Lyft verschiebt Launch in New York City

Der amerikanische Ridesharing Service Lyft, wollte am Freitag in New York City starten, um Uber Konkurrenz zu machen. Nach dem die Auseinandersetzung mit der TLC eskalierte, hat Lyft nun angekündigt, den Start zu verschieben.


UPDATE (25.7.2014): Lyft hat sich mit den New Yorker Behörden verständigt und die Erlaubnis von der TLC erhalten, den Ridesharing Service auszurollen. Heute um 19 Uhr New Yorker Zeit, geht der Service in online. Lyft wird nur Fahrzeuge akzeptieren, die von der TLC lizensiert sind. 


Gestern hat Lyft co-founder John Zummer angekündigt, dass der Ridesharing Service den Start in New York City verschiebt. Zuvor hat der Generalstaatsanwalt von New York und das Department of Financial Services Klage gegen Lyft eingereicht. In der Klage geht es darum, dass Lyft bereits in Rochester und Buffalo ohne Genehmigung aktiv ist und dass der Service im offenen Widerspruch zu den lokalen Regulierungen steht.

In dem Statement, das Lyft veröffentlicht hat, heißt es, dass sich Lyft ab Montag mit der TLC zusammensetzt, um an einer neuen Version von Lyft zu arbeiten, die von der TLC akzeptiert wird. Der Start soll dann sofort danach erfolgen.

Der Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman hofft, dass sich Lyft an die Gesetze anpassen kann und bald in New York starten kann. Scheidermann erwähnt auch, dass die Behörden eine gute Beziehung zum Lyft-Konkurrenten Uber haben. Uber hat sich kooperativ gezeigt und es wurde eine Lösung gefunden, die für alle Seiten funktioniert. Darunter zählt, dass alle Fahrzeuge lizenziert und versichert sind. Kürzlich hat sich der Staat New York und Uber auch darauf geeinigt, die Fahrpreise bei Notständen und Naturkatastrophen nicht zu erhöhen.

Photo: 2013.21.09_17.52_2858.jpg von Raido, Lizenz: CC BY 2.0

Monopolkommission will mehr Wettbewerb im Taxiverkehr & empfiehlt Anpassung der Regulierung im Taxi- und Mietwagenverkehr

Die Monopolkommission hat sich in ihrem Hauptgutachten dafür ausgesprochen, den Taxi-Markt freizugeben. Konkret wird die Anpassung der Regulierung des Mietwagenverkehrs empfohlen, sowie eine Konzessionsbeschränkung und Preisbindung im Taxiverkehr aufzuheben.

In einer zusammenfassenden Pressemitteilung gibt die Monopolkommission bekannt, dass sie einen zunehmenden Wettbewerb auf den Taximärkten begrüßt, diesen nach wie vor aber für unzureichend hält. Ausserdem wird die Aufhebung der Konzessionsbeschränkung im Taxiverkehr gefordert und die Ermöglichung eines Preiswettbewerbs, am Anfang in Form von Höchstpreisen. Was für die neuen Transport Network Anbieter, wie Blacklane und co. interessant ist, dass eine Anpassung der Regulierung  des Mietwagenverkehrs empfohlen wird, um eine Wettbewerbsverzerrung auszuschließen. Der Mietwagenverkehr ist zum Schutz des Taxiverkehrs reguliert. Der Start von Unternehmen, wie Uber, Blacklane und co. haben dafür gesorgt, dass sich der Wettbewerb zwischen Taxi und Mietwagen intensiviert und eine weitere Angleichung stattfindet. Diese Entwicklung wird von der Monopolkommission als positiv angesehen und eine Anpassung der Regulierung wird empfohlen.  So spricht sich die Kommission dafür aus, die Rückkehrpflicht zu streichen, um unnötige Leerfahren, Wohlfahrtsverluste und unnötige Schadstoffemissionen zu vermeiden. Das Gleiche gilt für die Vorschrift, die besagt, dass der Beförderungsauftrag schriftlich am Betriebssitz eingehen muss. Diese Regelung sollte ebenfalls gestrichen werden, um für Gleichberechtigung und Rechtssicherheit bei der Vermittlung von Mietwagenaufträgen zu sorgen.

Zusammenfassend sind aus der Sicht der Monopolkommission einige der Regulierungsinstrumente unnötig und sollten aufgehoben werden.  Die Differenzierung der Umsatzsteuer bei Taxi- und Mietwagen soll auch entfallen. Bisher fällt im Taxiverkehr bei einer Strecke von bis zu 50 km ein reduzierter Umsatzsteuersatz von 7% an. Im Mietwagenverkehr sind es hingegen 19% fällig.

Zu der Frage, ob die Vermittlung von Mitfahrangeboten an Fahrer ohne Erlaubnis zu Personbeförderung mit dem PBefG vereinbar ist, bezieht die Monopolkommission keine Stellung. Die Kommission weist allerdings auch darauf hin, dass im Taxi- und Mietwagengewerbe gegen gesetzliche Auflagen verstoßen wird. Sei es gegen die kaum zu kontrollierende Rückkehrpflicht der Limousinen oder das Stehen von Taxis an nicht zugelassenen und gekennzeichneten Taxihalteplätzen.

Die Monopolkommission ist ein unabhängiges Beratungsgremium, das die Deutsche Bundesregierung und die gesetzgebenden Körperschaften auf den Gebieten der Wettbewerbspolitik, des Wettbewerbsrechts und der Regulierung berät. Bleibt abzuwarten, welchen Einfluss dieses Gutachten auf die Entscheidungen der Politiker hat, die bereits angekündigt haben, den Taxiverkehr weiter zu schützen.

Photo: Das letzte Taxi von Emanuele, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Google steckt große Summe in Google Shopping Express

Google will eine große Summe, im Raum stehen 500 Mio. US$, in den seinen Lieferdienst Google Shopping Express stecken. Die Summe soll dafür verwendet werden, das Angebot, das es bis jetzt nur in Städten, wie New York City oder San Francisco gibt, auf ganz USA auszuweiten. Mit dem ausgeweiteten Angebot soll auch Amazon angegriffen werden.

Mittels Google Shopping Express lassen sich Waren, die bei lokalen Händlern über Google bestellt wurden, per Kurier am selben oder nächsten Tag nach hause liefern.

Google wollte die 500 Mio. US$ Spritze nicht kommentieren, gleichzeitig macht der Leiter von Google Shopping Express, Tom Fallows, keinen hehl aus seinen Ambitionen: “ Sie können sehr davon ausgehen, dass wir wir viel Geld in das investieren werden und wir begeistert sind, das Investment über die Zeit aufrecht zu halten.“

Bisher wurde in Marketing in jeder Stadt und in eine Flotte investiert.  Außerdem wurde für ein Netzwerk an Kurierfahrern und Packern investiert, die die Waren einpacken und zu den Kunden liefern.

Google möchte mit dem Service seine Suchanzeigen verbessern. Auf Amazon kann man nach Produkten suchen und sie gleich kaufen. Bei einer  Google Suche war das bis jetzt nicht der Fall, seit fünf Jahren wurde nur die Information angezeigt, ob ein Artikel um die Ecke verfügbar ist oder nicht. Den Google-Nutzern wurde nicht geholfen, die Artikel auch einfach zu beschaffen. Eventuelle wird Google in den Suchanzeigen einblenden, dass der gewünschte Artikel in einem Shop in der Nähe ist und per Shopping Express sofort geliefert werden kann.

Anders als bei Amazon verfügt Google nicht über riesige Lagerhallen, in denen die Artikel eingelagert und verschickt werden. Google nutzt die lokalen Geschäfte als Quelle und erfüllt die Wünsche der Kunden, in dem ein Kurier die Ware in einem lokalen Geschäft abholt, die dann zum Kunden gebracht werden.

Google erhält eine Provision für jede Transaktion, normalerweise einen einstelligen Prozentsatz, außerdem müssen die Einkäufer 4.99 US$ pro Geschäft zahlen, das von einem Kurier besucht werden muss, um die Bestellung abzuschließen.
Der Chef von Shopping Express kann sich auch vorstellen, dass sie eine Flatrate-Mitgliedschaft starten, ähnlich wie bei Amazon Prime.

Bleibt abzuwarten, ob die Technologie von Uber eine Rolle spielen wird, in die Google Ventures im letzten Jahr investiert hat. Bisher wurde der Service von Uber in Google Maps eingebunden. Uber hat mit UberRush in New York City ebenfalls einen Kurierservice gestartet.

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Uber erhält grünes Licht in London – Taxiverband verklagt 6 Uber Fahrer

Trotz Proteste der Taxifahrer wurde Uber in London laut Times für legal erklärt. Die lokalen Transportbehörden haben dem US-amerikanischen Startup grünes Licht gegeben. Im Gegenzug stellt der Taxiverband Strafanzeige gegen sechs Fahrer, die bei Uber unterwegs waren, um die Erlaubnis zu verzögern.

Die Behörde Transport for London (Tfl) hat letzten Donnerstag verkündet, dass  Uber weiterhin in London operieren darf. Die Entscheidung kommt nur wenige Wochen, nach dem die Taxifahrer europaweit gegen die neuen Transport-Dienste, wie Wundercar, Blacklane oder Uber protestiert haben.  Viele Taxifahrer haben den neuen Transport Netzwerk Services vorgeworfen, dass sie ihnen das Geschäft streitig machen und gegen die lokalen Gesetzte verstoßen. Uber und die anderen Anbieter, bei denen man über eine Smartphone App ein Fahrzeug mit Fahrer per Knopfdruck bestellen kann, halten dagegen, dass sie mit innovativer Technologie eine eingestaubte und konservative Industrie durchdringen.

Die endgültige Entscheidung wir ein Gericht (High Court) treffen, die Tfl  möchte ihre Einschätzung, dass es sich bei Uber um einen „regulated taxi service“ handelt, bestätigen lassen.  Die Entscheidung wird noch auf sich warten lassen, da der Taxiverband gegen sechs Fahrer, die bei Uber unterwegs waren, einen Strafantrag gestellt haben. Diese Strafanträge müssen erst bis Ende Juli 2014 gehört werden, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Der Chef des Taxiverbands, Steve McNamara begründet gegenüber Bloomberg, dass der Verband der Tfl-Vereinigung nicht trauen und die Tfl sei als Regulierer nicht geeignet.

Wie in den anderen Städten, in denen Fahrer aus dem Uber-Netzwerk verklagt wurden, hat Uber London die volle Unterstützung für die angeklagten Fahrer zugesichert. Alle Kosten für Verteidigung und möglichen Verdienstausfall werden wahrscheinlich übernommen.

In Berlin ist seit der einstweiligen Verfügung nichts weiter passiert, in Hamburg will sich die Wirtschaftsbehörde Anfang der kommenden Woche zu den Geschäften von Uber äußern. In Brüssel wurde Uber eigentlich auch verboten, Fahrzeuge sind aber weiterhin unterwegs.

Photo: Taxis on Oxford Street von  aimee rivers, Lizenz: CC BY-SA 2.0

BlaBlaCar mit 100 Mio. US$ Finanzierung

Die Französische Mitfahrplattform BlaBlaCar hat 100 Mio. US$ von namenhaften Investoren eingesammelt. Der Betrag soll für die weitere Expansion verwendet werden.

BlaBlaCar hat damit eine der größten Finanzierung für französische Startups eingesammelt, nur der Musik Streaming Dienst Deezer hat mit 130 Mio. US$ eine höhere Finanzierung erhalten. Mit beteiligt an der Finanzierung sind Index Ventures, die vor ein paar Wochen auch schon in den Pariser Carsharing Anbieter Drivy investiert haben, Accel Partners, ISAI und Lead Edge Partners.

Das Unternehmen hinter BlaBlaCar ist schon seit ein paar Jahren, nämlich seit 2006 aktiv und ähnelt vom Konzept her Mitfahrgelegenheit.de. Über die Website oder die App können sich Reisende und Fahrer mit dem gleichen Fahrziel verbinden und eine gemeinsame Fahrt vereinbaren.

BlaBlaCar ist in vielen europäischen Ländern aktiv, darunter Frankreich, Deutschland, Italien oder UK. Einige der beliebtesten Routen sind anscheinend grenzüberschreitend, die durchschnittliche Fahrt ist 320 km lang und pro Fahrt wird im Schnitt weniger als 20 € pro Platz bezahlt. Bisher hat BlaBlaCar 8 Mio. registrierte Nutzer, ca. 1 Mio. ist jeden Monat aktiv. In Deutschland hat BlaBlaCar etwa 1 Mio. Nutzer und hält gut mit dem von Daimler finanzierten Mitfahrgelegenheit.de mit.

Ähnlich wie bei anderen Anbietern schlägt BlaBlaCar einen Preis vor und Fahrgast und Fahrer einigen sich darauf. Im Preis sind alle anfallenden Kosten inklusive, unter anderem Benzinkosten oder Mautgebühr. Unterschied zu den viel diskutierten Angeboten, wie UberPop oder Lyft ist, dass die Fahrer kein Profit mit den Touren machen sollen. Die Taxialternativen Uber, Wundercar und co. werden auch ausschließlich für Kurzstreckenfahrten in den Innenstädten genutzt.

In Deutschland ist der Service noch kostenlos, in anderen Ländern, wie Frankreich fallen Gebühren an.

Photo: RIDESHARING COMMUNITY #BLABLACAR ON THE RISE von MotorBlog.com; Lizenz: CC BY 2.0

Uber senkt in San Francisco erneut die Preise – Jetzt fast die Hälfte vom Taxipreis

Uber hat in der San Francisco Bay Area die Preise um 25% gesenkt und ist jetzt 45% günstiger als Taxi. Einerseits wird es so für die Taxifahrer erneut schwieriger zu bestehen, andererseits ist Uber so wieder günstiger als Lyft.

In der letzten Preissenkung wurde klar Lyft attackiert, doch der pinkfarbene Balken in dem veröffentlichten Diagramm ist verschwunden. Entweder ist Uber der Überzeugung, dass sie sich keine Sorgen um Lyft machen müssen oder sie wollen die Nutzer nicht an die Konkurrenz erinnern. Vor der aktuellen Preissenkung war uberX 15% teurer als Lyft, nun ist uberX 13% günstiger.

Kann auch sein, dass Uber so versucht, den Rückgang der Nachfrage während der Sommermonate zu kompensieren. Normalerweise geht die Nachfrage im Sommer zurück, da viele Personen ihre Zeit im Urlaub verbringen. Der Link mit SFSummerPromo könnte auch darauf schließen lassen, dass Uber die Preise nach dem Sommer wieder anzieht und es nur einen vorübergehende Preissenkung ist.

Lyft hat die Preise im April gesenkt, um mit Uber mithalten zu können. Bleibt abzuwarten, bis Uber in weiteren Städten, wie z.B. New York die Preise ebenfalls senkt.

Ein Taxiunternehmer in San Francisco hat Bedenken geäußert, dass es in 18 Monaten keine Taxis mehr in San Francisco geben wird, da die Fahrer zu wenig verdienen und die Lizenzen zu viel kosten. Hinzu kommt, dass die Taxifahrer keinen guten Ruf haben, sie nutzen z.B. alte Autos, können nicht bestellt werden und legen ein unverantwortliches Verhalten an den Tag.

Photo: Sonics Meet von chelle_1278, Lizenz:CC BY-ND 2.0

Google stellt Android Auto vor

Der amerikanische IT-Konzern hat auf der jährlichen I/O Entwicklerkonferenz Android Auto vorgestellt. Ähnlich wie bei CarPlay von Apple, wird das Android Smartphone mit dem Auto Verbunden und über das Display im Auto lassen sich dann die wichtigsten Funktionen abrufen und steuern.

So lässt sich Google Maps über Android Auto abrufen oder Google Play Music und Musik Streaming Dienste, wie Pandora oder Spotify. In einer ersten Übersicht an Apps, die von Android Auto unterstützt werden, sind auch Sport und Padcast Apps. Messaging und Telefonieren wird natürlich auch möglich sein. Gesteuert werden die Apps entweder über das Display selbst, über Sprachbefehle oder über die Knöpfe am Lenkrad.

Als erste Autohersteller sind unter anderem Audi, Volkswagen und Volvo mit dabei und bis Ende des Jahres sollen die ersten Modelle mit Android Auto unterwegs sein. Das Pendant von Apple, CarPlay, kann schon in neuen Modellen von Mercedes, Honda oder Ferrari bestellt werden. Sets zum Nachrüsten von Fahrzeugen werden aktuelle von Panasonic und Alpine entwickelt.

Bleibt spannend, ob es für Uber, Lyft und co. auch eine Möglichkeit geben wird, ihre Fahrerapps über das Autodisplay steuern zu lassen. Die Fahrer müssen dann nicht mehr ihr Smartphone im Blickfeld haben, sondern könnten einfach über das zentrale Display oder einen Knopf am Lenkrad eine Fahrt annehmen.

WunderCar ändert Modell und wird zur Mitfahrzentrale für kurze Strecken in der Stadt

Nach der Kritik und dem Druck der Taxiindustrie auf die Behörden in den letzten Wochen ändert das Startup Wundercar sein Geschäftsmodell und wird der Mitfahrzentrale flinc sehr ähnlich. Allerdings möchte man sich weiter auf kurze Fahrten innerhalb des Stadtbereichs fokussieren. Wie Netzwertig berichte, bedeutet das für die Nutzer, dass sie vor der Fahrt auch ihr Ziel angeben müssen, damit ein passender Fahrer zugewiesen werden kann.

Anstatt eines on-demand Transportdienstes bezeichnet sich Wundercar nun als soziale Mitfahrzentrale für Fahrten in der Innenstadt, im Gegensatz zu flinc soll der Fokus nicht auf Pendlern liegen, die gerne auch mal längere Strecken zurück legen..


UPDATE: Gestern wollte ich Wundercar in Berlin testen, am Anfang war kein Fahrer verfügbar, nach mehreren Versuchen wurde ein Fahrer gefunden, der 18 Minuten entfernt war. Ein Ziel musste ich bei der Buchung nicht angeben und der Fahrer schien auch nicht die Strecke ohne mich fahren zu wollen, da er mehr oder weniger dort angezeigt wurde, wo ich hin wollte.  Das Konzept der sozialen Mitfahrgelegenheit a la flinc wurde anscheinend noch nicht umgesetzt.


 

Zu beobachten bleibt, ob es sich dabei nur um eine Änderung in der Kommunikationsstrategie handelt oder ob wirklich nur Fahrer unterwegs sind, die auch die Strecke ohne Fahrgast gefahren wären. WunderCar könnte auch nur kommunizieren, dass es sich um Fahrer handelt, die jemanden auf ihrer eh schon satt findenden Fahrt mitnehmen.

Die Autobesitzer sollen die Wundercar App nutzen, wenn sie eh schon auf dem Weg zu einem Ziel sind und Fahrgäste mitnehmen, die in die selbe Richtung möchten. Der Fahrer soll nach der Fahrt maximal eine Spende in höhe der Betriebskosten erhalten, Wundercar möchte davon 20% Vermittlungsgebühr behalten. Die Vermittlungsgebühr kommen für die Fahrgäste wohl auf den Beitrag der Betriebskosten zusätzlich hinzu, den Fahrern die Kosten von den eh schon minimalen Beträgen abzuziehen, macht keinen Sinn.

Das Modell, dass man sich auf Fahrer konzentriert, die eh schon zu einem Ziel unterwegs sind und einfach jemanden mitnehmen, der sich über die App meldet, erfordert für einen flüssigen Betrieb eine hohe Anzahl an registrierten Fahrern, die in die gewünschten Richtungen unterwegs sind. Die durch den Taxi-Protest gewonnen Fahrgäste werden schnell verärgert sein, wenn sie keine Fahrt bekommen, um zur nächsten Party oder Verabredung zu kommen.

Laut Gründerszene reicht diese Änderung den Hamburger Behörden nicht. Wundercar hat das Verbot der Wirtschaftsbehörde bis jetzt ignoriert und weiterhin Fahrten vermittelt. Laut Gründer Gunnar Froh wird aber weiter mit der Hamburger Behörde zusammengearbeitet, um ein Kostenmodell zu entwickeln, das eine Abgrenzung von der gewerblichen Personenbeförderung ermöglicht. Was aus den angekündigten Expansionsplänen wird, ist fraglich. Es ist davon auszugehen, das WunderCar langfristig eine gerichtliche Lösung und Klarstellung bzw. Änderung der Rechtslange beabsichtigt und dann sein Geschäftsmodell wieder ändern wird. Bis es soweit ist, hat man sich erstmal Zeit erkauft.

Deutsche Post und ADAC weiten Fernbusangebot aus

Die Kooperation von Deutsche Post und ADAC scheint erfolgreich zu verlaufen, aber noch keine schwarzen Zahlen zu schreiben. Nach dem Start vor einem Jahr werden die angefahrenen Städte ab August verdoppelt, mit Zürich ist erstmal auch ein nicht deutsches Ziel buchbar.

An Anfang lief es nicht rund für den Postbus, da versucht wurde mit einer Hochpreis-Strategie in den Markt zu starten. Die höheren Preise sollten sich durch mehr Service  und Platz in den Bussen rechtfertigen.

Jetzt soll das Angebot an Haltestellen verdoppelt werden, ab August sollen insgesamt 60 Städte angefahren werden. Eine Verdoppelung der Fahrten heißt diese Erweiterung aber nicht, es wird einfach öfters gehalten, um auch kleiner Städte zu bedienen. Eine Expresslinie soll die Reisezeit auf den wichtigen Strecken verkürzen und es werden ausländische Städte, wie Zürich in den Routenplan mit aufgenommen. Die Anzahl der Busse bleibt mit 60 Fahrzeugen konstant. An den Wochenenden werde wahrscheinlich fast alle Busse auf den angebotenen Strecken unterwegs sein, unter der Woche sind weniger Fahrgäste unterwegs, deswegen werden einige Busse stehen gelassen oder anderweitig eingesetzt, z.B. bei  Veranstaltungen des ADACs oder der Post.

Schätzungen der Bahn zufolge beträgt das Geschäftsvolumen im Fernbusmarkt in diesem Jahr 160 Millionen Euro, 2015 soll es sich auf 350 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass sie in diesem Jahr durch das Fernbusangebot Umsatzeinbußen von 40 Mio. € hat. Der deutsche Fernbusanbieter MeinFernbus.de kooperiert mit DriveNow, um die Fahrgäste auf eine komfortable Möglichkeit aufmerksam zu machen, um vom Busbahnhof zur Zieladresse zu kommen.

Photo: ADAC Postbus 19-12-2013 von Hans-Jörg von Schroeter, Lizenz: CC BY-ND 2.0

Die scheinheiligen Taxifahrer – Beanstandete Fahrzeuge, Drogen und Steuerhinterziehung

Die Debatte um neue Ridesharing-Dienste, wie Uber, Wundercar und co. wurde von von der Taxiindustrie angestoßen. Ohne die erreichte einstweilige Verfügung, die aber nicht vollstreckt wurde und ohne den europaweiten Taxiprotest wäre das Thema bei der breiten Bevölkerung mehr oder weniger unbekannt.

Die Taxiindustrie bekräftigt in ihren Argumenten immer wieder, dass eine Taxifahrt sicherer sei, da die Autos jährlich kontrolliert werden und die Taxifahrer einen Überprüfungsprozess durchlaufen. Des weiteren werfen sie den Fahrern der Ridesharing-Dienste Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung vor.

Es mag sein, dass für Taxis, Taxifahrer und Taxiunternehmer  eine Reihe von Regeln gelten, die Fahrgäste schützen und die Zuverlässigkeit der Dienstleistung garantieren sollen. Häufig werden die Regeln aber umgangen, wie im folgenden verdeutlicht werden. Daneben gibt es einige Vorteile für Taxifahrer und Taxiunternehmer, die den Wettbewerb verziehen.

Schwarzarbeit bei Taxifahrern

Durch meine eigene Tätigkeit für Transport Networks wie Uber und Blacklane weiß ich, dass es genügend Taxifahrer in Berlin gibt, die über keinen Personenbeförderungsschein verfügen. Viele Taxifahrer, mit denen ich mich seit Anfang 2013 unterhalten habe, geben auch offen zu, dass sie die meisten Umsätze am Finanzamt vorbei führen und keine Steuern zahlen. Ein Modell ist z.B., dass ein Fahrer offiziell 800 – 1000 € im Monat bekommt und das 2-3 fache dann noch mal schwarz ausbezahlt wird. So werden Steuern hinterzogen und bei den Sozialabgaben betrogen. Ein anderes Modell ist, dass nur so viel offiziell ausgezahlt wird, dass die Sozialbehörden eine weitere Unterstützung zuschießen.

Bei einer Taxikontrolle im letzten August am Flughafen Tegel war der Warteplatz, auf dem sonst häufig mehrere hundert Taxis warten, innerhalb von Minuten leer. Nach dem die Taxifahrer von der bevorstehenden Kontrolle erfahren hatten, haben sie fluchtartig den Flughafen verlassen. Diese Verhalten der Taxifahrer legt nahe, dass der Großteil der Taxifahrer und Unternehmer etwas zu verbergen hat.  Boto Töpfer vom Taxiverband Berlin-Brandenburg e.V. schätzt sogar, dass 70 Prozent der Taxifahrer in irgendeiner Form betrügen, das sie wie oben keine Steuern abführen oder Sozialabgaben kürzen.

Taxifahrer auf Drogen in Hamburg

In Hamburg wurde in den letzten Tagen von der Polizei eine Taxikontrolle durchgeführt. Von 40 Fahrzeugen wurden 20% beanstandet, fast 50% von den beanstandeten Fahrzeugen wurde auf Grund von technischen Mängeln sofort stillgelegt. Ein Fahrer mit Fahrgästen an Board hat sogar Ausfallerscheinungen gezeigt, ein Drogentest ist positiv ausgefallen.

Die Verkehrsuntersuchung in Hamburg zeigt also, dass die bestehenden Gesetze nicht viel bringen. Wäre so ein Ergebnis bei der Überprüfung von Wundercar oder Uber Fahrer zustande gekommen, wäre der Aufschrei in den Medien wahrscheinlich wieder entsprechend groß.

Geschäft mit dem Personenbeförderungsschein

In Berlin gibt es einige Taxischulen, die meistens auch einen angeschlossenen Taxi-Betrieb haben, die gute Geschäfte dank der Unterstützung der Arbeitsagenturen machen. Einige zukünftige Taxifahrer lassen sich ihren Personenbeförderungsschein inklusive Schulung über einen Bildungsgutschein finanzieren. Für die Schulung und die Prüfung fallen schon mal gerne Gebühren von 2-3.000 € an. Wenn die Taxischule auch dafür sorgt, dass der bereits geförderte Neu-Taxifahrer noch eine Anstellung als Taxifahrer erhält, fließt weitere finanzielle Unterstützung. Es ist also nicht verwunderlich, dass einige Taxiunternehmer ein Interesse daran haben, dass jeder Fahrer über einen Personenbeförderungsschein verfügt, da sich damit gute Geschäfte machen lassen.

Wettbewerbsverzug durch 12% weniger Mehrwertsteuer

Für Taxifahrer gilt der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7%, Mietwagen-Unternehmer und Ridesharing Dienste müssen den vollen Satz von 19% bezahlen. Aufs Jahr hochgerechnet ergibt das einen Vorteil für die Taxifahrer von mehreren tausend Euro.

Wettbewerbsverzug durch Rückkehrpflicht

Sofern Mietwagenunternehmer, also Chauffeure, keinen schon vor Abfahrt aus dem Betriebssitz festgelegten Auftrag haben, müssen sie zu ihrem Betriebssitz zurück kehren und schriftlich auf den nächsten Auftrag warten. Diese Regelung ist aus ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten sinnlos und begünstigt ganz klar die Taxiindustrie.

Die Liste über die Wettbewerbsvorteile der Taxifahrer und die Verstöße der Taxifahrer lässt sich beliebig erweitern. Die Taxiindustrie ist aber bei weitem nicht so sauber, wie in den letzten Wochen immer im Kampf gegen die neuen Anbieter betont wurde.

Photo: Name: Taxi by night von Gary Tube Lizenz: CC BY-SA 2.0

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