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Daten sammeln: Kooperation von Mobileye mit BMW und Volkswagen

Der Autokonzerne Volkswagen und BMW haben mit Mobileye eine Vereinbarung für eine Kooperation unterzeichnet. Ab dem Kommenden Jahr wollen Volkswagen und auch BMW die Technologie von Mobileye verbauen, um real-timed Daten der Verkehrs- und Straßensituation zu erfassen. Das Paket von Mobileye heißt Road Experimente Management (REM) und hilft dabei, den Weg zu autonomen Fahrzeugen zu ebenen. Es soll sichergestellt werden, dass vernetzte autonome Autos besser in realen Verkehrssituationen navigieren können.

Daten sammeln per Kamera

Fahrzeuge, die mit dem REM Paket ausgestattet sind, nehmen über Kameras and der Front der Fahrzeuge relevante Daten über die Straßengegebenheiten auf. Unter anderem werden Straßenmarkierungen, Verkehrszeichen, Wetterdaten oder die Parkplatzsituation registriert. Die Daten werden in der Cloud gespeichert und nach Aufbereitung wieder zurück in die hochgenauen Karten gespeichert, um diese dauerhaft aktuell zu halten.

Mobileye will Industriestandard aufbauen

Die Intention von Mobileye ist es, mit REM einen Industriestandard aufzubauen, bei dem die Daten von den Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller nach dem Croudsourcing-Prinzip aufgenommen werden und in die hochauflösenden Karten gespeist werden. Diese Karten werden dann von den beteiligten Herstellern genutzt, um   die autonomen Fähigkeiten der Fahrzeuge und weitere Fahrerassistenz-Systeme zu verbessern.

Ab 2018 in BMW und Volkswagen Fahrzeugen

Volkswagen und BMW wollen das Kit mit den neusten EyeQ4 Chips von Mobileye ab 2018 in den Fahrzeugen verbauen und so anonym Daten über die Straßen-Beschaffenheit und Parkplatzsituation zu generieren. Es ist nicht klar, ob der Fahrzeugbesitzer der Datensammlung zustimmen muss, oder ob die Datensammlung ohne Zustimmung der Besitzer geschieht. BMW, Daimler und Audi haben auch die Karten-Sparte Here von Nokia übernommen, um hochauflösenden Karten für die Anwendung in autonomen Fahrzeugen zu entwickeln. Die in BMW Fahrzeugen über das REM Paket gesammelte Daten werden an HERE weitergeleitet und in die aktuelle Version der hochgenauen Karte eingepflegt. Es ist nicht klar, ob die Daten von Volkswagen auch in das Kartenmaterial von Here eingespeist werden.

Für BMW ist das nicht das erste Projekt, bei dem der Automobilkonzern mit dem Unternehmen Mobileye aus Israel zusammenarbeite. BMW hat bereits mit Intel und Mobileye eine Kooperation geschlossen, um Komponenten für autonome Autos zu entwickeln. BMW und Volkswagen wollen bis 2021 ein vollautonomes Auto mit Level 4 auf den Markt bringen.

Bild: BMW (alle Rechte vorbehalten)

General Motors will 2018 tausende autonome Autos testen

Der Entwicklungsprozess zum Einsatz von autonomen Fahrzeugen auf Ride-Hailing Plattformen gewinnt weitern an Geschwindigkeit. Der Automobilkonzern General Motors plant den Einsatz von tausenden autonomen Fahrzeugen im kommenden Jahr auf der Ridesharing-Plattform Lyft.

Größter Test eines Automobilherstellers

Bisher ist das der größte geplante Test eines etablierten Automobilkonzerns. Unterschiedliche Hersteller testen bereits im kleineren Umfang den Einsatz von autonomen Autos, um die für 2020 geplante Serienproduktion vorzubereiten. Im Moment testet die Google Tochter Waymo eine kleine Flotte mit umgerüsteten Chrysler Minivans. Uber testet mit Volvo entwickelte autonome Test-Fahrzeuge in mehreren Städten. Der Deutsche BMW Konzern hat Tests für dieses Jahr angekündigt.

Einsatz auf Lyft Plattform

Die umgerüsteten Bolt Elektroautos sollen auf der Ride-Hailing Plattform Lyft eigesetzt werden. Lyft wird die Fahrzeuge nutzen, um über die auf der Fahrdienst-Plattform gebuchte Fahrten mit autonomen Fahrzeugen durchzuführen. Der General Motors Konzern will die Fahrzeuge vorerst nicht verkaufen. Es ist davon auszugehen, dass GM die Fahrzeugflotte betreiben wird und vorerst Lyft für die Generierung von Fahrten nutzen wird. Vor kurzem hat der Daimler Konzern eine Vereinbarung für eine mögliche Partnerschaft mit Uber unterzeichnet, da Daimler autonome Fahrzeuge im Uber-Netzwerk testen möchte.

In der Vergangenheit haben sich GM und Lyft bereits über die Pläne zum Einsatz von autonomen Fahrzeugen geäußert. Lyft sieht darin die Zukunft für das Unternehmen, die auch das Mobilitätsverhalten dauerhaft verändern wird. General Motors hat sich mehrfach dazu geäußert, dass selbstfahrende Autos in Serienproduktion hergestellt werden sollen und auf Ride-Hailing Plattformen zum Einsatz kommen sollen.

General Motors als Lyft Investor

Das GM und Lyft zusammenarbeiten, ist nicht verwunderlich. Schließlich ist der amerikanische Autokonzern seit Anfang 2016 mit einer hohen Summe an dem Ride-Hailing Startup beteiligt. Schon bei der Verkündung des Investments wurde bekanntgegeben, dass beide Unternehmen an einem Ride-Hailing Service mit autonomen Fahrzeugen arbeiten werden. Andere Hersteller, wie zum Beispiel Ford, wollen autonome Fahrzeugflotten bis zum Jahr 2020 ausrollen.

Bild: General Motors (alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: Patente von Amazon und Google

Kürzlich wurden Patenten veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass sich auch Amazon neben Google mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeuge und Plattformen für die Vermittlung von Ridesharing und Transport-Diensten beschäftigt. Von Google ist bekannt, dass sich das Unternehmen mit selbstfahrenden Autos und Ridesharing Diensten beschäftigt. Von Amazon gab es bisher wenig Anzeichen.

Die Patente von Google und Amazon wurden bereits im Jahr 2015 eingereicht. Das macht deutlich, dass sich die beiden Technologieunternehmen schon seit längerem mit dem Thema beschäftigen und Uber nicht tatenlose das Feld überlassen.

Google testete schon einen Ridesharing Service in San Francisco und treibt mit Waymo das Zukunftsthema autonomes Fahren voran. Bisher ist bekannt, dass Waymo Komponenten entwickelt, die von Automobilherstellern in den Serienfahrzeugen verbaut werden sollen. Das Unternehmen ist von dem Plan abgekommen, ein eigenes selbstfahrendes Auto zu bauen. Berichten zufolge plant Waymo in diesem Jahr den Test eines Fahrdienstes mit selbstfahrenden Chrysler Pacifica Minivans.

Das jetzt veröffentlichte Patent beschreibt, wie autonome Fahrzeuge mit Ride-Hailing Apps verknüpft werden und wie die Nutzer gefunden werden. Das Patent beschreibt eine Lösung für die Vermittlung eines Abholorts zwischen Auto und Nutzer unter erschwerten Bedingungen. Wie können sich Auto und Fahrgast treffen, wenn das Fahrzeug nicht unter sicheren und präzisen Umständen zum Fahrgast navigieren kann. Sollten Google und Waymo den geplanten Fahrservice weiter ausbauen, würden sie in den direkten Wettbewerb zu Uber und Lyft einsteigen.

Das Patent von Amazon beschreibt hingegen eine Möglichkeit, wie autonome Fahrzeuge mit Fahrspuren zurechtkommen, auf denen sich je nach Verkehrsaufkommen die Fahrtrichtung ändert. Ohne entsprechende Erkennung stellen die dynamischen Fahrrichtungswechsel eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer dar. Bleibt die Frage, wie weit sich Amazon mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen beschäftigt hat. Für Amazon wird es primär von Interesse sein, selbstfahrende Fahrzeuge für die Auslieferungen der Bestellungen einzusetzen. Amazon treibt jetzt schon seine Vision voran, immer größere Teile der Logistik für die Auslieferung der eigenen Bestellungen zu übernehmen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten die von Amazon entwickelten Technologien in selbstfahrenden Autos eingesetzt werden.

Auch in diesem Bereich würde Amazon mit Uber konkurrieren, das mit der Übernahme Otto selbstfahrende LKWs entwickelt und mit Uber Freight in die Digitalisierung der Frachtvermittlung eingestiegen ist.

Bild: Nic Redhead (bestimmte Rechte vorbehalten)

Künstliche Intelligenz und autonomes Fahren: Ford investiert eine Milliarde in Argo AI

Ford wird im Wettlauf um die Entwicklung selbstfahrender Autos wieder aktiv und investiert einen honen Betrag in ein Startup. Am Freitag hat der Automobilkonzern Ford bekanntgegeben, dass eine Milliarden US$ in das Startup Argo AI investiert wird. Argo AI entwickelt Software für autonome Fahrzeuge. Das Unternehmen wurde von ehemaligen Uber und Google Mitarbeitern gegründet.

Ford will mit der Quasi-Übernahme eine Software Plattform entwickeln, die bei den autonomen Fahrzeuge des Konzerns zum Einsatz kommen soll. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte auch eine Lizenzierung der Software an andere OEMs möglich sein. Argo AI wurde nicht komplett übernommen, damit das Unternehmen noch Top-Talente mit Unternehmensanteilen locken kann.

Argo AI von Google und Uber Experten gegründet

Argo AI wurde von zwei führenden Ingenieuren der Branche gegründet. Bryan Salesky war zuvor für die Entwicklung der selbstfahrenden Autos bei der Google Tochter Waymo zuständig. Bekanntlich wurden unter seiner Führung bei Waymo außerordentliche Verbesserungen auf Hardware- und Softwareseite erreicht. Der zweite Gründer, Peter Rander, war zuvor bei Uber für die Entwicklung der Roboter-Autos zuständig. Nach der Übernahme von Otto und der darauffolgenden Umstrukturierung bei Uber hat Rander das Unternehmen verlassen.

Ford wird die Summe in den kommenden fünf Jahren nach und nach freigeben. Mit dem Investment wird der OEM aber größter Anteilseigner von Argo AI. Der Sitz des Unternehmens wird weiterhin in Pittsburgh bleiben. Dort pflegt das Unternehmen gute Beziehungen zur Carnegie Mellon University, die zu den führenden Institutionen bei der Entwicklung von Technologien für autonome Autos zählt. Außerdem muss die Startup-Unternehmenskultur beibehalten werden, um die Technologie mit Experten in einer agilen Umgebung zur Serienreife entwickeln zu können.

Serie von Investitionen im Bereich autonomes Fahren

Mit dem Investment wird eine außerordentliche Serie an Investitionen und Übernahmen im Bereich künstlicher Intelligenz und Technologien für autonome Fahrzeuge fortgesetzt. Im vergangenen Jahr hat General Motors das Startup Cruise für 1 Milliarde US$ übernommen. Ebenfalls im vergangenen Jahr hat die Ride-Hailing Plattform Uber das Startup Otto für 680 Mio. US$ gekauft.

Ford gibt Vollgas bei der Entwicklung von Roboter-Autos

Ford legt sich stark ins Zeug, um beim Wettlauf um das Auto der Zukunft nicht abgehängt zu werden. Zu diesem Zweck wurde der on-demand Shuttle Service Chariot aufgekauft. Außerdem wurde in Velodyne investiert, ein Unternehmen, das Laser-Radar-Sensoren (Lidar) entwickelt. Die Anzahl der Mitarbeiter im Silicon Valley soll bis Ende des Jahres verdoppelt werden. Bis zum Jahr 2021 will der Automobilkonzern die Technologien für autonome Fahrzeuge zur Serienreife entwickelt haben.

Bild: Ford (alle Rechte vorbehalten)

Waymo will Systeme für autonome Fahrzeuge verkaufen

Es ist noch nicht so lange her, dass Google seine Abteilung für selbstfahrende Autos unter dem Namen Waymo ausgegliedert hat. Langfristig gesehen dürfte such Waymo zu einem der wichtigsten Player in der Automobilindustrie der Zukunft entwickeln.
Auf der North American International Autoshow in Detroit hat Waymo Chef John Krafcik verkündet, dass das Unternehmen ein Set an Software, Sensoren und Computersystemen komplett intern entwickelt und produziert hat. Diese Set soll von Herstellern eingesetzt werden, um Autos mit autonomen Fahreigenschaften zu versehen. Die Google Tochter Waymo will langfristig den menschlichen Fahrer komplett ersetzen.

Wie schon berichtet, sind die Chrysler Pacifica Fahrzeuge die ersten Modelle, die mit dem Set von Waymo ausgestattet wurden. Alle Sensoren dieser Fahrzeuge wurden komplett von Waymo intern entwickelt und produziert. Die Fahrzeuge sind mit der Ausstattung in der Lage, voll autonome zu fahren.

Wichtiger Bestandteil des Kits für autonomes Fahren sind die LiDAR Sensoren, die die Fahrzeugumgebung fortlaufend scannen und überwachen. Die aktuelle Version des Kits beinhaltet drei unterschiedliche LiDAR Sensoren. Der Unterschied liegt in dem Überwachungsradius. Ein LiDAR Sensor überwacht die direkte Fahrzeugumgebung, des weiteren sind zwei Sensoren für die mittlere Umgebung und Ferne verbaut. Mit der Eigenentwicklung war auch eine erhebliche Kostenreduktion möglich. Die Kosten konnten laut eigenen Angaben um 90% im Vergleich zu den bisher verwendeten Sensoren gesenkt werden. Die Kosten dieser Sensoren lagen teilweise über 75.000 US$. Bisher wurden mehr als 3 Mio. Testkilometer mit den selbstfahrenden Prototypen abgespult, die dabei gesammelten Erfahrungen sind in die Entwicklung der Hard- und Software mit eingeflossen. Die Sensoren sind zum Beispiel besser für die Vibrationen und extremen Temperaturbedingungen ausgelegt.

Neben den LiDAR Sensoren wurden auch eigene Radar- und Kamerasensoren entwickelt, die in der Lage sind, Objekte auch bei schwierigen Lichtverhältnissen zu erkennen. Die hochauflösenden Kamerasensoren sollen in der Lage sein, kleiner Hindernisse in der Ferne zu identifizieren. Das Radarsystem ist für eine 360 Grad Überwachung ausgelegt und soll vor allem langsame Objekte, wie Fahrradfahrer und Fußgänger erkennen.

Um einem Auto autonome Eigenschaften zu verleihen, ist ein Zusammenspiel aller Sensoren notwendig. Die Daten der Sensoren müssen von einer entsprechenden Software und Rechenpower verarbeitet werden. Auch dafür hat Waymo seine eigenen Systeme entwickelt, die über genügend Rechenpower verfügen. Außerdem verfügen die Computersysteme über Machine Learning Mechanismen und Eigenschaften der künstlichen Intelligenz. Diese hochspezialisierten und leistungsfähigen Systeme können die Daten verarbeiten und ermöglichen somit die autonome Navigation der Fahrzeuge.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Übernahme: TomTom kauft Berliner Startup Autonomos

Das Unternehmen TomTom hat das Startup Autonomos aus Berlin übernommen. TomTom hat sich als Hersteller von Navigationsgeräten einen Namen gemacht und in letzter Zeit seinen Fokus auf die Bereitstellung von hochdetaillierten Kartendaten gesetzt. Autonomos ententwickelt unter anderem Software für Assistenzsysteme sowie Kamera-Sensoren für selbstfahrende Fahrzeuge. Das Startup hat meistens mit anderen Partner zusammengearbeitet

Autonomos wurde 2012 von einer Gruppe von Wissenschaftlern und Ingenieure der Freien Universität Berlin gegründet. Unter anderem wurden Fahrzeuge für den DARPA Grand Challenge Wettbewerb entwickelt. In Berlin wurden unterschiedliche Prototypen getestet. Unter anderem wurde ein Fahrzeug mit einem iPhone gesteuert, ein anderer Prototyp wurde mittels Augenbewegung gesteuert.

Bei TomTom wird das Autonomos Team Teile der Entwicklungsabteilung. Das Team wird an kartenbasierten Produkten für die selbstfahrenden Autos arbeiten. Unter anderem soll das detaillierte Kartenmaterial weiterentwickelt werden, sowie Verkehrserkennung und Navigation für autonome Fahrzeuge. Die Kompetenzen beider Unternehmen ergänzen sich gut, um schneller selbstfahrende Autos, bzw. die benötigten Technologien zur Serienreife zu entwickeln.

Autonomos scheint bisher eine niedrige Summe an Finanzierung aufgenommen zu haben. Die Akquisition durch TomTom ermöglicht dem Team mit einem größeren finanziellen Spielraum an den Komponenten für die Automobilindustrie zu arbeiten. Bisherige Produkte sollen verbessert werden und neue Komponenten für autonome Fahrzeuge zur Serienreife gebracht werden.

TomTom will sich mit dem Kauf das Portfolio an Produkten erweitern, das etablierten Automobilherstellern angeboten werden kann. Die Komponenten sollen in den zukünftigen Serienfahrzeugen der Hersteller zum Einsatz kommen. TomTom will keine eigenen Fahrzeuge produzieren und auch keinen Mobilitätsdienstleistungen anbieten. Automobilhersteller und Zulieferer sehen im Moment der Gefahr durch Markteinsteiger ausgesetzt. Mobilitätsdienstleister wie Uber, Technologieunternehmen wie Google und Apple und Startups wie nuTonomy arbeiten mit Hochdruck daran, eigene autonome Fahrzeuge oder entsprechende Komponenten zur Serienreife zu entwickeln. TomTom will durch die Akquisition von Automoms den Anschluss nicht verlieren.

Bild: Claudia Heinstein/Autonomos (alle Rechte vorbehalten)

Starke Allianz für autonomes Fahren: BMW, Mobileye und Intel wollen 2017 erste Fahrzeuge testen

Dieser Test war absehbar, da der bayerische Automobilkonzern BMW im vergangenen Jahr sowohl eine Kooperation mit Intel, als auch mit Mobileye eingegangen ist. Ziel der jeweiligen Kooperation ist es, so schnell wie möglich autonome Fahrzeuge zur Serienreife zu entwickeln.

Test Ende 2017 – Serienversion 2021

In der zweiten Jahreshälfte 2017 will BMW 40 Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen testen, um wichtige Daten für die Serienfahrzeuge zu sammeln. Unter realen Bedingungen sollen die Daten gesammelt werden und die Fahrzeuge hinzulernen. Die Serienfahrzeuge sollen in der Kooperation bis zum Jahr 2021 entwickelt werden.

Bei den Testfahrzeugen wird es sich um Modelle der 7er Baureihe handeln, die mit den neusten Sensoren, Software und Rechenpower von Intel und Mobileye ausgestattet sind. Die tests sollen in den USA und in Europa stattfinden. Im vergangenen Jahr gab es Berichte, dass BMW bis zu 40 autonome Fahrzeuge in München testen möchte.

White-Label Lösung für andere Hersteller

Auf der Technikmesse CES 2017 in Las Vegas haben die drei Partner ein einer Pressekonferenz bekanntgegeben, dass ein System entwickelt wurde, dass sich auch für andere Fahrzeugmodelle skalieren lässt. Die skalierbare Architektur für autonome Autos könnte  auch als White-Label Lösung angeboten werden, die von anderen Autokonzernen genutzt werden kann.

BWM lädt andere Hersteller und Zulieferer zur Kooperation ein. Das kann auch als Zeichen gedeutet werden, dass BMW eingesehen hat, dass sie bei der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen schnell aufholen müssen und diese Aufholjagd nicht alleine schaffen können.

Neben den Ankündigungen im Dezember, hat BMW bereits im Mai 2016 seine Pläne für autonome Fahrzeuge präsentiert. Im Rahmen den Feierlichkeiten zum 100. Firmenjubiläum wurden futuristische Modelle der unterschiedlichen Konzernmarken unter dem Namen iNext präsentiert. Unter iNext will BMW bis 2021 ein voll autonomes Fahrzeug zur Serienreife bringen.

Kooperationen zwischen Auto- und Technologiekonzernen

Da Technologiekonzerne nicht über das Wissen der Fahrzeugfertigung verfügen und Automobilkonzerne nicht in der Lage sind, die technologischen Bauteile für selbstfahrende Fahrzeuge zu entwickeln, schließen sich beide Parteien zusammen. Es ist davon auszugehen, dass wir Kooperationen, wie die zwischen BMW, Intel und Mobileye in Zukunft häufiger sehen werden. BMW produziert die Fahrzeuge, Intel die leistungsstarken Computer-Chips und Mobileye die Sensoren und Kameras.

Letztendlich müssen die autonomen Fahrzeuge noch den Nutzern über eine Plattform zugänglich gemacht werden. Bleibt abzuwarten, ob BMW seine Carsharing Plattformen DriveNow und ReachNow weiter ausbauen wird, oder ob in Zukunft Partnerschaften mit Fahrdiensten wie Uber oder Didi zu erwarten sind.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Chris Urmson, Kopf hinter Google Car, entwickelt eigenes autonomes Fahrzeug

Google scheint seine Ausrichtung bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos zu verändern. Anstatt eines kompletten Fahrzeugs sollen nur noch Komponenten entwickelt werden, die von anderen Herstellern verbaut werden können. In der letzten Woche wurde das ganze Vorhaben unter der neuen Marke Waymo ausgegliedert. Auch bei den Mitarbeitern gibt es Veränderungen. Chris Urmson, der Kopf hinter dem selbstfahrenden Google Auto ist schon im August gegangen.

Urmson treibende Kraft hinter Google Fahrzeug

Mit vorangetrieben wurde das Projekt für die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen bei Google X von Anfang an von Chris Urmson. Er gilt als einer der führenden Experten für die Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Im August diesen Jahres hat Urmson Google verlassen, um neuen Aktivitäten nachzugehen. Jetzt wird bekannt, dass er ein eigenes Unternehmen gegründet hat, das sich mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen beschäftigt.

Technologien für selbstfahrende Autos

Bisher ist noch wenig über das Startup bekannt, Anfang des kommenden Jahres soll mehr darüber veröffentlicht werden. So wie es aussieht, will das Unternehmen keine kompletten Fahrzeuge entwickeln. Der Fokus soll auf der Entwicklung von Komponenten liegen, die für autonome Fahrzeuge benötigt werden. Das Paket an Software, Hardware und Datenauswertung kann an Autohersteller verkauft werden.

Apple mit ähnlicher Strategie

Eine ähnliche Strategie verfolgen Google und Apple. Das Startup Cruise hat ebenfalls Komponenten für autonome Fahrzeuge entwickelt und wurde für ca. eine Milliarde US$ von General Motors aufgekauft. Ein weitere ehemaliger Google Mitarbeiter hat das Unternehmen Otto gegründet. Otto hat sich mit der Entwicklung von autonomen Lastwagen befasst und wurde im August von Uber übernommen.

Urmson soll mit weiteren Experten und Ingenieure Uber, Apple und Tesla gesprochen haben, um sie von dem Projekt zu überzeugen und um ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen. Externe Finanzierung wurde bisher anscheinend noch nicht eingesammelt. Bei der erfolgreichen Vita von Chris Urmson dürfte das aber kein Problem sein, eine höhere Runde erfolgreich abzuschließen.

Bild: Jean-Pierre Dalbéra (bestimmte Rechte vorbehalten)

Selbstfahrende Autos: Honda will mit Waymo von Google zusammenarbeiten

Anfang des Monats hat Google angekündigt, dass die Aktivitäten rund um selbstfahrende Autos in die Tochtermarke Waymo ausgegliedert werden. Bei der Ankündigung wurden auch weitere Details über die Kooperation mit Fiat Chrysler bekanntgegeben. Fiat Chrysler ist der erste Autobauer, der die Technologie für autonome Autos von Google verbaut. Wie jetzt bekannt wurde, ist Fiat Chrysler nicht der einzige Autokonzern, der mit Waymo von Google zusammenarbeitet. Der japanische Autobauer Honda befindet sich in Gesprächen mit Waymo, um Honda Fahrzeuge mit den Komponenten für selbstfahrende Autos auszustatten. Fiat Chrysler und Google haben bereits im May ihre Kooperation bekanntgegeben.

In der Automobilindustrie zeichnen sich zur Zeit zwei Trends ab. Einige Automobilhersteller wie Ford und General Motors entwickeln die Technologien für selbstfahrende Autos intern und tragen auch die Kosten für die Entwicklung. General Motors hat auch bereits fast eine Milliarde für die Übernahme von Cruise ausgegeben. Eine andere Gruppe von Autokonzernen, darunter Fiat Chrylser, Honda oder BMW gehen Kooperationen mit Zulieferern und Technologieunternehmen ein, um sich die Kosten für die Entwicklung zu teilen.

Die Kooperationen dürften den Autokonzernen auch dabei helfen, die Innovationen rund um das autonome Fahren schneller zur Marktreife zu entwickeln. Google beschäftigt sich schon mit Hochdruck seit mehreren Jahren mit dem Thema voll-autonome Fahrzeuge und zählt zu einem der Anbieter mit dem besten Fachwissen. Durch die Kooperation erhalten die Konzerne einen Einblick in eine der besten Lösungen, die ständig weiterentwickelt wird.

Der japanische Automobilkonzern hat sich in der Vergangenheit schon mit der Entwicklung von Technologien für autonome Fahrzeuge beschäftigt und wird auch in Zukunft eigene Entwicklungsprojekte rund um das Thema vorantreiben. Im Jahr 2020 will der Konzern teilautonome Fahrzeuge auf den Markt bringen, bei denen aber immer noch ein Fahrer hinter dem Steuer sitzen muss.

Die Kooperation zwischen Honda und Waymo wird zunähst ähnlich aussehen, wie zwischen Fiat und Waymo. Honda wird Fahrzeuge zur Verfügung stellen, die mit der Software und Hardware von dem Google Unternehmen ausgestattet werden. Zu einem späteren Zeitpunkt werden Honda- und Waymo-Ingenieure und Experten enger zusammenarbeiten.

Honda hat sich zuletzt auch in den Bereich der Fahrdienste vorgewagt. Mit einem strategischen Investment hat sich der Automobilkonzern an der Mitfahrplattform Grab beteiligt. In einem ersten Schritt sollen Fahrer mit günstigen Angeboten für Motorräder und Autos versorgt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte Honda das Netzwerk von Grab auch für Aktivitäten rund um selbstfahrende Autos nutzen.

Bild: Honda (alle Rechte vorbehalten)

Das ist der selbstfahrende Minivan Chrysler Pacifica von Waymo

In der letzten Woche hat Google verkündet, dass das Projekt rund um die Technologien für selbstfahrende Autos ausgegliedert wird. In dem Tochterunternehmen Waymo werden alle Aktivitäten rund um selbstfahrende Fahrzeuge angesiedelt. Gestern hat Waymo CEO John Krafcik weitere Details und Bilder über die 100 selbstfahrenden Chrysler Pacifica Minivans veröffentlicht. Die Fahrzeuge sind mit der Technologie von Waymo ausgestattet, darunter leistungsfähige Rechner, Sensoren, Software und Telematik.

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Die Fahrzeuge werden zur Flotte der selbstfahrenden Autos von Waymo hinzugefügt. um weitere Testkilometer auf öffentlichen Straßen im kommenden Jahr zu sammeln. Mit den Chrysler Vans will das Unternehmen die Bedürfnisse von unterschiedlichen Zielgruppen testen. Bisher wurden einige Minivans unter extremen Bedingungen auf einer Teststrecke getestet.

Bisher hat Google handelsübliche Fahrzeuge mit den Technologien nachträglich ausgestattet und damit bereits mehr als zwei Millionen Testkilometer abgespult. Bei den präsentierten Fahrzeugen sind die Komponenten in die Fahrzeugarchitektur integriert.

Vor etwa sechs Monaten haben Fiat Chrysler und Google angekündigt, dass beide Unternehmen gemeinsam an autonomen Fahrzeugen und den benötigten Technologien arbeiten. In enger Partnerschaft wurden diese 100 Fahrzeuge von gemeinsamen Teams in Michigan und Arizona entwickelt.

Als Basis für die autonomen Fahrzeuge wurden Chrysler Pacifica Minivans genutzt, die auch von jedem Kunden gekauft werden können. Von den Entwicklerteams wurden Veränderungen an der Fahrzeugelektronik, dem Antriebsstrang und and der Karosserie vorgenommen. Diese Änderungen waren notwendig, damit die Technologie von Waymo ideal verbaut werden kann. Das Ergebnis ist ein selbstfahrendes Auto, das in nur sechs Monaten entstanden ist und ein stimmiges und integrales Design aufweist.

In der letzten Woche wurde auch darüber berichtet, dass Waymo wohlmöglich mit teilautonomen Fiat Chrysler Fahrzeugen einen Ridesharng Dienst a la Uber oder Lyft starten könnte. Dieser Fahrservice könnte Anfang des kommenden Jahres starten. Für einen flächendeckenden Betrieb sind aber mehr als die 100 produzierten Fahrzeuge nötig.

Wie auch schon Apple hat sich Google von der Produktion eines kompletten eigenen Fahrzeugs verabschiedet. Vielmehr liegt der Fokus auf den benötigten Komponenten, die Fahrzeugproduktion wird erfahrenen Autokonzernen überlassen.

Bilder: Waymo (alle Rechte vorbehalten)