Erstes Elektromotorrad von Harley-Davidson

Der bekannte amerikanische Motorradhersteller Harley-Davidson lässt die Vergangenheit zurück und stellt das Elektro-Bike Projekt LiveWire vor. Das Motorrad mit Elektroantrieb soll in den nächsten Monaten in 30 Städten getestet werden, bevor es dann in etwa einem Jahr in die Läden kommt.

Bisher wurden noch wenig Details über das neue Bike veröffentlicht, Harley-Davidson spricht werbewirksam von einer reifenzerstörenden Beschleunigung und einem unvergesslichen Sound.  Es wird angegeben, dass eine Beschleunigung von 0 auf 100 in unter 4 Sekunden möglich ist. Über Motor, Reichweite und Leistung der Batterie, Höchstgeschwindigkeit usw. wurden keine Angaben veröffentlicht.

Viele Tech-Blogs waren begeistert von dem neuen rein elektrisch angetriebenen Motorrad, in sozialen Netzwerken, wie Twitter kam neben Begeisterung auch einiges an Spott auf. Hauptsächlich  weil der typisch blubbernde Sound der bisherigen V-Motoren durch einen Sound ersetzt wurde, der eher an einen Düsen-Jet erinnert. Viele alt eingesessene Harley-Besitzer können sich mit dem Produkt vermutlich wenig anfreunden, dafür werden um so mehr neue Kunden gewonnen.

httpv://www.youtube.com/watch?v=t6F8O5A__Ds#t=44

Das Motorrad steht noch nicht zum Verkauf, sondern soll Harley-Davidson dabei helfen, die Erwartungen der Motorradfahrer besser einschätzen zu können, wie sie sich ein Elektro-Motorrad vorstellen. Dafür wird das LiveWire durch 30 Städte in den USA touren und potentielle Kunden können es testen und ihre Meinung abgeben. Eine Tour durch Europa  soll im nächsten Jahr folgen.

Auch wenn es noch eine Weile dauern dürfte, bis das erste e-Bike von Harley-Davidson bei den Händlern steht, kann das Unternehmen die Vorstellung als Marketing-Erfolge verbuchen, da viel in Social Media, Blogs und Presse darüber diskutiert wird.

Ridesharing Dienste wie Lyft, UberX und Sidecar in Seattle vor Legalisierung

In der amerikanischen Großstadt gibt es seit mehr als einem Jahr Proteste und Debatten über Ridesharing Dienste, wie Uberx und Sidecar. Nun hat Bürgermeister Ed Murray angekündigt, dass sich die Taxiindustrie, die Stadt und die neuen Player im Transportgewerbe geeinigt haben. UberX, Lyft und co. wird damit auch nicht mehr vorgeschrieben, wie viele Fahrzeuge sie rund um die Uhr auf der Straße haben dürfen.

Erst vor ein paar Monate, Ende Februar 2014, hat Seattle eine Richtlinie erlassen, dass nur noch jeweils 150 Fahrzeuge gleichzeitig bei Lyft und co. unterwegs sein dürfen, um die Taxiindustrie zu schützen. Schätzungen zu folge waren davor ein Vielfaches an Fahrzeugen in der Stadt unterwegs und die Nachfrage für Alternativen zum Taxi entsprechend hoch.

Vor ein paar Tagen hat der US Staat Colorado bereits eine neue Richtlinie erlassen, um Ridesharing zu legalisieren. Mit Seattle folgt jetzt eine weitere Stadt in den USA, die Ridesharing legalisiert. Ed Murray geht davon aus, dass die Entwicklung in Seattle schule machen wird und sich andere Städte daran orientieren werden, einen stark regulierten Markt zu de-regulieren. Er sieht auch ein, dass die neuen Technologien nicht aufzuhalten sind und sehr schnell die Transportindustrie verändern. Ed Murray hat eingesehen, dass die Bevölkerung die Wahl haben möchte, wie sie sich durch die Städte bewegen.

Hier sind die wichtigsten Punkte aus der Vereinbarung zwischen der Stadt, den Diensten und der Taxiindustrie:

  • Uber, Sidecar, Lyft, ect. die als Transportation Network Companies bezeichnet werden und deren Fahrer müssen eine Lizenz erwerben und den Versicherungsanforderungen entsprechen. Jeder
  • Transportation Network Companies (Uber, Lyft, SideCar, etc.) and their drivers will be licensed and required to meet insurance requirements.
  • Mietwagenfahrer, also Chauffeure, die kein Taxifahren, haben zum ersten Mal das Recht, von Fahrgästen heran gewunken zu werden.
  • Die Stadt wird 200 neue Taxilizenzen in den nächsten 4 Jahre ausstellen. Taxi- und Mietwagen-Lizenzen werden durch eine Eigentumsrecht geschützt, ähnlich wie in anderen Städten.
  • Die Anzahl der Fahrzeuge pro Netzwerk wird nicht beschränkt.
  • Ein Fond für Barrierefreiheit wird aufgesetzt, für jede Fahrt muss der Fahrgast 10 US Cent Gebühr bezahlen, die in dem Fond landen.

Die Einigung muss erst noch von der Stadtregierung von Seattle verabschiedet werden, damit würde eine über ein Jahr dauernder Prozess ende. Wenn sich die Parteien nicht geeinigt hätten, dann hätte Murray die innovativen Dienste ohne Regulierung ganz einfach verboten.

Auch in Europa protestieren die Taxifahrer gegen Ridesharing Dienste von Uber, Wundercar und Co. In Deutschland wurde WunderCar in Hamburg untersagt, Fahrten zu vermitteln, das Unternehmen macht aber trotzdem weiter. Laut einem Bericht des Spiegels, wollen sich die Verkehrsminister der Deutschen Bundeslänger für ein Verbot der neuen Transport Network Companies aussprechen, wahrscheinlich weil viel Druck von der Taxiindustrie aufgebaut wird, um diese zu schützen. Den NRW-Verkehrsminister Michael Groschek von der SPD zitiert der Spielge mit folgenden Worten: “Wir müssen jede Form von möglicher Schwarzarbeit ächten und unsere Taxifahrer schützen”. Offener sieht es dagegen SPD-Bundestagsfraktionsvize Sören Bartol: „Die Digitalisierung bietet Chancen für eine neue Mobilitätsform. Wichtig ist aber, dass es zwischen Taxis und neuen Angeboten fair zugeht“.

WunderCar mit weiterer Finanzierung – Expansion deutschlandweit

Wundercar hat angekündigt, dass weitere Finanzierung aufgenommen wurden. Die Abgeschlossene Finanzierungsrunde war bereits die zweite Runde seit Start im Herbst 2013. Damals wurde eine siebenstellige Summe aufgenommen, unter anderem von Partech Ventures, Michael Brehm, dem ehemaligen Geschäftsführer von Studi-VZ und weiteren Investoren. Laut Handelsregister Eintrag wurde schon am 12. Mai 2014 eine Anpassung der Gesellschafterliste eingereicht, gut möglich also, dass die Finanzierung schon vor einem Monat abgeschlossen wurde, aber erst jetzt publik gemacht wurde.

Bei der aktuellen rechtlichen Situation und der geplanten Expansion kann es nicht schaden, über ein dickeres Finanzierungspolster zu verfügen. Nach dem Taxiprotest, der Wundercar viele neue Nutzer und Fahrer zugespielt hat, werden in den kommenden zwei Wochen weitere Städte hinzu kommen. Zur Zeit können sich Fahrer anmelden, sobald der Registrierungsprozess mit Backgound-Check durchlaufen ist und genügend Fahrer in einer Stadt gefunden wurden, kann es los gehen.
Hamburg pocht weiter auf Einstellung des Betriebs

Die Hamburger Behörden pochen weiter darauf, dass Wundercar den Betrieb in Hamburg einstellt, obwohl das vorgegeben Trinkgeld pro Kilometer auf 35 ct. gesenkt wurde. Die Hamburger Behörden bezeichnen diese Anpassung als Kosmetik und haben nach einem Bericht des NDRs höhere Bußgelder in Höhe von 20.000 € für jeden Fahrer angedroht. Jedem Verstoß soll nachgegangen werden und ein Strafgeld in Höhe von 1.000 € gegen Wundercar verhängt werden.  Eine Sprecherin kündigte an, dass Wundercar die Möglichkeit hat, Widerspruch innerhalb von 4 Wochen einzulegen. Letztendlich muss ein Gericht entscheiden, ob das Angebot legal ist oder nicht und unter welchen Voraussetzungen.

Gemietete Fahrzeuge und für Verfügbarkeit bezahlen

In Berlin sind laut Wundercar-Fahrer angemietete Fahrzeuge von Enterprise unterwegs und die Fahrer erhalten einen fixen Betrag pro Stunde, um für Verfügbarkeit zu sorgen. Vorteil bei Mietwagen wird sein, dass die Fahrzeuge bereits gewerblich versichert sind, evtl. auch für die gewerblichen Personenbeförderung. Somit wird ein Kritikpunkt der Behörden und Taxiverbände ausgehebelt.

Die Fahrer für die Verfügbarkeit zu bezahlen, also für die Zeit, während der sie ohne Fahrauftrag im Fahrzeug sitzen und nicht für die Fahrten, könnte auch ein Weg sein, um das Personenbeförderungsgesetz zu umgehen, wenn auch ein kostspieliger. Nicht bekannt ist, wie viel die Fahrer erhalten, bei Konkurrent Uber erhalten die UberPOP Fahrer anscheinend 15 € pro Stunde Verfügbarkeit.

Geschäftsmodell von WunderCar

Wundercar ist seit Anfang des Jahres in Berlin, Hamburg und seit ein paar Tagen auch in Dublin aktiv. Das Unternehmen hat das Geschäftsmodell des amerikanischen Unternehmens Lyft kopiert. Mit Hilfe einer Smartphone-App bringt Wundercar registrierte Nutzer und private Fahrer ohne P-Schein und Konzession zusammen. Um das Personenbeförderungsgesetz zu umgehen, sind alle Fahrten kostenlos, es gibt aber die Möglichkeit ein Trinkgeld per App in beliebiger Höhe zu zahlen, Wundercar behält davon 20%, der Rest wird an die Fahrer ausbezahlt. Die Taxiunternehmer laufen Sturm gegen Wundercar, da die Fahrer sich nicht an das von der Taxi-Lobby mit verfasste Personenbeförderungsgesetz halten.

Vorbild Lyft, das mittlerweile mehr als 350 Mio. US $ Finanzierung eingesammelt hat, ist ebenfalls mit dem Trinkgeld oder Spendenmodell gestartet, nach dem die Behörden von dem Ridesharing Modell überzeugt waren oder nicht dagegen vorgegangen sind, wurde auf ein System mit einheitlichen Tarifen pro Stadt umgestellt.

Photo: Name: Taxi Driver von Daniele Zanni, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Tesla gibt Patente für alle frei, um Elektromobilität anzukurbeln

Der Amerikanische Autohersteller Tesla, der sich auf Elektroautos spezialisiert hat, gibt all seine Patent frei.

Wie Tesla Gründer Elon Musk mitteilt, wurden alle Patente für die Open Source Bewegung freigegeben. Die normalerweise in der Lobby stehende Wand mit allen Tesla Patenten wurde entfernt.

Tesla gibt alle Patente frei, um Elektromobilität anzukurbeln. Quelle: Flickr.com
Tesla gibt alle Patente frei, um Elektromobilität anzukurbeln. Quelle: Flickr.com

Tesla wurde gegründet, um den Wechsel hin zum nachhaltigen Transport zu beschleunigen. Auf dem weg dorthin passt es nicht zusammen, auf der einen Seite wettbewerbsfähige Autos zu entwickeln und zu produzieren und auf der anderen Seite intellektuelle Mienen hinter sich zu lassen,  um andere Unternehmen davon abzuhalten, nachhaltige Fahrzeuge zu entwickeln. Elon Musk schreibt auf dem Tesla Blog, dass sie gegen keinen rechtliche Schritte einleiten werden, der die Tesla Patente mit einer guten Absicht benutzen. Tesla hat seit dem Start vor paar Jahren mehrere hundert Patente eingereicht und zugesprochen bekommen.

Normalerweise versucht Musk darauf zu verzichten, wenn es um Patente geht, seiner Meinung nach kauft man mit einem Patent einen Lotterieschein für Gerichtsverfahren. Bei Tesla wurde am Anfang gedacht, das Patente Tesla davor schützen, dass große Autohersteller die von Tesla entwickelten Technologien kopieren und ihre Produktions- und Vertriebspower nutzen und Tesla überrollen. Bisher war dem nicht so, die Entwicklungsprogramme für Elektrofahrzeuge oder Fahrzeuge, die kein CO2 Ausstoßen, sind bei den meisten Herstellern klein oder gar nicht existent.

Bei den etablierten Herstellern sind die nachhaltigen Fahrzeuge ohne CO2 für 1% oder weniger der Verkaufszahlen verantwortlich. Große Automobilhersteller, wie Daimler oder BMW produzieren Fahrzeuge mit geringer Reichweite, einige haben auch gar keine Fahrzeuge im Programm, die kein CO2 Ausstoßen.

Jedes Jahr werden 100 Mio. Fahrzeuge produziert und insgesamt gibt es etwa 2 Milliarden Fahrzeuge auf der Welt und für Tesla ist es unmöglich, genügend Fahrzeuge herzustellen und zu vertreiben, um gegen die steigende CO2 Emission anzukämpfen. Der größte Wettbewerb für Tesla sind nicht die wenigen Elektrofahrzeuge, die keine Teslas sind, sondern die vielen Fahrzeuge, die mit einem Benzin-Motor produziert werden.

Teslas Ziel ist es, eine Technologie Plattform auf die Beine zu stellen, die sich schnell entwickelt, damit darauf weitere Elektrofahrzeuge verschiedener Hersteller entstehen. Technologieführerschaft ist nicht durch Patente definiert, sondern durch die Fähigkeit des Unternehmens, die besten Ingenieure zu motivieren.

Bleibt abzuwarten, welche Unternehmen davon gebrauch machen und ob dadurch neue Unternehmen ermutigt werden, Elektrofahrzeuge zu entwickeln. In Deutschland arbeitet Tesla unter anderem mit Daimler zusammen, so wurde der Smart ForTwo Electric Drive bei Tesla mitentwickelt und die Elektroversion der Mercedes B-Klasse wird von Tesla mit einem elektrifizierten Antriebsstrang ausgerüstet. Daimler ist auch seit 2009 als Investor bei Tesla beteiligt.

Photos: The Tesla Patent Wall at HQ, now set free, von Steve Jurvetson, Lizenz: CC BY 2.0

Tesla Model S Battery Pack von Greencarreports.com

DriveNow mit schwarzen Zahlen und Kooperation mit MeinFernbus

Das Carsharing Unternehmen DriveNow, das gemeinsam von BMW und Sixt betrieben wird, fährt in die schwarzen Zahlen und will schneller expandieren.

Die Onlineausgabe der Branchenzeitung Automobilwoche zitiert BMW-Vertriebschef mit den Worten, dass das Carsharing Joint-Venture die Gewinnschwelle erreicht hat und damit Geld verdient wird. In den kommenden Monaten soll das Angebot stark ausgeweitet werden. In Europa sind neben den bestehenden 5 Städten bis zu 15 weitere geplant, in den USA sollen weitere 10 Städte zu San Francisco hinzukommen.

Die Kundenzahl stieg auch kräftig, bis Ende März waren es 255.000 registrierte DriveNow Kunden, innerhalb eines Jahres wurde die Anzahl somit fast verdreifacht.

Das Carsharing Angebot von Daimler, car2go, schreibt noch rote Zahlen, ist aber auch schneller expandiert und in mehr als 20 Städten verfügbar. Weltweit sind um die 750.000 Kunden bei car2go registriert und letztens musste man einen Rückschlag in Großbritannien hinnehmen. Für die Expansion von DriveNow werden Investitionen nötig sein, so dass DriveNow vermutlich nicht lange in den schwarzen Zahlen bleiben wird.

Kooperation mit MeinFernbus

Ab sofort kooperiert DriveNow mit dem größten deutschen Fernbusanbieter MeinFernbus. DriveNow Kunden erhalten im Juni und Juli 20% Rabatt auf Buchungen bei MeinFernbus.de. Auf der anderen Seite können sich Kunden von MeinFernbus zu einem vergünstigten Preis von 4,99 € bei DriveNow anmelden und erhalten 15 Freiminuten, normalerweise werden 29€ für die Registrierung fällig. Voraussetzung für den Rabatt ist, dass die Busfahrt in einer Stadt beginnt oder endet, in der DriveNow aktiv ist.  Die Kooperation macht Sinn, da das CarSharing Fahrzeug für die letzte Meile zwischen Busbahnhof und Zieladresse genutzt werden kann.

Taxis protestieren und neue Herausforderer, wie Wundercar & Co. profitieren davon

Heute haben in mehreren Städten weltweit die Taxifahrer gegen innovative Taxi- und Transport-Apps, wie Uber, Wundercar oder Blacklane protestiert. Die Startups, gegen die protestiert wird, profitieren von dem Protest.

Besonders Uber hat die heutige Situation gut ausgenutzt. In London war eine der größten Protestbewegungen gegen Uber, gleichzeitig hat Uber angekündigt, dass sie Uber Taxi in London gestartet haben, also einen Service mit den bekannten Londoner schwarzen Taxis. Es scheint also nicht nur Taxifahrer zu geben, die etwas gegen die neuen Systeme haben, einige scheinen bereit zu sein, die neuen Möglichkeiten zu nutzen. In einigen Medien wird fälschlicherweise berichtet, dass Uber das erste mal die Plattform in Europa für Taxifahrer öffnet und UberTaxi anbietet. Das ist nicht ganz richtig, in Paris wurde UberTaxi bereits angeboten und wieder eingestellt, wahrscheinlich wegen der schlechten Performance der Taxifahrer. Mit dem Problem kämpfen auch andere Taxi-Startups, wie myTaxi und co. Taxifahrer neigen dazu, eine über die Apps angenommene Fahrt abzubrechen, sobald jemand am Straßenrand winkt und eine Fahrt haben möchte. Die Anfahrt ist somit nämlich kürzer und es kann schneller Geld verdient werden.

In Berlin wurde verbreitet, dass den ganzen Tag keine Taxis verfügbar sind und ein 50% Voucher kommuniziert, der den ganzen Tag gültig ist. In Wahrheit hat sich der Taxi Protest in der Mittagszeit abgespielt, in der in der Regel die wenigsten Fahrten stattfinden.

Laut einer Analyse von Gründerszene ist der Erfolg für Uber sogar messbar. Von einem hohen dreistelligen Rang ging es für die Uber app im App Store auf den 132 Rang, nach dem die einstweilige Verfügung erlassen aber nicht vollstreckt wurde, in der Zeit danach ging es sogar in die Top-100 Charts des App Stores, aktuell ist die Uber App auf Platz 15 im deutschen App Store unter den kostenlosen Apps gelistet.
Laut Pierre-Dimitri Gore-Coty hat Uber Europaweit gestern 6-8 mal mehr Neuregistrierungen erhalten, als an gewöhnlichen Tagen davor, in Barcelona waren es sogar 11 mal so viele.

Wenig Verständnis für Taxifahrer

Zahlreiche Medien haben in Ausführlichen schriftlichen oder visuellen Beiträgen auf den heutigen internationalen Protesttag reagiert. Die meisten Kommentare fordern eine Öffnung des Taximarktes und freuen sich über mehr Wahlmöglichkeiten.

So fragt das Wirtschaftsmagazin Business Punk, ob das Taxigewerbe geschützt werden soll oder für Alternativen geöffnet werden soll. Viele Leser sind der Meinung, dass der Markt geöffnet werden soll und die Taxifahrer sich darauf einstellen sollen. Der Spiegel hat gleich mehrere Artikel zu dem Thema veröffentlicht, auch hier haben die Leser, die ihre Meinung kundtun, wenig Verständnis für die Proteste der Taxifahrer und wundern sich eher über deren Naivität.

Politische Unterstützung für Startups

Während  die Taxifahrer protestieren, feiert Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit mit Uber-Brille und Frisbee auf der Eröffnung des Berliner Startup Hubs „Factory“.  Er scheint also nichts gegen die neuen Mobilitätsanbieter in Berlin zu haben.

Klaus Wowereit feiert in Berlin mit Uber Brille und Frisbee, während Taxifahrer streiken
Klaus Wowereit feiert in Berlin mit Uber Brille und Frisbee, während Taxifahrer streiken (Quelle: UberDeuschland)

Neben Wowereit bekommen die innovativen Unternehmen auch Unterstützung aus Brüssel. EU Vizepräsidentin Neelie Kroes fordert in einem Blog Beitrag dazu auf, mit den Taxi Apps zu arbeiten und nicht dagegen, denn diese seien hier, um zu bleiben.

Der deutsche Verkehrsminister Dobrindt weisst dagegen in einer Stellungnahme auf das geltende Personenbeförderungsgesetz hin und schiebt die Aufgabe der Überprüfung der Einhaltung den Ländern zu.

Welche Möglichkeit haben die Taxi-Unternehmer?

Die Taxifahrer und Unternehmer können weiter gegen Uber, Wundercar und co. protestieren, am Ende werden sie aber die Verlierer sein. Alternativ könnten sie sich öffnen und mit den neuen Apps arbeiten. Dazu zählt nicht nur die Arbeit mit myTaxi, die mittlerweile das Establishment verteidigen.

Viele Taxi-Fahrzeuge sind z.B. in Deutschland mit elfenbeinfarbener Folie beklebt, diese könnte abgezogen werden, das ehemalige Taxi kann als Mietwagen konzessioniert werden und damit kann dann bei Uber Black oder Blacklane gefahren werden und das für einen wahrscheinlich höheren Lohn. Jeden Unternehmer, den ich dazu bewegt habe, das Taxi gegen eine konzessionierte Mietwagen-Limousine zu tauschen, hat das nicht bereut. Wenn man mit Blacklane und Co. zusammenarbeitet, ist Steuerhinterziehung wie bei Taxifahrer natürlich nicht mehr möglich, da alle Geldflüsse dokumentiert sind.

Technologie wird noch viele Bereiche revolutionieren, daran werden auch die Taxifahrer nichts ändern können.

Wundercar anscheinend in Hamburg verboten – Colorado erlässt als erster US Staat ein Ridesharing-Gesetz

Wie am Freitag per Pressemitteilung mitgeteilt wurde, hat die Hamburger Wirtschaftsbehörde die Aktivitäten des Hamburger Startups Wundercar verboten.  Das Startup will trotz des Verbots und einer möglichen Strafe weitermachen.

Die Wirtschaftsbehörde hat die Vermittlung der Fahrten verboten, da sie der Auffassung ist, dass es sich um gewerbliche Fahrten handelt, wofür die Fahrer einen P-Schein und ein konzessioniertes Fahrzeug benötigen. Wundercar sieht sich eher als Mitfahrzentrale, bei der nicht das Geld Verdienen im Vordergrund steht, sondern die Schaffung einer Community und das finden neuer Bekannter. Prinzipiell ist jeder Fahrt kostenlos, jeder Fahrgast wird aber nach der Fahrt aufgefordert, ein Trinkgeld in beliebiger Höhe zu zahlen, Wundercar behält davon 20%.

Das Unternehmen zeigte sich vom Vorstoß der Hamburger Wirtschaftsbehörde gegen seine organisierten „Freizeitfahrten“ überrascht – und will sich davon zunächst nicht beirren lassen. „Ich wundere mich, dass die Behörde in ihrer Stellungnahme so stark verallgemeinert“, sagte Froh. Ihm lag nach eigener Aussage am Freitagnachmittag von der Wirtschaftsbehörde keine entsprechende schriftliche Untersagung vor.

Auf der Facebook-Seite gibt sich Wundercar kämpferisch und gibt zu, dass sie einen Brief von den Hamburger Behörden erhalten haben, der das Geschäftsmodell erlaubt, wenn die Einnahmen der Fahrer nicht die Betriebskosten übersteigt. Laut Wundercar hat man bereits darauf reagiert, wahrscheinlich in dem die Preise nach unten angepasst wurden. Laut Manager Magazin bemängeln die Hamburger Behörden auch die unklare Versicherungssituation.

Bleibt spannend zu beobachten, wie sich der Fall in Hamburg weiterentwickelt, wie Wundercar langfristig darauf reagiert und welchen Einfluss der Fall auf die Tätigkeiten von Wundercar und Co. in anderen Städten hat.

Lyft, das US Vorbild von Wundercar ist am Anfang ebenfalls mit einem Spendenmodell gestartet, um die lokalen Gesetze zu umgehen und hat die Zeit genutzt, mit den Behörden eine Lösung zu finden. Mittlerweile ist das Spendenmodell bei Lyft Geschichte und es wird nach festgelegtem Tarif bezahlt. Einen ähnlichen Weg könnte auch Wundercar einschlagen.

In vielen US-Staaten wird das Geschäftsmodell von Uber und Lyft geduldet, mit Colorado hat der erste Staat jetzt ein Gesetz erlassen, das Ridesharing reguliert und erlaubt.

Laut Gesetz, das von Gouverneur John Hickenlooper am Donnerstag unterzeichnet wurde, müssen die Vermittler-Plattformen, wie Uber, Lyft oder Sidecar, eine Versicherung abschließen, die Ansprüche von bis zu 1 Mio. US$ deckt, die Fahrer müssen einen Background Check durchlaufen und die Fahrzeuge müssen von einer zertifizierten Werkstadt überprüft werden.

Colorado unterstützt somit die Innovationen von Technologie Startups und die Einwohner haben so die Wahl, wie sie sich durch die Stadt bewegen. Laut Hickenlooper wurden die neuen Services über einen längeren Zeitraum beobachtet und nach einer anfänglichen Skepsis, konnten keine Nachteile gefunden werden.

Photo: RIDESHARING COMMUNITY #BLABLACAR ON THE RISE von MotorBlog.com; Lizenz: CC BY 2.0

Uber sammelt fast 1 Milliarde € zusätzliche Finanzierung ein

Uber hat bekannt gegeben, dass sie weitere 1.2 Milliarden US$ an Finanzierung eingesammelt haben, das 4 Jahre nachdem das Unternehmen gestartet ist.

Insgesamt kann die Summe noch auf 1.4 Milliarden US$ steigen. Die Bewertung vor der Finanzierung lag bei unglaublichen 17 Milliarden US$.

Uber ist mittlerweile in mehr als 120 Städten aktiv, jeden Monat werden 20.000 neue Fahrer hinzugefügt, von denen aber nicht alle aktiv sein werden. Uber sagt auch nicht, wie viele Fahrer jeden Monat die Plattform verlassen, um sich z.B. der Konkurrenz wie Lyft anzuschließen. Auf Kundenseite Nutzen Millionen von Menschen den Service regelmäßig, vor allem in den USA und in internationalen Märkten mit einer schlechten Taxi Situation. In einem Interview mit dem Wall Street Journal hat Uber Chef Travis Kalanick erklärt, dass sich der Umsatz alle 6 Monate verdoppelt und somit bei rund 45 Mio. US$ pro Woche liegen dürfte, wenn man die bekannten Zahlen von letztem September nimmt. Die Anzahl der Fahrten hat sich im gleichen Zeitraum verfünf- bis versechsfacht.

Unter den neuen Investoren befinden sich Fidelity Investments, Wellington Management und BlackRock Inc.. Laut Wall Street Journal haben die Alt-Investoren rund um Summit Partners, Kleiner Perkins, Google Ventures und Menlo Ventures auch nachgelegt.

Seit der letzen Finanzierung im letzten August hat sich die Bewertung von Uber mehr als vervierfacht, damals hatte google Ventures 258 Mio. US$ investiert.

Die Bewertung ist höher, als die von Dropbox und Xiaomi und nur Facebook hat Geld mit einer höheren Finanzierung eingesammelt.

Taxifahrer wollen gegen Wundercar und Uber protestieren – Uber ist bereit für den Kampf gegen Taxis

Die Taxifahrer in Berlin planen eine Sternfahrt zu organisieren, um gegen neue Anbieter auf dem Markt, wie Wundercar und Uber zu protestieren.

Anscheinend haben sie aus ihrer letzten Aktion, bei der sie eine einstweilige Verfügung gegen Uber erreicht haben, welche dann nicht vollstreckt wurde, nichts gelernt. Klar machen sie Taxifahrer darauf aufmerksam, dass sie Angst vor den neuen Diensten haben, gleichzeitig sorgt das aber auch für viel PR für Taxi Apps, wie Uber oder Wundercar. Fast jede Tageszeitung und fast jeder Fernsehsender hat über Uber berichtet, die Taxiindustrie kam dabei nicht sehr gut weg. Uber freut sich schon auf dem 11.6. und kann dadurch wieder einen großen Zuwachs an neuen Kunden verbuchen.

Interessant ist auch, dass sich die Taxifahrer untereinander auch nicht grün sind, so schreibt der Administrator der Facebook Seite UBER, Blacklane, Wundercar und Co.? NEIN DANKE über die Ankündigung, dass 10.000 Flyer verteilt werden sollen „ICH KÖNNTE KOTZEN“ und fordert, dass die Taxioberen sich mehr einsetzten sollen.

Die Taxiinnung Berlin schreibt auf ihrer Website, dass sie sich solidarisch mit Taxifahrern in anderen Städten, wie London, Paris und Mailand zeigen und am 11. Juni eine Sternfahrt in Berlin planen, um gegen die aggressiven Wettbewerber zu protestieren. Ausserdem sterbt der Deutsche Taxiverband eine Klage gegen Uber an, um ein Verbot zu erwirken. Mal sehen, ob sich bei der Aktion am 11. Juni mehr Taxifahrer finden, als bei der Demo, die im letzten Jahr stattfand, um für einen Mindestlohn zu protestieren. Es kamen damals lediglich 50 Taxifahrer am Brandenburger Tor zusammen, um für einen Lohn von mindestens 8,50 € pro Stunde zu protestierten.

Uber CEO Travis hat auf de Code Konferenz festgestellt, dass sich Uber in mitten einer politischen Kampagne befindet, und von einem Arschloch namens Taxi angegriffen wird. Travis sieht Uber also in der Opferrolle und die Taxiindustrie ist der Angreifer.

Vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass der oberste Taxi Funktionär von New York City zu Uber wechselt, ausserdem sollen weitere hochkarätige Personen eingestellt werden, um die Wahrheit über die dunkle und böse Taxiindustrie ans Licht zu bringen. Anscheinend sind Personen im Gespräch, die schon die Kampagnen der letzten Präsidentenwahl in den USA gestaltet haben.

In einem ersten Schritt hat Uber bereits darüber aufgeklärt, wie viel ein uberX Fahrer in San Francisco oder New York City verdient, wie viele Jobs durch Uber jeden Monat geschaffen werden und wie sich die Kriminalitätsrate im Zusammenhang mit Taxifahrten verbessert hat.

Ein uberX Fahrer, der 40 Stunden die Woche bei Uber online ist und Aufträge annimmt, erhält in NYC um Median 90.766 US$ im Jahr, in San Francisco sind es im Median 74.191 US$.  Es müssen noch die Kosten für Fahrzeug und Sprit abgezogen werden, aber selbst dann ist es deutlich mehr als die 30.000 US$, die ein Taxifahrer im Durchschnitt in den USA verdient.

Seit Anfang des Jahres sind im Schnitt 20.000 Fahrer weltweit der Uber Plattform beigetreten, die meisten davon in den USA und Asien.

Bye Bye Lodon, car2go zieht sich aus UK zurück

Aus Hallo London wird Bye Bye London. Wie car2go über die Website mitteilt, wir der Service in London und Birmingham Ende des Monats eingestellt. Somit wird sich car2go komplett aus dem britischen Markt zurück ziehen.

Wie car2go schreibt, besitzen die Engländer lieber ihr eigenes Auto, als dass sie Car Sharing Angebote nutzen. London wurde im Jahr 2012 gestartet, Birmingham ist dann im Jahr darauf gestartet.

Vor allem mit dem Free-Floating Modell hat sich car2go schwer getan, die benötigten Genehmigungen zu erhalten. So konnte in London z.B. kein Gebiet abgedeckt werden, das groß genug ist, ummehr Neukunden von dem Modell zu überzeugen. Wie das Handelsblatt schreibt, musste mit jeder Verwaltung der 32 Bezirke einzeln verhandelt werden, um die Parkraumnutzung genehmigt zu bekommen. Insgesamt konnten weniger als 10.000 Kunden in den beiden Städten gewonnen werden, was im Vergleich zu anderen Städten sehr gering ist.

In Berlin und Hamburg gibt es etwa 70.000 registrierte Kunden, in Mailand und Rom kamen in den ersten 5 Monaten zusammen 110.000 Registrierungen hinzu. Damit sich das Modell lohnt, müssen in pro Tag 5-8 Fahrten pro Fahrzeug absolviert werden. In Berlin gibt es ca. 1200 car2go Fahrzeuge, d.h. es werden im Schnitt sechs- bis zehntausend Fahrten absolviert. Auf jeden registrierten Nutzer entfallen im Schnitt also 3-4 Fahrten pro Monat.

Laut Wikipedia hatte car2go in London 500 und in Brimingham 250 Fahrzeuge auf der Straße. Um die Autos in London auszulasten, wären mehr als 25.000 Nutzer nötig gewesen, in Birmingham mehr als 12.500.

Bleibt abzuwarten, ob car2go eine neue Stadt startet (z.B. Sydney), in der die Rechtslenker Fahrzeuge eingesetzt werden können, oder ob die Fahrzeuge auf dem freien Markt verkauft werden

Car2go wird sich weiter auf die erfolgreicheren Märkte fokussieren, mittlerweile ist man in 25 Städten weltweit und mehr als 700.000 Kunden sind registriert. Schwarze Zahlen schreibt das Unternehmen noch nicht. Seit kurzem ist auch eine europaweite Nutzung von car2go möglich, dank des Moovel-Accounts muss man sich nicht mehr in jeder Stadt extra anmelden, sofern das denn überhaupt möglich war.

CASE Mobility Magazin: Connectivity, autonomes Fahren, Shared Services und Elektrifizierung