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Studie: Robotaxen würden Stadtverkehr in München erheblich entlasten – zu günstigen Preisen

Eine weitere Studie hat den Einfluss von autonomen Taxen auf den Stadtverkehr untersucht. Die Unternehmensberatung Berylls Strategy Advisors kommt zusammen mit der TU München zu dem Schluss, das sich die Zahl der 200.000 privaten Pkw stark reduzieren lässt. Eine Anzahl von 18.000 Robotaxen wären notwendig, um dieselbe Personenzahl zu transportieren.

Kooperation mit TU München

Die Beratung hat zusammen mit dem Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der TU München und dem Münchner Referat für Stadtplanung und Bauordnung mehrere Szenarien entwickelt, wie eine urbane Mobilitätslösung, basierend auf autonomen Elektrofahrzeugen aussehen könnte. Es sollte die Frage beantwortet werden, wie kundenfreundlich und günstig ein Mobilitätsdienst in München sein kann, der auf autonomen Elektrofahrzeugen basiert und die gesamte individuelle innerstädtische Mobilität bedient.

Um eine solide Datenbasis für die Studie aufzubauen, wurde auf die langjährig aufgebauten Simulationen des Lehrstuhls zurückgegriffen. Außerdem flossen realitätsnahe Nachfragedaten aus dem vielschichtigen Verkehrsmodell der Stadt München in die Untersuchung mit ein. Die Daten der TU München beinhalten auch Simulationen über den Aufbau von Ladeinfrastruktur. Mit dieser Datenmenge wurden drei praxisrelevante Mobilitäts-Szenarien entwickelt. Zwei Szenerien berücksichtigen nur den reinen Stadtverkehr. Das dritte Szenario beinhaltet auch den Pendlerverkehr, der in München einen entscheidenden Einfluss hat.

18.000 Roboter Taxen für München

Das Pendler-Szenario zeigt, dass rund 18.000 autonome Fahrzeuge nötig sind, um die 200.000 privaten PKW zu ersetzen. Zusätzlich wären die Roboter-Taxen auch effizienten ausgelastet. Die Auslastung der geteilten selbstfahrenden Autos würde bei über 50% liegen. Im Vergleich dazu, die Auslastung der privaten Pkw liegt bei unter fünf Prozent. Durch eine intelligente Steuerung sollen die autonomen Taxen maximal 15 Minuten leer durch die Gegend fahren. Insgesamt ist eine Reichweite von 150 km ausreichend, um den innerstädtischen Fahrzeugverkehr mit elektrischen selbstfahrenden Autos abzudecken.

Kosten auf ÖPNV Niveau 

Die Experten von Berylls haben auch den Kostenaspekt untersucht und kommen zu einem fairen Ergebnis. Um reale Preise für die potenziellen Kunden ermitteln zu können, wurde eine Vielzahl von Kostenfaktoren einbezogen. So wurden neben Fahrzeug- und Batterieherstellung, Energiekosten, Wartung und Betreuung der Fahrzeuge auch Reinigungskosten für die Flotte und administrative Kosten in die Betrachtung mit einbezogen. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren, könnte dem Nutzer in Münchnen eine Mobilitätsflatrate von 99 Euro pro Monat angeboten werden. Pro Kilometer muss der Robotaxi-Nutzer etwa 16 Cent aufwenden, was auf dem aktuellen Niveau des ÖPNV liegt.

Auch Hamburg wurde untersucht

In der Vergangenheit hat das Unternehmen Flott den urbanen Verkehr in Hamburg untersucht. Auch dort war die Schlussfolgerung, dass die Zahl der privaten Fahrzeuge durch den Einsatz autonomer Autos stark reduziert werden kann. Für Städte ist der Einsatz von Sharing Diensten eine geeignete Alternative, um Platz- und Emissionsproblemen zu begegnen. Auch ohne autonome Fahrzeuge können mit Carpooling Netzwerken schon positive Effekte im Straßenverkehr erreicht werden. Dank der zur Verfügung stehenden und weite verbreiteten Kommunikationstechnologie lassen sich Fahrer und Beifahrer effizient vernetzten.

Bild: FHgitarre (bestimmte Rechte vorbehalten)

Bosch und Daimler kooperieren bei autonomen Autos

Daimler und Bosch kooperieren bei der Entwicklung von vollautomatisierten und fahrerlosen Fahrzeugen. Ziel der Kooperation ist die Markteinführung eines serienreifen Systems für autonome Fahrzeuge. Die fahrerlosen Autos gelten als Zukunft der Mobilität und sollen sich mit der Technologie sicher im öffentlichen urbanen Straßenverkehr fortbewegen.

Schnellere Entwicklung durch Kooperation

Ergebnis der Entwicklungskooperation sollen vollautomatisierte und fahrerlose Fahrzeuge stehen. Die Systeme für Autos auf SAE-Level 4 oder SAE-Level 5 sollen bis Anfang der kommenden Dekade zur Serienreife entwickelt werden. Bosch ist einer der größten Zulieferer in der Automobilindustrie und genießt das Vertrauen vieler Hersteller. So vertraut auch Daimler auf die Kompetenzen von Bosch, durch die entstehenden Synergien soll eine möglichst frühe und abgesicherte Serieneinführung der Technologie möglich werden.

Systeme von Bosch und Nvidia

Bosch hat kürzlich angekündigt, dass es zusammen mit Nvidia Systeme für autonomes Fahren entwickelt. Dabei sollen von Bosch die Sensoren und von Nvidia die Rechnerleistung und passende Software kommen. Es ist davon auszugehen, dass Daimler einer der ersten Kunden der für die Systeme aus der Kooperation von Bosch und Nvidia ist. Durch die Bündelung der Fähigkeiten der unterschiedlichen  Unternehmen werden die Systeme für vollautomatisierten Fahrzeuge schneller zur Serienreife entwickelt.

Das Wettrennen um selbstfahrende Autos ist gestartet

Das vollautomatisierte, fahrerlosen Fahren ist ein wichtiger Baustein für den Verkehr der Zukunft. Langfristig wird sich der Verkehrsfluss verbessern und die Sicherheit im Straßenverkehr steigen. Hinzu kommt, dass günstige Transportmöglichkeiten entstehen, die von mehr und mehr Menschen genutzt werden können. Der Einsatz auf Car-Sharing bzw. Ride-Hailing Plattformen ermögliche eine bestmögliche Nutzung der Fahrzeuge. Daimler hat bereits angekündigt, dass es autonomes Autos für die Uber-Plattform bauen und betreiben wird. Daimler Konkurrent BMW hat mit Intel und Mobileye eine Kooperation geschlossen, um Systeme für autonome Autos zu entwickeln. Ford und GM haben Startups für die Serienentwicklung von vollautomatisierten Fahrzeugen übernommen.

Bild: Daimler AG (alle Rechte vorbehalten)

Waymo verklagt Uber und Otto wegen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen

Uber bekommt Ärger durch die Waymo. Die Google Tochter hat Otto und Uber wegen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen verklagt. Otto befasst sich mit der Entwicklung von Systemen für autonome Lastwagen. Dabei soll es gegen Geschäftsgeheimnisse und Patente von Waymo verstoßen haben. Konkret wirft Waymo Uber vor, dass bei der Entwicklung der LiDAR Sensoren das Wissen von Waymo genutzt wurde.

Waymo LiDAR System im Mittelpunkt der Anschuldigung

Die Google Tochter hat mehrere Jahre an der Entwicklung eines eigenen leistungsstarken LiDAR-Systems gearbeitet. Uber hat sich einen Vorteil verschafft, in dem durch Datendiebstahl ein vergleichbares LiDAR System in nur neun Monaten entwickelt wurde. LiDAR steht für Light Detection and Ranging und ist ein Systeme, das essentiell für selbstfahrende Autos ist. Ein LiDAR System strahlt mehrere Millionen Laserstrahlen aus und misst, wie lange es dauert, bis die Laserstrahlen reflektiert werden. Durch dieses Verfahren wird laufend ein 3D Bild der Fahrzeugumgebung erstellt. Das System ist entscheidend, um Form, Geschwindigkeit und Richtung von Fahrradfahrern, Fußgängern, Fahrzeugen und anderen Gegenständen zu messen.

Vorteil durch Diebstahl für Uber und Otto

Otto soll durch Datendiebstahl in der Lage gewesen sein, die Hardware in Rekordzeit zu entwickeln. Waymo wirft dem früheren Google Manager und Gründer von Otto Anthony Levandowski vor, dass er 10 GB (14.000 Dokumente) an vertraulichen Daten heruntergeladen hat, bevor er bei Google ausgeschieden ist. Das Unternehmen Otto soll er noch während seiner Zeit bei Google gegründet haben. Weitere Mitarbeiter, die bei Google an dem Car Projekt gearbeitet haben, sollen ebenfalls zu Otto gewechselt sein und dabei sensible Daten mitgenommen haben.

Email deckt Fehlverhalten auf

Aufgeflogen ist der vermeintliche Klau von Geschäftsgeheimnissen durch eine Email, die die Google Tochter von einem Zulieferer erhalten hat. Im Anhang der Email befand sich unbeabsichtigt eine Zeichnung der Leiterplatte des LiDAR Sensors von Otto, die stark der Version von Waymo ähnelte. Hauptgrund für die Übernahme von Otto durch Uber soll das fortschrittliche Design des LiDAR-Sensors von Otto gewesen sein.

In der Vergangenheit haben Uber und Google eng zusammen gearbeitet. Google hat sich sogar über den ehemaligen Venture Arm Google Ventures an Uber beteiligt und den Fahrservice als erstes in Google Maps eingebaut. Waymo scheint den Datendiebstahl für schwerwiegend zu halten, ansonsten wäre es nicht zu der Klage gekommen.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Tesla testet autonome Autos und Waymo fährt davon

Der Elektroautobauer Tesla, der in diesem Jahr den Start der Produktion für das Massenmodel Model 3 plant, hat damit angefangen, autonome Autos auf den Straßen im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien zu testen. Tesla kommt damit seinem Ziel näher, bis Ende 2017 eine autonome Fahrt von Los Angeles nach New York durchzuführen.

Daten über autonome Autos an Behörden

Die Daten über Tests durch autonome Autos müssen in Kalifornien aufgezeichnet und an die Behörden übermittelt werden. Deswegen kann transparent nachverfolgt werden, welcher Hersteller selbstfahrende Autos testet und in welchem Umfang. Tesla kam im Oktober und November auf insgesamt 890 Testkilometer. Dabei wurden 182 Zwischenfälle aufgezeichnet, bei denen der menschliche Fahrer eingreifen musste. Bei den Test muss immer ein Fahrer mit an Board sein, um bei technischen Problemen oder in gefährlichen Situationen das Steuer übernehmen zu können. Im Schnitt gab es also 0.2 Vorfälle pro gefahrenen Kilometer.

Tests in unterschiedlichen Verkehrssituationen

Die Rate von Vorfällen pro Kilometer hängt stark davon ab, in welcher Umgebung die autonomen Fahrzeuge getestet werden. Fahrten auf Autobahnen werden schon recht gut beherrscht und deshalb ist das Verhältnis bei diesen Fahrten geringer. Hingegen sind Testfahrten im Stadtgebiet komplexer und es wird noch länger dauern, bis diese Situationen von autonomen Autos beherrscht werden. Das spiegelt sich auch in der Zahl der manuellen Eingriffe wieder. Mercedes-Benz hat zum Beispiel 336 Eingriffe bei 1080 Testkilometern dokumentiert, sagt aber dass nur im Stadtgebiet und nicht auf Autobahnen getestet wurde. Ford kam hingegen auf eine Quote von 0.003 Eingriffen pro Kilometer. Wahrscheinlich aus dem Grund, dass nur auf Autobahnen getestet wurde.

Waymo von Google fährt allen davon

Die Google Tochter Waymo konnte die selbst entwickelte Technologie stark verbessern und kam im Vergangenen Jahr auf eine Quote von 0.13 Eingriffen pro Kilometer, im Jahr davor waren es noch 0.5 Eingriffe pro gefahrenen Kilometer, bei dem der Fahrer das Steuer übernommen hat. Waymo ist auch Spitzenreiter bei den gefahrenen Testkilometern, insgesamt wurden mehr als eine Millionen Testkilometer im vergangenen Jahr abgespult, alle anderen Hersteller zusammen kamen auf eine Strecke von ca. 35.000 Kilometern. Das ist ein gewaltiger Unterschied, der auch zeigt, wie viele Tests nötig sind, um die Fähigkeiten der autonomen Fahrzeuge zu verbessern.

Tests von autonomen Autos nicht nur in Kalifornien

In Kalifornien Testen bisher 11 Unternehmen autonome Fahrzeuge, darunter auch BMW, Mercedes Benz und Waymo. Die meisten Autohersteller und Technologiekonzerne testen ihre Technologien für die Autos der Zukunft auch in anderen Bundesstaaten, Ländern oder auf den eigenen Teststrecken. Deswegen stellt der Bericht aus Kalifornien kein vollständiges Bild über alle Tests der Hersteller dar. Teslas Vorteil ist, dass die meisten Serienfahrzeuge schon mit Sensoren und weitere Hardware für autonomes Fahren ausgestattet sind. Damit sammelt Tesla fleißig Daten aus realen Situationen, die in die Weiterentwicklung mit einfließen.

Bild: Tesla (alle Rechte vorbehalten)

myTaxi, Blacklane und myDriver: Abgehängt beim Thema autonomes Fahren

Das Thema autonomes Fahren wird zur Zeit viel diskutiert und als nächster großer Trend angesehen, der die Automobilindustrie grundlegend verändern wird. Mit autonomen Fahrzeugen  lässt sich ein günstiger und flexibler Fahrservice realisieren, so dass vor allem in Städten auf individuellen Fahrzeugbesitz verzichtet werden kann.

In der Zukunft wird der private Autobesitz zurückgehen und die Menschen werden vermehrt auf Fahrdienste zurückgreifen, um von A nach B transportiert zu werden. Bis autonome Fahrzeuge serienreif sind, werden die Fahrdienste noch auf Autos mit Fahrer angewiesen sein. Vor allem in den USA beschäftigen sich die Fahrdienstplattformen mit der Entwicklung von Software und Hardware für autonome Autos. Hinzu kommen die eigenen Anstrengungen bei der Entwicklung von hochauflösenden Karten, die für den Einsatz von fahrerlosen Autos erforderlich sind.

Wie weit beschäftigen sich die deutschen Plattformen myTaxi, Blacklane und MyDriver mit dem Thema? Festzustellen ist, dass das Thema autonomes Fahren bei keinem der drei großen deutschen Plattformen auf der Agenda steht.

Die Fahrdienst-Plattform Blacklane geht davon aus, dass auch mit dem Einsatz von autonomen Fahrzeugen weiterhin ein Fahrer an Board sein wird, der sich dann um andere Dinge kümmert. Vorstellbar ist eine Art on-board Service, wie man es vom Flugzeug her kennt. Da der Trend zu günstigeren Fahrpreisen geht und ein Service auf kurzen Strecken nicht relevant sein wird, hört sich diese Version nicht glaubwürdig an. Zu den Investoren von Blacklane gehört der Automobilkonzern Daimler. Das sich Daimler bevorzugt mit Uber verbindet, kann auch als Indiz gewertet werden, dass Blacklane noch keine Strategie zu dem Thema hat.

Ähnlich wird es bei myTaxi sein, das ebenfalls finanziell von Daimler unterstützt wird. Sie dem  Jahr 2014 gehört myTaxi vollständig zu Daimler. Bisher hat sich myTaxi noch nicht zu dem Einsatz von autonomen Fahrzeugen geäußert. Da Daimler und myTaxi nicht die Taxifahrer verunsichern möchte, kann es natürlich sein, dass intern an dem Thema gearbeitet wird aber erst  zu einem späteren Zeitpunkt damit an die Öffentlichkeit gegangen wird.

Das Unternehmen myDriver dürfte sich bisher am wenigsten mit dem Thema beschäftigt haben. Anders als bei Blacklane und myTaxi steht hinter myDriver keine Automobilkonzern. myDriver gehört zu dem Mietwagenunternehmen Sixt, das enge Verbindungen zu BMW unterhält. Langfristig könnte es sein, dass myDriver mit dem Carsharing Angebot DriveNow von Sixt und BMW zusammenwächst und autonome Fahrzeuge von BMW zum Einsatz kommen werden.

Alle drei Anbieter scheinen sich nicht mit der Entwicklung von Hardware und Software für autonome Fahrzeuge zu befassen. Auch das Erfassen von hochauflösenden Kartendaten scheint im Moment nicht auf der Agenda zu stehen. Die Anbieter sollten bestrebt sei, das zu ändern, um nicht vollständig den Anschluss zu verlieren.

In den USA und Asien beschäftigen sich Ride-Hailing Plattformen mit dem Thema der fahrerlosen Autos. Diese Ride-Hailing Plattformen eignen sich hervorragend, um autonome Fahrzeuge einzusetzen. Grab testet in Singapur einen Service mit Roboter Taxis, Lyft entwickelt mit General Motors autonome Fahrzeuge, die auf der Ridesharing Plattform eingesetzt werden sollen. Am aktivsten ist das Unternehmen Uber, das sich gleich auf mehreren Fronten mit autonomen Fahrzeugen beschäftigt. Auf der einen Seite wurde das Unternehmen Otto übernommen, das fahrerlose LKWs entwickelt. Auf der anderen Seite werden bereits autonome Volvos in einigen Städten getestet. Die Technologie und Software für die umgerüsteten Volvos wurde von Uber selbst entwickelt. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der Daimler Konzern mit Uber eine Absichtserklärung für eine Kooperation unterzeichnet hat. Daimler möchte autonome Fahrzeuge auf der Uber Plattform betreiben.

Bild: Blacklane (alle Rechte vorbehalten)

Daimler baut selbstfahrende Autos für Uber Plattform

Daimler und Uber haben heute bekanntgegeben, dass eine gemeinsame Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei der Bereitstellung und Betrieb von selbstfahrenden Fahrzeugen unterschrieben wurde.

Selbstfahrende Autos der Marke Mercedes-Benz sollen in den kommenden Jahren auf der Uber Plattform global eingesetzt werden. Anders als bei der Kooperation von Uber und Volvo will Daimler den Betrieb der selbstfahrenden Autos selber übernehmen und Uber nur als Plattform für die Vermittlung nutzen. Daimler wird den Fahrpreis erhalten und eine Vermittlungsgebühr für jeden Fahrt an Uber bezahlen.

Von der Partnerschaft profitieren beide Unternehmen. Daimler sichert sich den Zutritt zur weltweit größten Plattform für Ridesharing-Dienste. Der Konzern ist nicht in der Lage, eine Plattform in ausreichender Geschwindigkeit und mit der enormen Reichweite von Uber aufzubauen. Uber setzt in Zukunft auf autonome Fahrzeuge, um eine sichere und günstige Transportmöglichkeit in den Städten anbieten zu können und gleichzeitig profitablen arbeiten zu können. Das Ride-Hailing Netzwerk hat aber nicht die Erfahrung, komplexe Produkte wir Autos in Serie zu produzieren. Dafür ist Uber auf die Partnerschaften mit Automobilherstellern angewiesen. Mit Daimler ist nun einer der führende Automobilkonzerne an Board.

Uber beschäftigt sich seit längerem mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen. Mit seiner Advanced Technology Group hat das Unternehmen eine Engineering-Gruppe für autonomes Fahren aufgebaut, die selbstfahrende Fahrzeuge auf US-Straßen testet. Zusätzlich wurde das Unternehmen Otto übernommen, das an selbstfahrenden Lkws arbeitet.

An mehreren Standorten arbeiten Teams an der Entwicklung von Technologien für autonome Fahrzeuge. Seit Ende letzen Jahres testet Uber bereits selbstfahrende SUVs in unterschiedlichen Städten. Die Basis für die Testfahrzeuge sind Volvo XC SUVs, die mit Technik von Uber ausgestattet wurden. Gleichzeitig investieren Uber und Volvo gemeinsam 300 Mio. US Dollar in die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen, die Summe ist etwa gleich zwischen den beiden Unternehmen aufgeteilt.

Bei Daimler ist die Kooperation ein Teil der CASE Unternehmensstrategie. CASE steht für Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung (Shared & Services) und elektrische Antriebe (Electric) steht – damit definiert Mercedes-Benz Cars die vier wichtigsten Trends der Mobilität der Zukunft. Die Vereinbarung mit Uber markiert einen weiteren Schritt in Richtung „shared“ und „autonomous“.

Erstaunlich, dass der Autokonzern dieses Thema so offen kommuniziert. Die Taxifahrer gehören zu einer wichtigen Kundengruppe für Daimler, ein Großteil der Taxen sind in Deutschland immer noch Mercedes-Benz Fahrzeuge. Durch die Unterstützung von myTaxi hat Daimler schon viel Zorn der Taxifahrer auf sich gezogen. Die neuste Ankündigung wird dazu beitragen, dass sich noch mehr Taxibetriebe von Daimler abwenden.

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)