Bahnstreik sorgt für Wachstum bei Fernbus Anbietern – bis zu viermal so viel Umsatz erwartet

Die Gewerkschaft der Lockführer (GDL) hat angekündigt, von Donnerstag 2:00 Uhr bis Montag 4:00 Uhr zu streiken. Für Bahnreisende und Pendler im Nah- und Fernverkehr hat der Streik gravierende Auswirkungen und viele werden auf Alternativangebote wie Fernbuslinien ausweichen. Meinfernbus.de, ADAC Postbus und co. bieten sich als Alternative zur Bahn an und erwarten einen Ansturm an Neukunden am kommenden Wochenende.

Laut einer Spiegel Umfrage erwarten die Fernbusunternhmen während des kommenden Bahnstreiks mit viermal mehr Fahrgästen als sonst. Beim letzten Ausstand der Lokführer vor ein paar Wochen hat sich die Nachfrage im Vergleich zu Zeiten ohne Bahnstreik verdreifacht.

Gerade die günstigen Anbieter, wie Flixbus scheinen von dem Streik der GDL zu profitieren, der Umsatz am Streikwochenende vom 17. bis zum 19. Oktober ist im Vergleich zum Wochenende davor um 300% gestiegen. Bei etwas teureren Anbietern, wie BerlinLinienBus lag der Anstieg nur bei 15%. Die dynamische Anpassung der Fahrpreise, je nach Nachfrage, wird auch dazu beitragen, dass die Umsätze der Anbieter steigen werden.

Fahrgäste beschweren sich über Preisanstieg

Für die Fahrgäste führt die dynamische Fahrpreisanpassung zu höheren Fahrpreisen. Gerade in Sozialen Netzwerken wir darüber teilweise Kritik geäußert. Nutzer beschweren sich, dass die Anbieter scheinbar aus dem Streik Gewinn schlagen möchte.

Mit Extrapersonal und Fahrzeugen

Die Anbieter reagieren mit dem Einsatz von extra Personal, um die Nachfrage abzudecken. Die Fernbusanbieter gehen davon aus, dass sie durch den Eisatz von zusätzlichen Helfern und womöglich auch zusätzlichen Fahrzeugendem Ansturm Herr werden. So werden Doppeldecker-Busse eingesetzt und mehrere Fahrzeuge fahren gleichzeitig ab. Zusätzliche Abfahrtzeiten einzuführen, um das Gedränge an den Busbahnhöfen zu entzerren, ist nicht möglich. Die Buchungsplattformen müssen sich an die genehmigten Fahrpläne halten.

Umsatzeinbußen bei der Bahn

Die Bahn wird sich darüber ärgern, dass viele Kunden auf ein Alternativangebot im Fernverkehr aufmerksam gemacht werden. Bereits im ersten Halbjahr diesen Jahres gingen der Deutschen Bahn etwa 50 Mio. € auf Grund des boomenden Fernbusmarkts verloren, am Jahresende könnten es leicht mehr als 120 Mio. € an Umsatzeinbußen bei der Bahn sein.

Bild: FlixBus von blu-news.org via Flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0

car2go zieht sich aus Ulm zurück – Stadt zu klein, Angebot zu teuer

Das Carsharing Unternehmen car2go zieht sich aus Ulm zurück. Ulm war die erste Stadt, in der car2go getestet wurde. Grund für das Ende von car2go in Ulm ist die fehlende Perspektive, das Carsharing System in Ulm wirtschaftlich erfolgreich betreiben zu können. Die Stadt ist zu klein, um dein Free-Floating System betreiben zu können.

Laut Südwest Presse wurde die Entscheidung kurzfristig getroffen. Das Problem in Ulm ist wohl die geringe Aktivität der registrierten Nutzer. Es gibt zwar um die 20.000 registrierte car2go Nutzer in Ulm, davon seien lediglich etwa 33% aktiv. In anderen Städten sind 80% normal. Diese etwa 6.500 Nutzer reichen nicht, um die 200 Smarts wirtschaftlich auszulasten, die von car2go und Europcar im Stadtbereich positioniert wurden. Ein Smart muss etwa 7-8 mal am Tag gebucht werden, damit die Kosten gedeckt und Gewinne erzielt werden.

Zweite Stadt in diesem Jahr

Ulm ist bereits die zweite Stadt in diesem Jahr, aus der sich car2go zurück zieht. Vor ein paar Monate wurde das Carsharing Angebot in London gestoppt. Grund hier war die schwierige Zusammenarbeit mit den Behörden. Car2go hat es nicht geschafft, Stadtteil übergreifende Vereinbarungen für die Nutzung des öffentlichen Parkraums zu erlangen. Als Folge haben sich weniger Nutzer registriert, als gedacht. Letztendlich wurde die Reißleine gezogen.

Stadt zu klein, nicht genügend car2go Nutzer

In dem Artikel auf Südwest Presse wird angeführt, dass normalerweise 500.000 Einwohner und mehr notwendig sind und die Bevölkerungsdichte bei etwa 3.000 Einwohner pro Quadratkilometern liegen müsste, damit ein wirtschaftlich sinnvoller Betrieb möglich ist. In Ulm leben etwa 120.000 Einwohner und die Bevölkerungsdichte liegt bei etwa 1.000 Einwohnern pro Quadratkilometer. Um unter diesen Voraussetzungen trotzdem wirtschaftlich arbeiten zu können, wurden die Preise erhöht und Extra-Gebühren für ein erweitertes Betriebsgebiet eingeführt. Beides anscheinend nicht mit dem gewünschten Erfolg.

Das Angebot von car2go wurde nach der Pilotphase in Ulm schnell auf andere Städte ausgeweitet. Mittlerweile ist das Angebot neben Ulm in weiteren 28 Städten verfügbar und es sind etwa 12.000 Smart-Fahrzeuge unterwegs, davon 1.250 als Elektroversion. Weltweit sind etwa 900.000 Nutzer bei car2go registriert.

Bild: Car2Go von Ryan Joy via flickr.com, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Kurznachrichten: Daimler verkauft Tesla Anteile, Blacklane mit 5 weiteren Städten, Strafe für Uber in Frankreich

Heute gibt es drei Kurznachrichten im Überblick. Uber muss eine Strafe in Frankreich zahlen, Daimler versilbert Tesla-Anteile, Blacklane startet 5 US-Städte.


 

Daimler/Tesla: Daimler verkauft seine Anteile am Elektroauto-Unternehmen Tesla und erhält dafür 780 Mio. US$. Vor etwa 5 Jahren hat Daimler 10% von Tesla für etwa 50 Mio. US$ erworben. Ein Teil von den 10% wurde an einen Staatsfond aus Abu Dhabi weitergereicht, zuletzt hielt Daimler noch etwa 4% an Tesla. In den letzten Jahren ist der elektrische Antriebsstrang der B-Klasse aus der Kooperation zwischen Daimler und Tesla entstanden, auch der E-Smart wurde von Tesla mitentwickelt. (via n-tv)


 

Der Limousinenservice Blacklane startet 5 weitere Städte in den USA. Ab sofort können auch Fahrten in Indianapolis, Memphis, Norfolk, El Paso und Cleveland gebucht werden. Zur verfügung stehen die gewohnten Fahrzeugkategorien Business Class, First Class und Business Van/SUV. Blacklane ist somit in mehr als 150 Städten weltweit aktiv. (via Blacklane.com)


 

Geldstrafe für Uber in Frankreich. Uber wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro verurteilt. Das Gericht wirft dem Unternehmen betrügerische Geschäftspraktiken vor, da Uber den Service UberPOP als Mitfahrgelegenheit bezeichnet, obwohl sich die Fahrer für die Uber-Fahrten extra bereithalten und damit Geld verdienen. Uber will dagegen Berufung einlegen. (via Süddeutsche Zeitung)

 

Kurznachrichten: Aus für Hailo in USA/Kanada, Geld für Blacklane, Aus für Interconnex

Heute gibt es drei kurze Neuigkeiten zu Entwicklungen im Mobilitäts-Bereich. Hailo schließt Geschäft in USA und Kanada, Blacklane erhält Finanzierung von Recruit aus Tokio und Veolia stellt Interconnex Strecke Leipzig Berlin Rostock ein.

Hailo zieht sich aus Nordamerika zurück

Die Taxivermittlungs-App Hailo stellt den Betrieb in Nordamerika ein. Als Begründung führt der Hailo CEO den starken Konkurrenzkampf mit Lyft und Uber an. Das Unternehmen, das Anfang des Jahres mehr als 30 Mio. US$ Finanzierung aufgenommen hat, will sich weiter auf Asien und Europa konzentrieren. Hallo müsste zu viel ins Marketing investieren, um mit Uber und Lyft mithalten zu können. Diese hohen Investitionen ermöglichen langfristig keinen wirtschaftlichen Betrieb für Hailo in USA und Kanada. In Deutschland ist Hailo nicht aktiv, hier ist myTaxi mit einem ähnlichen Angebot unterwegs. (via Venturebeat)

Finanzierung für Blacklane

Wie das Handelsblatt (Ausgabe 15. Oktober) berichtet, investiert das japanische Unternehmen Recruit einen niedrigen Betrag in Limousinendienstvermittler Blacklane. Blacklane wird in der aktuellen Runde auf 140 Mio. Euro, durch den neuen Investor soll das Geschäft in Asien ausgebaut werden. Blacklane hat bisher keine rechtlichen Probleme mit dem Taxigewerbe, da Fahrer über Genehmigungen zur gewerblichen Personenbeförderung verfügen und sich an rechtlichen Rahmen halten. Größter Anteilseigner ist laut Handelsblatt immer noch Carsten Maschmeyer mit seiner Alstin Beteiligungsgesellschaft. Dahinter folgen die beiden Gründer und der Automobilkonzern Daimler.

Bahn Konkurrent Interconnex gibt auf

Inteconnex, einer der wenigen Konkurrenten zur Bahn im Fernverkehr, gibt Mitte Dezember den Betrieb auf. Die Verbindungen zwischen Leipzig, Berlin und Rostock werden eingestellt. Als Gründe werden der boomende Wettbewerb durch Fernbusverbindungen und die ungleichen Wettbewerbsbedingungen genannt. Laut Interconnex fallen pro einfache Fahrt zwischen Rostock und Leipzig 1700 Euro Streckengebühr an, Fernbusse zahlen keine Maut. Interconnex gehört zum Französischen Veolia Konzern. Veolia betreibt weiterhin Bahnangebote im Nahverkehr in Deutschland. Im Busbereich hat Veolia auch Erfahrung, vielleicht kommt ja ein Fernbusangebot hinzu. (Via Spiegel Online)

Bild: Relaxed urban mobility on Sunday von Armando G Alonso, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Neuer Tesla mit Allradantrieb und Autopilot

Letzte Nacht hat Tesla in Los Angeles „the D“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen Tesla S mit Allradantrieb. Das D steht dafür für Dual Motor, da ein zweiter Motor an der Vorderachse verbaut wird. Außerdem können zukünftige Fahrzeuge mit einem Autopiloten ausgestattet werden.

Je nach Energiemenge der verbauten Akkus, variiert die Motorleistung des Frontmotors. Bei den Fahrzeugen mit 60 und 80 KWh Batterien wird in der Allradversion je ein 188 PS Motor an der Vorder- und Hinterachse verbaut, insgesamt stehen damit 376 PS zur Verfügung. Mit dem Allradantrieb erhöht sich die Reichweite bei den normalen Modelle um bis zu 30 Meilen (ca. 50 km).

Top-Modell mit fast 700 PS

Beim Top-Modell P85D wird zusätzlich zum 470 PS Motor an der Hinterachse ein 221 PS Motor an der Vorderachse verbaut, somit steigt die Leistung auf 691 PS. Die Beschleunigung des Top-Modells reduziert sich auf 3.2 s für den Sprint von 0 auf 100 km/h und liegt damit auf dem Niveau eines Ferrari Enzo Ferrari. Die Reichweite erhöht sich laut Angaben um 10 Meilen (ca. 17 km).

Tesla CEO Elon Musk zeigte sich bei der Vorstellung begeistert und sagte, das Auto zu fahren fühlt sich an, als würde man von einem Flugzeugträger abheben oder als hätte man seine persönliche Achterbahn. Der Fahrer kann zwischen 3 Einstellungen wählen. Zur Auswahl stehen „Normal“, „Sport“ und „Insane“.

Der P85D wird erstmals im Dezember ausgeliefert, die anderen Modelle mit Allradantrieb ab Februar 2015.

Autopilot soll auf Autobahnen selbstständig fahren

Außerdem wurde angekündigt, dass zukünftig ein Autopilot-Paket dazu bestellt werden kann. Mittels Kamera an der Front und Ultraschall-Sensoren rund um das Fahrzeug wird die nahe Umgebung des Fahrzeug überwacht und das Fahrzeug fährt z.B. auf Autobahnen wie von alleine. Das Autopilot-Paket beinhaltet einen Spurhalte-Assistenten. Außerdem kann das Fahrzeug selbstständig die Fahrbahn wechseln, wenn der Fahrer den Blinker setzt. Geschwindigkeitszeichen können gelesen werden, worauf die Geschwindigkeit automatisch angepasst wird. Das Auto pass sich auch den Straßen und Verkehrsbedingungen an, so wird z.B. im Staut automatisch gebremst und beschleunigt. Die neuen Fahrzeuge können auch automatisch einparken und es wird eine Funktion geben, die das Fahrzeug automatisch vorfahren lässt, sofern man sich auf privatem Gelände befindet.

Tesla hat angekündigt, dass über weitere Software-Updates weitere Features hinzukommen werden. Andere Fahrzeughersteller, wie z.B. Daimler für die S-Klasse, haben ähnliche Pakete im Angebot.

Bild: Screenshot Website TeslaMotors.com

UberBlack in Berlin eingestellt, UberPOP für 35ct. pro Kilometer – UPDATE: UberBlack lebt weiter, auch bei 35ct./km

Als Folge der gerichtlichen Auseinandersetzung hat Uber den Service Uber Black in Berlin eingestellt, die Kosten für UperPOP wurden auf 35 ct. pro Kilometer gesenkt. Auch in Hamburg wurde der Tarif auf 35 ct. pro Kilometer gesenkt.


UPDATE: UberBlack scheint wieder über die App buchbar zu sein, der Tarif wurde auf 35 ct. pro Kilometer gesetzt, wie bei UberPOP. Uber plant anscheinend einen Mietwagenbetrieb mit Sitz im Zentrum zu übernehmen oder sich mit einem Mietwagenunternehmen zusammenzuschließen, damit UberBlack wieder zum vollen Preis angeboten werden kann. Alternativ wird auch darüber spekuliert, dass Uber Briefkästenfirmen in der Stadt als Betriebssitze laufen lässt und die Partner in einer Organisation zusammenfasst.


 

Kein UberBlack in der App  (Bild: Screenshot Uber App)
Kein UberBlack in der App (Bild: Screenshot Uber App)

Den Schritt, den Fahrpreis auf 35 ct. zu setzten, ist vor ein paar Monate auch der Ridesharing Service Wundercar gegangen. Dadurch sollen die Einnahmen pro Fahrt für den Fahrer  niedriger sein, als die Betriebskosten für das Fahrzeug. Die Personenbeförderung ist in diesem Fall, dass Einnahmen geringer sind, als Betriebskosten, nicht mehr als gewerblich zu betrachten. Um weiter für Verfügbarkeit zu sorgen, ist davon auszugehen, dass Uber die UberPOP Fahrer zusätzlich für eine anderweitige Tätigkeit vergütet.

Der Service UberBlack ist in Berlin ganz aus der App verschwunden, der Nutzer kann nur noch zwischen UberTaxi und UberPop wählen.


 

Bild: Screenshot Uber.com Website ( Stand: 8. Oktober 2014, 10:30 Uhr)

Uber stellt ehemaligen Lyft COO ein

Das Fahrservice Unternehmen Uber verstärkt sich weiter mit hochkarätigen Mitarbeitern. Wie Re/code berichtet, hat Uber den  ehemalige Lyft COO Travis VanderZanden eingestellt. Damit wird der Spionage-Krieg zwischen Uber und Lyft in die nächste Runde gehen.

VanderZanden wird bei Uber eine neue Abteilung leiten, die das internationale Wachstum weiter vorantreiben wird. Dabei wird er direkt an CEO Travis Kalanick berichten und eng mit dem ehemaligen Facebook-Manager Ed Baker arbeiten, der für das Gesamtwachstum von Uber zuständig ist.

Verwunderlich ist, dass VanderZanden anscheinend keine Wettbewerbsklausel in seinem Vertrag mit Lyft hatte und sofort bei Uber starten kann. VanderZanden hat nach Spannungen mit den Lyft Gründern das Unternehmen erst im August diesen Jahres verlassen. Er kam zu Lyft, nachdem sein Startup Cherry von Lyft aufgekauft wurde. VanderZanden wird einen tiefen Einblick in die Arbeitsweise und die Pläne von Lyft gehabt haben. Dieses Wissen wird er bestimmt bei Uber einbringen.

Die Rivalitäten zwischen Uber und Lyft werden immer intensiver und dieser Seitenwechsel wird bestimmt nicht dazu beitragen, dass sich die Spannungen zwischen beiden Unternehmen reduzieren.  Einerseits stellen die beiden Unternehmen fast zeitlich entscheidende Produktveränderungen, wie die Mitfahrfunktion UberPool und Lyft Line vor. Auf der anderen Seite liefern sich beide Unternehmen einen harten Preiskampf im Ridesharing Bereich. Vor ein paar Monate haben sich beide Unternehmen gegenseitig vorgeworfen, dass jeweils mehrere Tausend Fake-Buchungen im System des Wettbewerbers durchgeführt wurden, die sofort wieder storniert wurden, um die Fahrer zu demotivieren und zum Wechsel zu bewegen.

Bild: Uber 4U von Adam Fagen, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Konferenz rund um das Thema Intermodalität

Nach dem vor kurzem eine Konferenz über die Zukunft der Taxen und alternativen Fahrdiensten stattfand, findet Anfang November die Mobility Convention rund um das Thema Intermodalität statt.

Die Mobility Convention wird von der Unternehmensberatung Roland Berger und dem DLR veranstaltet und findet am am 6. und 7. November am Standort des DLR in Köln statt. Roland Berger hat vor kurzem auch eine Studie rund um das Thema Shared Mobility veröffentlicht, die wahrscheinlich auch auf der Veranstaltung diskutiert wird.

Die Mobility Convention adressiert das Thema Intermodalität als Schlüssel für eine nachhaltige Mobilität im Personenverkehr. Durch die Entwicklung neuer Technologien und Veränderungen im Kundenverhalten müssen fundamentale Fragen neu beantwortet werden: Welches sind die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen in der Zukunft? Wie werden sie reisen? Welche Konzepte für Verkehr wird es geben? Welche Rolle spielt Intermodalität dabei? Und wie können die Schnittstellen zwischen den Verkehrsträgern verbessert werden?

Den Veranstaltern ist es gelungen, renommierte Experten als Sprecher für die Convention zu gewinnen: Repräsentanten von Bahnen, Automobilherstellern, Autovermietern, Innovationsträgern im Mobilitätssektor, Universitäten und Forschungsinstituten. Daher wird die Mobility Convention eine exzellente Gelegenheit zum Ideenaustausch mit Führungskräften auf allen Gebieten des Verkehrs sein.

Die Mobility Convention wird auch eine geführte Besichtigung des Campus einer der renommierten Forschungsinstitutionen Europas, dem Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR) beinhalten. Das DLR befasst sich trotz seines Namens zu einem großen Teil mit Verkehr auf dem Boden. Die Veranstaltung wird durch einen „Start-up Corner“ für innovative Mobilitätslösungen und ein gemeinsames Abendessen am ersten Tag abgerundet.

Weitere Informationen, inkl. Agenda und Liste mit Rednern können auf der Veranstaltungsseite eingesehen werden.

Mit UberTaxi und Briefkasten-Betriebssitzen gegen Verbot in Hamburg und Berlin?

Ende letzter Woche wurde das Verbot von UberBlack und UberPOP in Berlin und Hamburg vorläufig bestätigt. Als Antwort darauf startet Uber den Service UberTaxi.


 

UPDATE: Uber zahlt den Taxifahrern anscheinend einen Bonus. Bei UberTaxi verdienen die Taxifahrer 5€ zusätzlich zum Tarif als Bonus hinzu. Ausserdem has sich Uber anscheinend auch dahingehend geäussert, dass UberTaxi nur vorübergehend angeboten werden soll, bis sich die Auseinandersetzung mit dem Taxigewerbe und den Behörden beruhigt hat. Dementsprechend werden auch nicht viele Ressourcen in das Onboarding von Fahrern gesteckt. Bisher sind wohl ca. um die 10 Taxis an Board.


 

Bei UberTaxi sind normale Taxis unterwegs, der Fahrpreis wird über das Taxameter des Taxis berechnet und auch in bar an den Fahrer gezahlt. Nun können die Taxifahrer, die in den letzten Wochen und Monaten gegen Uber protestiert haben, selber von der Technologieplattform profitieren. Es ist auch davon auszugehen, dass sich einige registrieren werden.

UberTaxi als Konkurrenz zu MyTaxi

Bei UberTaxi können sich ab sofort Taxifahrer und Taxiunternehmer auf der Technologieplattform registrieren und nach erfolgreicher Freischaltung Aufträge über die Uber Driver App entgegennehmen. Zuerst soll der Service in Berlin und Hamburg angeboten werden, weitere Städte sollen folgen. Damit tritt Uber in direkte Konkurrenz zu MyTaxi, das vor kurzem von Daimler übernommen wurde. Im Vergleich zu den anderen Services von Uber, wird sich UberTaxi wahrscheinlich durch eine geringere Zuverlässigkeit auszeichnen. Taxifahrer neigen dazu, den nächsten Fahrgast aufzunehmen. Da wird ein weiter entfernter Auftrag schon mal abgebrochen, wenn ein Fahrgast am Straßenrand winkt, oder wenn über eine andere App oder die Funkzentralen ein Auftrag rein komm, bei dem die Anfahrt geringer ist.

UberBlack soll an Gesetze angepasst werden

UberBlack wurde in Berlin vorerst untersagt, da die konzessionierten Fahrzeuge nicht wie im PBefG vorgeschrieben, nach jeder Fahrt zurück zum Betriebssitz fahren, sondern sich im Betriebsgebiet bereithalten. Würde jedes Fahrzeug zum Betriebssitz zurückkehren, der sich häufig ausserhalb oder am Rand der Stadt befindet, dann würde das System von Uber nicht funktionieren. Die Fahrzeuge wären nicht innerhalb von paar Minuten am Abhlort und die Kosten für eine Fahrt würden auch die Einnahmen bei weitem übersteigen.

Uber hat bereits angekündigt, das der UberBlack Service in Berlin so modifiziert wird, dass das Angebot mit den lokalen Richtlinien vereinbar ist. Eine Lösung könnte sein, dass Uber alle Partner in einer Organisation vereint (z.B. Uber Partner Club) und verschiedene Briefkasten-Betriebssitze in der Stadt im Namen der Organisation betrieben werden. So könnten sich die Fahrer nach jeder Fahrt zu einem der Briefkasten-Betriebssitze in der Stadt begeben und auf weitere Aufträge warten. Uber wird sich die beschriebene oder eine ähnlich kreative Lösung einfallen lassen, um  den Anforderungen des PBefG vorübergehend und bis zu einer Änderung zu entsprechen.

Bleibt abzuwarten, wie sich der Fall weiter entwickelt, da Uber Beschwerde gegen die Urteile in Berlin und Hamburg einlegen will. UberPOP bleibt laut Webseite weiterhin in Berlin und Hamburg aktiv, obwohl der Service verboten wurde.

Bild: Taxi nach Paris von renee.hawk (Lizenz: CC BY-ND 2.0)

Carsharing Anbieter Autonetzer und Nachbarschaftsauto schliessen sich zusammen

Nachbarschaftsauto und Autonetzer, die beiden Communities für privates Carsharing schließen sich zusammen. Die Plattform Nachbarschaftsauto wird in Autonetzer aufgehen. Somit entsteht nach eigenen Angaben die größte private Carsharing-Community in Deutschland.

Durch die Fusion soll die Vision, dass in jedem Straßenzug ein privates Carsharing Fahrzeug stehen soll, das über Autonetzer gebucht werden kann, erreicht werden. Autonetzer ist seit 2010 aktiv und hatte vor der Fusion mit Nachbarschaftsauto etwa 5.000 Fahrzeug und 35.000 Nutzer. Die gleiche Anzahl an Fahrzeugen und Nutzern kam durch die Fusion hinzu. Autonetzer spricht nun von 10.000 verfügbaren Fahrzeugen und 70.000 Nutzern. Interessant zu wissen wäre, wie groß die Schnittmenge der Fahrzeuge und Nutzer beider Plattformen ist.

Fahrzeuganzahl als Erfolgsfaktor

Entscheidend für den Erfolg von Carsharing Netzwerken dürfte sein, dass der Nutzer direkt vor der Tür ein Carsharing-Fahrzeug stehen hat, das er anmieten kann. Mit 10.000 Fahrzeugen in ganz Deutschland wird das noch nicht der Fall sein, aber es geht in die richtige Richtung. Ausserdem ist entscheidend, dass die Fahrzeuge einfach und schnell übernommen und übergeben werden können. Bei den privaten Carsharing Anbietern muss meistens noch ein persönliches Treffen zwischen Nutzer und Autobesitzer arrangiert werden, um das Fahrzeug samt Übergabeprotokoll zu übergeben. Die gewerblichen Anbieter, wie Car2Go und DriveNow bieten hier mit ihrer Schlüssellosen Fahrzeugöffnung und -verriegelung per Handy oder RFID-Karte eine bessere Alternative.

Wettbewerb

Neben Autonetzer und Nachbarschaftsauto ist auch noch das Startup Tamyca in Deutschland aktiv. Das französische Startup Drivy steht auch kurz davor, in Deutschland zu starten. Drivy wurde vor kurzem mit weiteren Millionen finanziert. In Frankreich scheint das private Carsharing besser angenommen zu werden. Das ebenfalls 2010 gegründete Unternehmen hat bereits 250.000 Nutzer und 17.000 registrierte Fahrzeuge. Für Kurzstrecken und spontane Fahrten sind die kommerziellen Anbieter, wie DriveNow und Car2Go die bessere Wahl. Auf Grund des komplexen Mietprozesses für private Carsharing Fahrzeuge, ist das Anbot eher als Ersatz für einen gewerblichen Mietwagen zu sehen.

Über Autonetzer und Nachbarschaftsauto

Die Carsharging Netzwerke Autonetzer und Nachbarschaftsauto wurden 2010 in Stuttgart und Berlin gegründet. Autonetzer ist von Business Angels mit einer sechsstelligen Summe finanziert. Das Prinzip und Geschäftsmodell der beiden Plattformen ist das gleiche: Privatpersonen stellen ihr Fahrzeug auf der Plattform ein und reduzieren mit jeder Vermietung die Unterhaltskosten. Potenziellen Mieter haben unterschiedliche Fahrzeuge in der direkten Nachbarschaft zur Verfügung, die sie günstiger als bei gewerblichen Autovermietern anmieten können. Während der Vermietung greift eine Zusatzversicherung, die eventuelle Schadensfälle abdeckt. Nach dem Zusammenschluss ist das Netzwerk in 800 deutschen Städten verfügbar.

Bild: Screenshot Autonetzer.de

CASE Mobility Magazin: Connectivity, autonomes Fahren, Shared Services und Elektrifizierung