeuge. Die Tests der Automobilhersteller und Technologiekonzerne in den USA sind nur möglich, da Sondergenehmigungen erteilt wurden. In Deutschland sieht es ähnlich aus. Ziel ist es auch, dass ein Regelwerk geschaffen wird, das einheitlich in allen amerikanischen Bundesstaaten angewendet wird.

Mit der Entwicklung von selbstfahrenden Fahrzeugen befassen sich eine Reihe von Autoherstellern. Auch deutsche Automobilhersteller wollen so schnell es geht autonome Fahrzeuge auf den Markt bringen. Allen voran ist Daimler vorne mit dabei. Konkurrent BMW versucht hingegen so schnell es geht den Entwicklungsvorsprung von Daimler aufzuholen.

Alle Partner des Bündnisses entwickeln autonome Fahrzeuge. Google hat mit seinem selbstfahrenden Fahrzeug für Aufsehen gesorgt, sucht seit dem aber nach Industriepartnern, die die Produktion übernehmen. Ford bemüht sich auch, autonome Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Die Ridesharing Unternehmen entwickeln entweder in Eigenregie selbstfahrende Autos (Uber) oder in Zusammenarbeit mit dem Automobilkonzern GM (Lyft). Für die Ridesharing Dienste würde der Einsatz von selbstfahrenden Autos einen enormen Kostenvorteil bedeuten, da keine Fahrer bezahlt werden müssten.

Drivy schließt neue Finanzierungsrunde über 31 Mio. Euro erfolgreich ab

Der Carsharing Marktplatz Drivy sammelt weitere 31 Mio. Euro von neuen und bestehenden Investoren ein. Neu eingestiegen sind Cathay Capital und Nokia Growht Partner. Die bestehenden Investoren Index Ventures, Via-ID und BPI Econtechnologies Fund beteiligen sich ebenfalls an der Runde. Drivy hat in den letzten Jahren schon Millionensummen eingesammelt. Bis heute sind insgesamt 47 Mio. Euro in das Unternehmen geflossen. Mit der aktuellen Finanzierung sollen weitere europäische Märkte erschlossen werden und das Produkt weiter verbessert werden.

Das französische Unternehmen ist in Deuschland 2014 gestartet, im letzten Mai wurde die peer-to-peer Carsharing Plattform Autonetzer übernommen. So hat Drivy schnell eine kritische Masse an Fahrzeugen und Nutzern aufgebaut. Insgesamt sind 100.000 Nutzer und 5.000 Autos auf der Carsharing Plattform registriert.

Auf Produktseite liegt der Fokus vor allem auf Drivy Open. Mit dem neuen Feature können die Fahrzeuge per Smartphone geöffnet werden. Bisher mussten sich Fahrer und Autobesitzer persönlich treffen, um die Schlüsselübergabe zu regeln. Mit Drivy Open erübrigt sich dieser Schritt und es ist zu erwarten, dass noch mehr Nutzer von dem peer-to-peer Carsharing Konzept angezogen werden. Es wird eine separate Hardware in das Fahrzeug eingebaut, über die das Auto per Smartphone geöffnet werden kann. Berlin wurde als Testmarkt für die neue Technologie ausgewählt, bisher ist die Technik in 10% der in Berlin verfügbaren Fahrzeuge verbaut.

Carsharing entwickelt sich positiv

Neben dem privaten Carsharing befinden sich auch die kommerziellen Anbieter auf einem Wachstumskurs. Laut einer BCG Studie werden die kommerziellen Anbieter im Carsharing-Markt im Jahr 2012 einen Umsatz von 4.7 Milliarden Euro generieren. Der Großteil des Umsatzes wird in Europa generiert werden, voraussichtlich 2.1 Milliarden Euro pro Jahr. An zweiter Stelle folgt Asien mit 1.5 Milliarden Euro Umsatz, gefolgt von Nord-Amerika mit 1.1 Milliarden Umsatz. Laut Studie wird es im Jahr 2021 etwa 35 Millionen Carsharing-Nutzer geben, die pro Monat auf eine Fahrzeit von 1.5 Milliarden Minuten kommen. Jedes Carsharing Fahrzeug wird dabei im Schnitt zu 15% ausgelastet sein.

Über Drivy

Drivy ist der führende Marktplatz für Autovermietungen in Europa. Der Service ermöglicht es dem Nutzer Autos jederzeit in direkter Nähe anzumieten, egal ob ein Auto für einen Wochenendausflug gesucht wird, ein Geschäftstermin einen Wagen erfordert oder ein Umzug bevorsteht. Jede Anmietung ist umfassend über die Allianz  versichert. Mittlerweile kann die gesamte Anmietung, von Buchung bis zur Rückgabe des Autos, über das Smartphone abgewickelt werden.

2010 in Frankreich gegründet, operiert Drivy heute in Deutschland, Frankreich und Spanien. Europaweit hat Drivy 850.000 Nutzer und 36.000 Autos.

Bild: Drivy (alle Rechte vorbehalten)

Autokauf oder Carsharing?

Moderne Formen der Mobilität sind im Kommen. Kaum eines der neuen Konzepte ist dabei so erfolgreich wie das Carsharing. Auch die Redaktion von Netzsieger.de hat sich mit dieser Thematik beschäftigt und vor kurzem alle relevanten Infos in der abgebildeten Grafik zusammengefasst. Bereits 1,26 Millionen Autofahrer sind bei den verschiedenen Anbietern im Land registriert. Dieses Wachstum dürfte nicht zuletzt mit einer hohen Kundenzufriedenheit und der damit einhergehenden Mund-zu-Mund-Propaganda zu tun haben. Denn von 33 überprüften Carsharing-Anbietern erhielten lediglich drei die Note „ausreichend“. Demgegenüber wurde viermal mit „sehr gut“ bewertet. Alle übrigen Angebote erhielten die Note „gut“. Bewertet wurden dabei sowohl die Verfügbarkeit der Fahrzeuge als auch deren Ausstattung und Zustand. Außerdem wurden die vertraglichen Rahmenbedingungen einer genauen Prüfung unterzogen. Insofern erweisen sich die verschiedenen am Markt befindlichen Carsharing-Modelle sämtlich als tragfähig.

Nicht zuletzt eine Kostenfrage

Zwar spielt bei der Beteiligung an einem Carsharing bei vielen Menschen auch der Umweltgedanke eine Rolle. Vor allem aber geht es beim Teilen eines Autos darum, Kosten zu sparen. Finanztip.de hat errechnet, dass sich Carsharing generell bis zu einer jährlichen Fahrstrecke von 10.000 Kilometern lohnt. Wer längere Strecken zurücklegt, fährt im eigenen Wagen günstiger. Umgekehrt wird die Nutzung von Carsharing Angeboten im Vergleich umso günstiger, je weniger gefahren wird. Denn viele Fixkosten bleiben beim eigenen Wagen bestehen, selbst wenn er nicht bewegt wird. Wer einen neuen Golf kauft und damit rund 15.000 Kilometer im Jahr fährt, kommt durchschnittlich auf 107 Euro an reinen Betriebskosten. Die Gesamtkosten betragen demgegenüber aber 590 Euro. Grund hierfür ist vor allem der monatliche Wertverlust von 346 Euro. Hinzu kommen die anteiligen Kosten für Versicherung, Steuern, Reparaturen, Reifen sowie Inspektion und Wartung. Insofern geht es in Bezug auf die Entscheidung, Carsharing oder eigenen Wagen, vor allem darum, die Kosten realistisch miteinander zu vergleichen. Wer lediglich die Benzinkosten gegenrechnet betreibt Augenwischerei. Denn in den meist auf Zeitbasis berechneten Nutzungspauschalen sind die aufgezählten Fixkosten mit enthalten, die den Löwenanteil der tatsächlichen Kosten ausmachen.

Der Autokredit für Vielfahrer

Wer viel Auto fährt bzw. Auto fahren muss, kommt um ein eigenes Fahrzeug nicht herum. Neben den reinen Kosten für das Carsharing fallen dann nämlich auch die Zeitverluste durch das Abholen der Fahrzeuge ins Gewicht. Häufig ist es sinnvoll das eigene Auto über einen Kredit zu finanzieren. Gerade in Zeiten niedriger Leitzinsen gilt es hier aber, genau zu vergleichen. Die Redaktion von Netzsieger.de hat sich nicht nur mit Carsharing beschäftigt, sondern auch mit der Finanzierung von Fahrzeugen und hierfür eine nützliche Übersicht der besten Anbieter von Krediten für Autos erstellt. Außerdem wurden in einem Ratgeber unter dem Vergleich ebenfalls unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten wie z. B. der Ratenkredit oder der Ballonkredit erklärt. Die von Autohäusern angebotenen Null-Prozent-Finanzierungen sind oft wenig attraktiv. Grund hierfür ist, dass man gegenüber dem Autohaus als Barzahler auftritt, wenn der Kredit über eine Bank läuft. Entsprechend höher sind dann die möglichen Rabatte auf den Kaufpreis, weil die eigene Verhandlungsposition entsprechend stärker ist. Neben einem klassischen Ratenkredit ist hier auch der Abschluss eines so genannten Ballonkredits möglich, bei welchem nur niedrige Raten dafür aber eine hohe Abschlusszahlung zu leisten sind. Außerdem spielt, vor allem für Selbständige, weiterhin auch das Leasing eine zentrale Rolle bei der Finanzierung von neuen Fahrzeugen.

Moderne Formen der Mobilität sind im Kommen. Kaum eines der neuen Konzepte ist dabei so erfolgreich wie das Carsharing.
Moderne Formen der Mobilität sind im Kommen. Kaum eines der neuen Konzepte ist dabei so erfolgreich wie das Carsharing.

Bild: Netzsieger.de

Digitale Gruppe der CDU fordert sinnvolle PBefG-Reform

cnetz, die digitale Gruppe der CDU fordert eine Reform des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG). Die Gruppe hält das Personenbeförderungsrecht für überreguliert, es wird gefordert, dass es für gewerbliche Anbieter einen Wettbewerb auf Augenhöhe geben muss. Es muss zwischen sinnvoller Auflagen und protektionistischen und technisch überholten Auflagen unterschieden werden. Kleinteilige Regelungen, wie die Anzahl der Türen bei Taxen seien heute nicht mehr angemessen. Es besteht auch kein zwingender Bedarf, dass Taxifahrer und Chauffeure eine Ortskundeprüfung ablegen müssen.

Die Forderungen der cnetz Gruppe

Die vier Forderungen der cnetz Gruppe sehen für Taxis und Mitfahrdienste wie folgt aus:

  1. Sicherheit: Jedes Fahrzeug muss technisch einwandfrei sein und es muss ein Versicherungsschutz für gewerbliche Fahrten bestehen. Die Fahrer müssen in Besitz eines Führerscheins sein (das ist eine Grundvoraussetzung für die Teilnahme am motorisierten Straßenverkehr) und dürfen über keine Vorstrafen verfügen. Der Personenbeförderungsschein muss modernisiert werden, eine Ortskundeprüfung kann auch in Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern entfallen. Zum Thema Sicherheit könnte auch ein transparentes Bewertungssystem vorgeschrieben werden, mit Fahrer und Mitfahrer bewertet werden können.
  2. Beförderungspflicht: Unabhängig von der Distanz und der Gepäckmenge müssen Fahrgäste befördert werden.
  3. Mindestversorgung: Es muss sichergestellt sein, dass ausreichend Fahrzeuge auch nachts und in ländlichen Gebieten verfügbar sind. Um die Kosten für die Mindestversorgung zu decken, findet eine Quersubventionierung durch eine Umlage auf alle andere Fahrten statt.
  4. Vermeidung unnötiger Fahrten: Bei App-gestützten Netzwerken müssen die Fahrer keine Werbefahrten durchführen, um Fahrgäste zu finden. Das reduziert die Umweltbelastung. Auch die Rückkehrpflicht für Mietwagen-Fahrer soll entfallen, denn dafür gibt es keinen sinnvollen Grund. Mietwagenfahrer sollen sich auch für weitere Fahrten an zentralen Stellen bereithalten dürfen.

Des weiteren soll die Preisfestsetzung entfallen, also jeder Marktteilnehmer soll die Möglichkeit besitzen, eigene Fahrpreise festzulegen.

Die CDU Gruppe hat das Ziel, den Markt für Innovationen durch die Deregulierung des Personenbeförderungsgesetzes zu öffnen. Außerdem würde die Akzeptanz der Bevölkerung steigen und mehr Wettbewerb würde zu besserer Qualität und mehr Angebot führen.

Staatliche Stellen, kontrollierte Selbstorganisationseinrichtungen der Wirtschaft oder Dritte können die Aufsicht übernehmen. Auch die Monopolkommission fordert eine Reformierung des Personenbeförderungsgesetztes, um mehr Wettbewerb zu ermöglichen. Eine Anpassung würde den Betrieb von Uber, Wundercar und Blacklane vereinfachen.

Bild: O.Horbacz (bestimmte Rechte vorbehalten)

CASE Mobility Magazin: Connectivity, autonomes Fahren, Shared Services und Elektrifizierung