Carsharing App Carjump expandiert in 3 Länder

Die App Carjump, die mehrere Carsharing Angebot in einer Smartphone App vereint, expandiert nach Österreich. Die App ist außerdem in Schweden, Italien und Deutschland nutzbar. Durch die Expansion werden die beiden Carsharing Angebote Enjoy und Share’Ngo mit eingebunden. Die Zahl der Fahrzeuge steigt somit auf 28.000.

In den Städten Rom, Mailand, Turin und Florenz können die Carsharing Nutzer auf die beiden oben genannten Carsharing Angebote zugreifen. Enjoy ist ein gemeinschaftliches Mobilitätsangebot von Fiat und dem italienischen Energieunternehmen Eni. Bei Enjoy können Nutzer neben den roten Fiat 500-Flitzern auf Scooter zurückgreifen. Der Anbieter Share’Ngo bietet ausschließlich umweltfreundliche Elektrofahrzeuge an, um emissionsfrei und leise durch die Stadt zu fahren.

In Österreich und Schweden aggregiert die Carsharing App die Angebote von Car2Go und DriveNow. Beide Unternehmen setzen auf ein Freefloating-Angebot. Das heißt, die Nutzer können die Fahrzeuge an beliebigen Orten anmieten und wieder abstellen. Die Fahrzeuge sind nicht an eine Station gebunden.

In den nächsten Monaten soll die Expansion vorangetrieben werden und die App in weiteren europäischen Märkten an den Start gehen. Die Vision von Carjump ist laut Geshäftsführer Michel Stumpe, denNutzern jedes gewünschte Fahrzeug in der App zugänglich zu machen, egal ob shared, connected oder autonomous.

Anbieterübergreifender Anmeldeprozess und digitale Führerscheinverifizierung

Seit kurzem bietet die App auch einen anbieterübergreifenden Anmeldeprozess und eine digitale Führerscheinverifizierung an. Das heißt, dass eine einmalige Registrierung bei Carjump einen übergreifenden Anmeldeprozess bei allen Anbietern ermöglicht. Durch die digitale Führerscheinverifizierung entfällt die persönliche Vor-Ort-Registrierung, die bei den meisten Anbietern notwendig ist. Diese Vor-Ort-Registrierung dürfte in der Vergangenheit einige potentiellen Nutzer abgeschreckt haben, sich zu registrieren. Durch das neue Feature ist auch eine spontane Anmeldung und Nutzung möglich. Dazu trägt es auch bei, dass die meisten Anbieter es ermöglichen, dass die Fahrzeuge per App geöffnet und verriegelt werden können. Es müssen also keine Kundenkarten mehr verschickt werden.

Nach Eingabe der relevanten Daten findet eine Verifizierung von Ausweis und Führerschein über einen Servicemitarbeiter per Videocall statt. Sind alle Daten eingepflegt und erfolgreich verifiziert, bekommt der Nutzer eine Bestätigungsmail und schon kann es losgehen. Um die Anmeldung zu ermöglichen, werden sämtliche Daten des Nutzers verschlüsselt aufgenommen und im Anschluss sicher an die entsprechenden Anbieter übermittelt. Alternativ besteht weiterhin die Möglichkeit, sich bei den einzelnen Anbietern vor Ort zu registrieren. Ist der Nutzer bereits bei einem Anbieter registriert, kann er sich mit seinen bestehenden Daten direkt in der Carjump-App anmelden.

Die Verifizierung per Videocall erhält somit in immer mehr Bereichen Einzug. Einen ähnlichen Prozess gibt es auch bei den Anbietern von Smartphone-basierten Finanzprodukten. Die mobile Banking App Number26 verifiziert zum Beispiel seine Nutzer ebenfalls über Videocalls.

Über Carjump

Carjump bündelt alle Carsharing-Angebote in einer App. Die Nutzer erhalten so die Möglichkeit, alle zur Verfügung stehenden Fahrzeuge entsprechend ihrer individuellen Ansprüche spontan zu buchen – schnell, flexibel, immer in der Nähe und auf einen Blick. Ab sofort gilt dieses Angebot auch international – und zwar für die meistgenutzten Carsharing-Anbieter in Deutschland, Österreich, Italien und Schweden. Carjump vereint Freefloating-Anbieter wie car2go, Multicity und DriveNow mit stationsgebundenen Anbietern wie Cambio und stadtmobil Berlin sowie Fahrzeugen der Peer2Peer- Communities CarUnity und Tamyca. Auch alternative Transportmittel, wie Elektroroller von eMio sowie Fahrräder von nextbike, sind in der Meta-App eingebunden. Die Carjump-App gibt es kostenfrei für iOS, Android und das Windows Phone.

Bild: carjump/GHM Mobile Development GmbH (Alle Rechte vorbehalten)

UberEats auch in Deutschland? – Konkurrenz für Deliveroo und Foodora

Uber scheint auch in Deutschland in den Markt der Essenlieferdienste einzusteigen. Bisher liefern sich die beiden Unternehmen Foodora und Deliveroo einen Kampf um Marktanteile. Beide Unternehmen verteilen jede Menge Gutscheine, um Kunden zu gewinnen. Aktuelle Stellenausschreibungen von Uber legen nahe, dass das gut finanzierte Unternehmen den Lieferservice UberEats in München und Berlin starten will.

Eigene App für UberEats

UberEats wird bisher in etwa zehn amerikanischen Städten und in London angeboten. Mit UberEats können sich Kunden Essen von einer Reihe beteiligter Restaurants aussuchen und gegen Zahlung einer Gebühr nach Hause liefern lassen. In einigen Stadtgebieten gibt es auch die Option der Sofortlieferung, die eine Lieferung innerhalb von rund zehn Minuten garantiert. UberEats ist das erste Angebot von Uber, das in eine separate App ausgegliedert wurde.

Christian Freese, General Manager für Deutschland, hatte schon mit einem früheren Start geliebäugelt. Ein Start Ende 2015 wurde sogar mal in Aussicht gestellt. Zu den aktuellen Stellenausschreibungen will sich Uber nicht äußern. Auch ein Starttermin wird nicht kommuniziert. Die offizielle Äußerung lautet, dass man sich die Stadt Berlin ansehe.

Mit Fahrdienst ausgebremst

Bisher ist Uber mit dem Fahrdienst UberX in München und Berlin aktiv, hinzu kommt noch der Service UberTaxi. In den letzten Monaten musst Uber einige Rückschläge einstecken. Der Mitfahrservice UberPOP wurde verboten, UberX kann nur unter Auflagen angeboten, die ein schnelles Wachstum verhindern. Mit den Fahrdiensten ist Uber nur noch in Berlin und München aktiv, aus Hamburg, Frankfurt und Düsseldorf hat sich das Unternehmen zurückgezogen.

Bild: Shima Aji Sushi at Troquet by Beautiful Cuisine von Dale Cruse (bestimmte Rechte vorbehalten)

Allygator Shuttle vor Start in Berlin

Neben Ally nun auch Allygator Shuttle? Bisher ist die Door2Door GmbH durch die angebotene App Ally bekannt. Ally ist eine Nahverkehrs-App, die verschiedene Transportmöglichkeiten in einer App vereint. Es werden Zeiten und Preise von Carsharing, Bikesharing, öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxi und mehr verglichen.


Update, 1. August 2016: Heute wurde verkündet, dass Allygator am Freitag in Berlin startet. Am Anfang wird der Service am Wochenende verfügbar sein und nur 10 ct. pro Kilometer kosten. Damit benötigt das Unternehmen keine Konzession für die Fahrten. Gleichzeitig muss das Geschäft aber enorm bezuschusst werden.


Allygator Shuttle startet in Berlin

In Kürze soll ein weiterer Service gestartet werden. Unter dem Namen Allygator Shuttle soll wohl ein on-demand Shuttle-Service in Berlin an den Start gehen. Der Text auf der Facebook-Seite sagt, der neue Dienst ist so günstig wie ein Bus aber so flexibel wie ein Taxi. Weitere Details sind bisher nicht über das neue Angebot bekannt. Auf der Karriereseite sind zwei entsprechende Stellenanzeigen veröffentlicht. Es werden Teilzeitfahrer gesucht, die über einen Personenbeförderungsschein verfügen. Die Fahrzeuge für den Fahrdienst werden wohl von Door2Door gestellt. Für die Betreuung des Projects wird ein Operations Manager gesucht, der sich um Fahrzeuge und Fahrer kümmert und den Dienst weiter voranbringt. Wahrscheinlich ist, dass der Service zu den Peak-Zeiten angeboten werden soll. Die Daten wann die Shuttles fahren sollen und von wo nach wo, sollte das Unternehmen besitzen. Über die Ally-App werden die Daten über Verkehrsströme seit mehreren Jahren erhoben.

Clevershuttle mit ähnlichem Konzept

Einen ähnlichen Dienst bietet Clevershuttle bisher in München und Leipzig an, der Start in Berlin soll im August erfolgen. Clevershuttle setzt auf Elektroautos und Plug-in-Hybride. Kooperationspartner sind Audi und die Deutsche Bahn. In den USA bietet unter anderem Ford einen on-demand Shuttle Service mit Bussen.

Mit Waymate gestartet

Ursprünglich ist Door2Door mit dem Reiseportal Waymate gestartet. Nach ausbleibendem Erfolg wurde die Waymate Smartphone-App zu Ally. Nach und nach wurden Mobility-as-a-Service Produkte angeboten. Im Rahmen des Lufthansa Innovation Labs wurde die App Time2Gate getestet.  Geld verdient das Unternehmen bisher auf zwei Wegen. Auf der einen Seite werden Verkehrsdaten aggregiert und ausgewertet. Diese Daten werden dann an Städteverwaltungen und Regierungsorganisationen verkauft. Das White-Labeling der Ally-App ist ein weiterer Umsatzkanal. Auch Door2Door listet die Deutsche Bahn als Kooperationspartner. Zu den weiteren Partnern gehören Uber, Volkswagen und Here.

Bild: Door2Door GmbH (alle Rechte vorbehalten)

Flixbus übernimmt das Netzwerk von Megabus

Flixbus, der Anbieter von Fernbusfahrten wird das Angebot von Megabus übernehmen. Trotz Brexit-Entscheidung vertraut das deutsche Unternehmen auf das Marktpotential in Großbritannien. Somit konsolidiert sich der Markt der Fernbusanbieter in Europa weiter. Flixbus hat bereits den Wettbewerber MeinFernBus übernommen und sich erst kürzlich von MeinFernBus-Flixbus in Flixbus umbenannt.

Megabus ist erst spät in den Deutschen Markt eingestiegen und hat versucht, mit niedrigen Fahrpreisen ab 1.50 € fußzufassen. Megabus wurde von dem britischen Konzern Stagecoach gegründet und hat vor der Expansion nach Deutschland Buslinien in Großbritannien angeboten.

Mehr Verbindungen nach London

Im Zuge der Übernahme wird sich auch das Streckenangebot zwischen London und dem europäischen Festland erhöhen. Die Megabus-Fahrten von Köln, Amsterdam und Paris nach London lassen sich ab Juli über die Flixbus-Seite buchen. Die übrigen Strecken sollen bis Ende des Sommers in das Netz von Flixbus integriert werden. Im Zuge der Zusammenlegung werden auch die Netzplanung, Technologie und Buchungsplattform von Megabus übernommen. Das Servicelevel beider Angebote soll vereinheitlicht werden, so dass Megabus-Kunden z.B. auch bis 15 Minuten vor Abfahrt kostenlos stornieren oder umbuchen können. Die Marke Megabus bleibt erstmal erhalten. Mittelfristig sollen die blau-gelben Busse aber auch umgestaltet werden und in den grün-orangenen Flixbus Farben fahren.

Kaufpreis unbekannt

Wie viel Flixbus für die Übernahme bezahlt hat, ist nicht bekannt. Anscheinend wird Flixbus von Stagecoach einen Kredit erhalten, der bis Ende 2017 abgezahlt werden muss. Der Deal soll zusätzliche 30 Mio. Euro an Umsatz für Flixbus bringen, die Anzahl der Fahrgäste wird sich um 50 Prozent auf 30 Mio. Fahrgäste im laufenden Jahr erhöhen.

Flixbus ist weiterhin Marktführer auf dem Deutschen Markt. Mit 68 Prozent der angebotenen Fahrplan-Kilometern liegt Flixbus vor den Anbietern der Post und der Bahn. Zuletzt ist der Anteil aber geschrumpft, da die Deutsche Bahn ihr Angebot BerlinLinienBus ausgebaut hat. Megabus kam in Deutschland auf einen Anteil von 2%. Seit der Liberalisierung des Marktes im Jahr 2013 hat der Fernbusmarkt zuerst ein rasantes Wachstum hingelegt. Im ersten Halbjahr dieses Jahres, ist der Fernbusmarkt in Deutschland das erste Mal seit der Liberalisierung geschrumpft. Die Anzahl der Angebotenen Linien und auch die durchgeführten Fahrten gingen in den ersten 6 Monaten zurück.

Bild: DZ-655-YQ (F) FLIXBUS von EDDIE (bestimmte Rechte vorbehalten)

Sucht Fahrdienst-Anbieter Lyft einen Käufer?

Es gibt erste Anzeichen, dass das Ridesharing Unternehmen Lyft einen Käufer sucht. Anscheinend hat der amerikanische Fahrdienst das Unternehmen Qatalyst Partners engagiert. Qatalyst Partners konzentriert sich auf den Verkauf und den Zusammenschluss von Technologieunternehmen. Unter anderem soll Quatalyst Partners den Verakuf von LinkedIn and Microsoft in die Wege geleitet haben. Lyft wollte sich zu diesen Gerüchten nicht äußern.

Käufer für Lyft gesucht?

Unterschiedliche Quellen haben der Zeitung Wall Street Journal berichtet, dass der Qatalyst Gründer Frank Quattrone in Kontakt getreten ist, um sie von einem Einstieg oder eine Übernahme von Lyft zu überzeugen. Darunter sollen sich auch einige etablierte Automobilkonzerne befinden. Bisher hat der Ridesharing-Dienst Lyft finanzielle Mittel in Höhe von 2 Milliarden US$ eingesammelt und wird mit 5 Milliarden US$ bewertet. Mit diesen finanziellen Mitteln hat Lyft den Kampf um Wachstum mit Uber aufgenommen. Beide Unternehmen leisten sich in den USA einen erbitterten Wettbewerb um Fahrer und Kunden. Durch subventionierte Fahrpreise und Bonuszahlungen an Fahrer werden immer mehr Kunden gewonnen.  Sollte Lyft aufgekauft werden, kann das als Zeichen gewertet werden, dass Uber den Kampf der Fahrdienstvermittler in den USA gewonnen hat.

Es wäre nicht die erste Aufgabe

Sollte Lyft aufgekauft und der Service eingestellt werden, wäre Uber der einzige verbleibende große Anbieter. Sidecar, ebenfalls ein Anbieter von Fahrdienstleistungen hat bereits im Januar aufgegeben. Die Reste von Sidecar wurden von GM aufgekauft. Schon damals hat der Sidecar CEO Sunil Paul prognostiziert, dass Uber um jeden Preis gewinnen wird. Das Lyft eigestellt wird, wäre eine Option. Wahrscheinlicher ist aber, dass ein potentieller Käufer das Geschäft weiter betreibt. Letztendlich sind mehrere Milliarden Dollar in das Unternehmen geflossen und Lyft verfügt über einige Millionen Kunden.

Plattform für autonomes Fahren

Ein Autokonzern könnte Lyft übernehmen, um einen Starken Player in dem wachsenden Markt von Mobilitätsdienstleistungen vorweisen zu können. Viele Konzerne haben die Entwicklung im Mobilitätsbereich lange vernachlässigt, durch den Kauf wäre ein schneller Aufschluss möglich. Lyft eignet sich auch als Plattform für das Buchen von selbstfahrenden Autos. Das könnte auch auf Interesse bei einigen Herstellern stoßen. Das war unter anderem ein Grund für das Investment von GM in Lyft. GM geht davon aus, dass sich mit den Bemühungen von Lyft schneller ein Netzwerk von selbstfahrenden Autos aufbauen lässt. Die autonomen Fahrzeuge werden von den Herstellern zur Verfügung gestellt, die Ridesharing-Anbieter kümmern sich um den Betrieb der Flotte und um die Technologie für das Buchen der Fahrten.

Der Automobilkonzern General Motors hat 10% an Lyft erworben und könnte auch als Käufer in Frage kommen. Beide Unternehmen wollen gemeinsam autonome Fahrzeuge entwickeln, außerdem werden GM Fahrzeuge zu Sonderkonditionen an Lyft-Fahrer vermietet. Das Investment von Volkswagen in Gett und die Beteiligung von Apple an Didi zeigen aber auch, dass weitere Konzerne Interesse am Einstieg bei Anbietern von Ridesharing-Diensten haben.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Lieferservice Favor schließt in einigen Städten

Der on-demand Lieferservice Favor hat angekündigt, dass der Service in fünf amerikanischen Städten eingestellt wird. Favor betreibt eine Plattform über die on-demand Transportdienste gebucht werden können. Ein ähnliches Geschäftsmodell verfolgt das Unternehmen Postmates, das unter anderem von dem Deutschen Sebastian Lehmann gegründet wurde.

Der Lieferservice von Favor wird in den Städten Chicago, Philadelphia, Atlanta, Miami und Washington DC geschlossen. Vor der Ankündigung war das Unternehmen in 23 Städten aktiv, die Zahl hat sich jetzt auf 18 Städte reduziert.

Herausforderndes Geschäftsmodell

Es ist extrem schwierig, ein on-demand Lieferstartup mit sinnvollen Unit Economics aufzubauen. Nicht nur Favor hat damit zu kämpfen. Vor ein paar Monate hat Delivery Hero sein Tochterunternehmen Valk Fleet geschlossen, das sich auch ausschließlich auf on-demand Zustellungen fokussiert hat. Häufig gehören Restaurants ohne eigen Flotte zu den Kunden der Lieferdienste. Deren Nachfrage ist sehr dynamisch und ermögliche keine gleichmäßige Auslastung der Lieferservices. Hinzu kommt, dass der Wettbewerb im Feld der on-demand Lieferdienste hoch ist. Einige gut finanzierte Startups kämpfen um Markanteile und drücken die Preise. In Deutschland sind das unter anderem Deliveroo und Foodora.

Fokus auf Städte mit geringerer Einwohnerdichte

Favor will sich nun auf Märkte mit geringerer Einwohnerdichte fokussieren. Diese Städte verfügen über ein gesünderes Marktumfeld und das on-demand Lieferstartup kann dort effizienter wachsen. Das Unternehmen Hinzu kommt, dass in diesen Städten der Verkehr geringer ist und schneller Parkplätze gefunden werden können. Die Wartezeiten bei den Restaurants sind auch kürzer. Das führt dazu, dass die Kunden eine bessere Erfahrung mit dem Service machen und diesen gut bewerten und weiterempfehlen. Entscheidender Punkt ist auch, dass in diesen Städten der Wettbewerb geringer ist. Favor muss auch erst in diesen Städten beweisen, dass das Geschäftsmodell funktioniert. Entscheidend hierfür sind die Auslastung und der Durchsatz an Aufträgen pro Fahrer.

Das Unternehmen will seinen Lieferservice in weiteren Städten mit geringer Einwohnerdichte starten und schließt auch nicht aus, dass der Service wieder in den Städten mit hoher Dichte eingeführt wird.

Didi Chuxing schließt seine 6.4 Milliarden € Runde, an der auch Apple beteiligt ist

Die größte Fahrdienst- und Taxi-App in China, Didi Chuxing hat bekanntgegeben, dass die letzte Finanzierungsrunde in Höhe von 7.3 Milliarden US$ (ca. 6.4 Milliarden Euro) abgeschlossen wurde. An der Runde haben sich unter anderem der Technologiekonzern Apple und die Versicherung China Life beteiligt. Das Unternehmen wird dabei mit mehr als 25 Milliarden US$ bewertet.

Neben den neuen Investoren haben auch die früheren Investoren Tencent, SoftBank und Alibaba weiter investiert. Die Investments von Apple und China Life wurden bereits vor ein paar Wochen in separaten Meldungen bekanntgegeben.

Apple unter den Investoren

Gerade das Investment von Apple hat für Aufmerksamkeit gesorgt. Didi Chuxing befindet sich in China in einem Wettstreit mit dem amerikanischen Fahrdienst Uber. Uber hat kurz nach dem Apple Investment in den Ridehailing-Dienst ein Investment in Höhe von 3.5 Milliarden US$ durch den Staatsfond aus Saudi-Arabien veröffentlicht.

Beide Unternehmen verfügen aktuelle über mehrere Milliarden US$ auf dem Konto, mit denen der Preiskampf der beiden Unternehmen finanziert wird. Didi Chuxing ist in China unangefochtener Marktführer auf dem Markt der Taxi- und Fahrdienst-Apps. In den letzten Wochen kamen auch Gerüchte darüber auf, dass sich Uber und Didi zusammenschließen wollen. Beide Unternehmen haben diese Vermutungen zurückgewiesen.

14 Mio. Fahrten am Tag

Nach Recherche des China Internet Network Information Center kommt das Unternehmen auf einen Marktanteil von 82.2 Prozent. Es haben sich bereits 300 Mio. Nutzer und 15 Mio. Fahrer registriert. Pro Tag werden 14 Mio. Fahrten absolviert.

Uber will innerhalb kürzester Zeit um Marktführer in China aufsteigen. Vor ein paar Wochen hat ein Uber Manager prognostiziert, dass Didi innerhalb von 12 Monaten überholt wird. Im März hat CEO Travis Kalanick prognostiziert, dass das China Geschäft innerhalb von zwei Jahren profitabel wird. Im Juli will das Unternehmen in 60 chinesischen Städten aktiv sein. Im Vergleich dazu, Didi kommt auf ein Vielfaches. Uber absolviert bereits 30 Mio. UberPool Fahrten in China pro Monat. Bei UberPool handelt es sich um den Mitfahrservice bei dem sich mehrere unabhängige Fahrgäste ein Fahrzeug teilen.

Bild: Marianna (bestimmte Rechte vorbehalten)

Rolls-Royce stellt autonomes Auto vor

Der Hersteller von Luxusautos Rolls-Royce hat eine Konzeptstudie von einem selbstfahrenden Auto vorgestellt. Der Prototyp hört auf den Namen Vision Next 100 und folg damit der Namensgebung aus dem BMW Mutterkonzern. BMW hat zum 100. Geburtstag ein Konzeptfahrzeug mit dem gleichen Namen präsentiert.

Kein Lenkrad und elektrischer Antrieb

Das Fahrzeug verfügt über kein Lenkrad und wird elektrisch angetrieben. Die Fahrgäste können platznehmen und aus den Seiden-Sesseln die Fahrt genießen und die Umwelt beobachten. Weitere technische Details über das Fahrzeug wurden nicht kommuniziert.

Die BMW Tochter Rolls-Royce konzentriert sich lieber darauf, die schönen und luxuriösen Vorzüge des selbstfahrenden Fahrzeugs zu beschreiben. Wie auch die bisherigen Modelle werden nur feinste Materialien für den Innenraum verwendet. Alles wird mit höchster Präzision in Handarbeit produziert.

Außergewöhnliche Formgebung

Die Form des Prototyps ist auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig und bricht mit bisherigen Konventionen. Auf den ersten Blick könnten man meinen, dass es sich dabei um einen Katamaran handelt. Die Vorderräder sind verkleidet und sind nicht in die Karosserie integriert. Die Fronthaube läuft schmal zu und wird von einem Kühlergrill dominiert. Das Konzeptfahrzeug verfügt über eine extrem lange Frontpartie. Die Frontpartie geht in einen Coupé-artigen Fahrgastraum über. Der Fahrgastraum ist fast vollständig aus Glas. Die Fahrgäste sollen über außergewöhnlich viel Beinfreiheit verfügen, da kein Fahrer notwendig ist und somit mehr Platz vorhanden sein wird. Da das selbstfahrende Auto über einen Elektroantrieb verfügt, kann der Platz, der normalerweise von dem 12-Zylinder-Motor ausgefüllt wird, als zusätzlicher Gepäckraum genutzt werden.

Virtueller Assistent übernimmt Steuerung

Die Fahrgäste teilen das Fahrtziel einer virtuellen Assistentin mit, die dann die Zielführung übernimmt. Die virtuelle Assistentin hört auf den Namen Eleanor und verfügt über ein gewisses Maß an künstlicher Intelligenz. So kann das Auto mit dem Terminkalender des Besitzers oder Fahrgastes verbunden werden. Das sorgt dafür, dass Eleanor an Termine erinnert und das Fahrzeug rechtzeitig automatisch vorgefahren wird.

Es wird noch einige Zeit dauern, bis das Fahrzeug wirklich auf der Straße zu sehen sein wird. Vor dem Jahr 2040 wird damit nicht zu rechnen sein. Der BMW-Konzern versucht in der letzten Zeit mit Konzepten von selbstfahrenden Autos auf sich aufmerksam zu machen. Aktuelle Fahrzeugmodelle verfügen über überschaubare Features, die den Autos autonome Eigenschaften verleihen.

Bild: BWM Group (alle Rechte vorbehalten)

Was ist autonomes Fahren und was nicht

In der letzten Zeit wird viel über selbstfahrende Fahrzeuge und autonome Eigenschaften von Autos gesprochen. Dabei ist nicht immer eindeutig, ob es sich bei den neuen Funktionen der Fahrzeuge um Systeme für autonomes Fahren oder um Assistenzsysteme handelt.

In diesem Artikel geben wir einen kurzen Einblick, wie die SAE international autonome Eigenschaften von Fahrzeugen definiert. SAE steht für Society of Automotive Engineers, was mit Verband der Automobilindustrie übersetzt werden kann.

Von der SEA wurden sechs unterschiedliche Ebenen definiert, die Stufen zwischen „Keine Automatisierung“ und „Volle Automatisierung“ detaillierter beschreiben. Diese Standards sollen die Kommunikation zwischen politischen und entwickelnden Organisationen vereinfachen.

Level Name Beschreibung Lenken, Beschleunigen, Bremsen Überwachung des Verkehrs/des Umfelds Eingriff im Notfall System Fähigkeiten
Fahrer überwacht das Umfeld  
0 Keine Automatisierung Jeder Schritt wird von einem menschlichen Wesen durchgeführt. Menschlicher Fahrer Menschlicher Fahrer Menschlicher Fahrer Nicht vorhanden
1 Assistenzsysteme Das Fahrzeug kann in definierten Situationen unterstützen, z.B. durch Lenk- und Bremseigenschaften. Die Person hinter dem Steuer ist aber weiterhin für das Fahren verantwortlich. Menschlicher Fahrer Menschlicher Fahrer Menschlicher Fahrer Unterstützend in definierten Situationen
2 Teilweise Automation Das Fahrzeug kann in definierten Situationen Funktionen wie Lenken und Beschleunigen übernehmen. Der Fahrer ist weiterhin voll verantwortlich für das Fahren des Autos. Er reagiert auf die Umwelt und ist für die weiteren taktischen Maßnahmen verantwortlich. System Menschlicher Fahrer Menschlicher Fahrer Übernahme in definierten Situationen
Die verbauten Systeme überwachen das Umfeld automatisch    
3 Bedingte Automatisierung Das Fahrzeug steuert von selbst, kontrolliert die Geschwindigkeit von selbst und überwacht den Verkehr. Der Fahrer greift ein, wenn das System Unterstützung benötigt. System System Menschlicher Fahrer Übernahme in definierten Situationen
4 Hohe Automatisierung Das Fahrzeug übernimmt weitestgehend alle Funktionen und fährt auch weiter, wenn der Fahrer nicht auf Warnungen reagiert. System System System Übernahme in definierten Situationen
5 Volle Automatisierung Das Fahrzeug übernimmt alle Funktionen, die auch vom Fahrer durchgeführt werden können. Ein Fahrer ist nicht mehr notwendig. System System System Alle Situationen

Quelle: SAE international

Meisten Fahrzeuge auf Level 2

Die meisten Fahrzeuge, die in diesem Jahr mit autonomen Funktionen präsentiert wurden, sind auf Level 2 anzusiedeln. Diese Ebene beinhaltet Funktionen wie Spurhalteassistenten, Überwachung und Anpassung der Geschwindigkeit oder Lenkmanöver. Der Fahrer hat trotzdem noch die komplette Kontrolle über das Fahrzeug. Einige Fahrzeuge können auch auf Ebene 3 angesiedelt werden.

Automobilkonzerne wollen autonomes Fahren umsetzen

Ziel der Automobilkonzerne und Technologiekonzerne ist es ein voll automatisiertes Fahrzeug zu entwickeln. Das von Google präsentierte autonome Fahrzeug verfügt nicht mehr über ein Lenkrad oder Pedale. Für ein menschliches Wesen ist es nicht möglich, dieses Fahrzeug zu kontrollieren. Auch das Sartup Zoox entwickelt ein voll autonomes Fahrzeug.

Grundsätzlich gibt es zwei Strategien, wie autonome Fahrzeuge entwickelt werden. Unternehmen wie Google und Zoox wollen ein Fahrzeug auf den Markt bringen, das von Anfang an voll autonom ist. Etablierte Automobilkonzerne beschreiten einen anderen Weg:  Sie fügen von Modellreihe zu Modellreihe immer weitere automatisierenden Eigenschaften hinzu, bis letztendlich ein voll autonomes Fahrzeug angeboten werden kann. Die Kombination aus beiden Wegen wird letztendlich dazu führen, dass wir in absehbarer Zeit nicht mehr selber hinter dem Steuer sitzen müssen.

Bild: Shelley the Autonomous (Self-Driving) Car von Joseph Thornton (bestimmte Rechte vorbehalten)

BMW investiert in Carpooling-App Scoop

Über den Venture-Arm BMW iVentures beteiligt sich der Automobilkonzern aus München an Scoop Technologies aus Kalifornien. Scoop bietet einen Smartphone-basierten Mitfahrservice an. Im Fokus stehen Unternehmen, die einen Carpooling Service für die eigenen Mitarbeiter anbieten wollen. In en letzten Wochen hat es eine Flut von Investments der Automobilkonzerne in Mobilitätsstartups gegeben. Die Autokonzerne scheinen den Anschluss nicht verpassen zu wollen. Es setzt sich auch vermehrt die Meinung durch, dass immer mehr Konsumenten auf ein eigenes Auto verzichten und auf alternative Mobilitätslösungen zurückgreifen.

Wettstreit unter Automobilherstellern

In den letzten Jahren haben die etablierten Konzerne eher abwartend und ratlos reagiert und wussten nicht so recht, wie sie auf die neuen Herausforderungen reagieren sollen. Jetzt ist eine Art Wettstreit um Beteiligungen entbrannt. Die meisten Konzerne haben in den letzten Jahren gute Umsätze erzielt und sich ein finanzielles Polster aufgebaut, das sie jetzt investieren können.

Scoop verknüpft über die Smartphone App Nutzer, die in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen und auch in der gleichen Region arbeiten. Scoop andressiert vor allem Unternehmen, deshalb ist dir Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Mitfahrer im gleichen Unternehmen arbeiten. Diese Personen können über Scoop Fahrgemeinschaften bilden und so effizienter und kostengünstiger den Weg zwischen Arbeit und Zuhause zurücklegen. Ein ähnliches Konzept bietet das Deutsche Startup flinc an, an dem unter anderem der GM Konzern beteiligt ist.

BMW bereits an mehreren Startups beteiligt

BMW hat in den letzten Jahren schon öfters in Mobilitätsstartups investiert. Erst kürzlich wurde das Investment in RideCell bekannt. Zusammen mit Sixt wird der Carsharing Dienst DriveNow angeboten. Der Konzern ist auch dem Fahrdienst Summon beteiligt. Die App für öffentlichen Nahverkehr Moovit gehört neben der Park-App Zirx ebenfalls zum Portfolio.

Erst in den letzten Wochen haben sich Volkswagen an Gett und Toyota an Uber beteiligt. General Motors hat sich Anfang des Jahres an Lyft beteiligt, die Reste von Sidecar übernommen und die Marke Maven für alle Carsharing-Dienste ins Leben gerufen. Der Daimler Konzern hat die Taxi-App MyTaxi übernommen und ist an Blacklane beteiligt.

Bild: Scoop (alle Rechte vorbehalten)

CASE Mobility Magazin: Connectivity, autonomes Fahren, Shared Services und Elektrifizierung