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Superrechner und autonomes Fahren: Großer Aufschlag auf der CES von Nvidia

Der Elektronikkonzern Nvidia hat auf der CES viele neue Partnerschaften im Bereich KI und autonomes Fahren verkündet. Insgesamt arbeitet der Konzern, der sich früher auf die Entwicklung von Grafikkarten spezialisiert hat, mit 320 Unternehmen an dem Thema autonomes Fahren. Hauptsächlich geht es dabei um die Entwicklung und den Einsatz der Drive PX und Drive Xavier Plattformen. Drive Xavier ist der neue Supercomputer von Nvidia, der ne einem geringen Energieverbrauch enorm leistungsfähig sein soll.

Uber arbeitet mit Nvidia

Die Ride-Sharing Plattform Uber hat Nvidia als einen entscheidenden Technologiepartner für die eigene Flotte an autonomen Fahrzeugen ausgewählt. Von Nvidia soll die KI-Rechenpower für die Software zur Verfügung gestellt werden.

Uber und Nvidia arbeiten schon länger zusammen. Die autonomen Volvo XC90, die in unterschiedlichen Städten unterwegs sind und die modifizierten Ford Fahrzeuge, sind mit der GPU von Nvidia ausgestattet. Auch in den autonomen LKWs, die Uber seit der Übernahme von Otto entwickelt, sind die GPUs verbaut.

Bisher hat Uber 50.000 Fahrgäste in vollautomatisierten Autos befördert. Insgesamt wurden mehr als drei Mio. Kilometer im autonomen Modus zurückgelegt, die Hälfte davon in den letzten 100 Tagen. Auch wenn Uber nicht viele Informationen über den Projekt-Fortschritt teilt, scheint sich das Projekt positiv zu entwickeln.

Aurora setzt auf Technologie von Nvidia

Erst vor ein paar Tagen wurden weitere Details über den Newcomer Aurora bekannt. Aurora ist erst seit einem Jahr aktiv, wurde aber von führenden Experten gegründet, die vorher bei Uber, Google oder Tesla Führungspositionen bei der Entwicklung von Technologien für selbstfahrende Autos hatten. Die Konzerne Volkswagen und Hyundai setzen bei dem Thema vollautomatisiertes Fahren auf die Fähigkeiten von Aurora. Auch Aurora setzt auf die Recheneinheit von Nvidia – der Technologiekonzern liefert die Grundlagen für die Rechner-Plattform.

Nvidia, Baidu und ZF arbeiten an Plattform für China

Die drei Unternehmen Nvidia, Baidu und ZF haben auf der CES bekanntgegeben, dass sie eine serienreife Plattform für künstliche Intelligenz (KI) und autonomes Fahren für den chinesischen Markt entwickeln, den größten Automobilmarkt weltweit. ZF und Nvidia docken sich an die offene Plattform Apollo Pilot von Baidu an. Von ZF sollen die Entwicklungen rund um den ProAI Fahrzeugcomputer eingebracht werden, Nvidia setzt auf Drive Xavier Plattform. Die beiden Unternehmen erhalten durch die Kooperation mit Baidu einen Zugang zu den wachsenden chinesischen Automobilherstellern.

Künstliche Intelligenz für den nächsten Volkswagen Bully I.D. Buzz

Nvidia arbeitet mit Volkswagen an einem Co-Piloten, der auf Künstlicher Intelligenz basiert und damit die Sensordaten für die Komfort- und Assistenzsysteme verarbeitet. Diese Systeme können über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs hinweg durch Softwareaktualisierungen optimiert werden und sich im Zuge weiterer Entwicklungen beim autonomen Fahren neue Fähigkeiten aneignen. Dank ‚Deep Learning‘ kann das Auto der Zukunft lernen, sowohl Situationen präzise einzuschätzen als auch das Verhalten von anderen Verkehrsteilnehmern zu analysieren, und wird so in der Lage sein, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Auf der Grundlage der ‚NVIDIA DRIVETM IX Intelligent Experience Plattform‘ können KI-Funktionen wie Gesichtserkennung zum Entriegeln des Fahrzeugs von außen, ein Warnsignal für Fahrräder, Gestenerkennung für Bedienelemente, natürliche Spracherkennung für eine einwandfreie Sprachsteuerung und Blickverfolgung für Warnungen bei Ablenkung des Fahrers möglich sein.

“Künstliche Intelligenz revolutioniert das Auto“, sagt Diess. „Autonomes Fahren, emissionsfreie und digital vernetzte Mobilität sind ohne Fortschritte bei künstlicher Intelligenz und ‚Deep Learning‘ nicht möglich. Gemeinsam mit NVIDIA kann Volkswagen einen großen Schritt in die Zukunft machen.”

Bild: Volkswagen (Alle Rechte vorbehalten)

Renault-Nissan gibt bei Startup-Investments und autonomen Fahren Gas

Der Automobilhersteller Renault-Nissan wird aktiver bei den Themen autonomes Fahren und Investments in Servicekonzepte und Startups aus dem Mobility Bereich. Renault will so die digitale Transformation in der Automobilbranche schaffen und Fokus auf die Themen Elektrifizierung, autonomes Fahren und connected Vehicles legen.

Autonomes Fahren auf Level 4 im Test

Das auf der IAA in Frankfurt vorgestellte Konzept-Fahrzeug SYMBIOZ absolviert zur Zeit in Frankreich Testfahrten auf Level 4 der Skala für vollautomatischstes Fahren. Bei autonomen Fahren auf Level 4 ist kein Fahrer mehr notwenig, um das Auto zu steuern. Da das französische Recht es verbietet, dass kein Fahrer hinter dem Steuer sitzt, platziert der Automobilhersteller einen Fahrer hinter dem Lenkrad, der die Systeme überwacht und im Notfall eingreifen kann.

15 autonome Autos bis 2022

Der SYMBIOZ verkörpert die Vision von Renault für das Fahrzeug der Zukunft. Innerhalb der kommenden fünf bis sechs Jahre will Renault ein autonomes Fahrzeug zur Serienreife entwickeln. Das Konzeptfahrzeug wurde zusammen mit mehreren Partnerunternehmen entwickelt, darunter TomTom, LG, Sanef und IAV. Bis 2022 will Renault-Nissan acht Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb anbieten, 12 elektrifizierte Autos (als Hybrid-Fahrzeuge) und 15 Modelle mit Fähigkeiten für vollautomatisiertes Fahren.

200 Mio. Fond für Investments in Startups

Neben den Aktivitäten rund um autonomes Fahren will Renault-Nissan auch einen Investment-Fond in Höhe von 200 Mio. US Dollar auflegen, wie Reuters berichtet. Damit folgt der Konzern dem Modell anderer Hersteller wie Daimler oder BMW. Durch die Investments will der Automobilhersteller die digitale Transformation im Automotive Bereich meistern uns sich direkt an Startups beteiligen, die an innovativen Ideen arbeiten. Durch den eigenen Investment-Arm soll Renault-Nissan schnell agieren können, um Wettbewerber auszustechen.


Update, 10.01.2018: Renault-Nissan und Mitsubishi haben auf der CES bestätigt, dass ein Investment-Arm aufgebaut werden soll. In den kommenden fünf Jahren sollen jährlich etwa 200 Mio. Dollar in Startups gesteckt werden. Interessant sind dabei die Bereiche Elektrifizierung, Vernetztes Fahren, autonomes Fahren oder Künstliche Intelligenz.


BMW iVentures als Vorbild

Der Fund wird zusammen mit Mitsubishi gestartet. Renault und Nissan wollen jeweils 40% der Summe bereitstellen, Mitsubishi die verbleibenden 20%. Weitere Details dazu soll auf der CES in Las Vegas veröffentlich werden. Hersteller wie BMW oder General Motors haben es vorgemacht, wie ein mehr oder weniger unabhängiger Investmentfond agieren kann. Seit 2012 hat BMW iVentures mehr als 30 Investments getätigt, davon allein 10 im vergangenen Jahr. Zu den Investments gehören Unternehmen wie Fair, RideCell, Nauto oder ChargePoint.

Das Geschäftsmodell der herkömmlichen Automobilhersteller wird sich in den kommenden Jahren drastisch ändern. Es wird sich weg von Fahrzeug-Besitz und hin zu Sharing-Konzepten entwickeln. Sharing-Plattformen, wie Uber oder Didi bedrohten das Geschäft, hinzu kommt die Gefahr durch autonome Fahrzeuge.

Bild: Groupe Renault (alle Rechte vorbehalten)

Mit Volkswagen und Hyundai arbeiten zwei weitere Automobilhersteller mit Startup für autonomes Fahren zusammen

Die Kooperationen zwischen Automobilindustrie und Startups, die sich mit Technologien für autonomes Fahren beschäftigen, geht in die nächste Runde. Die beiden Automobilhersteller Hyundai und Volkswagen arbeiten mit dem angesagten Startup Aurora zusammen. Aurora wurde von Chris Urmson gestartet, der für Google das Projekt für selbstfahrende Autos gestartet hat. Die von Google entwickelte Technologie gilt mittlerweile als führend und firmiert unter dem Namen Waymo.

Integration in VW-Plattformen

Volkswagen und Aurora arbeiten schon seit dem letzten Sommer zusammen. Die Ingenieure beider Unternehmen integrieren die Systeme für autonomes Fahren in die Fahrzeugplattformen von Volkswagen. Die Zusammenarbeit wird in den kommenden Monaten fortgesetzt, um einen MaaS Dienst mit Volkswagen Fahrzeugen zu starten. Nach und nach sollen die Systeme Einzug in die Fahrzeuge der Konzernmarken erhalten. Die Anwendungsfälle sollen sich dabei von Shuttle Fahrzeugen über Lieferfahrzeuge hin zu selbstfahrenden LKWs ohne Kabine erstrecken.

Erfahrenes Gründerteam

Auf Grund des Gründerteams wird dem Startup Aurora viel zugetraut. Die drei Gründer sind Experten auf dem Gebiet des autonomen Fahrens. Chris Urmson hat für Google das Team für die Entwicklung des autonomen Autos aufgebaut. Sterling Anderson hat bei Tesla das Autopilot-Programm geleitet. Der dritte Gründer Drew Bagnell hat bei Uber das Team für autonomes Fahren geleitet. Auf der Seite von Volkswagen dürfte der Chief Digital Officer Johann Jungwirth (JJ) die Kooperation eingefädelt haben. JJ hat mehrere Jahre im Silicon Valley gearbeitet und ist gut mit den führenden Startups im Valley vernetzt.

Volkswagen und Hyundai folgen Muster anderer Automobilhersteller

Volkswagen und Hyundai schließen sich mit der Kooperation einer langen Reihe an Automobilherstellern und -zulieferern an, die beim Thema autonomes Fahren auf Startups und Partner setzten. General Motors hat 2016 das Startup Cruise für fast eine Milliarde Dollar übernommen, Ford investierte eine hohe Summe in das KI Startup Argo AI. Der Zulieferer Delphi hat das MIT Startup NuTonomy geschluckt. Volvo arbeitet eng mit dem Team von Uber zusammen und die BMW Group hat eine Kooperation mit Intel, Mobileye und anderen Playern geschlossen, um bei dem Thema autonomes Fahrern schneller voranzukommen.

Mobility as a Service Angeboten wird die Zukunft gehören. Taxi-Dienste ohne menschlichen Fahrer werden die Mobilität in Städten und ländlichen Regionen revolutionieren. Da Volkswagen auch Lieferfahrzeuge und LKWs baut, kann die Software und Technologie von Aurora auch im Logistik-Bereich zum Einsatz kommen. Bei Hyundai sollen die Komponenten von Aurora in die Fahrzeug-Palette integriert werden.

Chris Urmson, CEO von Aurora: „Unsere Priorität bei Aurora liegt darauf, selbstfahrende Fahrzeuge Realität werden zu lassen – sicher, schnell und breit zugänglich. Und wir wissen, dass wir dies schneller erreichen, indem wir mit innovativen Automobilunternehmen wie dem Volkswagen Konzern Partnerschaften eingehen. Diese Partnerschaft ist eine tiefe Zusammenarbeit durch den Einsatz der Self-Driving-Technologie von Aurora. Gemeinsam werden wir selbstfahrende Fahrzeuge in großem Maßstab auf den Markt bringen.”

Bild: Aurora (alle Rechte vorbehalten)

CES: Aptiv und Lyft bringen selbstfahrende Autos nach Las Vergas

Kürzlich hat der Automobilzulieferer Delphi das Geschäft für autonomes Fahren und Assistenzsysteme in das Unternehmen Aptiv abgespalten. Fast gleichzeitig wurde das Startup nuTonomy aus Boston übernommen, das ein System für selbstfahrende Autos entwickelt hat. Jetzt zeigt das Unternehmen auf der CES den aktuellen Stand, zusammen mit der Ride-Sharing Plattform Lyft.

Autonomes Fahren für CES Besucher

Die Besucher der Consumer Electronic Show (CES) 2018 können in Las Vegas über die Lyft App die Fahrt mit den selbstfahrenden Autos buchen. Zur Sicherheit wird immer ein menschlicher Fahrer im Fahrzeug sein, der im Notfall das Steuer übernehmen kann. Mit dem Demo-Projekt soll der Einsatz der Technologien in einem realen und komplexen Umfeld demonstriert werden. Beide Unternehmen gehen davon aus, dass selbstfahrende Autos einen signifikanten positiven Einfluss auf die Sicherheit im Verkehr, Ausstoß von Abgasen und Staubelastung haben werden, sobald diese massenhaft eingesetzt werden.

Lyft baut offene Plattform für die besten Anbieter

Lyft und nuTonomy arbeiten schon seit längerem zusammen und testen unter anderem in Boston Fahrten mit autonomen Autos. Lyft hat im vergangen Jahr angekündigt, die eigene Ride-Sharing Plattform für Entwickler und Hersteller von autonomen Autos zu öffnen. Lyft will laut CEO Logan Green das beste Transport Ökosystem bauen und das geht nur in Partnerschaft mit den Startups und Konzernen, die die fortschrittlichsten Technologien anbieten.

Bereit für die Massenproduktion im kommenden Jahr

Die Technologie, die sich Aptiv durch die Übernahme von nuTonomy eingekauft hat, gild als führend. Die ersten Anwendungen erfolgten 2016 in Singapur, gefolgt von weiteren Test-Programmen in Boston. Der Test in Las Vegas wird dabei helfen, dass fahrerlose Autos einen weiteren Schritt in Richtung Dauereinsatz machen. Aptiv will das System, das fast unsichtbar in Fahrzeuge integriert wird, bis 2019 für die Massenproduktion entwickelt haben.

Bild: Aptiv (alle Rechte vorbehalten)

Uber kauft 24.000 selbstfahrende Autos von Volvo

Die Ride-Sharing Plattform Uber hat sich mit dem Automobilhersteller Volvo darauf geeinigt, dass 24.000 selbstfahrende Autos vom Typ XC90 SUVs gekauft werden. Der Deal zeigt, dass Uber auch unter dem neuen CEO Dara Khosrowshahi auf autonome Fahrzeuge setzt, auch wenn die Entwicklung erstmal teuer ist. Die Autos sollen zwischen 2019 und 2021 ausgeliefert werden.

Listenpreis von fast 100 Mio. Euro

Geht man nach dem Listenpreis für einen XC90 in den USA, dann hat der Deal einen Wert in Höhe von fast 100 Mio. Euro. Es ist davon auszugehen, dass Uber einen hohen Nachlass auf die Fahrzeuge erhalten wird. Für Volvo dürfte die Kooperation auch ein Leuchtturm-Projekt sein, mit dem sich der Automobilhersteller als Zulieferer für Ride-Sharing Plattformen positionieren möchte.

Volvo liefert Fahrzeuge, Uber verbaut Software und Sensoren

Volvo liefert die Fahrzeuge an Uber, die dann von der Fahrdienst-Plattform mit Sensoren und Software ausgestattet werden, damit die SUVs autonom unterwegs sein können. Ein ähnliches Vorgehen wurde auch für den Test in Pittsburgh vereinbart, wo Uber seit dem letzten Jahr eine kleine Flotte an 100 Fahrzeugen in Einsatz hat. Auch da kamen die Fahrzeuge von Volvo und Sensoren und Software von Uber.

Kooperation mit mehreren Automobilherstellern

Uber will mit mehreren Herstellern zusammenarbeiten. Neben Volvo wurde auch mit dem Daimler-Konzern eine Vereinbarung unterzeichnet. Daimler will eine Flotte an selbstfahrenden Autos zu einem späteren Zeitpunkt auf der Mobility Plattform einsetzen.

Autonome Autos werden in Zukunft eine wichtige Rolle für Ride-Sharing Plattformen einnehmen. Da die Fahrzeuge ohne Fahrer auskommen werden, lassen sich enorme Kosten einsparen. Die Fahrer sind im Moment der größte Kostenfaktor für die on-demand Taxi Dienste. Im Vergleich zu den 2 Mio. Fahrern, die heute auf der Plattform registriert sind, ist die Zahl an 24.000 autonomen Autos ein kleiner Bruchteil. Daran ist auch zusehen, dass es noch viele Jahre dauern wird, bis die menschlichen Fahrer weitestgehend ersetzt werden.

Lyft, die zweite große Plattform in den USA, setzt bei dem Thema selbstfahrende Autos mehr auf Kooperationen, obwohl ein internes Team auch an dem Themen-Komplex arbeitet. Unter anderm sollen autonome Fahrzeuge von NoTonomy, Jaguar oder Waymo zum Einsatz kommen. Auch Lyft Anteilseigner General Motors stand mal im Raum, selbstfahrende Autos für Lyft zu liefern. Das Verhältnis zwischen dem Automobilhersteller und der Ride-Sharing Plattform scheint aber zerrüttet zu sein.

Bild: Volvo (alle Rechte vorbehalten)

car2go veröffentlicht Thesenpapier zum autonomen, voll elektrischen Carsharing

car2go bereitet sich konsequent auf die Zukunft des autonomen, voll elektrischen Carsharings in Städten vor. Der weltweite Marktführer im free-floating Carsharing hat im Zusammenhang mit dem Web Summit, der größten Technologie-Konferenz der Welt in Lissabon, ein Thesenpapier veröffentlicht, das die wesentlichen fünf Voraussetzungen für die Steuerung autonomer Flotten in der Zukunft aufzeigt.

Carsharing als Vorbereitung für autonomes Fahren

„Kaum ein anderes Mobilitäts-Geschäft kann sich so umfangreich auf die Zeit des autonomen Fahrens vorbereiten wie das free-floating Carsharing“, sagt Olivier Reppert, CEO der car2go Group. „Wer autonome Flotten optimal steuern will, muss die Autos genauso managen wie die Software – also über lernende Algorithmen, Big Data und Apps. Wir tun heute schon beides.“

Flotte mit 14.000 Fahrzeugen

car2go steuert bereits Autoflotten mit 14.000 Fahrzeugen in 26 Städten. Damit sammelt das Unternehmen nicht nur für das reine Flottenmanagement wertvolle Erfahrungen,  sondern auch für intelligente Algorithmen zur strategischen Platzierung der Fahrzeuge passend zur Nachfrage. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die so genannte „Demand Prediction“ – die Vorhersage, wann und wo in Kürze ein Auto gebraucht wird.

Fleet Intelligence als Herzstück

„Die Vorhersage der Nachfrage ist ein wichtiger Teil der Steuerung autonomer Flotten“, heißt es dazu im Thesenpapier. „Das Herzstück wird aber die so genannte Fleet Intelligence sein.“ Damit wird entschieden, welches Fahrzeug welche Nachfrage bedienen soll. Die Komplexität dieser Steuerungs-Algorithmen ist groß, da der Einsatz jedes Fahrzeugs Auswirkungen auf alle anderen Autos in den Flotten hat.

„Für das Carsharing wird der Einsatz autonomer Fahrzeuge ein weiterer Quantensprung sein, so wie es schon der free-floating Ansatz im Vergleich zum stationären Carsharing war“, so Reppert weiter. „Wir freuen uns auf diese Zukunft und stehen dafür in den Startlöchern.“

Das Thesenpapier steht hier zum Download zur Verfügung.

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)

Text: Pressemitteilung Daimler

Robo-Taxis werden Realität: NVIDIA präsentiert neuen KI Computer für autonomes Fahren

NVIDIA hat den ersten KL-Rechner für komplette autonom fahrende Roboter-Taxis vorgestellt.

Die neue Plattform mit dem Codenamen Pegasus stellt eine signifikante Erweiterung der bekannten NVIDIA DRIVE PX Computerplattform dar. Als erstes KI-System weltweit ist es in der Lage, autonom fahrende Fahrzeuge auf Level 5 zu steuern. Die NVIDIA DRIVE PX Pegasus verarbeitet über 320 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde – das ist 10-mal mehr als der Vorgänger, die NVIDIA DRIVE PX 2.

NVIDIA DRIVE PX Pegasus ist der Schlüssel für eine ganz neuartige Fahrzeugklasse, die komplett ohne Fahrer, Lenkrad, Seitenspiegel oder Pedale auskommen wird. Im Gegensatz zum heute gängigen Cockpit-Look werden die Interieurs dieser Fahrzeuge eher wie Wohnzimmer oder Büros anmuten. Auf Basis der neuen Fahrzeugklasse wird eine Demokratisierung der Mobilität Einzug halten, die gerade für ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung große Vorteile bereithält.

Durch die neue Technologie werden in Zukunft Millionen Stunden eingespart, die sonst auf der täglichen Weg zur Arbeit verloren gehen und die man nun für andere Aufgaben nutzen kann. Tausende Menschenleben werden auf lange Sicht durch die neue Art des autonomen Pendelns gerettet, da Müdigkeit, Ablenkungen oder Einschränkungen durch Drogen und Alkohol keine Rolle mehr spielen. Weitere positive Folgen der neuen Technologie sind weniger Parkplätze (Dank weniger Fahrzeugen), weniger Staus und eine allgemeine Erhöhung der Straßensicherheit.

Insgesamt arbeiten derzeit 225 Partner global an der Entwicklung der DRIVE PX Plattform und davon 25 an der Evolution des Robo-Taxis durch die NVIDIA CUDA GPUs. Heutzutage sehen die Kofferräume der Fahrzeuge mit der DRIVE PX Plattform aus wie kleine Rechenzentren. Sie sind voller Grafikprozessoren, die Anwendung aus dem Bereichen Deep Learning, optische Verarbeitungen und Parallel Computing berechnen

Der Bedarf an Rechenpower für Robo-Taxis ist enorm hoch. Die vielen hochauflösenden optischen Quellen, 360-Grad Kameraüberwachung und Lidare, die Lokalisierung der Fahrzeuge und Personen rund um das Auto und die dauerhafte Überwachung der richtigen Route sind nur einige der Rechenoperationen, die dauerhaft und redundant funktionieren müssen. Die benötigte Rechenleistung von komplett autonom fahrenden Fahrzeugen ist deshalb circa 50- bis 100-mal höher als bei modernen Autos, die sich heute auf den Straßen bewegen.

Jensen Huang, Gründer und CEO von NVIDIA ist stolz auf Pegasus: „Die Entwicklung eines komplett autonomen Fahrzeugs ist eine der zentralsten Entwicklungen für unsere Gesellschaft, aber auch eine der schwierigsten. Die bahnbrechende Rechenpower, die wir nun mit Pegasus anbieten können, ist entscheidend für die Umsetzung dieser Vision. Autonome Fahrzeuge werden massive Erweiterungen im Bereich Car-Sharing und bei der Schaffung von Fahrgemeinschaften mit sich bringen. Völlig neue Fahrzeugtypen werden entstehen und dabei unser Grundverständnis, wie der Innenraum eines Autos auszusehen hat, verändern. Die Reisenden bestellen sich dann je nach Länge und Aktivität ihrer geplanten Fahrt einen passenden Fahrzeugtyp und lassen sich chauffieren. Das wird unsere Gesellschaft grundlegend verändern.“

Produktspezifikationen

NVDIAI DRIVE PX Pegasus wird von vier Hochleistungsprozessoren aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz angetrieben. Konkret bedeutet dies: Zwei brandneue Xavier SoC (System-on-a-Chip) Prozessoren und zwei GPUs der nächsten Generation, die ganz speziell für Deep Learning und autonomes Fahren entwickelt wurden. Das extrem leistungsfähige Gesamtsystem wird nicht größer sein als ein normales Nummernschild und weniger Energie verbrauchen als die Vorgänge

Verfügbarkeit

Pegasus wird für die Automotive-Partner von NVIDIA ab der zweiten Hälfte 2018 zur Verfügung stehen. Die NVIDIA DriveWorks Software is bereits für alle Entwickler aus dem Bereich autonomes Fahren verfügbar.

Bild: NVIDIA (alle Rechte vorbehalten)

Text: Pressemeldung

Autonomes Fahren: Delphi übernimmt nuTonomy

Die Delphi Automotive PLC (NYSE: DLPH) gab heute bekannt, dass sie eine Vereinbarung zur Übernahme von nuTonomy Inc. zu einem Kaufpreis von 400 Mio. US-$ und Earn-Outs von ca. 50 Mio. US-$ unterzeichnet hat.  Durch diese Übernahme kommt das führende Startup und der führende Tier1-Zulieferer für das Thema autonomes Fahren (Autonomous Driving, „AD“) unter ein Dach. Das beschleunigt die Kommerzialisierung von Lösungen für das autonome Fahren und Mobility-on-Demand durch Delphi für Autohersteller und andere Mobilitätsanbieter auf der ganzen Welt.

nuTonomy wurde 2013 von Dr. Karl Iagnemma und Dr. Emilio Frazzoli gegründet und kürzlich vom World Economic Forum zum Technologiepionier ernannt. nuTonomy entwickelt eine proprietäre, komplette Softwarelösung für den globalen Markt für Mobility-on-demand. Das Unternehmen wird mehr als 100 Mitarbeiter, davon 70 Ingenieure und Wissenschaftler, zu Delphis  bereits 100 Mann starkem AD-Team beisteuern, und Delphi gleichzeitig Zugang zu Neukunden und Märkten im gerade entstehenden Mobilitätsraum verschaffen.

„Wir freuen uns, Karl, Emilio und ihr hochkarätiges Team bei Delphi willkommen zu heißen”, sagte Delphis President und CEO Kevin Clark. Die Verbindung der AD-Teams von nuTonomy und Ottomatika, kombiniert mit dem branchenweit führenden Delphi-Produktportfolio rund um  Sensorik, Umfelderkennung und Lösungen für smarte Fahrzeugarchitekturen verbessert weiter unsere Wettbewerbs­position als führender Anbieter von Automated Driving Technologien und Mobilitätslösungen. Diese Transaktion dokumentiert einmal mehr, dass unser wichtigstes strategisches Ziel darin besteht, die leistungsfähigsten und sichersten AD-Systeme auf dem Markt zu entwickeln, zu implementieren und zu vermarkten.“

Nach Abschluss der Transaktion wird Delphi über AD-Einheiten in Boston, Pittsburgh, Singapur, Santa Monica und im Silicon Valley verfügen. nuTonomy wird weiterhin in Boston ansässig bleiben, wo beide Unternehmen derzeit Pilotprogramme zur autonomen Mobilität durchführen. Durch die Verbindung der Aktivitäten mit nuTonomy in Boston, Singapur und anderen Pilotstädten rund um den Globus  wird Delphi bis zum Jahresende 60 autonome Fahrzeuge auf drei Kontinenten im Straßeneinsatz haben, mit dem Ziel, die weltweite Flotte und die technologische Entwicklung noch weiter auszubauen.

„Es war von Anfang an unsere Mission,  den Verkehr auf der ganzen Welt sicherer, effizienter und zugänglicher zu machen“, erklärte der Mitgründer und CEO von nuTonomy, Karl Iagnemma. “Die Bündelung unserer Kräfte mit Delphi, einem marktführenden Partner mit einer gleich lautenden Vision, bringt uns diesem Ziel einen Schritt näher. Gemeinsam wollen wir die zukünftigen Qualitätsstandards  für die Technologie rund um das autonome Fahren definieren.“

Die Übernahme von nuTonomy ist der jüngste Schritt in einer  Reihe von Investitionen, die Delphi mit dem Ziel tätigt, seine führende Position im Bereich neue Mobilität auszubauen. Dazu gehörten auch die Übernahmen des AD-Softwareunternehmens Ottomatika und der Datendienstleister Control-Tec und Movimento.

Die Übernahme unterliegt noch den üblichen Abschlussbedingungen und soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Bild: nuTonomy (alle Rechte vorbehalten)

Daimler stellt Konzept für autonomen smart vor: smart vision EQ fortwo

Die Daimler Tochter smart hat ein neues Konzeptfahrzeug vorgestellt, das autonome unterwegs sein soll und für den Einsatz auf Carsharing Plattformen optimiert ist. Der smart vision EQ fortwo gibt eine Ausblick auf die Zukunft der urbanen Mobilität und einen flexiblen, effizienten aber doch individuellen öffentlichen Nahverkehr. Das Show Car ist das erste Fahrzeug von Daimler, das über kein Lenkrad und keine Pedale verfügt.

Teil der CASE Strategie

Der smart vision EQ fortwo ist ein Teil der Daimler CASE Strategie. CASE wurde im vergangenen Jahr präsentiert und beinhaltet die vier Säulen Connected Car, autonomes Fahren, Shared Services & Service und elektrifizierte Antriebe.

Das Konzeptfahrzeug wird rein elektrisch angetrieben und ist Teil der neuen EQ Marke des Konzerns. Der verbaute Akku verfügt über eine Kapazität von 30 kWh. Das Auto fährt selbständig zur nächsten Ladestation, wenn es nit in Benutzung ist. Auf der IAA, die Mitte September in Frankfurt stattfinden wird, wird Daimler den smart vision EQ und andere Konzeptfahrzeuge unter der Marke EQ vorstellen.

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Radikale Vision für den zukünftigen urbanen Verkehr

smart CEO Annette Winkler bezeichnet den Portotypen also radikale Vision für den zukünftigen Stadtverkehr. Das Auto ist auf Sharing ausgelegt, steuer vollautomatisiert und wird elektrisch angetrieben. Gleichzeitig ist das Erscheinungsbild freundlich und kann über die verbauten System individualisiert werden.

Bisher werden die herkömmlichen Smarts für das car2go Carsharing eingesetzt. Das Angebot wird von 2.6 Mio. Kunden weltweit genutzt und alle 1.4 Sekunden wird ein Fahrzeug aus der car2go Flotte gebucht. Mit dem vorgestellten Konzept wird die nächste Phase eigeläutet. Carsharing und Ride-sharing werden verschmolzen, die Carsharing Nutzer von heute werden in Zukunft in geteilten autonomen Fahrzeugen unterwegs sein, die ebenfalls über eine Plattform geordert werden.

Effizientes System mit automatisierten und geteilten Autos

Vorteil von dem Setup mit autonomen Fahrzeugen ist, dass die Nutzer nicht mehr das Fahrzeug suchen müssen, sondern dass die Fahrzeuge zum Nutzer kommen. Die Fahrzeuge werden untereinander und mit der Plattform vernetzt sein, so dass der Fahrgast volle Transparenz über die Ankunftszeit hat und dass sichergestellt wird, dass die Autos optimal durch den Verkehr geleitet und ausgelastet werden. Durch die höhere Auslastung wird sich die Anzahl der Autos reduzieren, was zu weniger Verkehr und mehr freiere Fläche führen wird.

Personalisierung der smart vision EQ fortwo

Damit der Fahrgast das ihm zugewiesene Fahrzeug identifizieren kann, wir es über Displays am Fahrzeug personalisiert. Am auffälligsten dabei ist das schwarze Panel, das den Kühlergrill ersetzt. Ist das Fahrzeug bei einem Fahrgast angekommen, wird dieser über das Panel begrüßt. Sollte das Auto mal ohne Auftrag unterwegs sein, können Infos über Wetter oder Events angezeigt werden. Auch das Interieur ist so gestaltet, dass nützliche Informationen für die Fahrgäste an Board angezeigt werden.

Das Fahrzeug ist bisher nur eine Konzeptstudie, die aber aufzeigen dürfte, in welche Richtung die Reise geht. Daimler möchte in den kommenden 4-5 Jahren mindestens 10 Elektroautos auf den Markt bringen, ab 2022 sollen auch autonome Autos serienreif sein.

Bilder: Daimler AG (alle Rechte vorbehalten)

Intel will bis Ende des Jahres 100 selbstfahrende Autos testen

Intel gibt Gas bei der Entwicklung von vollautomatisierten Fahrzeugen. Um das Ziel zu verfolgen wurde auch das Unternehmen Mobileye übernommen, die Übernahme wurde erst vor wenigen Tagen abgeschlossen. Das Unternehmen will eine Flotte von 100 Testfahrzeugen auf  Automationslevel 4 auf die Straße bringen. Die ersten Fahrzeuge sollen Ende des Jahres ausgerollt werden.

Intel will sich als Zulieferer in Position bringen

In den Testautos soll das System von Intel und Mobileye für vollautomatisiertes Fahren getestet werden. Der Chip-Konzern hat die Bestrebungen, sich als Zulieferer für die Automobilhersteller und andere Unternehmen im Logistikbereich zu etablieren. Der Fokus bei dem Test liegt auf dem Paket an Software und Hardware, das von Intel und Mobileye seit ein paar Jahren entwickelt wird.

Zusammenarbeit mit BMW Group

Intel hat zwar mitgeteilt, dass die Flotte aus Fahrzeugen von mehreren Herstellern bestehen wird. Der Automobilhersteller BMW arbeitet eng mit Intel und Mobileye zusammen, um Systeme für autonome Autos zu entwickeln. Die BMW Group hat ebenfalls angekündigt, dass in diesem Jahr autonome Autos getestet werden sollen. Es könnte also gut möglich sein, dass der Chip-Hersteller und BMW gemeinsam eine Testflotte aufbauen. Letztlich wollen Intel und Mobileye zeigen, dass die Plattform offen ist und von unterschiedlichen Herstellern für verschiedene Use-Cases verbaut werden kann.

Sales und Sicherheit im Fokus

Die Testflotte soll unterschiedliche Hersteller dazu bewegen, das System oder einzelne Komponenten davon für die Serienproduktion zu kaufen. Auf der anderen Seite werden die Fahrzeuge auch für unterschiedliche Tests genutzt, bei denen der Fokus auf der Sicherheit der Fahrzeuge und der verbauten Technologien liegen wird. Auch Behörden und Gesetzgeber sollen bei dem Test mit eingebunden werden, um den regulatorischen Rahmen abzustimmen.

Konkurrenz durch Google und co.

Die Testfahrzeugen werden in den USA, Israel und Europa getestet. In den USA haben bereits andere Unternehmen, wie Waymo, Uber oder die GM Tochter Cruise eigene Testflotten mit selbstfahrenden Autos auf der Straße. In den kommenden Jahren wird sich herausstellen, wer die besten Systeme entwickelt, die sich dann in der Serienproduktion durchsetzen werden.

Bild: Intel (alle rechte vorbehalten)