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Autonomes Fahren: BVG und ioki kooperieren in Berlin

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und ioki, der Geschäftszweig für smarte Mobilität der Deutschen Bahn, kooperieren zum Thema autonomes Fahren. Gestartet wird mit einem Pilotprojekt auf dem EUREF Campus, bei dem erstmalig in Deutschland autonomes Fahren und On-Demand Funktionalität zusammen kommen. Später ist auch der Einsatz auf öffentlicher Straße in Berlin angedacht.

Vorbestellen per App wird vorbereitet und getestet

Die erste Phase des Projekts wird auf dem EUREF-Campus zusammen mit dem InnoZ durchgeführt. In den kommenden Wochen wird das Vorbestellen per App vorbereitet und getestet. Zum Einsatz kommt ein EasyMile Fahrzeug der neuesten Generation. Die zweite Phase auf öffentlicher Straße ist bereits in Vorbereitung und wird eng in Abstimmung mit den Berliner Behörden und der Senatsverwaltung abgestimmt.

Für beide Unternehmen der nächste logische Schritt

Die Zusammenarbeit in Berlin ist für beide Unternehmen der nächste logische Schritt. Die bisherige Angebote waren als Linienverkehr mit festen Haltestellen und Taktzeiten konzipiert. Um das volle Potential zu heben, ist eine On-Demand-Funktion erforderlich, die jetzt gemeinsam erprobt wird. Auch der Einsatz eines autonomen Fahrzeugs auf öffentlichen Straßen in einer Großstadt wurde bisher noch nicht erprobt. Dort besteht aber tendenziell die größte Nachfrage nach Mobilitätslösungen.

ioki und BVG bereits autonom unterwegs

Für beide Unternehmen ist es nicht das erste Projekt mit autonomen Fahrzeugen. Die BVG betreibt seit ein paar Wochen auf dem Gelände der Charité in Mitte und Virchow insgesamt vier autonome Kleinbusse im Linienverkehr. Man erwartet von dem Pilotprojekt auf der Charité wichtige Erkenntnisse über Potenziale der noch jungen Technik: etwa als mögliche Ergänzung zum Hochleistungs-ÖPNV oder auf schwach ausgelasteten Strecken.

ioki fährt in Bad Birnbach autonom. Dort ist ein selbstfahrendes EasyMile Fahrzeug der ersten Generation auf öffentlicher Straße im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs. Die Marke ioki sieht autonomes Fahren als die Zukunft und realisiert deshalb schon heute Verkehre mit entsprechenden Fahrzeugen. Zeitgleich werden fahrerbasierte On-Demand Ride-Sharing Projekte aufgebaut. Das Projekt in Berlin ist jetzt der erste Schritt um beide Bereiche miteinander zu verbinden.

Bild: ioki / Deutsche Bahn (alle Rechte vorbehalten)

BVG lässt autonome Kleinbusse in Berlin fahren

In Berlin sind auf dem Gelände der Charité autonome Kleinbusse im Linienbetrieb unterwegs. Das Angebot ist kostenlos und kann von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kliniken, Studierende, Patienten sowie Besucher und natürlich alle Neugierigen und Technikfans genutzt werden. Das Projekt Stimulate wurde bereits im letzten Sommer angekündigt.

Autonome Kleinbusse von Navya und EasyMile

Insgesamt wurden vier automatisierte Minibusse angeschafft, die auf festgelegten Routen unterwegs sein sollen. Die Fahrzeuge sind auf unterschiedlichen Geländen unterwegs. Zwei EasyMile EZ10 Fahrzeuge verkehren auf dem Campus Charité Mitte, zwei Shuttles des Hersteller Navya sind ab April auf dem Campus Virchow-Klinikum unterwegs. Sie bieten Sitzplätze für elf bzw. sechs Fahrgäste und sind mit der einer Höchstgeschwindigkeit von maximal zwölf Stundenkilometern unterwegs. Um die Sicherheit zu gewährleisten, wird immer eine Begleitperson im Fahrzeug sein, die das Fahrzeug anhalten und auch manuell steuern kann. Voraussichtlich ab Frühjahr 2019 wollen die Projektpartner dann auch das unbegleitete Fahren testen.

Mögliche Ergänzung zum Hochleistungs-ÖPNV

Mit dem Betrieb soll die Akzeptanz von fahrerlosen Fahrzeugen und weitere praktische Aspekte erforscht werden. So soll unter anderm erörtert werden, ob sich autonome Shuttles dazu eignen, Lücken im Verkehrsnetz zu schließen und als Alternative für die erste und letzten Meile geeignet sind. Die BVG erwartet von dem Pilotprojekt wichtige Erkenntnisse über Potenziale der noch jungen Technik, etwa als mögliche Ergänzung zum Hochleistungs-ÖPNV oder auf schwach ausgelasteten Strecken. „Für uns ist klar, dass wir die Mobilität der Zukunft in unserer Stadt mitgestalten und maßgeblich prägen werden“, sagte Dr. Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende und Vorstand Betrieb der BVG. Und ihr Vorstandskollege Dr. Henrik Haenecke, unter anderem zuständig für die Digitalisierung ergänzte: „Mit Projekten wie Stimulate bauen wir unsere Kompetenzen weiter aus, um mit neuen Techniken einen noch attraktiveren Nahverkehr anzubieten.“

Finanziert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Finanziell unterstützt wird das Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Das Bundesministerium übernimmt etwa 80 Prozent des Projektbudgets von 4.1 Millionen Euro. Neben der BVG zählen su den weiteren Projektpartnern das Land Berlin und die Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die BVG verantwortet den Betrieb der Fahrzeuge, die Charité Berlin stellt die Straßen und Ladeinfrastruktur zur Verfügung.

Charité als Stadt im Kleinen

Die zwei Charité-Standorte eignen sich dafür besonders gut, da sie über eine ausreichend große Testfläche verfügen und vom öffentlichen Straßenland abgegrenzt sind. Mit ihren Gehwegen, Kreuzungen und Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern, Radfahrern sowie Pkw, Lkw und Bussen bilden sie den Berliner Verkehrsalltag nahezu vollständig im Kleinen ab. Für den jetzt begonnenen Pilotbetrieb gibt es auf dem Campus Charité Mitte eine circa 1,2 Kilometer lange Strecke mit neun Haltestellen. Auf dem Campus Virchow-Klinikum gibt es zwei Routen, eine mit circa 0,8 Kilometern Länge und acht Haltestellen, eine mit rund 1,5 Kilometern und neun Haltestellen. Alle Routen sind Ringlinien, haben also keine Anfangs- und Endhaltestellen. Unterwegs sind die kleinen Hightech-Busse der Hersteller Navya und EasyMile zu Beginn montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Neue ÖPNV Apps – Mobiles Ticketing im Fokus

In den letzten Wochen hat es gleich mehrere neue ÖPNV Apps gegeben. In einer Zusammenfassung geben wir einen kurzen Überblick. Der Hauptfokus liegt auf einfacheren Alternativen für den Kauf von Tickets für den ÖPNV mittels SmartPhone.

Ticket Sharing in Nürnberg

Der VAG aus Nürnberg hat zu Jahresbeginn bereits eine neue App veröffentlicht und beschreitet damit neue Wege. Das neue Angebot will Fahrgäste ohne Ticket mit Fahrgästen verbinden, die ein gültiges Ticket mit ungenutzter Mitnahmemöglichkeit haben. Fahrgäste mit den Ticketvarianten Abo Plus, TagesTicket Plus und MobiCard können über die App die verfügbaren Plätze anbieten und die Strecke definieren. Suchende sehen dann die Verfügbaren freien Plätze auf der von ihnen geplanten Strecke.

Neue Ticket App der BVG

Die BVG in Berlin hat eine App für das Ticketing in die App-Stores gebracht. Vorher war das Angebot ausschließlich ein Teil der BVG Fahrinfo App, die wenig nutzerfreundlich aufgebaut ist und veraltet wirkt. Über die App lassen sich keine Fahrtinfos recherchieren, es können ausschließlich Tickets gekauft werden. Damit dürfte sich die App an Nutzer richten, die schon wissen, wie und wann sie von A nach B kommen – oder der Schritt wird Apps wie Google Maps oder CityMapper überlassen. Monatstickets sollen später folgen.

BestPreis App für Stuttgart

In Stuttgart ergänzt eine sogenannte SSB BestPreis App das schon stattliche Angebot an Apps für den ÖPNV. Bei der App handelt es sich um ein Testprojekt, das die nächsten 24 Monate laufen soll. Bis zu 20.000 Nutzer sollen sich dafür registrieren können. Die App soll als Art Monatsticket den günstigsten Preis abrechnen. Alle Fahrten, die innerhalb des Betrachtungszeitraums  mit der App gebuchten wurden, werden am Ende des Zeitraums zu den günstigsten Konditionen abgerechnet. Bezahlt werden kann per PayPal oder Kreditkarte. Der Nutzer gibt Start- und Zielhaltestelle ein und erhält daraufhin eine Fahrtberechtigung, die als Handyticket kontrolliert werden kann.

nextTicket von Verkehrsverbund Rhein-Ruhr

Der Anbieter Verkehrsverbund Rhein-Ruhr testet eine App, die an das Angebot in Stuttgart erinnert. Die App nextTicket soll den Ticketkauf stark vereinfachen und gleichzeitig dafür sorgen, dass der Nutzer den günstigsten Preis zahlt. Der Nutzer checkt beim Einstieg in ein Fahrzeug ein und am Ziel wieder aus. Der Check-Out ist ein zusätzlicher Schritt für den Nutzer, der bestimmt häufiger vergessen wird. Die Abrechnung erfolgt dann am Monatsende, zunächst auf bestehenden Ticket-Optionen. Basis bilden dabei die Optionen 4er-Ticket, 10-Ticket und 24-Stunden Ticket. In einer zweiten Stufe soll ein kilometerbasierter Tarif getestet werden, der sich aus einer Basiskomponente und einem flexibel Aufschlag zusammensetzt. Zu einem Festpreis von 1.40 Euro bzw. 1.45 Euro kommen Kosten in Höhe von 20 Cent pro Kilometer hinzu. Der Fahrpreis ist gedeckelt und liegt niemals höher als der Preis eines Einzeltickets. Jede fünfte Fahrt soll in dem neuen Tarifsystem kostenlos sein. Der neue Tarif ist ein spannender Ansatz und kann die Grundlage für die Einbindung von Shuttle Diensten sein, die kilometerbasiert abgerechnet werden.

Bei allen Apps steht mobiles Ticketing im Fokus. Wünschenswert wäre auch, wenn die Anbieter damit anfangen würden, alternative Angebote, wie Bike-Sharing, Car-Sharing oder Shuttle Dienste mit in die App zu integrieren. Die Nutzung der unterschiedlichen Angebote über eine App, inklusive Abrechnung, wäre aus Kundensicht ein echter Mehrwert. Einige Ansätze, wie das neue Preissystem in Rhein-Ruhr gehen schon in eine richtige Richtung. Zum Start von dem Ride-Sharing Angebot Flex Pilot im letzten Jahr hat die Daimler Tochter Moovel bereits angekündigt, dass eine App angeboten werden soll, in der dann alle Fahrmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im VVS-Gebiet samt „SSB Flex“ Shuttle in möglichen Kombinationen angezeigt werden und die direkt per App gebucht und bezahlt werden können.

Bild: VAG Nürnberg (alle Rechte vorbehalten)

BerlKönig: BVG startet Smart Shuttle mit Via im Frühjahr 2018 in Berlin

Im Sommer wurde bekannt, dass die Berliner Verkehrsbetriebe einen Smart Shuttle als Ergänzung zum ÖPNV anbieten wollen. Jetzt werden weitere Details bekannt, der Dienst soll zusammen mit dem Joint Venture von Via und Mercedes-Benz Vans gestartet werden. Das Berliner Nahverkehrssystem gilt bereits als eines der besten der Welt, trotzdem ruht sich die BVG nicht auf dem Status Quo aus, Sindern startet BerlKönig. Die BVG hat einen Antrag zur Genehmigung des neuen Verkehrsangebots im Rahmen der Experimentierklausel des PBefG eingereicht.

Bis zu 300 Fahrzeuge für den Osten der Stadt

Zunächst sollen ab Frühjahr 2018 etwa 50 Fahrzeuge von Mercedes-Benz im Einsatz sein. Je nach Nachfrage und Projektverlauf soll die Flotte auf 300 Fahrzeuge anwachsen. Die ersten 50 Fahrzeuge werden im Osten der Stadt unterwegs sein, etwa in den Stadtteilen Prenzlauer Berg, Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte. Die Bewohner dieser Stadtteile gelten als offen, für neue digitale Dienste. Außerdem liegen viele Clubs und Bars in den Bereichen. Sofern der BVG Smart Shuttle nachts unterwegs ist, werden Partygänger eine der größten Kundengruppe sein.

Später wird der Westen auch in den Genuss des Angebots kommen, falls das zweijährige Pilotprojekt erfolgreich verläuft. Die Partner geben sich also viel Zeit, um zu erörtern, ob der neue Dienst von Berlinerinnen und Berlinern angenommen wird.

Das neue Angebot der BVG setzt dabei auf virtuelle Haltestellen als Ergänzung zu den fixen BVG Stops. Fahrgäste können sich dann unkompliziert per App kurzfristig ein ÖPNV-Fahrzeug zu einem Zustiegspunkt rufen. Dabei werden verschiedene Fahrtwünsche gebündelt. Die Fahrten starten und enden an virtuellen Haltestellen und erfolgen gemeinsam mit anderen Fahrgästen. Dank der ausgeklügelten Algorithmen der Softwareexperten von Via berechnet das System hocheffizient in Echtzeit, welche Fahrten sich ohne nennenswerte Umwege bündeln lassen. Davon profitieren Umwelt, Anwohner und Fahrgäste gleichermaßen, denn es bedeutet weniger Verkehr auf Berlins Straßen und ermöglicht gleichzeitig attraktive Konditionen – eine neue Form des öffentlichen Nahverkehrs eben.

Die Ride-Pooling Lösung soll in Berlin in den bestehenden ÖPNV eingebunden werden. Ob der Dienst aus der bestehenden BVG App gerufen werden kann oder ob eine weitere App notwendig ist, ist noch nicht bekannt.

Günstiger als ein Taxi

Die Fahrpreise wurden noch nicht veröffentlicht, sollen aber zwischen dem ÖPNV Tarif und Taxi liegen. Der digitale Tarif besteht aus einem Grundpreis sowie einem entfernungsbasierten Zuschlag. Da der Nutzer Start und Endpunkt eingibt, kann das System gleich den Fahrpreis berechnen und in der App anzeigen. Dieser wird dem Fahrgast angezeigt und änder sich auch nicht mehr, wenn sich die Route auf Grund von weiteren Fahrgästen oder anderen Vorkommnissen anpasst. Bestellt eine Person für mehrere Fahrgäste gleichzeitig, so gibt es zudem noch einen Rabatt.

Teilweise mit Elektroantrieb

Die Flotte stellen die Fahrzeugexperten von Mercedes-Benz: Zum Einsatz kommen zunächst moderne Vans der Modelle Vito und V-Klasse (Euro 6) mit bis zu acht Sitzen sowie vollelektrische Mercedes B-Klassen vom Typ B250e mit vier Sitzen. Ab dem Sommer wird dann auch der neue, vollelektrische eVito Tourer zum weltweit ersten Mal als lokal emissionsfreier Personentransporter in Berlin zum Einsatz kommen. Im Straßenbild werden die Fahrzeuge ein wahrer Hingucker – prominent im bekannten BVG-Sitzmusterdesign beklebt und dazu mit großen, gelben BVG-Herzen sowie dem Logo von ViaVan versehen.

Stimmen zum Projekt

Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin:
„Mit dem geplanten Pilotprojekt geht Berlin neue Wege. Ich begrüße, dass die BVG damit eine zusätzliche Möglichkeit bietet, bequemer und umweltfreundlicher unterwegs zu sein. Zielgruppe sind Autofahrer und ÖPNV-Nutzer gleichermaßen: Autofahrer können für einzelne Fahrten auf den Rufbus umsteigen. ÖPNV-Nutzer können mit dem „Kleinbus auf Bestellung“ neue Möglichkeiten testen, mit mehr Komfort an ihr Ziel zu kommen. Das Projekt wird zeigen, wie die Berlinerinnen und Berliner das Angebot annehmen und nutzen. Mit dem Erprobungsbetrieb gewinnen wir wichtige Erfahrungswerte, ob und wie Ridesharing den Öffentlichen Personennahverkehr ergänzen kann.“

Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe in Berlin und Vorsitzende des BVG-Aufsichtsrats:
„Die Stadt wächst und damit auch das Verkehrsaufkommen. Wir wollen Mobilität für die Zukunft umweltfreundlicher, effizienter und smarter gestalten. Neben der Elektrifizierung der BVG-Flotten setzen wir auf innovative Mobilitätskonzepte, die die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs steigern und mehr Menschen den Umstieg erleichtern. Ich freue mich, dass die BVG hier mit starken Partnern einen wichtigen Schritt in die neue, vernetzte Mobilitätswelt geht und innovative Maßnahmen für eine moderne Stadt erprobt.“

Dr. Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende und Vorstand Betrieb der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG):
„Mit zehn U-Bahn-, 22 Straßenbahn-, über 150 Buslinien und sechs Fähren haben wir bereits jetzt ein erstklassiges Mobilitätsangebot mit unzähligen Kombinationsmöglichkeiten für unsere Fahrgäste. Gemeinsam mit ViaVan wollen wir jetzt noch einen Schritt weiter gehen und einen ganz individuellen ÖPNV „on-demand“ anbieten. Dabei bleibt dank Ridesharing eines wie gehabt: Wir bündeln Fahrten und sorgen damit für weniger Verkehr, weniger Lärm und weniger Emissionen in unserer Stadt – für ein grüneres, lebenswerteres Berlin.“

Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans, Daimler AG:
„Wir freuen uns sehr, dass wir in Berlin und der BVG ideale Partner für den Start für ViaVan in Deutschland gefunden haben. Der anspruchsvolle Verkehr in Berlin ist der perfekte Härtetest, um diese neue Form der Mobilität zu testen. Wir sind überzeugt, dass sich unser gemeinsamer Service schnell etablieren und zu einer perfekten Ergänzung des ÖPNV der Hauptstadt wird. Geteilte Mobilität in unseren Vans leistet einen erheblichen Beitrag zur Entlastung des städtischen Verkehrs und macht gleichzeitig nachhaltige Mobilität verfügbar.“

Dr. Henrik Haenecke, Vorstand Finanzen, Digitalisierung und Vertrieb der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG):
„Das Teilen einer Fahrt ist Teil unserer DNA. Mehrere Fahrgäste gemeinsam von Haltestelle zu Haltestelle zu fahren, ist für uns als Nahverkehrsunternehmen eine Kernkompetenz. Wir wollen diese Kompetenz nutzen, um Ridesharing per App als Teil des ÖPNV zu erproben. Wir werden gemeinsam mit ViaVan ein völlig neues Mobilitätsangebot in den Berliner ÖPNV integrieren. Wir wollen zeigen, dass ein öffentliches ÖPNV-Unternehmen gemeinsam mit einem Start-up neue Mobilitätsleistungen entwickeln kann.”

Chris Snyder, CEO, ViaVan:
„Die Technologie von Via definiert Mobilität auf der ganzen Welt neu. Wir freuen uns sehr, mit der BVG in Berlin an diesem mutigen neuen Projekt zur Einführung des ViaVan-Modells für dynamisch geroutete On-Demand-Fahrten im großen Stil zusammenzuarbeiten. Der neue Service ist eine perfekte Ergänzung zu herkömmlichen öffentlichen Verkehrsmitteln und bietet eine völlig neue Art, sich in der Stadt fortzubewegen.“

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)

BVG plant einen Ride Sharing Dienst in Berlin

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen sich in neue Bereiche vorwagen und einen Ride Sharing Service aufbauen. Der Shuttle Service wäre interessant, um mehr Passagiere in die U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen zu bringen.

Intelligenter Shuttle Dienst bei der BVG geplant 

Vorgestellt werden soll das Projekt noch vor der Sommerpause in diesem Jahr. Eingeführt werden soll ein intelligenter Shuttle Dienst, bei dem sich mehrere Passagiere, die auf einer ähnlichen Route unterwegs sind, ein Fahrzeug teilen. Sitzplätze können einzeln über eine entsprechende Smartphone App gebucht werden, die Bezahlung erfolgt über die hinterlegten Bezahlmethoden.

Gespräche mit mehreren Anbietern

Um den Dienst zu realisieren, spricht die BVG mit mehreren Anbietern. Auch mit Uber wurde gesprochen, auf Grund der Vorgeschichte von Uber in Berlin wurden die Gespräche aber wieder eingestellt. Als Favorite bei der BVG soll im Moment Mercedes-Benz gehandelt werden. Das ist etwas verwunderlich, da zwar Mercedes-Benz die Fahrzeuge stellen könnte, aber nicht über die technischen Komponenten verfügt, um den Dienst umzusetzen. Die von der Mercedes-Benz Mutter Daimler betriebenen Services, wie MyTaxi oder Hailo sind für die Vermittlung von Einzelfahrten ausgelegt und nicht für das Pooling.

Rahmenbedingungen noch nicht definiert

Der Fahrpreis für den Shuttle Dienst steht noch nicht fest. Ebenso ist unklar, ob der Service in den bestehenden BVG Tickets integriert ist oder extra bezahlt werden muss. Die BVG plant den Einsatz von einem größeren Fahrzeugpool (mehrere Dutzend), um den Service Flächendeckend anbieten zu können. Offen ist auch, wie die Taxifahrer auf den Dienst reagieren werden, sie dürften einiges dagegen haben.

Mit einem ähnlichen Konzept sind in Berlin schon die Mobilitätsdienste Clever Shuttle und Allygator Shuttle unterwegs. Allygator Shuttle befördert Fahrgäste im Moment nur in den Abend- und Nachtstunden am Wochenende. Clever Shuttle hat auch einen Service unter der Woche, da aber auch nur am Abend. Um diesen Diesen einen nachhaltigen Durchbruch zu verschaffen, muss auch der gesetzliche Rahmen angepasst werden. Ein dynamischer Shuttle Service unter kommerziellen Gesichtspunkten ist bisher nicht möglich. Allygator erhebt einen minimalen Fahrpreis, der unterhalb der Betriebskostengrenze liegt. Clever Shuttle hat mittlerweile eine Sondergenehmigung in 5 Städten. Die Kosten für eine Fahrt mit CleverShuttle berechnen sich anhand einer gestaffelten Kilometerpauschale, die sich am lokalen Taxipreis orientiert (eine Fahrt mit CleverShuttle ist immer mindestens 40% günstiger als ein Taxi).

Studien zeigen Vorzüge von Shuttle Diensten auf

Mehrere Studien gehen davon aus, dass sich durch den Einsatz intelligenter Shuttle Dienste das Aufkommen an Einzelfahrten und somit das Fahrzeugaufkommen in den Städten drastisch reduzieren lassen. Deshalb steigt das Interesse der Städte, einen entsprechenden Service einzuführen, um die Lebensqualität in den Innenstädten zu erhöhen.

In einer ersten Version wurde berichtet, dass sich sowohl Allygator als auch Clever Shuttle unterhalb der Betriebskostengrenze bewegen müssen. Der Text wurde berichtigt.

Bild: Hannes Eisenach (bestimmte Rechte vorbehalten)