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Autonome Shuttle werden in Berlin, Leipzig und Las Vegas getestet

In unterschiedlichen Projekten werden autonome Shuttle Busse im Stadtverkehr eingesetzt. Sowohl in Berlin auch als in Las Vegas werden die Fahrzeuge der Zukunft getestet. Kleine Shuttle ohne Fahrer, die sich dynamisch der Nachfrage anpassen, werden von Städten als attraktive Ergänzung zum bestehenden öffentlichen Nahverkehr gesehen. Autonome Fahrzeuge werden den Mobilitätsmarkt stark verändern. Kunden können damit das öffentliche Verkehrsangebot genau auf ihre Bedürfnisse anpassen und genau dann nutzen, wenn sie das Angebot brauchen.

Test jezt – Start im Sommer

In Las Vegas kommen Fahrzeuge des französischen Anbieters Navya zum Einsatz. Der Test ist für einen Zeitraum von zwei Wochen geplant. Die Stadt Las Vegas geht aber davon aus, dass die Shuttle ab Sommer dauerhaft eingesetzt werden können. Ermöglicht wurde der Test durch eine enge Kooperation der Stadtverwaltung von Las Vegas, dem französischen Konzern Keolis und dem Startup Navya. Ziel ist es, de Service für die Kunden dauerhaft kostenlos anzubieten. Die Kosten sollen über Werbeeinnahmen finanziert werden. Der Service der Firma Navya soll der Stadtverwaltung angeblich 10.000 US$ pro Monat kosten.

Autonome Shuttle für bis zu 12 Personen

Die Fahrzeuge sind für bis zu 12 Personen ausgewählt und können sich mit bis zu 45 km/h in der Stadt fortbewegen. Während der Testphase, die für die Nutzer kostenlos ist, fahren die Autos maximal mit einer Geschwindigkeit von etwa 20 km/h durch die Straßen. Das Testgebiet ist sehr klein und beschränkt sich auf einen kurzen Straßenabschnitt in der Innenstadt von Las Vegas.

Deutsche Bahn testet in Berlin

In Berlin wir ein autonomer Buslinienbetrieb auf dem EUREF-Campus in Schöneberg getestet. Hinter dem Test stehen die Deutsche Bahn und das InnoZ. Das InnoZ ist ein Innovationszentrum zu dessen Gesellschafterkreis neben der Deutschen Bahn auch unter anderem Siemens und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt gehören. Das Pilotprojekt ist für sechs Monate angesetzt. Zum Einsatz kommen in Berlin Fahrzeuge des Startups Local Motors aus den USA. Seit einigen Wochen läuft ein ähnlicher Test in Leipzig auf dem Gelände von DB Schenker mit einem Fahrzeug der Firma EasyMile. Die Olli Fahrzeuge des Startups Local Motors werden rein elektrisch angetrieben und lassen sich über eine App steuern.

Im Gegensatz zu Las Vegas werden die autonome Shuttle in Berlin nicht auf öffentlichen Straßen getestet, sondern auf dem abgeschlossenen Betriebs- bzw. Campusgelände. Bei Schenker in Leipzig können die Mitarbeiter den autonomen Shuttle nutzen. Auf dem EUREF-Campus steht der Shuttle den Mitarbeiter und Besuchern zur Verfügung. Durch die Tests sollen Fahrzeugtechnik und Betrieb unter möglichst realen Bedingungen getestet sowie Kundenfeedback eingeholt werden. Für die Deutsche bahn ist autonomes Fahren Teil der Digitalisierungstrategie, die in drei Feldern unterteilt wird: An der Kundenschnittstelle, bei allen unterstützenden internen Prozessen sowie mit der Entwicklung neuer datenbasierter Geschäftsmodelle. Dafür investiert das Unternehmen bis 2018 rund eine Milliarde Euro und hält zusätzlich 50 Millionen Euro zur Startup-Förderung bereit.

Mit einer ähnlichen Teststrategie versucht es übrigens auch das Startup nuTonomy aus den USA. Die autonomen Taxi-Fahrzeuge werden ebenfalls in Gebieten mit weniger Verkehr getestet, um erste Daten über die Fahrzeugtechnik und das Fahrverhalten zu generieren. In Boston testet nuTonomy zum Beispiel auf den Straßen eines Industriegebiets.

Bild: Local Motors (alle Rechte vorbehalten)

UberX Berlin: Ein Erfahrungsbericht

Das amerikanische Unternehmen Uber hat vor ein paar Wochen den Fahrservice UberX in Berlin gestartet. In den letzten Wochen war es sehr schwer ein UberX Fahrzeug zu erwischen, nach etlichen Versuchen hat es am vergangenen Mittwoch geklappt. In einem kurzen Beitrag möchte ich meine Erfahrung schildern.

Die bisherige Geschichte von Uber

Uber hat in den letzten Jahren mehrere Rückschläge in Deutschland einstecken müssen. Zuerst wurde im Jahr 2013 der Service UberBlack gestartet, der im Vergleich zu anderen Städten langsam gewachsen ist. Nachdem Wundercar mit einem Mitfahrservice mit privaten Fahrern gestartet ist, ist Uber mit einem vergleichbaren Angebot unter dem Namen UberPOP gestartet. Wir haben damals als erstes darüber berichtet. Im Zuge einer deutschlandweiten Klage konnten UberPOP nicht mehr zu ursprünglichen Konditionen angeboten werden.

Nach kurzer Zeit wurde der UberPOP Service wieder eingestellt, da ein Fahrpreis von 35 ct. pro Kilometer nicht wirtschaftlich ist. In Berlin musste der UberBlack Service ebenfalls eingestellt werden, da ein Gericht festgestellt hat, dass der Service gegen die Rückkehrpflicht verstoßen hat. Um weiterhin in Berlin aktiv sein zu können, wurde der UberTaxi gestartet. Wie der Name schon sagt, sind bei UberTaxi normale Taxis unterwegs. Laut Uber wurde seit dem Verbot von UberBlack einiges unternommen, um mit UberX nicht gegen das Personenbeförderungsgesetz zu verstoßen.

Subunternehmer

Um UberX anbieten zu können, hat sich Uber mit dem Unternehmen MyChauffeur zusammengetan. MyChauffeur ist ein bekannter Player im Berliner Taximarkt. Der Eigentümer von MyChauffeur betreibt unter anderen Namen eine Taxi-Schule, einen eigenen Taxi-Betriebt und mehr. Uber vermittelt alle Fahrten an MyChauffeur, um somit als reiner Vermittler auftreten zu können. MyChauffeur ist dafür verantwortlich, dass die Aufträge Gesetzes-konform ausgeführt werden.

Sub-Subunternehmer

Mein UberX-Fahrer war nicht direkt bei MyChauffeur angestellt sondern ein selbstständiger Unternehmer. Er erhält von MyChauffeur die Aufträge und führt sie durch. Laut seiner Aussage hat er mit Uber direkt keinen Kontakt. Geld verdienen kann man mit UberX laut seiner Aussage nicht. Er Fährt am Ende des Tages für Uber, um seinen Umsatz, den er hauptsächlich mit MyDriver macht, aufzubessern. MyChauffeur hat anscheinend 150 neue E-Klassen angeschafft, setzt diese aber im Moment lieber bei Blacklane und MyDriver ein, da bei diesen Plattformen der Umsatz höher ist. Der Betriebssitz von MyChauffeur befindet sich in der Chausseestrasse, alle Fahrzeuge, die von dort starten, dürften dem Unternehmen direkt zugeordnet werden.

Ablauf der UberX Fahrtvergabe

Um die Vermittlung der Fahrten Gesetzes-konform abzubilden, erhält der Unternehmen eine Email an den Betriebssitz geschickt. Der Fahrauftrag muss laut Gesetz schriftlich im Betriebssitz eingehen. In der Email befindet sich ein Link, über den der Unternehmer die Fahrt annehmen muss. Erst dann ist die Fahrt in der App angenommen und dem Fahrgast wird angezeigt, dass der Fahrer die Fahrt angenommen hat und auf dem Weg ist.  Der Kunde bekommt das zu spüren, in dem es länger dauert, bis die Fahrt in der Kunden-App als angenommen erscheint.

In meinem Fall hat der Sohn des Fahrers im Büro gearbeitet, die Fahrt via Email angenommen und dem Fahrer per SMS die Daten übermittelt. Danach hat sich der Fahrer auf den Weg zu mir gemacht und mich abgeholt. Nachdem der Fahrer mich abgesetzt hatte, hat er sich aus der Fahrer-App abgemeldet, mit der Begründung dass er erst wieder zu seinem Betriebssitz fahren muss. Er meinte aber auch, dass ich ein paar Minuten warten müsse, dann könnte ich ihn wieder buchen.

Mir ist nicht ganz klar, wie vermieden werden soll, dass ein Fahrer im Auto auf den Bestätigungs-Link in der Email klickt um danach den Fahrgast zu transportieren. Das würde das Personenbeförderungsgesetz umgehen, das sagt, dass ein Auftrag schriftlich im Betriebssitz eingehen muss.

Fazit

MyChauffeur leitet Aufträge auch an Subunternehmen weiter. Für Uber könnte es in diesem Setup schwierig sein, die Qualität zu halten, da ein Durchgreifen über mehrere Ebenen schwierig ist. Für MyChauffeur und die angeschlossenen Unternehmer wird es bei den Preisen schwierig sein, ein profitables Geschäft aufzubauen, da immer wieder zum Betriebssitz gefahren werden muss. Die Verfügbarkeit muss besser und die Anfahrtswege müssen kürzer werden, um eine attraktive Alternative zum Taxi aufzubauen.

Der Fahrer war sehr freundlich und aufgeschlossen, das Fahrzeug eine saubere E-Klasse älteren Baujahres (W211). Wenn Uber meinen Account wieder freigibt und die Verfügbarkeit besser wird, werde ich UberX auf jeden Fall häufiger nutzen.

Bild: nakhon100 / flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

Die scheinheiligen Taxifahrer – Beanstandete Fahrzeuge, Drogen und Steuerhinterziehung

Die Debatte um neue Ridesharing-Dienste, wie Uber, Wundercar und co. wurde von von der Taxiindustrie angestoßen. Ohne die erreichte einstweilige Verfügung, die aber nicht vollstreckt wurde und ohne den europaweiten Taxiprotest wäre das Thema bei der breiten Bevölkerung mehr oder weniger unbekannt.

Die Taxiindustrie bekräftigt in ihren Argumenten immer wieder, dass eine Taxifahrt sicherer sei, da die Autos jährlich kontrolliert werden und die Taxifahrer einen Überprüfungsprozess durchlaufen. Des weiteren werfen sie den Fahrern der Ridesharing-Dienste Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung vor.

Es mag sein, dass für Taxis, Taxifahrer und Taxiunternehmer  eine Reihe von Regeln gelten, die Fahrgäste schützen und die Zuverlässigkeit der Dienstleistung garantieren sollen. Häufig werden die Regeln aber umgangen, wie im folgenden verdeutlicht werden. Daneben gibt es einige Vorteile für Taxifahrer und Taxiunternehmer, die den Wettbewerb verziehen.

Schwarzarbeit bei Taxifahrern

Durch meine eigene Tätigkeit für Transport Networks wie Uber und Blacklane weiß ich, dass es genügend Taxifahrer in Berlin gibt, die über keinen Personenbeförderungsschein verfügen. Viele Taxifahrer, mit denen ich mich seit Anfang 2013 unterhalten habe, geben auch offen zu, dass sie die meisten Umsätze am Finanzamt vorbei führen und keine Steuern zahlen. Ein Modell ist z.B., dass ein Fahrer offiziell 800 – 1000 € im Monat bekommt und das 2-3 fache dann noch mal schwarz ausbezahlt wird. So werden Steuern hinterzogen und bei den Sozialabgaben betrogen. Ein anderes Modell ist, dass nur so viel offiziell ausgezahlt wird, dass die Sozialbehörden eine weitere Unterstützung zuschießen.

Bei einer Taxikontrolle im letzten August am Flughafen Tegel war der Warteplatz, auf dem sonst häufig mehrere hundert Taxis warten, innerhalb von Minuten leer. Nach dem die Taxifahrer von der bevorstehenden Kontrolle erfahren hatten, haben sie fluchtartig den Flughafen verlassen. Diese Verhalten der Taxifahrer legt nahe, dass der Großteil der Taxifahrer und Unternehmer etwas zu verbergen hat.  Boto Töpfer vom Taxiverband Berlin-Brandenburg e.V. schätzt sogar, dass 70 Prozent der Taxifahrer in irgendeiner Form betrügen, das sie wie oben keine Steuern abführen oder Sozialabgaben kürzen.

Taxifahrer auf Drogen in Hamburg

In Hamburg wurde in den letzten Tagen von der Polizei eine Taxikontrolle durchgeführt. Von 40 Fahrzeugen wurden 20% beanstandet, fast 50% von den beanstandeten Fahrzeugen wurde auf Grund von technischen Mängeln sofort stillgelegt. Ein Fahrer mit Fahrgästen an Board hat sogar Ausfallerscheinungen gezeigt, ein Drogentest ist positiv ausgefallen.

Die Verkehrsuntersuchung in Hamburg zeigt also, dass die bestehenden Gesetze nicht viel bringen. Wäre so ein Ergebnis bei der Überprüfung von Wundercar oder Uber Fahrer zustande gekommen, wäre der Aufschrei in den Medien wahrscheinlich wieder entsprechend groß.

Geschäft mit dem Personenbeförderungsschein

In Berlin gibt es einige Taxischulen, die meistens auch einen angeschlossenen Taxi-Betrieb haben, die gute Geschäfte dank der Unterstützung der Arbeitsagenturen machen. Einige zukünftige Taxifahrer lassen sich ihren Personenbeförderungsschein inklusive Schulung über einen Bildungsgutschein finanzieren. Für die Schulung und die Prüfung fallen schon mal gerne Gebühren von 2-3.000 € an. Wenn die Taxischule auch dafür sorgt, dass der bereits geförderte Neu-Taxifahrer noch eine Anstellung als Taxifahrer erhält, fließt weitere finanzielle Unterstützung. Es ist also nicht verwunderlich, dass einige Taxiunternehmer ein Interesse daran haben, dass jeder Fahrer über einen Personenbeförderungsschein verfügt, da sich damit gute Geschäfte machen lassen.

Wettbewerbsverzug durch 12% weniger Mehrwertsteuer

Für Taxifahrer gilt der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7%, Mietwagen-Unternehmer und Ridesharing Dienste müssen den vollen Satz von 19% bezahlen. Aufs Jahr hochgerechnet ergibt das einen Vorteil für die Taxifahrer von mehreren tausend Euro.

Wettbewerbsverzug durch Rückkehrpflicht

Sofern Mietwagenunternehmer, also Chauffeure, keinen schon vor Abfahrt aus dem Betriebssitz festgelegten Auftrag haben, müssen sie zu ihrem Betriebssitz zurück kehren und schriftlich auf den nächsten Auftrag warten. Diese Regelung ist aus ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten sinnlos und begünstigt ganz klar die Taxiindustrie.

Die Liste über die Wettbewerbsvorteile der Taxifahrer und die Verstöße der Taxifahrer lässt sich beliebig erweitern. Die Taxiindustrie ist aber bei weitem nicht so sauber, wie in den letzten Wochen immer im Kampf gegen die neuen Anbieter betont wurde.

Photo: Name: Taxi by night von Gary Tube Lizenz: CC BY-SA 2.0

UberPOP Fahrer erhalten 15€ pro Stunde, Wundercar Fahrer bekamen sogar 16.50 € pro Stunde

In Berlin erhalten die Fahrer von UberPOP anscheinend einen fixen Betrag von 15.00 € pro Stunde, um eine Verfügbarkeit zu gewährleisten. Ein UberPOP Fahrer, der anonym bleiben möchte, hat erzählt, dass Uber Berlin die Fahrer mit einem fixen Gehalt lockt und im Moment noch wenig zu tun. Den Fahrern wird laut der anonymen Quelle auch nicht mitgeteilt, dass sie sich gewerblich anmelden müssen und Steuern abführen müssen.

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UPDATE: Wundercar hat den Fahrern am Anfang 16.50 € netto pro Stunde bezahlt, damit sie in Berlin aktiv im Stadtgebiet unterwegs sind und sich bereit halten. Damit war Wundercar lukrativer als UberPop. Nach dem Verbot in Hamburg und der Umstellung auf 35 ct. Trinkgeld pro Kilometer, wurde diese Praxis eingestellt.


Mal sehen, wie lange es dauert, bis einige Ärger mit dem Finanzamt bekommen, da ja alle Bezahlvorgänge dokumentiert sind und die Fahrer auch die 19% Mehrwertsteuer von den Fahrten abführen müssten, die Uber wahrscheinlich wie bei Uber Black an die Fahrer überweist.

Viele Fahrzeuge, die bei UberPOP unterwegs sind, sind wahrscheinlich schon abbezahlt und die Versicherung ist auch nicht so hoch, wie bei den konzessionierten Mietwägen. Kosten für Benzin und sonstige Ausgaben halten sich auch in Grenzen. Insgesamt ist von Kosten um die 3-4 € pro Stunde auszugehen, so werden die Fahrer im Moment 11-12 € netto pro Stunde verdienen.

Interessant wird es, wie viele Fahrer übrig bleiben, wenn Uber von der stündlichen Bezahlung Abstand nimmt und die Fahrer ihr Geld durch absolvierte Fahrten verdienen müssen. Da die Fahrer netto nur ca. 64% vom Brutto Fahrpreis in der Tasche haben, nachdem die 19% Mehrwertsteuer und 20% Uber Anteil abgezogen wurden, müssen sie auf einen Umsatz von ca. 24 € pro Stunde kommen.

Schätzen wir mal, dass eine durchschnittliche UberPOP Tour in Berlin ca. 7 km lang ist und 20 Minuten dauern wird (reine Fahrzeit mit Fahrgast, ohne An- und Abfahrt), dann kämen wir auf einen Fahrpreis von ca. 15 €. Die Fahrer müssten also im Schnitt mehr als 1,5 Touren pro Stunde absolvieren, um auf den gleichen Verdienst zu kommen. Das 1,5 Touren/Stunde und Fahrer im Schnitt absolviert werden, scheint unrealistisch, gerade unter der Woche, wenn wenig los ist.

Bei der Konkurrenz von Wundercar müssen noch mehr Fahrten pro Stunde absolviert werden, um durch Trinkgeld auf einen ähnlichen Verdienst zu kommen. Bei meinen Wundercar-Fahrten war das vorgeschlagene  Trinkgeld ca. bei 1 € pro Kilometer, eine Zeitkomponente scheint es nicht zu geben. Für eine Tour von 7 km würde ein Wundercar-Fahrer um die 5,6 € Trinkgeld erhalten, um auf 15 € pro Stunde zu kommen, müssten also ca. 2,7 Fahrten pro Stunde absolviert werden.

Für die Peer2Peer Fahrer ist UberPOP im Moment also die lukrativere Alternative im Vergleich zu Wundercar. Es ist auch davon auszugehen, dass die Anzahl der verfügbaren Fahrzeuge bei Uber schnell sinken wird, sobald Uber das Bezahl-Modell der Fahrer umstellt. Bis es soweit ist, werden einige Fahrer das Modell ausnutzen und sich über die gute Entlohnung freuen, solange sie daheim auf der Couch sitzen und auf eine Fahrt warten, wenn sie denn günstig wohnen. 😉

Interessant wäre auch zu wissen, ob die UberBlack Fahrer nun auch stündlich gebucht und bezahlt werden und nicht nach Fahrten, um eventuellen Problemen, die die einstweilige Verfügung nach sich zieht, zu umgehen.

Der anonyme Tipgeber ist übrigens auch im Besitz eins Personenbeförderungsscheins und als Taxifahrer unterwegs, es gibt also auch Taxifahrer, die Uber Berlin nutzen, um ihren Lebensunterhalt mit UberPOP aufzustocken.  Das ist auch nicht verwunderlich, da die 11-12€ netto wahrscheinlich weit mehr sind, als sie im Taxi verdienen.

Carsharing Startup Drivy erhält 6 Mio. € von namenhaften Investoren

Das französische Startup Drivy erhält einen hohen einstelligen Millionenbetrag für die weitere Expansion. Anfang des Jahres hat Gründerszene darüber berichtet, dass Drivy bald in Deutschland startet und somit Tamyca, Autonetzer und co. Konkurrenz macht.

Die Finanzierung in Höhe von 6 Mio. € (8.3 Mio. US$) stammt von Index Ventures und Alven Capital, beide Firmen haben bereits 2 Mio. € in einer früheren Runde investiert.

Bei Drivy kann jeder sein Fahrzeug zur Vermietung einstellen und jeder, der sich registriert, kann über die App und die Website ein Fahrzeug mieten und das günstiger, als bei Unternehmen, wie Sixt, Europcar usw. Bei Drivy zahlt man weniger und erhält aber trotzdem die gleiche Versicherung, wie bei den eingesessenen Autovermietern.

Die aktuellen Finanzierungsrunde wird dafür verwendet, international zu expandieren. Zu erst ist wie berichtet, Deutschland und Spanien angesteuert, danach werden andere Länder folgen, wie England, Italien, Niederlande und Belgien. Im Moment arbeiten ca. 20 Leute für Drivy, weitere werden bald folgen.

Drivy hat ca. 250.000 registrierte Nutzer und 16.000 Fahrzeuge sind auf der Plattform verfügbar. Laut dem Gründer Paulin Dementhon werden pro Wochenende ca. 1.500 Fahrzeuge in Frankreich ausgeliehen, das monatliche Wachstum bei Buchungen liegt bei 20%. Drivy scheint sich gut zu entwickeln, mal sehen, wie sie sich in Deutschland schlagen, denn hier tun sich lokale Anbieter wie Autonetzer und Tamyca.  Autnetzer hat laut Pressemitteilung vom Januar diesen Jahres 35.000 Nutzer und 4.500 Fahrzeuge und damit deutlich weniger als Drivy. In Deutschland ist vor allem die Konkurrenz durch Corporate-Carsharing-Unternehmen, wie Drive Now und Car2Go stark, die direkt von BMW und Daimler unterstützt werden.

Reaktionen der Taxilobby auf die neuen Wettbewerbssituation im Taximarkt

In den letzten Tagen wurde viel über die neuen Mobilitätsanbieter geschrieben, die den Taximarkt aufmischen. Einerseits haben die Medien das Thema aufgefasst auf der anderen Seite haben auch die Taxiverbände und -vereinigungen ihre Meinung ins Netz gestellt.

Herr Leipold von der Berliner Taxivereinigung, der die einstweilige Verfügung erreicht und durch die Nicht-Vollstreckung die beste PR für Uber gemacht hat, meldete sich schon vor ein paar Wochen mit einem offenen Brief zur Uber-Dabatte zu Wort:

Die einstweilige Verfügung gegen UBER in Berlin hat gestern zu einem riesigen Echo in den Medien und in den sozialen Netzwerken geführt. 

“Gerade in den sozialen Netzwerken ist bei vielen der Eindruck entstanden, hier versuche ein Taxikartell sein Monopol mit überhöhten Preisen zu sichern und zu diesem Zweck via Gerichtsbeschluss Wettbewerb und innovative Startups vom Markt zu drängen.”

“Wir und das Berliner Taxigewerbe arbeiten dabei seit Jahren mit innovativen Start-up Unternehmungen (“mytaxi” ist nur ein Beispiel) erfolgreich und gut zusammen und stehen Innovation keineswegs negativ gegenüber.”

Das hat am Anfang anders ausgesehen, mittlerweile scheint man sich mit myTaxi verbündet zu haben

“Wir kämpfen insbesondere für bezahlbare Taxipreise. Damit haben wir uns nicht nur Freunde gemacht. Wir sind jedoch der Auffassung, dass möglichst niedrige Preise zu einer höheren Auslastung und somit zu mehr Gewinn führen. Jeder sollte sich Taxifahren leisten können, denn wir sind ein Teil des öffentlichen Nahverkehrs.” 

Das ist auch das Ziel von Uber und co., die Auslastung lässt sich hier bestimmt besser steuern, da mehr Daten erhoben werden und recht genau gesagt werden kann, wann viel Bedarf ist.

“Kurz: Wir freuen uns über Wettbewerb. Aber: Wettbewerb funktioniert nur, wenn Rechte und Pflichten für alle gelten.”  Die Rechte wurden wahrscheinlich von der Taxilobby damals mitgestaltet, da ist es nicht fair, darauf hinzuweisen.

“Das bedeutet auch: gut ausgebildete Fahrer. Wir entwickeln z.B. in Zusammenarbeit mit der IHK Berlin zusätzlichen zum obligatorischen Personenbeförderungsschein Qualitätsschulungen für unsere Fahrer.” Jeder Fahrer bei Blacklane, Uber und den anderen Anbietern bekommt wahrscheinlich mehr Schulung und laufende Verbesserungsvorschläge, als durch die Qualitätsschulung der IHK.

“Aller PR, Marketing und Werbung zum Trotz: Uber ist kein kleines inovatives Start-up Unternehmen, das von der BTV niedergekämpft wird, sondern ein 3,5 Milliarden schwerer Konzern.” Sie haben wohl noch nicht begriffen, dass sie gerade die beste PR für Uber machen. Uber ist kein Konzern, sondern ein Startup in der Wachstumsphase.


Eine teilweise wenige sachlich geschriebene Meldung wurde auch von den Droschken-Kutschern in Hamburg veröffentlicht. Unter dem Titel “Kampf den Hobby-Taxis vom Wundercar, Uber & Co.”, was bestimm “von Wundercar, Uber & Co”  heißen sollte, wird Stellung genommen zu den Aktivitäten der innovativen Markteinsteiger.

“Wir werden es nicht zulassen, dass gegen alle einschlägigen Gesetze und zu Lasten der Fahrkunden durch die Dienste von Wundercar, Uber & Co. Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung begünstig werden. Wenn jemand den Taxis Konkurrenz machen möchte, soll er das gerne tun, aber bitte im Rahmen der geltenden Gesetze.” Wie schon bei der Stellungnahme der Berliner Taxivereinigung wird hier auf Gesetze Bezug genommen, die von der Taxilobby mit formuliert wurden. Die Aktivitäten als Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung zu deklarieren, ohne Beweise zu liefern, ist auch nicht sehr einleuchtend.

“So müssen Taxifahrer regelmäßig zu umfangreichen Gesundheitschecks, ihre Wagen sind gemäß § 29 StVO jährlich zur Hauptuntersuchung (sog. „TÜV“) vorzuführen. Taxifahrer müssen in Hamburg monatelang büffeln für die sog. Ortskundeprüfung, die mittlerweile so anspruchsvoll geworden ist, dass regelmäßig drei Viertel der Prüflinge durchfallen.” Wieso ist heute noch eine Ortskundeprüfung notwendig, wenn ein neue Technologien wie Navi genutzt werden können, um zum Ziel zu finden? Bei meinen letzten Taxi-Fahrten wurde auch von jedem Taxifahrer das Navi genutzt oder ich wurde laufend nach dem Weg gefragt.

“Bis Ende 2014 werden – auf freiwilliger Basis! – zwei Drittel aller Hamburger Taxis mit solchen Fiskaltaxametern ausgerüstet sein, durch welche systematische Steuerhinterziehungen unmöglich gemacht werden.” Bei innovativen Anbietern im Transportgewerbe wird jede Fahrt festgehalten, die Gutschriften und Rechnungen automatisch ausgestellt und die Beträge per Kreditkarte bezahlt und der Anteil an die Partner überwiesen. Die Geldflüsse sind also dokumentiert und es gibt keine Möglichkeit, Geld am Finanzamt vorbei zu führen.

“Wir stellen uns gerne jedem Wettbewerb, vorausgesetzt, es ist ein fairer Wettbewerb. Gegen illegale Wettbewerber werden wir uns mit allen gebotenen Mitteln zur Wehr setzen.” Warum dann nicht einfach das Personenbeförderungsgesetz für alle ändern, damit jeder Teilnehmer die gleichen Chancen und Risiken hat?

“Zu der Illegalität von unkonzessionierten Hobby-Taxis zählt der fehlende Versicherungs­schutz für die Fahrgäste. Die üblichen KFZ-Versicherungen lehnen eine Haftung für Schäden ab, wenn mit privaten PKWs und ihren üblichen KFZ-Versicherungen gewerbliche Personenbeförderung durchgeführt werden (Wundercar-Slogan: “Einfach wie ein Taxi, zum halben Preis”). Das sollten Fahrgäste wissen, bevor sie bei einer Tour von Wundercar, Uber & Co. zu Schaden kommen.” Hier werden die Anbieter bestimmt bald nachziehen und eine Versicherung für die Fahrten und sogar die Zeit zwischen den Fahrten abschließen.

Jetzt wird es richtig ausfällig:

“Das Taxigewerbe ist keinesfalls bereit hinzunehmen, dass einige App-Anbieter ihr merkwürdiges Verhältnis zu geltendem Recht hier in die Tat umsetzen wollen. So äußerte Uber-Manager Dimitry Gore-Coty, zuständig für Nord- und Westeuropa, jüngst entlarvend: „Die deutsche Gesetzgebung ist zu einer Zeit geschrieben worden, als das Internet noch nicht erfunden war (…)”. Daraus abzuleiten, man könne sich mit neuen Internetdiensten wie die von Wundercar, Uber & Co. einfach über bestehende Gesetze hinwegsetzen, ist schlicht erbärmlich. Demnächst fordern die Brüder wohl noch, dass man mit einer neuen App Steuerhinterziehung und Drogenhandel zulassen müsse, denn auch da ist die deutsche Gesetzgebung zu einer Zeit geschrieben worden, als das Internet noch nicht erfunden war. “Legal, illegal, scheißegal” werden wir den Herren und ihren teils milliardenschweren Investoren (Google, Goldman & Sachs, Daimler, diverse Investmentfonds usw.) nicht durchgehen lassen – die hätten sich eben vor ihren Investitionen mit der Rechtslage auseinandersetzen müssen. Es ist grotesk, sich hinterher über die bestehende Gesetze zu beschweren, welche letztendlich dem Schutz von Verbrauchern dienen. Wer ohne Praxisbezug, Realitätssinn sowie vertieften Kenntnissen des Personenbeförderungsrechts millionenschwere Schnapsideen umsetzt, der muss dafür auch zahlen. Wir empfehlen: Nächstes Mal vorher informieren, erst dann programmieren und investieren.”

“Wir werden Hobby-Taxifahrer, die trotz der geltenden glasklaren Rechtslage Touren von Wundercar, Uber & Co. mit ihren privaten PKWs gegen Geld und zur Aufbesserung der eigenen Finanzen Personen gegen Geld befördern, durch Anzeigen bei der zuständigen “Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation” und mittels Unterlassungserklärungen am weiteren rechtswidrigen Tun hindern.” Mal sehen, wie schnell die Hamburger einknicken und aus Angst vor Schadensersatz mit Unterlassungen und Anzeigen aufhören. 


Auch der einstige Feind der Taxiindustrie in manchen deutschen Städten, nimmt Stellung und schlägt sich eher auf die Seite der Taxiindustrie.  Hier sind einige Auszüge aus der “Stellungnahme von mytaxi zur aktuellen Wettbewerbssituation im Taximarkt”:

“Darum begrüßen wir von mytaxi Wettbewerb. Er führt zu besseren Services von denen am Ende der Kunde profitiert. Disruptive Firmen wie Uber oder WunderCar sorgen – genau wie mytaxi –  dafür, dass Märkte neu definiert und durch innovative und zeitgemäße Lösungen verbessert werden. Gleichzeitig ist klar, dass sich Firmen, die in Deutschland aktiv sind, an deutsche Gesetze halten müssen – so wie sich mytaxi in fremden Ländern natürlich auch an die dort jeweils geltenden Rechte hält.” Mytaxi versucht, sich mit Uber und Wundercar auf eine Stufe zu stellen, ich glaube ihre Innovationskraft haben sie schon seit längerem verloren. Das Startups,  die aus Deutschland kommen, nicht versuchen, bestehende Gesetzte zu ändern und Einfluss zu nehmen, hat man schon öfters gesehen. Ausländische Firmen, wie z.B. AirBnB, Lyft oder Uber, versuchen mit den lokalen Behörden zu sprechen, um eine Änderung zu erreichen.

“Fakt ist, dass es in Deutschland Regeln und Gesetze gibt, die festlegen, dass nicht jeder mit einem Führerschein und einem Auto entgeltlich Personen befördern kann. Dies dient in erster Linie der Sicherheit der Fahrgäste. Das Personenbeförderungsgesetz (PBefG) besagt, dass ein Fahrer in Besitz eines Personenbeförderungsscheins (P-Schein) sein muss. Dieser P-Schein ist sozusagen der Beleg dafür, dass die Fahrer der besonderen Verantwortung bei der Beförderung von Fahrgästen gerecht werden, Ortskunde besitzen sowie gesundheitlich geeignet sind.”

Ein Fahrer kann auch sicher sein, ohne dass er einen Personenbeförderungsschein besitzt. Bei den innovativen on-demand Anbietern werden die Fahrer durch Background-Checks, polizeiliches Führungszeugnis und der gleichen auch laufend überprüft. Gleichzeitig kann der Fahrer viel schneller identifiziert werden, falls etwas passieren sollte und schneller aus dem Verkehr gezogen werden, da der Kunde die Möglichkeit hat, eine Bewertung abzugeben. Man benötigt also nicht umbedingt Gesetzte, um die Sicherheit zu gewährleisten, Transparenz und regelmäßige Kontrollen sollten ausreichen.

“Wir von mytaxi sind bekannt dafür, dass auch wir gerne Regeln brechen und Dinge hinterfragen. Wir sind große Befürworter davon, dass viele Strukturen im Markt verändert werden müssen. Dennoch sind wir davon überzeugt, dass das Personenbeförderungsgesetz für einen hohen Sicherheits- und Qualitätsstandard sorgt. Der Schutz und die Sicherheit der Fahrgäste stehen auch bei mytaxi immer an erster Stelle.” Welche Regeln hat mytaxi gebrochen? Bis auf man bestellt per App fällt mir keine ein.

“Als mytaxi im Jahr 2009 durchstartete, stießen wir auf großen Widerstand seitens der Taxizentralen. Daher kennt mytaxi die Situation, in der sich Uber und WunderCar aktuell befinden aus eigener Erfahrung. Wir finden es prima, dass innovative Startups nun weiteren frischen Wind in den Markt bringen. Wettbewerbern steht mytaxi offen und fair gegenüber, da uns diese anspornen, ständig besser zu werden und das eigene Produkt regelmäßig zu hinterfragen. Erst kürzlich führte mytaxi daher ein neues Vermittlungssystem ein und sorgte erneut für viel Aufruhr im Markt. Dennoch sind wir aus den oben genannten Gründen der Überzeugung, dass die geltenden Gesetze und Regelungen ihren Sinn und ihre Berechtigung haben.” So schnell kann es gehen, innerhalb von wenigen Jahren wurden die Seiten gewechselt, das liegt wohl auch an der fehlenden Innovationskraft von mytaxi.

“Bei der Beförderung von Personen geht es an erster Stelle um die Sicherheit der Fahrgäste. Die bestehenden Gesetze stellen sicher, dass es Qualitätsstandards gibt was die Fahrzeugsicherheit und die Kenntnisse des Fahrzeugführers anbelangt. Ein Fahrgast sollte sich keine Gedanken darüber machen müssen, ob das Fahrzeug überhaupt sicher ist, ob der Fahrer vertrauenswürdig ist, und ob er den kürzesten Weg nimmt. Die Gesetze und Regeln, die es dazu in Deutschland gibt, stellen dies sicher.” Hier wird versucht, innovative Anbieter in die Schmuddel-Ecke zu drängen, ohne konkrete Beispiele zu nennen.

Es bleibt spannend, wer sich als nächstes äußert. 😉 Wer weiter über die Taxifahrer und Lobby schmunzeln möchte, sollte sich auch das Taxiforum von Herrn Napp ansehen, der über Mietwägen und Raubtaxen schreibt.