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Waymo baut mit Honda ein autonomes Fahrzeug

Die beiden Unternehmen Honda und Waymo sprechen schon seit Ende 2016 über eine mögliche Partnerschaft, jetzt scheinen die Gespräche kurz vor dem Abschluss zu stehen. Beide Unternehmen wollen zusammenarbeiten, um ein Fahrzeug für den Personentransport und die Auslieferung von Waren auf die Straße zu bringen.

Eigenes Fahrzeug mit Fokus auf Logistik

Es ist nicht die einzige Besonderheit, dass sich beide Unternehmen mehr auf Logistik auf der letzten Meile fokussieren und weniger auf die Beförderung von Personen. Äußerungen von Waymo Chef Krafcik lassen auch vermuten, dass Waymo erstmals in den Design- und Entwicklungsprozess mit einsteigt. Bisher wurden bestehende Serienfahrzeuge aufgerüstet, mit Honda will Waymo ein neues Fahrzeug kreieren.

Waymo will nicht nur Zulieferer sein

Die Partnerschaft wäre ein Indiz dafür, dass Waymo nicht nur als Zulieferer für die Automobilindustrie und als Betreiber von Ride-Sharing Diensten auftreten möchte, sondern weitreichendere Ambitionen hat. Der Schritt, dass Waymo in die Entwicklung von neuen Fahrzeugen einteigt, ist ein weiteres alarmierendes Zeichen für die bestehende Automobilindustrie, dass sich der Wettbewerb in den kommenden Jahren stark verändern wird.

Waymo arbeitet an autonomen LKWs für die Langstrecke. Kürzlich wurde verkündet, dass erste Fahrzeuge in der Gegend um Atlanta unterwegs sein werden, um Waren zwischen unterschiedlichen Google-Standorten zu transportieren. Die LKWs für die Langstrecke und der Service für die letzte Meile würden sich gut zu einer Komplettlösung zusammenfügen.

Kooperation mit Automobilherstellern

Waymo arbeitet schon mit den Herstellern Jaguar Land Rover und Fiat Chrysler zusammen. Mit Jaguar hat das Schwesterunternehmen von Google eine Vereinbarung über die Lieferung von 20.000 I-Pace Elektro-SUVs geschlossen, die mit der Technik von Waymo ausgestattet werden sollen. Ziel ist es, einen Fahrservice im Premium-Segment anbieten zu können. Von Fiat Chrysler bezieht Waymo Pacifica Minivans und stattet sie mit Technik für autonomes Fahren aus. Die Fahrzeuge sind bereits in Arizona im Einsatz und bilden die Grundlage für den Standard-Fahrservice, der demnächst kommerziell starten soll.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Mobility Software: Bestmile mit neuer Finanzierung

Die Mobility Software Plattform Bestmile hat eine neue Finanzierung in Höhe von 11 Mio. Dollar eingesammelt. Das Unternehmen fokussiert sich darauf, autonome Fahrzeuge zu managen und in ein bestehendes Setup an herkömmlichen Fahrzeugen zu integrieren. Der Ansatz erinnert an das Vorgehen von Unternehmen wie Door2Door oder ioki. Das Geld kommt hauptsächlich von Road Ventures SA, mit Beteiligung von Partech Ventures, Groupe ADP, Airbus Ventures, Serena Capital und MobilityFund. Bestmile will das frische Geld nutzen, um global zu expandieren und um die Cloud-Lösung weiter auszubauen.

Investoren vom Erfolg überzeugt

Die Investoren sind von dem Erfolg von dem Startup überzeugt. Road Ventures CEO Patrice Crisinel lässt sich mit folgenden Worten zitieren: “Wir sind auf dem Markt der Mobility Services stark verankert und sehen Bestmile als ein disruptives Unternehmen, das nicht nur das heutige Fahrer-basierte Umfeld transformiert, sonder auch Flotten aus autonomen Fahrzeugen.” Reza Malekzadeh von Partech Ventures ist von den technologischen Eigenschaften der Plattform überzeugt und den Einsätzen in unterschiedlichen kommerziellen und strategischen Projekten in Europa oder den USA.

Fokus auf Software für Mischflotten

Bestmile ist ein Software-Anbieter, der sich auf den Betrieb einer Plattform für den Betrieb und die Nutzung von autonomen und Fahrer-basierten Flotten spezialisiert hat. Einen effizienten Betrieb von Mischflotten, bestehend aus autonomen und fahrebasierten Fahrzeugen, sieht das Unternehmen als Erfolgsfaktor auf dem Weg zu vollautomatisierten Flotten. Das Startup arbeitet dabei herstellerunabhängig und das System unterstützt ein on-demand Setup, kommt aber auch mit klassischen Linienverkehren zurecht. Bisher arbeitet das Startup mit Unternehmen wie Navya, EasyMile, Local Motors, Paravan, Next Future Transportation oder Hi-tech Robotic Systemz.

Kooperation mit unterschiedlichen Mobilitätsdienst-Anbietern

Bestmile arbeitet mit den unterschiedlichen Mobilitätsdienst-Anbietern zusammen. Zu den Nutzern der Mobility Software zählen öffentliche Verkehrsbetriebe, Fahrdienst-Netzwerke, Transportdienstleister oder private Communities und Campuses. Die Mobility Service Provider können Bestmile nutzen, um das bestehende Angebot mit on-demand Ridesharing Diensten zu ergänzen.

Die Mobility Software Plattform deckt ein umfassendes Set an Features ab, die für den Betrieb und die Buchung eines Mobilitätsdienstes benötigt werden. Die Features reichen von Flotten- und Fahrzeugmanagement, über Datenauswertung hin zu Features, die für den operativen Betrieb und die Optimierung einer Flotte benötigt werden. Für Flottenbetreiber werden unterschiedliche Zugriffsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt, entweder kann über ein von Bestmile entwickeltes Back-End auf das System zugegriffen werden oder mittels API. Für die Nutzer werden Apps und Web Interfaces angeboten, über die die Ride-Sharing Dienste gebucht werden können.

Die Mobility Plattform von Bestmile soll dabei helfen, ein multimodales Verkehrssystem aufzubauen, bei dem auch autonome Fahrzeuge in die Flotte an herkömmlichen Fahrzeugen integriert werden. Die Software wird in vielen Pilotprojekten eingesetzt, unter anderem in schweizerischen Sion, wo Postbus ein autonomes Smart Shuttle mit Navya Fahrzeugen betreibt.

Bild: Bestmile (alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: Wie Waymo versucht Vertrauen aufzubauen

Das amerikanische Unternehmen Waymo, dass wie Google und co. zu Alphabet gehört, will demnächst einen kommerziellen Service mit autonomen Fahrzeugen anbieten. Gegenüber autonomen Fahrzeugen sind die meisten Menschen noch skeptisch eingestellt. Um die in der Bevölkerung vorhandenen Zweifel zu zerstreuen, hat das Unternehmen geschickt eine Kampagne gestartet, um Vertrauen zu generieren.

Waymo plant das Uber oder myTaxi mit einer Flotte an autonomen Fahrzeugen, Fahrer sollen dabei keine Rolle mehr spielen. Als Nutzer bestellt man on-demand per App ein Fahrzeug zu einem bestimmten Ort, das einen zum gewünschten Ziel bringt. Die Besonderheit ist, dass keine Limousine mit Fahrer vorfährt, sondern ein Minivan, der von technischen Systemen gelenkt wird und ganz ohne Fahrer auskommt. Die Türen öffnen bei Abholung und Ablieferung automatisch, der Kunde identifiziert sich per App. Sensoren überwachen den Innenraum und helfen bei der Navigation. Die Fahrgäste können auf Bildschirmen die Sicht des Fahrzeugs verfolgen oder sich von Entertainment Angeboten bespielen lassen. Die technischen Systeme wurden dafür in den letzten 10 Jahren entwickelt und die Bevölkerung muss erst noch davon überzeugt werden, dass ein Computer ein Fahrzeug sicherer steuern kann, als ein menschlicher Fahrer. Folgende Maßnahmen hat Waymo in den letzten Wochen forciert, um Vertrauen zu schaffen.

Kommunikation der gefahrenen Kilometer auf öffentlichen Straßen

In den letzten Jahren haben autonome Waymo Fahrzeuge 8 Mio. Kilometer auf öffentlichen Straßen zurückgelegt. Etwa die Hälfte davon im letzten Jahr. Die öffentliche Kommunikation der gefahrenen Kilometer und der steile Anstieg der Kurve soll den Fortschritt bei der Entwicklung vermitteln. Es werden immer kürzere Zeiträume benötigt, um die nächsten 1 Mio. Kilometer abzuspulen. Das lässt auf immer besser funktionierende System schließen. Außerdem werden schneller Erfahrungen in unterschiedlichen Fahrsituationen gesammelt.

360 Grad Video gibt Einblick in die Funktionsweise

Die Erfahrungen aus den gefahrenen Kilometern haben es Waymo ermöglicht, ein vollautonomes Fahrzeug ohne Fahrer in Phoenix einzusetzen. Um jeden zu vermitteln, wie die Fahrzeuge autonom fahren können, wurde ein 360 Grad Video einer echten Fahrt erstellt. Das Video zeigt die Fahrt aus Sicht des Fahrzeugs, wodurch Vertrauen generiert werden soll. Es wird ein Einblick gegeben, was die LiDAR und Radar-Sensoren zusammen mit den Kameras sehen, damit die Hochleistungsrechner die Fahrtentscheidungen treffen können. Es wird anschauliche dargestellt, wie starre und bewegliche Objekte jeglicher Größe erkannt werden. Sowohl parkende Fahrzeuge als auch Fußgänger und Radfahrer in Bewegung werden zuverlässig wahrgenommen.

Milliarden an virtuellen Kilometern

Die Waymo Fahrzeuge spulen nicht nur Kilometer auf realen Straßen ab, sondern auch in einer virtuellen Umgebung. Im Jahr 2017 wurden 4.3 Milliarden Kilometer in einer virtuellen Umgebung abgespult. Das hilft dabei, die Algorithmen und die Objekt-Erkennung mit großen Datenmengen zu verbessern.

Lizenzierung als TNC durch die Behörden in Arizona

Mitte Februar ist Waymo der Ritterschlag gelungen. Als erstes Unternehmen hat Waymo die TNC Lizenz in Arizona für einen autonomen Fahrbetrieb ohne Fahrer erhalten. TNC steht für Transport Network Company, die Lizenzierung ist Voraussetzung für den Betrieb von kommerziellen Fahrdiensten. Unternehmen wie Uber und Lyft brauchen in den meisten Staaten eine TNC Genehmigung, um aktive werden zu können. Waymo kann mit der TNC Lizenz ein kommerzielles Angebot aufgebaut werden und in Konkurrenz zu Lyft und co. treten. Die TNC Lizenz kann als Zeichen gewertet werden, dass Behörden und Politik Vertrauen in den Betrieb einer autonomen Waymo haben.

Pilotprojekt in Arizona

Der Lizenzierung ware eine Testphase in Phoenix vorausgegangen. Bewohner konnten sich für eine geschlossene Nutzergruppe bewerben und wurden nach und nach freigeschalten. Die Testphase wurde genutzt, um Vertrauen zu generieren und um positive Stories zu verbreiten. Ein zusätzlicher Fahrer hat Sicherheit vermittelt und stand für Fragen zur Verfügung.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Fahrzeuge: Aurora sammelt 90 Mio. Dollar ein

Das Startup Aurora hatte im Rahmen den CES in Las Vegas seinen großen Auftritt. Es wurden gleich mehrere Entwicklungspartnerschaften mit namenhaften Unternehmen verkündet, darunter Volkswagen und Hyundai. Bei Volkswagen soll die Technologie zuerst in dem Shuttle Fahrzeuge von MOIA zum Einsatz kommen. Um schneller skalieren zu können, erhält das Unternehmen 90 Mio. US Dollar von Index Ventures und Greylock Partners.

System für autonome Fahrzeuge

Aurora entwickelt Systeme für autonome Fahrzeuge. Ähnlich wie Waymo oder Aptiv sieht sich das Startup aus Zulieferer und Entwicklungspartner für existierende und neue Automobilhersteller. Ein Set aus Sensoren, Rechnern und Software soll in die Fahrzeuge der Hersteller verbaut werden, um den Autos Eigenschaften für vollautomatisiertes Fahrern zu verleihen.

Partnerschaft mit namenhaften Herstellern

Das junge Unternehmen wurde von ehemaligen Google, Tesla und Uber Managern gegründet, die alle Experten beim Thema autonomes Fahren sind. Im Januar wurde bekannt, dass Aurora mit Volkswagen, Hyundai und dem aufstrebenden chinesischen Auto-Startup Byton an Technologien für autonome Fahrzeuge arbeitet. In den kommenden Jahren sollen gemeinsam Fahrzeuge entwickelt werden, die autonom Fahren können. Bei Volkswagen wird ein erster Eisatz im Shuttle von MOAI erwartet, bevor die Technologie in Sedirc zu Einsatz kommt.

Führendes Team für autonome Fahrzeuge

Mit dem frischen Geld kann das Unternehmen weiter wachsen und die nötigen Strukturen aufbauen. Gleichzeitig ziehen mit Reid Hoffman und Mike Volpi zwei profilierte Persönlichkeiten in den Aufsichtsrat von Aurora ein. Ried Hoffman ist Partner bei Greylock und hat zuvor LinkedIn gegründet. Er zählt zu den führenden Persönlichkeiten im Silicon Valley. Mike Volpi ist Partner bei Index Ventures und hat zuvor Geschäftsbereiche von Cisco erfolgreich aufgebaut. Beide VCs sehen das Team rund um Gründer Chris Urmson als führend beim Thema autonomes Fahren an. Hinzu kommt, dass die Qualität der entwickelten Technologien und die bestehenden Partnerschaften mit der Automobilindustrie dafür sorgen werden, dass Aurora eine führende Rolle bei der Transformation der Automobilbranche spielen wird.

Bild: Aurora (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Fahrzeuge: Waymo darf kommerziellen Ride-Sharing Dienst in Arizona anbieten

Die Alphabet Tochter Waymo hat in Arizona die Lizenz für einen kommerziellen Ride-Sharing Dienst mit autonomen Fahrzeugen erhalten. In dem amerikanischen Bundesstaat ist Waymo als Transportation Network Company (TNC) zugelassen. Waymo scheint es ernst zu meinen und will Lyft und andere Anbieter in den USA mit einem eigenen Ride-Sharing Dienst herausfordern.

Erster Anbieter, der voll auf autonome Fahrzeuge setzt

Damit ist das Unternehmen einer der ersten Anbieter, die ausschließlich auf autonome Fahrzeuge bei der Beförderung von Passagieren setzten. Der jetzige Schritt bestätigt die Befürchtungen von Uber und anderen Anbieter, dass Waymo nicht nur Systeme für autonome Fahrzeuge entwicklen und produzieren will, sondern auch einen kommerziellen Fahrdienst aufbauen will.

Kommerzieller Betrieb noch in diesem Jahr geplant

Bisher hat Waymo den Dienst kostenlos angeboten. Seit letztem April können Nutzer in Phoenix im Rahmen eines Tests die Fahrzeuge per App buchen und werden ohne Endgeld von A nach B befördert. Mehr als 6 Mio. Kilometer hat die Flotte in Phoenix abgespult, einen Großteil davon autonom. Sie Fahrzeuge verfügen über Fähigkeiten auf Level 4 von 5 auf Skala der National Highway Traffic Safety Administration.

Die jetzt erhaltene TNC Lizenz erlaubt Waymo, dass Fahrpreise für die Beförderung von A nach B erhoben werden. Der kommerzielle Dienst soll später im Jahr gestartet werden, nachdem alle Tests abgeschlossen sind. Wie teuer der Dienst sein soll, wurde noch nicht kommuniziert. Es ist davon auszugehen, dass das Angebot günstiger als die Pooling Dienste von Uber, Lyft und Co. Sein wird. Dank der autonomen Systeme wird kein Fahrer mehr benötigt, was die Betriebskosten erheblich senken dürfte.

Arizona besonders gut für empfindliche Systeme geeignet

In Arizona ist das Klima besonders trocken, deswegen sind Städte wie Phoenix bestens für die Erprobung der Systeme für autonomes Fahren geeignet. Bisher sind Sensoren und Elektronik noch stark anfällig für Regen, Nebel und co. Phoenix kommt pro Jahr auf 312 Sonnentage, was die Tests und Weiterentwicklung vereinfacht.

Obwohl Google an Uber beteiligt ist, hat sich das Verhältnis der beiden Unternehmen in den letzten Jahren stark verschlechtert. Unter anderem hat Waymo Uber vorgeworfen, Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben. Nach einer Schlammschlacht und mehreren Gerichtsverhandlungen wurde der Fall in den vergangenen Wochen mit einem Vergleich beigelegt. Während den Verhandlungen vor Gericht wurde auch bekannt, dass Google gar nicht begeistert davon war, dass Uber eigene Systeme für autonomes Fahren entwickelt.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Autonomes Fahren: Waymo, Daimler und Co – wer mit wem arbeitet

Bei Thema autonomes Fahren, setzten viele Unternehmen auf Kooperationen. Für Automobilhersteller, Zulieferer und co. sind Kooperationen nichts ungewöhnliches, nur wurde bisher wenig darüber veröffentlicht oder es war einfach nicht interessant, wer für BMW den Katalysator oder für Daimler die Einspritzpumpe liefert. Anders sieht es beim Thema autonomes Fahren aus. Die beteiligten Unternehmen können nicht schnell genug die geschlossenen Partnerschaften öffentlichkeitswirksam kommunizieren.

Wir haben die auf GetMobility.de veröffentlichten Artikel analysiert und die bekannten Partnerschaften zwischen Automobilherstellern, Zulieferern, Technologieunternehmen, Software Providern und Mobility Plattformen in einer Infografik dargestellt. Die Landschaft der Partnerschaften wird mittlerweile unübersichtlich, die ein oder andere Partnerschaft wird auch in der Grafik nicht abgebildet sein. Nutzen Sie das Formular am Ende des Artikels, um Ergänzungen an uns zu übermitteln.

Bei der Analyse ist auch aufgefallen, dass viele Mitteilungen eher Ankündigungscharakter haben, mit Ziel für Verwirklichung bis 2020/2021. Es wird spannend zu Verfolgen sein, welche Ankündigungen in den kommenden drei bis vier Jahren realisiert werden können.

Warum setzen die Unternehmen auf Partnerschaften

Es gibt unzählige Gründe, warum es Sinn macht, dass Unternehmen unterschiedlicher Bereiche bei dem Thema autonomes Fahren kooperieren. Eine kurze Auswahl ist hier aufgelistet.

  • Die benötigten Technologien und Systeme sind komplex. Automobilhersteller und auch Zulieferer haben häufig nicht die nötigen Experten, um die benötigten Systeme zu entwickeln.
  • Startups und Technologieunternehmen, die sich auf eine spezielle Komponente fokussieren, haben meistens einen Entwicklungsvorsprung, der genutzt werden kann. Es ist schneller und meist auch kostengünstiger, die Erfahrung von spezialisierten Unternehmen zu nutzen.
  • Kostendruck: Die Entwicklung von Komponenten und Systemen für autonome Autos ist teuer, duch Partnerschaften lässt sich das finanzielle Risiko auf mehrere Schultern verteilen.
  • Gemeinsam zu mehr Daten: Ohne große Mengen an Daten wird autonomes Fahren nicht erfolgreich sein. Zum Beispiel müssen Karten mit aktuellen Umgebungsdaten angereichert werden, damit die autonomen Fahrzeuge navigieren können. Es geht nur gemeinsam, diese Datenmengen zu erheben und zu verarbeiten.
  • Wettbewerbsdruck: Gerade Automobilhersteller spüren den Druck durch Technologieunternehmen wie Waymo oder Uber. Durch Partnerschaften versuchen sie, diesen Druck abzumildern.

Veränderungen bei der Zulieferer-Struktur

Im Zuge der Einführung von autonomen Fahrzeugen wird sich die Struktur der Zulieferer grundlegend ändern, wie das aussehen wird, muss sich in den nächsten Jahren zeigen. Ein paar Trends und Hypothesen lassen sich aber schon mal aufstellen:

  • Technologiekonzerne werden zu Zulieferern: Unternehmen wie Nvidia oder Google (vor allem über das Tochterunternehmen Waymo) werden sich als Zulieferer im Mobility Sektor etablieren.
  • Automobilhersteller werden zu Zulieferern für Mobility Plattformen: In den kommenden Jahren werden die Automobilhersteller immer mehr zu Zulieferern für Mobilitätsnetzwerke wie Uber oder Didi.
  • Die Kunden entscheiden sich für eine Mobilitätsplattform und nicht für eine Automarke. Als Vergleich kann das Setup der heutigen Airlines herangezogen werden. Die Passagiere wählen eine Airline (z.B. Lufthansa, Quantas, etc.) und überlassen es der Airline, welche Flugzeuge (e.g. Boing, Airbus) eingesteht werden.
  • Automobilhersteller werden zu Zulieferern für andere Hersteller: Hochspezialisierte Systeme werden anderen Herstellern in einer Kundenbeziehung angeboten. Als Beispiel dafür kann der Ansatz von BMW und seinen Kooperationspartnern gesehen werden.
  • Heutige Werte wie Türgeräusch oder Durchzug des Motors werden weniger wichtig, Formfaktor und Funktionalität rücken in den Vordergrund.

Die Infografik kann hier in einer hochauflösenden Version geladen werden. Bitte nennen Sie GetMobility.de als Quelle bei Verwendung der Grafik.

 

Autonomes Fahren: Hyundai soll letzter Partner in BMW und Intel Allianz werden

BMW und Intel haben 2016 eine Allianz ins Leben gerufen, um gemeinsam die technologische Plattform für autonome Autos zu entwickeln. Das von Intel übernommen Unternehmen Mobileye ist auch seit Beginn ein Teil der Kooperation. Über die Zeit ist die Allianz mit weiteren Partnern gewachsen. Mit Fiat Chrysler kam ein weiterer Automobilhersteller hinzu, mit Continental und Delphi entsprechende Zulieferer. Als letztes Mitglied soll laut einem Pressebericht der Hersteller Hyundai ein Teil der Partnerschaft werden.

Hyundai als asiatischer Player für autonomes Fahren

Mit dem koreanischen Hersteller Hyundai wäre ein asiatischer Player mit von der Partie. Die Gespräche zwischen Hyundai und den anderen Kooperationspartnern sollen schon seit mehreren Wochen laufen und kurz vor dem Abschluss stehen. Ziel ist es, die Gespräche im ersten Quartal 2018 abzuschließen. Eigentlich sollte schon Ende 2017 der letzte Automobilhersteller als Entwicklungspartner dem Projekt beitreten, damit man sich ab Anfang 2018 voll auf die Entwicklung konzentrieren kann. Alle weiteren Interessenten sollten dann als Kunden von dem Gemeinschaftsprojekt profitieren können. Die Entwicklungspartner beteiligen sich aktiv an der Entwicklung der Technologien, die Kunden haben keinen aktiven Part bei der Entwicklung. Der Zeitplan scheint sich verzögert zu haben. Die Zeit drängt, bis 2021 soll das erste vollautomatisierte Fahrzeug produktionsreif sein.

Partnerschaft mit Aurora

Hyundai setzt bei der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen auch auf das amerikanische Startup Aurora, das von Google, Uber und Tesla Veteranen gegründet wurde. Auf der CES in Las Vegas haben Hyundai und Aurora die Zusammenarbeit bekanntgegeben.

Allgemein setzt sich der Trend fort, dass Hersteller, Zulieferer und andere Technologieunternehmen eng zusammen arbeiten, um schneller und effizienter die technologischen Plattformen für autonomes Fahren zu entwickeln. Das BMW bereit ist, die Plattform auch an externe Kunden abzugeben ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich die Automobilindustrie in den kommenden Jahren stark verändern wird. Automobilhersteller können ein weiteres Geschäftsfeld als Systemlieferant aufbauen, das mit der Zeit den herkömmlichen Autoverkauf ablösen könnte.

Bild: GetMobility (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Shuttle: Waymo kauft mehrere Tausend Minivans von Fiat Chrylser

Die Google Tochter Waymo hat einen Deal mit Fiat Chrysler geschlossen, um die Flotte an autonomen Shuttle Fahrzeuge zu erweitern. Es wurden mehrere Tausend Minivans bei dem Automobilhersteller geordert, die ab Ende 2018 ausgeliefert werden sollen. Eine genaue Zahl an Pacifica Minivans wurde nicht kommuniziert, der Wert des Deals wird aber im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen.

Waymo und Fiat Chrysler arbeiten seit 2016 zusammen

Waymo und Fiat Chrysler arbeiten schon seit längerem zusammen. Im Moment hat die Google Tochter etwa 600 Chrysler Pacifica Minivans in der Flotte an autonomen Shuttle. Ein Teil davon wird für Entwicklung- und Test-Zwecke genutzt und einige der Fahrzeuge transportieren auch wirkliche Kunden in Arizona. Die Kooperation wurde 2016 gestartet, damals wurden die ersten 100 Fahrzeuge übergeben. Fiat Chrysler liefert die Fahrzeuge als Grundlage und Waymo stattet die Vans dann mit den Systemen für autonomes Fahren aus. Die Aufrüstung geschieht in einer gemeinsam betriebenen Montagewerkstatt in Michigan.

Fiat Chrysler ist Teil der BMW Partnerschaft

Die Partnerschaft ist nicht exklusiv, beide Unternehmen arbeiten mit anderen Partnern an ähnlichen Projekten. Fiat Chrysler arbeitet nicht nur mit Waymo zusammen, sondern ist auch ein Teil der Partnerschaft zwischen BMW, Intel und Mobileye. Gemeinsam werden Systeme für selbstfahrende Autos entwickelt, die in eigenen Fahrzeugen eingesetzt werden sollen, aber auch anderen Anbietern angeboten werden sollen.

Fiat Chrysler hat erkannt, dass es durch Partnerschaften schneller und effizienter dem Ziel näher kommt, autonome Shuttle ausrollen zu können. Mit Waymo hat sich der Automobilkonzern einen der führenden Anbieter auf dem Feld der Technologien für autonomes Fahren geschnappt.

Uber bestellte 24.000 autonome Shuttle bei Volvo

Kürzlich hat der Fahrdienst Uber mit einer ähnlichen Ankündigung für Aufmerksamkeit gesorgt. Uber hat mit Volvo eine Vereinbarung über den Kauf von 24.000 SUV Fahrzeugen geschlossen. Uber will ähnlich wie Waymo die Aufrüstung der Fahrzeuge mit Systemen für autonome Shuttle übernehmen, Volvo liefert die Fahrzeuge als Grundlage. Beide Partnerschaften deuten darauf hin, dass sich die Automobilindustrie stark verändern wird. Autohersteller laufen Gefahr, zum Zulieferer für die Fahrdienst-Plattformen und Technologie-Konzerne zu werden.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

City of Tomorrow: So stellt sich Ford den Einsatz von autonomen Fahrzeugen vor

Der Ford CEO Jim Hackett hat in einer Keynote Speech auf der CES in Las Vegas die firmeneigene Vision für die Infrastruktur in den Städte von morgen gegeben. Es wurden verschiedene Projekte beleuchtet, an denen Ford mit Partnern wie Autonomic, Qualcomm oder Lyft arbeitet. Autonome Fahrzeuge, V2X Kommunikation und autonome Logistik gehören zu der Vision.

Im Fokus steht eine vernetzte Mobility Plattform mit autonomer Flotte

Ford will  sozusagen das Betriebssystem für den Transport der Zukunft bauen. Diesen Anspruch haben viele Konzerne und Startups aus dem Mobility und Automotive Umfeld. Auf der CES hat der Automobilkonzern die eigene Plattform für selbstfahrende Fahrzeuge präsentiert. Durch die Nutzung der Plattform und die Auslastung der Fahrzeuge will Ford auch im Zeitalter des autonomen Fahrens Geld verdienen. Die Transportation Mobility Cloud wird zusammen mit den Spezialisten von Autonomic entwickelt.

Mit Lyft, Postmates und Domino’s Pizza wurden auch gleich erste Nutzer bekanntgeben. Die Partnerschaften mit Lyft und Domino’s Pizza sind nicht neu, wurden aber nochmal medienwirksam in Szene gesetzt. Die Idee hinter der Plattform ist, dass Ford eine Flotte an vollautomatisierten Fahrzeugen für unterschiedliche Anwendungsfälle betreibt, die von den angeschlossenen Partnern on-demand genutzt werden kann. Die Vision von Ford ist, dass auch kleine Unternehmen, die sich heute keine eigene Logistik-Flotte leisten können, Nutzer der Plattform werden.

Dank bestimmter Kommunikationsprotokolle, können Partner wie Lyft bereits heute autonome Fahrzeuge aus der Ford Flotte bei bedarf anfordern. Das ist zum Beispiel interessant, um Nachfragespitzen abzufangen oder um einen Mobility Service in Gebieten anbieten zu können, die nicht ausreichend durch einen ÖPNV erschlossen sind.

Mit Postmates will Ford den Einsatz von autonomen Fahrzeugen im Logistik-Bereich testen. In Zukunft könnten Lieferungen von Lebensmitteln, Paketen oder Essen mittels vollautomatisierten Fahrzeugen durchgeführt werden. In einem ersten Schritt geht es Ford und Postmates darum zu erörtern, wie Empfänger und Versender mit autonomen Transportern umgehen und welche Anforderungen sich daraus ergeben.

“Sprechende” Fahrzeuge: V2X Technik in allen Fahrzeugen ab 2019

Die Vernetzung der Fahrzeuge ist ein Trend, an dem viele Automobilhersteller arbeiten. Ford macht das zusammen mit Qualcomm. Bis 2019 sollen alle neuen Fahrzeuge mit der V2X Kommunikationstechnik ausgerüstet sein, die von Qualcomm stammt. V2X steht für “vehicle-to-everything” und die Technologie soll Fahrzeuge befähigen, mit allen Elementen im Straßenverkehr zu kommunizieren. Dazu zählen andere Fahrzeuge, aber auch Ampeln, Verkehrsschilder oder Smartphones von Fußgängern.

Weitere Tests mit autonomen Fahrzeugen in neuen Städten

In diesem Jahr sollen in weiteren Städten autonome Fahrzeuge von Ford auf den Straßen getestet werden, um den Business Case hinter den selbstfahrenden Fahrzeugen zu validieren. Dabei arbeitet Ford bei der Technologie-Entwicklung mit dem Unternehmen Argo AI zusammen, an dem sich der Automobilkonzern mit einer hohen Summe beteiligt hat. Gemeinsam sollen die Systeme entwickelt werden, mit denen die Fahrzeuge vollautomatisiert fahren können. Außerdem werden mehr Ressourcen in die Entwicklung von User-Interfaces investiert, über die Nutzer mit den Fahrzeugen interagieren können. Die Learnings werden dann in das Design und die Entwicklung von komplett neuen Fahrzeugkonzepten angewendet.

City of Tomorrow mit besserer Lebensqualität

Mit den Projekten, die alle unter der Initiative “City of Tomorrow” laufen, will sich Ford von einem Automobilhersteller zu einem Anbieter von Mobility Services transformieren. Gleichzeitig soll damit ein Beitrag geleistet werden, um die Situation und verstopften, verschmutzen und schnell wachsenden Städten zu verbessern. Auch wenn die Ankündigungen noch wenig konkret und mehr Show sind, lässt sich gut erkennen, in welche Richtung Ford gehen möchte.

Bild: Ford (alle Rechte vorbehalten)

door2door arbeitet mit ZF und Microsoft an einer Plattform für autonomen Nahverkehr

Zur Zeit findet in Las Vegas die Consumer Electronics Show statt, die mittlerweile für Automobilhersteller und Mobility Startups immer wichtiger geworden ist. Früher wurden die neuste Unterhaltungselektronik vorgestellt, heute kommt die Eröffnungspräsentation von Daimler oder Ford. Ein deutsches Mobility Unternehmen, das auf der CES vertreten ist, ist door2door. Das Startup zeigt zusammen mit ZF und Microsoft eine Lösung, wie autonome Fahrzeuge in den öffentlichen Nahverkehr eingebunden werden können.

autonomer Nahverkehr für Personen und Güter

ZF und door2door haben die Ride-Sharing Technologie des Startups weiterentwickelt, so dass diese auch für Flotten mit autonomen Fahrzeugen eingesetzt werden kann. Passagiere und Güter werden dabei kombiniert, die Algorithmen sollen dafür sorgen dass die Routen effizient sind und Umwege minimiert werden. Durch den Ansatz sollen die Fahrzeuge besser ausgelastet werden, was zu geringeren Kosten führen dürfte. Außerdem handelt es sich dabei um eine Möglichkeit, die wachsende Staubelastung durch Individual- und Lieferverkehr zu reduzieren.

Fahrgasterkennung per Gesichtserkennung

Der Show-Case bietet auch neue Features für den Fahrgast. Vorschläge für Point of Interests sollen gemacht werden, inklusive Bewertungen und benötigter Fahrtzeit. Die Spracherkennung von Microsoft wurde in die White Label App integriert, so dass der Nutzer seine Eingaben per Sprache erledigen kann. Da bei autonomen Fahrzeugen kein Fahrer im Fahrzeug sitz, der Aufgaben wie Fahrgast-Identifikation übernommen hat, müssen andere Lösungen implementiert werden. Die Kooperationspartner setzen auf Erkennung mittels Gesichtserkennung oder das Scannen eines QR-Codes. Auch die Übergabe von Pakten wird per Sprach- und Gesichtserkennung verifiziert.

End-to-End Lösung für Städte und Verkehrsbetriebe

Laut door2door CEO Tom Kirschbaum werden Lösungen für Ride-Sharing und autonomes Fahren bisher eher separat entwickelt. Beide Seiten zu einer end-to-end Lösung zu kombinieren, sorgt dafür, dass ein effizientes und autonomes Nahverkehrssystem für den Transport von Personen und Gütern entstehen kann. Städte, Verkehrsbetrieb und Mobilitätsanbieter sollen mit der Lösung von door2door und ZF in der Lage sein, autonome Shuttle in ihr bestehendes Setup einzufügen.

Wann die White-Label App in einer realen Umgebung eingesetzt werden soll, wurde nicht kommuniziert. Die Kooperation scheint vorwiegend zwischen door2door und ZF zu bestehen. ZF hat auf der CES seine Partnerschaft mit Microsoft erweitert, door2door kommt in den Genuss dieser Partnerschaft. Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen hat sich Lösungen für vollautomatisiertes Fahren auf die Fahne geschrieben. Neben der Partnerschaft mit door2door arbeitet ZF mit Nvidia zusammen und Hilft e.Go bei der Entwicklung eines autonomen People-Movers.

Unternehmen wie BestMile, die Deutsche Bahn Tochter ioki oder RideCell gehen mit ihren Ansätzen in eine ähnliche Richtung. Das Interesse von Städten und Verkehrsbetrieben für Alternativen zum etablierten Nahverkehr ist weltweit hoch.

Bild: door2door (alle Rechte vorbehalten)