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Bike-Sharing: Ofo startet in Berlin

Nach längerer Vorbereitung startet ein weiterer Bike-Sharing Dienst in Berlin. Der chinesische Anbieter ofo startet sein Angebot demnächst in den Bereichen Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Mitarbeiter für Berlin wurden schon seit Ende letzten Jahres gesucht, jetzt geht es endlich los.

Kleine Flotte am Anfang

ofo scheint von den Mitbewerbern gelernt zu haben. Anders als oBike in München, startet der Neueinsteiger mit einer kleinen Flotte in Berlin. Am Anfang sollen etwa 100 Fahrräder ausgerollt werden, in den kommenden zwei bis drei Monaten soll die Zahl auf 2000 Räder erhöht werden. Heute soll der Dienst mit den ersten Fahrrädern starten. Die Fahrräder sind von der Größe her auf den Deutschen Markt angepasst, außerdem sind sie mit einer 3-Gang Schaltung ausgestattet. Die Beschreibung erinnert an die Fahrräder von Byke, die sich gut fahren lassen.

Wachstum durch Partnerschaften

Um für Aufmerksamkeit zu sorgen, plant das Unternehmen, mit Geschäften im Bediengebiet zu kooperieren. Geplant sind gemeinsame Events und eventuell auch Co-Brandings. Ein Kooperation mit anderen Mobility Anbietern oder die Integration in ÖPNV Angebote ist bisher nicht geplant. Laut General Managerin Alex Cappy ist das Thema Teil einer weltweiten Strategie sein, die im Moment erst ausgearbeitet wird.
Die ersten Nutzer sollen eng begleitet und befragt werden, um Feedback über die Fahrräder, die Bedienung der App und das Konzept an sich zu sammeln. Das Feedback soll in die weitere Entwicklung des Dienstes mit einfließen.

Preisgestaltung orientiert sich an Mitbewerbern

Preislich wird sich Ofo bei 80 Cent für jede 20 Minuten bewegen. Die Mitbewerber Mobike oder LimeBike verlangen zwischen 0,50€ und 1,00 € pro 20 bzw. 30 Minuten. Der Anbieter Byke verlangt 50 Cent pro 30 Minuten. Ofo überlegt außerdem, unterschiedliche Abo-Modelle einzuführen, um die Nutzer länger an den Dienst zu binden.
ofo ist vor ein paar Jahren in China gestartet und wird mittlerweile mit einem Milliardenbetrag bewertet. Zuletzt wurden mehr als 850 Mio. Dollar von Alibaba und co. investiert. Die Fahrdienstplattform Didi Chuxing hat ebenfalls in ofo investiert und das Bike-Sharing Angebot in die Mobility Plattform integriert.
Bild: ofo (alle Rechte vorbehalten)

Neuer ÖPNV: Weitere amerikanische Stadt arbeitet mit Mobilitätsdiensten zusammen

Die Stadt Monrovia in Kalifornien strukturiert die öffentlichen Transportdienste neu. Das neue Programm in Monrovia heißt Go Monrovia. Bisher wurden ein Rufbus mit einer Summe von 1 Mio. Dollar pro Jahr unterstützt. Demnächst werden auch Lyft Fahrten subventioniert und Fahrräder können über die Bike-Sharing Plattform von LimeBike für einen Dollar geliehen werden.

Lyft-Fahrten werden subventioniert

Die Lyft-Fahrten kosten dank der Subventionen nur noch 0.50 US Dollar pro Fahrt innerhalb des Geschäftsgebiets von Go Monrovia. Die Nutzer müssen zuvor einmalig einen Gutscheincode in der App eingeben, um die Subventionen zu aktivieren. LimeBike bietet eine free-floating BikeSharing Plattform an. Das Unternehmen ist auch in Frankfurt aktiv und wird demnächst in Berlin starten. Fahrten mit LimeBike kosten 1 Dollar pro 30 Minuten. Erstaunlich ist, dass die Bike-Sharing Alternative teurer ist als der Fahrdienst. Die Frage ist, ob so viele Bewohner von Monrovia auf die Fahrräder zurückgreifen, wenn der Preis doppelt so hoch ist, wie eine Fahrt mit der Ride-Sharing Plattform Lyft.

Ziel: komfortabel und preisgünstig von A nach B

Die Stadt, die sich am Rand von Los Angeles befindet, möchte mit der Erweiterung ein Transportsystem schaffen, mit dem Bewohner und Touristen komfortabel und preisgünstig von A nach B kommen. Mittelfristig soll durch ein besseres Transportsystem auch der Fahrzeugbestand reduziert werden und das Parkplatzproblem gelindert werden.

Mehr Städte mit Alternative zu ÖPNV

Monrovia ist nicht die erste Stadt in den USA, die auf neue Mobilitätsdienste als Alternativen zum klassischen ÖPNV setzt. Erst kürzlich hat die texanische Stadt Arlington einige Buslinien in der Innenstadt abgeschafft und durch einen on-demand Ride-Pooling Dienst mit Kleinbussen auf Basis der Technologie von Via ersetzt. Eine Stadt in New Jersey subventioniert Uber-Fahrten zum Bahnhof, anstatt einen neuen Parkplatz für Pendler zu bauen. Die Stadt Innisfil in Kanada hat im letzen Jahr Uber als Alternative zum bisherigen ÖPNV eingeführt und spart seitdem 8 Mio. US Dollar pro Jahr.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Bike-Sharing: Uber übernimmt JUMP

Uber und JUMP arbeiten schon seit ein paar Monaten in San Francisco zusammen. Dort ist das Bike-Sharing Angebot von JUMP in die Uber App integriert. Jetzt folgt der nächste Schritt und JUMP wird komplett von Uber übernommen. Anscheinend soll Uber bis zu 200 Mio. Dollar für das Bike-Sharing Angebot gezahlt haben, ein stolzer Preis für einen kleineren Anbieter der Branche.

Unternehmensvision soll schneller erreicht werden

JUMP wird sich auf Grund der Reichweite von Uber für die Fusion entschieden haben. Uber ist in fast jeder Stadt in den USA vertreten, JUMP nur vereinzelt. Das Unternehmen hofft, die Unternehmensvision so schneller erreichen zu können. Uber ist auf dem Weg zu einer umfassenden urbanen Mobilitätsplattform, die mehr abdeckt als nur Ride-Sharing und -Hailing Dienste. Bike Sharing ist eine Richtung, außerdem möchte das Unternehmen näher an den ÖPNV heranrücken.

Vor dem Bike-Sharing Boom gegründet

Das Unternehmen JUMP hat eine längere Vergangenheit und wurde schon lange vor dem aktuellen Bike-Sharing Boom gegründet. Im Jahr 2010 wurde das Unternehmen unter dem Namen Social Bicycles gestartet und hat an öffentlichen Ausschreibungen für Bike-Sharing Angebote teilgenommen und auch gewonnen. So wurden 12.000 Fahrräder in 40 Städten in 6 Ländern ausgerollt, in enger Partnerschaft mit den Städten und unter fremden Marken. Meist wurden die Fahrräder an die lokalen Partner verkauft.

Enorme Veränderungen in den letzten beiden Jahren

In den letzten zwei Jahren hat sich das Bike-Sharing Segment enorm verändert. Weg von öffentlich finanzierten und ausgeschriebenen Angeboten und hin zu privat finanzierten Unternehmen. Es sind mehrere Milliarden Dollar in die unterschiedlichen Bike-Sharing Unternehmen geflossen, die meisten davon haben ihren Ursprung in Asien. Zu den großen Anbietern gehören die Unternehmen Ofo und Mobike. Diesen System-Wechsel hat auch Social Bicycles zum Anlass genommen und die Ausrichtung geändert.

250 E-Fahrräder in San Francisco

Im letzten Jahr wurde mit JUMP eine eigene Marke gegründet und im Januar wurden 250 E-Fahrräder in San Francisco auf die Straße gebracht. Anstatt Fahrräder und die Systeme dahinter zu verkaufen, ist das Unternehmen zum Betreiber einer eigenen Flotte geworden. Kurz nach dem Start erfolgte die Integration in die Uber App für Nutzer in San Francisco. Die Mobilitätsplattformen wie Ola, Didi Chuxing oder Grab aus Asien hatten bereits Bike-Sharing Angebote integriert, so sah sich Uber unter Zugzwang und hat mit JUMP das Angebot UberBike gestartet. Laut JUMP kommt ein Großteil der Fahrten noch über die eigene App. Die Räder scheinen grundsätzlich gut angenommen zu werden. Zwischen sechs und sieben Fahrten werden pro Tag von den Nutzern durchgeführt, die durchschnittliche Fahrt soll etwa vier Kilometer lang sein. Ein Großteil der Fahrten ist in der Früh (22 Prozent) oder am Abend (20 Prozent), JUMP schlussfolgert daraus, dass viele Berufspendler auf das Angebot zurückgreifen.

Stolzer Preis von 200 Mio. Dollar

Die Mitarbeiter werden zu Uber wechseln, das Unternehmen soll aber unter dem alten Nahmen und als eigene Abteilung weiter bestehen bleiben. Die App soll auch erstmal bestehen bleiben. Fraglich ist die hohe Bewertung des Unternehmens. Die Summe von fast 200 Mio. US Dollar ist ein stolzer Preis für ein Unternehmen, das nur 250 E-Fahrräder betreibt und sich um die Entwicklung der Räder kümmert. Gut möglich, dass Uber von den Kontakten zu Behörden und zur Politik profitieren möchte. Erst im Januar hat JUMP eine Finanzierung in Höhe von 10 Mio. Dollar abgeschlossen, angeführt von Uber Investor Menlo Ventures.

Bild: JUMP (alle Rechte vorbehalten)

Mobilitätsplattform: Uber setzt zusätzlich auf Bike Sharing, Carsharing und ÖPNV

Uber entwickelt sich weiter in Richtung umfassende Mobilitätsplattform. Auf einer Veranstaltung in Washington D.C. hat der Uber Chef Dara Khosrowshahi angekündigt, dass Uber eine Reihe von Mobilitätsdiensten in die App integrieren wird. Außerdem werden erhobene Daten über das Verkehrsverhalten und die Parkraumnutzung mit den Städten geteilt. Ziel ist den privaten PKW Besitzt zu reduzieren, auch wenn dadurch Ride-Sharing Fahren der Plattform kanibalilisiert werden.

Bike Sharing via JUMP

Uber wird mit der Integration von Carsharing Dienste, Bike Sharing und die Verknüpfung mit dem ÖPNV zu einer umfassenden Mobilitätsplattform. Die neuen Angebote werden nicht selbst aufgebaut, sondern entstehen durch Partnerschaften. In den vergangen Tagen wurde bekannt, dass Uber den Bike-Sharing Dienst JUMP für fast 200 Mio. Dollar übernommen hat. JUMP wird die Grundlage der des Bike-Sharing Angebots bei Uber werden. Bisher wurden die Räder nur in San Francisco unter dem Namen Uber Bike in der App angezeigt, jetzt kommt Washington D.C. dazu.

Peer-2-Peer Carsharing auch für Nutzer

Im Bereich Carsharing arbeitet Uber mit der Peer-2-Peer Carsharing Plattform Getaround zusammen. In San Francisco können die Nutzer über die Uber App die Fahrzeuge von Getaround mieten. Der neue Dienst soll Uber Rent genannt werden und bei Erfolg in weiteren Städten in den USA ausgerollt werden. Uber und Getaround arbeiten schon länger zusammen, um interessierte Fahrer mit Fahrzeugen zu versorgen. Jetzt wird das Angebot auch den Nutzern zugänglich gemacht. Mit der Integration von Carsharing folgt Uber den Konkurrenten aus Asien, die bereits mit einem ähnlichen Modell experimentieren. Ob Uber Carsharing auch in anderen Ländern plant, ist noch nicht bekannt.

Tickets für den ÖPNV über die Uber App

Um sich enger mit dem ÖPNV zu verknüpfen, hat sich Uber mit dem Startup Masabi zusammengetan. Masabi entwickelt Lösungen für mobiles Ticketing für die öffentlichen Verkehrsmittel. Die beiden Unternehmen arbeiten noch an den Details der Kooperation und an den Märkten, die zuerst angefangen werden sollen. Prinzipiell ist das Ziel, dass in der Uber-App Tickets für den ÖPNV gekauft werden können. Gut möglich, dass Uber den Ticketpreis mit dem Fahrpreis für die Uber-Fahrt verrechnet, falls die Nutzer Uber und ÖPNV auf einer Strecke nutzen.

Auf einer Goldman Sachs Konferenz hat Uber CEO Khosrowshahi angekündigt, dass sich das Unternehmen mit dem ÖPNV verbinden wird und dass sich die Uber App zu einer Plattform für Mobilitäts- und Transportdienste entwickeln wird. Jetzt fängt das Unternehmen an, erste Ergebnis dieser Strategie zu liefern.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

Testbericht: Bike-Sharing Dienst Byke in Frankfurt

Frankfurt gilt als die Hochburg der Bike-Sharing Anbieter in Deutschland. Neben Call-A-Bike von der Deutschen Bahn sind auch die Anbieter Nextbike, oBike, LimeBike und Byke in Frankfurt aktiv. Wir haben die Räder von Byke in mehreren Fahrten getestet.

Die Registrierung bei Byke

Die Registrierung bei dem Bike-Sharing Dienst funktioniert recht einfach und ist schnell erledigt. Es reicht die Angabe einer Handynummer, an die ein Pin-Code geschickt werden kann. Ein Nutzerprofil mit Name und weiteren Details muss nicht hinterlegt werden. Als Zahlungsmittel kann entweder eine Kreditkarte hinterleg werden oder ein PayPal-Account. Die Einbindung von PayPal ist in Deutschland ein Vorteil, da Kreditkarten häufig noch Fehlanzeige sind. Über das hinterlegte Zahlungsmittel muss ein beliebiger Betrag in das digital Wallet geladen werden.


Sichern Sie sich 5 Euro Guthaben für Byke in Frankfurt, Berlin oder in anderen Städten.

Geben Sie folgenden Gutscheincode WJEUPCC bei der Registrierung über die Byke App (Apple iOS oder Android)ein.


Qualität der Fahrräder und Verfügbarkeit

Anders als Mobike, die wir in Berlin getestet haben, sind die Fahrräder von Byke mit einer Schaltung ausgestattet und von der Größe besser an den deutschen Markt angepasst. Bei der Schaltung handelt sich sich zwar nur um eine einfache 3-Gang Schaltung, für eine flache Stadt wie Frankfurt ist das ausreichend. Nach etwa 30 Fahrten fällt auf, dass die Gangschaltung und Schnellverstellung der Sattelstütze die anfälligen Teile am Fahrrad sind. Die Zahl der Räder könnte höher sein, häufig muss man paar Minuten laufen, um beim nächsten Fahrrad zu sein. Die steigenden Temperaturen werden dafür sorgen, dass die Räder mehr in Benutzung sind und es schwieriger werden könnte, ein freies Fahrrad in einem attraktiven Radius zu finden.

Die Bike-Sharing App

Die Byke App überzeug durch ein ansprechendes Design und einfache Usability. Die Räder lassen sich über die App lokalisieren und mittels QR-Code entsperren. Wünschenswert wäre eine Funktion, um ein Rad reservieren zu können. Eine Park-Funktion wäre auch von Vorteil, um kurze Zwischenstops, z.B. im Supermarkt erledigen zu können, ohne die Miete beenden zu müssen.

Nach der Fahrt

Am Ziel kann das Fahrrad auf öffentlichen Grund abgestellt werden. Die Miete wird beendet, indem das Bügelschloss geschlossen wird. Die Fahrt wird mit dem hinterlegten Guthaben abgerechnet, eine Rechnung wird nicht versendet. 

Die Preise für Byke

Eine Fahrt mit dem Bike-Sharing Startup kostet im Standardtarif 50 Cent. Die Nutzer erhalten je nach Betrag der auf das Konto geladen wird, eine zusätzliche Gutschrift. Bis zu 50% zusätzliches Guthaben werden von Byke beigesteuert. Wer 50 Euro auf das Konto lädt, erhält ein Guthaben von insgesamt 75 Euro. Bei kleineren Beträgen fällt der Bonus auch geringer aus, 20 Prozent sind aber mindestens drin. 

Neben dem Standardtarif bietet das Unternehmen auch verschieden Abo-Modelle, die entweder auf Monats- oder Jahresbasis abgeschlossen werden können. Für 10 Euro im Monat sind 2 Fahrten pro Tag inklusive. Wenn sich der Nutzer für ein Jahr an den Dienst bindet, werden 50 Euro pro Jahr fällig.

Über Byke

Über das Unternehmen Byke an sich lässt sich wenig herausfinden. Anscheinend handelt es sich um ein Unternehmen, das von chinesischen Geldgebern finanziert wird, aber kein operatives Geschäft in Asien betreibt. Andere Bike-Sharing Anbieter wie ofo, Mobike oder oBike sind in Asien gestartet und nach und nach nach Europa expandiert. 

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Bike-Sharing: Mobike hat einen Käufer gefunden – Meituan schlägt für mehr als 2 Milliarden Dollar zu

Die Bike-Sharing Plattform Mobike hat einen Käufer gefunden. Das Business Magazin Caixin hat zuerst berichtet, dass die E-Commerce Plattform Meituan-Dianping Interesse an einer Übernahme hat. Mittlerweile wurde der Deal von Hu Weiwei auf der Messaging Plattform WeChat bestätigt.  Ob Meituan das ganze Unternehmen übernimmt oder nur einen großen Teil, ist noch unklar. Der Bike-Sharing Markt in China ist hart umkämpft, mehrere Anbieter mussten schon aufgeben oder haben mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Tencent als treibende Kraft

Der Deal zwischen Mobike und Meituan soll von Pony Ma, dem Chef von Tencent Holdings eingefädelt worden sein. Der Technologiekonzern Tencent ist an beiden Unternehmen beteiligt. Meituan ist eine der führenden online Plattformen in China, über die sich offline to online Services wie Reservierungen in Restaurants oder Kinotickets buchen lassen. Stark ist das Unternehmen auch bei dem Thema Lieferservice für fertige Gerichte. Im letzten Jahr wurde das Unternehmen mit 30 Milliarden US Dollar bewertet, ein Börsengang in Hong Kong soll in Planung sein.

Meituan setzt Fokus auf Transport und Mobilität

Im Raum steht ein Kaufbetrag zwischen 2.7 und 3.7 Milliarden US Dollar. So viel soll Meituan auf den Tisch legen, um die Bike Sharing Plattform Mobike zu übernehmen. Für Meituan Dianping entwickelt sich Mobilität und Transport zu einem wichtigen Bereich. Das Unternehmen hat sich an dem Fahrdienst Go-Jek beteiligt. In den letzten Monaten wurde in China ein eigener Ride-Hailing Dienst gestartet, der es mit Didi Chuxing aufnehmen soll. Der Einstieg von Meituan in den Bike-Sharing Markt passt in die Strategie und wird den Wettkampf der unterschiedlichen Anbieter weiter befeuern. 

Mobike ist eine Größe auf dem Bike-Sharing Markt

Mobike zählt neben ofo zu den größten Fahrrad-Plattformen in China, mittlerweile ist das Unternehmen auch in Europa aktiv. Mobike wollte mit dem Rivalen ofo fusionieren, das Vorhaben ist aber Ende letzten Jahres gescheitert. Der Deal soll daran gescheitert sein, dass ofo Investor Didi Chuxing zu viel Kontrolle an dem neuen Unternehmen gehabt hätte. Das hat die anderen Investoren abgeschreckt. Letztendlich hat es Konkurrent ofo nach einigen Schwierigkeiten geschafft eine Finanzierung in Höhe von 866 Mio. Dollar einzusammeln. Das Geld kommt von Tencent Konkurrenten Alibaba. 

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Bike-Sharing App Ofo sammelt Finanzierung von Alibaba ein

Das chinesische Startup Ofo, das mittlerweile auch in Europa aktiv ist, sammelt 866 Mio. Dollar ein. Die Runde wird von dem E-Commerce Konzern Alibaba angeführt, mit der Beteiligung von weiteren Investoren. Mit dem neuen finanziellen Polster will das Bike-Sharing Startup unter anderem im Konkurrenzkampf mit Mobike bestehen. Mobike ist finanziell ebenfalls gut ausgestattet und wird von dem Technologiekonzern Tencent finanziert, beide Unternehmen liefern sich einen teuren Kampf um Marktanteile in China.

Wettkampf zwischen Ofo und Mobike

Der Wettkampf zwischen den beiden Unternehmen erinnert an die Anfänge des Ride-Hailings in China. Vor der Fusion zu Didi Chuxing haben sich die beiden Unternehmen Didi Dache und Kuaidi Dache bekriegt und laufend versucht, sich gegenseitig zu überbieten. So auch Ofo und Mobike.

Der Cash Burn muss enorm sein, da erst im letzen Sommer 700 Mio. Dollar eingesammelt wurden, die innerhalb der letzten paar Monate verbrannt wurden. Ein Statement von Ofo CEO Dai Wei lässt darauf schließen, dass sein Unternehmen einen Gang runter schalten möchte bei der weiteren Expansion. Der Fokus soll in Zukunft auf der Qualität des Services liegen und auf einem effizienten operativen Setup. Gerade der operative Betrieb wird hohe Kosten verursachen, Effizienzsteigerungen werden zu enormen Einsparungen führen.

Hohe Kosten durch Operations und Vandalismus

In den letzten Monaten haben beide Unternehmen mit finanziellen Problemen gekämpft, verursacht durch den harten Wettbewerb der beiden Unternehmen. Zusätzlicher Druck ist durch den Einstieg von Didi Chuxing in den Bike-Sharing Markt entstanden. Unter anderem hat Didi den Anbieter Bluegogo teilweise übernommen und integriert, nachdem dem Unternehmen das Geld ausgegangen ist. Didi bietet seit längerem in seiner App mehrere Bike-Sharing Dienste an, unter anderm auch Ofo in einigen Städten. Eine Lösung, um den kostenintensiven Wettbewerb zu beenden, wäre eine Fusion. Dagegen sind aber die beiden großen Investoren Alibaba und Tencent, die beide den chinesischen Bike-Sharing Markt kontrollieren wollen.

Mehr als 90% Marktanteil

Mobike und Ofo sind die größten Anbieter von Bike-Sharing Dienste in China, zusammen kommen beide Unternehmen auf einen Marktanteil von mehr als 90% und werden mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet. Ofo wurde 2014 gegründet und nach eigenen Angaben nutzen 200 Mio. Nutzer die Plattform, pro Tag werden 32 Mio. Transaktionen durchgeführt.

Bild: Ofo (alle Rechte vorbehalten)

GoBee Bike Sharing zieht sich aus Europa zurück

GoBee bietet bisher einen modernen Bike-Sharing Dienst an, so wie auch Ofo, Byke oder Mobike. Damit ist jetzt zumindest in Europa Schluss, der Dienst wird in den französischen Städten eingestellt. Als Grund dafür nennt das Unternehmen Vandalismus. Die starke Konkurrenz wird ihr übriges dazu beigetragen haben.

Vandalismus und Diebstahl als Grund

Der Bike Sharing Dienst in den acht europäischen Städten wie Paris, Turin, Brüssel, Lyon, Lille und Reims wird sofort eingestellt. In Hong Kong soll der Betrieb weitergehen. Immerhin bekommen die Nutzer die Kaution in Höhe von 15 Euro zurück, die sie bei der Anmeldung entrichten mussten. GoBike hat nach eigenen Aussagen mehr als 150.000 Nutzer in Europa akquiriert, die den Dienst mehrere Hunderttausend Mal genutzt haben. Die Flotte an ursprünglich 6500 Rädern hat sich innerhalb kurzer Zeit halbiert. 3200 Fahrräder wurden beschädigt oder waren auf Grund der geringen Qualität nicht mehr nutzbar, 1000 Räder wurden illegal auf abgesperrten Privatgrund abgestellt.

Das Unternehmen ist im Vergleich zu den Größen Ofo und Mobike mit moderaten finanziellen Mitteln ausgestattet. Ingesamt wurden 9 Mio. Dollar eingesammelt, die großen Konkurrenten konnten zusammen mehr als 2 Milliarden Dollar einsammeln. Bei der geringen Finanzierung ist es einleuchtend, dass sich das Unternehmen keine laufenden Reparaturen der Flotte leisten kann. Das Unternehmen konnte das Geschäftsmodell nicht skalieren.

Einfaches Prinzip, teure Operations

Das Prinzip hinter den Bike-Sharing Diensten ist einfach. Die betreibenden Unternehmen platzieren eine Flotte an Fahrrädern in den Zentren der Städte, die nach dem free-floating Prinzip gebucht werden können. Über eine einfach zu bedienende App können sich die Kunden in wenigen Minuten registrieren und den Dienst nutzen. Dazu muss nur die App geöffnet werden, ein auf dem Rad befindlicher QR-Code wird mit der Kamera gescannt und das Fahrrad wird entsperrt. Nach der Fahrt wird das Rad einfach abgesperrt, womit die Fahrt beendet und abgerechnet wird.

In Deutschland gilt Frankfurt als Hochburg der Bike-Sharing Startups. Unternehmen wie LimeBike, Byke, oder oBike haben ihre Flotten ausgerollt. Frankfurt ist ein ideales Pflaster für Bike-Sharing Startups, da die Fahrradinfrastruktur gut ausgebaut ist, die Wege kurz sind die Menschen mit dem Fahrrad schnell von A nach B kommen.

Bild: GoBee (alle Rechte vorbehalten)

Testbericht: Bike-Sharing Dienst Mobike in Berlin

In den letzten Wochen hat der Bike-Sharing Dienst Mobike seine Flotte an Rädern in Berlin erhöht, wir haben das zum Anlass genommen, um den Dienst zu testen.

Registrierung bei Mobike

Die Registrierung über die App lief problemlos und war innerhalb von wenigen Minuten erledigt. Als Nutzer muss man nur Namen und Handynummer angeben, sowie Kreditkarten-Daten für die Abrechnung. Was störend war, bei der Registrierung muss der Nutzer undurchsichtigen AGBs und Datenschutz-Erklärungen zustimmen, das erweckt nicht gerade Vertrauen. Von der Hinterlegten Kreditkarte wird 1 Euro als Kaution eingezogen, wahrscheinlich um die Karte zu verifizieren.


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Fahrrad finden und öffnen

Mobike bietet eine übersichtliche App, mittels derer die Fahrräder lokalisiert werden können. Ähnlich wie bei den Car-Sharing Diensten, lassen sich über die App auch Räder reservieren. Die Reservierung ist bis zu 15 Minuten gültig und ist kostenlos. Am Fahrrad angekommen, reicht es, den QR-Code mittels der App zu scannen, um das Fahrrad zu entsperren.

Fahrräder klein und mit Vollgummireifen

Die Fahrräder sind nur für kürzeste Strecken geeignet. Die Räder sind recht klein und haben eher die Größe eines Kinderfahrrads. Eine Gangschaltung fehlt auch. Beides führt dazu, dass die Trittfrequenz sehr hoch sein muss, um vorwärts zu kommen. Die Reifen sind schmal und aus Vollgummi, das wirkt sich negativ auf den Fahrkomfort aus. Fazit ist, dass sich die Fahrräder für eine kurze Strecke mittelmäßig eignen, lange Strecken können damit aber nicht zurückgelegt werden.

Nach der Fahrt

Das gemietete Rad kann einfach abgestellt werden und muss mittels montiertem Bügelschloss verschlossen werden. Sobald das Rad abgeschlossen ist, wird die Fahrt beendet und abgerechnet.

Bezahlung der Bike-Sharing Fahrt

Die Bezahlung bei Mobike ist gewöhnungsbedürftig und wird einige Kunden abschrecken. Um die Kosten von 50 Ct. pro 30 Minuten Fahrzeit zu bezahlen, muss zuerst Guthaben auf das Konto geladen werden. Es können Summen zwischen 5 und 50 Euro in das Wallet geladen werden. Ist das Guthaben aufgebraucht oder negativ, kann der Nutzer kein Fahrrad mehr ausleihen.

Zusammenfassung

Das free-floating Bike-Sharing von Mobike ist eine gute Möglichkeit, um kurze Strecken, wie den Weg zur Bahn oder zu einem Car-Sharing Auto zurückzulegen. Für längere Strecken sind die Räder leider nicht geeignet. Die geringen Kosten von 50 ct. pro 30 Minuten werden bestimmt den einen oder anderen Nutzer zur spontanen Buchung  motivieren.

Bild: GetMobility (alle Rechte vorbehalten)

Uber nimmt sich Beispiel an asiatischen Wettbewerbern und testet Bike-Sharing

Die Wettbewerber von Uber in Asien haben es vorgemacht. Didi hat Bluegogo übernommen und integriert das Bike-Sharing Angebot in die Didi App. Grab kooperiert mit dem Bike-Sharing Anbieter oBike und Ola aus Indien bietet seinen eigenen Bike-Sharing Dienst. Jetzt zieht Uber in San Francisco nach.

Bike-Sharing von JUMP in der Uber App

In San Francisco startet Uber eine Partnerschaft mit dem Startup JUMP. Bisher verfügt JUMP über die einzige Genehmigung, free-floating Bike-Sharing in San Francisco anzubieten. Das Startup hat eine Genehmigung von der Stadt San Francisco für 250 Elektrofahrräder erhalten, später könnte die Flotte um weitere 250 Fahrräder erweitert werden.

Die Partnerschaft integriert das Bike-Sharing Angebot von JUMP in die Uber App. Nutzer der Uber App können die JUMP Fahrräder direkt in der App buchen und abrechnen. Um den Dienst nutzen zu können, muss man sich in eine Warteliste eintragen und von Uber für das Pilotprojekt freigeschalten werden.

JUMP will durch Partnerschaft schneller wachsen

JUMP will durch die Kooperation eine größere Zielgruppe erreichen. Das Ziel des Startup ist es, das Fahrrad zur Verfügung zu stellen, das jeder haben möchte: Ein Fahrrad, das man nicht besitzt und nicht warten muss, aber immer nutzen kann. Ein Rad, mit dem man weitere Strecken schneller und mit Spaß zurücklegen kann. So sollen mehr Leute auf Fahrräder wechseln – um grünere und weniger verschmutze Städte zu bekommen.

Konkurrenten in Asien machen es vor

Uber ist von den Vorstößen der Konkurrenten getrieben. Sollte das Pilotprojekt für Uber erfolgreich sein, wird ein Bike-Sharing Dienst in weiteren Städten ausgerollt. Vor allem in Städten mit massiven Verkehrsproblemen macht das zusätzliche Angebot Sinn. In vielen Metropolen sind Fahrräder immer noch das Verkehrsmittel, mit denen man am schnellste von A nach B kommt.

JUMP ist seit einigen Wochen in San Francisco und Washington DC unterwegs und hat kürzlich eine Series A Finanzierung in Höhe von 10 Mio. US Dollar eingesammelt. Das Unternehmen hinter JUMP existiert schon mehrere Jahre – unter dem Namen Social Bikes als Dachunternehmen wurden seit 2015 lokale Bike-Sharing Netzwerke mit eigenen Markenauftritt aufgebaut. Von den anderen Bike-Sharing Anbietern unterscheidet sich das Startup hauptsächlich bei den Fahrrädern. Anstatt auf günstige Räder ohne Schaltung und andere Komfortausstattung besteht die Flotte aus hochwertigen Elektro-Fahrrädern, mit denen die Kunden auch längere Strecken bei einer angenehmen Geschwindigkeit zurück legen können.

Bild: JUMP (alle Rechte vorbehalten)