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Testbericht: Bike-Sharing Dienst Mobike in Berlin

In den letzten Wochen hat der Bike-Sharing Dienst Mobike seine Flotte an Rädern in Berlin erhöht, wir haben das zum Anlass genommen, um den Dienst zu testen.

Registrierung bei Mobike

Die Registrierung über die App lief problemlos und war innerhalb von wenigen Minuten erledigt. Als Nutzer muss man nur Namen und Handynummer angeben, sowie Kreditkarten-Daten für die Abrechnung. Was störend war, bei der Registrierung muss der Nutzer undurchsichtigen AGBs und Datenschutz-Erklärungen zustimmen, das erweckt nicht gerade Vertrauen. Von der Hinterlegten Kreditkarte wird 1 Euro als Kaution eingezogen, wahrscheinlich um die Karte zu verifizieren.


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Fahrrad finden und öffnen

Mobike bietet eine übersichtliche App, mittels derer die Fahrräder lokalisiert werden können. Ähnlich wie bei den Car-Sharing Diensten, lassen sich über die App auch Räder reservieren. Die Reservierung ist bis zu 15 Minuten gültig und ist kostenlos. Am Fahrrad angekommen, reicht es, den QR-Code mittels der App zu scannen, um das Fahrrad zu entsperren.

Fahrräder klein und mit Vollgummireifen

Die Fahrräder sind nur für kürzeste Strecken geeignet. Die Räder sind recht klein und haben eher die Größe eines Kinderfahrrads. Eine Gangschaltung fehlt auch. Beides führt dazu, dass die Trittfrequenz sehr hoch sein muss, um vorwärts zu kommen. Die Reifen sind schmal und aus Vollgummi, das wirkt sich negativ auf den Fahrkomfort aus. Fazit ist, dass sich die Fahrräder für eine kurze Strecke mittelmäßig eignen, lange Strecken können damit aber nicht zurückgelegt werden.

Nach der Fahrt

Das gemietete Rad kann einfach abgestellt werden und muss mittels montiertem Bügelschloss verschlossen werden. Sobald das Rad abgeschlossen ist, wird die Fahrt beendet und abgerechnet.

Bezahlung der Bike-Sharing Fahrt

Die Bezahlung bei Mobike ist gewöhnungsbedürftig und wird einige Kunden abschrecken. Um die Kosten von 50 Ct. pro 30 Minuten Fahrzeit zu bezahlen, muss zuerst Guthaben auf das Konto geladen werden. Es können Summen zwischen 5 und 50 Euro in das Wallet geladen werden. Ist das Guthaben aufgebraucht oder negativ, kann der Nutzer kein Fahrrad mehr ausleihen.

Zusammenfassung

Das free-floating Bike-Sharing von Mobike ist eine gute Möglichkeit, um kurze Strecken, wie den Weg zur Bahn oder zu einem Car-Sharing Auto zurückzulegen. Für längere Strecken sind die Räder leider nicht geeignet. Die geringen Kosten von 50 ct. pro 30 Minuten werden bestimmt den einen oder anderen Nutzer zur spontanen Buchung  motivieren.

Bild: GetMobility (alle Rechte vorbehalten)

Door2Door lässt sich allygator shuttle vom ADAC bezahlen

Seit 2016 betreibt das Berliner Unternehmen door2Door den Shuttle Dienst allygator shuttle in Berlin, nur am Wochenende und zu einem günstigen Fahrpreis. Die kommenden drei Monate wird das Projekt vom ADAC finanziert und kostenlos angeboten.

Flexible und dynamische Ergänzung zum bestehenden Mobilitätsangebot

Der On-Demand-Ridesharing-Dienst „allygator shuttle“ ist eine flexible und dynamische Ergänzung zum bestehenden Mobilitätsangebot, der sich in erster Linie nach den individuellen Bedürfnissen der Nutzer richtet. „allygator shuttle“ bündelt mehrere Fahrgäste, die einen ähnlichen Fahrtweg haben, anhand eines intelligenten Algorithmus in einem Shuttle und bringt sie sicher und komfortabel ans Ziel. So werden Fahrzeuge optimal ausgelastet, der Verkehr und Emissionen reduziert – und die Stadt lebenswerter gemacht.

ADAC möchte aus Kooperation mit door2door lernen

Der ADAC möchte nach dem gescheiterten Fernbus-Experiment mehr über Mobility Services lernen: „Der ADAC ist und bleibt natürlich in erster Linie ein erfolgreicher Automobilclub, gleichzeitig möchten wir aus Kooperationen wie mit door2door lernen. Uns ist es wichtig Erfahrungen zu sammeln, wie neue Mobilitätsangebote im urbanen Umfeld funktionieren, wie sich Nutzerverhalten entwickelt und welche Ableitungen sich für die individuelle Mobilität insbesondere junger Menschen ergeben”, sagt Alexander Möller, Geschäftsführer des ADAC e.V. “Schon heute sind wir in großen Städten immer komplexeren Mobilitätsfragen und Herausforderungen ausgesetzt, denen es intelligente Angebote entgegenzusetzen gilt. Das betrifft Emissionen ebenso wie Verkehrsaufkommen oder die Parkraumbewirtschaftung“, so Möller weiter.

25 Shuttle für den Partyverkehr am Wochenende

Insgesamt werden im innerstädtischen Bereich 25 Shuttle Fahrzeuge jeden Freitag und jeden Samstag zwischen 17 Uhr und 1 Uhr unterwegs sein. Die Fahrzeuge sind von unterschiedlichen Herstellern und teilweise elektrifiziert. Für den Nutzer ist das Angebot kostenlos. Zuvor war der Allygator Shuttle eine günstige Art durch Berlin zu kommen, lediglich 5ct. pro Kilometer wurden fällig. Das Startup hat einen geringen Fahrpreis erhoben, da die Einnahmen so unter den Betriebskosten liegen. Das führt dazu, dass nach dem Personenbeförderungsgesetz keine Lizenzen und Konzessionen für den Betrieb notwendig sind.

Für den operativen Betrieb dürften für Fahrer und Fahrzeuge etwa 5.000 Euro Kosten pro Betriebstag anfallen. Mit dem angekündigten Setup von zwei Tagen pro Woche mit 8 Stunden Schichten und 25 Fahrzeugen, dürften die operativen Kosten im Monat bei 40.000 bis 50.000 Euro liegen. Door2door dürfte sich darüber freuen, dass der ADAC alle bzw. einen Teil der Kosten übernimmt.

Door2door ist mit seinem Allygator Shuttle Mitte 2016 gestartet. Zuerst sollte das Angebot groß ausgerollt werden, später wurde es aber zu einem Testfeld und einem Show Case für Kunden. Das Unternehmen hat das Setup in Berlin genutzt, um die Software weiterzuentwickeln, die mittlerweile in Duisburg eingesetzt wird und demnächst in anderen Städten zum Einsatz kommen soll.  In den letzten Wochen wurde der Dienst nur freitags zwischen 17 und 1 Uhr angeboten und nur im Ostteil der Stadt. Durch die Partnerschaft mit dem ADAC wird das Betriebsgebiet auf den kompletten S-Bahn Ring ausgeweitet.

Was passiert, wenn BVG startet?

In den kommenden Monaten will auch die BVG zusammen mit Via und Mercedes-Benz einen Shuttle Dienst im Osten Berlins anbieten. Gestartet werden soll mit 50 Fahrzeugen, später soll die Flotte auf 300 Fahrzeuge anwachsen. Bleibt abzuwarten, ob sich door2door nach dem ADAC Engagement und nach dem Start des BVG Shuttles noch den teuren operativen Betrieb in Berlin leisten wird.

Neben Berlin sind auch in Hamburg entsprechende Fahrdienste in Planung. Die Deutsche Bahn treibt mit ioki einen Dienst voran und die Volkswagen Tochter Moia will noch in diesem Jahr mit einem Testlauf starten und dann im kommenden Jahr die Flotte hochskalieren.

Bild: door2door (alle Rechte vorbehalten)

BerlKönig: BVG startet Smart Shuttle mit Via im Frühjahr 2018 in Berlin

Im Sommer wurde bekannt, dass die Berliner Verkehrsbetriebe einen Smart Shuttle als Ergänzung zum ÖPNV anbieten wollen. Jetzt werden weitere Details bekannt, der Dienst soll zusammen mit dem Joint Venture von Via und Mercedes-Benz Vans gestartet werden. Das Berliner Nahverkehrssystem gilt bereits als eines der besten der Welt, trotzdem ruht sich die BVG nicht auf dem Status Quo aus, Sindern startet BerlKönig. Die BVG hat einen Antrag zur Genehmigung des neuen Verkehrsangebots im Rahmen der Experimentierklausel des PBefG eingereicht.

Bis zu 300 Fahrzeuge für den Osten der Stadt

Zunächst sollen ab Frühjahr 2018 etwa 50 Fahrzeuge von Mercedes-Benz im Einsatz sein. Je nach Nachfrage und Projektverlauf soll die Flotte auf 300 Fahrzeuge anwachsen. Die ersten 50 Fahrzeuge werden im Osten der Stadt unterwegs sein, etwa in den Stadtteilen Prenzlauer Berg, Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte. Die Bewohner dieser Stadtteile gelten als offen, für neue digitale Dienste. Außerdem liegen viele Clubs und Bars in den Bereichen. Sofern der BVG Smart Shuttle nachts unterwegs ist, werden Partygänger eine der größten Kundengruppe sein.

Später wird der Westen auch in den Genuss des Angebots kommen, falls das zweijährige Pilotprojekt erfolgreich verläuft. Die Partner geben sich also viel Zeit, um zu erörtern, ob der neue Dienst von Berlinerinnen und Berlinern angenommen wird.

Das neue Angebot der BVG setzt dabei auf virtuelle Haltestellen als Ergänzung zu den fixen BVG Stops. Fahrgäste können sich dann unkompliziert per App kurzfristig ein ÖPNV-Fahrzeug zu einem Zustiegspunkt rufen. Dabei werden verschiedene Fahrtwünsche gebündelt. Die Fahrten starten und enden an virtuellen Haltestellen und erfolgen gemeinsam mit anderen Fahrgästen. Dank der ausgeklügelten Algorithmen der Softwareexperten von Via berechnet das System hocheffizient in Echtzeit, welche Fahrten sich ohne nennenswerte Umwege bündeln lassen. Davon profitieren Umwelt, Anwohner und Fahrgäste gleichermaßen, denn es bedeutet weniger Verkehr auf Berlins Straßen und ermöglicht gleichzeitig attraktive Konditionen – eine neue Form des öffentlichen Nahverkehrs eben.

Die Ride-Pooling Lösung soll in Berlin in den bestehenden ÖPNV eingebunden werden. Ob der Dienst aus der bestehenden BVG App gerufen werden kann oder ob eine weitere App notwendig ist, ist noch nicht bekannt.

Günstiger als ein Taxi

Die Fahrpreise wurden noch nicht veröffentlicht, sollen aber zwischen dem ÖPNV Tarif und Taxi liegen. Der digitale Tarif besteht aus einem Grundpreis sowie einem entfernungsbasierten Zuschlag. Da der Nutzer Start und Endpunkt eingibt, kann das System gleich den Fahrpreis berechnen und in der App anzeigen. Dieser wird dem Fahrgast angezeigt und änder sich auch nicht mehr, wenn sich die Route auf Grund von weiteren Fahrgästen oder anderen Vorkommnissen anpasst. Bestellt eine Person für mehrere Fahrgäste gleichzeitig, so gibt es zudem noch einen Rabatt.

Teilweise mit Elektroantrieb

Die Flotte stellen die Fahrzeugexperten von Mercedes-Benz: Zum Einsatz kommen zunächst moderne Vans der Modelle Vito und V-Klasse (Euro 6) mit bis zu acht Sitzen sowie vollelektrische Mercedes B-Klassen vom Typ B250e mit vier Sitzen. Ab dem Sommer wird dann auch der neue, vollelektrische eVito Tourer zum weltweit ersten Mal als lokal emissionsfreier Personentransporter in Berlin zum Einsatz kommen. Im Straßenbild werden die Fahrzeuge ein wahrer Hingucker – prominent im bekannten BVG-Sitzmusterdesign beklebt und dazu mit großen, gelben BVG-Herzen sowie dem Logo von ViaVan versehen.

Stimmen zum Projekt

Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin:
„Mit dem geplanten Pilotprojekt geht Berlin neue Wege. Ich begrüße, dass die BVG damit eine zusätzliche Möglichkeit bietet, bequemer und umweltfreundlicher unterwegs zu sein. Zielgruppe sind Autofahrer und ÖPNV-Nutzer gleichermaßen: Autofahrer können für einzelne Fahrten auf den Rufbus umsteigen. ÖPNV-Nutzer können mit dem „Kleinbus auf Bestellung“ neue Möglichkeiten testen, mit mehr Komfort an ihr Ziel zu kommen. Das Projekt wird zeigen, wie die Berlinerinnen und Berliner das Angebot annehmen und nutzen. Mit dem Erprobungsbetrieb gewinnen wir wichtige Erfahrungswerte, ob und wie Ridesharing den Öffentlichen Personennahverkehr ergänzen kann.“

Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe in Berlin und Vorsitzende des BVG-Aufsichtsrats:
„Die Stadt wächst und damit auch das Verkehrsaufkommen. Wir wollen Mobilität für die Zukunft umweltfreundlicher, effizienter und smarter gestalten. Neben der Elektrifizierung der BVG-Flotten setzen wir auf innovative Mobilitätskonzepte, die die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs steigern und mehr Menschen den Umstieg erleichtern. Ich freue mich, dass die BVG hier mit starken Partnern einen wichtigen Schritt in die neue, vernetzte Mobilitätswelt geht und innovative Maßnahmen für eine moderne Stadt erprobt.“

Dr. Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende und Vorstand Betrieb der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG):
„Mit zehn U-Bahn-, 22 Straßenbahn-, über 150 Buslinien und sechs Fähren haben wir bereits jetzt ein erstklassiges Mobilitätsangebot mit unzähligen Kombinationsmöglichkeiten für unsere Fahrgäste. Gemeinsam mit ViaVan wollen wir jetzt noch einen Schritt weiter gehen und einen ganz individuellen ÖPNV „on-demand“ anbieten. Dabei bleibt dank Ridesharing eines wie gehabt: Wir bündeln Fahrten und sorgen damit für weniger Verkehr, weniger Lärm und weniger Emissionen in unserer Stadt – für ein grüneres, lebenswerteres Berlin.“

Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans, Daimler AG:
„Wir freuen uns sehr, dass wir in Berlin und der BVG ideale Partner für den Start für ViaVan in Deutschland gefunden haben. Der anspruchsvolle Verkehr in Berlin ist der perfekte Härtetest, um diese neue Form der Mobilität zu testen. Wir sind überzeugt, dass sich unser gemeinsamer Service schnell etablieren und zu einer perfekten Ergänzung des ÖPNV der Hauptstadt wird. Geteilte Mobilität in unseren Vans leistet einen erheblichen Beitrag zur Entlastung des städtischen Verkehrs und macht gleichzeitig nachhaltige Mobilität verfügbar.“

Dr. Henrik Haenecke, Vorstand Finanzen, Digitalisierung und Vertrieb der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG):
„Das Teilen einer Fahrt ist Teil unserer DNA. Mehrere Fahrgäste gemeinsam von Haltestelle zu Haltestelle zu fahren, ist für uns als Nahverkehrsunternehmen eine Kernkompetenz. Wir wollen diese Kompetenz nutzen, um Ridesharing per App als Teil des ÖPNV zu erproben. Wir werden gemeinsam mit ViaVan ein völlig neues Mobilitätsangebot in den Berliner ÖPNV integrieren. Wir wollen zeigen, dass ein öffentliches ÖPNV-Unternehmen gemeinsam mit einem Start-up neue Mobilitätsleistungen entwickeln kann.”

Chris Snyder, CEO, ViaVan:
„Die Technologie von Via definiert Mobilität auf der ganzen Welt neu. Wir freuen uns sehr, mit der BVG in Berlin an diesem mutigen neuen Projekt zur Einführung des ViaVan-Modells für dynamisch geroutete On-Demand-Fahrten im großen Stil zusammenzuarbeiten. Der neue Service ist eine perfekte Ergänzung zu herkömmlichen öffentlichen Verkehrsmitteln und bietet eine völlig neue Art, sich in der Stadt fortzubewegen.“

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)

Testbericht Coup Scooter Sharing, der zweite

Kurz nach dem Launch im vergangenen Jahr von Coup in Berlin wurde auf unserem Blog ein Erfahrungsbericht über die Anmeldung und die Customer Story bei dem Roller Sharing Dienst veröffentlicht. Jetzt folgt ein Update, nachdem der Scooter Dienst für fast ein Jahr regelmäßig genutzt wird.

Was ist seitdem passiert

Nachdem Coup im letzten Jahr gestartet ist hat sich einiges getan, vor allem seit dm Start in die neue Saison im April 2017. Die Flotte wurde in Berlin stark erweitert und der Lauch in Paris steht vor der Tür. Gleichzeitig wurde die App für Android veröffentlicht, am Anfang gab es nur eine Version für iOS. In Berlin wurden weitere GoGoro Elektroroller im Stadtgebiet verteilt. Die Roller machen einen hochwertigen Eindruck und garantieren einen hohen Fahrspass.

Probleme mit der App

Durch das schnelle Wachstum sieht es für den Nutzer so aus, dass die technische Infrastruktur nicht schnell genug mitgekommen ist. In letzter Zeit häufen sich die Probleme mit der App. Auf der einen Seite ist das User Interface noch nicht ausgereift, bevor die aktuelle Buchung angezeigt wird, fordert die App den Nutzer grundsätzlich dazu auf, einen Roller zu reservieren. Erst nach ein paar Sekunden warten wechselt die Ansicht zu dem gebuchten Roller.

Coup Roller nicht zu finden

Über die App lassen sich Roller anmieten, die aber weit und breit nicht zubinden sind. Entweder hat die Roller jemand so gut versteckt oder das System hat zwei Buchungen mit dem gleichen Roller zugelassen und der andere war schneller.

Fahrten lassen sich nicht beenden

Recht häufig passiert es, dass sich Fahrten nicht beenden lassen oder nur mit Fehlermeldung. Die App zeigt dann nicht die aktuelle Buchung an, die beendet werden soll, sondern freie Fahrzeuge in der Umgebung, die frei sind. Die Fahrzeuge können aber nicht gebucht werden, da schon eine aktive Buchung vorhanden ist. Eine andere Alternative ist, dass die Buchung mit Fehler beendet wird und der Roller danach nicht mehr gebucht werden kann.

Lokalisierung über die App problematisch

Die Coup iOS App ist bei der Lokalisierung häufig ungenau, Abweichungen von mehreren hundert Metern passieren häufiger bei der Buchung. Auch die Abweichungen beim auf- und abschließen der Roller kosten Zeit und Nerven. Häufig dauert es länger, bis der Abgleich von Bluetooth und GPS Daten stattgefunden hat. Auf Grund der Nutzung von Bluetooth soll die Palette an nutzbaren Android-Geräten sehr dünn sein. Viele sollen das benötigte Bluetooth Protokoll nicht unterstützten.

Fazit: Der Fahrspaß mit den Rollern ist weiterhin sehr hoch nur die Summe der kleinen Probleme kosten Nerven. Bis diese behoben sind, wird Coup kein Mobilitätsalternative sein, auf die man sich verlassen kann. Ein Kundenservice soll auch existieren, unter der angegebenen Nummer war bisher aber an unterschiedlichen Tagen und zu unterschiedlichen Uhrzeiten keiner erreichbar.

BVG plant einen Ride Sharing Dienst in Berlin

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen sich in neue Bereiche vorwagen und einen Ride Sharing Service aufbauen. Der Shuttle Service wäre interessant, um mehr Passagiere in die U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen zu bringen.

Intelligenter Shuttle Dienst bei der BVG geplant 

Vorgestellt werden soll das Projekt noch vor der Sommerpause in diesem Jahr. Eingeführt werden soll ein intelligenter Shuttle Dienst, bei dem sich mehrere Passagiere, die auf einer ähnlichen Route unterwegs sind, ein Fahrzeug teilen. Sitzplätze können einzeln über eine entsprechende Smartphone App gebucht werden, die Bezahlung erfolgt über die hinterlegten Bezahlmethoden.

Gespräche mit mehreren Anbietern

Um den Dienst zu realisieren, spricht die BVG mit mehreren Anbietern. Auch mit Uber wurde gesprochen, auf Grund der Vorgeschichte von Uber in Berlin wurden die Gespräche aber wieder eingestellt. Als Favorite bei der BVG soll im Moment Mercedes-Benz gehandelt werden. Das ist etwas verwunderlich, da zwar Mercedes-Benz die Fahrzeuge stellen könnte, aber nicht über die technischen Komponenten verfügt, um den Dienst umzusetzen. Die von der Mercedes-Benz Mutter Daimler betriebenen Services, wie MyTaxi oder Hailo sind für die Vermittlung von Einzelfahrten ausgelegt und nicht für das Pooling.

Rahmenbedingungen noch nicht definiert

Der Fahrpreis für den Shuttle Dienst steht noch nicht fest. Ebenso ist unklar, ob der Service in den bestehenden BVG Tickets integriert ist oder extra bezahlt werden muss. Die BVG plant den Einsatz von einem größeren Fahrzeugpool (mehrere Dutzend), um den Service Flächendeckend anbieten zu können. Offen ist auch, wie die Taxifahrer auf den Dienst reagieren werden, sie dürften einiges dagegen haben.

Mit einem ähnlichen Konzept sind in Berlin schon die Mobilitätsdienste Clever Shuttle und Allygator Shuttle unterwegs. Allygator Shuttle befördert Fahrgäste im Moment nur in den Abend- und Nachtstunden am Wochenende. Clever Shuttle hat auch einen Service unter der Woche, da aber auch nur am Abend. Um diesen Diesen einen nachhaltigen Durchbruch zu verschaffen, muss auch der gesetzliche Rahmen angepasst werden. Ein dynamischer Shuttle Service unter kommerziellen Gesichtspunkten ist bisher nicht möglich. Allygator erhebt einen minimalen Fahrpreis, der unterhalb der Betriebskostengrenze liegt. Clever Shuttle hat mittlerweile eine Sondergenehmigung in 5 Städten. Die Kosten für eine Fahrt mit CleverShuttle berechnen sich anhand einer gestaffelten Kilometerpauschale, die sich am lokalen Taxipreis orientiert (eine Fahrt mit CleverShuttle ist immer mindestens 40% günstiger als ein Taxi).

Studien zeigen Vorzüge von Shuttle Diensten auf

Mehrere Studien gehen davon aus, dass sich durch den Einsatz intelligenter Shuttle Dienste das Aufkommen an Einzelfahrten und somit das Fahrzeugaufkommen in den Städten drastisch reduzieren lassen. Deshalb steigt das Interesse der Städte, einen entsprechenden Service einzuführen, um die Lebensqualität in den Innenstädten zu erhöhen.

In einer ersten Version wurde berichtet, dass sich sowohl Allygator als auch Clever Shuttle unterhalb der Betriebskostengrenze bewegen müssen. Der Text wurde berichtigt.

Bild: Hannes Eisenach (bestimmte Rechte vorbehalten)

Autonome Shuttle werden in Berlin, Leipzig und Las Vegas getestet

In unterschiedlichen Projekten werden autonome Shuttle Busse im Stadtverkehr eingesetzt. Sowohl in Berlin auch als in Las Vegas werden die Fahrzeuge der Zukunft getestet. Kleine Shuttle ohne Fahrer, die sich dynamisch der Nachfrage anpassen, werden von Städten als attraktive Ergänzung zum bestehenden öffentlichen Nahverkehr gesehen. Autonome Fahrzeuge werden den Mobilitätsmarkt stark verändern. Kunden können damit das öffentliche Verkehrsangebot genau auf ihre Bedürfnisse anpassen und genau dann nutzen, wenn sie das Angebot brauchen.

Test jezt – Start im Sommer

In Las Vegas kommen Fahrzeuge des französischen Anbieters Navya zum Einsatz. Der Test ist für einen Zeitraum von zwei Wochen geplant. Die Stadt Las Vegas geht aber davon aus, dass die Shuttle ab Sommer dauerhaft eingesetzt werden können. Ermöglicht wurde der Test durch eine enge Kooperation der Stadtverwaltung von Las Vegas, dem französischen Konzern Keolis und dem Startup Navya. Ziel ist es, de Service für die Kunden dauerhaft kostenlos anzubieten. Die Kosten sollen über Werbeeinnahmen finanziert werden. Der Service der Firma Navya soll der Stadtverwaltung angeblich 10.000 US$ pro Monat kosten.

Autonome Shuttle für bis zu 12 Personen

Die Fahrzeuge sind für bis zu 12 Personen ausgewählt und können sich mit bis zu 45 km/h in der Stadt fortbewegen. Während der Testphase, die für die Nutzer kostenlos ist, fahren die Autos maximal mit einer Geschwindigkeit von etwa 20 km/h durch die Straßen. Das Testgebiet ist sehr klein und beschränkt sich auf einen kurzen Straßenabschnitt in der Innenstadt von Las Vegas.

Deutsche Bahn testet in Berlin

In Berlin wir ein autonomer Buslinienbetrieb auf dem EUREF-Campus in Schöneberg getestet. Hinter dem Test stehen die Deutsche Bahn und das InnoZ. Das InnoZ ist ein Innovationszentrum zu dessen Gesellschafterkreis neben der Deutschen Bahn auch unter anderem Siemens und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt gehören. Das Pilotprojekt ist für sechs Monate angesetzt. Zum Einsatz kommen in Berlin Fahrzeuge des Startups Local Motors aus den USA. Seit einigen Wochen läuft ein ähnlicher Test in Leipzig auf dem Gelände von DB Schenker mit einem Fahrzeug der Firma EasyMile. Die Olli Fahrzeuge des Startups Local Motors werden rein elektrisch angetrieben und lassen sich über eine App steuern.

Im Gegensatz zu Las Vegas werden die autonome Shuttle in Berlin nicht auf öffentlichen Straßen getestet, sondern auf dem abgeschlossenen Betriebs- bzw. Campusgelände. Bei Schenker in Leipzig können die Mitarbeiter den autonomen Shuttle nutzen. Auf dem EUREF-Campus steht der Shuttle den Mitarbeiter und Besuchern zur Verfügung. Durch die Tests sollen Fahrzeugtechnik und Betrieb unter möglichst realen Bedingungen getestet sowie Kundenfeedback eingeholt werden. Für die Deutsche bahn ist autonomes Fahren Teil der Digitalisierungstrategie, die in drei Feldern unterteilt wird: An der Kundenschnittstelle, bei allen unterstützenden internen Prozessen sowie mit der Entwicklung neuer datenbasierter Geschäftsmodelle. Dafür investiert das Unternehmen bis 2018 rund eine Milliarde Euro und hält zusätzlich 50 Millionen Euro zur Startup-Förderung bereit.

Mit einer ähnlichen Teststrategie versucht es übrigens auch das Startup nuTonomy aus den USA. Die autonomen Taxi-Fahrzeuge werden ebenfalls in Gebieten mit weniger Verkehr getestet, um erste Daten über die Fahrzeugtechnik und das Fahrverhalten zu generieren. In Boston testet nuTonomy zum Beispiel auf den Straßen eines Industriegebiets.

Bild: Local Motors (alle Rechte vorbehalten)

UberX Berlin: Ein Erfahrungsbericht

Das amerikanische Unternehmen Uber hat vor ein paar Wochen den Fahrservice UberX in Berlin gestartet. In den letzten Wochen war es sehr schwer ein UberX Fahrzeug zu erwischen, nach etlichen Versuchen hat es am vergangenen Mittwoch geklappt. In einem kurzen Beitrag möchte ich meine Erfahrung schildern.


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Die bisherige Geschichte von Uber

Uber hat in den letzten Jahren mehrere Rückschläge in Deutschland einstecken müssen. Zuerst wurde im Jahr 2013 der Service UberBlack gestartet, der im Vergleich zu anderen Städten langsam gewachsen ist. Nachdem Wundercar mit einem Mitfahrservice mit privaten Fahrern gestartet ist, ist Uber mit einem vergleichbaren Angebot unter dem Namen UberPOP gestartet. Wir haben damals als erstes darüber berichtet. Im Zuge einer deutschlandweiten Klage konnten UberPOP nicht mehr zu ursprünglichen Konditionen angeboten werden.

Nach kurzer Zeit wurde der UberPOP Service wieder eingestellt, da ein Fahrpreis von 35 ct. pro Kilometer nicht wirtschaftlich ist. In Berlin musste der UberBlack Service ebenfalls eingestellt werden, da ein Gericht festgestellt hat, dass der Service gegen die Rückkehrpflicht verstoßen hat. Um weiterhin in Berlin aktiv sein zu können, wurde der UberTaxi gestartet. Wie der Name schon sagt, sind bei UberTaxi normale Taxis unterwegs. Laut Uber wurde seit dem Verbot von UberBlack einiges unternommen, um mit UberX nicht gegen das Personenbeförderungsgesetz zu verstoßen.

Subunternehmer

Um UberX anbieten zu können, hat sich Uber mit dem Unternehmen MyChauffeur zusammengetan. MyChauffeur ist ein bekannter Player im Berliner Taximarkt. Der Eigentümer von MyChauffeur betreibt unter anderen Namen eine Taxi-Schule, einen eigenen Taxi-Betriebt und mehr. Uber vermittelt alle Fahrten an MyChauffeur, um somit als reiner Vermittler auftreten zu können. MyChauffeur ist dafür verantwortlich, dass die Aufträge Gesetzes-konform ausgeführt werden.

Sub-Subunternehmer

Mein UberX-Fahrer war nicht direkt bei MyChauffeur angestellt sondern ein selbstständiger Unternehmer. Er erhält von MyChauffeur die Aufträge und führt sie durch. Laut seiner Aussage hat er mit Uber direkt keinen Kontakt. Geld verdienen kann man mit UberX laut seiner Aussage nicht. Er Fährt am Ende des Tages für Uber, um seinen Umsatz, den er hauptsächlich mit MyDriver macht, aufzubessern. MyChauffeur hat anscheinend 150 neue E-Klassen angeschafft, setzt diese aber im Moment lieber bei Blacklane und MyDriver ein, da bei diesen Plattformen der Umsatz höher ist. Der Betriebssitz von MyChauffeur befindet sich in der Chausseestrasse, alle Fahrzeuge, die von dort starten, dürften dem Unternehmen direkt zugeordnet werden.

Ablauf der UberX Fahrtvergabe

Um die Vermittlung der Fahrten Gesetzes-konform abzubilden, erhält der Unternehmen eine Email an den Betriebssitz geschickt. Der Fahrauftrag muss laut Gesetz schriftlich im Betriebssitz eingehen. In der Email befindet sich ein Link, über den der Unternehmer die Fahrt annehmen muss. Erst dann ist die Fahrt in der App angenommen und dem Fahrgast wird angezeigt, dass der Fahrer die Fahrt angenommen hat und auf dem Weg ist.  Der Kunde bekommt das zu spüren, in dem es länger dauert, bis die Fahrt in der Kunden-App als angenommen erscheint.

In meinem Fall hat der Sohn des Fahrers im Büro gearbeitet, die Fahrt via Email angenommen und dem Fahrer per SMS die Daten übermittelt. Danach hat sich der Fahrer auf den Weg zu mir gemacht und mich abgeholt. Nachdem der Fahrer mich abgesetzt hatte, hat er sich aus der Fahrer-App abgemeldet, mit der Begründung dass er erst wieder zu seinem Betriebssitz fahren muss. Er meinte aber auch, dass ich ein paar Minuten warten müsse, dann könnte ich ihn wieder buchen.

Mir ist nicht ganz klar, wie vermieden werden soll, dass ein Fahrer im Auto auf den Bestätigungs-Link in der Email klickt um danach den Fahrgast zu transportieren. Das würde das Personenbeförderungsgesetz umgehen, das sagt, dass ein Auftrag schriftlich im Betriebssitz eingehen muss.

Fazit

MyChauffeur leitet Aufträge auch an Subunternehmen weiter. Für Uber könnte es in diesem Setup schwierig sein, die Qualität zu halten, da ein Durchgreifen über mehrere Ebenen schwierig ist. Für MyChauffeur und die angeschlossenen Unternehmer wird es bei den Preisen schwierig sein, ein profitables Geschäft aufzubauen, da immer wieder zum Betriebssitz gefahren werden muss. Die Verfügbarkeit muss besser und die Anfahrtswege müssen kürzer werden, um eine attraktive Alternative zum Taxi aufzubauen.

Der Fahrer war sehr freundlich und aufgeschlossen, das Fahrzeug eine saubere E-Klasse älteren Baujahres (W211). Wenn Uber meinen Account wieder freigibt und die Verfügbarkeit besser wird, werde ich UberX auf jeden Fall häufiger nutzen.

Bild: nakhon100 / flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

Die scheinheiligen Taxifahrer – Beanstandete Fahrzeuge, Drogen und Steuerhinterziehung

Die Debatte um neue Ridesharing-Dienste, wie Uber, Wundercar und co. wurde von von der Taxiindustrie angestoßen. Ohne die erreichte einstweilige Verfügung, die aber nicht vollstreckt wurde und ohne den europaweiten Taxiprotest wäre das Thema bei der breiten Bevölkerung mehr oder weniger unbekannt.

Die Taxiindustrie bekräftigt in ihren Argumenten immer wieder, dass eine Taxifahrt sicherer sei, da die Autos jährlich kontrolliert werden und die Taxifahrer einen Überprüfungsprozess durchlaufen. Des weiteren werfen sie den Fahrern der Ridesharing-Dienste Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung vor.

Es mag sein, dass für Taxis, Taxifahrer und Taxiunternehmer  eine Reihe von Regeln gelten, die Fahrgäste schützen und die Zuverlässigkeit der Dienstleistung garantieren sollen. Häufig werden die Regeln aber umgangen, wie im folgenden verdeutlicht werden. Daneben gibt es einige Vorteile für Taxifahrer und Taxiunternehmer, die den Wettbewerb verziehen.

Schwarzarbeit bei Taxifahrern

Durch meine eigene Tätigkeit für Transport Networks wie Uber und Blacklane weiß ich, dass es genügend Taxifahrer in Berlin gibt, die über keinen Personenbeförderungsschein verfügen. Viele Taxifahrer, mit denen ich mich seit Anfang 2013 unterhalten habe, geben auch offen zu, dass sie die meisten Umsätze am Finanzamt vorbei führen und keine Steuern zahlen. Ein Modell ist z.B., dass ein Fahrer offiziell 800 – 1000 € im Monat bekommt und das 2-3 fache dann noch mal schwarz ausbezahlt wird. So werden Steuern hinterzogen und bei den Sozialabgaben betrogen. Ein anderes Modell ist, dass nur so viel offiziell ausgezahlt wird, dass die Sozialbehörden eine weitere Unterstützung zuschießen.

Bei einer Taxikontrolle im letzten August am Flughafen Tegel war der Warteplatz, auf dem sonst häufig mehrere hundert Taxis warten, innerhalb von Minuten leer. Nach dem die Taxifahrer von der bevorstehenden Kontrolle erfahren hatten, haben sie fluchtartig den Flughafen verlassen. Diese Verhalten der Taxifahrer legt nahe, dass der Großteil der Taxifahrer und Unternehmer etwas zu verbergen hat.  Boto Töpfer vom Taxiverband Berlin-Brandenburg e.V. schätzt sogar, dass 70 Prozent der Taxifahrer in irgendeiner Form betrügen, das sie wie oben keine Steuern abführen oder Sozialabgaben kürzen.

Taxifahrer auf Drogen in Hamburg

In Hamburg wurde in den letzten Tagen von der Polizei eine Taxikontrolle durchgeführt. Von 40 Fahrzeugen wurden 20% beanstandet, fast 50% von den beanstandeten Fahrzeugen wurde auf Grund von technischen Mängeln sofort stillgelegt. Ein Fahrer mit Fahrgästen an Board hat sogar Ausfallerscheinungen gezeigt, ein Drogentest ist positiv ausgefallen.

Die Verkehrsuntersuchung in Hamburg zeigt also, dass die bestehenden Gesetze nicht viel bringen. Wäre so ein Ergebnis bei der Überprüfung von Wundercar oder Uber Fahrer zustande gekommen, wäre der Aufschrei in den Medien wahrscheinlich wieder entsprechend groß.

Geschäft mit dem Personenbeförderungsschein

In Berlin gibt es einige Taxischulen, die meistens auch einen angeschlossenen Taxi-Betrieb haben, die gute Geschäfte dank der Unterstützung der Arbeitsagenturen machen. Einige zukünftige Taxifahrer lassen sich ihren Personenbeförderungsschein inklusive Schulung über einen Bildungsgutschein finanzieren. Für die Schulung und die Prüfung fallen schon mal gerne Gebühren von 2-3.000 € an. Wenn die Taxischule auch dafür sorgt, dass der bereits geförderte Neu-Taxifahrer noch eine Anstellung als Taxifahrer erhält, fließt weitere finanzielle Unterstützung. Es ist also nicht verwunderlich, dass einige Taxiunternehmer ein Interesse daran haben, dass jeder Fahrer über einen Personenbeförderungsschein verfügt, da sich damit gute Geschäfte machen lassen.

Wettbewerbsverzug durch 12% weniger Mehrwertsteuer

Für Taxifahrer gilt der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7%, Mietwagen-Unternehmer und Ridesharing Dienste müssen den vollen Satz von 19% bezahlen. Aufs Jahr hochgerechnet ergibt das einen Vorteil für die Taxifahrer von mehreren tausend Euro.

Wettbewerbsverzug durch Rückkehrpflicht

Sofern Mietwagenunternehmer, also Chauffeure, keinen schon vor Abfahrt aus dem Betriebssitz festgelegten Auftrag haben, müssen sie zu ihrem Betriebssitz zurück kehren und schriftlich auf den nächsten Auftrag warten. Diese Regelung ist aus ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten sinnlos und begünstigt ganz klar die Taxiindustrie.

Die Liste über die Wettbewerbsvorteile der Taxifahrer und die Verstöße der Taxifahrer lässt sich beliebig erweitern. Die Taxiindustrie ist aber bei weitem nicht so sauber, wie in den letzten Wochen immer im Kampf gegen die neuen Anbieter betont wurde.

Photo: Name: Taxi by night von Gary Tube Lizenz: CC BY-SA 2.0

UberPOP Fahrer erhalten 15€ pro Stunde, Wundercar Fahrer bekamen sogar 16.50 € pro Stunde

In Berlin erhalten die Fahrer von UberPOP anscheinend einen fixen Betrag von 15.00 € pro Stunde, um eine Verfügbarkeit zu gewährleisten. Ein UberPOP Fahrer, der anonym bleiben möchte, hat erzählt, dass Uber Berlin die Fahrer mit einem fixen Gehalt lockt und im Moment noch wenig zu tun. Den Fahrern wird laut der anonymen Quelle auch nicht mitgeteilt, dass sie sich gewerblich anmelden müssen und Steuern abführen müssen.

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UPDATE: Wundercar hat den Fahrern am Anfang 16.50 € netto pro Stunde bezahlt, damit sie in Berlin aktiv im Stadtgebiet unterwegs sind und sich bereit halten. Damit war Wundercar lukrativer als UberPop. Nach dem Verbot in Hamburg und der Umstellung auf 35 ct. Trinkgeld pro Kilometer, wurde diese Praxis eingestellt.


Mal sehen, wie lange es dauert, bis einige Ärger mit dem Finanzamt bekommen, da ja alle Bezahlvorgänge dokumentiert sind und die Fahrer auch die 19% Mehrwertsteuer von den Fahrten abführen müssten, die Uber wahrscheinlich wie bei Uber Black an die Fahrer überweist.


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Viele Fahrzeuge, die bei UberPOP unterwegs sind, sind wahrscheinlich schon abbezahlt und die Versicherung ist auch nicht so hoch, wie bei den konzessionierten Mietwägen. Kosten für Benzin und sonstige Ausgaben halten sich auch in Grenzen. Insgesamt ist von Kosten um die 3-4 € pro Stunde auszugehen, so werden die Fahrer im Moment 11-12 € netto pro Stunde verdienen.

Interessant wird es, wie viele Fahrer übrig bleiben, wenn Uber von der stündlichen Bezahlung Abstand nimmt und die Fahrer ihr Geld durch absolvierte Fahrten verdienen müssen. Da die Fahrer netto nur ca. 64% vom Brutto Fahrpreis in der Tasche haben, nachdem die 19% Mehrwertsteuer und 20% Uber Anteil abgezogen wurden, müssen sie auf einen Umsatz von ca. 24 € pro Stunde kommen.

Schätzen wir mal, dass eine durchschnittliche UberPOP Tour in Berlin ca. 7 km lang ist und 20 Minuten dauern wird (reine Fahrzeit mit Fahrgast, ohne An- und Abfahrt), dann kämen wir auf einen Fahrpreis von ca. 15 €. Die Fahrer müssten also im Schnitt mehr als 1,5 Touren pro Stunde absolvieren, um auf den gleichen Verdienst zu kommen. Das 1,5 Touren/Stunde und Fahrer im Schnitt absolviert werden, scheint unrealistisch, gerade unter der Woche, wenn wenig los ist.

Bei der Konkurrenz von Wundercar müssen noch mehr Fahrten pro Stunde absolviert werden, um durch Trinkgeld auf einen ähnlichen Verdienst zu kommen. Bei meinen Wundercar-Fahrten war das vorgeschlagene  Trinkgeld ca. bei 1 € pro Kilometer, eine Zeitkomponente scheint es nicht zu geben. Für eine Tour von 7 km würde ein Wundercar-Fahrer um die 5,6 € Trinkgeld erhalten, um auf 15 € pro Stunde zu kommen, müssten also ca. 2,7 Fahrten pro Stunde absolviert werden.

Für die Peer2Peer Fahrer ist UberPOP im Moment also die lukrativere Alternative im Vergleich zu Wundercar. Es ist auch davon auszugehen, dass die Anzahl der verfügbaren Fahrzeuge bei Uber schnell sinken wird, sobald Uber das Bezahl-Modell der Fahrer umstellt. Bis es soweit ist, werden einige Fahrer das Modell ausnutzen und sich über die gute Entlohnung freuen, solange sie daheim auf der Couch sitzen und auf eine Fahrt warten, wenn sie denn günstig wohnen. 😉

Interessant wäre auch zu wissen, ob die UberBlack Fahrer nun auch stündlich gebucht und bezahlt werden und nicht nach Fahrten, um eventuellen Problemen, die die einstweilige Verfügung nach sich zieht, zu umgehen.

Der anonyme Tipgeber ist übrigens auch im Besitz eins Personenbeförderungsscheins und als Taxifahrer unterwegs, es gibt also auch Taxifahrer, die Uber Berlin nutzen, um ihren Lebensunterhalt mit UberPOP aufzustocken.  Das ist auch nicht verwunderlich, da die 11-12€ netto wahrscheinlich weit mehr sind, als sie im Taxi verdienen.

Carsharing Startup Drivy erhält 6 Mio. € von namenhaften Investoren

Das französische Startup Drivy erhält einen hohen einstelligen Millionenbetrag für die weitere Expansion. Anfang des Jahres hat Gründerszene darüber berichtet, dass Drivy bald in Deutschland startet und somit Tamyca, Autonetzer und co. Konkurrenz macht.

Die Finanzierung in Höhe von 6 Mio. € (8.3 Mio. US$) stammt von Index Ventures und Alven Capital, beide Firmen haben bereits 2 Mio. € in einer früheren Runde investiert.

Bei Drivy kann jeder sein Fahrzeug zur Vermietung einstellen und jeder, der sich registriert, kann über die App und die Website ein Fahrzeug mieten und das günstiger, als bei Unternehmen, wie Sixt, Europcar usw. Bei Drivy zahlt man weniger und erhält aber trotzdem die gleiche Versicherung, wie bei den eingesessenen Autovermietern.

Die aktuellen Finanzierungsrunde wird dafür verwendet, international zu expandieren. Zu erst ist wie berichtet, Deutschland und Spanien angesteuert, danach werden andere Länder folgen, wie England, Italien, Niederlande und Belgien. Im Moment arbeiten ca. 20 Leute für Drivy, weitere werden bald folgen.

Drivy hat ca. 250.000 registrierte Nutzer und 16.000 Fahrzeuge sind auf der Plattform verfügbar. Laut dem Gründer Paulin Dementhon werden pro Wochenende ca. 1.500 Fahrzeuge in Frankreich ausgeliehen, das monatliche Wachstum bei Buchungen liegt bei 20%. Drivy scheint sich gut zu entwickeln, mal sehen, wie sie sich in Deutschland schlagen, denn hier tun sich lokale Anbieter wie Autonetzer und Tamyca.  Autnetzer hat laut Pressemitteilung vom Januar diesen Jahres 35.000 Nutzer und 4.500 Fahrzeuge und damit deutlich weniger als Drivy. In Deutschland ist vor allem die Konkurrenz durch Corporate-Carsharing-Unternehmen, wie Drive Now und Car2Go stark, die direkt von BMW und Daimler unterstützt werden.