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Virtuo bietet eine Autovermietung 2.0 an und erhält dafür 7.5 Mio. Euro Finanzierung

Das französische Startup Virtuo bietet eine Autovermietung an, bei der alle Prozesse digital und über das Smartphone laufen. Um weiter in Frankreich und Europa zu expandieren, nimmt das Unternehmen eine Finanzierung in Höhe von 7.5 Mio. Euro auf, das Geld kommt vom dem VC Balderton Capital.

Vom Konzept her erinnert der Dienst von Virtuo an das Angebot des amerikanischen Unternehmens SilverCar, das vor kurzem von Audi übernommen wurde. Virtuo, sowie Silvercar bieten eine Autovermietung mit Premiumfahrzeugen, alle Prozesse auf Kundenseite laufen dabei digital.

Autovermietung per App

Die Mieter können sich über die App innerhalb von 10 – 15 Minuten registrieren. Dabei werden die Kreditkartendaten aufgenommen und Ausweis und Führerschein validiert. Die Validierung erfolgt mittels Gesichtserkennung.

Über die Smartphone App kann ein Fahrzeug reserviert werden und der Fahrer wird per App zum Auto navigiert. Ein zeitraubender Stop bei einem Schalter, wie es bei Sixt oder Europcar der Fall ist, ist nicht nötig. Das Fahrzeug kann über die App von Viruto geöffnet und wieder verriegelt werden.

Virtuo nutzt für sein Angebot Mercedes-Benz A-Klassen und GLAs, die mit Navi, Automatik und Ledersitzen ausgestattet sind. Der Nutzer weiß also was für ein Fahrzeug er bekommt und umgeht so Überraschungen. Der Miettrarif variiert zwischen 49 Euro und 89 Euro pro Tag, je nach Nachfrage. Im Preis sind 150 Freikilometer mit inbegriffen, Mehrkilometer werden mit 0.10 Euro pro Kilometer in Rechnung gestellt.

Fokus auf Bahnhöfe und Flughäfen

Das Startup bietet den Service an mehr als 10 Knotenpunkten, wie Bahnhöfen und Flughäfen in Frankreich an. Unter anderem können die Autos an den Flughäfen und großen Bahnhöfen in Paris angemietet werden, aber auch in Nizza oder Avignon. In einer Zeit, in der mehr und mehr Menschen ein eigenes Auto abschaffen und auf Mobilitätsdienste setzen, kann das Unternehmen erfolg haben. Menschen ohne eigenes Auto werden ab und zu ein Mietauto in Anspruch nehmen wollen, um mehrere Tage hintereinander flexibel zu sein und um längere Strecken zurück legen zu können. Ein Angebot wie Virtuo, das ganz ohne lästiges Warten und Überraschungen in den Mietstationen funktioniert, ist eine attraktive Alternative zu Sixt und co.

Virtuo seit 2016 aktiv

Seit dem Start im April 2016 wurden mehr als sechs Millionen Kilometer von den on-demand Kunden zurückgelegt. Insgesamt wurde die App mehr als 150.000 Mal aus dem App-Store geladen. Vor dem Start hat das Startup 1.7 Mio. Euro an Seed-Finanzierung von Business Angels eingesammelt. Das Geld von dem Frühphasen-Investor Balderton soll dazu genutzt werden, in weiter französische und andere europäische Großstädte zu expandieren. Bleibt abzuwarten, ob sich das Unternehmen auch nach Deutschland traut, oder ob andere europäische Länder zu erst auf der Agenda stehen.

Bild: Virtuo (alle Rechte vorbehalten)

BCG setzt auf Alternativen zum Dienstwagen – mit Unterstützung von Sixt

Bisher vergeben viele Unternehmen einen Dienstwagen an Mitarbeiter – inspiriert von Mobility Services wie Car Sharing und Fahrdiensten hat die Autovermietung Sixt eine Alternative dazu entwickelt. Als erster Kunde nutzt die Boston Consulting Group das Angebot. Die Kombination aus Carsharing, Fahrdienst und Mietwagen erfreut sich dort hoher Beliebtheit und ist bereits gleichauf mit dem Klassiker.

Mobility as a Service von Sixt

Konkret hat Sixt unter dem Namen Maas (Mobility as a Service) ein Alternativangebot zum Dienstwagen gestartet. Berater der Boston Consulting Group (BCG) können mit einem Mobilitätsbudget das DriveNow Carsharing Angebot, Mietwagen und den myDriver Fahrdienst nutzen. Bisher ist das Angebot in Deutschland und Österreich verfügbar und nur für berechtigte BCG Berater. In Zukunft soll das Konzept, das drei Dienste vereint auch anderen Unternehmen angeboten werden.

Gute Resonanz von Nutzern

Laut Sixt-Strategievorstand Alexander Sixt stößt das Mobility as a Service Angebot auf sehr gute Resonanz. Das Unternehmen leitet daraus ab, dass es einen Bedarf nach einer modernen und flexiblen Mobilität auf Mitarbeiter und Unternehmensseite gibt. Bei dem Angebot von Sixt können über eine Zentrale Plattform Mobilitätsbudgets per Mitarbeiter vergeben werden, die dann über die Apps von DriveNow und myDriver sowie über das klassische Mietwagengeschäft von Sixt ausgegeben werden können.

Vor allem jüngere Mitarbeiter nutzen den MaaS Service

Bei der Boston Consulting Group kommt das Angebot anscheinend sehr gut an. Vor allem jüngere Mitarbeiter auf Associate- oder Consultant-Ebene nutzen das neue Mobilitätsangebot. Etwa 40% der Berater bei BCG nutzen einen Dienstwagen, nun sind weitere 40% hinzugekommen, die die MaaS-Dienstleistung nutzen.

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Es ist davon auszugehen, dass weitere Unternehmen Mobiltiy as a Service für Mitarbeiter als Alternative oder Ersatz zum Dienstwagen anbieten werden. Auf der einen Seite schwindet die Bereitschaft auf Mitarbeiterseite, ein Auto zu besitzen. Ergänzt wird dieser Trend durch das Vorhandensein von alternativen Mobilitätsangeboten, wie Carsharing, Ride Sharing oder Mietwagen. Auch Uber bietet seinen Fahrdienst erfolgreich für Unternehmen an, der teilweise als Alternative zum Dienstwagen und Taxi genutzt wird.

Bild: Sixt (alle Rechte vorbehalten)

BMW beteiligt sich an Mietwagen-Startup Skurt

Der Automobilkonzern BMW tätigt ein weiteres Investment in den USA. BMW hat sich mit einem strategischen Investment an dem Startup Skurt beteiligt. Skurt bietet einen on-demand Mietwagenservice an, bei dem die Autos an die Haustüre geliefert werden. Insgesamt konnte Skurt 10 Mio. US$ in der Series A einsammeln.

Skurt seit 2015 aktiv

Skurt ist schon seit 2015 in den USA aktiv und hat laut eigener Aussage schon mehrere Zehntausend Mietvorgänge durchgeführt. Bisher wird der Service in Miami, Los Angeles und San Diego angeboten. Nachdem der Kunde das Fahrzeug bestellt hat, wird es innerhalb von 60 Minuten von einem Fahrer vorbei gebracht. Nach Ablauf der Buchung wird das Fahrzeug auch wieder abgeholt. Der Vorteil für den Kunden ist, dass er sich nicht überlegen muss, wie er zu der Mietwagenstation gelangt.

Fahrzeuge von Autovermietern und Autohäusern

Die Autos stammen von Flottenbesitzern – Traditionelle Mietwagen-Anbieter oder auch Autohäuser stellen ihre Fahrzeuge zur Verfügung. Im Vergleich zu den Peer-to-Perr Plattform ist es  ein Vorteil für die Kunden, dass sie mit neueren Fahrzeugen unterwegs sein können, die auch gut gewartet sind. Auf Wunsch werden die Fahrzeuge auch mit einem OBD-Dongle für die Fahrzeugüberwachung ausgestattet.

Mehrere Investments von BMW in den USA

Für BMW ist es nicht das erste Investment in ein amerikanisches Mobilitätsstartup. Bisher ist der Münchner Konzern schon an Zendrive, RideCell und Scoop beteiligt. Im letzten Jahr hat der Venture Arm von BMW einen Fond mit 500 Mio. US$ aufgesetzt. In Zukunft ist also mit weiteren Beteiligungen von BMW iVentures zu rechnen.

Auch andere Deutsche Autobauer sind an amerikanischen Startups beteiligt. Audi hat sich zum Beispiel an der letzten Finanzierungsrunde von Silvercar beteiligt. Silvercar bietet einen Mietwagenservice mit Audi A4 Modellen an. Der Service wird vorwiegend an Flughäfen angeboten. Die Kunden reservier das Fahrzeug einfach über die App und holen den Mietwagen ab. Das Fahrzeug wird mit der App geöffnet und wieder geschlossen, sobald der Mietvorgang beendet ist, wird sofort die Email mit der Rechnung verschickt.

Bild: Skurt (alle Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: Drivy deutschlandweit, Tesla mit Batteriespeicher für zuhause

Kurznachrichten: Der amerikanische Autobauer Tesla will nicht nur Elektroautos produzieren, sondern wird dieses Jahr auch einen Tesla Batteriespeicher für zuhause anbieten. Das französische Startup Drivy bietet seinen Carsharing Service jetzt deutschlandweit an.

Drivy Carsharing deutschlandweit

Das französische Startup Drivy bietet seinen Carsharing Service, bei dem Autos von Privatpersonen vermietet werden deutschlandweit an. Wie berichtet, ist Drivy im November 2014 in Berlin gestartet, darauf folgte der Start in Hamburg, München und Köln. Auf der Plattform sind laut Drivy schon mehr als 1.000 Fahrzeuge zu finden. Drivy arbeitet mit der Allianz Versicherung zusammen, um den Vermietzeitraum abzusichern.  Mit der bisherigen Entwicklung in Deutschland zeigt sich das französische Unternehmen zufrieden. Deutsche Konkurrenten sind die Unternehmen Tamyca und Autonetzter. Autonetzer verfügt nach der Fusion mit Nachbarschaftsauto etwa über 10.000 Fahrzeuge.

Tesla Batteriespeicher für zuhause

Lange wurde darüber spekuliert, welches Produkt Tesla zusätzlich auf den Markt bring. Letzten Donnerstag hat Elon Musk den Tesla Batteriespeicher für zuhause vorgestellt. Für ca. 3.500 € können sich Hausbesitzer eine 10 kWh Batterie zulegen. Hat der Hausbesitzer eine Solaranlage auf dem Dach, kann er die überschüssige Energie zwischen speichern und bei Bedarf nutzen. Die gespeicherte Energie kann auch wieder ins Netz eingespeist werden und der Hausbesitzers kann sich dafür bezahlen lassen. Das Netz an Batterien kann auch dazu genutzt werden, eine Stromreserve aufzubauen. Diese Reserve kann genutzt werden, wenn der Strom von großen Kraftwerken nicht mehr ausreicht. Der Markt für Batteriespeicher wächst schnell. Im Jahr 2012 lag der Umsatz bei 200 Mio. US$ im Jahr 2017 sollen es 2 Milliarden US$ jährlich sein. Die Powerwalls genannten Energiepacks können auch gekoppelt werden, um die Speicherkapazität zu erhöhen. Partner für das Tesla Energy Projekt wird anscheinend das deutsche Unternehmen Lichtblick. Produziert werden die Batterien zukünftig in der GigaFactory. (via Süddeutsche)

Bild: Elon Musk describing the Tesla Gigafactory von Steve Jurvetson (bestimmte Rechte vorbehalten)

Drivy Carsharing sammelt 8 Mio. € ein

Das französische Startup Drivy sammelt laut Le Figaro weitere 8 Mio. Euro an Finanzierung von unterschiedlichen Investoren ein. Neu beteiligen sich BPI France und Via-ID, die Alt-Investoren Index Ventures und Alven Capital beteiligen sich ebenfalls an der letzten Runde. Außerdem wird der kleinere Wettbewerber Buzzcar übernommen,  der in der Vergangenheit bereits von Via-ID finanziert wurde.
Erst im letzten Jahr hat das Startup 6 Mio. € eingesammelt, um damit die internationale Expansion zu starten. Ende des Jahres ist Drivy in Deutschland gestartete, dieses Jahr dürften weitere Länder hinzukommen.

Autovermietung zwischen Privatpersonen

Bei Drivy können die Nutzer ein Auto von irgendjemandem Mieten. Das bringt Kostenvorteile im Vergleich zu den gewerblichen Autovermietungen, wie Sixt oder Europcar.
Fahrzeugbesitzer können über die Plattform ihr Auto vermieten und damit etwas Geld verdienen. Gerade wenn man sein Auto selten benötigt, ist das eine gute Möglichkeit, für mehr Auslastung zu sorgen. Der Vermietvorgang ist durch eine zusätzliche Versicherung abgedeckt.

Expansion steht im Fokus

Nach dem Zusammenschluss mit Buzzcar hat Drivy nun 500.000 Nutzer und 26.000 registrierte Fahrzeuge in Frankreich und Deutschland. Der größte Teil davon entfällt auf Frankreich. Neben der Expansion sollen die zusätzlichen  finanziellen Mittel für die Verbesserung der Apps und der Website verwendet werden. Außerdem soll das Netzwerk in den kommenden drei Jahren auf 3 Millionen Nutzer und 300.000 Fahrzeuge wachsen.
In Deutschland steht Drivy unter anderem im Wettbewerb zu Autonetzer und Tamyca. Autonetzer hat etwa 70.000 Nutzer und 10.000 registrierte Fahrzeuge in Deutschland, Tamyca dürfte kleiner sein.
Bild: drivy.de via Flickr (alle Rechte vorbehalten)

Peer-to-Peer Carsharing Unternehmen Drivy expandiert nach Hamburg

Das französische Startup Drivy expandiert nach Hamburg. Ende des vergangenen Jahres ist das Carsharing-Unternehmen schon in Berlin gestartet. Drivy ist eine Plattform, auf der Fahrzeugbesitzer ihre Fahrzeuge einstellen und an Privatpersonen vermieten können.

Erfolgreicher Start in Berlin

Das Unternehmen verfolg das Ziel, ungenutzte Fahrzeuge auszulasten. Privatpersonen, die ein Fahrzeug besitzen, können es auf der Plattform einstellen und so Nachbarn und Freunden zur Nutzung zur Verfügung stellen. Im November letzten Jahres ist das französische Unternehmen in Berlin gestartet. In den letzten zwei Monaten konnten etwa 100 Fahrzeuge für die Carsharing Plattform gewonnen werden. Den Start in Berlin sieht das Unternehmen als erfolgreich an und möchte deshalb so schnell wie möglich weitere Städte erschließen. Als nächste Stadt ist nun Hamburg an der Reihe.

Vorhandene Ressourcen besser nutzen

Das Prinzip hinter Drivy ist einfach und einleuchtend. Mittels online Plattform und App sollen verfügbare Ressourcen, in diesem Fall Fahrzeuge, besser genutzt werden. Fahrzeuge sind teuer und stehen im Schnitt 95% des Tages leer herum. Durch Vermietung an Nachbarn und Suchende soll die Leerzeit der Fahrzeuge reduziert werden und der Fahrzeughalter soll davon finanziell profitieren.

Drivy ist als Web, iOS und Android App verfügbar. In wenigen Schritten können die Vermieter ihre Fahrzeuge und verfügbare Zeiten eintragen. Die Mieter können die Fahrzeuge in ihrer Nähe suchen und Anfragen. Für beide Seiten ist die Registrierung kostenlos. Der Mieter zahlt für die Mietdauer einen Preis, der vom Vermieter festgelegt wird, der außer Sprit sämtliche Kosten enthält. Drivy erhält vom Vermieter einen Anteil des Mietpreises für Versicherung und Vermittlung.  Um dem Fahrzeugbesitzer die Preisfindung zu vereinfachen, werde bei den Preisen Richtwerte je nach Fahrzeugtyp, Baujahr und Ausstattung als Entscheidungshilfe vorgegeben.

Extra Versicherung für jede Vermietung

Für die Zeit der Vermietung ist das Fahrzeug über eine Zusatzversicherung abgesichert. Drivy arbeitet mit der Allianz zusammen, um Fahrer und Fahrzeughalter abzusichern. Das Versicherungspaket besteht aus einer Haftpflicht, die Schäden gegenüber Dritten, Schäden am Fahrzeug , Feuer und Diebstahl abdeckt. Hinzu kommt ein Schutzbrief, der den gesamten Aufwand des Pannendiensts abdeckt. Die Versicherung des Fahrzeughalters wird in einem Schadensfall nicht belangt.

Konkurrenz zu klassischen Autovermietungen

Drivy sieht sich nicht als Konkurrenz zu innerstädtischen Carsharing Anbietern, sondern zu klassischen Autovermietungen, wie Sixt oder Europcar. Die durchschnittliche Mietdauer beträgt zwei bis vier Tage. Drivy ist die Ein-Verlängertes-Wochenende- Alternative oder die perfekte Option für einen Ausflug mit Freunden. Der Aufwand auf Mieterseite ist auch eher mit dem Aufwand einer Autoanmietung zu vergleichen. Schließlich mässen Termine mit den Fahrzeughalter vereinbart werden, um das Fahrzeug zu übergeben und um die Vertragsdokumente zu unterzeichnen. Wer hingegen spontan ein Fahrzeug für eine Kurzstrecke benötigt, nutzt eher vorhandene Free-Floating Anbieter, wie Car2go oder DriveNow.

Deutsche Wettbewerber

Deutsche Wettbewerber von Drivy sind die Plattformen Tamyca und Autonetzer. Die beiden Unternehmen sind fast zeitgleich im Jahr 2010 gestartet. Autonetzer hat sich im letzten Jahr mit der Plattform Nachbarschaftsauto zusammen geschlossen. Auf Tamyca sind etwa 3.000 Fahrzeuge registriert, Autonetzer kommt auf etwa 10.000 Fahrzeuge. Auch bei den Mitgliedern liegt Autonetzer mit 75.000 Registrierungen vorne, Tamyca kommt auf etwa 25.000 Nutzer. Laut einer Studie des TÜV Rheinland wird das private Carsharing weiterhin ein Randerscheinung bleiben. Lediglich 90.000 bis 100.000 der 1 Mio. Carsharing Nutzer greift auf privates Carsharing zurück. Die restlichen 90% der Carsharing Nutzer entfallen auf die Free-Floating oder stationsgebundenen gewerblichen Anbieter. Car2go und DriveNow haben hier die Nase vorn.

Über Drivy

Auch Drivy wurde im Jahr 2010 gegründet. Die ersten drei Jahre lief das Unternehmen unter dem Namen Voiturelib, 2013 wurde der Unternehmensname zu Drivy geändert. Drivy ist einprägsamer und dürfte bei der Internationalisierung nützlich sein. Das Unternehmen kommt in Frankreich auf 20.000 Fahrzeuge und etwa 400.000 Nutzer. Damit ist es von der Nutzerzahl etwa fünfmal so groß, wie der größte Anbieter in Deutschland. Als Investoren sind Index Ventures und Alven Capital mit an Board. Im Jahr 2012 wurden knapp  2 Mio. Euro investiert, im Mai 2014 kamen weitere sechs Mio. Euro für eine Internationalisierung des Carsharing-Unternehmens hinzu. Neben Berlin und Hamburg sollen weitere deutsche Städte folgen.

Bild: DRIVY.DE/Stefan Wieland (via flickr)

Ehemaliger Europcar Chef Roland Keppler geht zu car2go

Wie das Manager Magazin berichtet, geht der frühere Chef der Autovermietung Europcar Roland Keppler zu Daimler und übernimmt die Geschäftsführung des Carsharing-Anbieters car2go. Der neue Geschäftsführer soll das Geschäft mit Unternehmenskunden weiter aufbauen, außerdem soll eine Expansion nach Asien bevorstehen.

Keppler war seit 2009 bei Europcar, zu beginn als Verantwortlicher des Deutschlandgeschäfts, seit 2012 war er Chef des gesamten Europcar-Konzerns. Im Sommer diesen Jahres ist Roland Keppler im “gegenseitigen Einvernehmen” als Chef von Europcar abgetreten. In unterschiedlichen Medien wurde daraufhin über unterschiedliche strategische Auffassungen zwischen Keppler und dem Eurocar-Eigentümer Eurazeo spekuliert.

Markt der Autovermieter unter Druck

Der Markt der Autovermieter ist in letzter Zeit unter Druck geraten, da neue kundenfokussierte Konzepte, wie Carsharing oder Mobilitätsplattformen für ein Stagnieren, wenn nicht sogar einen Rückgang der Umsätze sorgen. Neben traditionellen Carsharing Anbieter, wie stadtmobil oder flinkster sorgen die free-flaoting Anbieter, wie car2go und DriveNow für weniger Fahrzeugvermietungen der etablierten Autovermietungen. Hinzu kommt noch die neue Konkurrenz durch Peer-to-Peer Carsharing Plattformen, über die Privatpersonen ihre Fahrzeuge vermieten und Taxi-Apps, wie MyTaxi, Uber, Blacklane und co.

Keppler auch in der Geschäftsführung von Moovel

In seiner Zeit als Deutschland-Chef ist auch das car2go Joint-Venture von Daimler und Europcar entstanden. Von den Erfahrungen Kepplers im klassischen Mietwagen-Geschäft können car2go und andere Unternehmen aus dem Moovel-Umfeld profitieren. Car2go steht wohl kurz davor, nach China zu expandieren, evtl. steht auch Singapur auf der Liste. Neben dem klassischen car2go mit Smart-Fahrzeugen soll das car2go Black Angebot mit B-Klassen und stationsbasierten Vermietung ausgebaut werden.

Keppler soll Anfang Dezember bei car2go starten. Zusätzlich zur Geschäftsführung von car2go wird Keppler auch Mitglied der Geschäftsführung der Moovel GmbH. Car2go ist mittlerweile in 7 Ländern aktiv und soll fast 900.000 Kunden haben. Vor kurzem hat das Unternehmen angekündigt, das Carsharing-Angebot in der “Geburtsstadt” Ulm einzustellen.

Bild: Happy Birthday car2go von MotorBlog.com, Lizenz: CC BY 2.0

Carsharing Anbieter Autonetzer und Nachbarschaftsauto schliessen sich zusammen

Nachbarschaftsauto und Autonetzer, die beiden Communities für privates Carsharing schließen sich zusammen. Die Plattform Nachbarschaftsauto wird in Autonetzer aufgehen. Somit entsteht nach eigenen Angaben die größte private Carsharing-Community in Deutschland.

Durch die Fusion soll die Vision, dass in jedem Straßenzug ein privates Carsharing Fahrzeug stehen soll, das über Autonetzer gebucht werden kann, erreicht werden. Autonetzer ist seit 2010 aktiv und hatte vor der Fusion mit Nachbarschaftsauto etwa 5.000 Fahrzeug und 35.000 Nutzer. Die gleiche Anzahl an Fahrzeugen und Nutzern kam durch die Fusion hinzu. Autonetzer spricht nun von 10.000 verfügbaren Fahrzeugen und 70.000 Nutzern. Interessant zu wissen wäre, wie groß die Schnittmenge der Fahrzeuge und Nutzer beider Plattformen ist.

Fahrzeuganzahl als Erfolgsfaktor

Entscheidend für den Erfolg von Carsharing Netzwerken dürfte sein, dass der Nutzer direkt vor der Tür ein Carsharing-Fahrzeug stehen hat, das er anmieten kann. Mit 10.000 Fahrzeugen in ganz Deutschland wird das noch nicht der Fall sein, aber es geht in die richtige Richtung. Ausserdem ist entscheidend, dass die Fahrzeuge einfach und schnell übernommen und übergeben werden können. Bei den privaten Carsharing Anbietern muss meistens noch ein persönliches Treffen zwischen Nutzer und Autobesitzer arrangiert werden, um das Fahrzeug samt Übergabeprotokoll zu übergeben. Die gewerblichen Anbieter, wie Car2Go und DriveNow bieten hier mit ihrer Schlüssellosen Fahrzeugöffnung und -verriegelung per Handy oder RFID-Karte eine bessere Alternative.

Wettbewerb

Neben Autonetzer und Nachbarschaftsauto ist auch noch das Startup Tamyca in Deutschland aktiv. Das französische Startup Drivy steht auch kurz davor, in Deutschland zu starten. Drivy wurde vor kurzem mit weiteren Millionen finanziert. In Frankreich scheint das private Carsharing besser angenommen zu werden. Das ebenfalls 2010 gegründete Unternehmen hat bereits 250.000 Nutzer und 17.000 registrierte Fahrzeuge. Für Kurzstrecken und spontane Fahrten sind die kommerziellen Anbieter, wie DriveNow und Car2Go die bessere Wahl. Auf Grund des komplexen Mietprozesses für private Carsharing Fahrzeuge, ist das Anbot eher als Ersatz für einen gewerblichen Mietwagen zu sehen.

Über Autonetzer und Nachbarschaftsauto

Die Carsharging Netzwerke Autonetzer und Nachbarschaftsauto wurden 2010 in Stuttgart und Berlin gegründet. Autonetzer ist von Business Angels mit einer sechsstelligen Summe finanziert. Das Prinzip und Geschäftsmodell der beiden Plattformen ist das gleiche: Privatpersonen stellen ihr Fahrzeug auf der Plattform ein und reduzieren mit jeder Vermietung die Unterhaltskosten. Potenziellen Mieter haben unterschiedliche Fahrzeuge in der direkten Nachbarschaft zur Verfügung, die sie günstiger als bei gewerblichen Autovermietern anmieten können. Während der Vermietung greift eine Zusatzversicherung, die eventuelle Schadensfälle abdeckt. Nach dem Zusammenschluss ist das Netzwerk in 800 deutschen Städten verfügbar.

Bild: Screenshot Autonetzer.de